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Bewertungen (2 von 82)

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  1. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. von 2 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Das Leben spielt ja jedem Menschen dumme Streiche.
    Manchmal trifft man liebenswerte Exemplare der selben Gattung, die plötzlich leider wieder aus den eigenen Lebensumständen entschwinden, andere hat man (gefühlt immer) an der Backe und möchte sie eigentlich los werden....

    Seit zehn Jahren trifft sich ein immer größer werdender Kreis (man vermehrt sich biologisch) ehemaliger Student*innen einmal im Jahr irgendwo in Württemberg.
    Ein Ritual... Kontaktpflege... Neuigkeitenaustausch... Vorurteilsbestätigung oder liebevolles Wiederentdecken... manchmal war man ja teilweise auch in einander verliebt... oder heiratete gar... Irrungen und Wirrungen aus der Vergangenheit... aber man möchte sich doch nicht völlig aus dem Blick verlieren...

    Die gesamte Blase (immerhin 25 Personen mit den inzwischen entstandenen Kindern und Kegeln) fiel in diesem Jahr in den Schwäbischen Wald ins Naturhotel am Ebnisee ein.

    Die studierten Landeshistoriker*innen hatten sehr bewusst gewählt:

    Schließlich war der Ebnisee im 18. Jahrhundert als Staussee für die Holzversorgung der Landeshauptstadt Stuttgart gebaut worden, um die Flösserei aus dem großen Wald zu sichern und die indutstrielle Revolution mit Bau- und Brennholz zu befeuern.

    Es war also ein inhaltlich ziemlich schwer gewichtiges, trinktechnisch vielfältiges und trotzdem entspannendes Wochenende geplant...

    Das geräumige und traditionsreiche Naturhotel am Ebnisee sollte die entsprechende Kulisse bilden... Kinderspielbereich, Sauna-und Wellnessbereich, Schwimmbad, gute Küche und das alles direkt am alten Stausee mitten im ruhigen Schwäbischen Wald.... perfekt...zumindest theoretisch.

    Das - für den ambitionierten Nachwuchs der Blase - nicht unwichtige Schwimmbad war leider "in restauro"... gut das kann passieren.

    Im heranziehenden Herbst ist diese Baumaßnahme zeitlich etwas unglücklich gewählt, da der fast natürliche Ebnisee zu dieser Jahreszeit nicht gerade zum Planschen einlädt...

    Die kleine Sauna und das schwachbrüstige Dampfbad waren zum Glück nach mehrstündiger Voranmeldung nutzbar...

    Das Zimmer für schlappe 108 Euro pro Nacht war großzügig dimensionert, über den alten, ziemlich vergammelten Teppichboden kann man zur Not großzügig hinwegblicken, auch die alten, rachitischen Badarmaturen sind nicht so bedeutsam....

    Das Frühstücksbuffet war im erwartbaren Rahmen und der Nachschub an Rührei, Weckle, Wurst, Käse und Müsli wurde für die verfressene Gemeinde schnell und zielstrebig aufgetischt.

    Ein Erlebnis der besonderen Art waren die Abendessen.
    Dazu sollte man wissen, dass das Haus über eine formidabel ausgestatte Kücheninfrastruktur verfügt, da man bis 2011 hier eine "Sterne-Küche" zelebrierte....

    Tja, tempi passati...

    Null Organisation, völlig überforderte, kaum deutschsprachige Servicekräfte und ein Kochniveau, das einem jeden Genuss verunmöglichte.

    Wer Kleinkinder über 1,5 Stunden auf ihre Spaghetti warten lässt, Kässpätzle als undefinierbare Pampe serviert und Salate für zehn Personen einfach "vergisst", darf sich über lautstarken Protest nicht wundern.

    Insgesamt ein Alptraum....

    Aber der Whiskey an der Bar schmeckte... danach.... Lagavulin, 16 Jahre alt...

    Keine Empfehlung!

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Hotels in Kaisersbach

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    1.

    Ausgeblendete 32 Kommentare anzeigen
    Blattlaus Es mag an die 25 Jahre her sein, da waren wir mit den Kindern öfters in der nicht weit entfernten Bärenhöhle. Und sind auch am Ebnisee eingekehrt. Sind damals schon nicht zufrieden gewesen, weil man immer sehr lange warten musste.
    Schroeder Damals zogen aber noch Roberto Blanco und Franz Beckenbauer hier durch die "heiligen Hallen"...zumindest verkündete das der Herr Chef-Toupéträger des Hauses...
    Blattlaus Ich entsinne mich, dass der Ebnisee in früheren Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel war. War selber als Kind schon mit den Eltern da, und habe noch Fotos von meiner Mutter,die als junge Frau hier schon einen Betriebsausflug machte.
    Damals waren wahrscheinlich die Glanzzeiten des Hotels.
    Ein golocal Nutzer Sehr schade, dass insbesondere die schlechte Küche das Treffen verhagelt hat. Aber wenigstens gab es guten alten Schottischen, an dem man sich festhalten und bei Bedarf den Aufenthalt schön saufen konnte :-)
    LUT Der Ausdruck "das schwachbrüstige Dampfbad" gefällt mir richtig gut! :-)
    Gratulation zum Daumen!
    Sir Thomas demnägschd dann halt was in der Toskana für die hochmögende Akademikerschar. Glückwunsch zum Trostwhisky (same here...) und danke für unfreiwillig beste Unterhaltung, lieber Schroeder.
    Schroeder L a n d e s h i s t o r i k e r.... auch gerne * i n n n e n.
    Aber das nehmen wir doch dann zwangsläufig ernst.... ;-)
    ubier LANDEShistoriker - wärt Ihr mal über den Spätzleäquator nüber ins badische gefleucht - da wär sowas nicht passiert...

    Jetzt erst auf Konzentrats Spuren entdeckt und gerne gelesen, lieber Schroeder.
    Sedina Und ich wandele auf des Ubiers Spuren, gratuliere zum Lagavulin und zum Grünen Daumen und bringe mal zum Ausdruck, dass ich versiffte Teppichböden bestenfalls in Hotels akzeptiere, die versiegelte Einmal-Pantoffeln für ihre Gäste bereitstellen.
    1 1/2 Stunden Wartezeit in der Gastronomie lassen bei mir den klassischen Flaschengeisteffekt entstehen!
    Konzentrat Unvermöglichter Geschmack n nicht deutschsprachigem Personal serviert....
    Danke für die gute Beschreibung des weniger guten Erlebnisses
    Glückwunsch zum Daumen.


  2. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    3. von 46 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Menzenschwand (ein Ortsteil von St. Blasien) liegt im südlichen Schwarzwald in einem wirklich noch idyllischen Hochtal, das wohl vor einigen tausend Jahren vom damaligen Feldberggletscher ausgefräst wurde.

    Typische Streusiedlungen mit alten Schwarzwaldhöfen - inzwischen häufig leider scheußlich restauriert - prägen das Bild, ein wenig Landwirtschaft wird noch betrieben, aber meist lebt man hier recht oder schlecht vom Tourismus.

    Der größte See des schwarzen Waldes - der Schluchsee - ist nur wenige Kilometer entfernt und lockt allerlei Wassersportler, Kunstsinnige können die alte Abtei St. Blasien besuchen oder diverse Museumshöfe in der näheren und weiteren Umgebung, Wanderer, Mountainbiker und natürlich Skifahrer/innen sind heiß umworbene Geldbringer, die auf häufig ideale Bedingungen treffen.....

    Viele Lokale locken mit typischen Gerichten, die alle mit "Schwarzwald" beginnen, seien es Forellen, Schinken, Torten oder das fast weltberühmte Rothaus-Bier aus dem - eben - Hochschwarzwald.....

    Ideale Bedingungen für die Tourismusindustrie (so nennt man das wohl...) und die Gäste - möchte mensch meinen.

    Die Einladung zu einer Hochzeitsfeierlichkeit über zwei Tage verschlug den schwäbischen Menschen nach Menzenschwand ins besagte Etablissement.

    Freundlicher Empfang und großes Hallo bei der Ankunft, schließlich bezog die Feiergesellschaft fast das gesamte zu Verfügung stehende Zimmerkontingent.

    Das Zimmer war groß, die Möbel pseudo-regional bemalt, die Ausstattung einfach, der Teppichboden alt, aber die wesentlichen Dinge funktionierten, wenn man vom Wlan absieht, aber das ist auch neumodisches Zeugs....

    Am ersten Abend aß man à la carte, in meinem Fall das hier schon diskutierte Menzenschwander Pfännchen mit Fleisch.
    Das Fleisch war ordentlich bis gut, der Rest ein kulinarischer Alptraum: Tiefkühlgemüse der geschmacklosesten Art, keine Würze und die Beilagen - da schweigt der höfliche Kunde lieber....

    Die zugehörige Terrasse konnte mittags wegen des überraschend schönen Wetters noch für einen Kaffee (ich hasse Kaffeevollautomaten in Hotels, die mit der Lautstärke eines startenden Düsenjägers ein Gesöff produzieren, das seines gleichen sucht....) genutzt werden, die Plastiktischdecken auf Plastiktischen an Plastikstühlen schimmelten leise vor sich hin und waren gefühlt aus dem vergangenen Jahrhundert.

    Das Frühstücksbuffet triumphierte mit selbstgemachten Marmeladen - für die die sie mögen. Das restliche Angebot war einfachste Standardware und wenig verlockend.
    Kostenlose Parkplätze gab es auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

    Ich war eingeladen, so dass ich das Preis-Leistungsverhältnis nicht wirklich kritisieren möchte, aber so lockt man keine Gäste von anderen Reisezielen in den wirklich schönen Schwarzwald.

    Investitionsstau seit Jahrzehnten macht nicht wirklich an...

    Gruß Schroeder

    P.S. Die angegebenen Öffnungszeiten gelten für das Restaurant.

    geschrieben für:

    Restaurants und Gaststätten / Hotels in Sankt Blasien

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    2.

    Ausgeblendete 34 Kommentare anzeigen
    Schroeder Aber so fährt man sehenden Auges die Bude an die Wand....
    Kleine Veränderungen, wie bei der angesprochenen Terassenbestuhlung, heben das Image und wären auch bei krankendem Umsatz sinnvoll...
    Schroeder ..und bevor ich in einen halbgaren Kaffeevollautomaten investiere, brühe ich für die überschaubare Kundschaft lieber per Hand auf und habe bessere Qualität zu günstigeren Kosten...
    Ein golocal Nutzer Schöner Bericht über ein badisches Etablissement. Nicht schön sind die geschilderten Details aber für mich äußerst interessant. Wir werden im Frühjahr in St. Blasien sein. Da werde ich mir den Laden mal anschauen.
    Schroeder Es ist wirklich schön dort (wie fast immer bei unseren badischen Brüdern und Schwestern), aber die touristische Infrastruktur ist Mitte der 70er Jahre weitestgehend erstarrt....
    vinzenztheis Ich dät mam meenen, dat dat keenen a macht. Schade drum.
    Aber Image hin oder her.

    In erster Linie muss das Essen munden, und wenn dann allerdings noch ein wenig ansprechendes Interieur dazu kommt pasiert eben das was Schröder so treffend beschreibt.

    Auf Dauer Verlust der Kundschaft.
    Insgesamt ein informativer Bericht, der gewürdigt werden müsste.
    Ein golocal Nutzer Lieber Herr Schroeder, das nennt man bodenständig oder urig oder auch rustikal und nicht erstarrt. Reizend deine versöhnlichen Worte "..schön dort, wie fast immer bei unseren badischen Brüdern und Schwestern" - ist dies der Adventszeit geschuldet?
    Schroeder Bodenständig, urig, rustikal... das ist alles wunderbar, wenn man es findet, ist man glücklich und zufrieden. Hilfloses Herunterfahren jeden Standarts um Kosten zu sparen, ist manchmal nachvollziehbar, aber schlussendlich tödlich....

    und @sorei - persönlich: Ich liebe doch alle Menschen... ;-))
    pebe1304 Nun denn Menzenschwand ist wirklich eine Reise wert. Allerdings nicht im Grossbach. Jedoch in unmittelbarer Nähe kann ich das weitere Hotel/Restaurant nur wärmstens empfehlen.
    Also schaut euch auch die anderen Gastgeber mal an.
    vinzenztheis Moin Schroeder, damit das Essen nicht aus dem Pfännchen rausfällt habe ich mir frecherweise erlaubt das Dingens umzudrehen,. Das hätte es ja nun wahrscheinlich auch nicht verdient.
    Sir Thomas Das sehe ich auch so, lieber sorei :-)
    Nicht jedes badische Hotel gibt also zu Begeischderung Anlass. Hoffentlich ist das recht billig erscheinende Niveau kein Vorzeichen in Hinblick auf das Glück der Brautleute.
    Blattlaus Jetzt bist du schon Mal in so einer schönen Gegend und hast Pech mit dem Essen, das ist schade. Den Brautleuten wird es hoffentlich geschmeckt haben, sonst hätten sie dort nicht gefeiert.


    Puppenmama Danke für Deinen klasse und interessanten Bericht mit den schönen Bildern. Schade, dass es nicht so gemundete hat. Dafür bist Du mit dem grünen Fleisch-Pfännchen-Daumen ausgezeichnet worden.
    Herzlichen Glückwunsch dazu.
    Schroeder Ich danke allen Dauerduschern, Assoziationshelden und sonstigen Interessierten für Zuspruch, Aufmerksamkeit und aufmunternden Austausch.
    Sedina Zuspruch war da wohl auch nötig. Gut, dass Du nicht bezahlen musstest. Hoffen wir, dass die junge Ehe nicht an diesem Schwabenexport - gemeint ist die Knauserigkeit - scheitert ;-)))

    Danke für's Mitnehmen und Glückwunsch zum wie immer verdienten Grünen Daumen !
    eknarf49 Danke für diesen schönen Bericht, bei dem gerade auch die Beschreibungen der nicht so positiven Elemente (Gemüse, Plastik usw) so herrlich lebendig wirken.