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Bewertungen (31 von 82)

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  1. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    5. von 23 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Der Heilige Geist verkündete zu Pfingsten anno 2019 formidables Radlerwetter und spontan wurde ein alter Plan in Tübingen wach:
    Auf dem Jakobsweg durch den Schwarzwald, hinab ins Kinzigtal und dann einbiegen in den großen Oberrheingraben gen Kaiserstuhl und Freiburg... (Fortsetzung angedacht).

    Der moderne Radpilger möchte dann aber doch adäquat verpflegt und umsorgt werden, deshalb war eine hektische Internetrecherche für die etappentauglische Unterkunfts- und Verpflegungsstation notwendig.

    In Neuried-Altenheim, südlich von Straßbourg, grüßte das Ratsstüble mit altem Fachwerkvorhaus und dem ein wenig aus der Zeit gefallenem 70er Jahre-Hinterhaus aus den Weiten des Netzes und hatte noch sehr kurzfristig Aufnahmekapazität für den spontanen Pilger.

    Altenheim prunkt mit seinen wunderschönen Fachwerkhäusern der Tabakbauern, die bis heute hier den "deutschen" Stoff für Rot Händle oder ähnlich verwegenes produzieren...
    Hier ist auch der Sitz des Bundesverbandes der deutschen Tabakpflanzer...
    Was es alles gibt!

    Den Kunstinteressierten erfreut zusätzlich die klassizistische Kirche des Baumeisters Friedrich Weinbrenner, des Alter Ego Schinkels hier im Südwestens, deren Gebimmel den müden Sportler dann mit vollem Bauch in den Schlaf wiegen wird.

    Das Abendessen wird im kleinen Gastgarten unter einem riesigen Walnussbaum (Schnakenabwehrzauber!) sehr aufmerksam serviert.
    Gegen den Anfangsdurst ein regionales Bier:
    KRONEN aus dem Brauwerk Offenburg. DAS Bier der Ortenau.
    Danach: Ein wunderbarer Rosé aus Gengenbach, der alten Reichsstadt am Ende des Kinzigtales, die natürlich auch durchradelt und bestaunt wurde.

    Das Essen saisontypisch: Spargel mit Kratzete, Pfifferlingen und feinem Sößle.
    Der gemeinerweise "Beilagensalat" getaufte, war ganz großartig abgestimmt und frisch angemacht.
    Das Zimmer für 75 Euro die Nacht war sehr sauber, nicht zu groß, aber mit einem schönen Badezimmer und Balkon.

    Das Frühstück im "wunderbaren" Gastraum aus den 70er Jahren war eine Freude.
    Der vermeintliche "Alt-Chef" war rührend besorgt um die noch verschlafenen Gäste:
    Alles wurde an den Tisch gebracht - ich hasse Frühstücksbuffets mit dem ständigen Aufspringen nach dem Vergessenen - und es war lecker:
    Frische Erdbeeren, Biojoghurt, Eier, Saft, Sprudel, Käse, Wurst, mehrerlei Weckle, warme Getränke nach Wahl.... alles köstlich und wunderbar serviert.
    Nur die kleinen Einwegverpackungen für Honig, Marmelade und Butter sind nicht mehr zeitgemäß und müsstens schnellstens durch andere Gebinde ersetzt werden.

    Insgesamt eine Empfehlung für Radtouristen (es gibt eine Radgarage) und andere Reisende.

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Hotels / Restaurants und Gaststätten in Altenheim Gemeinde Neuried im Ortenaukreis

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    1.

    spreesurfer Vom Heiligen Geist habe ich schon über-genug gehört denn meine Freundin aus Meissen ist ja Mitglied einer "Pfingstkirche" bzw. Freikirche gewesen!!! Aber coole Bewertung sonst!!! :)

    Ich bin so frei, mein Kaffee ist dabei;)
    Ausgeblendete 49 Kommentare anzeigen
    Schroeder Das war eine Strecke mit sehr wenigen Steigungen. Am Anfang ein wenig bis Alpirsbach und dann nichts mehr bis zum winzigen Tuniberg vor Freiburg.
    Radelgenuss für einzuführende Anfänger...
    LUT Die geborene und gebürtige Hanseatin ist mit dem Begriff "Kratzete" überfordert... ;-)

    Bin im Geiste gern eure Beilage, äh.. euer Begleiter gewesen:
    Schroeder Ein dünner, meist salziger Pfannkuchen, der nach Fertigstellung in kleine Stücke "zerrissen " wird. Daher zerkratzt = Kratzete.
    ubier Schöne Tour für Bergabradler. Am Tuniberg war Schluß? Hocksch da noch oder hat der allfällige Lumpensammler Dich heimgekarrt?
    Schroeder In Merdingen war Jan Ullrich-Gedächtnisradeln, aber über Opfingen den Hbf mit Schwung ins Schwabenland erreicht... ;-)
    NC Hammer Tom Jetzt mal im ernst, entweder muss man auf die Einwegverpackungen verzichten, dann gibt es ein/zwei Teelöffel aus den entsprechenden Großverpackungen auf den Teller und zum Schluß nicht gerade hygienisch (bei Butter in Alufolie geht es vielleicht noch). Sollten aber Portionsmäßig Gläser angeboten werden nehmen doch sicherlich viele Gäste die als Souvenier mit. Das wäre dann im Preis zu berücksichtigen.

    Fällt jemand eine andere Alternative ein?
    Papa Uhu + Theo
    Theo:
    Du gloobst doch nich im ernst, datt ick ditt allet mitlaaatsche... Körbchen iss anjesacht... laß den Alten strampeln... hat im Urlaub priemstens jeklappt...
    grubmard Kratzete - dieses Südwestdeutschland schafft es immer wieder aufs neue, mich zu überraschen ...
    Schöner Erlebnisbericht- Glückwunsch!
    Papa Uhu + Theo Donnerwetters - jetzt machst 'de aba Nägels mit Köppe - der Kaiser aus SO holt sein Rad aus 'n Kella und ick radel mit Theo hinterher... na toll...
    Sir Thomas Der Heilige Geist sorgt für beträchtlichen Lesegenuss. Gott zum Gruße, Dank und Glückwunsch zur bisherigen Auszeichnung, lieber Schroeder
    Sedina Ich säumiger Leser dackele - oder heißt das jetzt "theoe" - mal wieder hinterher und gratuliere herzlich zur gelungenen und offenbar vielbeneideten Wallfahrt und zum Grünen Daumen!


  2. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Navigationsgeräte in Automobilen sind ja äußerst dubiose Geräte...

    Hat man/mensch/frau sie gewissenhaft gefüttert mit Start- und Zielort, präziser Hausnummer, eventueller Querstraße wird man im großen und ganzen verlässlich ans Ziel geführt.

    Strecken wie Tübingen - Timbuktu oder Tübingen - Addis Abeba sind da kaum ein Problem....

    Versucht man die selbe Idee in kleinem Distanzraum umzusetzen, staunt man über über Irrwege und Umwege, besonders wenn man es im eigenen wohl bekannten Home-Territorum mal spaßeshalber testet...

    Mein dreimal geschleudertes Hightech-Garmin-Navi ist so ein Kandidat.
    Mitten in der Pampa sind kleinste Feldwege, holprige Verbindungsstraßen oder tiefste Hohlwege plötzlich die "schnellste Route"...

    Wenn der eigentlich bestimmende Homo sapiens am Steuer Zeit hat, ist er amüsiert und macht oft erquicklicke Entdeckungen: Landschaftliche, motorsportliche oder auch (seltener) kluninarische...

    Bei der letzten Abenteuerfahrt über die Schwarzwaldkämme (Garmin gesteuert) erblickte der zuckende Augenwinkel ein kleines Hinweisschild "Hofkäserei Unterhohnenhof"...

    Schwarzwaldkäse?!

    Der geneigte Kulinariker kennt ja einiges "authentisches" aus diesem dunklen Wald... Kirschtorte, Kirschschnaps, Forellen, Schinken... aber Käse?!

    Bremse rein und abgebogen, "BITTE WENDEN" auf dem zwei Meter breiten Weg ignoriert und da stand er, die Pracht eines Schwarzwaldhofes...

    Im Unterhohnenhof wird von eigener Milch Käse noch wirklich handwerklich im großen Kupferkessel produziert.

    Die Kühe weiden auf den Wiesen drumherum und Silagefutter kommt nicht ins Tier....
    Der Käse wird im Steinsalzbad veredelt und reift auf Holzbrettern im Naturkeller des Hofes.
    Dieser Rohmilchkäse ist mit der Rinde essbar und wird weder pasteurisiert, homogenisiert oder gar ultrahocherhitzt...

    Im Angebot sind würziger Bergkäse, der auf Fichtenbrettern reift,
    sahnig-rahmiger Butterkäse (für Raclette geeignet), der sehr würzige Weichkäse "Hohnenlaible" mit einer Rinde aus Rotschmiere und Kräuter-, Pfeffer- und Bochshornkleekäse aus Heumilch...

    Im winzig kleinen Hofladen werden diese Köstlichkeiten zu sehr moderaten Preisen verkauft.
    Großartig, dass es so etwas (noch) gibt!

    Auf dem Hof kann man/mensch/frau auch Ferien machen, aber dazu habe ich keine Informationen.

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Molkereien / Landwirtschaft in Triberg im Schwarzwald

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    2.

    Ausgeblendete 15 Kommentare anzeigen
    Sir Thomas Sie. haben. Ihr. Ziel. erreicht. Oder wolltest du etwa noch zum Motorsport? Glückwunsch zur halb-garmingesteuerten Entdeckung, lieber Schroeder.
    Schroeder Lieber Kaiser R. , das mussten sie nicht mehr erklären, meine Käsereiexpeditionen waren lehrreich....
    Ja. Ich.habe.mein.Ziel erreicht. jetzt.käsekundig... ;-)
    Puppenmama Diese Käsesorten würde ich alle gerne kaufen. Ist leider zu weit weg.
    Danke für Deinen tollen und informaitven Bericht.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Käse-Daumen.
    Sedina Garmin-Käse
    mit Schlaglöchern
    und les herbes forêt-noireuses -
    Guten Appetit und Glückwunsch zum Grünen Daumen ;-)))
    Schroeder Danke für das Lob...
    Hast Du dein Iphönle mit Zitronengras gefüttert... es ist so mitteilungsbedürftig... :-))


  3. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    „… die Spätzle sind das Fundament unserer Küche, der Ruhm unseres Landes, … das A und O der schwäbischen Speisekarte …“
    stellte der ehemalige Verleger der Stuttgarter Zeitung (von den Nazis geschasst) Josef Eberle, alias Sebastian Blau ( er wurde dann Lokaldichter mit Pseudonym) nüchtern fest.

    Spätzla, Spätzle, Spatzen oder Spätzli sind in ihrer Urform eine handgemachte Eierteigware aus Mehl, Eiern, Salz und Wasser, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt wurde.

    In "Oberschwaben" und diesem merkwürdigen unhistorischen "Bayerisch Schwaben" werden sie auch gerne als "Knöpfle" bezeichnet, dies verweist aber auf eine andere Herstellungsweise. Dazu später mehr...

    Für den gebürtigen Altwürttemberger, dem "wahren" Schwaben, ein wenig schmerzhaft, befindet sich das einzige "Spätzlemuseum" seit 2013 im oberschwäbischen Bad Waldsee, das doch bis 1807 gar nicht zu Württemberg gehörte, sondern zu Vorderösterreich....

    ...aber der echte Schwabe geht natürlich davon aus, dass Spätzle schon seit den mittelalterlichen Zeiten des legendären Herzogtums Schwaben hier im Südwesten gegessen wurden, und dies umfasste natürlich nicht nur Baden-Württemberg, Teile von Bayern, dem Elsass, sondern auch der nördlichen Schweiz (siehe: "Spätzli"...)

    Hier im Vötschenturm, einem Teil der Bad Waldseer Stadtbestigung von 1407, wurde das kleine, aber liebevoll eingerichtete Museum für des Schwaben Leibspeise eingerichtet.

    Über drei kleine Stockwerke (nur über eine enge Wendeltreppe erreichbar und damit überhaupt nicht für Menschen mit Handikap geeignet) wird die Geschichte und Herstellung der weltberühmten Spätzle dem geneigten Besucher näher gebracht.

    Die Herstellungsmethode ist eigentlich denkbar einfach, erfordert aber in ihrer handwerklichen Form doch ein wenig Übung:

    Spätzle sind Eierteigwaren aus Frischei mit unregelmäßiger Form und rauer, poriger Oberfläche, bei welcher der zähe Teig direkt in kochendes Wasser/Wasserdampf eingebracht wird – wobei ihre Form zwischen dünn und dick, länglich und kurz variiert. Als einzige Teigwaren werden sie bereits während der Produktion zum ersten Mal gekocht. Bei der klassischen Art der Herstellung wird ein Spätzlesbrett verwendet und der feuchte Teig ins Kochwasser geschabt. Bei Massenproduktion wird der Teig entweder durch Lochbleche gedrückt oder er tropft durch diese Bleche ins Kochbad.

    Ursprünglich wurde vor allem das eher grobe Dinkelmehl, viel Wasser und wenige Eier verwendet, da man hierzuland ja eher ein armes Bäuerlein war...

    Heutzutage mischt man gerne Weizen- und Dinkelmehl und gibt für besondere Anlässe viele Eier und wenig Wasser zum zähen Teig, der mit einem großen Holzlöffel in die richtige Konsistenz geschlagen werden muss...

    Traditionell werden die Spätzle von einem unten zugespitzten Holzbrett ins kochende Wasser geschabt, entweder mit einem breiten Messer (das können nur noch die wenigsten Altvorderen) oder mit einem sogenannten breiten Schaber (der Autor bevorzugt diese Technik, siehe Bilder zur Bewertung).

    Die sprichwörtlichen schwäbischen Tüftler suchten mit der Spätzlespresse, eigentlich "Spätzlesdrucker" (für längere Spatzen) und dem Spätzlehobel (für die kurzen "oberschwäbischen" Knöpfle) zu Begin des 20. Jahrhundersts Formen der rationelleren und einfacheren Herstellung...

    Zum Glück haben sich diese "modernen" Varianten allerdings nie flächendeckend im Schwabenland durchgesetzt....

    Im Bad Waldseer Museum werden diese Irrungen und Wirrungen der Herstellungsmethoden bis zur (zu verteufelnden) industriellen Massenproduktion anhand von allerlei Gerätschaften und Filmbeispielen exemplarisch vorgeführt.

    Auch der größte Triumph der schwäbischen Spätzle wird hier nicht verschwiegen:

    Mit dem Astronauten Alexander Gerst flogen Spätzle, Saitenwürstle und Linsen 2014 sogar in den Weltraum. Dies wird bei der geplanten Mission 2018 übrigens wieder so sein....

    Ein kleiner Museumsschatz im schnuckeligen Bad Waldsee für ein großartiges Nahrungsmittel, das übrigens nicht nach dem kleinen Vogel (Spatz = Sperling), sondern nach dem schwäbischen Wort für Batzen oder Klumpen benannt wurde....

    Erwachsene zahlen 3 €, mit Gästekarte 2,5 €, Kleinteile 1,5 € und Babys bis 6 Jahre nix....

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Museen in Bad Waldsee

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    3.

    Ausgeblendete 49 Kommentare anzeigen
    Papa Uhu + Theo Mensch Schroeder, datt ist ja mal 'ne ganz andere Sparte. Ernährungshistorisch wertvoller Beitrag. Bist ja richtig uff'm Schaffenshoch. Sehr gelungen und gefällt mir auch daumenmäßig gut...
    Viele Grüsse...
    opavati® Meine Leute essen das ja nicht, wie auch meinen wunderbaren klinkschen, schwäbischen Kartoffelsalat. Ich bleibe aber dran, for sure.
    Papa Uhu + Theo opavati... der äusserst sachdienliche Hinweis war die ursprüngliche Verwendung von Dinkelmehl - Mensch, ditt iss der Kreuz-Bube der ernährungsphilosophischenAuseinandersetzung....

    ;-)))
    Papa Uhu + Theo ich glaub's nicht...
    Donnerwetter...
    was für ein Selbstvertrauen...

    wir bewerten aus Spaß und Freude - das sind ja mal ganz andere Gründe...

    in 900m Höhe, ist das ein gesunder Abstand - schöne Tage noch...

    Grüsse und Sonne im Herzen...
    KristinK Hmmm...meine Likes zählen scheinbar nicht....hab noch keine Rundmail bekommen *ironie-off*
    Keine Sorge Papa Uhu, ich hatte das nicht auf mich bezogen :))
    Papa Uhu + Theo es spricht nichts dagegen, tolle Sachen zu liken - prinzipiell, aber nicht...

    so Schroeder, ich werde Deinen tollen Beitrag nicht zerfaseln und gehe aus Deinem Strang raus - ist 'ne Prima-Sache, schön geschrieben....
    Sir Thomas bit te schöööön. pflichtschuldigst nachgereicht, Meischdr :-D
    Die Fotos hatte ich bereits gewürdigt - das machst du bei mir ja nicht immer ;-)
    mrs.liona Tatsächlich hat mich dieser Bericht derartig motiviert, dass ich anhand des veröffentlichten Rezepts eine anständige Portion Dinkel-Spätzle zum Abendessen fabrizierte - mit Bergkäse überbacken und mit kandierten Zwiebeln verfeinert, dazu ein knackiger Feldsalat mit Kürbiskernöl und Balsamico... mjamm :-)
    Männlein Glückwunsch Herr Schroeder zu diesem, ja ich möchte sagen, vollkommenen Bericht. Chapeau sagt heute der Badener.
    Puppenmama Danke für Deinen tollen und interessanen Bericht und Deinen Anregungen.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Spätzle-Daumen.
    ubier Ich sehe schon, wohin uns die museale Kulinarik bringt - schon beim Lesen des Beitrags nimmt man zu und dann das ganze Nachgekoche im Strang...


  4. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. von 2 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    In der tiefen oberschwäbischen Provinz...Gospoldshofen...sind noch kulinarische Entdeckungen zu machen.

    Am, im oder nahe beim nicht klar definierbaren Übergang von Oberschwaben ins württembergische Allgäu liegt der Weiler Gospoldshofen, der heutzutage zum einige Kilometer entfernten Bad Wurzach eingemeindet ist.

    Bis heute prägen große Höfe und Streusiedlungen die leicht gewellte Moränenlandschaft im Süden des Ländles.

    Ende des 19. Jahrhunderts mussten die Bauern der Region auf Milchweidewirtschaft umstellen, da ihr Getreide- und Flachsanbau mit dem Eisenbahnbau hier nicht mehr konkurrenzfähig war.
    In den modernen Zeiten des 21. Jahrhunderts "weiden" die Kühe meist in ihren offenen Laufställen....

    Seither wird hier Milch für allerlei Molkereiprodukte produziert und seit den späten 1960er Jahren meist für Großmolkereien, die knebelartige Preise für die Bauern diktieren und die Billigware für die Super- und Discountmärkte für halb Europa herstellen.

    Kleine Käsereien mit lokalen Käsespezialitäten sind rar geworden, der Kunde mag sie nicht oder kennt sie nicht oder ist desinteressiert....
    Billiger "Gummi arabicum-Käse" mit Schnellreifung hat sich für wenige Cents überall gleichbleibend geschmacksneutral durchgesetzt....

    Überall? Nicht so in Gospoldshofen!

    In der kleinen Käserei, die täglich "nur" 4000 Liter Milch von sieben Bauernhöfen aus der direkten Umgebung verarbeitet, geht man noch den anderen traditionellen Weg.

    Direktvermarktung ist auch hier das Zauberwort und eine vergleichsweise "große" Werbetrommel lockt Besucher und im besten Fall dann zufriedene Kunden an, die bereit sind, auch für Käse ein wenig tiefer in den Geldbeutel zu greifen.
    Die kleine Käserei ist nun in der dritten Generation in Familienbesitz und das spürt man.

    Würziger Bergkäse und fein-nussiger Allgäuer Emmentaler (die Schweizer verdammen sicherlich bis heute den Tag, als sie vergaßen sich diesen Namen schützen zu lassen) gehören zum Grundrepertoire auch dieser Käserei.
    Weitere Rohmilchkäse sind der sahnige Wurzacher Moorkäse und der kräftigere Bierkäse.

    Mein Favorit ist der Weißlacker, ein weißer, bröckeliger Käse ohne Rinde, der zuerst drei Monate in Salzlake reift. Nach insgesamt sieben bis acht Monaten Reifung bekommt er eine feine Schmiere und einen extrem pikanten bis scharfen Geschmack, der Nicht-Käseliebhaber durchaus in die Flucht treiben kann...

    Weitere Käsevarianten mit Chili oder Wiesenblumenblüten sind nicht so mein Ding...

    Im Verkaufsgeschäft, in dem man ausführlich beraten wird und auch probieren darf, werden weitere lokale Produkte, wie Streuobstwiesenapfelsaft, Honig und Eier, von sicherlich glücklichen Äpfeln, Bienen und Hennen vertickt....

    Käsereiführungen werden donnerstags um 14.30 Uhr angeboten oder natürlich nach Voranmeldung für Gruppen.

    Ansonsten lockt man potenzielle Kundschaft mit dem Essensangebot im angebauten Sennerstüble (natürlich mit Schwerpunkt Käsegerichte) und dem kleinen Käsereimuseum mit allerlei historischem Gerät zur Käseproduktion.

    Ein gutes Käseangebot, das mit allerlei Briborium drumherum versucht den eher lethargischen Kunden anzusprechen und anzulocken...

    Von November bis April schließt der Verkauf und das Sennerstüble nachmittags schon um 17.30 Uhr und nicht erst um 19.00 Uhr.
    Man informiere sich auf der Webseite...

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Molkereien in Gospoldshofen Stadt Bad Wurzach

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    4.

    Ausgeblendete 35 Kommentare anzeigen
    Männlein Lieber Herr Schroeder, der Tipp ist gut und hier würde auch ein Badener anhalten und sogar in Württemberg die Türverriegelung öffnen um den Käse zu probieren. Ansonsten sehr gut geschrieben.
    Schroeder Lieber Herr grubmard, die Käserei Vogler ist ein grundsolides Unternehmen, das nur hervorragend gelagerten Käse in den Verkauf bringt. Jawoll.
    grubmard Ich kenne lange gelagerten Käse (Camembert) noch aus Armeezeiten - der war lebendig, der kroch über den Tisch ....
    grubmard Ich kenne aus der Zeit auch Klöße, die in so einem 200-Liter-Kochtopf zu einem Riesenkloß verschmolzen waren. Das Zeug wollte nicht mal die LPG als Schweinefutter.
    opavati® Wir hatten nur Harzer, der aber, zwischen Heizungsrippen geklemmt, sich stinkend verflüssigte. Jetzt behält der immer seinen gleichen Aggregatzustand.
    Papa Uhu + Theo Dank Hängolien und Dauerkeks hätten wir noch ganz andere Hindernisse bewältigt, uff so kleene Flüßchen, geschi..... druff...

    Was "Nicht-Käseliebhaber" in die Flucht treibt, wäre auch mein Ding....

    toller Beitrag Schroeder - ohne rümpfendes Riechorgan meinen Glückwunsch...

    Gruss nach Tübingen...
    grubmard @Schroeder: Oder wäre die falsche Richtung gewesen. So alt, dass ich bei der Wehrmacht gewesen wäre, bin ich dann doch nicht!
    Puppenmama Danke für Deinen tollen Bericht. Bin ja auch ein Käsefan. Ich steh auf sahnigen Käse, der auch stinken darf.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Käse-Daumen.
    Sedina Ich stimme in opavati®s Jubel mit ein und gratuliere sehr herzlich zur tollen Entdeckung, zum Beitrag und zum Grünen Daumen!
    demayemi ges. geschützt Eine Bewertung ganz nach meinem Herzen, zumal ich als Anrainer und Käseliebhaber sehr oft Kunde der regionalen Kleinkäsereien bin :-)

    Was Du über Hartkäse und seine Reife schreibst, weiß ich schon seit meiner Kindheit: Mein Opa stellte zwar nicht selbst her, aber er war qualitätsbewusster Großhändler für Milchprodukte. In der Stadt, aus der mein Klan stammt, ist der Nick 'Käsmoir' immer noch ein Begriff :-D
    Kaiser Robert Mein Herr Schroeder, "Weißlacker der zuerst drei Monate in Salzlake reift" gehört sicher zu einem Märchen, oder? Drei Tage würde ich noch glauben.
    Schroeder Ich hoffe, das reicht als Antwort:
    Weißlacker wird aus pasteurisierter Kuhmilch und mit einem Zusatz von 25 Prozent Rohmilch hergestellt. Nach Labung, Zerkleinerung, dem Ausschöpfen sowie einem zweitägigen Bad in einer Salzlake kommt der würfelförmige Käse für drei Monate in den gekühlten Reifungsraum. Regelmäßig mit Salz bestreut und geschmiert, reift er, in Aluminiumfolie vorverpackt, nochmals drei bis vier Monate nach.
    Hier in dieser Käserei wird er dann noch über weitere Monate gereift...
    Kaiser Robert Die Milch wird kurzzeiterhitzt und auf 28 bis 32 Grad abgekühlt. 80 Minuten nach dem Einlaben wird der Bruch vorsichtig walnussgroß geschnitten, nach 2-3 Stunden wird auf Spanntischen ausgeschöpft. Nach dreimaligem Wenden wird der Käse für 2 Tage in ein 20%iges Salzbad gelegt. Sechs Wochen verbringt er danach in einem warmen Raum, wo er zweimal pro Woche mit Salz „geschmiert“ wird. Anschließend reift er neun Monate in einem Kaltlager bei 7 bis 8 Grad. schreibt Slow Food
    Papa Uhu + Theo Ach Robert, Kaiser, lieber - marschieren jetzt die Heerscharen durch...
    Käseland zu retten?

    es bleibt, watt'dit iss - n' Prima Beitrag...


  5. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    2. von 3 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Eigentlich war das leicht abseitig gelegene "Centrale", ein alt eingesessenes italienisches Bar-Imbiss-Restaurant-Vehikel an der Doblerstraße hinauf zum Österberg, nicht unser Ziel.

    Aber Schroeders Dating-Treff-Vorschlag am Haupthighway der Innenstadt war zur Mittagszeit so hoffnungslos überlaufen, dass die Tübinger Zweier-Combo kurz entschlossen umdisponieren musste.

    Das Centrale liegt unterhalb der Gerichtspaläste der Staatsmacht, neben dem Hauptsitz der Bankenmacht und einiger weiteren Behörden...
    Gediegene Beamtenschaft also allhier und nicht die nervösen Studierenden in Hipsterformat kehren somit ins Centrale ein...

    Zur Mittagszeit ist der eher kleine Laden trotzdem gut gefüllt und dem verblüfften Alt-Tübinger wird der Weg ins bisher unbekannte Untergeschoss gewiesen.

    Im altehrwürdigen Gewölbekeller erhaschen wir noch einen schönen Zweiertisch für's geplante Tête-à-tête...

    Spaghetti in Schweinefilet-Gorgonzola-Sauce (über das "in" sinnierten wir Eierköpfe noch ein wenig...) und Penne all´Arrabiata (mit Knoblauch, Chilli in Tomatensahnesauce) sind schnell geordert, der eher belanglose kleine Salatteller als Vorspeise geht im angeregten Gespräch weitestgehend unter.

    (Die Nudeln hingegegen waren gut, bis sehr gut, meine sympathische Gegenüber aß auch mit sichtlichem Appetit...)

    Der freundliche Bediener war fix, unaufdringlich, aber aufmerksam.
    Der Espresso zum Abschluss italienisch gut. Eine Schluck Wasser dürfte dazu gerne gereicht werden...

    Deutlich weniger belanglos war die wunderbare Mittagspausenbegleiterin, die wieder erstaunliches und erschröckliches aus dem Innenleben der Tübinger Universität zu berichten wusste.

    Wie meist kann man(n) festhalten, wir sollten uns öfters treffen.
    Hier oder dort....

    Gruß Schroeder
    (vor allem an die überaus nette Tischnachbarin)

    geschrieben für:

    Bars und Lounges in Tübingen

    Neu hinzugefügte Fotos
    5.

    Ausgeblendete 35 Kommentare anzeigen
    grubmard "Haupthighway" ....

    Den Nudelpreis traut er sich nicht uns zu sagen .... (Kannst auch in TT (Tübingen-Taler) oder Bitcoin umrechnen)
    Exlenker Schöner Beitrag, der zu Recht begrünt wurde. Glückwunsch dazu!
    Und in einem Gewölbekeller, das würde mir auch gefallen.
    Schroeder Da fällt mir noch auf, HERR Grubmard.
    Unsere Mühlstraße, der Haupthighway, ist ein Verkehrsknotenpunkt, der gerade vor dem Europäischen Gerichtshof als exemplarischer Stinkeort verhandelt wird.
    Ehre, wem Ehre gebührt... :-P
    Sir Thomas Glückwunsch zu allem, mon vieux (!) Ich nehme an, ihr seid ebenfalls mit den dortigen Lichtverhältnisßen klargekommen??
    Puppenmama Ein toller Bericht, der Appetit macht. Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen und liebe Grüße an Euch Beide.
    Sedina Gediegene Staats- und Bankenallmacht
    und mittendrin Schroeder....
    Da ist die liebenswerte Begleiterin sicher für Deine Tochter gehalten worden ;-)))
    Glückwunsch zum schönen Erlebnis, zur wie immer witzigen aber auch aufschlussreichen Schreibe und zum Grünen Daumen!
    Sedina Aber so, wie ich Dich einschätze, geht es Dir doch eher um Intelligenz, Redegewandtheit, Welterfahrung, Kunstsinn, Geschichtsbewusstsein, Gaumengenussfähigkeit und was für innere Werte es noch so gibt....
    Ein golocal Nutzer Danke für die tolle Bewertung. Da ich 10 Jahre meines Lebens in Tübingen verbracht habe, verfolge ich ganz gern, was sich in den 30 Jahren, die ich mittlerweile nicht mehr Tübinger bin, was sich in der alten Heimat so tut. Interessant ist, dass nach Deiner Bewertung die heutigen Studenten "nervös" sind. Zu meiner Zeit waren wir alle "sehr entspannt".


  6. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    3. von 5 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Ja, ich habe eine Sucht.
    Eine Büchersucht.

    Phantasie, Wissen, Gefühle oder Witz, eingepackt zwischen zwei Deckeln mit möglichst vielen Seiten dazwischen, können mich sehr glücklich, sehr nachdenklich, aber meist auch ein wenig klüger machen.

    Tübingen als Wohnort ist ein guter Platz für diese Sucht, denn die alte, kleine Universitätsstadt ist ein Bücherort mit großer und langer Tradition.

    Schließlich wird allhier 1499 schon mal eine erste Universitätsbibliothek erwähnt und die Osiandersche Buchhandlung blickt auch schon auf ein Startup aus dem Jahre 1596 zurück.

    Trotz aller Widrigkeiten der Zeitläufe war das kleine württembergische Residenz- und Universitätsstädtchen immer ein Hotspot der Bücherproduzenten und Bücherdealer.... (Cotta!!)

    Heute im Zeitalter der im Internet vertickten Bücher und zunehmend digital verbreiteten Wissensformate ist die Osiandersche Buchhandlung hier der alles überragende Platzhirsch unter den noch dankenswert relativ breit gestreuten Kleinbuchhandlungen.

    Hoffentlich wird es noch eine Zeit lang so bleiben...

    Eigentlich meide ich deshalb bei meinen Suchtkäufen den Platzhirsch und decke mich gerne bei den kleineren "Marktbegleitern" ein, einfach aus solidarischen Gründen....

    Eigentlich....

    Aber Osiander mit seinen vier Filialen im Stadtbereich (die Schließung der Hauptfiliale in der Wilhelmstraße werde ich denen nie verzeihen... aber ich habe auch nicht Wirtschaftwissenschaften studiert...) ist schon ein Pfund!

    Was man dort sucht, findet man meist oder wird einem bei Bedarf kostenlos per Öko-Tübingen gerechtem-Fahrradkurier nach Hause in den Briefkasten gestopft.

    Das lässt mich die Verlockungen aus Amazonien kalt lächelnd vergessen...

    Dafür ein großes Lob und ad multos annos, liebe Osiandersche Buchhandlung!

    Ergänzung:
    Seit Ende November ist die Filiale "Metzgergasse" quasi zum Hauptsitz aufgestiegen, da das alte Stammhaus im Univiertel geschlossen wurde.
    Zeitgleich wurde gegenüber "Osiander kids" eröffnet (welch dämlicher Anglizismus!).

    Gruß Schroeder
    6.

    Ausgeblendete 54 Kommentare anzeigen
    Blattlaus Das ist nicht die schlechteste Sucht, die habe ich auch, und natürlich die Tübinger Osiander-Bücherläden bei diversen Besuchen dort alle aufgesucht.
    Glücklicherweise haben wir in Pforzheim ja auch einen mit dem ich sehr zufrieden bin. Eine ruhige Einkaufsatmosphäre mit nettem Personal. Daumen hoch für Osiander.
    Blattlaus Was ich auch gut finde ist, dass man anstandslos umtauschen kann. Hab schon manches Buch doppelt bekommen, wurde immer freundlich zurück genommen. In ordentlichem Zustand und ungelesen natürlich.
    Schroeder ...anders als bei diesen unsittlichen Internetbesteller*innen, die einmal getragene oder benutzte Ware als nicht "passend" zurücksenden...
    eknarf49 Lieber Schroeder, danke für die hervorragende Bewertung, die mir natürlich besonders gut gefällt, weil ich in den meisten Punkten genau Deiner Meinung bin. Was vermisse ich unsere alteingesessenen Buchhandlungen, nur in manchen Vororten findet man noch die eine oder andere.
    Durch's Internet habe ich allerding auch schon Titel bekommen, die vergriffen sind - da aber auch im Antiquariat von Traditions-Buchhandlungen. Und ich muss sagen, dass die Mitarbeiter in den Thalia- und Mayersche-Filialen sich hier stets sehr viel Mühe geben.
    Hoffentlich bleibt Euch Osiander noch lange erhalten. :-)
    eknarf49 Das bleibt nicht aus. Man muss es leider als gegeben hinnehmen, dass der Konkurrenzgedanke im Lauf der Jahre immer stärker geworden ist. Schon in der Schule kann man das feststellen und wieviel mehr noch im Geschäftsleben.
    eknarf49 Und schon beginnt der westfälische Kessel (räumliche Abgrenzung vom berlinerisch-sizilianischen) zu kochen! ;-)
    Der Beitrag von Schroeder
    wurde unterdrückt, weil er gegen die golocal Nettiquette verstieß.
    Der Beitrag von opavati®
    wurde unterdrückt, weil er gegen die golocal Nettiquette verstieß.
    grubmard Jungs, Euch ist schon klar, dass hier Jemand einen schweren Tremor im Unterdrückungs- und Problemmeldefinger hat ... !!
    Blattlaus Die Filiale Metzgergasse finde ich eigentlich sehr schön, trotzdem schade, dass eine andere geschlossen wurde.
    Aber wenn das Geschäft für Kids nun gegenüber ist, muß doch dort auch etwas zugemacht haben? Da stand doch eigentlich nichts leer?
    Schroeder Das war der wunderbare Schraubenladen "Bero", ein Relikt aus alter Zeit bevor die dämlichen Baumärkte erfunden wurden.
    Die unvergessliche Userin JulPal hatte den Laden großartig beschrieben....
    Papa Uhu + Theo "Netiquette

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    *ich konnte keinen namentlichen Bezug erkennen* - na jetzt sowieso nicht mehr...

    :-(
    Schroeder Danke, liebe kisto.
    Man hat manchmal Hühneraugen, die aus dem Nichts erwachsen....
    Sorry, an alle "normalen" User*innen....
    Sedina Wie ich Dir einmal schrieb, lieber Schroeder, habe ich mit Büchern nicht nur aber auch das umgekehrte Problem ;-)))
    Glückwunsch zum ebenso schnellen wie verdienten Grünen Daumen!
    grubmard Wenn ich dran denke, dass mir aus einem 140 km südwestlich vom Berliner Stadtrand gelegenen Flecken bei der Unterdrückung blöder Kommentare mal öffentlich Eigennutz unterstellt wurde, könnte ich angesichts der Unterdrückungsorgie in diesem Strang doch glatt grüne Galle im Strahl kotzen ...
    grubmard Wenn zwischen den Ortseingangsschildern 1300m und eine geschlossene Kneipe liegen, würde ich das schon als freudlos bezeichnen.
    Blattlaus Diese Mühe möchte ich mir heute Abend auch nicht mehr machen, da schnappe ich mir lieber ein Buch,übrigens vom Osiander Pforzheim, und wünsche allen eine gute Nacht.
    Sir Thomas zu den Spitzchen gegen das rheinische Land schweige ich bewusst, schließlich geht es hier auch so schon hoch genug her.
    Sir Thomas Glückwunsch zum löblichen Suchtverhalten, lieber Schroeder. Mögen dir die größeren und kleineren lokalen Drogenbeauftragten noch lange erhalten bleiben. Der Leser dankt und gratuliert ;-)
    Lesezeichenfee Ich bin auch Buchsüchtig, aber mit Osiander nicht mehr so zufrieden. Früher hatten die viele Bücher vom Silberburgverlag.... Aber schon vor dem Verkauf nicht mehr... Und dann kauf ich lieber bei Amazon und Co. Weil, bis die mir das bestellt haben und geliefert, sagten sie, da vergeht schon mal ne Woche. Und ohne Beratung zu dem Verlag, da guck ich dann lieber im Internet.


  7. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    2. von 4 Bewertungen


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    Wenn die Besa draußa hänged - wird der Schwabe fickrig....

    Immer nur wenige Tage, immer nur im Frühjahr und im Herbst gibt es in Schwaben hier und dort eine hitzige Atmosphäre, meist mit totaler Enge, mit viele Leut, gutem Woi und schwäbischen Leckereien in Hinterhofkneipen, ausgeräumtem Garagen oder sonstigen urigen Plätzen nahe oder in den schwäbischen Wengerten...
    Im Rest des Jahres ist der Schwabe ja ein sehr distanzierter Mensch, aber im "Besen", da wird er plötzlich kommunikativ, laut und sogar ein wenig proletarisch.

    Man oder mensch darf nicht trödeln, wenn der "Besen" um 16 Uhr öffnet, ist um 16.15 Uhr jede Bierbank besetzt und die Horden verlangen nach Deftigem:
    Wein vom jeweiligen Hofgut, Schlachtplatte mit Sauerkraut, Würstle, Maultaschen, Vesperbrettle oder überbordende Käse- und Wurstbrote sind hier obligatorisch.
    Veganer und ähnlich veranlagte Menschen wurden hier noch nie nicht gesichtet.

    Wildfremde Menschen jeglicher Coleur, die sich sonst nie treffen würden, finden hier zusammen.
    In Tübingen nennt man das ein Treffen von Unter- und Oberstadt, Univolk und der Rest der Welt....

    Beim Gugel, der auf gerade zwei Hektar Wein anbaut, ist das besonders schön und lautstark.

    Das Essen mundet, das Rauschfleisch wird selbst geräuchert, das Sauerkraut ist deftig, die Würste kommen vom besten Metzger der Stadt und das Brot vom Schwärzlocher Hof, besser geht es nicht.

    Gesättigt, leicht nassgeschwitzt, denn der Kaminofen bullerte und mit leicht dröhnendem Kopf macht man sich (mit dem Fahrrad) auf den Nachhauseweg... der Dornfelder war doch zu mild....


    Termine 2017:
    Frühjahrsbesen: 21.-29. April 2017

    Weinfest: 18.-20. August 2017

    Herbstbesen: 17.-25. November 2017

    Öffnungszeiten: Montag - Samstag ab 16.00 Uhr, Sonntag ab 11.00 Uhr


    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Wein in Tübingen

    Neu hinzugefügte Fotos
    7.

    Ausgeblendete 17 Kommentare anzeigen
    LUT Als ich mich den Wörtchen " ein Treffen von Unter- und Ober.." näherte, erwartete ich ..."schicht" :-)
    Ich hätte dem Treiben gern beigewohnt.


  8. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. von 2 Bewertungen


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    Ihr könnt auch schon hochkommen... ;-)
    Winke , winke...
    :-D

    Der "Bahnhof" Tübingen-Derendingen ist ein Haltepunkt der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL).
    Von hier erreicht mensch vom Hotspot Südstadt/Derendingen den Tübinger Hauptbahnhof mit einer Fahrzeit von kaum mehr als zwei Minuten und damit die Anschlüsse in die Metropolen der Welt......

    Die Hohenzollerische Landesbahn ist ein nicht bundeseigenes Bahnunternehmen, das vom Land Baden-Württemberg und den ehemals preußischen Landkreisen Sigmaringen und Zollernalb betrieben wird.

    Das Streckennetz beträgt 107 Kilometer auf eigenen Trassen und 123 Kilometer auf von der Deutschen Bahn gepachteten Gleisen und bedient weite Teile des Südens unseres Bundeslandes.

    Die HzL wurde 1899 als "Actiengesellschaft Hohenzollern’sche Kleinbahngesellschaft" gegründet, um den zu Preußen gehörenden Regierungsbezirk Sigmaringen (Hohenzollernsche Lande) durch Kleinbahnstrecken zu erschließen.

    Da die Hohenzollernschen Lande als lang gezogenes Territorium inmitten des Königreichs Württemberg lagen, hatte die Württembergische Staatsbahn mit ihren Eisenbahnstrecken bis zu diesem Zeitpunkt dieses „ausländische“ Gebiet lediglich auf dem jeweils kürzesten Weg durchquert und nur die beiden Kreisstädte Hechingen 1869 und Sigmaringen 1878 an das württembergische Eisenbahnnetz angebunden.

    Bis heute ist die HzL ein wichtiges Verkehrsmittel für Berufspendler aus den eher strukturschwachen alten Hohenzollernschen Landen nach Tübingen, Reutlingen oder gar Stuttgart.
    Anders herum nutzen viele Ausflügler aus den Städten die HzL als einigermaßen ökologische Anreise für Wander- oder Fahrradausflüge auf der Zollernalb.
    Die Strecke ist nicht elektrifiziert, sondern wird von Dieseltriebwagen bedient.

    Inzwischen fährt die HzL auch auf den Strecken Tübingen - Sigmaringen und der Bodensee-Oberschwabenbahn bis Friedrichshafen.

    In den Sommermonaten werden auch historische Sonderzugfahrten mit alten Dampflokomotiven angeboten.

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Verkehrsbetriebe in Tübingen

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    8.

    Ausgeblendete 30 Kommentare anzeigen
    Schroeder Wahrscheinlich könnte man auch einen grubmard-Sonderwagen arrangieren.
    "Preußen -Express", oder so....
    Sir Thomas Uff dr HzL Eisebahne... nee, ich weiß nicht. Aber Hauptsach, ihr seid an die elektrificirten Weltmetropolen angeschlossen ;-)
    Schroeder @ Sir Thomas: Die Betriebsführung lag bis 1928 übrigens in den Händen der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft in Köln....
    ubier @Sir T: ...alle des Lesens mächtige user haben Sinn und freundliche Ironie verstanden - das Löschblatt nicht. Fürsorglich: Versicherung ergebener Wertschätzung an den Kölner Landadel!!
    Lesezeichenfee oh ja, kenn ich. Da musste ich immer aussteigen, als ich zur Schule ging. Erst umsteigen im Bus und irgendwann gings dann endlich mit dem Zug bis Derendingen. War praktischer, fand ich. Glückwunsch. :-)


  9. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    Das Dorf Böhringen hockt weit oben auf der rauhen Schwäbischen Alb, die hier Kuppenalb genannt wird.

    Auf 800 und ein paar zerquetschte Meter muss man sich schon aus dem Neckartal hochschrauben, um die schöne Landschaft - Hochebene, Schafweiden, Wacholderheiden, im Winter arschkalt - erleben zu können.

    Böhringen ist heute ein Ortsteil des künstlichen verwaltungstechnischen Örtchens Römerstein, das in den reformfreudigen 70er Jahren des 20. Jahrhunderts von Stuttgart aus dekretiert wurde....
    Ein paar Verwaltungsjuristen hatten wohl gehört, dass es eine versprengte und verwegene römische Legion bis hinauf die rauhe Alb geschafft hatte...

    Außer einer schöner Landschaft, dem vermeintlichen Römerkastell und einem veritablen Dorfgasthof - dem wunderbaren Hirsch - gibt es nur noch wenig hier, wenn, ja wenn, hier nicht noch eine kleine Dorfbrauerei das Fähnchen des unbezwingbaren schwäbischen Familienunternehmens standhaft hochhalten würde.

    "Bei uns, in Württembergs höchstgelegener Privatbrauerei im Herzen des Biosphärengebietes Schwäbische Alb, werden seit 1826 eine Vielzahl an untergärigen Bieren gebraut. Wir vereinen alte Handwerkskunst mit moderner Technik, verwenden regional angebaute Qualitäts-Rohstoffe und brauen unser Bier mit viel Liebe und Leidenschaft!"

    Klein, aber fein, das ist das leidenschaftliche Motto der Brauerei und der heutigen Besitzerfamilie Spitzer, die die untergärigen Biere der alten Hirsch-Brauerei bis heute unter dem Namen "Böhringer Biere" extrem regional vermarktet.

    Selbst bis ins nur 40 Kilometer entfernte Tübingen gelangt dieser edle Gerstensaft leider nicht.... obwohl das naturtrübe Kellerpils eine Wucht ist!

    Bei liebevoll organisierten Brauereibesichtigungen kann die gesamte Leidenschaft des Teams hautnah erlebt und natürlich die süffigen Produkte, Urtyp, Kellerpils und Johannes Dunkel genossen werden...

    Hoffentlich noch viele Jahre.....

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Brauereiausschank / Brauereien in Böhringen Gemeinde Römerstein

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    9.

    Ausgeblendete 37 Kommentare anzeigen
    Schroeder Die angegeben Öffnungszeiten gelten nur für den "Rampenverkauf" der Biere.
    Besichtigungen und Führungen können auch zu anderen Zeiten vereinbart werden.
    LUT Das hast du sehr liebevoll zur Tastatur gebracht, Schroeder. Da lässt sich ein Faible für Gerstensäfte nicht verhehlen :-)
    Und sogar das "gesäßkalt" wurde durchgewunken... Meine Gratulation, auch zur Begrünung :-)
    eknarf49 Eine schöne Bewertung, die bei Dortmundern aber auch einen traurigen Blick auf die Vergangenheit der eigenen Stadt hervorruft. :-)
    opavati® Mitten in der Woche ... ;-) Hier in Groß-Pankow gibt es das Rothaus Bier, im guten Fachhandel, fast überall zu kaufen.
    Puppenmama Dein klasse Bericht hat mir sehr gut gefallen.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Bier-Daumen. Und lass' Dir das flüssig Brot weiterhin gut schmecken.