Bewertung von Kulturbeauftragte zu Gedenktafel Berger Tor

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Bewertung zu Gedenktafel Berger Tor

Kulturbeauftragte „Düsseldorf-Experte“
Bis ins 19. `Jahrhundert hinein war Düsseldorf, im Vergleich zu heute, ziemlich winzig gewesen. Es erstreckte sich zwischen dem Gebiet rund um die Lambertikirche / Schlossplatz bis zur „Zitadelle“ – noch heute in Teilen als solche erkennbar… In etwa war es ca. ein Kilometer lang und ca. einen halben breit! In etwa, da wo heute die Rheinbrücke ist, fand man sich bereits in Bilk, die nächste Gemeinde… Erst durch die Eingemeindung früherer freier Städte (vor allem am linken Rheinufer) nach 1900 und zum Schluss 1929 Benrath, das sich bis dahin „gesträubt“ hatte, ist es zu dem geworden, was man heute kennt. Wenn man es so richtig betrachtet, war es eine kleine „Kapsel“, die man noch heute im Stadtbild anhand bestimmter Bauten oder Verläufe der Straßen erkennen kann. Vieles ist, weil diese begrenzten Grenzen zu eng geworden sind, vielerorts abgetragen. In so mancher Chronik heiß es von der Verwaltung entschieden wurde so mit den einstigen Stadtmauern zu verfahren. Die Namen der einstigen Tore dienen zum Teil noch heute als Straßenbezeichnungen. In der Vergangenheit habe ich mehrere solcher (vermeintlichen) Geschichts-Relikte entdeckt, die sich bei genauer Betrachtung als eine „Mogelpackung“ herausgestellt haben. Diese sind zum Teil ein Ergebnis städtebaulicher „Projekte“, die mitunter von den gleichen Behörden initiiert wurden, die geraume Zeit vorher deren „Beseitigung“ beschlossen haben… es scheint der Lauf der Dinge zu sein…

In Düsseldorf kann von solchen Neugestaltungen bezüglich einer neuerlichen Errichtung einer solchen Anlage keine Rede sein. Dennoch gibt es am Rande der Altstadt einen historischen „Durchlass“ aus dem 19. Jahrhundert, wie ich an der passenden Stelle erläutert habe. Vergangenes, was ein Ort ausgemacht hatte, läßt sich nicht selten anhand von archivierten Zeugnissen nachweisen. Wenn ich das auf das Bergertor, das sich gegenüber des Palais Spee befand (heute Stadtmuseum) übertrage, erscheint es wie eine „Zeitkapsel“ an die hier erinnert wird. Wäre aber da nicht die eher unscheinbare Platte gewesen, die hier zu sehen ist, könnte man reichlich spekulieren, wo die jeweiligen Tore einst gewesen waren.

Erneut hat das Heimatverein „Düsseldorfer Jonges“ an diese Tatsache erinnert. Insgesamt ist es ein positiver Ansatz, doch dadurch, dass eben unter einem Baum auf dem Pflaster zu finden ist, merkt man davon nur etwas, wenn man drüber „stolpert“. Das war auch bei mir der Fall gewesen. Bei anderen Auftragsarbeiten des besagten Vereins wurde es aus meiner Sicht deutlich besser gelöst, als es hier gemacht wurde. Es ist zu lesen, dass zusätzlich ein Grundriss des ganzen ebenfalls angebracht wurde aber wenn man den Hinweis „überliest“, dem bleibt es, wie bei mir es der Fall gewesen ist, verborgen!


Das Bergertor, das sei sicher, war eins, das in seiner Bestehensgeschichte zwar stets die gleiche Bezeichnung besessen hatte, dennoch mehrmals Auf-, Umgebaut und Abgerissen wurde! Mal gab es dabei keine Durchfahrt, weil es zugemauert wurde oder aufgrund von Bauschäden größtenteils abgerissen werden mussten. Unter Kurfürst „Jan Wellem“ wurde es zum Eckpunkt der bis heute erkennbaren Zitadelle. Zeitweise zierte das Wappen des Hauses Pfalz-Neuburg oben angebracht gewesen. Gleichzeitig verwiesen die anderen Dekorelemente auf seine militärische Nutzung – Waffen, Standarten und sonstige Ausrüstung, die dazu gehörte. Zu einer späteren Zeit wurde das besagte Tor ein Teil eines Wohnhauses. Das kann man anhand der Fotos erkennen, als es 1895 in seine Einzelteile zerlegt worden war. Im Nachhinein hat es sich aber als eine Fehlentscheidung erwiesen.

Laut einer Anordnung lag der Beschluss aber bereist etliche Jahrzehnte zurück und zwar stammte sie aus dem Jahr 1831! Da scheint es sich nicht viel zu der Langwierigkeit solcher Vorhaben seitdem geändert zu haben. Es beruhe auf der Vermutung, welche Entwicklung es in diesem Bereich der Stadt geben wird, was das Verkehrsaufkommen anbelangt! Wer sich diese ruhige Gegend vor Augen führt, könnte es mehr als nur den Verweis auf den Bergertor geben. Doch das kann man nicht mehr rückgängig machen. Manche Entscheidungen lassen einen nicht „kalt“, wie es hier sich einst zugetragen hatte, vor allem, wenn sich die „Entscheidungsträger“ dermaßen „vertan“ haben, was die gesamte Prognose anbelangt! Mich macht es sehr traurig…

Ein Heimatverein setzt sich als Ziel an Personen oder „Sachen“ zu erinnern, die ein Ort geprägt hatte. In diesem Falle wurde diese Plakette 1992 angebracht. Wie man aber vorher ahnen konnte, ob es in der Form überhaupt wahrgenommen wird, das bezweifle ich sehr stark! Selbst mir, die früher regelmäßig eine kleine Grünanlage hinter dem Stadtmuseum angesteuert habe, ist es mir erst jetzt bei einem Spaziergang aufgefallen! Zudem liegt es in einem Bereich, der sonst von einem beliebten Café dort „beansprucht“ wird. Wenn ich ehrlich sein soll, tue ich mich reichlich schwer eine angemessene Gesamtwertung abzugeben. Nachdem ich alles abgewogen habe, erscheinen mir 2 Sterne, vor allem weil es überhaupt einen Verweis auf dieser Stelle gibt, als angemessen.

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