Bewertung von Jolly Roger zu Marine-Ehrenmal Laboe

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Bewertung zu Marine-Ehrenmal Laboe

Jolly Roger „Autorität“
Moin moin

Ich war ja auch diverse Jahre bei der Westdeutschen Marine (Bundesmarine) und es hatte mir sehr gut gefallen, wie Zusammenhalt und Kameradschaft, ohne dieses Drangsalieren, wie es in der DDR war.

Ich begann mit meiner 3 Monatigen Grundausbildung beim 2. Marineausbildungsbataillon in Eckernförde. Es war eine schöne Zeit und 1968 ist politisch zwischen Ost und West viel geschehen, so dass wir oft Nato Alarm hatten und am Wochenende nicht nach Hause durften.

Danach ging es zur Ausbildung an die Marineschule nach Flensburg Mürwig, in der auch viel über die Tradition gesprochen wurde.

Auch ich musste mir mit meiner Lehrgruppe von der Marineschule Flensburg aus das Ehrenmal und den Stolz unserer U-Bootflotte ansehen.

Das Ehrenmal wurde zum Gedenken an die im ersten Weltkrieg gefallenen Marinesoldaten in der Zeit zwischen 1926 - 1936 erbaut.

Nach dem WK II erweiterte man das Denkmal mit den Namen der in diesem Weltkrieg gefallenen Marineangehörigen zu ihrem Gedenken.

Die Form des Turmes sollte nicht an den Bug eines Schiffes oder eines U-Boot Turms erinnern, sondern man sagte uns, dass es eine in den Himmel aufsteigende Flamme wiedergeben soll.

Es war für uns alle damals ein „Super Erlebnis“, doch noch etwas von der alten Tradition unserer Marine zu erfahren.

Das U-Boot war zu meiner Zeit noch nicht zu besichtigen. Das war erst Anfang 1972, aber ich fuhr später noch einmal hin, weil ich die Enge in der Röhre auf mich wirken lassen wollte.

Zur Historie:

Die Uniformen der Mannschaftsdienstgrade der Marinen ähneln sich.

So tragen die Deutschen vom Matrosen bis zum Stabsgefreiten die Wäsche achtern. Das heisst, dass sie einen Exerzierkragen tragen mit drei weissen Streifen, die an die drei grossen Seeschlachten Nelsons erinnern. Nelson war britischer Admiral und an der Seeschlachten Kopenhagen, Abukir und Trafalgar beteiligt.


Früher liessen sich die Matrosen die Haare wachsen und flochten sie zum Zopf. Damit sich darin kein Ungeziefer (Läuse pp) einnisten konnte, wurden die Haare mit Pech bestrichen. Weil Pech die Uniformbluse beschmutzen könnte, erfand man den Exerzierkrangen, den man schnell wechseln und waschen konnte.

Als unsere Bundesmarine noch Kriegsmarine hiess, konnte man am blauen Streifen am Knoten sehen, ob er in den Nord- oder Ostseestreitkräften diente, denn einmal zeigte der Streifen von links unten nach rechts oben oder umgekehrt.

Bei unserer Bundesmarine gibt es keine Unterschiede mehr und der Streifen verläuft immer gleich. Wie es bei drn Ostmarine war, könnte opavati wohl nachreichen.

Das Binden des Knotens wird nur einmal im Leben des Matrosen durchgeführt. Er ist sehr schwierig zu binden und besteht aus einem quadratischen Tuch, das nass auf den Tisch gelegt und eingeschlagen wird.

In Höhe des Knotens und der Schlaufe, die nach unten zeigt, werden zur Stabilisierung Pappstreifen gelegt. Ich weiss nicht, ob ich es heute noch kann.

Marinehistoriker sagen, dass der schwarze Knoten an die Trauerzeit für Admiral Nelsons erinnern soll und die weisse Schleife bedeutet die Aufhebung der Trauerzeit.

Die Unteroffiziere und Offiziere tragen Wäsche vorn, Uniformjacke mit „Kolbenringen" und weisses Hemd mit schwarzem Binder.

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Jolly Roger Danke, danke. Ich wollte vom Knoten noch ein Foto machen, weiss aber nicht mehr wo ich ihn hingelegt hatte.
Ein golocal Nutzer Tolle Bilder , toller Beitrag !

Glückwunsch zum Daumen, war endlich mal wieder ein Lichtblick nach so vielen enttäuschenden neuen Bewertungen die ich gerade lesen musste....

LG., Alf
Jolly Roger @Moin moin Schroedi
Wenn ich wieder voller Stolz auf unsere Kriegsmarine die ausgestellten Exponate unserer Grosskampfschiffe, U-Boote oder Zerstörer geschrieben hätte, möchte NICHT wissen, wie du darauf geantwortet hättest. ;-)
grubmard Diese böse, böse Volksmarine der noch böseren DDR. Schlimmer als die Royal Navy zu Zeiten der Bounty. Wie edel, hilfreich und gut ist dagegen doch die Bundesmarine, sozusagen die schwimmende Heilsarmee, sicher ganz ohne erniedrigende Rituale und Exzesse.
Jolly Roger Grubmard das sagt doch keiner oder liest du das da heraus?. Sie waren alle politisch links gepolt und durften somit die Seegrenze passieren.
Ich wollte vorher nur sagen (Schreiben) dass opavati etwas zum Knoten sagen kann, da er ja gefühlte 20 Jahre bei der Volksmarine war.

Und sogenannte "Entlassungskandidaten" durften sich nicht das erlauben,was die Maate bei euch mit den Neuen machen durften.
So sah man es oft im TV
Biscuitty Gratuliere zum Daumen, und ich fand die historischen Erklärungen seeeehr hilfreich! Kenne mich mit Militärischem überhaupt nicht aus und staune sehr, dass die Bundesmarine offenbar den alten Admiral Nelson (der ja gar kein Deutscher war) so schätzte, dass die Tradition über ihn nicht hinweg kommt. Prima geschrieben!
Jolly Roger Das mit Lord Nelson ist nicht nur Tradition der Bundesmarine, sondern alle Navy's der Erde haben den Exkragen und die drei Streifen darauf. Ich glaube die Italiener haben nur zwei Streifen und einen Stern.
Aber die Tradition in der Zeit 33 - 45 wird fast überall geleugnet. Nur hatte man 1956 die alten Offiziere und Ritterkreuzträger wieder eingestellt. Offizier musste Unteroffizier mit Ritterkreuz zuerst grüssen.
grubmard "ohne dieses Drangsalieren, wie es in der DDR"

Im TV gesehen, das ist ja eine tolle Informationsquelle. Frage mich, wer bei NVA und VM eine Doku über das Verhältnis der Diensthalbjahre untereinander gedreht haben will.

Ich gebe Dir Recht: unter den Diensthalbjahren gabs sehr unschöne Dinge, die mit drangsalieren richtig beschrieben ist und heute wohl auch als Mobbing durchgehen würde. Schikanen von Unteroffizieren (Maaten) gegenüber den Soldaten, die den Exzessen der Entlassungskandidaten auch nur annähernd nahe kamen kamen, habe ich nicht erlebt und selbst auch nicht praktiziert. Wenn doch mal ein Vorgesetzter über die Stänge geschlagen war, ist er ganz schnell vorm Militärstaatsanwalt gelandet.

Im übrigen willst Du mir nicht erzählen, daß es bei BW und BM keine Rituale und keine schikanösen Zwischenfälle gegeben hat und gibt. Das gibt es in jeder Armee, in jeder Marine zu jeder Zeit, egal ob Schweizer Garde im Vatikan oder US-Army.

Von "Westverwandten", die in der BW gedient haben, habe ähnliches gehört, wie ich es auch bei der NVA erlebt habe. Wie gesagt, nur gehört. Erlebt kann ich es nicht haben, da die BW zu meiner Wehrdienstzeit ja die "feindliche" Seite war.