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  1. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    9. von 61 Bewertungen


    Es ist eine geraume Weile her, daß wir unsere damalige Hündin Herrn Dr. Mertens vom Tiergesundheitszentrum Homberg vorstellten. Alles in der Klinik stimmte. Wartezeit, Freundlichkeit der Helfer und Helferinnen, ruhiger Wartebereich und das sich sofort nach Eintritt einstellende Gefühl, mit einem kranken- oder geimpft werden müssenden Tier hier gut aufgehoben zu sein.

    Ein heftiges Abgestoßensein zwang meine Frau und mich mit unserem damaligen Rüden, kurz vorher die Duisburger Tierarztpraxis am Kaiserberg fluchtartig zu verlassen, weil unser zusammengebrochenes, von mir getragen werden müssendes, flach atmendes Tier keine Beachtung fand. Die »Damen« der Praxis waren mit viel wichtigerem Verbandwechsel bei ansonsten gesunden Tieren voll in Beschlag genommen. Diese Dantens Inferno gleichende, seelenlose Geldsschneidebude konnte der Ort nicht sein, an dem ich für Stupidität, nichterkennen des Handlungsbedarfs und fehlende Empathie noch Geld zu entrichten gehabt hätte, mit dem »solche« lebensfähig gehalten werden. Zum Glück gibt es Tierärzte wie Sand am Meer, und unser irgendwo Gift gefressen habenden Lausbub kam Dank der Hilfe eines Dinslakener Veterinärs durch.

    Später fuhren wir, damals von Mönchengladbach aus, weil der Weg ein bißchen kürzer ist, zu Herrn Dr. Mertens nach Homberg. Sofort merkend, daß der symphatische Mann mehr ist als Tierarzt, weil er in Tieren nicht Kreaturen zum leichten Geldverdienen sieht, sondern lebendige Geschöpfe, die unserer Hilfe gelegentlich bedürfen. Als ich anläßlich eines Gespräches erwähnte, daß ich vor Schwänen keine Angst habe, eher die vor mir, erzählte Herr Dr. Mertens den traurig machenden Vorfall, bei dem sein eigener Hund von einem wilden Schwan so lange auf dem Kopf attackiert wurde, bis er taub war. Ich mußte auf die Zähne beißen, denn die Geschichte empfand ich so, als hätte ich sie selbst erlebt.

    Nicht nur, daß man merken konnte, daß alle in der Homberger-Praxis Tiere mögen – die Erzählung mit dem angriffslustigen Schwan hatte mir gezeigt, daß der alte Doc eine Seele hat. Meine eigene liegt schon seit Jahren im Pfandhaus. Will keiner ersteigern. Als unserer Twiggy dann die Nieren versagten, schläferte Herr Dr. Mertens sie ein. Keinem anderen Tierarzt hätten wir den letzten Schritt überlassen. Wir wußten, daß in dem Mann dasselbe vorging wie in uns, denn Mitgefühl, andernorts rar, ist hier quasikategorischer Imperativ. Ob der geachtete Veterinär, der in mir die Geschichten um James Herriot wachrief, noch praktiziert, weiß ich nicht, denn nach Twiggys Tod entschieden wir uns dafür, keinen »Kampfhund« mehr zu halten, dessen Leben, Charakter und Menschenliebe schwerer wiegt als alle Behördenknechte, die sich irritierende Termini für Hunde ausdenken, deren Intellekt höher ist als der aller Behördenknechte zusammen.

    geschrieben für:

    Fachärzte für Tiermedizin in Duisburg

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  2. Userbewertung: 1 von 5 Sternen

    7. von 8 Bewertungen


    Geschmack und Qualität des ausweislich eines nichtssagenden Firmennamens mit der Hand Hergestellten, vermag ich nicht zu beurteilen, weil es unmöglich ist, Order zu erteilen, eine Sendung nach Duisburg zu veranlassen. Man will per Vorauskassa zahlen und wird darauf hingewiesen, die Bestellnummer nicht zu vergessen. Ich habe überall nach dieser Nummer gesucht, sie nirgends gefunden. Bei professionell gemachten Versendern ist die Bestellnummer fester, einsehbarer Bestandteil der Order. Ohne diese läßt sich keine Bestellung zuordnen. Über die Funktion »Mit dem Meister sprechen« setzte ich eine anfragende Email ab. Der Meister hat wenig Zeit, weshalb ich nicht mehr auf Antwort reflektiere. Schreiben ist ja auch nicht jedermanns Ding, weil es um vieles hirnmordender ist als Blutwurst herzustellen. Die Darstellung der Manufaktur im Netz ist dilettantisch, weil auch das Verifizieren der Email-Adresse nicht funktioniert. Begreife von einem aus alles. Schon gelangweilt las ich die Bewertungen anderer und nahm zur Kenntnis, daß es im Laden komisch riecht. Die hochgelobte Blutwurst scheint übersalzen und das Fleisch der Ladenauslage unappetitlich angetrocknet präsentiert. Die Verkäuferinnen sehen in Kunden offenbar Störfaktoren des innerbetrieblichen Ablaufs. Die Lage des Ladens empfinde ich als irritierend. Wirkt alles wie von vorvorgestern. Wäre ich nicht durch Käufe in besten Lagen Düsseldorfs und Mülheim verwöhnt, führe ich vielleicht hin, um den ekligen Ladengeruch mit dem zu vergleichen, der beim Vorbeigang an Discounters-Metzgerabteilung zum schnellen Verlassen des unappetitlichen Ortes zwingt. Ich bin überzeugt davon, daß in Berlin, in einer Gegend, deren Stuktur der unserer Pollmannecke ähnelt, einer für die Schicht produziert, der er selbst angehört. Deshalb verzichte ich auf die Schmankerl der Manufaktur, denn nichts ist strafbarer, als solchen Geld hinterherzutragen. Ordentliche, gut zu verarbeitende Blutwurst kaufe ich nach wie vor in Köln, denn hier ist sie zuhause!

    geschrieben für:

    Fleischereien / Lebensmittel in Berlin

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  3. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    5. von 5 Bewertungen


    Für Corona können wir alle nichts, Nieß auch nicht. Man muß vor dem Laden in der Reihe grobschlächtiger, vierschrötig-unhöflicher Einheimischer warten bis man kaufen darf. Die Verkäuferinnen sind jetzt so coronasicher abgeschottet, wie Wärter bei Joe Arpaio im Maricopa-Knast vor alten Übelmännern, aber in den Genuß der von Nieß verkauften Delikatessen kommen solche Lümmel nie. Die Fahrt von Homberg nach Müheim lohnt alleine der Mettwürste wegen, die es in ähnlich erstklassiger Qualität in ganz Duisburg nicht gibt. Die appetitanregende Auslage verführt dazu, daß die Tragetasche hinterher voller ist als geplant, so daß Dank wg. der unverändert hohen Qualität zu sagen ist, Dank wg. der Handwerkskunst und Dank an die Verkäuferinnen, die für uns in einer deprimierend machenden Zeit da sind, die niemand voraussehen konnte.

    geschrieben für:

    Fleischereien in Mülheim an der Ruhr

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