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Neueste Bewertungen für Schwetzingen

  1. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    Schwetzingen und das Umland ist durch den Spargelanbau weltbekannt. Eine der bekanntesten Sorten ist der Schwetzinger Meisterschuss. Bereits zu Zeiten der Kurfürsten ab 1658 wurde am Schwetzinger Schloss im Küchengarten Spargel angebaut und in der Küche mit dem weißen Gold experimentiert . Eine fürstliche Umgebung für ein königliches Gemüse.

    Viele Bauern haben sich in den letzten Jahrzehnten ganz auf den Spargelanbau konzentriert. Heutzutage werden ganze Heerschaaren von Erntehelfern, meist aus Osteuropa, ab März zweimal täglich auf die Felder gebracht. Diese Menschen müssen sich bei dem Stechen vor jedem einzelnen Spargel bücken, dann in den Korb gelegt und dann weiter zum Nächsten. Im Volksmund sagt man, dass beim Stechen dem königlichen Gemüse jedesmal mit einer Verbeugung gehuldigt wird.

    Spargel sollte hier im Anbaugebiet immer schnellstens verkauft werden, denn nur frisch schmeckt er köstlich. In Schwetzingen waren und sind heute noch zur Erntezeit Spargelfrauen mit ihren Ständen auch am Schlossplatz schon viele Jahrzehnte zu finden, die dort ihre Ware anbieten, obwohl die Schwetzinger Spargelbauern immer weniger werden.

    Diesen Frauen ist genau gegenüber vom Schlosseingang, ein wunderschönes Denkmal gesetzt worden. Das Denkmalensemble zeigt eine Spargelfrau hinter ihrem Verkaufstisch und davor ein Mädchen mit Korb die den Spargel kaufen darf. Daneben steht noch eine Dackel, mit Blick nach oben zu dem Geschehen, der das Ganze noch abrundet. Die Szenerie ist der Wirklichkeit sehr treffend nachempfunden, denn ohne große Vorstellungskraft ist dies als Alltagsgeschehen nachzuvollziehen. Das Bronzedenkmal wurde von dem Künstler Franz Werner Müller-Steinfurth geschaffen und 1990 aufgestellt.

    Schlossbesucher sei dringend geraten, beim Verlassen des Schlosses bzw. des Schlossgartens die Spargelfraa, wie sie im Dialekt heißt, nicht zu übersehen. Man blickt nach Verlassen des Schlossareals nach halblinks über die Strasse.

    Z.Zt. läuft die Spargelsaison. Neben dem Denkmal werden an 4 Ständen Spargel verkauft. Alle preislich überzogen, 30% mehr als um die Ecke. Die Qualität der einzelnen Güteklassen sind mehr als schlecht sortiert. Ich denke auf den Fotos ist dies erkennbar.

    Wer Spargel kaufen möchte, Einheimische fragen wo der nächste Bauer ist oder in einem der angrenzenden Ortschaften (Oftersheim, Plankstadt, Brühl, Ketsch u.a.) nach Schilder schauen oder eben nachfragen. Nur nicht hier am Schloßplatz kaufen.
    Übrigens waren die Stände hauptsächlich von Männern betreut, bis auf einen Stand mit zwei Spargelfrauen.

    geschrieben für:

    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Kulturbeauftragte Bei mir wird, wie du dir vorstellen kannst, der Fokus eher auf der Skulptur selbst liegen und weniger auf dem "königlichen Gemüse" ;-). Kommt aber erst demnächst.

    51.
  2. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Freundliche und sehr hilfsbereite Agentur. Die Agentur macht einen sehr kompetenten Eindruck und kümmert sich schnell und zuverlässig um Anliegen.
    Durch die regelmäßigen Kontakte durch die Agentur bleibt zudem garantiert, dass man ordentlich versichert ist und im Schadenfall nicht das böse erwachen kommt.
    Ich bin seit vielen Jahren Kunde in der Agentur und seit jeher sehr zufrieden. Definitiv zu empfehlen.

    geschrieben für:

    Versicherungen / Versicherungsmakler in Schwetzingen

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    52.
  3. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Freundliche und sehr hilfsbereite Agentur. Die Agentur macht einen sehr kompetenten Eindruck und kümmert sich schnell und zuverlässig um Anliegen.
    Durch die regelmäßigen Kontakte durch die Agentur bleibt zudem garantiert, dass man ordentlich versichert ist und im Schadenfall nicht das böse erwachen kommt.
    Ich bin seit vielen Jahren Kunde in der Agentur und seit jeher sehr zufrieden. Definitiv zu empfehlen.

    geschrieben für:

    Versicherungen / Versicherungsmakler in Schwetzingen

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    53.
  4. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    In Schwetzingen gegenüber der Sankt Pankratius-Kirche an der Ecke Hebelstrasse / Dreikönigstraße steht das Bronzekunstwerk „Die Claque“ von Guido Messer. Der Standort ist in unmittelbarer Nähe des Einganges zum Schwetzinger Schloss.

    Bei der Skulptur handelt es sich um ein Vierer-Ensemble von völlig identischen Büsten, wobei diese jeweils aus einem kahlköpfigen Männeroberkörper, gekleidet mit Jackett und Krawatte besteht und diese einzeln je auf einem ebenfalls metallischen Tischchen stehen. Ein Tisch ist rot die anderen alle bronzefarben. Dies ist wohl der künstlerischen Freiheit geschuldet oder dem Ober-Claquer.

    Die Claque wurde 2002 anlässlich der Schwetzinger Kunstaustellung, „Im Wege stehend“, auf dem kleinen namenlosen Plätzchen neben dem Hotel Adler-Post plaziert.

    Vor geraumer Zeit wurde die Gruppe an die jetzige Stelle gebracht. Ich muß feststellen, dass das Ensemble für mich hier besser wirkt und mehr auffällt und dadurch beachtet wird.

    Nun muss man wissen was das Wort Claque eigentlich bedeutet. Claquer kommt aus dem französischen und bedeutet klatschen. Mit dem Wort Claque bezeichnet man alle beifallspendenen Zuhörer oder Zuschauer beim Theater. Einzelne Claqueure wurden früher engagiert um frenetisch zu applaudieren und den Rest des Publikums mitzureisen. Dies soll es heute im Theater nicht mehr so geben, aber aufmerksamen Fernsehzuschauern wird das Verhalten von Zuschauern einzelner Sendungen schon ab und an suspekt vorgekommen sein. Man stellt sich die Frage, weshalb freut sich ein Fernsehpublikum das gerade im Bild ist derart und applaudiert wie wild, obwohl es an der jeweiligen Stelle nicht so angebracht wäre. Also gibt es hier noch Claqueure, neudeutsch: warm-upper.

    Sinnigerweise stehen die Schwetzinger Gruppe klatschend genau in Blickrichtung Rathaus, wo es normalerweise keinen Beifall gibt aber in dieser Form mal geben darf.

    Die Schwetzinger Bürger hatten sich für dieses Kunstwerk stark gemacht und für den Verbleib nach der Kunstaustellung einiges. In Form von Sammlungen, Spendenaktionen, Benefizkonzerte u.a. auf die Beine gestellt.

    Bei der Recherche habe ich festgestellt dass es die Claque in Deutschland öfter gibt. Z.B in Backnang steht eine Dreiergruppe, die bereits gestohlen wurde aber wieder den Weg zurückfand.

    Die Claque ist ohne wenn und aber eine Bereicherung für das Schwetzinger Stadtbild.

    geschrieben für:

    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Blattlaus Wir haben die Claques auch, direkt neben unserem Stadttheater. Als ich deine Fotos sah, dachte ich schon, dass du in Pforzheim gewesen bist. Sie sind genau identisch zu deinen.

    54.
  5. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    Schwetzingen und das Umland ist durch den Spargelanbau weltbekannt. Eine der bekanntesten Sorten ist der Schwetzinger Meisterschuss. Bereits zu Zeiten der Kurfürsten ab 1658 wurde am Schwetzinger Schloss im Küchengarten Spargel angebaut und in der Küche mit dem weißen Gold experimentiert . Eine fürstliche Umgebung für ein königliches Gemüse.

    Viele Bauern haben sich in den letzten Jahrzehnten ganz auf den Spargelanbau konzentriert. Heutzutage werden ganze Heerschaaren von Erntehelfern, meist aus Osteuropa, ab März zweimal täglich auf die Felder gebracht. Diese Menschen müssen sich bei dem Stechen vor jedem einzelnen Spargel bücken, dann in den Korb gelegt und dann weiter zum Nächsten. Im Volksmund sagt man, dass beim Stechen dem königlichen Gemüse jedesmal mit einer Verbeugung gehuldigt wird.

    Spargel sollte hier im Anbaugebiet immer schnellstens verkauft werden, denn nur frisch schmeckt er köstlich. In Schwetzingen waren und sind heute noch zur Erntezeit Spargelfrauen mit ihren Ständen auch am Schlossplatz schon viele Jahrzehnte zu finden, die dort ihre Ware anbieten, obwohl die Schwetzinger Spargelbauern immer weniger werden.

    Diesen Frauen ist genau gegenüber vom Schlosseingang, ein wunderschönes Denkmal gesetzt worden. Das Denkmalensemble zeigt eine Spargelfrau hinter ihrem Verkaufstisch und davor ein Mädchen mit Korb die den Spargel kaufen darf. Daneben steht noch eine Dackel, mit Blick nach oben zu dem Geschehen, der das Ganze noch abrundet. Die Szenerie ist der Wirklichkeit sehr treffend nachempfunden, denn ohne große Vorstellungskraft ist dies als Alltagsgeschehen nachzuvollziehen. Das Bronzedenkmal wurde von dem Künstler Franz Werner Müller-Steinfurth geschaffen und 1990 aufgestellt.

    Schlossbesucher sei dringend geraten, beim Verlassen des Schlosses bzw. des Schlossgartens die Spargelfraa, wie sie im Dialekt heißt, nicht zu übersehen. Man blickt nach Verlassen des Schlossareals nach halblinks über die Strasse.

    Z.Zt. läuft die Spargelsaison. Neben dem Denkmal werden an 4 Ständen Spargel verkauft. Alle preislich überzogen, 30% mehr als um die Ecke. Die Qualität der einzelnen Güteklassen sind mehr als schlecht sortiert. Ich denke auf den Fotos ist dies erkennbar.

    Wer Spargel kaufen möchte, Einheimische fragen wo der nächste Bauer ist oder in einem der angrenzenden Ortschaften (Oftersheim, Plankstadt, Brühl, Ketsch u.a.) nach Schilder schauen oder eben nachfragen. Nur nicht hier am Schloßplatz kaufen.
    Übrigens waren die Stände hauptsächlich von Männern betreut, bis auf einen Stand mit zwei Spargelfrauen.

    geschrieben für:

    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Kulturbeauftragte Bei mir wird, wie du dir vorstellen kannst, der Fokus eher auf der Skulptur selbst liegen und weniger auf dem "königlichen Gemüse" ;-). Kommt aber erst demnächst.

    55.
  6. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    Heute beschreibe ich eine Art Denkmal für ein Römisches Wasserkastell und Wasserleitung im Schlossgarten Schwetzingen.

    Dieses Ensemble ist ebenfalls, wie die anderen Gebäude im Schlossgarten, eine Staffage des Parks und ist antiken Vorbildern nachgebaut.

    Vermutlich wurde die Anlage im Jahr 1781 fertiggestellt und kann auch aus der Sicht des Kurfürsten ein Denkmal für die römische Vergangenheit und etwas Selbstbeweihräucherung auf seine segensreiche Tätigkeit als Regent hinweisen. Wasser wird für die Natur benötigt ohne geht es nicht. Dies ist möglicherweise auch auf den Kurfürsten bezogen - ohne ihn geht nicht.

    Es ist heute nichts anderes als eine romantische Spielerei, die aber überaus reizvoll ist und man kann doch erkennen, wie so ein römisches Wasserkastell mit entsprechenden Wasserleitungen ausgesehen hat.

    Das Wasserkastell ist eine mehrstöckige Ruine an die jeweils zur Seite hin zwei Wasserleitungen oder besser Aquädukte und eine dritte die hinter dem Gebäude, Richtung Stadt, angebunden sind. Das rechte verläuft im Bogen und stellt auch so die Grenze des Parkendes dar. Davor befindet sich noch ein 15 Meter hoher Obelisk der die Anlage optisch abrundet. Dieser wurde 1777 erstellt in Gedenken an einer während der Bauarbeiten an dieser Stelle entdeckten alemannisch-fränkische Begräbnisstätte.

    Die Ruine kann man besteigen und gelangt auf das obere Stockwerk über eine recht unheimliche Treppe. Von hier aus hat man einen schönen Ausblick auf einen Teil des Parks mit seinen schattigen Wegen, geschwungenen Bächen und die darüber führenden weißen Brücken.

    Unter dem Kastell fließt ein Bach, der als kleiner Wasserfall zutage tritt. Ein Marmorrelief aus dem Jahr 1779 das sich am Turm befindet, zeigt einen römischen Gott.

    Das Kastell und die Wasserleitung ist ebenfalls ein Anziehungspunkt, wird aber leider von Besuchern oft übersehen, da diese Gruppierung am nord-westlichen Ende des Garten liegt. Daher für Besucher an der Kasse einen Lageplan des Parks mitnehmen. Den gibt es kostenlos an der Kasse.

    geschrieben für:

    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Kulturbeauftragte Danke für die "Inspiration" (in handlicher Schriftform ;-) ), durch die für mich eine eigene Sichtweise auf die Bauwerke ermöglicht hatte. Wie vor sehr langer Zeit versprochen, habe ich nun meinen "Senf" dazu gegeben. Hoffe, dass er dir gefällt, wie uns eins der aufschlussreiche Spaziergang :-)!

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    56.
  7. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    In unmittelbarer Nachbarschaft zum Römischen Wasserkastells im Norden des Schlossgartens befindet sich der Tempel der Botanik, der eigentlich Tempel der Waldbotanik heisst, aber meist in Kurzfassung genannt wird . Dieser liegt am hintersten Rand des Arboretums, dem Baumgarten.

    Der kleine Tempel wurde von Nicolas de Pigage in der Zeit von 1778 - 1780 erbaut und ist ein fensterloses rundes Gebäude, dessen Außenwand ähnlich der Struktur einer groben Baumrinde darstellt.

    Vor dem Gebäude sind auf beiden Seiten des Treppeneinganges je eine große Vase auf ein Podest gestellt. Links und rechts des Treppeneinganges wachen zwei ägyptischen Sphingen. Erschaffen von dem Bildhauer Konrad Linck, 1778.

    Hinter der Treppe führt ein Giebelportal in das Innere des Tempels. Über der Holzlamellen-Flügeltür steht die Inschrift Botanicae Silvestri Anno MDCCLXXVIII, welche den Bezug auf die Bäume und Pflanzen der Umgebung herstellt. Diese Tür ist normalerweise geschlossen und erlaubt nur einen Einblick zwischen den Lamellen und ist nur bei Führungen zu besichtigen.

    Im Innern steht die Figur der Botanik, ein Werk des Mailänder Künstlers Franco Carabelli. Die Figur war ehemals als Ceres mit Ähren in der Hand gestaltet, wurde aber so umgearbeitet, dass sie als Allegorie auf die Wissenschaft der Botanik ein Buch in der Hand hält.

    Der Tempel der Botanik ruht auf einem dunklen Gewölbekellergeschoss zu dem es keinen Zugang gibt. Lediglich eine mit einem Blech abgedeckte Öffnung in der Mitte des Innenraums stellt eine Verbindung zum Untergeschoss her. Der Fußboden dort ist in Ringform gestaltet und gleicht so den Jahresringen eines Baumes. Der Unterbau kann so als eine hohle Wurzel empfunden werden.

    Auch dieser kleine Rundtempel in der wunderschönen Parkanlage bietet dem Betrachter ein in Gedanken versunkenes hübsches Bild.

    Dies war nun mein letzter Beitrag zum Schwetzinger Schlossgarten. Wie schon öfter erwähnt, wenn ihr in der Nähe seid verpasst nicht den Besuch dort.

    geschrieben für:

    Kultur / Denkmalbehörde in Schwetzingen

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    Kulturbeauftragte Mein guter, du hast mir aber eine harte Nuss zum knacken gegeben ;-), doch nun habe ich diesen Tempel auch in Schriftform vorgestellt. Viel Spass beim Lesen!

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    57.
  8. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Das nächste Highlight im Schwetzinger Schloss von dem ich berichte, ist das sogenannte Rokokotheater.

    Es wurde 1752 im Auftrag des Kurfürsten Carl Theodor von Nicolas de Pigage erbaut und stellt heute das älteste erhaltene Rangtheater der Welt dar und befindet sich, doch leicht versteckt, hinter dem nördlichen Zirkelbau und fällt beim Betreten des Parks nicht auf. Der südliche Zirkelbau mit Speise- und Gesellschaftsräumen entstand dann als Pendant zum nördlichen. Im Jahr 1862 wurde das Theater erweitert.

    Dieses imposante Gebäude hat eine richtig große Bühne von 16 mtr. Breite und einer Tiefe von 35 mtr. Die Tiefe kann noch durch öffnen eines Tores am Ende der Bühne vergrößert werden, damit ein Blick vom Zuschauerraum bis hinein in den Park möglich ist.

    Das Theater hat allerdings in seiner Geschichte nicht nur spektakuläre Bühnenaufführungen erlebt, nein leider auch Dinge die nichts mit einem Theater zu tun haben. So wurde das Theater gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Trockenraum für Hopfen genutzt. 1937 kam leider bei einer intensiven Renovierung die noch erhaltene Bühnentechnik, wie Kulissen, Illusionsmaschinen und die Bänke des Zuschauerraumes zu Fall.

    Bei der weiteren großen Sanierung 1974 wurde das Bühnenhaus abgerissen und neu gebaut. Das Zuschauerhaus mit 512 Sitzplätzen ist weitgehend original erhalten und wurde in den ersten 2000er Jahren saniert. Dabei konnte die originale Bausubstanz ziemlich erhalten bleiben.

    Heute finden im Theater und in den benachbarten Sälen die Schwetzinger Festspiele und weitere Musikveranstaltungen statt. Aber auch für private Veranstaltungen wird das Theater genutzt. So z.B. für die eigentlich überflüssige TV-Sendung DSDS (Deutschland sucht den Superstar) zu einer Recall-Veranstaltung. Bis vor einigen Jahren wurden im Theater auch Boulevardstücke gespielt mit Darstellern von Rang und Namen. Nun leider nicht mehr.

    Das Theater kann nur von Teilnehmer einer Führung besichtigt werden. Ich empfehle hier zuvor sich die Auskunft über Führungen zu holen. Homepage: http://www.schloss-schwetzingen.de/

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen / Theater in Schwetzingen

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    joergb. Sehr schöner Schreibstil. Gefällt mir richtig gut. Schöne Bewertung, gut ge- und beschrieben.
    Ausgeblendete 9 Kommentare anzeigen
    Männlein Das artige Männlein sagt wieder danke für euren Zuspruch. Und auch ein Dankeschön für nden GD.
    Kulturbeauftragte Ein Besuch würde mich schon sehr reizen, doch Zwischendurch ist es zu weit / teuer... wie gut es ist zu wissen, dass die von dir erwähnten Veranstaltungen (meistens) im Kulturkanal gezeigt werden. Hab mehre Mitschnitte davon und schon so merkt man, wie hervorragend sie schon in der Form sind! Bin auch begeistert, wie auch von dem, was du geschrieben hast!

    Glückwunsch zum Theater-Daumen!

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    58.
  9. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    Wenn man den Schlossgarten durch den Haupteingang betritt, steht man vor dem großen Garten-Kreisparterre. Links und rechts eine große Anzahl von spitz zugeschnittenen Lindenbäumen und in der Mitte der große Arion-Brunnen.

    Hinter den Linden befindet sich noch eine Wiese und dann schließt im Halbrund jeweils ein Laubengang an. Der rechte wurde in den letzten beiden Jahren restauriert, während der linke zur Zeit wieder hergestellt wird. Die Bögen sind aus Metall geschmiedet und darüber werden Holzstangen gebogen und befestigt als Rankhilfe für Kletterpflanzen.

    In der Mitte des linken Ganges ist ein Durchgang und dahinter erscheint ein kleiner weißer Tempel, der Minerva-Tempel. Auf dem Vorplatz befindet sich ein ovales Wasserbecken mit zwei Tritonen.

    Erbaut wurde der Tempel nach Plänen von Nicolas de Pigage um 1770. Gewidmet ist dieser der Minerva, dem römische Pendant zur griechischen Weisheitsgöttin Pallas Athene. Die Statue aus Carrara-Marmor , an der Rückwand im Tempel, stellt die Göttin dar, die den Ölbaum in den Garten pflanzt und wurde von dem italienischen Bildhauer Gabriel Grupello (1644 - 1730) erschaffen. Weiter befindet sich zwei Säulentrommeln mit je einem geschmückten Stierschädel im Raum.

    Der Tempel wurde nach keinem Vorbild nachgebaut sondern frei gestaltet. Acht Säulen tragen den vorgestellten Giebel. Die daran anschließende offene Halle wird von weiteren acht Säulen getragen. Die Kassettendecke ist mit Rosetten verziert.

    Unter dem Tempel befindet sich eine mysteriöse unterirdische Kammer, welche nur von der Rückseite außen zugänglich ist, aber wegen der Gefahr von Vandalismus mit einer Tür verschlossen werden musste. Über dieser Tür befindet sich ein böse dreinblickendes Janusgesicht, das den finsteren Eingang bewacht.

    Wenn man auch diesen kleinen Tempel richtig betrachtet, ist schon zu erklären, dass auch die Menschen in früherer Zeit den Garten genossen. Der größte Wunsch des Schriftstellers und Philosophen Voltaire (1694-1778) vor seinem Tod war, noch einmal den Garten von Schwetzingen zu sehen. Hier schrieb er 1758 große Teile seiner vielleicht bedeutendsten Erzählung "Candide ou l'optimesme". Dabei ging es ihm um das Bild einer durch die Zivilisation korrigierten Natur:

    "Ich will, bevor ich sterbe, noch einer Pflicht genügen und einen Trost genießen: Ich will Schwetzingen wiedersehen. Dieser Gedanke beherrscht meine ganze Seele" (1768).
    Zwei sehr schöne Sätze, die alles sagen.

    geschrieben für:

    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Kulturbeauftragte Manche Sachen bleiben sehr lange im Gedächtnis, doch erst musste ich auf dem Lageplan des Schlossgartens nachschauen, um welchen der Tempeln es sich handelt (bei der Fülle aber kein Wunder!). Bei meinem ersten Besuch in Schwetzingen war es (aufgrund von Bauarbeiten) gar nicht ersichtlich, worum es sich handelt. Dafür ist deine Leistung erneut beachtlich! Daher auch von uns Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen!
    Kulturbeauftragte Kann mir sogar vorstellen, dass es ebenfalls eine der nächsten Bewertungen sein könnte, weil es thematisch an mein letzte Entdeckung im Park (Gerätemuseum) anschließt . Mehr zu gegebener Zeit.

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    59.
  10. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Im März 2012 wurde im Schlossgarten Schwetzingen die sogenannte Quincunx Plantage angelegt.

    Diese Bezeichnung Quincunx steht für die Anordnung der Bäume im Muster des Würfelbildes der Zahl fünf. Somit stehen Bäume wenn die „fünf“ sich immer wiederholt, in versetzten Reihen. Dies rührt aus der Zeit des 18. Jahrhunderts, wo die damaligen Gartenarchitekten diesen linearen Verlauf als Ideal ansahen.

    Die Maßeinheit, Grundlage vom Pflanzabstand, war zu jener Zeit der „Mannheimer Schuh“ in einer Länge von 28,88 cm. Dies hatte der Kurfürst Carl Theodor als Maß aller Dinge festgelegt.

    Die heutigen Gartenarchitekten übernahmen dieses historische Maß. Somit wurden alle 176 Bäume, in diesem Fall Flatterulmen, jeweils im Abstand von 11 Schuh gepflanzt und somit ca. 3,17 mtr. von Baum zu Baum. Die Sorte der Flatterulme, eine botanisch Unterart von Ulmen, wurde gewählt, weil diese Art gegen grassierende Ulmen-Pilzerkrankungen weitgehend resistent ist. Es mussten aber schon aus historischen Gründen Ulmen sein.

    Die Pflanzung entstand im nördlichen Boskett. Dieser Bereich lag Jahrzehnte in einem, sagen wir mal Dornröschenschlaf, und wurde somit aufgewertet. Ein Boskett ist ein barocker Lustwald, in dem es sich unter Schatten spendenden Bäumen, lustwandeln ließ und bei den Hofgesellschaften sehr beliebt gewesen sein soll.
    Diese Quincunx Plantage haben wir Bürger der Tatsache zu verdanken, dass versucht wurde dass der Schlossgarten Schwetzingen die Auszeichnung als Weltkulturerbe erhalten sollte. Die Anträge bei der Unesco sind jedoch abgelehnt worden. Wir können damit leben und haben wieder eine Attraktion im Schlossgarten mehr.

    Man kann sich heute schon vorstellen, dass die Bäume, die heute ca. 4-5 mtr. hoch und wunderschön gewachsen sind, in wenigen Jahren einen einzigartigen Lustwald darstellen werden.

    Wer den Schlossgarten besucht sollte nach der Plantage fragen, bzw. auf den an der kasse kostenlos erhältlichen Plan nachschauen, denn so mir nichts dir nichts, läuft man nicht gerade mal so dran vorbei.

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Kulturbeauftragte Vielleicht macht es einen großen Unterschied aus, wann man sich so eine Anlage ansieht. So wie du sie hier beschreibst, (in der warmen Jahreszeit) kann irgendwie reizvoll sein, doch wie wir es erlebt hatten, würde eine schlechtere Benotung erhalten, als du sie vergeben hast! Dennoch gefällt mir, was ich lesen konnte! Aus dem Grund werde ich auf eine eigene Bewertung verzichten!

    Daher Glückwunsch zum verdienten Daumen!
    Männlein Danke für eure likes und Kommentare sowie für den GD. Und liebe Kulturbeauftragte: Natürlich ist der Besuch des Gartens bei sommerlichem Wetter schöner. Schon alleine die vielen Skulpturen sind in der kalten Jahreszeit durch Holzhäuschen abgedeckt und grün und Blüten sind doch schöner anzuschauen als grau und braun. Aber selbst diese Zeit hat seine Reize. Wir bewegen uns ganzjährig im Park.

    bestätigt durch Community

    60.