Bewertung von Ein golocal Nutzer zu Badische Landesbibliothek

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Bewertung zu Badische Landesbibliothek

Ein golocal Nutzer
Die Badische Landesbibliothek („BLB“) liegt in der Innenstadt von Karlsruhe am Friedrichsplatz. Sie ist nicht nur für Fußgänger und Radfahrer, sondern auch für Autofahrer gut erreichbar, denn im Gebäude befindet sich eine Parkgarage mit 100 Pkw-Stellplätzen. Letztere habe ich bisher nicht benutzt, denn bei einem Besuch der Bibliothek tickt die Gebührenuhr (1,50 EUR für die 1. und 2. angefangene Stunde; 0,50 EUR für jede weitere Stunde; maximal 10,50 EUR pro Tag). Wenn man auch die Benzin- und sonstigen Kosten für die Fahrt mit dem Pkw berücksichtigt, fährt man bei einem längeren BLB- Besuch mit einem Stadtbahnticket im Regelfall günstiger zur BLB und wieder zurück.

Der Haupteingangsbereich mit der Ausleihstelle und die Caféteria im Erdgeschoss der BLB sind barrierefrei erreichbar. Die Türen können mit Öffnungstastern bedient werden. Zu den Lesesälen in den Obergeschossen gelangt man mit dem Lift.

Eines vorab:
Dieser Erfahrungsbericht befasst sich nur mit dem von mir genutzten und damit einem ziemlich kleinen Teil des Angebotsspektrums der BLB.

Beim Schreiben des Erfahrungsberichts wurde mir nochmals vor Augen geführt, wie sehr sich meine Nachfrage nach Bibliotheksleistungen in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat.

Als kindliche und jugendliche Leseratte ging ich aus eigenem Antrieb in Büchereien, um Bücher auszuleihen, weil ich mir die Anschaffung der von mir damals verschlungenen Literatur nicht hätte leisten können.

Als Schüler in der Prä-Internetepoche musste ich – den Empfehlungen und Anweisungen der Lehrer folgend – Literatur lesen bzw. Fundstellen anschauen, damit es mit den Schulnoten klappte.

Als Student (ebenfalls in der Prä-Internetepoche) war der Aufenthalt in der Unibibliothek und im „Seminar“ selbstverständlich, denn an der dort im Präsenzbestand zur Verfügung stehenden Literatur führte damals einfach kein Weg vorbei, damit es beim Examen klappte.

Auch in den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit war ich mangels Existenz des Internets auf Fachliteratur in gedruckter Form angewiesen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie zeitaufwändig Literaturrecherchen unter Zuhilfenahme alphabetischer Register in Fachbüchern, Zeitschriften und Entscheidungssammlungen gewesen sind. Da die Fachbibliothek meines Arbeitgebers für solche Recherchen häufig nicht ausreichte, nutzte ich den riesigen Präsenzbestand der BLB, die zum Glück nur einen fünfminütigen Fußweg von meinem Arbeitsplatz entfernt liegt, für meine Suchen.

Große Änderungen und Erleichterungen für Fachliteratur-Trüffelschweine brachte das PC-Zeitalter mit Literatur- und Entscheidungssammlungen auf CD-ROM, später DVD. Nun konnte bereits viel Recherchearbeit am PC-Arbeitsplatz erledigt werden, ohne den Schreibtischstuhl zu verlassen.
Alle Dämme brachen schließlich mit der Nutzung von Online-Datenbanken via Internetzugang. Seit dem Anschluss an derartige Medien über entsprechende Abonnements sind Recherchen in der Literatur und Entscheidungssammlungen für den geübten Rechercheur fast ein Kinderspiel. Und sie gehen in einem Bruchteil der früher benötigten Zeit über die Bühne.

Der Leser dieses Erfahrungsberichts wird sich nun die Frage stellen, ob die BLB in der heutigen Zeit überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat.
Aber sicher, kann ich da nur sagen.
Gründe:
Es gibt nach wie vor sehr viel alte wie neue Fachliteratur, die nicht digitalisiert oder von Online-Abonnements der Verlage und sonstigen Anbieter erfasst ist. Für diese „Lücken“ benötige ich nach wie vor den gedruckten Präsenzbestand der BLB. Meine Besuche bei der BLB sind daher nicht beendet, sondern nur seltener geworden.

Für meinen Bedarf im privaten Leben bietet die BLB mir nicht nur ihren riesigen Bestand an ausleihbarer oder in den Lesesälen verfügbarer Literatur, sondern Zugang zu vielen Online-Datenbanken, denn sie hat den Übergang in das digitale Zeitalter keineswegs verschlafen.

Fazit:
Ich bin nach wie vor vom riesigen Angebot der BLB begeistert und hoffe, dass mich die BLB noch lange begleiten und überleben wird :-) Somit klare 5 Sterne für die BLB!

Checkin

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eknarf49 Auch ich finde, dass Bibliotheken wie die hier bewertete immer noch wichtig sind, haben sie doch den großen Vorteil, dass Geschriebenes erhalten bleibt und nicht so schnell von 'Könnern' verändert werden kann.
Ausgeblendete 7 Kommentare anzeigen
grubmard Auch wenn der Verfasser auf Likes keinen Wert mehr legt, werde ich trotzdem gute Beiträge und Fotos von Usern, die mir nicht feindlich gesinnt sind, weiter liken.
Punkt.
Nike Da ich dich und deinen Wunsch respektiere gibt es kein Like und erwarte auch keins auf meinen Kommentar.
Deine Bewertung gefällt mir - als bibliophile Mensch - sehr gut und ich Stimme dir auch zu.
von Money Auch Bibliotheken gehen mit der Zeit, nur dauert es oftmals ein wenig länger, wie übrall im öffentlichen Dienst. Und die immens großen Altbestände zu digitalisieren war und ist auch weiterhin eine Mammutaufgabe.
Zudem haben Landes- und Universitätsbibliotheken auch die wichtige Aufgabe, alle in der Region erschienenen Veröffentlichungen zu archivieren und im Rahmen der Förderung von Wissenschaft und Bildung für jeden interessierten Leser zu beschaffen und auszuleihen.
Ich ziehe noch immer ein schön gebundenes Buch dem Kindle vor, wünsche mir aber nicht die Zeit zuück, als ich in der Fernleihe meiner Unibiliothek aus Indien bestellte Bücher mit Gummihandschuhen auspackte.
Deine Bewertung gefällt mir sehr, Auabacha-
Schroeder Jede deutsche Uni-Bibliothek hat einen Sammlungsschwerpunkt, zu dem sie alles, einfach alles, was es gibt, sammeln muss. Ein unsagbarer Schatz, den kaum jemand wahrnimmt, der sich nicht damit beschäftigt. Ein Kulturschatz ohne gleichen....