Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation

Neueste Bewertungen für Barßel im Bereich Hobby & Freizeit

  1. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Die Gemeinde Barßel ist ein kleiner Ort im südlichen Ostfriesland, exakt gehört es allerdings zum Landkreis Cloppenburg. Erstmals wurde der Ort 1330 urkundlich erwähnt, die grundherrenfreie bäuerliche Bevölkerung, in den drei Dörfern Barßel, Lohe und Harkebrügge wirtschaftete auf den Eschen bei den Dörfern und betrieb Schafzucht. Auch hatten sie Fischrechte und errichteten Fischwehre.

    1522 unternahm ein begüteter Landbesitzer aus dem Amt Vechta zusammen mit Barßeler Bauern einen Raubzug ins Ammerländische Land. Daraufhin zerstörte Graf Johann von Oldenburg die Brücke und das Fischwehr bei der Schnappenburg und vereinnahmte alle Schafe der Barßeler Bauern und damit den wichtigen Teil ihrer Existenzgrundlage.
    Später erwirtschafteten die Barßeler Bauern mit Torf, welcher mit den Torfschiffen auf den Fehnen transportiert und dann in Ostfriesland verkauft wurde.

    Im dreißigjährigen Krieg wurde Barßel 1638 von hessichen Truppen gebrandschatzt. Nach Pest im 17. Jahrhundert kamen mehrere ruhrähnliche Seuchen und Fleckfieber im 18. Jahrhundert, sowie die Cholera im Jahre 1834. Auch gab es noch im 19. Jahrhundert mehrere Großfeuer.

    Mit Hauptwohnsitz sind heute in Barßel 12.522 Einwohner gemeldet.

    Das Wappen zeigt ein typisches Segelschiff der friesisch-emsländischen Flußschifffahrt des 16. bis 19. Jahrhunderts. Diese Schiffe haben einen stark gerundeten und hochgezogenen Bug und ein ebensolches Heck sowie einen abgeflachten Boden, der das Trockenfallenlassen im Tidegewässer und im Wattenmeer erleichtert.

    Schiffe dieser Art wurden bevorzugt im Westfriesland gebaut, aber im gesamten Emsgebiet, in dem Barßel ein wichtiger Umschlagshafen und Handelsplatz war, eingesetzt. Von der Bauart, der Beseglung und der Nutzung her sind diese Flussschiffe die Vorläufer der Tjalken, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Barßel gebaut wurden und unter Barßeler Eignerkapitänen die emsländischen Flüsse und Kanäle sowie Nord- und Ostsee befuhren. Wegen der Schifffahrt, die später bis ins Mittelmeer und sogar bis nach Südamerika ausgedehnt wurde, erlebte Barßel um die Jahrhundertwende einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Hafen sieht man die „Angela von Barßel“, ein typischer Vertreter dieser Bauart aus der Werft im holländischen Stadskanaal. Der Motorsegler mit 125 PS wurde vom Trägerverein in den Jahren 1985/86 restauriert.

    Vor einiger Zeit haben wir dort mit der MS Spitzhörn eine Fehnfahrt unternommen, die dauert 2 Stunden ist mit lustigen Sprüchen des Kapitän verziert. Dieses Schiff gehört seit 1990 dem Touristikverein Erholungsgebiet Barßel-Saterland e.V., mit 20 Metern Länge und 4,50 m Breite kann es insgesamt 130 Fahrgäste mitnehmen.

    Allerdings ist das nur von April bis Oktober möglich. Theoretisch kann man von Barßel über die Soeste, Leda und Ems in den Dollart und dann in die Nordsee schippern. Dann sind es nur noch wenige Tage bis New York. Im Hafen von Barßel steht eine Nachbildung des Leuchtturms Roter Sand.


    Der Fremdenverkehr hat in Barßel immer stärker an Bedeutung gewonnen. Die Deichwege an den vielen Wasserläufen und die Deutsche Fehnroute, der Elisabethfehn-Kanal als einziger noch voll schiffbarer Fehnkanal Deutschlands, die Schifffahrt vom Barßeler Hafen aus mit dem Fahrgastschiff Spitzhörn bis ins benachbarte Ostfriesland tragen dazu bei, dass Jahr für Jahr immer mehr Besucher nach Barßel kommen, zwar nicht die schönste Stadt der Welt, damit schmückt sich schon eine andere Stadt, aber ein Kleinod im Nordwesten von Deutschland.

    So langsam profitiert das schöne flache Land von den natürlichen landschaftlichen Schätzen, die nicht aus Torf und Fisch und Industrie bestehen.

    Man erreicht Barßel mit dem Auto von der A 28 Abfahrt Remels Barßel, Augustfehen, dort ist auch ein Bahnhof von der Bahnstrecke Oldenburg - Emden.

    Barßel und die vielen Radwege auf der Deutschen Fehnroute sind aber noch ein Geheimtipp, und nicht so überlaufen wie die Orte an der Nordseeküste, eben einfach bescheidener.

    Noch ein Hinweis zum Touristikbüro im Barßeler Rathaus, es gibt dort kostenlose Parkplätze, im Winter allerdings auch nur am Vormittag geöffnet.

    Ausgeblendete 11 Kommentare anzeigen
    Kaiser Robert Ein schneller Daumen katapultiert mich über die 175000 Punkte Grenze, ich bin begeistert!

    Danke an den Grünen Daumen Geber.

    bestätigt durch Community

    Checkin

    Foto vor Ort

    1.