Bewertung von Kulturbeauftragte zu Höchster Altstadt

3

Bewertung zu Höchster Altstadt

Kulturbeauftragte „Düsseldorf-Experte“
„Wir sind schon oft begeistert gestartet und nüchtern gelandet - ich finde es umgekehrt schöner.“ Rudolf Scharping

Manchmal bedarf es der Begeisterung eines „Einheimischen“, um sich ggf. sich selbst von einer solchen „anstecken“ zu lassen. Egal wo ich im Vorfeld unserer Reise nach Höchst mir ein Bild von den Gegebenheiten dort gemacht habe, gab es nur positive Meinungen, was deren Altstadt anbelangt. Dementsprechend war meine Vorfreude, als auch die Erwartungshaltung, was das anbetrifft. Genau betrachtet, hier ist es nicht nur eine „Nachahmung“ dessen, was es einst gewesen ist, sondern ein Beispiel für einen historischen Ortskern, der seit 1972 auf der Denkmalliste der Stadt Frankfurt / Main steht. Ohne, dass die beiden Teile 1928 miteinander verbunden wären, wären die ältesten Zeugnisse der Geschichte außerhalb dieser zuletzt erwähnter Ortschaft zu finden. Selbst Goethe hat sich in bis heute erhaltenen Briefen sehr positiv über die hiesigen Gegebenheiten geäußert. Was möchte man dann, als Außenstehender denn mehr, als sich einer solchen Meinung anschließen. Das ist eine Sichtweise aber leider nicht die unsere. Hab mich sehr gewundert, als mehrere Verwandte (die jeweils unterschiedlich weit davon entfernt leben) auf ihre Einschätzung gefragt, eher verhalten drauf reagiert haben. Auf ein erneutes nachfragen, hieß es dann (sehr diplomatisch), dass es weder ein Favorit ist und vor allem dass es deutlich sehenswerte gibt, als die Altstadt in Höchst es ist. Für gewöhnlich hätte ich dem (aus eigener Erfahrung heraus) dem widersprochen. Nicht so aber bei der Altstadt in Höchst.

Die „grobe Richtung“, die wir zuerst eingeschlagen haben, war die bis zum Main. Dank der Hinweisschilder brauchte ich kaum die Karte auszupacken, die ich in der hiesigen Touristeninformation (über die ich bereits berichtet habe) mitgenommen habe. Die meisten historischen Denkmäler sind innerhalb eines kurzen Spaziergangs zwischen dem besagten Fluss und dem Seitenarm „Nidda“ angeordnet. Unser „heimliches“ Highlight haben wir als erstes angesteuert: das Bolongaro Palast und „Park“. Das repräsentative Haus kann man nur wenige male im Jahr bei einer (kostenpflichtigen) Führung eines bestimmten Vereins in inneren angeschaut werden. Sonst ist dort das Standesamt und das Bürgermeisteramt des Bezirks dort untergebracht. Darüber werde ich an den passenden Stellen in aller Ausführlichkeit berichten. Das gilt aber auch für die anderen, die noch folgen werden!

Vom besagten Palast führt der weitere Weg an der einstigen Stadtmauer entlang. Hier werden als Wegweiser das „Maintor“ und der „Zollturm“ genannt. Neben diesem befindet sich übrigens ein sehr lustiger Kinderspielplatz, den ich in der Form in keinem anderen historischen Ortskern mitbekommen habe :-). Wenn man mit den kleinen unterwegs sein sollte, kann man es für eine Pause nutzen… In dessen Sichtweite soll sich die älteste Kirche in Frankfurt befinden, die ich gar nicht als eine Sehenswürdigkeit wahrgenommen habe: die dem Hl. Justinus (Konfession unbekannt) geweiht ist. Bin ich mir nicht sicher, ob ein Weg zu ihr sich ggf. lohnen würde. Habe jedenfalls keine regelmäßigen Öffnungszeiten gefunden, in denen ein Besuch dort möglich wäre. Diese soll unbeschadet seit dem 15. Jahrhundert bestand haben! Ob sie meine Meinung über den Stadtteil ein wenig redigieren würden, kann und möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Wenn man zu lesen bekommt, dass Alte und Neue Schloss das Gesicht der Altstadt bestimmen, dann möchte man schon in den Genuss kommen, sie sich aus der Nähe zu betrachten. Für unseren Trip habe ich extra ein Tag ausgesucht, an dem das erstgenannte geöffnet gewesen ist. Man sagt nicht um sonst „der Weg ist das Ziel“ aber wenn aus einer Anlage fast ausschließlich ein Turm „übrig“ geblieben ist, braucht man schon reichlich Phantasie um sich alles andere vorzustellen. Die dortige Ausstellung befasste sich eher mit dem Denkmalschutz im Allgemeinen, als mit dem Gebäude als solchen. Das andere ist nur von außen wahrzunehmen.

Die meisten Fachwerkhäuser, die man in Höchst bewundern kann, die gleichwohl auf der Denkmalliste zu vermerkt sind, befinden sich rund um den Schlossplatz, bzw. in deren Sichtweite. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es paar an der nach dem Palast benannten Bolongerostraße. Da an jenem Tag in Laufe dessen das Wetter sich zunehmend verschlechtert hatte, haben wir diese ausschließlich im Vorbeifahren wahrgenommen. Dennoch nachdem sich diese Gegebenheiten verbessert haben, entdeckte ich die kath. Kirche St. Josefskirche, die mich ein wenig „versöhnt“ hatte. Trotz, dass die Höchster Altstadt als ein sog. „Flächendenkmal“ anerkannt wurde, gibt es insgesamt eine sehr überschaubare Anzahl, die ich in diesem Kontext als erwähnenswert halte. Insgesamt war die Erkundungstour eine kurzweilige Angelegenheit. Hinterher war der Bummel durch die Geschäfte „ausgiebiger“ ausgefallen, als das was ich insgesamt für den Rundgang als solchen benötigt habe. Hätte mir ehrlich gesagt, anders herum gewünscht. Wie immer gilt auch immer, das ist eine sehr individuelle Wahrnehmung, die nicht jeder mit mir teilen muss. Insgesamt ist aus meiner Sicht nicht mehr als ein OK drin.

Um nach Höchst zu kommen, haben wir die S 1 oder 2 ab HBF genommen. Die Fahrt als solche dauert von dort ca. 10 Min. Danach empfehlt es sich (falls man mit den Öffis unterwegs sein sollte) bis zur HS Bolongero Palast zu fahren, wo wir selbst (theoretisch) angefangen haben. In deren Nähe habe ich nur wenige Parkplätze wahrgenommen. Da ich keine weiteren Infos liefern kann, möchte ich es bei der Erwähnung belassen.

bestätigt durch Community

Ausgezeichnete Bewertung

Ausgeblendete 3 Kommentare anzeigen