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Bewertungen (2351 von 2367)

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  1. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Wenn man wie die junge „Kulturbeauftragte“ vor Jahrzehnten, die in der Nähe gelebt hat, nach einem Erholungsort in Düsseldorf gefragt hatte, dann kommt nur einer in Betracht: der Volksgarten / Südpark, der in jeder Jahreszeit eine andere Seite dem Besucher offenbart. Das Gelände ist wirklich riesig mit seinen 87,5 ha! Für jeden ist das passende dabei! Viele Wege führen auch dahin! Bei schönem Wetter ist hier allerlei los, denn wenn der Thermometer über 25° C klettert, wird das Wasser aufgedreht, es sorgt damit für Abkühlung am gleichnamigem Spielplatz, doch die stehen vor allem den kleineren Besuchern zu Verfügung. Doch für das Kind im Erwachsenen gibt es auf dem anderen Ende des Parks eine nette Spielerei bereit: die physikalischen Instrumente des Archimedes in Form einer Schraube, eines Wasserlaufs und weiterer „Spielereien“, die man in dem Zusammenhang vorfinden kann.

    Bei der vorhin erwähnten Größe, finde ich es empfehlenswert, eine grobe „Zielvorgabe“ anhand zu geben! Dieser besondere Spielplatz liegt nicht mehr im Stadtteil Oberbilk, sondern bereits zu Wersten. Erreichbar ist es mit Auto über den gleichnamigem Zubringer, dennoch kann ich nicht mit Sicherheit sagen, wo die nächsten Parkplätze sich befinden. Mit den Öffis kann man von der Altstadt mit U 71 und 73 bis zu HS „Südpark“ fahren und über die Brücke dorthin gelangen, als auch vom HBF mit den U 74, 77 oder 79 (nur an Werktagen) bis „Harffstraße“. Wenn man die Kirche hinter sich gelassen hatte, um den Weg nach links zu nehmen, hat man es nach wenigen Schritten bereits geschafft!

    Dieser Wasserspielplatz ist nur mit positiven Erinnerungen verbunden, was man nicht auf alle anderen Teilbereiche des Südparks übertragen kann. Das ist eigentlich sehr schade! Hier muss ich an den Spruch denken: „man ist immer so jung, wie man sich fühlt“! Bin selbst eher sich sonst kaum für Naturwissenschaften begeistern läßt. An der Stelle ist es aber ein besonderes Vergnügen, es dennoch zu tun. Eigentlich ist der Spielplatz eher für kleinere Kinder ausgelegt, doch auch die Erwachsenen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen oder wenig los ist, greifen bei den „Instrumenten“ zu, die es hier gibt! Mir erging es nicht anders, als ich diese Fotos gemacht habe, die man hier verlinkt sehen kann.

    Ohne Archimedes, der dem Spielgerät seinen Namen gab, wäre die Geschichte vielleicht anders verlaufen: bereits in der Antike gab es Betrüger, die sich auf Kosten anderer bereichern wollten. So auch ein (Gold)Schmied, der, der Sage nach, eine Krone herstellen sollte, die aus purem Gold angefertigt war. Da der König Hieron II. wissen wollte, ob das auch der Fall ist, hat er den Gelehrten gebeten es zu überprüfen ohne diese zu beschädigen. Bei einem Bad ist es dem besagten auch gelungen. Seine Gesetze der Mathematik und Mechanik werden bis heute weiterhin verwendet, auch wenn die Spanne bis dahin mehrere Tausend Jahre beträgt! Seine Erkenntnisse sind, das muss ich als Wissenschaftsbanause feststellen, bahnbrechend gewesen!

    Dieses Beispiel ist einer von mehreren, die durch seine Beobachtungen in unterschiedlichen Formen umgesetzt worden sind. Die hier befindliche Schraube ist eine von ihnen. Es ist eine einfache aber effektive Methode, um Wasser für die Bewässerung nutzbar zu machen. Es half Höhenunterschiede zu überbrücken und gleichzeitig wurde durch das innen befindliche Turbine konnte Kraft eingespart werden, die man sonst aufwänden müsste. An diesem Spielplatz wird es zu einem besonderen Spaß, auch wenn die eigentlichen Nutzer den historischen und wissenschaftlichen Kontext nicht kennen können! Bei ihnen steht sicherlich das Interesse an dem Spiel als solches!

    Im Südpark wurde, wie man es anhand der Fotos erkennen kann, ein Wasserkreislaufs in Betrieb gesetzt, der nicht nur an dieser besonderen Stelle sich zeigt. Wie beschrieben, deren Verlauf ist etwas oberhalb des ganzen zu finden. Wie so häufig ist dieser Bereich mit Stufen verbunden, was es für Menschen mit Gehproblemen den Weg deutlich erschwert. Bei solch einem tollen Wetter, wie es in den letzten Tag (größtenteils) es gewesen ist, ist es ein Magnet für die Familien mit ihren Kindern. Aus meiner Sicht könnte es ein wenig mehr Sitzbänke geben, doch das wäre meckern auf hohem Niveau gewesen.

    Dieser Spielplatz setzt sich aus mehreren Teilbereichen zusammen: der letzte richtet sich an die Kleinsten: in einem Sandkasten gibt es einige Spielgeräte, die selbst mich zum schmunzeln gebracht haben: ein (Mini)Bagger, div. Schaukeln und ein „Wassertisch“, der leider bei meinem Besuch außer Betrieb gewesen ist :-(. An einem solchen Ort kann man sich entspannen und / oder sich an den beschriebenen Geräten erfreuen! Kenne viele, die diesen besonders gerne mögen und falls dem selbst sehr lange nicht mehr dort gewesen sind, in entsprechenden Erinnerungen schwelgen! Es ist ein Favorit, der kein weißer Fleck bleiben darf! Mit bester Empfehlung!

    geschrieben für:

    Spielplätze / Freizeitanlagen in Düsseldorf

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  2. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Um Schloss und Park Nymphenburg genau kennen zu lernen, braucht man Zeit, sehr viel davon! Mindestens einen halben oder sogar einen ganzen Tag. Nachdem der museale Teil hinter uns lag, beschlossen wir in Anschluss daran die Beine zu vertreten, um einiges, was außerhalb dessen liegt, (wenigstens von außen) anzusehen. Es hat sich als eine gute Idee herausgestellt, denn es gibt einiges zu entdecken! Bei einer Größe von 180 Hektar, ist es nachvollziehbar, dass wir nur eine „kleine“ Runde gemacht haben. Doch selbst diese hatte mehrere Stunden gedauert! Als Orientierung haben die historischen „Parkburgen“ gedient, die ich (außerhalb der Saison) wenigstens als ein Fotomotiv haben wollte. Zu diesen gehört die Badenburg, die Amalienburg, die Magdalenenklause und Pagodenburg. Die letztgenannte lag aber zu sehr weit vom Schloss, sodass wir schon vorher den Rückweg angetreten haben.

    Wenn man sich die Geschichte des Areals anschaut, handelt es sich um ein besonderes Geschenk: bei dem Hochadel war die Geburt eines (langersehnten) „Stammhalters“ war ein Grund großzügig zu sein. Das war gleichzeitig der Auftakt zu eine regen Bau- / Gestaltungstätigkeit (auf mehrere Generationen verteilt), die zwischen 1701 mit einigen Unterbrechungen bis 1865 gedauert. Für jede einzelne der Epochen in dem Zeitraum gibt es Beispiele, was man damals schätzte oder es dem Zeitgeschmack entsprach. Dennoch habe ich den barock-braven Gerten hinter mir gelassen, um sich dem Landschaftspark zuzuwenden. Dieses ist das scheinbar „ungezähmte“ Gegenstück zum vorher erwähntem Bereich! Sobald man eine unscheinbare Tür hinter sich gelassen hatte, kann man nicht nur sein Blick in die weitläufige Natur schweifen lassen, als auch sich an den An- und Ausblicken erfreuen. Hier und da kann man dem Wasserlauf folgen, der sich neben den Wegen im Unterholz schlängelt. Trotz, dass die Würm in der Barockzeit umgeleitet wurde, kann davon heutzutage höchstens an der Kaskade etwas davon merken.

    Der Nymphenburger Park ist im Grunde genommen, ein Denkmal der Natur, die hier definitiv in den Mittelpunkt gestellt wurde. Das war bei der Gestaltung eines Landschaftsparks im englischem Stil gewollt und in dem speziellen Fall sehr abwechslungsreich. Wenn man vom Schloss dem linken Weg folgt, gelangt man recht schnell zum einstigen „Spielplatz“ der Prinzen. Das war aber erst hinterher (ohne einen entsprechenden Hinweis) ist das mehr als schwierig das als außenstehender zu erkennen. Davor hatte man aber auch den Eindruck gehabt sich eher in einem kleinen Forst zu befinden… In solchen Ecken des Parks wechseln sich kleine Büsche, kleine Grasflächen und verschiedene Baumarten ab, die ich (als „Stadtkind“ ;-) ) kaum benennen kann. Egal, welchen Weg man folgt, gelangt man früher oder später an den See mit der Badenburg und dem von mir vor kurzem beschriebenem „Monopteros“.

    Wenn man mehr Zeit mitbringen sollte, kann man (im Gegensatz zu uns) dem Wasserlauf bis zu dem Kaskaden folgen, wo man die namensgebenden Nymphen als Skulpturen vorfinden kann. Die verschlungenen Wege sind, wenn man sie nicht verlässt, gut begehbar und somit barrierefrei. Sollte man eine Verschnaufpause benötigen, kann man an einigen Stellen Sitzgelegenheiten finden und sich dort, bei bedarf, niederlassen. Ein toller Ausblick ist meistens das besondere dabei!

    Sollte man, wie wir sich hier nicht auskennen, kann die Touristeninformation im Schloss weiterhelfen. Ein kostenloser Flayer kann da gut zu Hand sein. Für die mit Technikaffinität empfehlt es sich vorher die passende App runter zu laden. Diese kann man auf der hier verlinkten Seite / Store kostenlos erworben werden. Kann mir zukünftig vorstellen es selbst zu nutzen. Bei über 25 Routen, wird es einem sicherlich nicht langweilig ;-). Es ist ein Gegenstück zu sich treiben lassen. Bekanntlich jedem das seine!

    Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hatte, dass auch, wenn man sich spontan auf den Weg machen sollte, gibt es bei den meisten Gabelungen Wegweiser, denen man nur folgen braucht, um zu einer der Sehenswürdigkeiten zu kommen. Einen von ihnen habe ich bewußt fotografiert, wie man es bei meinen Aufnahmen sehen kann.

    Auch, wenn es nach einem „Zufall“ aussieht, erkennt man an den Details, dass es um eine gewollte „Komposition“ handelt. Vor allem, wenn man die Wasserläufe betrachtet. An mehreren Stellen gibt es Brücken und Stege, die man sich genauer anschauen sollte: man kann an ihnen verschnörkelte Namenschiffren erkennen, die ich nur mit Mühe zu einem bestimmten Herrscher zuordnen könnte. Mit der Goldfarbe und der Krone darüber machen sie etwas her… Selbst in der kalten Jahreszeit, als wir den Park besucht haben, war es sehr belebt und beliebt gewesen: egal ob Muttis mit ihren Kindern, schnelle Jogger, die es eilig zu haben scheinen bis zu Rentnern mit ihren Hunden oder Touris wie wir, ist vieles dabei! Vor allem ist es kostenlos zu haben. Im Moment gibt es aber einen triftigen Grund es erst gar nicht zu besuchen: bis Ende Mai bleibt es für Publikumsverkehr geschlossen! Alles andere kann man auf der HP finden!

    Erneut ist es sehr lang geworden, doch weiße Flecke mag ich nicht. Auch, wenn man meinen könnte, dass die hier verlinkten vom Nachbarportal es bereits sind, das muss ich definitiv verneinen! Sie alle beziehen sich ausschließlich auf das Schloss Nymphenburg und nicht diesen, von mir beschriebenen Bereich. Bereits nach einem Besuch gehört es zu meinen Favoriten, doch da ich es noch nicht komplett gesehen habe, möchte ich sehr ordentliche 4 Sterne an der Stelle vergeben!

    geschrieben für:

    Denkmalbehörde / Freizeitanlagen in München

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    2.

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    Konzentrat Der feine Bericht erspart ( vorerst) den eigenen Besuch. Danke für die Reisebegleitung und Glückwunsch zum Daumen.


  3. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Dornröschen war ein schönes Kind… Diese wurde aus ihrem Schlaf erweckt aber es ist fraglich, ob das auch auf den Lantz'schen Park übertragen werden kann. Es besitzt eine spannende Geschichte, die mit dem Anwesen verbunden ist. Im Laufe der Jahrhunderte hatte es verschiedene Besitzer gehabt, die mehr oder weniger ihr „Stempel“ hinterlassen haben. Wie so oft hat sich die letzte Erbin damit „überfordert“, sodass es über lange Zeit sich selbst überlassen wurde und dadurch einen leicht verwilderten Eindruck hinterlassen hatte. Trotz, dass das Grundstück seit 1972 der Stadt Düsseldorf gehört, gab es seitdem kaum nennenswerte Veränderungen, was deren Erscheinung und vor allem den Zustand der hier befindlichen Bauten anbetrifft. Wie ich an einer anderen Stelle erwähnte, eher durch eine Privatinitiative (in Form eines Fördervereins) gab es Bemühungen wenigsten die gleichnamige Kapelle dort in Stand zu halten… Trotz, dass es einige (ferne) Verwandte von dessen Erbauer Heinrich Victor Lantz (1820-1901) leben, fühlen sie sich aufgrund der Verträge mit der Stadt von deren Pflege „entbunden“… Das finde ich schon schade, denn die gesamte Anlage ist aus meiner Sicht schon etwas besonderes! Zum einen aufgrund der Bedeutung, die ihr eigentlich zustehen sollte, als auch eines Kulturdenkmals, der bisher ein „Schattendasein“ fristet… Hab seit meinem ersten Besuch dort Menschen nach deren Einschätzung gefragt, was Düsseldorf als der Eigentümer des ganzen tun könnte, um es bekannter zu machen… gab es stets erstaunte Blicke und verwirrte / erstaunte Reaktionen, die nur eine Tendenz aufwiesen: der Lantz'sche Park ist weitgehend unbekannt! Bei den diversen Terminen anlässlich des Tags des offenen Denkmals gab es vor allem Freunde des vorher erwähnten Vereins oder Menschen, die wie ich gezielt sich auf den Weg gemacht haben, die neugierig gewesen sind, was es mit der Adresse auf sich hat! Für mich selber kann ich zugeben, auch wenn die sich das ganze nach einer „Werbeveranstaltung in eigener Sache“ gehandelt hatte, fand ich die Hintergrundinfos mehr als spannend!

    In der Vergangenheit habe ich inzwischen diesen Park mehrmals besucht, auch wenn für mich der Weg dahin immer eine bewusste Entscheidung gewesen ist! Für mich ist dieser mit einer langen Anfahrt [ab HBF 20 Min / 15 ab Altstadt / +X zu mir ;-) und einem strammen Fußweg (ca. 1,5 km)] verbunden! Falls man es sich tatsächlich anschauen wollte, empfehle ich eine Anfahrt mit den Öffis bis zu U HS "Lohausen", die von der 79 (Richtung Duisburg) angesteuert wird. Es liegt in Hör-/Sichtweite des hiesigen Flughafens, der an anderen "Ende" Düsseldorfs liegt. Trotz dieser Tatsache gestaltet es sich eher schlecht mit den Parkplätzen aus. Das am Rande erwähnt.

    Trotz das ich mehrmals versucht habe, allgemeine Öffnungszeiten in Erfahrung bringen zu wollen, ist mir das bisher nicht gelungen. Nicht mal am Eingang war eine Auffindbar :-(. In dem Fall gehe ich davon aus, dass wie bei den anderen Grünanlagen auch, diese je nach Jahreszeit ein wenig variieren können. Am schönsten ist es dennoch, wenn das Wetter mild sich zeigt.

    Wie passen ein Bunker, ein verfallenes Anwesen, dem man ansieht, dass bei deren Errichtung reichlich Geld im Spiel war und ein Wasserlauf, der sich verheerender auf das ganze auswirken sollte, als die Zeit, die vergangen ist, seitdem es leer steht? Die aufgezählten Sachen kann man alle in dem besagten Lanz‘schem Park vorfinden. Kann mir gut vorstellen, dass es der geeignete „Rahmen“ für eine Geistergeschichte wäre, wenn man sich auch Nachts bei einem Lagerfeuer (was jedoch nicht gestattet ist) hier befinden würde! Bei einer Historie, die seit dem Mittelalter nachweisbar ist, schön möglich sein! Selbst ein genaues Datum ist überliefert: 1235 kaufte ein gewisser Ritter der Herren von Calcum zu Lohausen. Diese gaben auch dem Stadtteil ihren Namen.

    So weit zurück möchte ich bei der Bewertung nicht gehen, denn das was den Park anbelangt, ist seit dem 18. Jahrhundert mit der Familie Lantz verbunden. Das Rittergut war schon lange eine Erinnerung seiner selbst und wurde wegen Baufälligkeit abgerissen. Verschiedene Mitglieder der Industrieellenfamilie haben dazu beigetragen, dass der Besucher weitgehend (in Ansätzen weiterhin) in einem englischem Landschaftspark sich befindet. Man braucht dennoch reichlich Phantasie, denn wie erwähnt jahrzehntelange Vernachlässigung kann man nicht innerhalb kurzer Zeit rückgängig machen.

    Eigentlich könnte die (sonst) im Mittelpunkt stehende Villa ein kulturelles Magnet sein können, doch es ist eine traurige Ruine, die auf einen Ritter von einst wartet, der aber kaum kommen wird… der Förderverein kann eine weitere „Mammutaufgabe“ nicht stemmen, vor allem in finanzieller Hinsicht! Da steht definitiv die Stadt Düsseldorf in ihrer „Pflicht“ es zu bewahren! Was leider zuletzt Ende der 70-er Jahre nach dem Erwerb des Grundstücks mit den beiden Immobilien geschehen ist.

    Anhand eines Gemäldes, auf dem die Ehefrau Margarethe (1769 – 1833) davor zu sehen ist, kann vermutet werden, dass die Villa in den Jahren 1805-06 errichtet worden ist. Man kann bereits die geschwungene Wege rings um erkennen. Aus der Zeit haben sich der von mir bereits vorgestellte „Turbanträger“ (der verschollene Pendant Kaiserin Helena) und die antikisierenden Schmuckvasen zurück. Knappe 60 Jahre später gab es eine „Anpassung“ an den Zeitgeschmack: nicht alles ist bis heute so belassen worden, doch in dem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass es zu einem Landschaftspark umgewandelt wurde. Die Industrieellenfamilie konnte sich sogar einen „Star“ dafür beauftragen zu können: Joseph Clemens Weyhe (1807 - 1871), den königlicher Garteninspector in Düsseldorf! Auf einer weiteren Darstellung konnte man feststellen, dass es bereits um 1864 so weit gewesen ist.

    Eine weitere Frau - Mathilde (1834 – 1878), verh. mit Heinrich Victor Lantz (1820-1901) sollte in diesem Rahmen eine „würdige“ Ruhestätte bekommen. Ihre Erinnerung sollte bleiben aber auch den Nachkommen ebenfalls als solche dienen sollte. So entstand am Ende der Anlage eine „Memorialkapelle“ mit einem, für Besucher nicht zugänglichem, Mausoleum darunter. Das ist aber an der passenden Stelle bereits vertieft worden.

    Bei meinen Recherchen habe ich zudem herausgefunden, dass der hier befindliche Bunker aus strategischen Gründen (und nicht privater Veranlassung) errichtet worden ist! Ab 1944 wurde er für die Vermittlung geheimer Nachrichten durch den Gauleiter von Düsseldorf und Reichsverteidigungskommissar Friedrich Karl Florian persönlich bestimmt! Das sollte sich auf das Gesamtensemble in seinem historischen Kontext stark auswirken: Durch die vorher erwähnte Tatsache war der Bunker ein Ziel der Bomben gewesen. Viele alte Bäume, sowie jene Bereiche, die wie die Kapelle, nach 1880 neu von dem Gartenbaumeister Julius Bouché, (eigentlich Carl Friedrich Julius Bouché (* 8. August 1846 in Schöneberg - 28. Juni 1922 in Bonn)) in historischem Stil gestaltet wurden, gingen unwiederbringlich verloren.

    Trotz des Anfangs erwähnen Kaufs durch die Stadt Düsseldorf im Jahr 1972 sollte es noch recht lange dauern, bis es zu einem öffentlichen und der Allgemeinheit zugänglichem Park wurde! Eine (aus meiner Sicht) kuriose Entscheidung ist, dass der Grundstück für weitere 2 Jahre an ein Sportclub verpachtet wurde! Kann mir gar nicht vorstellen, wie der Ablauf dort abgehalten werden konnte, weil sich keine Verweise darauf finden, dass damit irgendwelche baulichen Veränderungen stattgefunden haben! Dann folgte erst eine partielle Restaurierung 74-78 statt! Eigentlich war vorgesehen, dass der Galerist Alfred Schmela (1918-1980) mit seinen Kontakten zur künstlerischen „Avantgarde“ es schaffen könnte, doch es kam anders.

    Vereinzelt sind noch heute moderne Anklänge dieser Phase sichtbar, doch wenn nach einem solchen „Happening“ man unkommentiert vor einem solchen Objekt steht, dann stellt sich die Frage, nach der „Nachhaltigkeit“ des ganzen! Vor allem, weil in den vergangenen Jahrzehnten durch Vandalismus etc. diese (abstrakten) Werke sehr vernachlässigt worden sind. In dem Zusammenhang finde ich erwähnenswert, dass einige der einstigen Dauerleihgaben, die für mich ein Grund darstellten überhaupt hin zu fahren (unter anderen die „Tube, auf ihren Inhalt gestützt“ von Claes Oldenburg) sich nicht mehr dort befinden, weil es vom besagten Künstler nicht mehr gewünscht wurde! Mein Favorit unter den Skulpturen dort ist aber längst hier bekannt: eine Kopie nach Benvenuto Cellini, die den Perseus mit der Medusa zeigt…

    der Lanz‘sche Park schlägt mit den verschiedeneren Akzenten eine Brücke zwischen den Jahrhunderten. In den letzten Jahrzehnten wurden einige Versuchen unternommen (was aber kaum Wirkung zeigte) einen geeigneten Pächter etc. zu finden. Was mich sehr stark irritierte und sich auf auf potentielle Interessenten übertragen läßt, dass die Ruhe, die man eigentlich erwartet, nur von kurzer Dauer ist! Man befindet sich im Stadtteil Lohausen direkt in der Einflugschneise des Flughafens!

    Aus meiner Sicht für das Ensemble spricht seine Kombination aus Nachbarschaftstreff, wenn man Kinder hat und den dortigen Spielplatz besucht und dem was ich bisher über die kulturelle Seite berichtet habe. Seit meinem letzten Besuch ist schon ein Weilchen verstrichen. So habe ich positive Veränderungen bezüglich der Nutzung der mehrmals erwähnen Villa erfahren: nach dem heutigen Stand der Dinge, seit einigen Monaten (Ende 2019) befindet sich dort eine exklusive „Designschmiede“ für gehobenen Wohnkomfort! Eine tolle Wende, die „ein ehrwürdiges Stück Vergangenheit erhalten und ein neues Stück Zukunft erschaffen“! Was wünscht man sich mehr! Solange ich noch nicht erneut dort war, möchte hier ebenfalls sehr solide 4 Sterne und Favoritenstatus vergeben!

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen in Düsseldorf

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  4. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Bis ins 19. `Jahrhundert hinein war Düsseldorf, im Vergleich zu heute, ziemlich winzig gewesen. Es erstreckte sich zwischen dem Gebiet rund um die Lambertikirche / Schlossplatz bis zur „Zitadelle“ – noch heute in Teilen als solche erkennbar… In etwa war es ca. ein Kilometer lang und ca. einen halben breit! In etwa, da wo heute die Rheinbrücke ist, fand man sich bereits in Bilk, die nächste Gemeinde… Erst durch die Eingemeindung früherer freier Städte (vor allem am linken Rheinufer) nach 1900 und zum Schluss 1929 Benrath, das sich bis dahin „gesträubt“ hatte, ist es zu dem geworden, was man heute kennt. Wenn man es so richtig betrachtet, war es eine kleine „Kapsel“, die man noch heute im Stadtbild anhand bestimmter Bauten oder Verläufe der Straßen erkennen kann. Vieles ist, weil diese begrenzten Grenzen zu eng geworden sind, vielerorts abgetragen. In so mancher Chronik heiß es von der Verwaltung entschieden wurde so mit den einstigen Stadtmauern zu verfahren. Die Namen der einstigen Tore dienen zum Teil noch heute als Straßenbezeichnungen. In der Vergangenheit habe ich mehrere solcher (vermeintlichen) Geschichts-Relikte entdeckt, die sich bei genauer Betrachtung als eine „Mogelpackung“ herausgestellt haben. Diese sind zum Teil ein Ergebnis städtebaulicher „Projekte“, die mitunter von den gleichen Behörden initiiert wurden, die geraume Zeit vorher deren „Beseitigung“ beschlossen haben… es scheint der Lauf der Dinge zu sein…

    In Düsseldorf kann von solchen Neugestaltungen bezüglich einer neuerlichen Errichtung einer solchen Anlage keine Rede sein. Dennoch gibt es am Rande der Altstadt einen historischen „Durchlass“ aus dem 19. Jahrhundert, wie ich an der passenden Stelle erläutert habe. Vergangenes, was ein Ort ausgemacht hatte, läßt sich nicht selten anhand von archivierten Zeugnissen nachweisen. Wenn ich das auf das Bergertor, das sich gegenüber des Palais Spee befand (heute Stadtmuseum) übertrage, erscheint es wie eine „Zeitkapsel“ an die hier erinnert wird. Wäre aber da nicht die eher unscheinbare Platte gewesen, die hier zu sehen ist, könnte man reichlich spekulieren, wo die jeweiligen Tore einst gewesen waren.

    Erneut hat das Heimatverein „Düsseldorfer Jonges“ an diese Tatsache erinnert. Insgesamt ist es ein positiver Ansatz, doch dadurch, dass eben unter einem Baum auf dem Pflaster zu finden ist, merkt man davon nur etwas, wenn man drüber „stolpert“. Das war auch bei mir der Fall gewesen. Bei anderen Auftragsarbeiten des besagten Vereins wurde es aus meiner Sicht deutlich besser gelöst, als es hier gemacht wurde. Es ist zu lesen, dass zusätzlich ein Grundriss des ganzen ebenfalls angebracht wurde aber wenn man den Hinweis „überliest“, dem bleibt es, wie bei mir es der Fall gewesen ist, verborgen!


    Das Bergertor, das sei sicher, war eins, das in seiner Bestehensgeschichte zwar stets die gleiche Bezeichnung besessen hatte, dennoch mehrmals Auf-, Umgebaut und Abgerissen wurde! Mal gab es dabei keine Durchfahrt, weil es zugemauert wurde oder aufgrund von Bauschäden größtenteils abgerissen werden mussten. Unter Kurfürst „Jan Wellem“ wurde es zum Eckpunkt der bis heute erkennbaren Zitadelle. Zeitweise zierte das Wappen des Hauses Pfalz-Neuburg oben angebracht gewesen. Gleichzeitig verwiesen die anderen Dekorelemente auf seine militärische Nutzung – Waffen, Standarten und sonstige Ausrüstung, die dazu gehörte. Zu einer späteren Zeit wurde das besagte Tor ein Teil eines Wohnhauses. Das kann man anhand der Fotos erkennen, als es 1895 in seine Einzelteile zerlegt worden war. Im Nachhinein hat es sich aber als eine Fehlentscheidung erwiesen.

    Laut einer Anordnung lag der Beschluss aber bereist etliche Jahrzehnte zurück und zwar stammte sie aus dem Jahr 1831! Da scheint es sich nicht viel zu der Langwierigkeit solcher Vorhaben seitdem geändert zu haben. Es beruhe auf der Vermutung, welche Entwicklung es in diesem Bereich der Stadt geben wird, was das Verkehrsaufkommen anbelangt! Wer sich diese ruhige Gegend vor Augen führt, könnte es mehr als nur den Verweis auf den Bergertor geben. Doch das kann man nicht mehr rückgängig machen. Manche Entscheidungen lassen einen nicht „kalt“, wie es hier sich einst zugetragen hatte, vor allem, wenn sich die „Entscheidungsträger“ dermaßen „vertan“ haben, was die gesamte Prognose anbelangt! Mich macht es sehr traurig…

    Ein Heimatverein setzt sich als Ziel an Personen oder „Sachen“ zu erinnern, die ein Ort geprägt hatte. In diesem Falle wurde diese Plakette 1992 angebracht. Wie man aber vorher ahnen konnte, ob es in der Form überhaupt wahrgenommen wird, das bezweifle ich sehr stark! Selbst mir, die früher regelmäßig eine kleine Grünanlage hinter dem Stadtmuseum angesteuert habe, ist es mir erst jetzt bei einem Spaziergang aufgefallen! Zudem liegt es in einem Bereich, der sonst von einem beliebten Café dort „beansprucht“ wird. Wenn ich ehrlich sein soll, tue ich mich reichlich schwer eine angemessene Gesamtwertung abzugeben. Nachdem ich alles abgewogen habe, erscheinen mir 2 Sterne, vor allem weil es überhaupt einen Verweis auf dieser Stelle gibt, als angemessen.

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen in Düsseldorf

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    4.

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  5. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

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    „Spektrum der Wissenschaft“ hört sich nach einer „trockenen Materie“ an, die nur Fachleute verstehen! Weit gefehlt! Als ich eine der Zeitschriften dieses Verlags in den Händen hielt, denn um diese geht es hier, hatte ich eben das gerade geschriebene gedacht. Bei einem Preis pro Heft, das bei ca. 6-7 € liegt, war ich mir nicht sicher, ob sich eine solche „Anschaffung“ überhaupt lohnt. Meistens liest man es nur einmal, um es ins Altpapier zu entsorgen (oder weiter zu geben, wie ich es meistens mache). Jeder hat so seine Vorlieben und da ich kein „Freund“ der Naturwissenschaften bin, wird sicherlich die Frage aufkommen, dann warum schreibe ich darüber und aus welchen Gründen ich es dennoch zu meinen Favoriten hinzugefügt habe?!

    Auch, wenn alle Erscheinungen unter dem oben genannten Titel veröffentlicht werden, sie bieten Hefte zu unterschiedlichen Themengebieten an. Ein Schwerpunkt ist sicherlich die Logik mit „Knobeleien“ im Bereich Mathe aber auch einige Titel über die vorher erwähnten Naturwissenschaften: Biologie, Chemie, Physik, Umwelt und was jetzt ggf. mehr gefragt sein dürfte ist der über die neuesten Erkenntnisse der Medizin. Darüber hinaus beschäftigt sich ein weiterer Teil mit der Gesundheit in Punkto Ernährung, der Psychologie und ähnlichem, was sich im „Kopf“ abspielt – natürlich aus dem Blickwinkel eines Fachmanns (beiderlei Geschlechts). Wie erwähnt, diese Bereiche sind mir ehrlich gesagt „schnuppe“… wer lange meine Beiträge liest, kann vielleicht den Zusammenhang erraten ;-)!

    Jeder kann ermessen, dass man auf vielen Fachgebieten forschen kann. Darunter bietet die Geschichte eine Fülle an Bereichen, in denen man neue Erkenntnisse gewinnen kann. Man könnte meinen, dass es „keine weißen Flecke“ mehr gibt und dennoch ist man als Leser fasziniert, mit welchen Themen sich die Fachleute auseinandersetzen. Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, seinen eigenen Wissenshorizont durch solche Publikationen zu erweitern, wenn das Interesse besteht! Vor einigen Monaten, als ich ein modernes Antiquariat betreten habe, erspähte ich einige ältere Exemplare dieses Magazins. Eigentlich habe ich nach einem anderen Buch / Thema gesucht und dennoch bei mehreren Erscheinungen von Spektrum der Wissenschaft zugegriffen. Bei dem Preis, der verlangt wurde, habe ich nicht lange überlegt und zugegriffen!

    Egal, welches von diesen Themengebieten von denen ich bisher berichtet habe, alle Hefte erscheinen alle 2 Monate. Wie es bei solchen Fachzeitschriften der Fall ist, auch wenn eine bestimmte „Geschichte“ im Mittelpunkt steht, dass es weitere gibt, die einen weniger interessieren könnten. Da muss man genauso abwägen, wie es bei mir gewesen ist. Die drin enthaltenen Artikeln stammen, wie man es häufig so kennt, von unterschiedlichen „Quellen“ und Schreibern. Dementsprechend, auch wenn es fundierte Informationen enthält, ist es kein Garant für ein kurzweiliges Lesevergnügen. Fand es besonders schade, dass es bei der Erscheinung gewesen ist, für die mich gezielt entschieden habe! Kann man aber am ansprechenden Cover nicht erkennen, ob es einem persönlich gefällt!

    Wenn man aber (im Gegensatz zu mir) feststellt „mehr davon“, kann es deutlich günstiger abonnieren. Weitere Details kann man auf der hier verlinkten HP finden. Was den o.g. Preis nachvollziehen lässt, ist zum einen seine hochwertige Erscheinung und die hervorragenden Fotos, die dort veröffentlicht werden. Auf die Dauer muss dennoch jeder selbst entscheiden, ob es einem wert ist, ausgegeben zu werden. Für mich persönlich kommt es eher nicht in Frage.

    geschrieben für:

    Verlage in Heidelberg

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    5.



  6. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

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    Es gibt und gab seit jeher Berufe, die mehr oder weniger geachtet wurden. In einer Zeit, in der es keine Selbstverständlichkeit gewesen ist, dass man seine Notdurft hinter verschlossenen Türen verrichten konnte, gab es Leute, die es in regelmäßigen Abständen abgeholt haben. Einer von ihnen war in Dülken (heute Stadtteil von Viersen) der hier abgebildete „Tien Anton“. Erneut handelt es sich um ein „Original“. Eins sei aber vorweg verraten: das war nicht sein „richtiger“ Name gewesen! Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Mann hat sein Lebensunterhalt als Tagelöhner verdient. Dieser ging eins von Haus zu Haus, um das zu sammeln, was nach dem Verdauen „übrig“ geblieben ist. Erkennbar war „Tien Anton“ an seiner Schubkarre, einem Fass und einem „Schöpfer“, mit dem er es entnommen wurde.

    Nicht alles, was sich aus heutiger Sicht positiv anhört, musste zu Lebzeiten eines solchen Menschen es ebenfalls gewesen sein! Der Spitzname „Tien“ bedeutet so viel wie Jauche! Wenn man es genau wissen sollte, sein vollständiger Name lautete Peter Anton Stams. Er lebte zwischen 01.10.1836 – 1895. Wie ich öfter bei solchen „stillen Helden“ mitbekommen habe, wird bei dieser Skulptur auf einen Sockel verzichtet wurde. Die Erscheinung soll tatsächlich der hiesigen Abbildung sehr ähnlich ausgesehen haben. Der kleine Mann soll gerade 1,70 Meter groß gewesen sein. Durch seine Holzpantinen konnte man Tien Anton bereits von weitem hören. Das ist auch einer der Details, die man an der Figur finden kann. Durch die Darstellung ist ein „Fenster“ in die Vergangenheit eröffnet worden, die so weit zurückliegt, dass man es sich selbst kaum vorstellen kann!

    Den „Dreckbeseitiger“ habe ich eher durch ein Zufall entdeckt, als ich einen Spaziergang durch Dülken gemacht habe. Zu finden ist es an der Einmündung der Blauensteinstraße. Das Original ist mit den vorher erwähnten Gegenständen abgebildet: Schubkarre auf dem ein Fass mit Deckel steht. In der linken Hand trägt er eine recht große Schöpfkelle, mit der der anderen hält er sein Transportmittel. Höchstwahrscheinlich, damit die schlechten Gerüche und / oder die üble Brühe in dem Fass bleibt, wurde ein Lappen unter dem Deckel angebracht. Anbetracht dessen, kann man froh sein, dass heute ein Knopfdruck oder ähnliches reicht, um seine Ausscheidungen dezent los zu werden. Vor allem hygienischer. Es war aber notwendig, denn sonst führte es, wenn man es „durchs Fenster“ entsorgte, in den vergangenen Jahrhunderten zu schlimmen Seuchen mit entsprechend vielen Opfern!

    So „düster“ soll man die Darstellung aber nicht wahrnehmen! Man kann es mit der „Müllabfuhr“ vergleichen. Eine Gemeinsamkeit ist sicherlich, dass es stets zu einem Sammelpunkt abtransportiert werden musste. Nur die „Mittel“ haben sich weitgehend geändert… Das gleiche gilt auch für die „Berufsbekleidung“, die dabei getragen wird. Die Bronzefigur trägt eine markante Kopfbedeckung (Bowlerhut). Wie es zum Teil noch heute am Niederrhein und den nahen Niederlanden getragen werden (z.B. in Trachtenform), befinden sich auf den Füssen Schuhe aus Holz (Kloggs, die in der Region auch so bezeichnet werden). Die Erscheinung ist so gekleidet, als ob er im der kalten Jahreszeit unterwegs gewesen wäre. Dafür spricht jedenfalls der dicke Mantel.

    1980 wurde durch den Bildhauer diese Skulptur geschaffen, die an die Ortsgeschichte erinnern soll. Der Aachener Bildhauer Hubert Löneke (* 27. Juni 1926 in Beller [Brakel/Kreis Höxter] - 28. April 2011 in Aachen) schuf diese und weitere Skulpturen, die man im an verschiedenen Orten sehen kann. Als Vorlage hat ein zeitgenössisches Foto von Peter Anton Stams gedient. Die ganze Darstellung ist diesem „angepasst“! Mir gefällt sie ausgesprochen gut! Auch, wenn ich nur das wenige zusammentragen konnte, finde ich, dass ich selbst etwas dazu gelernt habe. Wenn man diesen Viersener Stadtteil besuchen sollte, kann ich es besten empfehlen sich aus der Nähe anzuschauen!

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen in Viersen

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    6.

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    Sedina Tscha, und heute wäre er arbeitslos und ich zahle weitaus mehr an die Stadtentwässerung.
    Eine schöne Geschichte! Danke und Glückwunsch zum Grünen Daumen!


  7. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    Dresden, ist wie kaum eine andere Stadt, die ich kenne, voller architektonischer Kontraste: auf der einen Plattenbauten und in ihrer unmittelbaren Nähe Objekte, die mitunter mehrere Hundert Jahre alt sein können. Um zu diesem Nymphenbrunnen zu gelangen, verlassen wir die vorher erwähnten Brühlschen Terrassen Richtung Schloss mit Hofkirche, nehmen dann die Carolabrücke, um in die „Neustadt“ zu gelangen. Wechseln dort nur noch die Straßenseite und bleiben am Anfang der Fußgängerzone stehen. Man kann sich zwar der „goldenen Reiter“ zuwenden, doch heute steht es nicht im Mittelpunkt der Bewertung, dennoch ist seine Erwähnung an der Stelle nicht verkehrt, denn ohne ihn mit seinen Erweiterungsplänen in diese Richtung hätte es weder den Stadtteil und im speziellen den Brunnen gar nicht gegeben! Ursprünglich stand er aber nicht am Neumarkt, sondern auf der anderen Straßenseite. Es befand sich an der Faßade eines nicht mehr existierenden Palais. Wie man sich denken kann, geriet auch der besagte Brunnen in Mitleidenschaft. Genau genommen, handelt es sich selbst bei den, die man sehen kann, um Kopien, die 1938 durch den Bildhauer Paul Polte (* 1877 in Schlesien -1952 in Hof, Vogtland) ersetzt. Wie ich bei der Recherche herausgefunden habe, ist es nicht die einzige Skulptur von ihn, die man in Dresden finden kann. Doch mehr (ggf.) an den passenden Stellen.

    Die sächsische Landeshauptstadt war eine Stadt, die sehr stark unter den Angriffen des 2. Weltkriegs gelitten hatte. Zum Teil wurde erst nach der Wiedervereinigung damit begonnen, wichtige Denkmäler für die Nachwelt zu sichern und sie fachmännisch zu restaurieren. Auch hier sollten einige Jahrzehnte verstreichen, bis die Kriegsschäden am dem Nymphenbrunnen behoben werden konnten. Genau genommen, als die Neustadt ihr „neues Gesicht“ in den 1970-er Jahren.

    Es ist einer der Plastiken, die aus mehren Teilen bestehen, die mehrere Schritte von einander entfernt sind. Hier ist mit ebenfalls aufgefallen, dass wie bei den Wasserspendern auf dem Albertplatz diese erst ab der Mittagszeit sich im Betrieb befinden. Das kühle Nass wäre um einiges erfrischender, wenn es nicht so abgestanden gerochen hätte! Trotz, das es sich in einem geschlossenem Kreislauf befindet, hat sicherlich die extreme Hitze des Sommers dazu beigetragen, dass es sich so und nicht anders verhält.

    Ein verbindendes Element sind die beiden Fischmäuler (s. Foto), aus denen das Wasser raus kommt. Das kann aber auch, wie bei mir der Fall gewesen ist, nur auf eine von den beiden Brunnen übertragbar sein! Wenn ich ehrlich sein soll, hat es bei dem linken nur getropft. Ob es an den Leitungen gelegen hatte oder eine andere Ursache gehabt hatte, kann ich nicht sagen. Dennoch besitzen beide ihren Charme. Wenn man sie sich aber genauer anschaut, könnten sie eine gründliche Reinigung vertragen. Das aus Denkmalsgründen häufig verzichtet wird, habe ich (wie etliche male zuvor festgestellt) nicht zum ersten mal erlebt! Bei einem „Original“ hätte ich die Bedenken nachvollziehen können, doch mit seinen mehr als 80 Jahren zählen diese sicherlich nicht dazu…

    In der barocken Kunst war es häufig der Fall, dass man sich mit seinen „Errungenschaften“ von der „besten Seite“ zeigen wollte. Die Nymphenbrunnen kann man in einen solchen Kontext stellen. Die beiden Figuren stehen stellvertretend für die beiden Flüsse, die durch die Erlangung des polnischen Königstitels durch August den Starken (eigentlich Friedrich August I. von Sachsen - 12. Mai 1670, Dresden - 1. Februar 1733, Warschau, Polen) im allegorischem Sinne dargestellt werden: auf der einen die Elbe, zum anderen die Weichsel. Bei der sächsisch-polnischen Allianz handelte es sich um die jeweils wichtigsten, wie man es sich vorstellen kann.

    Die ursprüngliche Version (über deren verbleib ich keine Angaben machen kann) stammte vom Hofbildhauer Johann Benjamin Thomae (1682-1751). Diese entstanden zwischen den Jahren 1739 und 1742. Die beiden Nymphen sind durch die verschiedenen Attribute unterschiedlich gestaltet. Das verbindende sind aber die Putti, die an ihre Seiten hinzu gestellt wurden. Leider konnte ich ebenfalls nicht herausfinden können, zu welchem der besagten Flüsse sie jeweils stellvertretend stehen!

    Schauen wir uns das ganze aus der Nähe an. Beide Göttinnen lehnen sich an ein Meerestier, aber dennoch stets anders! Fangen wir bei dem linken Brunnen an. Hier kann man eine Frau sehen, die sich mit ihrer linken Hand an einem Stein (?) abstützt. Davor kann man einen schuppigen Fisch entdecken. Der Oberkörper ist nackt und die Scham wird mit einem Tuch bedeckt. Dieses zeichnet sich durch reichen Faltenwurf aus. Es berührt dabei leicht die Schulter und reicht bis zu ihren Beinen. Eins von ihnen wird von dem Putto mit der Hand berührt. Diese Figur macht einen fröhlichen Eindruck. Auf seiner Schulter ist ein weiterer „Wasserbewohner“ – ggf. ein Delfin zu finden. Das was ich für ein Wappen gehalten habe, ist in Wirklichkeit Schilfrohr!


    Bei der rechten möchte ich aber beim Putto anfangen: sein stummer Schrei kommt nicht von ungefähr, man hat sogar Mitleid mit dem Kleinen! Auf so eine Idee muss man erst kommen: der wird von einem Krebs in die Brust gezwickt! Auch, wenn er Blickkontakt zur Nymphe sucht, wird dieser von ihr nicht erwidert. Sie selbst blickt zur Seite. Ihr Interesse gilt mehr dem Paddel in ihrer Hand! Im Gegensatz zur anderen wird bei ihr das Tuch eher als eine beiläufiges Accessoire, das ihr über die Schulter gelegt wurde. Die nackte, liegende Gestalt „präsentiert“ stattdessen einen weiteren Verweis auf das Wasser: eine Muschel in ihrer linken Hand. Beide sind von dem Betrachter abgewandt. Durch ihre erhöhte Position stehen sie scheinbar über den Dingen. Unter ihnen ist in der Mitte des Beckens eine Ziegelunterlage vorhanden, auf der sie beide Ruhen.

    Zum Schluss möchte ich auf den Grund kommen, warum ich, trotz der Geschichte, die dahinter steckt, nur 3 Sterne vergeben möchte: wie vorher erwähnt, bei einer Kopie braucht man aus meiner Sicht weniger „Feingefühl“ was deren Pflege anbelangt. So schmierig wie es mir vorgekommen ist, muss es definitiv nicht sein. Zum anderen fehlen bei beiden (aus welchen Gründen auch immer) einzelne Gliedmaßen. Ob es längerfristig geschehen ist, kann ich aus der Ferne nicht ergründen! Hier wäre irgendwie eine Ergänzung sinnvoll, dennoch gehe ich nicht davon aus, dass das je geschehen wird! Mir gefällt es dennoch, trotz meiner Bedenken! Wenn man in der Fußgängerzone in der Neustadt sein sollte, unbedingt anschauen und sich ggf. selbst eine Meinung bilden!

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  8. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    Bei unseren Besuchen in München haben wir einiges entdeckt. Heute möchte ich über eine im Schlosspark Nymphenburg berichten. Die Adresse, die ich dabei hinterlegt habe, ist jene vom Haupteingang dazu. Dieses Denkmal liegt aber ca. einen 20-30 Min. Fußweg davon entfernt. Eine Hilfe, um den Monopteros, um den es nun geht, kann man an der Kasse des besagten Museums (falls diese bereits erneut geöffnet sein sollte) in Form eins Faltblattes erhalten. Für mich als digitalen „Fußgänger“ war diese Lösung nahe liegend, denn ich kann keine genauen Koordinaten angeben, die einem sonst weiter helfen könnten! Hab vorerst dieses Objekt gewählt, denn über den vorher erwähnten Park werde ich einen eigenen Beitrag schreiben. Der Weg ist aber auch bestens ausgeschildert. Wenn man diesem Folgt, gelangt man ebenfalls dahin.

    Falls man sich über den vorherigen Schreiber wundern sollte, dass er von dem englischen Garten schreibt, das kann man als einen kleinen „Fehlgriff“ bezeichnen… Das liegt daran, dass es tatsächlich an beiden Orten jeweils so ein Objekt gibt! Da ich aber nur den in Nymphenburg kenne, möchte ich mich diesem zuwenden. Um hierhin zu gelangen, richtet man sich zur sog. „Badenburg“. Man kann den Monopteros zwar von dort aus sehen, dennoch liegt es an der anderen Seite des Sees an dem er liegt. Wenn man das im Auge behält, kann man es danach quasi nicht verfehlen. Stets am Ufer entlang. Bei schönem Wetter, das wir bei diesem Spaziergang hatten, war es schon ein besonders Vergnügen.

    Wie so oft, als wir an dem tempelartigen Bau angelangt sind, gab es keinen Hinweis, was es damit auf sich hat! Die sehr hohen Stufen, um mir die dort befindliche Stele anzuschauen, erschienenen mir nicht wert erklommen zu werden, um mir das ganze aus der Nähe zu betrachten. Wenn man mitbekommen hatte, dass selbst sehr fite Menschen sich ein wenig anstrengen mussten, um es zu erreichen, da bleibe ich lieber außen vor und lasse es auf mich wirken.

    Das mit den Inschriften, die man auf diversen Denkmälern erblicken kann, können einen vor knifflige Fragen stellen, weil man es entweder nicht versteht oder aufgrund von Witterungseinflüssen nicht entziffern kann! Das war auch beim Monopteros der Fall gewesen. Es erinnert an ein „Lusttempel“ des frühen 19. Jahrhunderts (auch wenn die Inschrift was anders besagt). Ein künstlerischer Rückgriff auf die früheren Baustiele war im 19. Jahrhundert, als es entstanden ist, sehr beliebt gewesen. Doch, das was es genau damit auf sich hatte, das sollte für mich sehr lange ein Rätsel bleiben. Man kann einige Fotos und Verweise, dass es das gibt, doch nicht das was ich vermutet habe: es ist ein Monument, das wie es selbst ein weiterer Verweis auf die Vergangenheit.

    Die Inschrift lautet:
    Churfürst Maximilian
    Emanuel
    legte diesen Garten im franzoesischen
    Styl an im letzten Viertel
    des XVII Jahrhunderts; umgeaendert im
    englischen vom Koenig Maximilian Joseph
    im ersten des XIX.
    Dessen zum Andenken von
    Ludwig I., Koenig von Bayern.
    MDCCCLXV. (1865)

    Die Moden ändern sich bekanntlich und so erfährt man nun, dass man hier kein klassizistisches Bauwerk vor sich hat, sondern es an diesen Stil angelehnt ist. Wie man lesen konnte, ist es eine Brücke, als sich ein Wechsel zwischen einem streng geometrischem Barock zum überraschenden englischen Gartenpark vollzogen hatte.

    Dieser Säulenbau hat etwas „majestätisches“ in sich. Aus der Ferne könnte man sogar meinen, dass es sich beim Monopteros um eine Art „Mausoleum“ handeln könnte, aufgrund der, von weiten sichtbaren Platte, in deren Mitte. Eingebettet ist es in einen „floralen Rahmen“ aus Bäumen und Sträuchern, die zum Teil das ganze verdecken. Da kann man schon staunen, auf welche Einfälle die Gartengestalter dieser Epoche gekommen sind!

    Bei einem englischen Landschaftsgarten wird der Betrachter (scheinbar willkürlich) zu neuen Blickwinkeln angeregt. So ist selbst ein solcher „Tempel“ ein Bestandteil eines solchen „Spiels“. Hier aber erfolgt ein noch weiterer Zeitsprung als zuvor: als eine Staffage wird ein antiker Bau genommen und in die „Moderne“ versetzt, sowie gleichzeitig neu interpretiert. Der Rundbau, wenn man davor steht, ist ziemlich hoch, ca. 8-10 Meter. Deren Kuppel lässt erahnen, dass aufgrund, dass verwendeten (gestanzten Blechs) es sich um eine „Neuschöpfung“ des frühen Industriezeitalters handeln kann. Mir gefällt es schon recht gut, doch aus meiner Sicht wäre es wünschenswert, dass das was ich hier zusammengetragen habe, auch vor Ort zu finden wäre!
    Was mich aber dazu bewogen hatte, nur 3 Sterne zu vergeben, ist dass man die zitterte Inschrift nicht lesen kann, als auch die Tatsache, dass durch die Umwelteinflüsse sich eine unschöne Schmutzschicht auf den Säulen gebildet hatte. Wie zuvor ist es anscheinend nicht wünschenswert, dass das grundlegend behoben wird. Das finde ich ausgesprochen schade… Wenn man nach Nymphenburg kommen sollte und dabei einen Spaziergang durch den Park machen sollte, dann am besten selbst anschauen, ob ich mit meiner Einschätzung richtig lag. Dennoch, auch wenn es ggf. befremdlich klingen mag, gehört der Monopteros zu meinen Favoriten dort...

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    Freizeitanlagen in München

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    ps.schulz Ja, schon, denn ich habe mal in München gelebt, und bin öfter im Nymphenburger Park spazieren gegangen, aber das ist sehr lange her - DANKE, dass Du meine Erinnerung aufgefrischt hast!
    FalkdS Das ist erst der zweite, den ich sehe, die anderen lese ich auch noch.
    Glückwunsch aus Oranienburg


  9. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

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    Heutzutage gehören die Werke des Malers Caspar David Friedrich zu den Highlights einer jeder Sammlung, wenn es um die „Umbruchzeit“ zwischen Barock und dem was er „geprägt“ hatte - der deutschen Romantik. Wenn man sich die passenden Einträge im Netz und entsprechenden Büchern anschaut, wird C.D. Friedrich als Hauptvertreter dieser Stilgattung schlecht hin genannt! Die Geschmäcker, auch in der Kunst sind bekanntlich dem Zeitgeist / Moden unterworfen und das was zu am Tag X begehrt ist, kann es kurze Weile später sich ins Gegenteil umkehren. Das war auch beim besagten der Fall gewesen und das schon zu seinen Lebzeiten! Caspar David war sowohl (von wenigen) Unterstützt, ja geschätzt worden aber auch belächelt und / oder nicht „ernst“ genommen, weil er den „nordischen Vorbildern“ (wo seine Laufbahn begann) nacheiferte, die im frühem 19. Jahrhundert weniger beliebt gewesen sind! Dazu kommt aber auch, dass aufgrund er den größten Teil seines Berufslebens einer Stilrichtung treu blieb, als auch man in seinen Werken seine „Verbundenheit“ mit seinen Lehrern zeigte, wurde er in einen „Topf“ mit ihnen getan, was sich (vorerst) auch finanziell auswirkte.

    Das „Fremdeln“ mit seinen Bildern von seinen Zeitgenossen hat nach seinem Ableben ebenfalls dazu geführt, dass er für eine sehr lange Weile in Vergessenheit gekommen ist. Erst eine Ausstellung im Jahr 1917 führte Friedrich in dem „erlauchten“ Kreis der bedeutenden Malern der Romantik, die ihm bereits vorher angemessen wäre. Doch da greife ich zu sehr vor… Für einen Jungen aus einfachen Verhältnissen war es nicht verständlich, dass eine solche Laufbahn möglich gewesen wäre, wenn man es mit der Mehrheit seiner Zeitgenossen vergleicht! Sein Talent wurde früh erkannt und auch unterstützt. Mit gerade 16 Jahren begann er sein Studium in Greifswald bei Johann Gottfried Quistorp (*16. April 1755 Rostock -1. März 1835 Greifswald) als Illustrator. Seit dieser Zeit ist es in seinen Werken erkennbar, dass er wie sein Lehrer die „geistlichen Ideale“, die mit der Gefühlswelt einhergingen sich zugehörig fühlte. Jener Mann war es auch, der C.D. Friedrich dazu verhalf, dass er als 20 jähriger ein Schüler der Kunstakademie in Kopenhagen werden konnte!

    Wie kaum eine weitere Akademie auf dem Kontinent galt diese am Ende des 18. Jahrhunderts als eine der fortschrittlichsten überhaupt! Sie stand von Anfang an unter der Schirmherrschaft des dänischen Königs, der sie auch finanziell unterstützt hatte. Trotz diesen Hintergrunds war sie auch für weniger begüterte Studenten offen, die sich sonst das gar nicht leisten könnten. Das besondere daran war, dass hier auf die „üblichen“ Gebühren für die Ausbildung verzichtet wurde. Diese Richtung galt als besonders freiheitsliebend und nur einem „höherem Wesen“ (philosophisch begründet) verbunden und gegen alle „Vernunft“, dennoch nach „Erkenntnis strebend“ agierten die späteren Künstlern in ihren Werken.

    Die Lehrzeit war aber damit noch nicht vorbei. Ab 1798 war sein Lebensmittelpunkt Dresden gewesen, auch wenn er regelmäßig zu seiner Familie in den Norden reiste. Dabei spielte die Insel Rügen einen Schwerpunkt bei seinen Reisen. Die die Landschaften spielten eine Überragende Rolle in seinem Werk, wie man sie in vielen Kunstsammlungen noch heute sehen kann. Die akademischen Studien sollten bis 1803 andauern. Hab ihn zwar immer mit eben erwähntem Genre in Verbindung gestellt, doch zu seinen Fächern zählte aber auch die Aktmalerei und die „Dresdner Schule“, die eine Stadt in allen Einzelheiten erfasst und sie in barocker Manier darzustellen.

    Noch heute ist es für junge Künstler sehr wichtig die „richtigen Kontakte“ zu knüpfen. In früheren Jahrhunderten war es eine Frage, die die eigene Existenz gesichert oder „zerstört“ hatte. So ein Wendepunkt sollte 1808/09 eintreten: von dem Kunstkritiker Friedrich Wilhelm Basilius von Ramdohr (21 Juli 1757 – 26 Juli 1822) - geschmähte Malweise Friedrichs sollte dennoch zu einem Ausgangspunkt einer Karriere werden. Die in der Presse ausgetragene Streit hat dazu beigetragen, dass man sich für seine Werke zu interessieren begann. Schon bald (1810) nach einer Ausstellung in Berlin hat der spätere preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) (zu dem Zeitpunkt Kronprinz und 15 Jahre alt) sich für zwei der Bilder so begeistert, sodass dieses auch erworben wurde. Die Hauptwerke »Der Mönch am Meer« (1808-10) und »Abtei im Eichwald« (1809/10) sollten die Basis der Sammlung bilden, die noch heute ein Anziehungspunkt Berlin darstellen. Weitere Ankäufe sollten von dieser Seite aber auch von anderen hohen Adelsfamilien sollten folgen. Das kann man auch auf die Anerkennung als Künstler in den Folgejahren übertragen. So wurde er am 18. März 1810 Mitglied der Berliner Akademie und am 4. Dezember 1816 ebenfalls in der in Dresden.

    Fast 30 Jahre produktives Schaffen sollten folgen, doch die letzten Jahre sollten von Krankheit bestimmt sein. Laut den Angaben, die ich im Netz gefunden habe, wird die Anzahl der Gemälde, die man kennt bei ungefähr 300 liegen. Dennoch ein großer finanzieller Wohlstand war ihn zu Lebzeiten nicht vergönnt, trotz das C.D. Friedrich ab 1824 als Professor der Dresdener Königlichen Kunstakademie ernannt wurde. Es verwundert dennoch, dass diese ohne einen „Lehrberufung“ – Leitung einer Klasse der Landschaftsmalerei gewesen war! Ein weiterer Charakterzug ist auch, der vielleicht dazu geführt hatte, dass er als sehr verschlossen, ja „menschenscheu“ gegolten hatte. Zu der Zeit aber als er seine Hauptwerke schuf, die sich gegen die Fremdherrschaft der Franzosen gerichtet haben, wurde er gleichzeitig und später als ein „Träumer“ aber auch „Schwarzmaler“ verfemt! Nach seinen beiden Schlaganfällen soll er sogar Groll gegen seine eigene Familie (Ehefrau Caroline und Kinder) sich gerichtet haben!

    Ein Leben voller Brüche und Widersprüchlichkeiten… geliebt, gehasst und vergessen! Wenn man das Kunstwerk, das eigentlich hier im Mittelpunkt stehen sollte, betrachtet, scheint es, dass es unter dieser „Überschrift“ stehen könnte! Wie ein anderer User hier auf der Seite auch, tue ich mich deutlich schwer, was deren Ausführung anbelangt! Zu finden ist das Caspar-David-Friedrich-Denkmal seitlich von den Brühlschen Terrassen in Dresden, sowie in der Sichtweite der vorher erwähntem Akademie der Künste. Wollte eigentlich selbst an den besagten Künstler erinnern, dessen Todestag sich am 7. Mai zum 180. mal begangen wurde. Wie man am Datum sehen kann, habe ich deutlich länger dafür gebraucht, als es eigentlich geplant gewesen ist…

    Als Inspiration für dieses Denkmal hat ein Portrait an der Staffelei von Caspar David Friedrich aus dem Jahr 1811 gedient, das sein Kollege Kersting stammte. Dessen Einweihung erfolgte auf den Tag genau vor 30 Jahren. Die drei Meter hohe Skulptur aus Edelstahl hatte der Kunstschmied Peter Bergmann nach einem Entwurf von Wolf-Eike Kuntsches in den Jahren 1988-90 geschaffen. Die Idee, die der freischaffende Bildhauer verfolgte war, sowohl das zuvor angesprochene Gemälde in eine 3-Dimensionales Ensemble umzusetzen, als auch die Persönlichkeit Friedrichs „einzufangen“. Die 12 Strahlen, die in einer Kugel gebündelt werden, stehen für den „Genius“ in seinem Werk. Ein zusätzlicher „Berührungspunkt“ ist ein Zitat des besagten: „Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch was er in sich sieht. Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht.“ Doch muss es wie in dieser Ausführung so abstrakt sein?! Man kann die Gegenstände – Staffelei, Stuhl und Fenster erkennen, doch aufgrund der verbindenden Strahlen wird es in „Höhere Sphären“ übertragen. Doch der Betrachter bleibt irgendwie außen vor! Erneut so ein Werk, das man am besten unkommentiert lassen sollte. Was ich nicht kann…. Hab insgesamt sehr lange dafür gebraucht, um es zum sprichwörtlichem Papier zu bringen. Dennoch aus meiner Sicht mehr als 2 Sterne sind nicht drin, auch wenn nicht jeder meine Meinung teilen muss!

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen / Denkmalbehörde in Dresden

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    9.

    ps.schulz Ausführlich, interessant und auch umfangreich bebildert.
    Glückwunsch zum Grünen Daumen - dem dritten am heutigen Tage!
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  10. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    Kriege haben in vergangenen Jahrhunderten sehr häufig das Leben der Menschen bestimmt, wenn ein solcher „Gewonnen“ wurde, hat man sich verpflichtet gefühlt, eine bleibende Erinnerung daran zu schaffen. In vielen Orten entstanden in einem solchen Zusammenhang Denkmäler, die an die Gefallenen erinnern sollten. Heute möchte ich einen weiteren Fund vorstellen, der ebenfalls wie die meisten zuvor in Bonn, genau genommen auf dem alten Friedhof zu finden ist. Es ist eine „Erinnerungskultur“, die einem heute fremd ist, das aber sicherlich seine Daseinsberechtigung besitzt.

    Nach der Einweihung des von dem Bildhauer Albert Hermann Küppers (* 22. Februar 1842 Coesfeld - 11. Oktober 1929 in Bonn) geschaffenen Denkmals gab es sehr positive Stimmen, denn es entsprach den Vorstellungen, die an das Werk gesetzt wurden. Es sollte eine pathetische Darstellung sein, die „Stärke und Entschlossenheit verkörpert“, die die 146 gefallenen Soldaten „bewiesen“ haben. Gedacht wird an jene Männer aus Bonn, die im Deutsch-Französischem Krieg 1870/71 ums Leben gekommen sind.

    Die Initiative ging diesmal von der ortsansässigen „Lese-und-Erholungs-Gesellschaft“. Diese bestand vor allem aus den akademischen Kreisen und der „gehobenen Bürgerschaft“. Am 5. Januar 1872 wurde dann beschlossen ein „Grabdenkmal“ zu errichten. Eine der Vorgaben, die Küppers gestellt wurde, war, dass es „… auf die Umgebung des christlichen Kirchhofs Rücksicht nimmt…“. Im Gegensatz zum vor kurzem Vorgestelltem Schumanndenkmal gab es bei diesem keine Ausschreibung dazu. Da sich aber der „Zeichenlehrer“ zu dem Zeitpunkt der Auftragsvergabe in der deutschen Künstlerkolonie in Rom befand, hat es bis 1877 gedauert, bevor es fertiggestellt werden konnte.

    Schon lange bevor es so weit gewesen ist, gab es einen gezielten Spendenaufruf, der in der örtlichen Presse veröffentlicht worden ist. Die Resonanz, so wie ich in einigen Artikeln zum Thema entnommen habe, soll ziemlich groß gewesen sein. Das ganze entsprach dem Zeitgeist und dem patriotischen Gefühl vieler Bürger. Vielleicht hat es sich auch um die Angehörigen dieser Männer gehandelt, an die damit gedacht wird. Jedenfalls liegt es sehr nahe. Dennoch gibt es bis heute Stimmen, dass der Standort (am Rande des Feldes V in einem Rondell „eingequetscht“ zwischen mehreren alten Bäumen mit der offiziellen Denkmalnummer 39) nicht der „richtige“ sei. Diesen Eindruck hatte ich auch selbst gehabt.

    Es gilt gleichzeitig als wichtigstes Werk Albert Hermann Küppers. Die Figurengruppe besteht aus einem Gefallenen und einem „Engel“, der in einer Rüstung daher kommt. Der Kontrast zwischen den beiden kann kaum größer sein: an die christliche Bildsprache erinnernde „Todesbote – Cherubim“ mit Schwert, Schild und Kettenhemd und auf der anderen Seite ein zeitgenössisch gekleideter preußischer Militär, wie sie damals gab. Die Gestalt liegt zusammengesunken an seiner Seite liegt die Pickelhaube im Schoß ein Lorbeerkranz. Gelehnt ist der Körper an einen Baumstumpf, der erst in Vergrößerung als solcher erkennbar ist. Bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass es sich bei dem Mann um einen Infanteristen handelt. Die Darstellung wäre im Kampf nicht wirklich vorstellbar, denn der Mantel ist offen, sowie das Hemd darunter.

    Die gesamte Anlage ist auf Fernsicht und -wirkung ausgelegt. Wenn man es genau wissen möchte, ist der Bereich davor eingezäunt und die Fläche davor ist mit Blumen bepflanzt. Die Erinnerung sollte durch das Anbringen der Namen der Verstorbenen auf 3 Seiten des Sockels des Denkmals. Leider was mir beim Betrachten aufgefallen ist, kann man einen Teil davon nicht mehr lesen. Die Farbe ist längst abgeblättert und die eingemeißelten Lettern sind zum Teil verwittert. Im Gegensatz dazu ist der Schriftzug „Sie alle starben den Tod für das Vaterland 1870-1871 ist beständiger. Es handelt sich hierbei um eine Marmorplatte. Über der Gedenkschrift ist „Ehrenkranz“ bestehend aus einem Eichen- und Lorbeerzweig. Oben drüber ist das „Eiserne Kreuz“ so wie es einst von König / Kaiser Wilhelm von Preußen während des Deutsch-Französischen Kriegs vergeben wurde. Seine Namenschiffre (W) kann man darauf erkennen, sowie seine Krone. Bei dieser Darstellung ist es zusätzlich ein Ring erkennbar. Das muss bei den verliehenen nicht immer der Fall sein…

    Das was bei der Einweihung für Entschlossenheit und Stärke stand ist ein Objekt, das zwar als ein historisches Denkmal mit einem Eintrag bei der entsprechenden Behörde steht, die dennoch ein zwiespältiges Gefühl bei mir hinterlässt. Zum einen sind die bereits erwähnten Witterungsspuren, die dennoch so bleiben müssen, weil es nicht in dessen Sinne sei, sie zu beheben. Irgendwie kann ich gleichzeitig nachvollziehen, dass der Wunsch groß war, dass der Kriegerdenkmal an einem öffentlichen Platz aufzustellen, seither groß gewesen ist. Hier am alten Friedhof geht es aus meiner Sicht ein wenig „verloren“.


    Alle im freien befindlichen Skulpturen sind den Witterungseinflüssen ausgesetzt. Das kann sich mal mehr oder weniger stark auf deren Oberfläche auswirken. Das was beim Schumanndenkmal nur marginal erkennbar ist, dass einige Teile mit einer Schmutzschicht behaftet sind, kann man es hier nicht „übersehen“. Man hat sogar den Eindruck, dass es so „gewollt“ ist. Auf mich wirkt es einen recht unordentlich. Habe mich eh schwer damit getan mich damit zu beschäftigen. Ein solches Denkmal ist immer ein Spiegelbild der Zeit, in der er errichtet worden ist. Die Ausführung erscheint uns heute ein wenig martialisch, dennoch durch den Detailreichtum hat es irgendwie besonders. Da es aber bei mir sehr zwiespältige Eindrücke hinterlässt, möchte ich es sehr wohlwollend mit 3 Sternen bewerten.

    geschrieben für:

    Friedhof in Bonn

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    10.

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