Bewertung von Männlein zu Merkurtempel im Schlossgarten

5

Bewertung zu Merkurtempel im Schlossgarten

Männlein
Ich berichte heute von einem weiteren Kleinod im Schwetzinger Schlossgarten, dem Merkurtempel. Vom westlichen Ausgang der Moschee und des Moscheegartens erblickt man die Ruine des Merkurtempels. Es ist schon ein sehr schönes Bild wenn sich der Tempel im Wasser des Sees, der dazwischen liegt, spiegelt.

Wenn man näher kommt, wirkt der Merkurtempel schon etwas düster und unheimlich. Vermeintlich halb verfallen, die Deckenkuppel teilweise eingestürzt, und fehlende Steine. Aber der Merkurtempel war immer eine Ruine, denn sein Erbauer Nicolas de Pigage hatte dies beabsichtigt und damit einen klaren Kontrast geschaffen zu der gegenüber liegenden strahlenden Moschee, als er den Tempel 1787, zwei Jahre vor der französischen Revolution, fertigstellte.

In der römischen Mythologie ist Merkur fast ein Universalgott Gott, nämlich des Handels, der Reisenden und der Diebe, des Ringens, der Fechtkunst, der Beredsamkeit sowie der Seelenführer, der die Seelen der Verstorbenen aus ihren Körpern lässt und ins Totenreich des Hades geleitet. Merkur gleicht so dem griechischen Gegenstück, dem Gott Hermes.

Der Merkurtempel steht auf einem kleinen Hügel. Dieser entstand aus dem Aushub bei der Anlage des Sees. Die Steine sind überwiegend Tuffsteine Der Tempel besteht aus einem verließartigen Untergeschoss, einem Mittelteil mit einer engen Wendeltreppe und der Kuppel und besteht hauptsächlich aus Tuff- und Sandsteinen. Drei Portale führen in das Innere des Tempels. Über jedem der Portale befinden sich Stuckreliefs mit Motiven des Gottes Merkur.

Nachdem der Zahn der Zeit an dem Gebäude genagt hatte, die ist auch durch die ruinenmäßige Bauweise bedingt, wurde der Tempel Anfang der 2000er-Jahre umzäunt und für Besucher gesperrt. Es wurde dann über viele Jahre hinweg saniert und laut Angabe des Landes Baden-Württemberg insgesamt 1,43 Millionen Euro in die Sanierung investiert. Eine besondere Herausforderung für die Architekten war es, die Statik der Kuppel zu sichern. Viel Wert wurde darauf gelegt, so viel Originalsubstanz wie möglich zu erhalten. Die Wiedereröffnung fand im Jahr 2013 statt.

Leider ist der alleinige Zutritt aus Sicherheitsgründen nach wie vor gesperrt und nur bei Führungen geöffnet. Vor der Restaurierung konnte man den Tempel im Inneren besteigen und hatte eine wunderbare Aussicht auf den See und die Moschee dahinter.

Ich hoffe der Bericht ist auf euer Interesse gestoßen und weckt die Neugier dem Schlossgarten mal einen Besuch abzustatten.

bestätigt durch Community

Bewertung der Woche

Der Beitrag wurde zuletzt geändert


Ausgeblendete 23 Kommentare anzeigen
Männlein Vielen Dank für die Zuordnung "Bewertung der Woche". Und euch allen herzlichen Dank für eure Kommentare und likes.
Sir Thomas (hoffentlich geht's bald wieder so erfrischend rund wie ehedem, lieber Schroeder)
.
Ob man auch die Coellner Opernbauruine et al. romantisch umdeuten könnte? Was würde das für Mühen, Ärger und Kosten sparen... Danke für die wieder mal lichtvolle Besprechnung, lieber Männlein. Zurecht bekrönt, beym Merkur!
Philipp Da ist mir diese klasse Bewertung glatt durch die Lappen gegangen! Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Bericht, zum gD und zur Bewertung der Woche!
ubier krass - eine Ruine für 1,4 Mio reparieren - und dann isse immer noch kaputt!

Umso runder Dein Beitrag - Danke schön!
Wtaler Für 1,4 Millionen um ein Stück Steinhaufen zu restaurieren wäre für mich zu teuer. Bin mir sicher das diese Restaurierung günstiger war und zwar die hälfte.. Der Rest diente zum Finanzieren eines Porsches :D :D :D
Männlein Hallo Ihr Lieben, es wird in unserem Land soooooviel Geld für viel Mist ausgegeben, dann darf das Erbe einem nicht zu teuer sein. Gut es hätte auch etwas weniger sein können, aber es ist halt so.
joergb. Boh ey, da ist mir doch glatt entgangen, das dieses die Bewertung der Woche war. Herzlichen Glückwunsch !!!