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Neueste Bewertungen für Schwetzingen

  1. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Ich berichte heute von einem weiteren Kleinod im Schwetzinger Schlossgarten, dem Merkurtempel. Vom westlichen Ausgang der Moschee und des Moscheegartens erblickt man die Ruine des Merkurtempels. Es ist schon ein sehr schönes Bild wenn sich der Tempel im Wasser des Sees, der dazwischen liegt, spiegelt.

    Wenn man näher kommt, wirkt der Merkurtempel schon etwas düster und unheimlich. Vermeintlich halb verfallen, die Deckenkuppel teilweise eingestürzt, und fehlende Steine. Aber der Merkurtempel war immer eine Ruine, denn sein Erbauer Nicolas de Pigage hatte dies beabsichtigt und damit einen klaren Kontrast geschaffen zu der gegenüber liegenden strahlenden Moschee, als er den Tempel 1787, zwei Jahre vor der französischen Revolution, fertigstellte.

    In der römischen Mythologie ist Merkur fast ein Universalgott Gott, nämlich des Handels, der Reisenden und der Diebe, des Ringens, der Fechtkunst, der Beredsamkeit sowie der Seelenführer, der die Seelen der Verstorbenen aus ihren Körpern lässt und ins Totenreich des Hades geleitet. Merkur gleicht so dem griechischen Gegenstück, dem Gott Hermes.

    Der Merkurtempel steht auf einem kleinen Hügel. Dieser entstand aus dem Aushub bei der Anlage des Sees. Die Steine sind überwiegend Tuffsteine Der Tempel besteht aus einem verließartigen Untergeschoss, einem Mittelteil mit einer engen Wendeltreppe und der Kuppel und besteht hauptsächlich aus Tuff- und Sandsteinen. Drei Portale führen in das Innere des Tempels. Über jedem der Portale befinden sich Stuckreliefs mit Motiven des Gottes Merkur.

    Nachdem der Zahn der Zeit an dem Gebäude genagt hatte, die ist auch durch die ruinenmäßige Bauweise bedingt, wurde der Tempel Anfang der 2000er-Jahre umzäunt und für Besucher gesperrt. Es wurde dann über viele Jahre hinweg saniert und laut Angabe des Landes Baden-Württemberg insgesamt 1,43 Millionen Euro in die Sanierung investiert. Eine besondere Herausforderung für die Architekten war es, die Statik der Kuppel zu sichern. Viel Wert wurde darauf gelegt, so viel Originalsubstanz wie möglich zu erhalten. Die Wiedereröffnung fand im Jahr 2013 statt.

    Leider ist der alleinige Zutritt aus Sicherheitsgründen nach wie vor gesperrt und nur bei Führungen geöffnet. Vor der Restaurierung konnte man den Tempel im Inneren besteigen und hatte eine wunderbare Aussicht auf den See und die Moschee dahinter.

    Ich hoffe der Bericht ist auf euer Interesse gestoßen und weckt die Neugier dem Schlossgarten mal einen Besuch abzustatten.

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    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Männlein Vielen Dank für die Zuordnung "Bewertung der Woche". Und euch allen herzlichen Dank für eure Kommentare und likes.
    Sir Thomas (hoffentlich geht's bald wieder so erfrischend rund wie ehedem, lieber Schroeder)
    .
    Ob man auch die Coellner Opernbauruine et al. romantisch umdeuten könnte? Was würde das für Mühen, Ärger und Kosten sparen... Danke für die wieder mal lichtvolle Besprechnung, lieber Männlein. Zurecht bekrönt, beym Merkur!
    Philipp Da ist mir diese klasse Bewertung glatt durch die Lappen gegangen! Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Bericht, zum gD und zur Bewertung der Woche!
    ubier krass - eine Ruine für 1,4 Mio reparieren - und dann isse immer noch kaputt!

    Umso runder Dein Beitrag - Danke schön!
    Wtaler Für 1,4 Millionen um ein Stück Steinhaufen zu restaurieren wäre für mich zu teuer. Bin mir sicher das diese Restaurierung günstiger war und zwar die hälfte.. Der Rest diente zum Finanzieren eines Porsches :D :D :D
    Männlein Hallo Ihr Lieben, es wird in unserem Land soooooviel Geld für viel Mist ausgegeben, dann darf das Erbe einem nicht zu teuer sein. Gut es hätte auch etwas weniger sein können, aber es ist halt so.
    joergb. Boh ey, da ist mir doch glatt entgangen, das dieses die Bewertung der Woche war. Herzlichen Glückwunsch !!!

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    61.
  2. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Diese Moschee ist keine Moschee im herkömmlichen Sinne, sondern in der Sommerresidenz des Kurfürsten Carl Theodor als Staffage erstellt. Im Jahr 1779 begann der französische Baudirektor Nicolas de Pigage mit dem Bau der Wandelgänge und der Pavillons. Diese waren dann 1784 fertiggestellt. Zwischen 1782 und 1795 wurde dann das Hauptgebäude mit den beiden Minaretten erbaut.

    Der Kurfürst Carl Theodor, der auf Grund der politischen Lage seine Residenz von Mannheim nach München verlegen musste, hat die fertige Moschee nicht mehr gesehen, da er nicht mehr nach Schwetzingen kam und 1799 im Alter von 75 Jahren starb.

    Die Fassaden wurden seinerzeit in der Lieblingsfarbe des Kurfürsten, pfirsichblütenfarbig gestrichen. Diese Farbe wurde bis heute immer wieder bei Renovierungen gewählt. Die Gesamtbauzeit erstreckte sich über 16 Jahre, was in den spärlich fließenden Geldern aus München lag. Da hat sich wohl in den letzten 200 Jahren nicht viel verändert.

    Die rechteckige Anlage besteht aus den Wandel- und Laubengängen, die jeweils in den 4 Ecken in ovalen Pavillons enden. Die eigentliche Moschee ist ein eindrucksvoller Bau. Wenn man das Gebäude betritt, steht man auf Marmorplatten. 8 Pilaster tragen das Gesims der Kuppel. Die Wände sind mit Stuck, Malereien, Inschriften und Vergoldungen versehen. Man könnte noch seitenlang über die Schönheit des Gebäudes berichten, wäre aber hier unangebracht. Es soll ja nur mal ein Überblick sein. Das Ensemble wurde in den 1990er Jahren vollständig restauriert. Im Jahr 2007 erstrahlte die Anlage wieder in ihrer vollen Schönheit.

    Die Moschee wird von einem türkischen Garten umgeben. Eine sehr schöne Anlage mit teilweise exotischen Pflanzen.

    Im Verlauf der letzten 200 Jahren wurde die Moschee oft von gekrönten Häuptern besucht, wie beispielsweise der Schah von Persien, König Hussein von Jordanien u.a. In den 1920 Jahren wurde der Garten auch als Opernkulisse gewählt. Es gibt wohl keinen passenderen Hintergrund für Mozarts „Entführung aus dem Serail“.

    Übrigens kannte Mozart das Schwetzinger Schloß auch, er war nämlich beim Kurfürsten zu Gast. Heute würde man sagen im Rahmen einer Tournee war Mozart auch einige Monate am Hof in Mannheim engagiert und musizierte dabei auch im Schwetzinger Schloß .

    Nach 1945 wurde die Moschee von unseren amerikanischen Freunden, oder besser Besatzern, als Nachtclub genutzt. Hierfür wurde als Schonung für den Marmorboden immerhin ein Holzboden verlegt, der als Tanzfläche diente. Danach bis in die 1990 Jahre nutzte man ganz vereinzelt die Moschee für religiöse Feste. Man kann die Moschee über die Sommermonate jeden Tag besuchen.

    Wie die anderen Gebäude des Schwetzinger Schloßgartens ist auch die Moschee mehr als nur einen einmaligen Besuch wert.

    geschrieben für:

    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Puppenmama Wiederum ein toller und informativer Bericht, der zu Recht ausgezeichnet wurde.
    Herzlichen Glückwunsch dazu.
    Schroeder Pech nur, das war anders gedacht:
    Das Bauwerk hatte nicht die Funktion eines islamischen Gotteshauses, sondern sollte, dem aufklärerischen Gesamtkonzept des Schwetzinger Schlossgartens folgend, der Toleranz gegenüber allen Religionen und Kulturen der Welt Ausdruck verleihen. Der Islam vertritt dabei die mit dem Orient assoziierten Weisheitslehren.
    Papa Uhu + Theo womit Du recht hast...
    aber beim Porzelllllan ist vielleicht etwas ... hhmm: vorsichtig ausgedrückt, ...

    ich vermisse dieses Feingefühl Deiner Beiträge in den Kommentaren... Reiss mir den Kopp ab, oder lass es...

    Ich grüsse Dich!
    Tikae Du bist hinreissend Papa Uhu :-))
    Die Bewertung ist sehr gut .
    Und der ...... ähem Mausige gut mit den staubigen Dingen ;-)
    Aber halt etwas sehr staubig .
    Papa Uhu + Theo Wir können eins:
    machen mal richtig sauber, Stauben halt aus - es ist Frühjahr...
    begegnen uns neu, vergeben gute Chancen...

    Himmel-Herr-Gott-nochmal!!! Ich bin der Neue und muss Euch Profis das sagen???
    Sir Thomas der Komplex ist immerhin etwas weniger bizarr als dieser Schlumpfpavillon a.k.a. Chinesisches Teehaus in Potsdam

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    62.
  3. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Nach dem Betreten des Schlossgartens durch den Haupteingang, schaut man geradeaus in westliche Richtung und sieht vor sich den großen Arion-Springbrunnen.

    Dahinter erscheint mittig des Parks und am Ende des Zirkelkreisparterres die Hirschgruppe auch Hirschbassin genannt, das eigentliche Wahrzeichen des Schwetzinger Schlosses. Es handelt sich hierbei um ein Jagdmotiv.

    Es besteht aus einem rechteckigen Bassin und zwei großen Hirschskulpturen rechts und links. Diese zwei wasserspeienden Skulpturen befinden sich jeweils an den schmalen Seiten des Bassins. Sie stellen beide jeweils einen Hirsch dar, der von Hunden angefallen wird. Rechts und links der Gruppe beginnen die Laubengänge, sehr akkurat geschnittene Lindenbäume.

    Es ist nachzulesen, dass laut dem Gartendirektor Johann Michael Zeyher (1770 - 1843) sich folgendes zugetragen hat: "Einst ward ein Hirsch von zehen Enden gejagt;...". Dieser Hirsch soll in den Garten geflohen und von Hunden an diesem Platz gefangen worden sein. Aufgrund dieses Ereignisses fertigte der kurpfälzische Hofbildhauer Peter Anton von Verschaffelt auf Anordnung von dem Kurfürsten Karl-Theodor diese Hirschgruppe.

    Verschaffelt hat übrigens vor seiner Zeit am Hof in Schwetzingen, ca. 1740 für Papst Benedikt XIV. die berühmte Figur des Erzengels auf der Engelsburg in Rom gefertigt.

    Diese Gruppe mit den großen Hirschen, die von Hunden attackiert werden, hat mich bereits als Kind fasziniert, denn es war früher so, dass mindestens einmal im Jahr ein Ausflug nach Schwetzingen gemacht wurde und jedes Jahr wieder, ein Foto der Familie vor der Hirschgruppe gemacht wurde und ich mich erinnern kann, dass ich mich immer auf die Hirsche gefreut habe. Früher durfte man als Kind bei den Hirschen auf dem Rücken sitzen. Dies ist Gott sei Dank schon seit langen Zeiten verboten.

    Seit einigen Jahren stehen im Schlossgarten nur Repliken, um die Originale die sich in der Orangerie befinden, für die Nachwelt zu erhalten. So auch die Hitschgruppe. Bei den Originalen, die von Umwelteinflüssen geschützt sind, sieht man allerdings schon sehr den Zahn der Zeit nagen. Aber die Nachbildungen im Park sehen auch sehr schön aus und wenn man es nicht weiß, merkt man es auch nicht dass man vor einer solchen steht.

    Die Hirschgruppe muss ich nicht extra empfehlen, denn jeder Schlossparkbesucher kommt daran vorbei.

    geschrieben für:

    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Kulturbeauftragte Es ist schon Jahrzehnte her, als ich diese Hirsche an der Stelle gesehen habe. Nun in Verbindung mit der ausgezeichneten Bewertung muss ich daran denken, dass es mir ebenfalls sehr gut gefallen hatte, auch wenn die Szene (aus heutiger Sicht) ein wenig brutal erscheint! Glückwunsch zum Daumen und Danke für die schönen Erinnerung, die du geweckt hattest!

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    63.
  4. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Für das Badhaus, erbaut um 1770, ein kleines aber wunderschönes Gebäude, ist hier eine besondere Würdigung und Beschreibung notwendig. Der Überlieferung nach war dies ein Rückzugsrefugium des Kurfürsten, wo er auch gerne mal mit Freunden Tee getrunken und disputiert, aber auch gelernt hat.
    In den Sommermonaten kann das Badhaus besichtigt werden. Hierzu stehen grobe Museumsfilzpantoffeln zu Verfügung, die den feinen Boden vor Zerstörung schützen sollen. Das Gebäude wurde zwischen 2003-2006 innen und außen sehr aufwendig saniert.

    Man konnte früher das Badhaus von zwei gegenüberliegenden Seiten betreten, heute nur noch von der Südseite. Man gelangt zuerst in den ovalen Empfangsraum, mit einem wunderschönen Decken-gemälde und Stuckmarmor verzierte Wände. Auf der linken Seite geht es über ein kleines Vorzimmer zum einen in das eigentliche Badezimmer, eine Art Grotte mit in den Boden eingelassener überdimensionierter Marmorwanne. Diese wurde über Bleirohre, die schlangenförmig über der Wanne enden, mit Wasser befüllt. Das Wasser wurde in der außerhalb befindlichen Badhausküche erhitzt.

    Gegenüber befindet sich ein Ruhezimmer, wo der Kurfürst sich auch langstrecken konnte. Von hier aus geht es in eine kleine Toilette. Dies war zu jener Zeit schon etwas besonderes. O.k. ohne Spülung, nur Stuhl mit Topf. Aber Hochwohlgeboren hatte ja Personal, die nach des Kurfürsten getaner Arbeit die Hinterlassenschaft wegräumen durften.

    Auf der rechten Seite von dem Ovalraum liegen die beiden kleinen Privaträume des Kurfürsten, das Arbeitszimmer sowie das Teezimmer. Die Decken und Wände auch überaus kunstvoll gestaltet. In einer kleinen Nische des Arbeitszimmers steht ein Ruhesofa, zum ebenfalls ausruhen zwischendurch.

    Gegenüber liegt das chinesische Teezimmer mit wunderschönen Seidentapeten an den Wänden. Hier war die Möglichkeit, für den Kurfürsten sich mit vertrauten Menschen zu treffen. So soll auch mal ein Treffen mit Voltaire hier stattgefunden haben.

    Das Badhaus bietet als intimer Rückzugsort alle Annehmlichkeiten, die der Kurfürst auch für einen längeren Aufenthalt benötigte: In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich die kleine Badhaus-Küche, heute Toilettenanlage für die Besucher, sowie das Freiluft-Theater für künstlerische Darbietungen und Zerstreuung.

    Man kann das gut nachvollziehen, dass Karl Theodor sich ab und an die Strenge der höfischen Etikette abstreifen wollte und sich ganz privat zurückziehen konnte. Dieser Bereich war früher vom übrigen Garten abgetrennt.

    Für die nachfolgenden Generationen ist das Badhaus eine kleine Schönheit, wie die gesamte Schlossgartenanlage geblieben und wird es auch weiterhin bleiben.

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    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    Puppenmama Danke für Deinen tollen und informativen Bericht und den schönen Fotos.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Bad-Daumen.

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    64.
  5. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Es gibt keinen schöneren Ort in der Kurpfalz, ein Muß für jeden Besucher den herrlichen Park zu besuchen. (Heidelberg hat die Schlossruine und Altstadt aber keinen Park).

    Um die Geschichte und die Ausstattung des Parkes zu würdigen hat die Stadt unter enormen Kostenaufwand 2013 wiederholt versucht dass das Schwetzinger Schloß als Weltkulturerbe anerkannt wird. Ohne Erfolg.

    Soll doch die Unesco bleiben wo sie ist und Kulturerben aussprechen wo sie will. Wir haben einfach den schönsten Park Deutschlands und so bleibt es auch.

    Das schöne Schloß mit dem noch schöneren Schloßpark haben die Kurpfälzer hauptsächlich dem Kurfürsten Carl-Theodor, dessen Initialen einem im gesamten Terrain immer wieder begegnen, zu verdanken. Während seiner Regierungszeit von 1743 bis 1778 wurden die entscheidenden Bauten erstellt und der der Schloßpark ausgebaut. So wurde beispielsweise 1748 die Zikel-bauten und der Schloßplatz und das Rokokotheater von 1752-1762 erbaut. Carl Theodor hatte sich hierfür die größten Baumeister seiner Zeit nach Schwetzingen geholt.

    Unter Peter Anton Verschaffelt entstand die Hirschgruppe und am großen See die Flußgötter Rhein und Donau und weitere Statuen und Plastiken.

    Der bedeutendste war allerdings Nikolaus Pigage. Unter ihm entstand der Merkurtempel, die Moschee, der Apollotempel, der dargestellte Apollo ist aber von Verschaffelt, das Badhaus und derTempel der Botanik.

    Es ist heute für uns immer wieder etwas Anmutiges durch den Park zu spazieren und die Schönheit der 250 Jahre alten Gebäude zu sehen. Man kann sich in die Zeit gedanklich zurückversetzen, wo es noch keine Autos keine Eisenbahnen keine Flugzeuge gab, sondern nur Kutschen mit 1-4 PS. Und man soll es nicht glauben, die Menschen haben auch gelebt.

    Es kann nur jedem Besuche der Metropolregion Rhein-Neckar empfohlen werden, nicht nur Heidelberg zu besuchen sondern auch Schwetzingen.

    Einige von uns eingefügten Fotos konnten wir vom Dach des Schlosses machen. Mit viel Geduld und Glück schafft man es auch mal solch einen schönen Ausblick zu haben.

    geschrieben für:

    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    65.
  6. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Eine Orangerie ist ein Gebäude in barocken Schloss- und Parkanlagen. In der Regel handelt es um ein einstöckiges Gewächshaus, das der Orangenzucht und der Überwinterung exotischer Pflanzen diente (Palmenhaus). So auch im Schwetzinger Schlossgarten und dies heute noch.

    Die Orangerie befindet sich nordwestlich des Kreisparterres, in dessen Mitte der Arionbrunnen liegt. Im Jahr 1761 wurde der französischen Oberbaumeister, Nicolas de Pigage, vom Kurfürst Carl Theodor beauftragt eine Orangerie zu bauen, um die schon zu dieser Zeit vorhandenen Zitrusbäume und andere exotische Pflanzen zu überwintern. Vor diesem 171 m langen Gebäude mit großen Fenstern, die auch als Türen genutzt werden konnten wurde der Orangerieplatz oder - garten angelegt. Diese großen Fenster auf der Südseite des Gebäudes vermitteln schon von außen einen Eindruck von der beeindruckenden Höhe des Gebäudes und lassen genügend Sonnenlicht für die Überwinterung der Pflanzen in die Räume hinein.

    Aber auch an die sehr kalten und sonnenarmen Tage wurde schon früher gedacht. So wurde das Gebäude durch 14 gusseiserne Öfen erwärmt. Einer davon ist noch heute erhalten und befindet sich im östlichen Teil (rechte Seite) des Bauwerkes. Diesen ziert das Monogramm CT des Kurfürsten Carl Theodor. Dieser Gebäudeteil wird heute noch als Orangerie genutzt und verfügt über den ursprünglichen Lehmfußboden.

    In den westlichen (linken) Teil des Gebäudes sind die noch vorhandenen Originalskulpturen des Schlossgartens ausgestellt. Im Garten selbst befinden sich nämlich nur Kopien, um die wertvollen Originale vor den Witterungseinflüssen zu schützen und zu erhalten.

    In der Mitte zwischen den beiden Flügeln befindet sich in eine informative Dauerausstellung zu dem Thema Orangerien und deren Geschichte in Hinsicht auch auf den Schlossgartens selbst.

    Der tieferliegende Orangeriegarten vor dem Gebäude ist durch einen Kanal eingefasst und über Brücken zugänglich. Im Sommer kann man dort die exotische Kübelpflanzen bewundern. Diese sind durch die tiefere Lage und die Bäume um den Platz windgeschützt und können gut mit Wasser versorgt werden, da das gesamte Terrain von einem Wasserkanal umgeben ist.

    Über die Sommerzeit wird die Orangerie ab und an Sonderausstellungsfläche genutzt, so z.B. für Vernissagen von Malern. Insbesondere für großflächige Bilder eignet sich die Räumlichkeit hervorragend. Mitte der 1990er Jahre wurde das Gebäude innen und außen restauriert.

    Auch hier meine Empfehlung die Orangerie beim Besuch des Schlossgartens nicht zu vernachlässigen.

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    Kultur / Freizeitanlagen in Schwetzingen

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    66.
  7. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Im Anschluss an den Orangeriegarten befindet sich in westlicher Richtung eine weitere wunderschöne Partie, der Naturgarten mit dem Apollotempel. Das gleich nebenan befindliche Badhaus, das ich bereits beschrieben habe, bildet zusammen mit der Anlage des Apollotempels, durch Wege und Blickachsen verbunden, eine Art Anlage in der Anlage. Diese ließ der Kurfürst Carl Theodor in den Jahren 1762 bis 1775 anlegen.

    Das Naturtheater, direkt unterhalb des Apollotempels, ist eines der wenigen erhaltenen Naturtheater überhaupt. Der Zuschauerraum liegt an der tiefsten Stelle und ist von sechs Sphingen bewacht. Die daran anschließende Bühne wird von Hecken eingerahmt. Die Heckenzwischenräume dienen als Zutritt für die Schauspieler, die sich so ohne Vorhang bewegen müssen, also die Bühne betreten und wieder verlassen, immer im Schutz der Hecken. Ich spreche von Bühne und Zuschauerraum, die in einem Naturtheater eben naturbelassen sind.

    Am Ende der Bühne erhebt sich ein Kaskadenbrunnen und darüber der von 12 Säulen getragene Apollotempel und der darunter stehende aus Marmor, von dem Künstler Peter Anton Verschaffelt um 1773 geschaffene Apollo mit einer Lyra im Arm. Der Tempel ist von Osten, neben dem Brunnen über dunkle grottenähnliche Gänge im Unterbau und unregelmäßigen Stufen zu erreichen. Von der Westseite bequemer über einen mehrstufigen Altan.

    Man könnte das ganze so deuten, dass der Mensch durch die verwirrenden und dunklen Gänge gehen muss, bevor er hin zum Schönen, Ästhetischen im hellen Tempel gelangt.

    Es ranken sich viele Anekdoten um den Apollotempel, wie beispielsweise der von dem Schriftsteller Wilhelm Heinse (1746 - 1803) der an seinen Freund Jakobi schrieb, dass die schmale Jünglingsgestalt des Apollo "..einen erbärmlichen Hintern hat." NB. Dass Heinse recht hatte ist auch auf dem angefügten Foto zu sehen.

    Oder als Friedrich Schiller in Mannheim weilte (die Räuber wurden in Mannheim 1782 uraufgeführt) und das Schwetzinger Schloss regelmäßig besuchte, hier insbesondere das Rokkokotheater, meinte: "Er regiert mit der Linken die Leier, wen nimmt es noch wunder, dass er in diesem Revier immer so linkisch gespielt". Dies dürfte eine Anspielung auf die aus Schillers Sicht mittelmäßigen Hofdichter und Hofschauspieler gewesen sein und keine Anspielung auf den Bildhauer.

    Auch dieses Gebäude und die Anlage ist ein weiteres Highlight des Schwetzinger Schlossgartens und verdient 5*. Weitere Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten innerhalb des Schlossgartens werden folgen.

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    Sir Thomas Schönes und 'Erbärmliches' elegant und kenntnisreich vereint. So soll es sein. Glückwunsch zum Ehrengrün, lieber Kollege

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    67.
  8. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Schöne, saubere Räumlichkeit, entspannende, professionelle Massage.
    Gute, kostenlose Parkmöglichkeiten vor den Salon.

    geschrieben für:

    Massagen / Wellness, sonstige in Schwetzingen

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    68.
  9. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    In der Barockzeit war die "Beherrschung" der Natur ein Mittel der Selbstdarsrtellung und ein ansprechender Garten ein Spiegelbild dieser Ära. Es galt als schick seine Macht zur Schau zu stellen und sich auf eine "Stufe" mit den anderen Fürsten zu stellen oder noch besser, wenn es mit dem Vorbild Versaille "konkurrieren" kann. In Schwetzingen ist es definitiv der Fall. Hier aber wird an die andere Seite des ganzen erinnert, die sich nicht von "alleine" macht, wie sich das so ein vermögender Autraggeber am Liebstten außen vor läßt. Das "Fussvolk" soll ja schließlich beschäftigt werden und so ein Garten ist ein "Prestigeprojekt" in den Adelskreisen des 18. Jahrhunderts. Doch es würde den sprichwörtlichen "Rahmen" sprängen, wenn jede Besonderheit dort schon bei dem Museum eingehen würde ;-). Mehr zu dieser speziellem "Grünanlage" an den passenden Stellen, denn schließlich geht es um das Handwerk und die Menschen, die es einst und heute bewerkstelligen!

    Schwetzingen ist definitiv eine Reise wert und wenn man schon dort sein sollte, wird man das kleine Gerätemuseum unweit des Haupteingangs (von dort aus nach rechts gesehen) befindet sich ein einstöckiges Gebäude. In diesem man sich die Sammlung der historischen "Helfer" der Gärtner anschauen kann. Es sind zwar "nur" 4 kleine Räume (wobei eine davon, einen Großteil des Jahres als eine Orangerie dient), doch dort braucht man keinen zusätzlichen Eintritt bezahlen. Es ist in dem enthalten, das man für den Gartenbesuch eh entrichtet! Aus meiner Sicht eine tolle Ergänzung als Erläuterung zum Gesamtensemble, insbeondere weil ich es in der Form an kaum in einem anderen vergleichbaren Kontext (außer wie geschrieben in Düsseldorf Benrath- einem weiterem 'Projekt' von Carl Theodor von Pfalz-Sulzbach) zu sehen gibt! Dort ist es nur ein Thema unter vielen und nicht für sich alleine stehend...

    Vieles, was man in der Ausstellung „Historische Garten- und Arbeitsgeräte“, wie es offiziell heißt, sehen kann, gibt es in der gezeigten Form weiter oder nur unwesentlich verändert. Zu den dargestellten Bereichen gehören: Transport (mit den unterschiedlichen Schubkarren), Bewässerung (mit Ledereimern - die auch im Brandfall zum Einsatz kamen); sehr wichtig ist auch die Bodenpflege, ohne die keine Vegetation (im barocken Sinne) möglich wäre; der letzte Teil gehört der Schreinerei. Das klingt zwar ein wenig abwegig, doch da zum Selbstverständnis der Herrscher der Zeit ebenfalls exotische Tiere und Pflanzen gehören sollten, musste für deren "vorzeigbare" Erscheinung gesorgt werden. Einen Garten- oder noch weniger Baumarkt kannte man nicht, sodass viele Handwerker beschäftigt werden mussten.

    Auch, wenn einige Exponate "modern" erscheinen" sie gehörten zum Hof in Schwetzingen dazu. Was mich am meisten überrascht hatte, war die Dampfwalze, die zum ebnen der Wege / Rasenflächen genutzt wurde! Man weißt zwar, dass eine Dampfmaschine zu Lebzeiten des Kurfüsten Carl Theodor existiert hatte, doch an der Stelle hätte ich es nie vermutet.

    Das kleine Museum wurde aber erst einigen Jahren eröffnet, als das Ensemble sich (erneut) um den Status "Weltkulturerbe" (erfolglos) bemüht hatte. Das soll (den Angaben, die ich im I-Net gefunden habe) 2008 gewesen sein. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen. Der Besuch ist, wie man es sich vorstellen kann, eine kurzweilige Angelegenheit von wenigen Minuten, dennoch aus meiner Sicht sollte man es nicht versämen es sich anzusehen.

    Durch das milde Wetter gestern musste ich an dieses Gerätemuseum denken, denn was passt besser in die Jahreszeit als ein Blick in den Garten oder besser gesagt zu dem, was es ausmacht, der nicht nur aus einer Perspektive möglich ist.

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    69.
  10. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    Unser Sohn lernt seit ca. 2 Jahren Keyboard spielen bei Herrn Bradichkov. Er geht sehr gerne zum Unterricht. Es ist erstaunlich wie schnell er Fortschritte gemacht hat. Der Unterrichtsstoff den Herr Bradichkov vermittelt ist stets freundlich und geduldig und ganz nebenbei wird auch noch einiges an Theorie vermittelt was auch für den Schulunterricht sehr hilfreich ist.


    70.