Bewertung von grubmard zu Park "Adonisquelle Mallnow"

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Bewertung zu Park "Adonisquelle Mallnow"

grubmard
Die Adonisquelle ist eine kleine Parkanlage am westlichen Rand des Dorfangers von Mallnow (Land Brandenburg / 60 km östlich Berlin / 15 km nordwestlich von Frankfurt/Oder).
Wer jetzt hofft, an der Quelle den Schönling Adonis aus der griechischen Mythologie zu treffen, wird bitterlich enttäuscht. Namensgeber sind die gelbblühenden Frühlingsadonisröschen auf den Oderhängen östlich des Dorfes.

Die Geschichte des Parks reicht allerdings unter anderem Namen über 85 Jahre zurück. 1934 beschlossen die von der reichsweiten Führerkult-Epidemie befallenen Mallnower dem geliebten Führer und Reichskanzler Adolf Hitler (1889-1945 Selbstmord) einen Park im Dorf zu widmen – nicht ahnend, was ihnen 10 Jahre später blühen sollte.

Und so wurde aus dem Westrand des Dorfangers der „Adolf-Hitler-Park Mallnow“ mit Rasenfläche, Teich, verschiedenen Sträuchern und Bäumen.
1945 war dann Schluss mit Hitler. Der namensgebende, nun nicht mehr ganz so „geliebte Führer“ hatte sich als einer der größten Verbrecher der Geschichte per Kopfschuss aus dem Leben und aus der Verantwortung gestohlen.
Mallnow wurde nach schweren Kämpfen von der Roten Armee erobert. Die zeigte sich pragmatisch und nutzte den Park als Soldatenfriedhof für ihre in und um Mallnow Gefallenen. Nach der Einweihung des großes sowjetischen Ehrenfriedhofs im benachbarten Lebus 1948 überführte die Rote Armee die Toten aus Mallnow dorthin.

Mallnow versuchte danach jede Erinnerung an der A-H-Park vergessen zu machen. Man schüttete den Teich zu und ließ die Anlage verwildern. Zehn Jahre nach Kriegsende beendete die örtliche SED-Parteileitung mit der Fällung der letzten „Hitler-Eiche“ die Entnazifizierung des Platzes.
Alles was jetzt da steht, sind deutsche demokratische bzw. bundesdeutsche Einheits-Bäume.
Nach 1970 legte die Freiwillige Feuerwehr Mallnow im einstigen Park einen großen Löschwasserteich an.

Erst nach der Wiedervereinigung erinnerte sich die Dorfgemeinde wieder daran, dass es da ja mal einen Park im Dorf gab. Im Rahmen der Dorferneuerung in den 1990er Jahren beschloss man, den Park neu zu beleben, natürlich mit neuer Widmung als „Adonisquelle“.

Die Gesamtanlage wurde von dem regionalen Bildhauer Roland Rother (*1944 / Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee / freischaffender Bildhauer und Medailleur) geschaffen und soll an die landschaftsformenden Eiszeiten erinnern.
Die halbrunde Feldsteinmauer stellt eine Endmoräne dar, aus der ein Wasserlauf entspringt, der in einen 4 m tiefen Teich mündet, der auch als wieder als Löschwasserteich dient.
Die Innenseite der Feldsteinmauer trägt einen Reliefstein mit dem Wappen von Mallnow und dem vergoldeten Schriftzug „Adonis Quelle“.

Natürlich ist es keine richtige Quelle. Mittels einer elektrischen Pumpe wird Wasser aus dem Teich zur Feldsteinmauer gepumpt. Hier plätschert dann munter der kleine Wasserlauf wie beschrieben von der Mauer durch den Park zurück zum Teich. So war es jedenfalls bei der Einweihung 1997.
Inzwischen scheint die Pumpe kaputt zu sein oder die Betriebskosten sind der Gemeinde zu hoch – jedenfalls plätschert nichts mehr. Und das scheinbar seit Jahren nicht mehr.
Auch der Teich musste zum Unwillen des Künstlers aus Sicherheitsgründen eingezäunt werden und er ist nach den letzten Dürrejahren in Brandenburg halbleer (für positive Menschen: er ist halbvoll).
In dem in der Grundfläche dreieckigen kleinen Park sind noch ein paar eiszeitliche kleinere Findlinge und größere Feldsteine sowie ein einsamer Mühlstein und eine genauso einsame Bank aufgestellt.

Fazit: Durch die fehlende Quelle und dem ausgetrockneten Wasserlauf fehlt irgendwie was. So richtig zum verweilen lädt das Ganze aber nicht ein.

bestätigt durch Community

Ausgezeichnete Bewertung

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ubier Das schreit nach einer Bürgerinitiative der Mallnower Bürgerschaft zur Finanzierung der Brunnenpumpe. Wofür nach der Wende so alles Geld da war...