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  1. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Zwischen Gneisenau- und Bergmannstraße lag früher unsere Bummelmeile mit vielen größeren und kleineren Restaurants, Cafés und Kneipen und mit ein paar interessanten Geschäften.

    Hier hat sich mächtig was geändert, dachte ich, als ich nach anderthalb Jahren Leben in Friedenau mal wieder den Mehringdamm entlangschlenderte. Einige Geschäfte waren verschwunden - der Glaser ist nun auch weg - stattdessen noch mehr Gastronomie, aus begreiflichen Gründen: Am Mehringdamm ist inzwischen Tag und Nacht was los. Eigentlich schön, denn bis ca. 2008 war die Gegend sehr verödet. Doch seit die Bergmannstraße in jedem Berlin-Reiseführer steht, geht hier die Post ab. Kurz bevor wir wegzogen, unterhielt ich mich mit dem Betreiber des alt eingesessenen Elektroladens S.P. Kuhlmann, der sein vor sich hindümpelndes Geschäft zum Imbiss umbauen wollte. Und damit verdient er jetzt vermutlich 10x mehr als mit Steckdosen, Batterien und vielleicht einmal im Monat mal'n Flatscreen oder 'ne Waschmaschine.

    Weil ich tatsächlich einen beinahe komplett freien Nachmittag vor mir hatte - juhuuu! - war ich extrem gut gelaunt, so dass es mir kaum was ausmachte, mit schnellen Sprüngen den rasenden Radlern auszuweichen, die hier mit besonderer Vorliebe auch gern mal zu zweit oder zu dritt hintereinander oder nebeneinander auf dem Bürgersteig fahren. Als ich noch Kreuzbergerin war, hat mich mal eine Radfahrerin beinahe von hinten umgenietet, und auf meine Frage, was sie überhaupt radfahrend aufm Bürgersteig zu suchen hätte, meinte sie ziemlich patzig: "Na, schließlich will ich doch in der Sonne fahren!"

    Ja, dies ist die Sonnenseite des Mehringdamms, und deshalb gibt es hier so viele Restaurants, wo man gemütlich draußensitzen kann, während die Fußgänger und Fahrradfahrer um einen herumschwirren wie Mückenschwärme an einem lauen Sommerabend.

    Plötzlich, als ich so sinnierend fürbass schritt - endlich hab ich das schöne Wort mal wieder untergebracht - da überfiel mich eine dumpfe Ahnung, die sich innerhalb von Sekunden zur Gewissheit steigerte: Ich hatte Hunger, und weil ich (s. o.) etwas Zeit hatte, in geradezu übermütiger Stimmung war und im selben Moment vor mir eine Kreidetafel materialisierte, auf der mit einem Mittagsangebot gelockt wurde, ging ich in die Trattoria da Vinci, und zwar ins Innere, denn ich wollte vermeiden, dass mir ein Radfahrer ins Essen fiel.

    Schnell kam der Kellner mit der Karte. Ich wählte eine Tomatensuppe und eine Champignonpizza, dazu einen Softdrink. Alles zusammen als Lunchangebot zum Sensationspreis von 6,90 Euro. Ich fragte nach einer Steckdose für mein müdes Schlauphon, und der hilfsbereite Kellner war sofort zur Stelle. Handy eingestöpselt, da kam schon die Cola. Denn wie jeder weiß: Billige Pizza schmeckt am besten mit Cola!

    Kaum hatte ich den ersten Schluck genommen, näherte sich der Kellner mit der Tomatensuppe. Noch bevor er sie servieren konnte, erschien der Koch mit der Pizza. Verwirrte Blicke vom Kellner zum Koch, zu mir und zurück, wobei die beiden beinahe unhörbar wispernd und relativ sorgenvoll zwischen Suppe und Pizza hin und her schauten. Schließlich fasste sich der Kellner ein Herz, nahm dem Koch den Pizzateller ab und stellte auf mein "Na, dann geben Sie doch einfach erstmal die Suppe her!", mit einem verlegenen Ähem den ersten Gang des Mittagsmenüs vor mich hin, trat einen Schritt zur Seite und sah mich abwartend an, den Pizzateller in der Linken.

    "Oh!", sagte ich, denn ich blickte in die Suppentasse, in der sich dickflüssig ein Berg verkochten rötlichen Schlamms bis zum Rand wälzte. An der Oberfläche kein Baum, kein Strauch, kein Blättchen von irgendwas, nichtmal Streupetersilie. Ich sah hoch. Da stand immer noch der Kellner, verlegen lächelnd. Entschlossen griff ich nach dem Löffel und kostete. Das Ergebnis war nicht direkt überraschend: Hätte ich Ahnung vom Kochen - das macht immer der Herr Schlorrndorf, denn ich kann nicht kochen, ich kann nur essen - würde ich sagen: Das waren Büchsentomaten, püriert und mit Tomatenmark und Sahne, jedoch ohne Zugabe jeglicher Gewürze, auf die Konsistenz spätsommerlicher Eierpampe im Strandbad Wannsee getunt, und zwar eindeutig linke Strandhälfte, dort wo der Sand etwas fester ist.

    Ich legte den Löffel schnell wieder hin. Der Kellner stand immer noch mit der Pizza am Tisch, also sagte ich: "Sorry, das kann ich nicht essen."

    Er nahm wortlos das kulinarische Unglücksnäpfchen an sich und stellte mir die Pizza hin. Sie war recht groß, unten leicht angebrannt, aber noch nicht brikettiert, also im Toleranzbereich. Unregelmäßig geformt war sie, demnach frei geschoben, darauf frische Champignons (immerhin!) und eine recht üppige Menge Käse. Mit etwas gutem Willen konnte man eine homöopathische Dosis HDP erkennen. Hierbei handelt es sich um die lieblose Abkürzung für Herbes de Provence, womit Herr Schlorrndorf bei uns zu Hause nahezu jedes mediterrane Gericht großzügig bewirft.

    Abgesehen davon, dass der Teig aus unerfindlichen Gründen praktisch ungesalzen war, schmeckte die Pizza ganz okay. Nicht besonders gut, aber auch nicht besonders störend. Als ich zügig aufgegessen hatte und nach der Rechnung bat, wurden mir stillschweigend 60 Cent abgezogen. Der Kellner lächelte mich an, ich lächelte zurück. Wir waren uns wortlos einig: Mehr war die so genannte Tomatensuppe nicht wert. Ich hab ihm Trinkgeld gegeben, dem lächelnden Kellner.

    Als ich rausging, war ich immer noch gut gelaunt und ging ein Liedchen pfeifend meiner Wege.

    geschrieben für:

    Restaurants und Gaststätten in Berlin

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    1.

    Ausgeblendete 15 Kommentare anzeigen
    Ein golocal Nutzer Der Weltmeister hat recht. Wenn's nicht sogar noch mehr werden könnte ... Aber was lernen wir daraus? Ein Schuster sollte bei seinen Leisten bleiben ...
    Schlorrndorf Ach, Weltmeister, Du bist wahrscheinlich nicht so perfektionistisch wie ich, und das ist manchmal ganz hilfreich ...
    Biscuitty Sehr schön geschrieben. Hoffentlich bleibt der lächelnde Kellner dem Restaurant erhalten. Es macht doch den Unterschied, ob man die 'Tomatenpampe' großzügig übersieht oder wegen ihr die Mundwinkel und die Bewertung herunterzieht.
    Ein golocal Nutzer @Weltmeister & @Schlöndorf: seht es mal so: wer nicht groß im Kleinen ist, der wird auch nicht groß im Großen sein... Gratuliere zum grünen Daumen.
    Schlorrndorf Danke für den Daumen! Der ist mir ca. tausendmal lieber als dieser Spammer, der sich comfortcomfort nennt und den ich umgehend gemeldet hab. Geh fort, comfort!
    peter4171 LOL! Die Situation mit Kellner und Koch hätte auch der Feder von Monty Python entsprungen sein können.... !
    Wirklich lustig und unterhaltsam geschrieben!
    Siri gratuliere nachträglich zum gD!

    "hilfreich"
    "gut beschrieben"


  2. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    3. von 4 Bewertungen


    Wenn ich mich mal als Berlinerin so richtig ärgern will, dann geh ich an den Potsdamer Platz. Es gibt wenig akzeptable Gastronomie hier, was ich ziemlich ätzend finde. Und zu den Lokalitäten, die ich mittlerweile meide, gehört bedauerlicherweise auch das Lindenbräu im Sony Center. Wenn ich in der letzten Zeit mal hier war, dann alleine. Denn wenn ich hierher jemanden mitnähme, müsste ich mich mit ca. 90 % Wahrscheinlichkeit fremdschämen bzw. mich ärgern.

    Denn leider hat sich das Lindenbräu mir in letzter Zeit nur als Touristenabzocke erster Güte präsentiert. In den ersten Jahren war es hier richtig gut. Ich war zur Berlinale oft mittags hier, habe eine Leberknödelsuppe gegessen, eine Limo getrunken und bin dann wieder im Kino verschwunden. Manchmal war ich mich mit Freunden oder Kollegen hier zum Essen verabredet, oder wir kamen abends nach erfolgtem Kulturgenuss mal auf ein Getränk vorbei. Wir sind sogar öfter mal vom Tipi am Kanzleramt hierhergelaufen, denn Herr Schlorrndorf war vom hiesigen Bier und besonders vom Weizenbier stark begeistert. Mir gefiel vor allem, dass es hier alkoholfreies Weißbier gab. Das kannte ich bis dato nur aus Bayern. Also prinzipell alles prima ...

    Doch wie sang schon Hilde Knef so schön: "Von nun an ging's bergab." Zur langen Nacht der Museen kamen wir zu sechst hierher, eine kleine Gruppe gutgelaunter Berliner inmitten von lärmenden Touristen, die dem Bier sehr eifrig zusprachen. Es war so gegen 23 Uhr, und wir waren hungrig und durstig von so viel Kunst und Bildung. Oben war es recht voll, Personal war nicht zu sehen, und wir erspähten einen Tisch, der gerade frei geworden war. Also nahmen wir Platz, doch als dann endlich ein Kellner kam, begrüßte er uns nicht etwa oder reichte uns Speisekarten oder Ähnliches. Nee, sondern er tat erst so, als sähe er uns nicht - ein bisschen wie im Kindergarten - und auf Nachfrage blaffte er uns an, er würde uns hier nicht bedienen, denn wir dürften uns nicht einfach hinsetzen, wo wir wollten. "Das ist hier mein Tisch, und hier bestimme ich", sagte er und dann fügte er noch hinzu, dass es ihm egal wäre, ob und wo wir Plätze fänden.

    Nun hat man ja irgendwie auch Verständnis für überfordertes Servicepersonal, das inmitten von lärmenden und saufenden Horden schuften muss. Aber abgesehen davon, dass wir weder lärmen noch saufen wollten und man uns das vermutlich sogar ansehen konnte, hat mein Verständnis gewisse Grenzen. Wir sind dann gegangen, und ich habe etwas getan, was ich niemals vorher und niemals nachher getan habe: Ich schrieb eine Mail an die Betreiber des Lindenbräu. Auf die bekam ich keine Antwort. Naja ...

    Aber an diesem Ereignis liegt's nicht allein, dass ich der Lokalität keine Zuneigung mehr schenken kann. Zwischendurch war ich immer mal wieder hier, alleine und vor allem wegen der Leberknödelsuppe. Mit der Zeit wurde das Essen immer teurer - Backkartoffel mit Sauerrahm 9,50 Euro, Leberknödelsuppe jetzt 4,50 Euro ... naja. Die letzten Suppen waren mal kochend heiß, mal lauwarm und einmal sogar versalzen, möglicherweise durch zu langes Einkochen. Erstaunlich für Convenience - jedenfalls vermute ich das. Vor allem aber: Schade!

    Der Hauptgrund jedoch, warum ich hier nicht mehr gern und in den letzten Monaten gar nicht mehr zu Gast bin, ist nach wie vor der Service. Das Personal ist oft mufflig oder wirkt extrem gestresst. Das muss ich nicht haben.

    Und wenn Herr Schlorrndorf und ich mal Appetit auf das leckere Bier haben, dann gehen wir ins Hopfingerbräu am Hauptbahnhof - dieses Lokal gehört zu denselben Betreibern wie das Lindenbräu, aber es gibt einen Unterschied wie Tag und Nacht zwischen beiden. Zum Beispiel habe ich am Hauptbahnhof bisher nur freundliches Personal getroffen. Und preiswerter ist es außerdem ...

    geschrieben für:

    Brauereien in Berlin

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    2.

    PeterJ Schade! In den letzten Jahren fand ich das Lindenbräu immer ganz angenehm, wegen der Hausbiere. Gegessen habe ich dort noch nicht.
    Ausgeblendete 4 Kommentare anzeigen
    Schlorrndorf Wie gesagt: Wegen des wirklich guten Biers gehe ich jetzt immer zum Hauptbahnhof. Die dritte "Schwester" am Brandenburger Tor, hab ich noch nicht ausprobiert.
    PeterJ Wenn ich in der Gegend bin und gutes Bier trinken will (z. B. vor einem Essen in der nahe gelegenen Peking-Ente), habe ich keine Lust, extra zum Hbf. zu radeln. Das geht alles von der Trinkzeit ab! ;-)
    Schlorrndorf Die "Peking-Ente" mag ich auch sehr gern - und kennst Du fürs Bierchen schon das Mommsen-Eck am Potsdamer Platz? Das Haus der 100 Biere!
    PeterJ @Schlorrndorf, ich sehe gerade, dass ich das Original-Mommseneck in Charlottenburg kenne (das aber Wert auf die Feststellung lebt, dass es mit der Kneipe am Potsdamer Platz nichts zu tun hat ;-) ). Ich habe mal in der Gegend gewohnt.

    Bedauerlich finde ich, dass das Mommsen-Eck vom Fass fast nur Industriebiere hat ...


  3. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. von 6 Bewertungen


    Eigentlich - die Betonung liegt auf "eigentlich" - ist das ein richtig schönes Café mit gutem Kaffee- und Teeangebot, beeindruckenden Torten und Kuchen sowie hausgemachten Schokoladen, Pralinen und sogar (hmmm!) Baumkuchen, wo man angenehm ruhig sitzt und von sehr liebenswürdigen jungen Damen aufmerksam bedient wird. Hier gibt's nicht nur Süßes, sondern auch ein ziemlich umfangreiches Angebot an Snacks und Speisen, mittags bekommt man preiswerte Speisen von der Wochenkarte - zurzeit alles für 6,50 Euro. So kann man's aushalten, wenn man im Urlaub arbeiten muss, auch gern mal über ein paar Stunden oder zumindest könnte man es, wenn ... ja, wenn ...

    Aber wenn man dann beim zweiten Besuch froh gestimmt einkehrt, nach einer Steckdose fürs Notebook fragt und von der offenbar peinlich berührten Bedienung zu hören bekommt: "Die Chefin lässt ausrichten, dass das nur für eine halbe Stunde kostenlos ist. Danach muss sie dann was berechnen", dann, ja dann, liebes Café Hesse, kann es passieren, dass meine gute Stimmung sich schlagartig trübt und mir der Appetit vergeht.

    Und genauso geschah es. Statt der geplanten beeindruckenden Tortenspezialität zu mehreren Tassen wunderbaren Kaffees und vielleicht sogar anstelle eines der angebotenen kleinen Gerichte, die so verlockend klingen (Kartoffelpuffer!!!), bestellte ich lediglich ein magenfreundliches Fachinger. Der Besuch wurde spontan auf 28 Minuten verkürzt. Die junge Bedienung entschuldigte sich mehrfach - sie müsste das einfach nur so weitergeben.

    1. Frage: Hätte Madame das nicht selbst vortragen können? Muss man dafür das Personal vorschicken?

    2. Frage: Was meint Madame denn, was es kostet, ein Notebook für ca. anderthalb Stunden (ursprünglich geplante Aufenthaltsdauer) mit Strom zu versorgen? Naaa? Kleiner Tipp: 8 Stunden Stromversorgung kosten pro Notebook ca. 15 - 20 Cent. - Ich bin gern bei der Dreisatzrechnung behilflich!

    Ob ich beim nächsten Besuch in Bad Bevensen hier wieder vorbeigehe? - Weiß ich noch nicht ... Schade eigentlich!

    geschrieben für:

    Konditoreien / Cafés in Bad Bevensen

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    3.



  4. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    6. von 7 Bewertungen


    Sofort bei Eintritt in diesen Luxus-Bombast-Laden, der zum angeschlagenen Karstadt-Konzern ungefähr so perfekt passt wie'n Kronleuchter in die Gartenlaube, sollte man jeden Gedanken daran aufgeben, dass man hier innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens das finden könnte, was man sucht.

    Die zuständigen Center-Spezialisten haben sich irrsinnige Mühe gegeben, neueste Marketingstrategien und die Erfahrungen aus der Forschung mit Rattenlabyrinthen zu kombinieren. Dagegen ist IKEA mit seinen mittlerweile offen (!!!) kenntlichen Abkürzungen ein Wunder an Kundenfreundlichkeit. So sind hier beispielsweise Fahrtreppen Mangelware. Wer den Eingang von der Schlossstraße wählt - kann ja mal vorkommen! eine verständliche, aber dämliche Idee!, darf sich durch eine Unmenge von Accessoires schließlich bis zur Rolltreppe durchschlagen - wer hätte gedacht, dass es so viele Tücher und Schals gibt, von den Schaltüchern und den Tücherschals ganz abgesehen! Merkwürdig auch, dass kein Mensch zu sehen ist, weder Kunden noch Verkäuferinnen. Bin ich noch richtig? Bin ich noch in Berlin? Oder bin ich durch eine merkwürdige Zeitschleuse ins Seidentücheruniversum katapultiert worden?

    Da! Die Rolltreppe, schnell runter, bloß weg von dem bunten Tüddelkram! Die Fahrt ins Tiefgeschoss Richtung Lebensmittelabteilung endet - marketinglogisch fundiert - nicht an der Lebensmittelabteilung, die man in der Ferne nur erahnen kann. Bis ich dort angekommen ist, gilt es erstmal Hausrat, Porzellan, Töpfe, Pfannen und ickweeßnichwatnoch zu passieren. Das ist vielleicht was für den "Shopping-Genießer", von dem man immer wieder liest, den ich aber niemals persönlich kennengelernt habe. Darunter versteht man wohl Menschen, die einfach so in Kaufhäuser gehen, um sich alles anzukucken und die dann mit einem Haufen Krempel, den sie nicht brauchen, einige Stunden später arm, aber glücklich wieder auf die Straße treten.

    Um es ein für alle Mal zu klären: Ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Wenn ich wo mal was einkaufen gehe, dann weiß ich, was ich will. Und ich reagiere sehr empfindsam auf Versuche, mich von dieser Grundeinstellung abzubringen.

    Schließlich ist die ebenfalls lotterleere Lebensmittelabteilung dann doch erreicht. Kurzes Aufatmen, das durch intensiven Käsegeruch aus verschiedenen Verkaufstheken gestoppt wird. Offenbar haben die Marketingspezialisten für Berliner, insbesondere Steglitzer, einen starken Drang zum Stinkekäse ermittelt. Auch hier gehöre ich nicht zum Zielpublikum. Spätestens dieser penetrante Brodem hält mich davon ab, vielleicht doch mal einen ungeplanten Blick zu riskieren, um mal zu schauen, ob sich nicht zusätzlich was Schönes für den Feierabendtisch findet.

    Nun zum Zweck des heutigen Besuchs, denn schließlich habe ich auch heute ein konkretes Ziel. Ich bin im Auftrag des Küchenchefs unterwegs, des aufmerksamsten Ehemanns der Welt, der immer für mich kocht und dem ich in einem kurzen Moment heiteren Übermuts zugesagt hatte, ich würde kurz mal zu Karstadt hopsen, um die dringend benötigten Kaninchenkeulen fürs Abendessen zu besorgen.

    "Nein, tut mir leid. Frische Kaninchenkeulen haben wir nicht", entschuldigt sich die freundliche Verkäuferin an der Fleischtheke. "Kucken Sie mal nach, ob da noch welche liegen", und sie weist aufs Regal nebenan. Tatsächlich findet sich das Gesuchte, verpackt und ordentlich teuer. Merkwürdiges Konzept: tonnenweise Käse, dass die Heide wackelt, aber kein frisches Kaninchen?

    Fazit: großzügig angelegte Lebensmittelabteilung, riesige Käseauswahl, wenig Kundschaft, kein Vergleich zum "Perfetto" im Karstadt am Hermannplatz. Better luck next time? - Erstmal ab zur Kasse und raus!

    geschrieben für:

    Kaufhäuser in Berlin

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    4.



  5. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    26. von 49 Bewertungen


    Sorry, ich kann mich immer noch nicht für dieses Haus begeistern. Kino-Supermarkt bleibt Kino-Supermarkt. Mit allen Nachteilen: zu wenig Personal, die Kinos wirken unsauber bis verdreckt, weil die Besucherhorden sehr wohl mitbekommen, dass sich hier niemand so richtig kümmert, und das weidlich ausnutzen. Dazu benehmen sich die Kids im Kino genau so, wie sich Kids benehmen, wenn sie denken, dass keiner kuckt: Während der Film läuft, wird gequatscht, mit Nachos und Popcorn geworfen oder sich geprügelt und natürlich ohne Ende telefoniert.

    Anderthalb-Liter-Getränkebecher und Popcorn-Eimer im Mülltonnenformat haben mich noch nie gereizt. Kino wie vom Fließband ist einfach nicht mein Fall. Ich bin mehr fürs Persönliche als fürs Anonyme, zumindest im Kino.

    Inzwischen meide ich das Cinemaxx und selbst während der Berlinale gehe ich nicht allzu gern hierher, auch wenn die Projektion meistens okay ist. Lieber besuche ich die kleinen, unabhängigen Kinos, von denen es glücklicherweise und hoffentlich noch lange viele in Berlin gibt.

    geschrieben für:

    Kinos in Berlin

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    5.


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