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Bewertungen (2147 von 2148)

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  1. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    geschrieben für:

    Branche: Denkmalbehörde

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    1.
    Wenn man sich die unterschiedlichen „Heldensagen“ anschaut, haben sie alle eins gemeinsam: jeder von ihnen hat eine bestimmte wunde Stelle. Mal ist es eine Ferse, die Haare, die Kraft verleihen oder aber einen anderen verwundbaren Punkt. Bei dem hier dargestellten Siegfried war es jene zwischen den Schulterblättern. Sowohl in diesem mittelalterlichem Epos, als auch in der Geschichte des Samson in der Bibel waren es die Weiber gewesen, die „Unheil“ über ihre Männer gebracht hatten. Hier war die Heimtücke im Spiel, die der Schwager aufbrachte, um an sein Geheimnis zu kommen. Ein Streit und Geltungsdrang sind keine guten Voraussetzungen, um sich rächen zu können, doch der Beginn eines „Dramas“ der Weltliteratur.

    Bei dem Nibelungenlied gibt es unterschiedliche „Schauplätze“ und Personen, die damit verbunden sind. Die drin enthaltenen Motive sind die, die bekannt und beliebt in jeder „Story“ verwoben werden: Liebe, Hass, Intrige, Gewinn und Verlust, bis zum Tod. In dieser Szene ist es auch angedeutet: ein Pfeil in der Schulter (einziger verwundbaren Körperstelle des „Helden“), die nicht im Drachenblut gebadet wurde. So ein Abenteuer entspricht einer Vorstellung eines ritterlichen Lebens um 1200, das eines Prinzen, wie Siegfried es war, „würdig“. Er zog los, tötete ein Untier, half seinem (hinterher „fiesen“) späteren Schwager eine holde Jungfrau zu erobern, nachdem er selbst einen enormen Schatz „unter den Nagel“ gerissen hatte.

    Kurz gefasst: ein Unrecht kommt selten allein, eine „Dreiecksbeziehung“ kann wie in dieser Sage erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Tatart Worms: eine Königin fühlt sich gekränkt. Ihr Onkel Hagen will sich für die Schmach rächen und mit der Billigung des Königs wird ein „Komplott“ geschmiedet. Der tapfere Recke wird unter einem Vorwand zu einer Jagd eingeladen, wo Siegfried die eigentliche „Baute“ der selbigen sein sollte. In der Überlieferung soll es ein Speer gewesen sein, das ihn tödlich verletzte. Bei der Skulptur wurde es stattdessen ein Pfeil, wie man es sehen kann. Hagen von Tronje will aber mehr: die trauernde Witwe Kriemhild wird noch mehr brüskiert, indem er den Nibelungenschatz, nach dem die Geschichte benannt worden ist, klaut, versenkt es an einem geheimen Ort im Rhein. Es ist ein Stoff, aus dem „Reichstumphantasien“ verwoben sind… Jahre später rächt sich erneut die Betroffene, doch es ist eine weitere Episode im großem Ganzen, das man ebenso andernorts nachlesen / schauen kann. Es wird eh noch lang genug ;-).

    Die monumentale Betonplastik liegt ein wenig versteckt unweit der Kreuzung Gret-Palucca-Straße und Lennéplatz (quasi ggü. der gleichnamigen Straßenbahnhaltestelle) in der sog. Grünanlage „Bürgerwiese“. Im Schatten der alten Bäume geht das ganze ziemlich verloren. Durch die starke Bemoosung der Skulptur wirkte es reichlich fehl am Platz. Meine Einschätzung hat sich hier doch bestätigt: es ist eine jener heroischen Darstellungen, die der dunklen Zeit zwischen den beiden Weltkriegen entsprungen ist. Es ist eine idealisierte Figur des Bildhauers Franz Weschke (2. Oktober 1883 Dresden - 31. Oktober 1944 ebenda), die Anläßlich der „Reichsparteischau“ 1936 errichtet worden ist. Das überlebensgroße „Bentonteil“ entsprach dem damaligen Zeitgeschmack, der leider nicht der meine ist…

    Wie so häufig ist die Bezeichnung Brunnen ein wenig irreführend, denn dieser wurde bereits 2009 außer Betrieb gesetzt. Im allgemeinen wird es auch als „Siegfrieds Tod“ auf verschiedenen Seiten erwähnt. Das ist eine der wenigen Arbeiten Weschkes, die den 2. Weltkrieg überdauert hatte. Im Gegensatz zu seinem Atelier mit den drin enthaltenen Bildern und Zeichnungen, die bei einem Bombenangriff vernichtet worden sind. Dennoch aus meiner Sicht lohnt sich kaum der Weg, um es selbst in Augenschein zu nehmen. Es besitzt seine Daseinsberechtigung, doch für mich sind nicht mehr als 2 Sternchen drin, trotz der hier vorgestellten Szenen aus dem „Leben“ des Dargestellten...

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    Sedina Witzig- leger beschrieben, nur die Geokoordinaten des Schatzes fehlen...
    Glückwunsch zum Grünen Daumen!


  2. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    geschrieben für:

    Branche: Cafés

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    2.
    Meißen und die Albrechtsburg gehören seit Jahrhunderten zu einander. Für uns war es der Grund schlecht hin es während unseres Aufenthalts in Sachsen zu besuchen. Während eines mehrstündigen Besuchs dort haben wir beschlossen eine kleine Auszeit in dem hiesigem Schlosscafé einzulegen. In so einem alten Gemäuer kann es selbst bei der größten Hitze des Sommers nach Stunden einem frisch werden, sodass schon vorher ein Blick auf die vielversprechende Karte geworfen hatten. So schnell aber wir kaum dort angekommen sind, wollten wir uns nicht festlegen. Es stand der Sinn entweder nach einem Heißgetränk oder gegebenenfalls, wenn sich ein kleiner Hunger einstellen sollte, vielleicht auch mehr! Das hat sich hinterher auch bewahrheitet, doch dazu etwas später mehr! Eins kann schon vorweg genommen werden: falls man die Stadt besuchen sollte und die Albrechtsburg auf dem „Besichtigungsprogramm“ stehen sollte, unbedingt auch das dortige Café besuchen, denn es lohnt sich definitiv!

    Die Besonderheit dieser Adresse ist, dass es sich in der Burg selbst befindet! Genau genommen in dem Bereich hinter den Kassen dieser Sehenswürdigkeit! In der warmen Jahreszeit besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit sich draußen hin zu setzen, was wir aber nicht gemacht haben. Die wunderschöne Atmosphäre in dem Gewölberaum mit einem Kamin (der jetzt sogar in Betrieb sein dürfte), der im hinteren Teil zu finden ist. Persönlich fanden wir es schade, dass wir vom Mittagessen satt gewesen sind, denn die Kuchen und Torten in der Auslage mehr als lecker ausgesehen haben! Günstig waren sie ebenfalls gewesen! Das wäre mein Tipp an die anderen Besucher gewesen, wenn sie sich hier beköstigen ließen.

    Erwähnenswert finde ich, dass neben der regulären (kunstvoll handgeschriebenen) Karte es ebenfalls einige Mittagsgerichte auf einer Tafel zu haben sind. So kam es, dass es nach dessen Kenntnisnahme für eine frische Tomatensuppe entschieden haben. Sie hat unter 4 € gekostet. Wie viel genau kann ich nicht mehr sagen, denn wir haben keine Rechnung hinterher bekommen haben. Sie war wunderbar sämig und drinnen gab es sogar kleine Tomatenstückchen. Ein wenig scharf war sie auch. In der Kombi habe ich sie noch nie gegessen! Für ein „perfekt“ hat ein wenig würze gefehlt. Das Albrechtsburg Café punktet durch eine sehr fröhliche, flotte und gut gelaunte Bedienung. Bereits nach dem einzigen Besuch gehört es definitiv zu unseren Favoriten! Da ist an der Stelle eine Empfehlung (auch für spreesurfer ;-) ) wert!

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  3. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    2. von 2 Bewertungen


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    geschrieben für:

    Branche: Buchhandlungen / Einzelhandel

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    3.
    Schon an der Bezeichnung „Hofbuchhandlung“ kann man erkennen, dass es sich hierbei um ein Traditionsunternehmen handelt. Es ist eine Reminiszenz an die Vergangenheit, die vor über 150 Jahren vorbei gewesen, um hinterher ein Teil Preußens zu werden… und dennoch eine Residenzstadt der Hohenzollern gewesen. Ein kleiner Exkurs auch in Bezug auf den Hauptgrund es zu besuchen: historische Ansichten von Kassel, wie es vor über 100 Jahren gewesen ist. Hinzu kam auch, dass wir uns kurzfristig irgendwo unterstellen wollten, weil es anfing zu regnen und ich keinen Regenschirm dabei hatte.

    Die Hofbuchhandlung Vietor hebt sich von der Mehrzahl der vergleichbaren Geschäfte ab, weil es seit den frühen 19. existiert und bis heute Inhabergeführt wird. Es liegt sehr zentral in der Stadt und zugleich auf unserem Weg zum Stadtmuseum auf der anderen Seite der Straße. Ein kleines Lädchen, das sowohl sich durch einen regionalen Bezug punktet, als auch die neuesten Bestseller nicht vermissen läßt. Dazu Klassiker und, und und… das ist eine „Welt“ wie ich sie (eigentlich) mag! (fast) Raumhohe Regale, die zum Teil nur mittels einer Leiter erreicht werden können und mit reichlich „Lesestoff“ bestückt ist! Eigentlich bisher betrachtet, könnte ich der Vorschreiberin – Nike recht geben und volle Zustimmung ausdrücken...Leider wie man sich denken kann, ginge es an einigen Stellen besser, wenn ich ehrlich sein soll!

    Bei einer Traditionsbuchhandlung, wie diese es ist, würde ich schon davon ausgehen, dass das Personal sich gut mit dem Sortiment auskennt! Nun ja, nicht nur dass mir eine falsche Auskunft gegeben wurde (was aber von einem anderen Kollegen der Bedienung korrigiert), sondern es hieß, dass mein Wunschobjekt „noch nie“ dort zu haben war…

    Die junge Dame (höchstwahrscheinlich eine Azubine) schien mir ein wenig überfordert. In der Hoffnung, dass ich (m)eine weitere Postkartenbox an der Stelle bekommen könnte, wandte ich mich an sie. Mir schien, dass sie nicht so richtig bei der „Sache“ gewesen war. Hab mehrmals versucht zu erläutern, was mir vorschwebte, doch da hieß es abwechselnd, dass sie es nicht kennt oder dass es (nach ihrer Kenntnis) noch nie dort zu haben war. Das ganze in einer sehr pampigen Art und Weise, die mir von meinen Favoriten richtig fremd vorgekommen ist. Eigentlich wollte ich genervt das Innere der Buchhandlung verlassen, doch da kam ein (besser unterrichteter) Buchhändler (keine Ahnung von wo?!) zu uns (geeilt ;-) - schien so), um doch noch das ganze „gerade zu biegen“.

    Es hatte doch einen eigenartigen Eindruck bei mir hinterlassen, als es als Entschuldigung hieß, dass die junge Frau erst seit kurzer Zeit (nach langer Krankheit) erneut eingefunden hatte. Bei solchen Voraussetzungen scheint mir, dass entweder das Interesse an den Veränderungen im Sortiment kein Thema zu sein scheint oder es an der entsprechenden Kommunikation fehlt… Es ist verständlich nur meine Spekulation, die mir in den Sinn gekommen ist, als ich über die Buchhandlung nachgedacht habe.

    Hinterher hat es mich schon gefreut, dass ich doch die letzte Box mein Eigen nennen konnte. Ein wenig versteckt war sie dennoch ;-). Ein gewisses „gewußt wo“, eine Entschuldigung und einige Scheinchen später verliessen wir die Hofbuchhandlung, um uns neuen Sachen zuzuwenden, doch das sind weitere Geschichten, die ich an den dazugehörigen Stellen thematisieren werde. Anbetracht der holprigen Beratung (die ich größtenteils nicht mal als solche bezeichnen würde) erscheinen mir sehr solide 3 Sterne angemessen, vor allem weil ich dennoch fündig wurde.

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    Sedina Ich gratuliere auch zum Daumen!
    Der Name Vietor erweckt hier in Hamburg allerdings ganz andere Reminiszenzen...


  4. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

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    geschrieben für:

    Branche: Verlage

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    4.
    „Souvenirs, Souvenirs,
    kauft ihr Leute, kauft sie ein!
    Denn sie sollen wie das Salz
    in der Lebenssuppe sein...“

    Heutzutage singt man zwar kein „Du-wa, du-wa, du-wa, Du-dap – tap“ hinterher, wie Bill Ramsey es einst getan hatte, doch für mich würde definitiv „etwas“ fehlen, wenn ich nicht wenigstens einen Blick in die Auslagen der entsprechenden Geschäfte werfen würde ;-). Für gewöhnlich, beschäftigt man sich so gut wie nie damit, wer als Vertreiber solcher Sachen ist. Hier war es aber einer der Zufälle gewesen, die mich erneut neugierig gemacht hatten. Auf einem Magnet, den ich für Verwandte geholt habe, gab es auf der Rückseite einen kleinen Zettel, der auf den Fotoverlag Huber GmbH & Co. KG verwiesen hatte. Wenn man sich auf die hier verlinkte Seite begibt, stellt man fest, dass es eine Menge an Produkten im Sortiment besitzt. Vom Hamburg, über den Rhein, Schlösser in Bayern bis ins ausländische Österreich reicht das „Programm“. Viele deutsche (Groß)Städte vervollständigen das ganze. Um es aber an der hier angegebenen Adresse bestellen zu können, ist es für einen 08/15 Touri, wie unsereins, gar nicht möglich. Es ist einer jener Anbieter, die sich vor allem an die Gewerblichen Großabnehmer richtet.

    Seit Jahrzehnten gehören, wie ich regelmäßig mitteile Postkarten zu meinen „Betätigungsfeldern“, die unter den Souvenirs eine große Rolle bei meinen Sammelgebieten spielen. Hier komme ich auf den Hintergrund zu sprechen, warum es hier als Verlag angelegt wurde. Die wunderschönen Kalender, die der Fotoverlag Huber waren eigentlich der Ausgangspunkt, um darüber zu berichten! Nun wenn sich das Jahr dem Ende neigt, stellt man irgendwie fest, dass es ein neuer fällig wäre…

    Die hochwertigen Bilder haben mich bei diesem Anbieter auf Anhieb begeistert! Was sie gekostet haben, kann ich jetzt im Nachhinein nicht mehr sagen, denn ich habe das Aufklebeetikett mit dem Preis abgemacht, weil ich es auch weiter verschenkt habe… Das gleiche gilt auch bei den Leporellos mit den unterschiedlichen Schlössern, die wir in Bayern bei unserem Besuch besichtigt haben.

    Nun musste ich feststellen, dass selbst in der eigenen Stadt ich bereits einige weitere Produkte von ihnen erstanden habe, ohne dies tatsächlich mitbekommen zu haben. Doch das ist erneut eine andere Geschichte ;-). So erscheinen mir auch bei diesem besonderen Fotoverlag sehr solide 4 Sterne angemessen.

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  5. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    5. von 5 Bewertungen


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    geschrieben für:

    Branche: Cafés

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    5.
    Bei einigen Adressen scheiden sich anscheinend die Geister: von voller Abneigung bis zu dessen Gegenteil kann alles dabei sein. So ein Bild zeigt sich auch bei dem Stadtcafé im Münchner Stadtmuseum der Fall! Es war eher ein Zufall, dass wir nach einem Besichtigungsreichem Tag hier eingekehrt sind. Der Aufsteller, der in dem Innenhof zwischen den Museen hat uns am Vormittag dazu bewogen, wenigstens es in „Augenschein“ zu nehmen, denn falls wir nicht fündig geworden wären, könnten wir uns anderweitig entscheiden. Zum Glück ist das aber nicht passiert. Für uns war es eine tolle Entdeckung, die schon nach einem Besuch dort zu unserem Favoriten zählt!

    Für das Stadtcafé sprach schon, dass es auch schon am frühem Nachmittag sehr gut besucht gewesen ist. Irgendwie haben wir beim Betreten befürchtet, dass wir keinen freien Platz für uns vorhanden sein würde, doch nach einer entsprechenden Anfragen beim Kellner wurde ein freier Tisch und zugewiesen. Die Einrichtung ist ein wenig rustikal mit Bänken und Stühlen aus Holz, doch uns hat es gefallen. Bei der Auslastung, die es dort gegeben hatte, muss man schon damit rechnen, dass die Lautstärke sich dementsprechend als unangenehm laut einem vorkommt. Bei den günstigen Preisen nimmt man es in Kauf.

    Für uns stellte sich nicht die Frage, ob es eine der in der Vitrinen ausgestellten süßen Teile (Kuchen, Teilchen etc.) werden sollen oder belegte Brote, es sollte etwas warmes werden. Im ganze Innenraum gibt es mehrere Schiefertafeln, auf denen die tagesaktuellen Gerichte, sowie besondere Getränke mit Kreide aufgeschrieben werden, die man wählen kann. Klar gibt es auch eine reguläre Karte, doch diese habe ich (im Gegensatz zu meinem Partner) schnell zu Seite gelegt, weil mich dort nichts „angesprochen“ hatte.

    Da wir zum ersten mal in Bayern gewesen sind, wollte er eine der typischen Spezialitäten probieren, doch es kam anders ;-). Ein solches Imbiss / Bistro ist immer so gut, wie die Bedienung, die dort arbeitet. Hab an (zu) vielen Stellen gelesen, dass einige unter ihnen (sehr) unfreundlich, ja sogar pampig sein sollen. Davon haben wir bei dem jungen Mann nichts bemerkt, eher das Gegenteil war der Fall gewesen! Mag sein, dass seine kumpelhafte Art und dass man geduzt wird, so manchem als unangemessen erscheinen mag, doch da die Mehrheit der Kunden eher aus „Studenten“ (jedenfalls Menschen um die 20 Jahre) bestand, fanden wir es angemessen. Die ehrliche Art, die ich unbedingt als überaus positiv anrechnen möchte, machte den Aufenthalt zu einem unvergesslichem Erlebnis!

    Für gewöhnlich bin ich diejenige, die gerne neue Gerichte ausprobiert, doch da mein Freund mit einem von der regulären Karte mit regionalem Bezug sich nichts drunter vorstellen konnte, fragte er dementsprechend nach. Die Antwort war nicht die, die bei den meisten in den Sinn gekommen wäre: ohne große Umschweife gab es nicht eine Umschreibung, wie man es sich vorzustellen hat, sondern auch eine „würzige“ Einschätzung wie es schmecken könnte ;-). Das grenze sehr bildlich, dass es hinterher doch die hier abgebildete gefüllte Paprika geworden ist… So eine charmant verpackte „Warnung“ ein Gericht nicht zu bestellen, habe ich bisher kaum erlebt! Aus meiner Sicht gehört sehr viel Mut dazu! Das nenne ich kundenorientiertes Verhalten, der bei den Kollegen unter Umständen auch gar nicht so gut ankommen dürfte… Weitere Details bleiben Geheim ;-) - selbst Testen!

    Was uns gefallen hatte, waren die kleinen Preise, die für die Mittagsgerichte verlangt wurden. Kann mich nicht genau entsinnen, wie viel es gewesen sind, doch mehr als 8-9 € waren es nicht! Bei der Lage in der Münchner Altstadt ist es schon eine gute Alternative, die überraschend-anders sich darstellt, als es wenige Straßen weiter (wie beschrieben) gewesen ist! Was möchte man denn mehr ;-)!

    Unsere Gerichte wurden nach angemessener Zeit an den Tisch gebracht und wir beiden haben es schon genossen: vor allem meine Begleitung war von seiner gefüllten Paprika begeistert! Die Penne war für mein Geschmack ein wenig zu lange gegart worden. Das ist auch der Grund für die kleine Abwertung, als auch die Geräuschkulisse. Dafür war die Soße richtig gut Gewürzt! Bei meiner al Rabiata war es ein wenig scharf und die Menge war als ordentlich zu nennen. Falls wir erneut diesen Teil unseres Landes besuchen sollten, da kommen wir definitiv vorbei, denn es hat nicht nur geschmeckt, sondern auch dort gut gefallen! 4 Sterne und Favoritenstatus finden wir mehr als angemessen!

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  6. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    geschrieben für:

    Branche: Freizeitanlagen

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    6.
    Rund um das Hygienemuseum und im dortigem „Blüherpark„ habe ich einige Skulpturen entdeckt, die ich nach und nach vorstellen möchte. Diesmal möchte ich wohl die kleinste unter ihnen und zwar der sog. „Marktfrauenbrunnen“ vorstellen. Hier soll aber die Figur im Mittelpunkt stehen, auch wenn sie nur wenige Zentimeter groß ist ;-). Wie so häufig und an der Stelle noch Jahrzehnte mehr, dass letztmalig es sich als Brunnen im Betrieb befunden hatte. In dem Fall waren es die letzten Kriegsjahre (1940-er Jahre) gewesen. An der Ecke der Lingnerallee und Blüherstraße wurde es (aber ohne die namensgebende Marktfrau) in den 30-er Jahren aufgestellt.

    Die kleine Frau mit ihrer Trage voller Lebensmittel soll an den nahe gelegenen Wochenmarkt (Beiträge folgen noch) erinnern. Der ist nach der Allee benannt, auf der es sich befindet. Alternativ besitzt es die Bezeichnung „Sachsenmarkt“. Dieser regionale Bezug ist schon wichtig, denn die Idee für die Arbeit und dass der Brunnen überhaupt 2009 saniert wurde, stammte von der hier, in der Form einer Tafel, von einer (nicht näher bezeichneten) Freimaurerstiftung.

    Wann genau der 1958 geboren in Oschatz geborene und freiberufliche Bildhauer Matthias Jackisch die Figur hergestellt hatte, konnte ich nicht herausfinden. Selbst auf seiner Homepage ist außer einer allgemeinen Erwähnung keine genaue Angebe diesbezüglich zu finden. Schaut man sich seine Vita an, erfährt man, dass Jackisch seit seinem Studium auf der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Professor Gerd Jaeger zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland seit den 1990-er Jahren gehabt hatte. Hinzu kommen seine Einzel-Darstellungen ( mit und ohne Instrumente), die man sich auf den bekannten Internetplattformen anschauen kann.

    Durch den Verweis auf: https://www.matthiasjackisch.de, die ich mir angeschaut habe, stellte ich fest, dass etliche seiner Werke als abstrakt zu bezeichnen sind. Im Gegensatz dazu steht diese Marktfrau. Die beiden Teile passen sehr gut zusammen. Die voll bepackte Frau muss anscheinend sich recht arg anstrengen, denn mit der einen Hand stützt sie den Träger ihres „Bündels“ und mit der anderen hält sie entgegen, vielleicht um eine bessere Handhabung des ganzen zu erreichen. Diese „Verrenkung“ läßt aber eine einseitige Belastung erkennen. Bei einem „normalen“ Menschen wäre eine solche Position nur kurzfristig möglich gewesen, doch so macht es einen Nachdenklich… welche Strapazen es einst gewesen sein mussten, wenn man an die Händler der früheren Tage denkt!

    Die weibliche Figur ist aber als eine zeitgenössische Darstellung erkennbar: der Rücken erscheint weitgehend „textilfrei“ zu sein. Dagegen spricht aber, dass ihr Kleid im vorderen Bereich ein wenig nach oben weit oberhalb des Knies gerutscht ist. Der Körper unter diesem zeichnet sich ab, als ob es die Figur betonen sollte. Das kann man an der Brust und dem Bauchansatz erkennen. Ihre kräftigen Waden und die Füße scheinen keine Textilien vorgesehen worden zu sein. Der untere Bereich wirkt wie angedeutet. Schaut man sich dies von der anderen Seite an, wurde auf jegliche Glanzeffekte (im Gegensatz zum Rücken) verzichtet. So ein großer Kontrast, auch wenn er gewollt ist, wirkt auf mich ein wenig „roh“. Für den besonderen Verweis auf den Handel mit den eigenen Erzeugnissen, für die die Skulptur steht, gar nicht verkehrt und nicht schlecht. Es ist dennoch eins von vielen, die ich mir aus der Nähe (an der Stelle auch noch bedingt) angeschaut habe. Alles in Allem finde ich es OK, was sich bei der Gesamtwertung widerspiegelt. 3 Sterne sind angemessen, was ich auch hier vergeben möchte.

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    FalkdS Zum 1., zum 2. UND zum 3.....
    Oberhavler Daumenglückwunsch
    Du hast wohl ein Abbo gekauft?
    Oder bist ein Prämiumuser? ;-)


  7. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    geschrieben für:

    Branche: Freizeitanlagen

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    7.
    "Nackte Tatsachen" waren rund um 1900 in der damaligen Kunst zwar beliebt, doch in den öffentlichen Raum haben sie kaum Einzug gehalten. Diese Auftragsarbeit ist wohl eine der wenigen Ausnahmen, die mir bekannt sind. Doch, wenn ich ehrlich sein soll, habe ich diesen männlichen Akt für wesentlich jünger geschätzt, als es tatsächlich ist! Die kraftstrotzende Pose erinnert an jene heroischen Darstellungen, die heute eher in einem sehr negativem Kontrast des 20. Jahrhunderts angesehen werden: die verfemte Kunst der Nazizeit. Mag sein, dass nur meine Einbildung mir einen „Streich“ gespielt hatte, doch bei dem Aufstellungsort vor dem Dresdener Hygienemuseum hat das ganze gar nicht so unrealistisch auf mich wirken lassen.

    Dieser Ballwerfer wurde vom Bildhauer Richard Wilhelm Daniel Fabricius (*23. Februar 1863 in Berlin - 19. Oktober 1923 in Dresden) gestaltet. Wie man es seinen Lebensdaten entnehmen kann, seine Hauptwerke, dich bis heute nachweisbar sind, wurden in der späten Kaiserzeit erstellt. Es stellt sich dennoch eine Frage, wann es genau erfolgt ist: die Quelle, die ich bei meinen Funden in der sächsischen Landeshauptstadt in den letzten Monaten zur Rate zog, gibt an, dass es 1907 einige hundert Meter weiter gewesen sein soll. Laut eines zeitgenössischen Fotos soll es aber bereits 3 Jahre zuvor gewesen sein! Auf die kommt es aber ehrlich gesagt, nicht mehr an…

    Die Skulptur wird auch mehrmals als die wichtigste Arbeit von Fabricius angesehen. Bis ins Jahr 1983 stand sie auf dem Gelände des erst 2009 neueröffneten Rudolf-Harbig-Stadion. Bereits davor aber gab es schon im frühen 20. Jahrhundert diverse Sportstätten, die zur körperlichen Beträtigung angeregt haben. In diesem Kontext kann man auch diesen jungen Mann verstehen. Als Vorbild für diese Darstellungen diente der Achtkämpfer, Ringer und (aus heutiger Sicht) Kraftsportler Ewald Redam (1884-1947). In Verbindung mit dem vorher erwähntem Museum steht der Ballwerfer seit 1911. In der Ausstellung des Hygienemuseums steht ein gläserner Mann im Mittelpunkt und sie stehen beide in Beziehung zu einander: der gesunde Mensch und die Erkenntnisse in Medizin und der Gesundheit sollten dadurch verdeutlicht werden. Da ich aber das Haus an meinem letzten Tag in Dresden ausschließlich von außen gesehen habe, möchte ich es bei diesem Verweis belassen.

    Trotz der besonderen Hintergrundgeschichte ist es einer der Kunstwerke im öffentlichen Raum, die mich nachdenklich stimmten. Irgendwie gehört diese, auch wenn es deren Erscheinung nicht erkennen läßt, getriebene Kupferskulptur nicht zu meinen Favoriten in der Stadt. Nach längerem abwägen finde ich es (sehr großzügig betrachtet) allerhöchstens nur OK, was ich auch vergebe. Man kann wie immer anderer Ansicht sein, doch so richtig „meins“ ist der Ballwerfer nicht! Wenn man in diesem Bereich unterwegs sein sollte, kann man sie sich dennoch anschauen, wie ich es (eher durch Zufall) ebenfalls getan habe.

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    Konzentrat Schöner Bericht, Glückwunsch zum Daumen.
    Ärgerlich nach wie vor, eine Skulptur als "Freizeitanlagen" einstellen zu müssen.
    Wann richtet Golocal dafür endlich eine passende Kategorie ein ?
    ps.schulz "Kultur" als Kategorie wäre möglich; ich will das nicht hinzuschreiben, denn ich ´denke, das steht mir als "Leser" hier nicht zu
    Kulturbeauftragte Das mit der Kategorie das ist ein Thema, so lange ich hier mich "fabriziere" :-/. Etliche haben drum gebeten, dass es (wie bei der Konkurrenz) als Sehenswürdigkeit etc. benannt wird, doch da läßt sich nichts machen! Da müsste eine Petition an die "Telefonbuchverlage" eingerichtet werden, doch dass es "erhört" wird, ist wirklich unwahrscheinlich! Mir gefält die Bezeichnung ebenso wenig!

    Konzentrat: bei Sachen, die älter sind als 100 Jahre, nehme ich für gewöhnlich "Denkmalbehörden", was aber auch zum Teil nur bedingt zutreffend sein dürfte, je nach dem, was es tatsächlich ist!

    ps.schulz, jeden hier steht es frei, eine Kategorie etc. hinzu zu fügen!


  8. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    4. von 4 Bewertungen


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    Branche: Asiatische Restaurants / Chinesische Restaurants

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    8.
    Nach einem langen Besichtigungstag stellt sich dann im Laufe eines Tages, wo kann man sich in Ruhe niederlassen um sich (am besten lecker) beköstigen zu lassen. Schon zu Hause hat sich unter den Adressen in Kassel Wilhelmshöhe dieses chinesische Restaurant – Peking als eine gute Option in die engere Wahl genommen. Das geschah aufgrund der Nähe zu unserem Hotel, den günstigen Preise und einer (hier nicht mehr existierenden) Empfehlung, die uns sehr neugierig machte. Bei asiatischen Lokalen habe ich (wie bereits beschrieben) mitunter schlechte Erfahrungen gemacht, die bei diesem ausgeblieben sind. Für das Restaurant spricht definitiv, dass während unseres Aufenthalts sich dort recht viele asiatische Gäste befunden haben. Das spricht schon für seine Authentizität, wenn ich das als eine Außenstehende beurteilen darf.

    Die Karte bietet eine Auswahl an bekannten / beliebten Gerichten, die man allgemein von vergleichbaren Lokalen her kennt. Mir stand schon lange der Sinn nach Fleisch im Knuspermantel, das ich meistens bei uns auch bestelle. Hier kommt ein kleiner Einwand: es war nicht wie gewohnt Schweine- sondern Hähnchenfleisch, doch das nahm ich schon in Kauf. Mein Partner hat sich längst entschieden, eh wir das Restaurant betreten haben: knusprige Ente und… was dazu kommen sollte, wollte er vor Ort erst entscheiden.

    Doch noch bevor es so weit war, muss darauf hingewiesen werden, dass der einzige Zugang zum Peking Restaurant eine lange, steile Treppe ist, die für weniger Mobile (oder müde Füße, wie es bei uns der Fall gewesen ist) ein nachteiliger Grund es gar nicht zu besuchen sein kann. Wir nahmen es sportlich und haben den Abend dort verbracht. Wenn man drauf zusteuert, kann man es kaum verfehlen, denn man erkennt an dem asiatisch anmutenden äußeren Erscheinungsbild, dass es zu diesem Kulturkreis gehört. Rote Säulen mit Drachenmotiven und oben drüber ein Vordach, der zwar schreiend bunt daher kommt, doch irgendwie stimmig wirkt.

    Hinterher folgt das (meistens) obligatorische Aquarium mit reichlich Getier drin, doch das lassen wir links liegen, wie die Löwen zuvor und betreten einen mit (reichlich) Kitsch ausgestatteten Raum mit weiteren Teilbereichen, die durch Holzwände von einender ein wenig abgegrenzt sind. Für die früh abendliche Stunde war dieser aber schon recht gut besucht. Eine Asiatin fragte uns, sobald wir eingetreten sind, ob wir einen Tisch reserviert hätten, was wir verneint haben. Im Vorbeigehen war klar geworden, dass mitunter eine gute Idee sein könnte, denn hier und da, war ersichtlich geworden, dass etliche der Tische es gewesen sind! Wir wollten eh nicht so lange bleiben, sodass wir das auch mitgeteilt haben. Auch, wenn jemand den Platz für sich (anscheinend) reservieren ließ, waren noch einige Stunden bis dahin, sodass es kein Problem geben sollte, bis dahin mit den bestellten Speisen fertig zu sein.

    Es hat mich schon gewundert, als 2 Wärmeplatten auf den Tisch abgestellt worden sind. Das war schon von Vorteil gewesen, denn die Menüs wurden nicht auf Tellern, sondern (wie man es auf Nikes Foto sehen kann) auf Platten. Wenn der Hunger weniger ausgeprägt sein sollte, als bei uns beiden bekennenden Karnivoren ;-), dann kann man sich so eine Portion auch gut teilen! Selbst ich, die kein Kostverächter ist, hatte meine Mühe es vollständig aufzuessen und das will schon was heißen!

    Je nach dem, ob man Mittag oder am Abend kommt kann man, wie ich gelesen habe, einzelne Tellergerichte bei der ersten Variante für ein noch kleineres Geld bekommen. Die geröstete ENTE MIT ANANAS kostete 12,50 € und meine knusprig gebratene Hühnerbrust mit verschiedenen Gemüsen für 9 €. Die Optik war erstmals toll, doch geschmacklich habe ich deutlich bessere gegessen. Was ich gar nicht mag, wenn zum einen das Fleisch zu sehr mit Öl vollgesogen ist, als auch dass es drinnen recht trocken gewesen ist :-(. Hinzu kommt, dass das Gemüse (vor allem Paprika und Karotte) noch roh gewesen ist aber dafür die Zucchini zu sehr durch gewesen ist. Ob ich das bei einem weiteren Besuch bestellen würde, ist eher fraglich. Mein Freund war mit seinem Menü glücklich gewesen. Was uns beide überrascht hatte, dass beide Gerichte mit einer (Soja?)Soße serviert wurde, die ich leider nicht vertrug. Dafür kann aber die Bedienung aber nichts.

    Was auch erwähnenswert ist, dass nicht alle Servicekräfte in gleichem Maß der deutschen Sprache mächtig sind. Das hat sich herausgestellt, als ich nachgefragt habe, ob bestimmte Zutaten ausgelassen werden können, weil ich sie nicht vertrage. Die Frau hat so hektisch darauf reagiert, dass wir sie beide nicht mal verstanden haben, trotz mehrmaliger Nachfrage.

    Richtig gesättigt konnten wir den Tag ausklingen lassen. Im Vergleich zu den mir bekannten Restaurants etc. ist es ein guter Durchschnitt gewesen. Auch, wenn mein Freund diesmal ein wenig anderer Meinung sein dürfte, möchte ich hier ebenfalls ein OK vergeben, weil es eben einiges besser laufen könnte. In nicht absehbarer Zeit, wenn wir Kassel erneut besuchen sollten, wird es dann gegebenenfalls, falls es ein deutlicher Unterschied feststellbar sein wird, dann dementsprechend Auf- oder Abgewertet! Eure Kulturbeauftragte

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  9. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    geschrieben für:

    Branche: Freizeitanlagen

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    9.
    Voller Vorfreude habe ich mich im Sommer auf den Weg nach Neuss aufgemacht, um einige neue Kunstwerke erstmals selbst dort zu sehen, als auch sie bei der Gelegenheit zu fotografieren. Einige von ihnen habe ich nur von Darstellungen im Internet gekannt oder von den Nachschlagewerk, über das ich schon an verschiedenen Stellen in Anspruch genommen habe. Sie war auch an der Stelle eine „Inspirationsquelle“, die mich zum „Stadtgarten“ geführt hatte. Da sich innerhalb kurzer Zeit aber das Wetter sehr stark verschlechtert hatte, war es insgesamt der Rundgang kürzer ausgefallen, als ich es eigentlich geplant hatte. Doch mehr darüber an der passenden Stelle. Der „Eierdieb“ ist zwar die erste Skulptur, die ich in diesem Zusammenhang vorstellen möchte, doch sie ist eine von mehreren, die man dort in der Grünanlage entdecken kann. Diesbezüglich gilt das selbe, was ich vorher erwähnt habe.

    Bei einigen Kunstwerken und dieses ist nicht das erste, bei dem ich es feststellen konnte, dass die Fernwirkung eine andere ist, als das was man aus der Nähe zu sehen bekommt! Es hat mich, ehrlich gesagt, schockiert, wie die Oberfläche der Bronze sich darstellt. Es erinnert an ein Zwitterwesen, das mehr an eine Echse erinnert, als an ein Windeltragendes Baby, das eine „kriminelle Energie“ an den Tag legt ;-). Eine witzige Szene ist es allemal, doch irgendwie stellt sich die Frage: was hat sich der Bildhauer Oswald Causin (* 29. Mai 1893 in Düsseldorf - 27. Mai 1953) denn dabei gedacht?!

    Auf verschieden Seiten hieß es zudem, dass es eine lange Tradition besitzt seine Sprösslinge auf dem Vogel fotografieren zu lassen. Das ist nicht die Tatsache, die mich nachdenklich macht... Innerhalb der Innenstadt in Neuss gibt es weitere Tiere, die sich ebenfalls dazu eignen, wie ich es an den passenden Stellen (Schweinegruppe und Seelöwe) vorgestellt habe, auf ihnen zu „reiten“. Auf der „Gesichtsseite“ gibt es unzählige Gruppen, die sich für das eine oder andere begeistern (lassen9. Die Skulpturengruppe „Der Eierdieb“ ist eine von ihnen!

    Seit seiner Aufstellung im Jahr 1934 sind es einige Generationen, die einen engen Bezug zu ihr entwickeln konnten. Eher durch Zufall habe ich gelesen, dass die dargestellte Szene von dem besagten Künstler an einem anderen Gewässer beobachtet worden ist. Ein Knirps „vergriff“ sich (wie man hier sehen kann) nicht ungestraft an einem Schwanengelege. Dem Vater des Kükens ist dies aber nicht entgangen und so wird der Knabe von ihn in den Popes gepickt ;-). Die Szene kann man sich in die eine oder andere Richtung fortgeführt werden. Spannende Vorstellung ist es allemal!

    Ein Punkt, der die Beliebtheit erklären könnte, ist dass die mit der Errichtung der Skulptur nur dank einer privaten Spendensammlung der Bevölkerung möglich gewesen ist. Schon kurz nach der Aufstellung wurde es in „Beschlag“ genommen und das hat sich anscheinend bis heute nicht geändert.

    Schaut man sich das Werk von Oswald Causin an, so überwiegen bei seinen Arbeiten aus den 1920-er und 30-er Jahren an, so überwiegen dort die Portraitdarstellungen. Diese erfolgten vorwiegend im Auftrag von lokalen „Promis“ der Zeit. Durch Empfehlungen dieser Kunden war ein großer Erfolg möglich. Durch diese Tatsache bedingt ist bereits 1921 der produktive Bildhauer nach Neuss gezogen und wohnte selbst in der Nähe von diesem Park. Selbst nach dem 2. Weltkrieg, als das Interesse für seine Werke nachgelassen haben, blieb er seinen Themen und deren Aussehen „treu“. Da aber sich die Herstellung der Bronzen für ihn finanziell nicht gelohnt hatte, wechselte er zur Malerei und Grafik. Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb Causin am 27. Mai 1953 Helmarshausen, wo er auch beerdigt wurde.

    Da ich keine weißen Flecke mag, habe ich meine Bedenken diesbezüglich sein lassen, auch wenn es für mich gar nicht so einfach gewesen ist. Erneut ist es recht lange geworden :-). Nach langem überlegen erscheinen mir 3 Sterne angemessen, so wie an anderen Stellen auch, wo ich keine all zu strenge Wertung abgegeben habe. In dem Sinne, eure nachdenkliche Kulturbeauftragte

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    Branche: Freizeitanlagen

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    Erneut ist es ein Brunnen vor einem Krankenhaus (hier des vom Roten Kreuz geleiteten in Kassel), den ich bei einem (einsamen) Spaziergang, der mein Interesse geweckt hatte. Wie so oft erlebt, hatte ich den Eindruck gehabt, dass in der Form, wie es sich darstellt, „etwas“ nicht ganz stimmig mir dabei vorgekommen ist. Vor Ort war es, sagen wir mal „Bauchgefühl“, der mich dazu bewog, sich auf eine „Spurensuche“ zu begeben, die mich hinterher seht verblüfft hatte! Bereits an der Stelle kann ich aber verraten, dass die beiden Anfangs erwähnten Gegebenheiten einen gemeinsamen „Nenner“ besitzen, auf den ich etwas später zu sprechen komme.

    Schaut man sich die Konstruktion an, stellt man schnell fest, dass es zum einen den Abschluss einer (parkartigen) Anlage ist, als auch, dass es sich um einen schlichten Becken aus Ziegelsteinen handelt, der im starken Kontrast zu der Krankenhausfaßade dahinter steht. Hinzu kommt auch, dass es mitten auf einer Treppe eingelassen wurde. Nicht wirklich ein direkter Verweis, was es damit auf sich hat!

    Die meisten (historischen) Brunnen sind so konzipiert, dass eine Figur (in diesem Fall eine Ente) in deren Mitte, bzw. wenn es sich um eine Gruppe handelt, deren äußerer Gestalt angepasst wird / werden. Hier ist es (leider) nicht der Fall. Wenn man das von der Stufe darunter betrachtet, erkennt man, dass es einzig die Brunnendüse es ist aber nicht der Vogel :-/. Von der beschriebenen Stelle aus, liegt es mehr am linken Rand des Beckens. Wie man es sehen kann, der „Rest“ (was reichlich viel ausmacht) ist „nackt“…

    Das Tier an sich ist schon ein Objekt, der wirklich sehr ansprechend aussieht! Da merkt man, dass es mit viel Liebe fürs Detail geschaffen worden ist! Es erschien mir schon kurios, dass die Ente auf einer Kugel sitzt, denn es würde in dem Becken, in dem sie jetzt zu finden ist, meiner Meinung nach, auch ohne auskommen! Nach einigen Recherchen habe ich auch den Grund dafür gefunden!


    Nicht nur heute, in den Zeiten der knappen Kassen ist Unterstützung dritter (heute auch als Sponsoring bekannt) gerne willkommen! Dabei haben private Initiativen und vor allem Stiftungen dazu beigetragen, dass „Gemeinwohl“, trotz Gesetzreform (speziell im 19. Jahrhundert) einen angemessenen Stellenwert erhielten. Es war schon bitter, wenn ein Familienmitglied (vor allem, wenn es der Hauptverdiener gewesen ist) dauerhaft aus gesundheitlichen Gründen auf keine finanzielle / sonstige Unterstützung hoffen durfte. Wie heute auch, wurde diese nach einer gewissen Zeit durch die Krankenkasse eingestellt und der Mensch war auf sich / Familie angewiesen. Häufig führten solche Beeinträchtigungen zu prekären Situationen, die mit sozialer Verelendung einhergingen. Verwahrlosung und weitere negative Umstände begünstigten solche „Abwärtsspirale“, die von den Zeitgenossen sehr angeprangert wurden. Welch deprimierende Aussichten, wenn man sich so etwas in den Großstädten um 1900 anschaut! Zum Glück gab es mutige Menschen, die sich etwas einfallen ließen, damit solcher Elends-Kreis gar nicht entstehen konnte.

    Über 100 Jahre lang waren die „Henschelwerke“ der größte Arbeitgeber Cassels gewesen, wie es bis ins Beginn des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde, der ab 1894 von einer Frau geleitet wurde. Ihre Biografie ist zu der Zeit schon einmalig! Hier möchte ich nur einige Besonderheiten erwähnen, denn der Brunnen ist nämlich Sophie Henschel gewidmet. Es ist nicht das einzige Denkmal, das die Stadt ihr zur Ehren aufstellen ließ. Mehr über ihre (besondere) Vita an der passenden Stelle!

    Nicht nur, dass sie ein etabliertes Unternehmen mit 2.500 Mitarbeitern zu einem (wie man es heute bezeichnet) „Global Player“ in Sachen Eisenbahnbau mit allen Produktionsschritten dazwischen bis zum mehr als 4-fachen dessen bei ihrem Ableben 1915 werden ließ. Ihr Wirken in der deutschen Kaiserzeit war geprägt von den Stiftungen, die sie ins Leben rief: Krippen für die Kinder der Werksarbeitenden, Haushaltskurse für die jungen Mädchen und was hier am wichtigsten ist, dass sie eine eigene Gesundheitsfürsorge etabliert hatte, für den sie ein großzügiges Grundstück zur Verfügung gestellt hatte. Sie war die erste, die ein überkonfessionelles Krankenhaus gegründet hatte, wo die Menschen kostenlos behandelt wurden. Für Sophie war Geld kein Selbstzweck, sondern als eine „Verpflichtung“, die mit sozialem Engagement einhergeht. Die liberale Gesinnung, die sie schon ihrem Elternhaus im preußischem Minden mitbekommen hatte, hatte schon dort das Wohl anderer einen hohen Stellenwert genossen. Das kann man als ihr Lebensmotto verstanden werden!

    Bis weit in die Industrialisierungszeit war es keine Selbstverständnis, dass die Ausbildung auch für die unteren Schichten grundsätzlich ermöglicht werden sollte. In den meisten Branchen war noch lange danach eine „Hürde“, dass dafür (im Gegensatz zu Jetztzeit) ein Lehrgeld an seine „Meister“ entrichtet werden mussten. Um Chancengleichheit in diesem Punkt zu schaffen, hat sie in ihrem Unternehmen (ebenfalls als eine der ersten) darauf verzichtet! Die Familien stärken, damit sie aus eigener Kraft bessere Ausgangsvoraussetzungen fürs künftige Leben auf den Weg gebracht wurden! Mit einfachen Worten war es Hilfe zur Selbsthilfe!

    Die selbstbewusste Mäzenin war eine politisch motivierte Gestalt, ohne das ihr eine entsprechende Position inne zu haben. Frauen war es noch etliche Jahre nach Sophies ableben gar nicht möglich gewesen, dies überhaupt tun zu können, weil es ihnen völlig verwehrt geblieben ist! Noch heute wird sie (laut einer vor wenigen Jahren abgehaltenen Umfrage), dass sie die erfolgreichste Unternehmerin in Kassel war, die die Stadt nachhaltig geprägt hatte! Auch wenn die Werke seit über 50 Jahren nicht mehr existieren, die von ihr gegründeten Vereine / Einrichtungen existieren weiterhin bis heute!


    Sophie Henschel eine tüchtige Frau, über die ich noch wesentlich mehr berichten könnte, doch an der Stelle möchte ich zurück zu ihr gewidmetem Brunnen und Platz zurückkehren. Wenn man sich alte Aufnahmen von diesem Bereich anschaut, wird man feststellen, dass einst bis zum 2. Weltkrieg es einen anderen Vorgänger gegeben hatte. Dort wurde folgende Inschrift angebracht: „Frau Sophie Henschel In Dankbarkeit die Stadt Cassel“. Davon kann heute keine Rede mehr sein :-(. Statt einer Mauer, auf der die namensgebende Ende sich befand und in ein Becken unterhalb das Wasser spie, sieht es so wie beschriebenen aus :-/. Es gibt eine Interessengemeinschaft, die sich dafür einsetzt, dass es (das einige Teile vorhanden sein sollen) diese Form erneut erhalten soll. Hier kann man sich ein Bild davon machen: https://www.hna.de/kassel/zurueck-alter-schoenheit-2889851.html.

    Dort habe ich gelesen, dass es die Stadt selbst 1924 in Auftrag gegeben hatte. Über die damit verbundenen Details, sowie der ausführende Künstler gewesen ist, konnte ich keine weiteren Angaben finden. Für den Engagement, das mit Sophie Henschel verbunden ist, wirkt ein solches Denkmal nicht wirklich angemessenen… Vor allem, wenn man bedenkt, dass es nicht mal ersichtlich ist, dass es diesen Hintergrund besitzt :-(. Mehr als 3 Sterne sind leider aus meiner Sicht nicht drin…

    Das DRK Krankenhaus vor dem es steht, liegt einige Querstraßen vom Bundessozialgericht (bzw. der gleichnamigen Haltestelle) entfernt. Von dort ist es bestens ausgeschildert. Nur aus diesem Grund lohnt sich ein weg dahin aber nicht.

    Erneut ist es sehr lange geworden, doch ich mag solche „Herausforderungen“, für die ich mehrere Tage beschäftigt haben ;-). Weiße Flecke mag ich nicht, sodass es mir alles in allem angemessenen erscheint! Eure Kulturbeauftragte.

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    Kulturbeauftragte Danke für die lieben Kommentare und den Daumen!

    ps.schulz, jetzt habe ich auch die Gesamtansicht hinzugefügt, die es meine Ausführungen anschaulicher macht :-)

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