Bewertung von Sir Thomas zu Harmonie Gaststätte

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Bewertung zu Harmonie Gaststätte

Sir Thomas „Regisseur“
Montag, 3.2.2020. Wie heißen die: Eschborn Wisch? Jedenfalls 50th Anniversary Tour. Bleiben Sie dran....

Je nun. Die musikalisch Feinsinnigeren wissen natürlich längst, wer hier in Wirklichkeit so äußerst fulminant aufgespielt und für einen unvergesslichen Abend gesorgt hat. Also neben Lady P., in deren Begleitung ich diese hochwohllöbliche Soirée verleben durfte. Doch der Reihe nach.

Man parkiert - mit etwas Glück und Geschick - an der Magdalenenstraße, gelangt aber auch mit zahlreichen öffentlich Bönnschen Verkehrsmitteln an den Ort des Geschehens.

Die - nicht etwa 'das' - Harmonie gehört zu den besonders bedeutenden Ausgeh-Lokalitäten der Bundesstadt und ist sicherlich mehr als das Restaurant bzw. der Biergarten als welcher das Gebäudeensemble beschildert ist. Zur Aufführung gelangt hierbei eine solide Auswahl an regionaler oder auch mediterran gedachter Kost, die sicherlich bei kömmender Gelegenheit näher gewürdigt wird. Dazu Trinkbares in beachtlicher Vielfalt. Die Portionen scheinen erfreulich und gutbürgerlich bemessen, soviel kann schonmal vorweggenommen werden. Man blickt nämlich durch große Fenster aufs tafelnde Volk, während man seinen günstigen Platz in der Warteschlange vor dem Bühneneingang verteidigt.

Größere Bedeutung denn als Gastronomiebetrieb (gegr. 1899) besitzt die Harmonie nämlich als Tanzlokal, bzw. nach modernistischem Umbau Anno 1994 als international bekannte Musikbühne mit (laut Hausbroschüre) 'bis zu 150 Veranstaltungen und 45.000 Besuchern' per annum. Das macht dann nach mühsamer Überlegung etwa 300 Musikliebhaber je Event, deren Einige sich sogar auf der mit Sitzmöbeln ausstaffierten Empore tummeln. Diese ist natürlich mehr was für Waldorfs, Statlers und Stehbehinderte und für die hier üblichen Klangwelten eher ungeeignet.

Neben unvermeidbar karnevalistischem Getue erklingt hier häufig Folk, Blues, Jazz und vor allem auch Rock. Erstaunlich viele 'Tribute' Bäänds tummeln sich im Veranstaltungskalender. Legenden wie Chuck Berry, Led Zeppelin, die Stones, Pink Floyd oder 'Woodstock im Allgemeinen' werden solcherart gewürdigt. Es zieht allerdings auch schonmal die richtigen Granden nach Bonn-Endenich: zu denen gehört ganz sicher die Kapelle um Andy Powell, Gründervater der erstmals 1969 urkundlich erwähnten wunderbaren Wishbone Ash. Die weiteren am heutigen Abend Mitwirkenden sind Joe Crabtree am Schlagwerk, der dauergrinsende Bob Skeat am Bass und der nebst Andy zweite Leadgitarrist Mark Abrahams.

Also, nachdem Doris Brendel - kunstrothaarige britische Gesangsmaid mit wackerer Herrenbegleitung - freundlich verabschiedet wurde. Den leider etwas diffusen Klangbrei hat der Hauptäct des Abends gottlob weitgehend vermeiden können. Vielleicht hätten wir uns akustischerseits auch nicht ganz vorne an die Bühne stellen sollen, aber passt scho - für halbrhythmisches Hüpfen hat es jedenfalls gereicht. Meister Andy äußerte sich übrigends mit deutlichen Worten gegen die Unsitte des Dauerknipsens, wodurch der Live-Eindruck ja eigentlich gleich wieder verlorengeht. 'Hey! We're real people, real handmade sound, real sweat... steckt euch eure Kameras sonstwohin!) Ein mitreißender Ritt durch die 50jährige Bäändgeschichte - siehe Playlist - mit zeitweise bluesigen, jetzt aber doch lieber wieder hardrockigen Anklängen.

Anfang April sind wir wieder hier - mit eventuell verfeinerter Tanzkunst, vor allem aber mit kulinarischen Anmerkungen und möglichem fünften Stern.

mit freundlichen Grüßen,
Sir Thomas

bestätigt durch Community

Ausgezeichnete Bewertung

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Ausgeblendete 10 Kommentare anzeigen
Sedina Dass es die noch gibt, und dass Du darüber nachdenkst, Deine Tanzkunst zu verfeinern...
Ja manchmal trifft es einen mit Macht -
Fröhliche Grüße in die Stadt des schönsten Karnevals und Gratulation zum Grünen Daumen!
LUT Gratulation, werter Sir. Es freut mich, dich mit halbrhythmischen Hüpfern bei guter Verfassung zu lesen!

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