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  1. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    10. von 11 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Checkin

    Sie hatte sich ja eigentlich schon vorsichtig in den letzten Tage angekündigt, und doch war ich völlig überrascht, als sie mich in der Nacht von Sonntag auf Montag regelrecht überfiel.
    Sie, die große Atemnot, die mich vor 2 Jahren schon einmal besuchte und sich dann als Lungenembolie zu erkennen gab.
    Daher bekam ich sogleich am Montagvormittag von meinem Hausarzt meinen Krankenverlauf und eine Überweisung in die internistische Notaufnahme der Uniklinik.

    Kurz nach 10 Uhr waren wir dort, die Gattin und ich. Parkplatz? Wie immer Fehlanzeige, daher requirierten wir kurzerhand den für Bluttransporte reservierten Parkplatz. „Bußgeld scheißegal“, hauchte ich mit schwacher Stimme der Gattin ins Ohr.
    Schnell wurde ein Rollstuhl organisiert, im Gebäude dann Fiebermessen, Maulkorb vor Mund und Nase, Formblatt ausfüllen, und los ging es zu A 3 minus 1.

    Nach gefühlten 1,5 Kilometer Marsch war eine erneute Anmeldung mit Kärtchen und so notwendig.
    Dann durfte ich es mir auf einem unbequemen Krankenbett gemütlich machen, wurde verkabelt zwecks EKG, Sauerstoffsättigung, Blutdruck…. wurde ausgiebig befragt und es wurde mir ein Venenzugang gelegt und Blut abgenommen. Jetzt war Warten angesagt, so richtiges Warten auf einen Arzt.
    Nach gut einer Stunde waren die Blutwerte da – und auch der Arzt. Da ein Blutwert erhöht war, musste ich weiter warten, damit nach 3 Stunden jener Blutwert erneut bestimmt werden konnte.
    Zwischendurch ging es zum Röntgen, wo mich angesichts der rund 25 wartenden Patienten fast der Schlag traf. Es war schon weit nach 15 Uhr, als mir mitgeteilt wurde, das Labor benötige nachmals Blut, denn die letzte Probe war für eine Bestimmung des zu prüfenden Wertes nicht geeignet gewesen.
    Ich war wohl an diesem Montag der Patient, der alle anderen in puncto Warten übertraf.
    Dann endlich, um 17 Uhr oder so, ließ sich wieder ein Arzt blicken und erläuterte mir kurz und bündig, dass ich zur Überwachung und für eine Koronarangiographie hierbleiben müsse.

    Na gut, meine „Reisetasche“ hatte ich ja vorsorglich mitgenommen, die Notfallstation war gleich um die Ecke und die Verabschiedung von der Gattin war bei beiden mit dem Gedanken verbunden, dass man nun endlich nach einem langen Tag „ohne nix“ endlich vielleicht etwas essen könnte.

    Auf der Notfallstation gab es dann auch etwas zu essen: Brot, undefinierbarer Schmierkäse, eine Wurst, die ohne Senf ungenießbar war…. Aber ich will mich ja nicht beschweren.
    Nach dem Essen wieder Totalverkabelung, Infusion und …. eben das ganze Programm. Aber mein Zimmergenosse war ein angenehmer Gesprächspartner. Ein gut betuchter Betreiber eines Bordells, der nach mehreren Herzinfarkten der Überzeugung war, man würde ihn nur hier festhalten, weil die Klinik die finanziellen Corona-Ausfälle wieder hereinholen müsse….. Wir haben stundenlange Gespräche geführt, die äußerst interessant waren.

    Der nächste Tag begann wieder mit Warten, Warten auf ein Lungen-CT und die Herzkatheteruntersuchung. Die einzige Abwechslung war mein neuer Zimmergenosse, nahezu 100 Jahre alt und mit all den in einem solch gesegneten Alter verbundenen Problemen. Und der Professor, der sich nicht dazu überwinden konnte, sich mal vorzustellen, dafür aber einen ganzen Schwanz von untertänig wirkenden angehenden Ärzten hinter sich herzog und kurzerhand gleich mal das vom Oberarzt für mich festgelegte Prozedere vom Tisch wischte. Aus der wohl in der etwas irrigen Annahme geführten Konversation zwischen Aufnahmearzt und Professor, dass der Patient eh nicht versteht, was da geredet wird, konnte ich jedoch mal so ganz nebenbei erfahren, dass der mir als so kritisch dargestellte Blutwert eigentlich nur minimal erhöht war. Und dann war da natürlich der neue Pfleger, der sich mit P…. vorstellte und dafür sorgte, dass ich im Bett stocksteif nach oben schoss. P…. war mein Nachbar eine Straßenecke weiter, unsere Kinder gingen gemeinsam in die Grundschule und er kündigte mir auch gleich an, dass er mir die Haare in der Leistengegend rasieren und mir einen Katheter legen werde. Na toll, was war ich begeistert.

    Die Koronarangiographie fand dann nach 17 Uhr statt. Am Bildschirm konnte ich dabei mit ansehen, wie der Führungsdraht durch alle Gefäße rund ums Herz geführt wurde, dann ins Herz hinein, mit Druckmessung, zusätzlichem Kontrastmittel und allem Pipapo. Ergebnis: alles in bester Ordnung.
    Mit Verschluss der Zugangsarterie in der Leiste und Druckverband zurück auf der Notfallstation war für mind. 6 Stunden bewegungsloses Liegen auf dem Rücken verordnet.

    Und nun kam sie wieder in der Nacht, sie, die Atemnot. Ich dachte, ich müsse ersticken. Panisch betätigte ich die Ruftaste und warte und warte ….. und die Panik wurde immer größer.
    Irgendwann kam eine Schwester, fragte, schaute auf den Monitor und sagte, dass alle Werte völlig normal wären und ich mir keine Sorgen machen müsse. Ich rang nach Luft, wand mich im Bett und sagte immer wieder: „Ich bekomme keine Luft, ich bekomme keine Luft“. Sie schaute, fragte was ich den wolle, alle Werte wären doch normal. Dachte sie, ich wäre von der „I cannot breathe“-Bewegung und wäre zum Demonstrieren hier?
    Die Verzweiflung und Panik wurde immer größer. Ich bat darum, das Fenster zu öffnen und mir Sauerstoff zu geben. Das machte sie und ging dann mit den Worten: „Ich werde dem Arzt Bescheid sagen“. Sauerstoff und frische Luft gaben mir etwas Erleichterung, aber erst als ein Pfleger kam, die Sauerstoffzufuhr erhöhte und mir eine Spritze gab, regelte sich die Atmung wieder.

    Am nächsten Tag schmeckte zumindest das Frühstück, die Visite bestand aus einer hübschen Ärztin, die auch wieder einen ganzen Pulk junger Menschen hinter sich herzog, aber für eine Professorin entschieden zu jung war. Wenigstens stellte sie sich vor, fragte, erklärte und ordnete das vorher abgesagte Lungen-CT wieder an. Danach sollte die Entlassung stattfinden.
    Weiteres Warten …. und dann wurde die Lungen-CT-Untersuchung erneut abgesagt, ich bekam dafür den Entlassungsbrief in die Hand gedrückt und durfte mit dem Vorschlag gehen, alle notwendigen Vorbereitungen für eine Abklärung der Beschwerden im Schlaflabor zu treffen.
    Ob nun meine Gesundheit oder die Finanzen der Klinik während dieser 3 Tage im Vordergrund standen, das wage ich nicht zu beurteilen, jedoch möchte ich mich in diesem Punkt nicht meinem Zimmergenossen anschließen und bin froh nun zu wissen, dass mein Herz und die Herzkranzgefäße in einem guten Zustand sind.

    Für die Durchführung der Untersuchungen selbst würde ich die Uniklinik mit sehr gut beurteilen, das ärztlichen Personal erscheint mir in Anbetracht des Verhaltens sowie des hü und hott im Untersuchungsprozedere nicht mehr als mittelmäßig zu sein und dem Pflegepersonal, das ja anzahlmäßig den größten und auch am meisten belasteten Teil der Beschäftigten im Uniklinikum darstellt, kann man ruhigen Gewissens auch eine sehr gute Beurteilung geben.
    Vorteilhaft an einer solch großen Klinik erscheint mir, dass nicht ein Arzt alleine alle Entscheidungen trifft, sondern stets mehrere Ärzte zur Vorgehensweise in der Behandlung eines Patienten mit ihrer Meinung beitragen. Häufig wechselnde Ärzte stellen andererseits jedoch auch einen gewissen Nachteil dar.
    Die Organisation der Klinik erscheint manchmal in vielen Dingen etwas unflexibel, aber als Patient kann man schwerlich einschätzen, inwieweit bei einem solch großen Konstrukt, das zudem dem Gefüge eines Bundesangestelltentarifs und den alten, noch immer vorhandenen „akademischen Abhängigkeiten und Standesdünkel“ unterworfen ist, eine bessere Organisation möglich ist. Dies ist mir zusammen mit der schlechten Anfahrt- und Parksituation daher nur 3 Sterne wert.
    Insgesamt ergeben sich aber trotzdem 4 Sterne.

    geschrieben für:

    Krankenhäuser in Würzburg

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    1.

    Blattlaus Keine coronare Herzerkrankung, das ist schon mal gut von Money. Vielleicht kommt deine Atemnot auch noch von deiner früheren Lungenerkrankung. Wenn man das einmal erlebt hat, kann diese Panik noch lange in einem sein. Denn die Angst zu ersticken ist, glaube ich, das Schlimmste was einem widerfahren kann.
    Gute Besserung.
    Ausgeblendete 53 Kommentare anzeigen
    Philipp Die Panik kann schlimmer sein als die tatsächliche Erkrankung, da spreche ich aus Erfahrung...

    Ich wünsche Dir gute Besserung, lieber von Money!

    P.S. kann das Team diese Bewertung bitte in den Auswahlkreis für die nächste BdW nehmen? ;)
    Ein golocal Nutzer Auf gefällt mir, kann ich nicht drücken. Dein Bericht weckt schlimme Erinnerungen. Dir alles, alles Liebe und Gute. Gute Besserung!
    von Money Es war kein Bordell-Opa, lieber Sedina, sondern ein Mann im besten Alter, aber gesundheitlich doch recht geschädigt. Ob das am Lebenswandel lag, kann ich nicht beurteilen, jedoch haben mich seine Existenzängste aufgrund des Stillstandes in seinem Etablissement wegen der Coronakrise schon sehr betroffen gemacht... Für mein Verständnis lud er mich dann ein, falls es mir mal nach Abwechslung sein sollte. Habe dankend abgelehnt.
    Sedina ...sonst hätten wir auch das Fähnchen schwenken müssen,
    schließlich ist dies hier ein anständiges Portal...;-)))
    Jolly Roger Ich habe den interessanten Bericht/Bewertung aufmerksam gelesen und mir fiel fast der Unterkiefer runter. Die Parkraumnot ist schon schlimm, aber die meisten akut gefährdet Erkrankten werden mit den RTW/KTW eingeliefert und in der Notaufnahme abgestellt.

    Die ersten Massnahmen mit Zugang legen, Sauerstoffsättigung messen und Blut für ein grosses Blutbild abnehmen, ist schon in Ordnung. Grundsätzlich wird doch in den Kliniken so viel Blut abgenommen, dass es für zwei Untersuchungscyclen reicht. Pipi hat man nicht genommen?

    Dass man bei dir die Koronarangiographie die Leiste rasiert hatte, hoffentlich ist das im Kopf nichts sexuelles passiert, wenn es eine hübsche junge Krankenschwester gewesen ist, und den Herzkatheter von da an ins Herz geschoben hat, ist der Meinung meines Kardiologen veraltet.. Bei mir hat man bei der Koronarangiographie nur das rechte Handgelenk rasiert und den Herzkatheter durch die Arterien bis in die Herzkranzgefässe geschoben. Dann hatte man 4 Stands gesetzt. Asklepios Barmbek vor 7 Jahren.

    Ich bin der Meinung, dass es für diese Untersuchung ein Pauschalbetrag abgerechnet wird. Es sei denn du hattest iGL Leistungen dabei.

    Bei deinen Beschwerden frage ich mich, warum man dich nicht auf COPD getestet und das Lungenvolumen bemessen hat. Aber die Halbgötter in ihren weissen Kitteln mit einem Schwarm Lernwilligen hinterher, die jedes Wort wie ein Schwamm aufsaugen, haben ja die Weissheit mit Löffeln gefressen.

    Aber der letzte Absatz ist nur meine Meinung/Vermutung.

    https://www.copd-atemnot.de/copd-erkennen?gclid=EAIaIQobChMI2qHTmIfA6gIVhbh3Ch1ZfwWKEAAYAiACEgImjPD_BwE

    Wünsche dir Gute Besserung und eine vernünftige Diagnose, damit man mit der Behandlung beginnen kann. Luftnot ist fürchterlich und man kann Todesangst bekommen.


    Jolly Roger Mein Kollege ist im Dienst an COPD gestorben, weil er sich nicht behandeln lassen wollte und weiter rauchte wie ein Schlot.

    Sitzt im Pausenraum eine Stunde lang und wir merkten es nicht, das er verstorben ist. Reanimation negativ
    Ein golocal Nutzer Mein Mann lag in der Kardiologie Bochum mit Herzinsuffiziens- sollte ein Spenderherz erhalten -waren Voruntersuchungen.
    Tikae Heiliger BMW.....da trifft einen ja der Schlag und dich hoffentlich tröstend die Wochenkrone !
    Gute Besserung, auf solche Erfahrungen kann man gerne verzichten.
    eknarf49 Hallo von Money, hat man Dich nicht darauf aufmerksam gemacht, dass man beim Zugang durch das Handgelenk mit weniger Folgebeschwerden zu rechnen hat? Ich habe mich beim Legen des Herzkatheters aus eben diesem Grunde für diese Möglichkeit entschieden. Da blieb mir zumindest das Stillliegen erspart.
    Dir weiterhin gute Besserung und alles Gute.
    von Money Gerade umgekehrt, lieber eknarf. Mir wurde gesagt, mit dem altbewährten Zugang über die Leiste wären weniger Komplikationen verbunden. Und außerdem wäre bei über 120 Herzkatheteruntersuchungen pro Woche eine große Routine vorhanden. Wem soll man da noch glauben?
    Blattlaus Habe mir eben dein Foto angeschaut. Das dürfte ja alles in der Wand hinterm Bett gesteckt haben. Der Sauerstoff war allerdings nicht angeschlossen. Die anderen Apparaturen kenne ich zum Teil garnicht.
    Blattlaus Wir haben auch die meisten Herzkatheteruntersuchungen über die Leiste gemacht.
    Durch die Radialis am Handgelenk nur bei irgendwelchen anatomischen Veränderungen. Beim Handgelenk spart man sich zwar die 6 Stunden Bettruhe, aber Nachblutungen kann es da auch geben. Ist auch nicht bei jedem ideal. Das hat immer unser Chef bestimmt.
    eknarf49 Eben wollte ich nachlesen, was ich zum gleichen Thema geschrieben hatte. Nun , Golocal hat die Bewertung zu 'Medizinische Klinik III - Kardiologie im Knappschaftskrankenhaus' sang- und klanglos verschwinden lassen, nur die Fotos sind noch zu finden.
    von Money Das Bild zeigt nur einen kleinen Ausschnitt, liebe Blattlaus. Eigentlich war die ganze Wand mit med. Geräten bestückt, von denen nur ein Monitor für die EKG-Aufzeichnungen inkl. Sauerstoffmessung, Herzfrequenz, Blutdruck usw. für mich genutzt wurde, dazu kamen die Infusionen, die nicht einfach über Flasche und Schlauch mit manuellem Stellrädchen liefen sondern von einem elektron. Gerät gesteuert wurden, Sauerstoff bekam ich nur die letzte Nacht. Es gab auch Inhalationsgeräte mit richtigen Masken und einiges mehr...
    mrs.liona Von Herzen schnelle und gute Besserung wünsche ich dir. Mögen dir diese üblen Erfahrungen in Zukunft erspart bleiben!
    Deinen atemberaubenden Bericht habe ich verschlungen und mit dir gelitten, daher mein like - und natürlich meine Glückwünsche zum Daumen.
    von Money Da muss man ja aufpassen, dass eine solche Prämierung nicht den Wunsch nach Kranksein hervorruft ;)).
    Dankeschön für die guten Wünsche und vielen netten Kommentare!
    Philipp Och, den Wunsch nach Kranksein verspüre ich gerade nicht ;)

    Glückwunsch zur absolut verdienten Wochenkrone und viele Grüße aus dem hohen Norden :)
    Sedina Und auch von mir ein herzlicher Glückwunsch zur schwer erlittenen und sehr verdienten Wochenkrone, die in Deinem Fall, lieber von Money, vielleicht sogar als Dornenkrone durchgehen könnte....
    von Money Wollte mich ja heute in dieses Metier begeben, aber das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht ...
    demayemi ges. geschützt Dann will ich mich doch auch mal den Gratulanten anschließen und im Nachhinein Dein lähmendes Entsetzen teilen, das ich durchaus nachvollziehen kann. Mein Gefallen gilt Deiner Arbeit, nicht unbedingt der etwas allzu 'gelassenen' Vorgehensweise der Klinik, da durfte ich zum Glück VIEL Besseres erleben, allerdings in einer anderen Niederlassung desselben Konzerns auch so viel Schlamperei, dass mir das kalte Grausen kam und die auch recht schwerwiegende Folgen hatte, die mich um ein Haar das rechte Bein gekostet hätten.


  2. Userbewertung: 1 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Kaum zu glauben!

    Irgendwie muss ich meiner Unzufriedenheit Ausdruck geben, sonst kann ich nicht schlafen....

    Da hatte ich den Wunsch, einer treuen Mitarbeiterin, die 5 Sprachen spricht und sehr fleißig ist, zu Weihnachten meine Dankbarkeit zu zeigen.

    Blauäugig wie ich bin, kam ich auf die verrückte Idee, eine Geschenksendung an die Adresse meiner Übersetzerin in Portugal zu senden. Und noch dazu mit UPS.

    Aufgegeben wurde die Sendung in Hamburg am 03.12.19 und sollte in 5 Tagen ankommen. Per Mail gab es dann auch eine Sendungsverfolgungsnummer.

    Mit dieser Nummer kann man dann erfahren, welchen Weg die Sendung nimmt und wann sie ausgeliefert wird. Aber man kann auch sehen, wie unbefriedigend UPS arbeitet. Diese Offenheit ist doch wirklich mehr als kundenfreundlich, würde ich mal sagen.

    Nun, am 4.12. war das Päckchen in Herne, am gleichen Tag in Corbeil Essonnes, Frankreich, am 5.12.19 ging es über Benavente, Spanien, nach Maia, Portugal.
    Die Sendungsverfolgung versprach die Zustellung dann für den 6.12.19. Wie habe ich mich gefreut.
    Leider zu früh gefreut.

    Denn da war keine Zustellung am 6.12.19. Auch nicht am 7.12.19 oder die Woche darauf. Und auch noch nicht am 19.12.19. Da waren mittlerweile schon 17 Tage vergangen.

    Zwischendurch kam die Mitteilung, die Adresse sei falsch. War sie aber nicht.
    Es war die korrekte Adresse in einem Bergörtchen, das weder Straßen noch Hausnummer hatte.

    Doch just vor 2 Wochen versah die Gemeinde dann die wenigen Straßen und Häuser mit vielsagenden Namen und Hausnummern.
    Schnell wurde UPS nun eine ergänzte Adresse mitgeteilt. Einer Zustellung stand nichts mehr im Weg, dacht ich. War aber nicht so.

    UPS behauptete weiterhin, der Straßenname sei falsch und führte keine Zustellung durch.
    Mal ganz ehrlich, ist es verwunderlich, wenn mir nun der Gedanke kam, dass UPS einfach kein gesteigertes Verlangen danach hatte, eine mehrere hundert Kilometer vom Auslieferungsdepot entfernte Adresse in den Bergen anzufahren?

    Es blieb nun nur noch das Letzte: Die Empfängerin darüber zu informieren, dass ich ihr etwas schenken möchte, um das sie sich aber selbst bei UPS bemühen müsse. Welch eine Peinlichkeit!

    Der eine Stern, den ich vergebe, soll meine tiefste Dankbarkeit darüber ausdrücken, dass einen Tag nach der Reklamation meiner Übersetzerin die Sendung zugestellt wurde. Wie sehr bin ich doch dankbar, dass es dann doch so schnell ging. Eine wunderbare Leistung, lieber United Parcel Service UPS!

    geschrieben für:

    sonstige Dienstleistungen / Logistik in Gießen

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    2.

    Ausgeblendete 39 Kommentare anzeigen
    Ein golocal Nutzer UPS sorgt für Länder übergreifende Zufriedenheit. In dieser Zeit unklar. Eine Brieftaube ist da wohl flotter. Und ärgerlich ist das auch noch. Eine Freude bereiten und der Beschenkte muss sich selbst um die "Gabe" kümmern. ?
    Glückwunsch zum selbstabhol Schenke Daumen!
    walkingwomen Gut , dass es noch geklappt hat. Deine Unzufriedenheit ist verständlich. Mal sehen vielleicht kommt ja meine Paket heute nach einer Woche auch endlich bei meiner Enkelin an. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    von Money Ja, da sind die Portugiesen wohl etwas besser als wir hier in Deutschland...
    Und es wird sogar ein Haus verkauft. Siehe Bilderstrang, lieber Schwabe.
    Puppenmama Gut, dass ich keine Pakete verschicken muss. Da kann man UPS nicht weiterempfehlen.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Versand-Daumen.
    Ein golocal Nutzer @teilnehmeranwesend, warst Du schon mal in Portugal? Stell Dir die "Bergdörfchen" nicht wie in Deutschland vor:
    Salbada Danke für den Bericht. Ich habe mitgelitten. Aber: Ende gut, alles gut :-)

    Postalische Notstandsgebiete scheint es auch direkt vor der Haustür zu geben. Wo? In meinem Heimatort. Wir haben bis 2018 zu Weihnachten jährlich geschätzte 25 bis 30 analoge Weihnachtsbriefe und -karten bekommen.
    Stand heute (22.12.2019) sind es gerade mal 2 Briefe. Seit Wochen hat die Deutsche Post AG in unserer Region personelle Probleme (hoher Krankenstand usw.), gibt es aber nicht offiziell zu.
    Mein Eindruck: Es werden nur noch Päckchen und Pakete zugestellt; die kann man verfolgen. Dabei ist die Warenbestellwut bei Onlineshops die Wurzel allen Übels. Die ZustellerInnen können einem echt leid tun. Golocal leistet mit seinen dusseligen Amazonen-Gutscheinaktionen auch noch seinen Beitrag.
    Bin mal gespannt, ob und ggf. wann noch ein Schwung Weihnachtsbriefpost kommt. Vielleicht zu Ostern :-/
    Um Fragen vorzubeugen: Nein, wir haben uns nicht mit Freunden und Verwandten verkracht.
    Ein golocal Nutzer @Salbada - ja genau so ist es. Die Zusteller können einen leid tun. Weihnachtspost war was schönes. Aber es ist nunmal so, die Verwandschaft wird immer weniger. Die Jungen, Telefon und Internet. Friedliche, frohe, gesunde Weihnacht!
    Salbada @Exempel: So ist es halt. Die elektronischen Nachrichtendienste sind halt einfacher zu bedienen und (scheinbar) billiger.
    Leider lässt sich auch nur durch Nachfragen verfolgen, ob die von uns per Post verschickte Brief-Weihnachtspost angekommen ist :-(
    Dir und allen anderen Golocalerinnen und Golocalern ebenfalls schöne Feiertage :-)
    teilnehmeranwesend Salbada , mir gefällt dein Kommentar. Verdient fast schon eine eigene Bewertung über die Deutsche Post. Schreib doch dort zusätzlich deinen Erfahrungsbericht. Verschafft mehr Gehör als hier bei UPS :)
    Calendula @Salbada
    Uns wurde die Freitagspost (abonnierte Zeitung) unterschlagen...
    Der Postbote macht einfach mal einen Tag Pause und beseitigt wahrscheinlich die auszutragende Post. -(
    Ach ja ... der Amazon-Gutschein kann auch abgelehnt werden. Habe ich bisher immer getan.
    teilnehmeranwesend Oder liest sie selber xD
    Beim Verlag melden, wird nachgeliefert. Bei ner Zeitschrift vielleicht noch akzeptabel aber bei ner Tageszeitung nicht wirklich was bringend
    mrs.liona Glückwunsch zum Daumen für diesen informativen Beitrag.
    Zum Glück kam die Sendung ja dann doch noch an, aber deinen Ärger kann ich nur zu gut nachvollziehen!
    Salbada Update zu meinem obigen Wehklagen über die ausbleibende Briefpost: heute (23.12.) lagen 17 (in Worten: siebzehn) Briefe in meinem Briefkasten. Streubreite der Poststempeldaten, soweit vorhanden und lesbar: 12.12. bis 17.12. Wenn jetzt auch noch die nach dem 17. Dezember abgestempelten Briefe ankommen, ist meine Welt wieder in Ordnung. Frohe Weihnachten :-)
    von Money Stimmt. Die Übersetzerin schreibt:
    ... es hat geklappt mit der Lieferung! Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Ich habe mich unglaublich gefreut! Das war wirklich sehr lieb!
    Auch ich möchte mich bei Ihnen für die tolle Zusammenarbeit bedanken und wünsche Ihnen ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr und einen erholsamen Urlaub.
    Auf ein erfolgreiches 2020!
    teilnehmeranwesend Achja eine kleine Geschichte hab ich noch. Ich hatte Mal ein Einschreiben das eine Woche gedauert hatte und demnach nachverfolgbar war.
    Hatte mich damit an die Bundessetzagentur gewendendet, die überwachen die Post weil diese zu teilen immer noch staatlich ist und haben eine eigene Beschwerdeseite im Netz.

    Es kam danach ein entschuldigungsschreiben von der Post mit 10 Stück 70 Cent Briefmarken. (Da kostete ein Brief noch 70 statt 80 Cent)

    Wäre schön gewesen wenn die Post die Preiserhöhung in den Ausbau der Infrastruktur gesteckt hätte.

    Aber wenigstens ne kleine Geste
    FalkdS Jedenfalls nicht als Projekt der „offiziellen“ Wirtschaft...

    UND Glückwunsch zum Daumen


  3. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. von 3 Bewertungen


    bestätigt durch Community

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    Es war ein Arzttermin, der genau auf meinen Hochzeitstag fallen musste. Doch statt mich zu ärgern, versuchte ich einfach beides miteinander zu verbinden.
    So fahndete ich am PC nach einem Lokal unweit meines Arztes. Die Wahl fiel dann nach einigen Überlegungen auf das Restaurant Vier Jahreszeiten in der Haugerpfarrgasse 3.

    Zwei Tage vorher rief ich dort an, um einen Tisch zu reservieren. Der Herr am Telefon sagte mir jedoch, dass dies für mittags nicht nötig sei. Nur bei einem Besuch am Abend wäre es ratsam.

    Es kam etwas Freude darüber auf, dass wir somit zeitlich nicht ganz so gebunden waren. Doch schon beim Anmarsch zum Restaurant wurde die Freude etwas gedämpft, denn die gesamte Haugerpfarrgasse ist momentan eine riesige Baustelle und die vielen Passanten hier im Stadtzentrum drängen sich auf einem zusätzlich verengten Gehsteig.

    Wir kämpften uns durch und passierten die massive Eingangstür des Restaurants. Drinnen gab es nach einem kleinen Vorraum eine zweiflügelige Pendeltür, die uns von einer freundlichen Bedienung geöffnet wurde. Sie bat uns zu warten, damit sie einen passenden Tisch suchen könne. Nach kurzer Zeit kam sie zurück, um uns zu sagen, dass absolut nichts mehr frei wäre. Das Lokal war rappelvoll.
    Unsere langen Gesichter und die Anmerkung über einen vermiesten Hochzeitstag zeigten etwas Wirkung und sie besprach sich mit ihrem Chef.
    Dann geschah ein kleines Wunder. Es wurden kurzerhand einige Gäste umgesetzt und auf diese Weise für uns ein kleiner Tisch frei gemacht.
    Glück gehabt! Erst einmal 5 Sterne gerettet, trotz der falschen Telefonauskunft.

    Die kurze Wartezeit konnte ich dazu nutzen, meinen Blick etwas in dem voll besetzten Gastraum umherschweifen zu lassen. Was ich sah war sehr rustikal, massives Holz und Wände mit mutmaßlichen Ausstellungsstücken aus den Bauernkriegen, ausgediente Feldwerkzeuge und vieles mehr.

    Relativ rasch wurde dann unsere Bestellung aufgenommen:
    Gänsebrust mit Klößen und Blaukraut zu 16,80 € und Schäufele mit Klößen und gemischtem Salat zu 13,60 €.
    Gerne hätte die Gattin eine Cola light getrunken, aber das war nicht möglich, da es nur Sinalco Cola zu 2,30 € gab. Ich wollte ein kleines Wasser haben, aber es gab nur 0,5 l zu 3 €.
    Dieser Umstand kostet dann einen halben Stern Abzug.

    Beide Gerichte schmeckten uns sehr gut, nur die Soße zur Gänsebrust bekam im Vergleich mit einem anderen Restaurant einen kleinen Minuspunkt. Mein Salat war mit einem Knoblauchdressing versehen und beinhaltete einen Krautmix, der optisch und geschmacklich vermuten ließ, dass es keine Großmarkt-Dosenware war. Es war ein knackiger, gut schmeckender Salat. Lediglich die rote Beete ließ ich liegen. Mochte ich die doch noch nie.

    Rechnung und Bezahlung ging ebenso flott vor sich wie Bestellaufnahme und Essensservierung. Das empfand ich sehr angenehm.

    Beim Verlassen des Restaurants wurden wir von Chef begleitet, der uns die Türen öffnete und uns schöne Feiertage wünschte.
    Woher kam diese überaus große Aufmerksamkeit? Hatte man gesehen, wie wir Fotos machten und uns umschauten?
    Für die Bewertung spielt diese sehr angenehme Aufmerksamkeit jedenfalls keine Rolle. Von mir gibt es 5 Sterne für das Essen minus einen halben Stern für die eingeschränkte Getränkeauswahl.

    Die 2 Stunden Wartzeit danach beim Arzt kommen sicher nicht so gut davon!

    geschrieben für:

    Restaurants und Gaststätten in Würzburg

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    3.

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    Ein golocal Nutzer Hochzeitstag und Arztbesuch, immer kan man sich das nicht aussuchen. Aber das Essen im Restaurant hat geschmeckt Also ein kleines Trostpflaster. Ein schmackhafter Bericht!


  4. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    6. von 6 Bewertungen


    Erstaunlich günstig und gut.

    Egal, ob Pflegebett, Rollstuhl oder andere teure Sanitätsartikel, Medic Care ist stets bis zu 2/3 günstiger als das örtliche Orthopädiegeschäft, was in der Regel einige Tausend Euro bedeutet.

    Und dazu werden die gekauften Artikel kostenlos gebracht, aufgebaut und erklärt, egal in welcher Ecke des Bundesgebietes man wohnt.

    So begeistert habe ich noch nie 5 Sterne vergeben.

    geschrieben für:

    Treppen / Matratzen in Oranienburg

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    4.

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    eknarf49 Das ist ja sehr schön. Wurde Dir die Firma von jemandem empfohlen oder hast Du sie zufällig entdeckt?


  5. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. von 2 Bewertungen


    Für den Umbau im Haus und die Erstellung eines Carports waren bei mir Maurer-, Estrich-, Putz- und Pflasterarbeiten notwendig geworden.
    Das hierfür benötigte Material bestellte ich bei der Firma Scheder & Sohn, da diese Firma das günstigste von 6 eingeholten Angeboten eingereicht hatte.

    Durch die nicht immer beste Erfahrung, die ich beim Bau von zwei Häusern mit Handwerkern und Baustofflieferanten gemacht hatte, habe ich auch diesmal nicht unbedingt mit einem reibungslosen Ablauf gerechnet.

    Umso mehr wurde ich dann durch die überaus pünktlichen Lieferungen, die gute Kommunikation und das kulante Verhalten bei der Rückgabe von unverbrauchten Porotonsteinen überrascht.

    Somit gibt es von mir das größte Lob und 5 Sterne für diesen Baustofflieferanten.

    geschrieben für:

    Baustoffe / Beton in Kist

    Neu hinzugefügte Fotos
    5.

    Sir Thomas Die Situation ist anstrengend genug. Da bracht man nicht auch noch Zusatzprobleme. Glückwunsch zum vorblidlichen Hoflieferanten, lieber von Money
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  6. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    2. von 12 Bewertungen


    Die Classens sind eine sehr engagierte Familie, die ich als Nachbarn und Freunde schätzen gelernt habe.

    Dr. Volker Classen ist ein sehr erfahrener Arzt, dessen Hilfe ich früher oftmals gerne in Anspruch nahm. Nach der Übernahme der jetzigen Praxis in Heidingsfeld musste ich mir aufgrund der Entfernung einen anderen Hausarzt suchen, jedoch ist mein Sohn weiterhin zufriedener Patient bei Dr. Volker Classen.

    Für die fachliche Kompetenz gebe ich gerne 5 Sterne, für die Praxisräume im ersten Stock über einer Apotheke, die nur über eine Treppe zu erreichen sind, dann aber nur 4 Sterne.

    geschrieben für:

    Fachärzte für Allgemeinmedizin / Naturheilverfahren in Würzburg

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    6.



  7. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    3. von 5 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Vor langer Zeit war es Kult, des abends den beschwerlichen Weg zur Schutzhütte auf dem 516 m hohen Muppberg auf sich zu nehmen, dort oben Sauerkraut mit Coburger Bratwürsten und einigen Scheiben Brot zu essen, eines oder auch mehrere Gläser Bier zu trinken und dann den spärlich beleuchteten Weg wieder nach unten zu wandern.

    Heute ist die Arnoldhütte neben dem Aussichtsturm dort oben auf dem Berg ein beliebtes Ausflugslokal, das von der Familie Stöwer betrieben wird und bis auf kurze Betriebsurlaubszeiten ganzjährig geöffnet ist. Außer montags und dienstags, denn das sind die beiden Ruhetage in der Woche. An allen anderen Tagen ist von 11.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

    Das Haus, das die Gaststätte beherbergt, ist eine aus Holz erbaute Blockhütte und strahlt mit ihrem großen Steinofen eine heimelige, zum Träumen anregende Atmosphäre aus.
    Zudem laden im Sommer auch eine Terrasse und ein Biergarten zum Verweilen ein, wenn man den ca. 40minütigen Aufstieg von der Stadt aus geschafft hat. Und wer sich die Mühe nicht machen möchte oder kann, lässt sich von der eigens dafür beauftragten Firma Taxi-Bauer bequem noch oben bringen.

    Die Preise sind durchschnittlich und egal, ob man dort zum Essen oder zum Kaffeetrinken einkehrt, es gibt nichts auszusetzen – fast nichts, denn einige Gäste klagen darüber, dass es beim neuen Pächter noch nicht so ganz rund läuft.

    Wer nach dem langen Weg nach oben noch nicht müde ist, darf sich vom Hüttenbetreiber den Schlüssel für den 1905 errichteten, 28 m hohen Prinzregententurm ausleihen. Bei entsprechendem Wetter soll man vom Turm aus bis nach Staffelstein, Vierzehnheiligen und Schloss Banz sehen können.
    Selbst habe ich den Turm noch nicht bestiegen, obwohl er lange Zeit für uns immer zugänglich war, denn wir haben vor Jahren zufällig festgestellt, dass sich mit Muttis Kellerschlüssel die Tür zum Turm öffnen lässt.

    Der Berg, der Turm und die Schutzhütte sind ein lohnendes Ausflugsziel, wenn man sich einmal in diese entlegene Gegend Oberfrankens verirrt hat.
    Für mich zudem mit der nostalgischen Erinnerung an eine nicht mehr existierende Brauerei verbunden, deren Kronkorken, die ich als Kind sammelte, den Berg mit Turm zeigten.

    geschrieben für:

    Restaurants und Gaststätten in Neustadt bei Coburg

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  8. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

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    Mega-Woche bei Domino's. Jede Pizza nur 3,99 €.

    Letzter Tag von Töchterchen und Freund bei den Eltern. Am Abend geht es wieder Richtung Studienort.
    Und die beiden wollten unbedingt Pizza essen. Und zwar Pizza von Domino's.

    Also wurde online bestellt. Insgesamt vier Stück und eine Chickenbox. Den günstigen Aktionspreis gab es nur in Verbindung mit Abholung. Aber der "Store" war ja nicht so weit weg.

    Um 12:30 Uhr lagen dann die vier Kartons auf dem Tisch. Jede Pizza war in mehrere handliche Teile geschnitten - und ich schloss mich widerstrebend dem unästhetischen Essen der Jugend direkt aus dem Karton an.

    Meine Pizza nannte sich "Gourmet" und der Belag bestand aus Rindersteak-Streifen, grünem Spargel, frischen Tomaten und Sauce hollandaise, abgerundet mit würzigem Steakpfeffer.

    Hätte ich nicht ständig den Pizzakarton vor Augen gehabt und mit Augenbinde versehen diese "Pizza" testen müssen, dann hätte mein Urteil folgendermaßen gelautet: Zartes Rindfleisch mit Spargel, Tomaten und irgendeinem Beilagengemisch. Auf Pizza wäre ich nie und nimmer gekommen.
    Weder meine Pizza noch die meiner Mitesser [Ähem, sorry] hatten den typischen Pizzageschmack. Und doch waren alle begeistert. Mich eingeschlossen.

    Daher für diese Pizza, die nicht nach Pizza schmeckte, trotzdem und gerne 5 Sterne.

    geschrieben für:

    Pizza in Würzburg

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    8.



  9. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

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    Die Norwegian Jade

    [Eingangsbemerkung: Es mag etwas befremdlich anmuten, ein Schiff bei Golocal zu bewerten, aber da Ein- und Ausschiffung für die Kreuzfahrten in das nördliche Meer in Hamburg stattfinden und die Gastronomie auf einem Kreuzfahrtschiff ein wichtiger Faktor ist, sollte es doch erlaubt und auch sinnvoll sein.]

    Weil ich nach einigen Jahren ohne größeren Urlaub mir und Frau von Money einen Urlaub der etwas schöneren Art gönnen wollte, buchte ich über ein Berliner Reisebüro eine Kreuzfahrt durch die Fjordwelt Norwegens.
    Das ausgewählte Schiff war die NORWEGIAN JADE, was frei übersetzt NORWEGISCHE SCHINDMÄHRE, NORWEGISCHES JADESCHMUCKSTÜCK oder NORWEGISCHES WEIBSSTÜCK heißt. Die letztere Bezeichnung würde ich den anderen Übersetzungsmöglichkeiten vorziehen, jedoch sind mir die Gedanken der amerikanischen Reederei NCL, die bei der Namensgebung eine Rolle spielten, nicht bekannt.
    Die NORWEGIAN JADE ist ein Schiff der Jewel-Klasse und wurde in den Jahren 2003-2007 auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaut. Es hat 15 Decks, eine Länge von etwas mehr als 294 m und eine Breite von über 32 m. Angetrieben wird es dieselelektrisch von 3 Elektromotoren und die Energieversorgung erfolgt über 5 MAN-Dieselgeneratoren. Die Besatzung besteht aus über 1100 Crewmitgliedern und es können 2466 Passagiere aufgenommen werden.
    Das Schiff wurde im letzten Jahr generalüberholt und erhielt eine neue Innenausstattung von bestechend architektonischer Eleganz.

    Wir fuhren mit dem ICE und kamen trotz Verspätung gut 3 Stunden vor Einschiffungsende in Hamburg an. Das von Würzburg aus vorbestellte Taxi wartete dann auch schon am Bahnhofsausgang Ohnsorgtheater, so dass es ohne Unterbrechung sofort Richtung Cruisecenter Steinwerder ging.
    Dort kamen wir nach ca. 30 Minuten an und mussten uns in eine etwa 100 m lange Warteschlange aus mehr oder weniger verschleierten Frauen eingliedern. Leichte Zweifel kamen auf, doch die Gedanken darüber, ob wir denn hier auch richtig waren, verflogen schnell wieder, als sich hinter uns eine Familie aus Venezuela und dann eine größere Gruppe Italiener anstellte.
    Es war aufgrund eines kühlen Lüftchens im Schatten des Vordaches am Cruisecenter trotz der über 30 Grad Temperatur recht erträglich. Außerdem waren wir bereits nach 15 Min. bis zum Eingang vorgerückt. Dort wurden die Passagiere kontrolliert und aufgeteilt: jene ohne Onlineticket und ohne Onlinekofferanhänger mussten sich in eine neue Warteschlange einreihen, wir dagegen hatten beides und durften sofort ins Gebäude. Dort wurde uns der kleine Koffer abgenommen, den wir nicht mit TEFRA vorab gesandt hatten, und als Suitenbucher wurde uns ein Crewmitglied zugewiesen, das uns direkt ohne große Wartezeit zum Check-in-Schalter brachte.
    Dort wurden die Reisepässe kontrolliert, die Kreditkarte registriert, ein Lichtbild angefertigt und schon hatten wir unsere Bordkarten in Händen.
    Das Crewmitglied, ein Filipino, begleitete uns nun über die Gangway auf das Schiff und brachte uns dort in das Selbstbedienungsrestaurant Garden Café auf Deck 12, wo wir uns stärken konnten, bis unsere Kabine bezugsfertig war.
    Um 13:30 Uhr fuhren wir dann mit einem der vielen Aufzüge auf Deck 11, um unsere Kabine zu suchen. Sie befand sich am Heck und war mit ca. 32 m2 ziemlich groß. Dazu kam noch ein Balkon mit rund 6 m2. Kirschholztäfelung, großer, bemalter Wandspiegel über dem Kingsize-Bett und ein ebenso großer ohne Bemalung auf der gegenüberliegenden Seite, schwenkbarer Fernseher, Kaffeemaschine, Telefon, Schreibtisch, Sofa, Schminktisch mit Föhn, Bad mit Dusche, viel Stauraum, 3 europäische Steckdosen neben den vielen amerikanischen, jedoch nur eine Spannung von 110 Volt, dafür zum Handyaufladen jedoch mehrere USB-Anschlüsse – und eine Klimaanlage, die getrennt für Bad und Kabine einstellbar war und erstaunlich schnell und leise arbeitete.
    Mit dem Auspacken der Koffer konnten wir dann auch gleich beginnen, denn beide Koffer standen bereits mitten in der Kabine.
    Neben einem zu einem Frosch gefalteten Handtuch lag auf dem Bett auch das mehrseitige Mitteilungsblatt für den Tag 1 an Bord. Darin gab es vielfältige Informationen über das Bordleben, über mögliche Landgänge, Lokale usw….. und eine Liste mit den rund 60 täglichen Verstaltungsangeboten. Diese reichten vom Treffen zum gemeinsamen Sudoku & Kreuzworträtsel in der Bibliothek über Morgensport, Quizveranstaltungen, Basketball- und Tennisturnieren, Photokursen, Tanzkursen, Sprach- und Kochkursen, Kosmetik- oder Kunstvorträgen, Livemusik, Filmdarbietungen und Theateraufführen im Stardust-Theater, das über 1000 Zuschauer fasste, Karaoke-Wettbewerben usw. bis hin zu Sabbat- und Gottesdiensten. Ein immenses Angebot, das jeden Tag lange, fast schon Kopfschmerzen verursachende Überlegungen erforderlich machte.
    Am ersten Tag war Ruhe angesagt. Wir setzten uns auf den Balkon, der 2 Liegen, 2 Stühle und einen kleinen Tisch hatte und bestaunten den Hamburger Hafen und die schönen Elbvororte, während sich das Schiff Richtung offenes Meer bewegte.
    Am Abend des ersten Tages besuchten wir das Selbstbedienungsrestaurant, das eine riesige Auswahl an Speisen und Getränken bot. Da wir All-Inklusive gebucht hatten, mussten wir uns auch bei alkoholischen Getränken keine Gedanken machen. An diesem ersten Abend besuchte ich die italienische Theke und Frau von Money speiste asiatisch.

    Nun zu den Menschen an Bord: Die rund 1100köpfige Crew setzte sich aus 16 Nationen zusammen. Über die Hälfte kam von den Philippinen, aber auch Menschen aus Barbados, Ghana, Südafrika, China, Tibet, Myanmar, Kroatien, USA…. und auch Deutschland waren dabei. Da die Bordsprache für alle Englisch war, gab es keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. Und es erstaunte mich immer wieder, wie sich die Crewmitglieder stets dezent im Hintergrund hielten, aber sofort hilfreich zur Stelle waren, wenn man mal ein wenig hilflos um sich schaute.
    Die Gäste waren für mich jedoch die größte Überraschung. Wir besuchten am zweiten Abend das Theater und dort gab es vor der Vorstellung einige Informationen über Schiff, Besatzung und Gäste.
    Die Gäste kamen aus über 20 Ländern und als die Theaterbesucher aufgefordert wurden, bei Nennung ihres Landes aufzustehen, waren wir beide die einzigen aus Deutschland.
    Natürlich waren wir nicht alleine, es gab wohl an die 20 Gäste aus Deutschland und auch einige aus Österreich und der Schweiz.
    Etwa ein Drittel kam aus den Arabischen Emiraten, ca. ein weiteres Drittel aus den USA, die nächsten Kontingente kamen in absteigender Reihenfolge aus Israel, Italien, Niederlande, Kanada, Australien usw. Auch aus Südamerika oder Indien waren Gäste dabei, wobei ich mehrmals auf eine indische Großfamilie aufmerksam wurde, in der sich die Enkelkinder im Teenageralter liebevoll um die schon sehr gebrechliche Oma kümmerten. Da wurde gerannt, um ihr das gewünschte Essen zu bringen, es wurde alles mundgerecht geschnitten, der Tee umgerührt ….. es hat mich berührt.
    Das vielfache Sprachgewirr, die oftmals traditionelle Kleidung, der respektvolle und höfliche Umgang miteinander sowie das neugierige Aufeinanderzugehen der verschiedenen Nationen, auch bei orthodoxen Juden und Arabern, hat mir ein sehr wohltuendes Gefühl gegeben. Ich fühlte mich irgendwie in der Heimat Babylon angekommen.

    Nun zu den 15 Restaurants und 12 Bars und Lounges. Das Selbstbedienungsrestaurant und das irische Restaurant waren 24 Stunden geöffnet, d.h. man konnte zu jeder Zeit etwas trinken und essen. Alle anderen Restaurants waren zu bestimmten Zeiten für Frühstück, Lunch und Dinner geöffnet, einige auch nur abends zum Dinner. Wir konnten uns aber jederzeit Essen und Getränke in die Kabine bringen lassen, nur die Auswahl war hier doch etwas eingeschränkt.
    Besonderer Beliebtheit erfreuten sich das Grand Pacific im Stil der alten Oceanliner und die Spezialitätenrestaurants, in denen japanische, brasilianische, französische Gerichte …. oder typisch amerikanische Steaks serviert wurden. Diese Restaurants im gehobenen Stil boten vorzügliche Menüs mit Vor- und Nachspeise sowie eine großen Auswahl an Getränken. Entsprechende Kleidung war für den Besuch dieser Restaurants angeraten.
    Natürlich konnte man in jedem Hafen unter mehreren Ausflugsangeboten wählen und an einem interessanten Landgang teilnehmen. Jedoch waren diese Ausflüge durch die Fjorde, hinauf auf Gletscher, Stadtbesichtigungen, Museumsbesuche ….. sogar Mountainbikefahrten von einem Fjord über die Berge zum nächsten Fjord, wo die Norwegian Jade dann die erschöpften Ausflügler wieder abholte, nicht gerade günstig. Zwischen 90 und 400 Dollar pro Person musste man dafür schon hinlegen.
    Aber auch andere Dinge waren nicht gerade preiswert. So kostete 1 Minute telefonieren oder Internetnutzung rund 7 Dollar. Professionelle Bilder konnte man sich ebenfalls anfertigen lassen: 10 Stück für 149 Dollar inkl. USB-Stick zum Vervielfältigen zuhause. Wohl ein klein wenig teurer als im örtlichen Photostudio. Aber gerade Kunstgalerie und Photostudio waren sehr geräumig und aufwändig ausgestattet. Während es in der Kunstgalerie neben den täglichen Versteigerungen von Bildern auch Vorträge gab, z.B. über Goya, hatte das Photostudio eine ganze Wand mit Ordnern, in denen die vielen gewollten oder ungewollten Bilder eines jeden Passagiers zu finden waren. Man konnte dort täglich schauen, was sich da so angesammelt hatte, und dann an einem der wohl 25 Bildschirmen seine Bilder sortieren und bei Gefallen auch bestellen.
    Das gesamte Schiff war bis ins kleinste Detail durchorganisiert. Auch beim Ausschiffen gab es weder Staus noch Gedrängel, es lief alles aufgrund einer minutiösen Zeiteinteilung mittels farbigen Kofferanhängern und „anhängerlosen Zwischenzeitpassagieren“ wie am Schnürchen.
    Frau von Money hatte sich bei 2 Karaokeauftritten eine Fangemeinde von rund 20 jungen Frauen aus Bahrain erobert, die sich mit lautem „lililili“ am letzten Tag von ihr verabschiedeten.
    Auch hatten wir drei oder vier Mal abends die Auftritte einer blonden Dame namens Patricia besucht, die vorher 5 Jahre in Las Vegas aufgetreten war. Sie hatte stets eine Liste mit ca. 120 Songs von den Beatles, Eagles und anderen ausgelegt, die sie nach Wunsch mit angenehmer, leicht rauchiger Stimme und eigener Klavierbegleitung vortrug. Dazu verteilte sie kleine Holzstäbchen in der Form von chinesischen Essstäbchen und fordere ihr Publikum dann immer mit „come on drummers“ auf, mit den Stäbchen auf die Gläser zu schlagen und sie so zu begleiten. Auf diese Weise entstand meist eine Gänsehautatmosphäre. Von ihr bekam ich auch ein Geburtstagsständchen, denn mein Geburtstag wurde auf dem Schiff gefeiert, und als wir nach Ende der Kreuzfahrt mit der großartigen NORWEGIAN JADE vor dem Terminal auf unser Taxi warteten, kam plötzlich Patricia angerannt und verabschiedete sich schnell noch in liebevoller und wärmster Weise von uns.
    Die NORWEGIAN JADE als Schiff selbst, mit seiner Crew und all seinen Künstlern, egal ob Musikinterpreten, Artisten, Photographen, Theaterdarstellern mit teils preisgekrönten Shows, seinem Kabinenpersonal, den Restaurantbedienungen oder auch den unsichtbaren Kräften in den Küchen oder in der Wäscherei, ist ein regelrechtes Wunder, das nicht nur 5 Sterne verdient. Es ist mit Sternen nicht bewertbar, weil es einfach nur für sich selbst ein Stern ist.

    geschrieben für:

    Restaurants und Gaststätten / Wellness, sonstige in Hamburg

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    9.

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    Nike Wir tragen uns gerade mit dem Gedanken einer ( Skandinavien-)Kreuzfahrt und haben bereits Aufs und Mein Schiff miteinander verglichen. Deine Bewertung ist da sehr hilfreich und informativ, überdies toll geschrieben.
    Danke!
    grubmard Toller Bericht, aber ich hoffe, @von Money, Du hast den Text extern gesichert. Ich befürchte, der golocal-Hilfspolizei wird die Bewertung eines Schiffe mit Heimathafen Nassau auf den Bahamas nicht gefallen ....
    Calendula Sehr interessant, von Money ... Glückwunsch.
    Vielleicht "bewährt" sich auch hier der Satz "... eine Bewertung ist eine Bewertung ... ", grubmard. ,-)
    von Money @grubmard, die Norwegian Jade fährt unter der Flagge der Bahamas, ist aber mittlerweile in Europa stationiert. Im Sommer fährt sie die Strecken bis zum Nordkap und nach Island und im Winter im Mittelmeer.
    Das zuständige NCL-Büro befindet sich in Wiesbaden.
    @nike, es waren nur 9 Tage. Die 21 Tage bis Island hätten mir besser gefallen, aber vielleicht habe ich dafür später einmal noch eine Gelegenheit.
    @Alle, danke für eure Kommentare.
    Puppenmama Danke für Deinen klasse Bericht, sehr informativ und schöne Fotos.
    Ein guter Tipp, da sich mein Sohn für solch eine Reise interessiert.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen.
    Kaiser Robert Ich hörte gerade im Radio einen Bericht der NABU, Kreuzfahrten sind noch dreimal schlimmer als Fliegen. Bahnfahren mag ich allerdings auch nicht.
    von Money Das geht schon einige Zeit durch die Presse und ist nicht der einzige Kritikpunkt, der gegen Kreuzfahrtschiffe aufgefahren wird.
    Sofern sich dadurch etwas verbessern lässt, sollte es auch zum Nutzen unserer Umwelt getan werden. Aber die Energie in den Häfen den Schiffen zur Verfügung zu stellen, damit diese ihre Generatoren abschalten, sollte dann auch mit "sauberer" Energie geschehen. Strom aus Kohlekraftwerken wird kaum etwas verbessern.
    Sir Thomas Da kann man dem Geldadel ja nur von Herzen zur gelungenen Seereise gratulieren ;-) Das mit der Mountainbike-Exkursion verbietet sich auch deswegen, weil man sich ja schließlich all-inclusive durchs kulinarische Babylon schnabulieren möchte. Dies hier ist mehr als ein Appetithäppchen! Auch wenn ich für meine bevorzugte Schiffsklasse noch ein bisschen länger sparen muss... Danke für dieses wahre Bewertungs-Highlight, lieber von Money.


  10. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. von 3 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Endlich war es nun soweit: Besuch bei Töchterchen in Erlangen und Besichtigung ihrer Studentenbude.
    Doch vorher gönnten wir uns nach der gemütlichen, aber langen Bahnfahrt eine Stärkung der besonderen Art. Es verlangte uns nach Sumach und Kurkuna, nach Zimt, Safran und Datteln….
    Oder einfacher gesagt: wir besuchten ein persisches Restaurant.

    Das erst vor 2 Jahren eröffnete PERSIA liegt etwas außerhalb der eh sehr bescheidenen Innenstadt Erlangens in einem Stadtteil, der eigentlich als Wohngebiet anzusehen ist. Schräg gegenüber der Markuskirche verfügt das Restaurant über einen kleinen gepflasterten Parkplatz und einen gepflegten Biergarten mit großen schattenspendenden Bäumen.

    Wir entschieden uns für den Biergarten, wo wir auch gleich von einer freundlichen Perserin begrüßt wurden. Und da es bereits fast 15 Uhr war, konnten wir uns selbst einen der freien Tische auswählen.

    Neben den üblichen banalen Limonadegetränken für die einfachen Gemüter bestellte sich Töchterchen eine frische Zitronenlimonade und ich entschied mich für ein eiskaltes Dough.
    Das ist ein mit Minze aromatisiertes Joghurtgetränk.

    Obwohl mir klar war, dass ich mein Hauptgericht nicht schaffen würde, konnte ich es mir nicht verkneifen, als Vorspeise Kashke Bademjan zu 6,50 € zu bestellen.
    Das sind gehackte und gebratene Auberginen mit einem Hauch Knoblauch, Pfefferminz-Röstzwiebeln und Joghurtsoße. Dazu gab es einen Korb mit richtigem orientalischen Fladenbrot, dünn wie Pergamentpapier und unbeschreiblich gut im Geschmack.

    Natürlich musste jeder einmal probieren und es entstand allgemeine Begeisterung, unter der mein Anteil an dieser leckeren Vorspeise beträchtlich dahin schmolz.

    Als Hauptgericht bestellte ich mir Kabab Kubide, d.h. 2 große Spieße mit fein gewürztem Hackfleisch vom Rind und Lamm, serviert mit Grilltomate, Butter und Basmati-Reis.
    Die Gerichte für unseren Tisch kamen alle gleichzeitig und waren sehr ansprechend auf den eckigen Tellern arrangiert.
    Gattin, Töchterchen und Freund hatten sich für gegrillte, hauchzarte Lammrückenfiletspieße oder raffiniert marinierte Hähnchenbrustfiletspieße entschieden und waren damit auch sehr zufrieden.

    Mir selbst waren die Hackfleischspieße entschieden zu fettreich. Der ausgesprochen gute Reis mit Safran, die große Grilltomate und die noch größere gegrillte Peperoni konnten diesen Nachteil dann auch nicht mehr ausgleichen.
    Dazu kam, dass die Minze in meinem Dough sich mit der Zeit im unteren Teil des Glases konzentrierte, was aus dem anfänglich sehr erfrischenden Getränk ein unangenehm stark nach Minze schmeckendes, für mich nahezu ungenießbares Getränk machte.

    Da ich nicht alles aufgegessen hatte, was aber auch etwas mit an der guten und reichlichen Vorspeise lag, bot uns die sehr aufmerksame Bedienung dann auch gleich auf Kosten des Hauses einen persischen Mokka oder Safrantee an.
    Dieses Angebot nahmen wir gerne an, wobei ich mich für den schwarzen Tee mit Kardamon entschied. Stark und mit viel Zucker und für mich Erinnerung an frühere Zeiten.

    Gelüstet hätte es mich noch nach Khorma Gerdou – nach himmlischen Datteln, gefüllt mit Walnusskernen und Kokosnussflocken. Doch die Nachspeise musste ausfallen, weil Töchterchen bereits Torte und Kuchen zum Kaffee besorgt hatte.

    Das Restaurant PERSIA verfügt über eine große Speisekarte mit einer reichhaltigen Auswahl. Die Preise liegen schon etwas im gehobenen Bereich, aber Granatapfelsoße mit gebratenen Walnusskernen, Basmati-Safranreis, Okraschoten und gebratene Berberitzen, Falude und Shole Zard rechtfertigen vermutlich die Preise.
    Für alle Liebhaber der echten orientalischen Küche kann es trotz der Kritik an dem von mir gewählten Essen sehr empfohlen werden.

    geschrieben für:

    Restaurants und Gaststätten / Persische Restaurants in Erlangen

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    10.

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    von Money @Calendula: Ja, es sind die Beeren des Berberitzenstrauches, die besonders im Iran und in Indien seit jeher in der Volksheilkunde u.a. bei Magen-Darm-Störungen, Leber- und Gallenleiden und zum Entschlacken eingesetzt werden. Sie besitzen eine antiseptische und entgiftende Wirkung, sind sehr vitaminreich und haben einen leicht säuerlichen Geschmack.
    Alleine im Iran werden davon jährlich fast 5000 Tonnen geerntet und frisch oder getrocknet als Gewürz in der iranischen Küche verwendet.
    In der Regel werden sie - wenn getrocknet, vorher in Wasser aufgeweicht - mit Butter und etwas Zucker gebraten und dann dem Reis, Fleisch, Fisch, auch Tee usw. hinzugefügt.
    Calendula Danke für Deine ausführliche Information, von Money ... und einen Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen.
    Papa Uhu + Theo Huiiii, was für ein Filet-Stück von Bewertung....

    hat mir sehr gut gefallen, und ich hab auch mal wieder was gelernt...
    Schöne Bilder...

    Klasse! Und Daumenglückwunsch mit vielen Grüssen...