Bewertung von Nike zu Dorfkirche

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Bewertung zu Dorfkirche

Nike „Freizeitgestalter“
Am späten Nachmittag fuhren wir ziellos durch die liebliche, hügelige Landschaft Mecklenburgs. Die Sonne tauchte die wogenden , gelben Ähren der Felder und das dunkelgrüne Band der Wälder in goldenes Licht.
Von einer Anhöhe sahen wir in der Ferne die Dächer des Hafenstädtchens Wismar und am Horizont glitzerte das Wasser der Ostsee über der sich dunkle Wolken zu einem Gewittersturm zusammenballten.
Vor uns tauchte in der Landschaft ein Örtchen auf, dessen Katen und Scheunen sich in der Hügellandschaft ducken und aus deren Mitte das spitze Dach eines gedrungenen Kirchturms sich keck empor reckte : So erreichten wir das Dorf Mecklenburg, die Wiege Mecklenburgs schlechthin.

Die Kirche war an der Ortsdurchfahrt schnell gefunden. Neben der Einfriedung konnten wir unser Fahrzeug bequem abstellen. Eine große Tafel wies an dieser Stelle auf die weiteren historischen Sehenswürdigkeiten des Ortes hin.
Wir begaben uns Richtung Kirchhof, vorbei an einem Denkmal zu Ehren im Krieg gefallener Soldaten.
Unser Blick wurde jedoch von der Pfarrscheune sowie der Dorfkirche angezogen.
Es handelt sich um eine offene Kirche, die man tagsüber besichtigen kann.
Vorbei an einigen alten Gräbern und um das Gebäude herum gelangten wir zum Eingang.

Es war schon gegen 18 Uhr und kurz vor Toresschluss. Gleichwohl wurden wir von der Aufsichtsperson freundlich empfangen und ganz in Ruhe in dem schlichten Kirchlein aus dem 14. Jahrhundert herumgeführt.
Viel fragen mussten wir nicht, vielmehr wurden wir auf sehenswerte Details der Ausstattung hingewiesen und bekamen einige Erklärungen.
Besonders beeindruckend fand ich den hölzernen Altaraufsatz von 1622 der zur Zeit restauriert wird sowie die nur wenige Jahre ältere Kanzel.
Weitere erwähnenswerte Details der Ausstattung im Stil der Spätrenaissance sind die Figuren des Triumpfkreuzes von 1633 sowie eine Balustrade hinter dem Altar, die ursprünglich zur Empore gehörte, auf der später die Orgel untergebracht wurde.
Auch die Malereien der Kasettendecke im Bereich des Eingangs, welche ich erst beim Hinausgehen entdeckte, fand ich sehr beeindruckend und entdeckte bei genauem Betrachten prompt eine Nixengestalt.
Die kleine Dorfkirche ist durchaus entdeckenswert.
Ein bezauberndes Erlebnis hatten wir noch, als wir wieder nach draußen gelangten. Ein junger Falke - gerade im Begriff flügge zu werden - saß auf einer Bank neben dem Eingang und beobachtete uns argwöhnisch. Ich war vollkommen hin und weg, denn ich hatte noch nie aus solcher Nähe einen Falken gesehen.
Wir wollten diesen jedoch nicht verängstigen und entfernten uns zügig, nachdem wir ihn noch schnell fotografiert hatten.
Noch jetzt zehren wir von dieser wunderbaren Begegnung. :-)