Bewertung von barthmun zu Pauluskirche

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Bewertung zu Pauluskirche

barthmun
Die Pauluskirche liegt mitten in der Bochumer Fußgängerzone, umsäumt von Kaufhäusern und Boutiquen und gehört daher logischer Weise zur Evangelischen Kirchengemeinde Bochum-Innenstadt.

Der Bau dieser Pilgerkirche begann am 26. April 1655, bis dahin hatten sich Katholiken und Protestanten nicht immer einvernehmlich die katholische Propsteikirche geteilt, die damals einzige Kirche in Bochum. 1659 wurde der schlichte Renaissance-Saalbau mit Holzgewölbe eingeweiht. Der damalige Name war schlicht und ergreifend „ lutherische Kirche“. Sie ist somit die älteste evangelische Kirche in Bochum
 
1787 wurde sie zum ersten mal renoviert, da sie sehr baufällig war und 1879 bekam sie ihren heutigen Namen „Pauluskirche“. 1902 entschloss man sich große, neugotische Fenster einzubauen, die aber nicht sehr lange zu bewundern waren, denn am 12. Juni 1943 wurde die Kirche durch Bombenangriffe auf Bochum bis auf die Außenmauern zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte danach von 1949 bis 1950 und sie bekam das „Gesicht“ einer Dorfkirche

1960 wurden die wundervollen Fenster über dem Altarraum eingebaut, sie zeigen die drei Stationen, wie Saulus zum Paulus wird (der Namenspatron der kleinen Kirche). Links neben der Kirche befindet sich das Mahnmal des Friedens: Die „ Trauernde Alte“ soll an die Schrecken der Bombenangriffe vom 4. November 1944 erinnern. Das Mahnmal ist aus Basalt Lava erstellt und wurde 1955 gefertigt

Ich persönlich habe immer Probleme mit evangelischen Kirchen, da sie meist sehr schlicht ausgestattet sind, so auch diese. Die Altarfenster alleine sind aber schon einen Besuch wert, sie sind wahrliche Kunstwerke. Auch von außen bietet das Dorfkirchenaussehen seinen eigenen Charme und hebt sich vollkommen ab von den anderen Kirchen der Gegend ab.

Öffnungszeiten
Mo–Fr 11–18 Uhr, Sa 11–16 Uhr
 
Gottesdienst
So 10 Uhr, 11.15 Uhr Kindergottesdienst, 12.30 Uhr: englischsprachig,
Do 21.15 Uhr: Gregorianisches Nachtgebet

Kaiser Robert Warum hast Du "immer Probleme mit evangelischen Kirchen" ???
Sicher ist der bayrische oder sonstige Protz in den katholischen Kirchen schöner anzusehen, aber das wurde alles auf Kosten der Bauern und Handwerker beschafft, wenn ich richtig informiert bin.
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barthmun Nun denn, die katholische Kirche ist der reichste Staat, Firma der Welt. Wieso auf Kosten der Bauern und Handwerker? Natürlich wird in den Kirchen viel gesammelt und ich glaube es war Kloster Ettal, wo sogar ein EC Automat für Spenden bereit stand. Aber das ist doch heute freiwillig. Vor hunderten von Jahren mag es anderes gewesen sein, aber da war Martin Luther auch noch nicht geboren :-)
Kaiser Robert Die schönen alten Kirchen wurden fast alle vor der Reformation gebaut, und zu der Zeit schrieb ich meinen Kommentar. Allerdings bin ich auch kein Fan von Thomas Müntzer! *gg*

Zu den Neubauten ev. und kath. ein interessanter blog: www.http://kirchennutzung.blog.de/

Ist noch drin was draufsteht?
Zunehmend findet in den Kirchen Deutschlands kein oder nur noch eingeschränkter Gottesdienst statt. Über 1000 Kirchen werden zum Teil seit Jahrhunderten nicht mehr kirchlich genutzt. Der Kirchenbauboom des 19. und 20. Jahrhunderts führt heute zu einem Überfluß an Kirchen, der in der Geschichte einzigartig ist. Von der Kirche als Schloß bis zur Turnhalle, vom Pferdestall bis zum Kulturzentrum, es gab und gibt viele Möglichkeiten der Nutzung. Oder steht am Ende der Abbruch? Suchen sie selbst...
Ein golocal Nutzer Herbert, jetzt wo du dies schreibst: In Maastricht/Holland beispielsweise hat man aus einer ehemaligen Kirche den Bahnhof gebaut. Und im Stadtzentrum ist in den Hallen einer Kirche nun ein sehr großer Buchladen geworden - find ich Klasse!
Ein golocal Nutzer barthmun, freiwillig ist anders :-).
Früher wurden die Prachtbauten mit Fron, Sklaverei und Enteignung finanziert.
Sklaverei heute zwar nicht mehr, Zwangsenteignung in Form von 560 Millionen Steuergeldern p. a. sehr wohl, zuzüglich Unterhaltskosten von Einrichtungen und Personal.
Kaiser Robert ca 4,4 Mrd kath. und ca 3,9 Mrd ev. Kirchensteueraufkommen im Jahre 2006 - Quelle Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland - @nussek woher kommen die nur 560 Mio p.a. ?
Kaiser Robert Einen habe ich noch gefunden:
Gemäß § 10 Abs. 1, Nr. 4 EStG ist die gezahlte Kirchensteuer in unbegrenzter Höhe vom zu versteuernden Einkommen absetzbar
2006: 3,100 Mrd. € 21. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache 016/6275 31.08. 2007 -
Die Existenz dieser Subvention (sie ist die zweitgrößte Subvention überhaupt) ist in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt. In den gelegentlichen Veröffentlichungen der Medien wird sie fast immer unterschlagen. In der politischen Diskussion ist sie unumstritten. Bei aufkommender Kritik wird ihre Berechtigung damit begründet, dass sie auf Verfassungsnormen basiere. Außerdem wird sie mit den Wohltaten der Kirchen im Sozialen Bereich verteidigt. Beide Begründungen sind sehr anfechtbar.
Ein golocal Nutzer Damit sind nicht die Kirchensteuern gemeint, die zahlen die Mitgliedr ja bewußt und freiwillig.

Gemeint sind die ( Laut Bundesverfassungsgericht grundgesetzwidrigen ) Reparationszahlungen des Staates an die Kirchen, basierend auf Verträgen aus der Zeit der napoleonischen Kriege für damaligen Grundbesitzenteignungen.
Ein golocal Nutzer Bereits in den 90igern hat das Verfassungsgericht der Politik auferlegt, diese Zahlungen zu überprüfen bzw. einzustellen. Da wagt sich nur keine Partei ran, die nächste Wahl könnten sie vergessen.
Kaiser Robert Hat der nicht für die Bauern etc. gegen die Kirche gekämpft?! Habe in Mühlhausen im Bauernkriegsmuseum der Kornmarktkirche eine Ausstellung zu dem Thema gesehen. Daher auch mein Halbwissen.
Ein golocal Nutzer Ja klar, aber wie kommst du auf den in diesem Kontext? Wir haben ja jetzt eine Aktive vor Ort im Luther-Müntzer-Land. Da können wir ja gespannt auf Berichte hoffen.