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Bewertungen (5 von 31)

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  1. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    3. von 32 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Kurzfassung:
    Leistung stark mitarbeiterabhängig, tendenziell eher mehr Pannen als bei DHL und UPS, aber weniger als bei DPD. Mitarbeiter waren in einigen Fällen freundlich, aber in einigen Fällen auch grob unhöflich.

    Prosa:
    Hermes klingelt bei uns im Haus immer sofort bei mehreren Parteien. Nur, dass das klar ist: bei MIET-Parteien, nicht bei politischen. In der Regel kann sich der Zusteller darauf verlassen, dass sich derjenige im Treppenhaus bemerkbar macht, der in besonders freudiger Erwartung eines Paketes – womöglich gar aus Amazonien – aufgeregt als erster zur Türe stürzt und irgendwas wie „Hier oben!“ (oder gewünschte Richtung) zur Eingangstüre trällert. Wenn es mich trifft, dann renne ich dem berittenen Gebirgsboten oft sogar entgegen, eingedenk der Tatsache, dass die armen selbst im norddeutschen Flachland jeden Tag einige Tausend Stufen zurücklegen müssen und für ihre bisweilen tonnenschweren Pakete wahrhaft herkulische Kräfte brauchen.

    Als es also klingelte – und zwar überall im Haus – fühlte ich mich nicht angesprochen. Denn ich hatte nichts bestellt und erwartete nichts von meinem heutigen Leben als eine gute Tasse Kaffee. Den ich später auch bitter nötig hatte. Denn es passierte dies: Nachdem so ziemlich keiner im Treppenhaus das besagte Anlock-Ritual für den Hermes-Götterboten aufführte, wuchtete er seinen Korpus Musculus die gesamten drei Stockwerke mit seinem 120-Gramm-Paket hoch und stand dann einen Moment unschlüssig herum. Er muss nach einigen Minuten auf die Idee gekommen sein, doch mal zu versuchen, die Aufschrift auf dem Paket, vulgo: „Adresse“ genannt, zu dechiffrieren. Dank mutmaßlich jahrelanger Schulbildung gelang es und der mittlerweile deutlich angestrengte Künstler klingelte abermals, diesmal direkt an meiner Türe.

    „Na!“, dachte ich samaritanisch: „Wird bestimmt für einen meiner Lieblingsnachbarn sein. Das nehme ich doch an“, und stürmte zur Tür, riss sie auf und sah einen dampfenden Blaumann mit Hermes-Logo. Der junge Mann hielt mir in lautem Tone vor, dass ich nicht gleich beim ersten Klingeln geöffnet habe. Ich erklärte ihm, warum. Das überzeugte ihn aber nicht, denn er pöbelte weiter und schimpfte. Dabei sind die Jungs ja nun wirklich selbst schuld. Wenn sie zu allererst nur da klingeln würden, wo der Paketaspirant mutmaßlich aufgeregt herumhopsend seine Sendung erwartet, würden nicht so viele in Sippenhaft Rausgeklingelte in den Klingel-Ignorier-Modus verfallen.

    Ich nehme dem blauen Herrn das Paketchen für meine Lebensgefährtin aus der Hand, damit er sein elektronisches Quittierungsgerät zücken kann und habe den Griffel zum Unterschreiben schon fast in der Hand, als ich nach seinem Namen frage. Das lässt den Blauen rot vor Wut werden, er schreit mich an und äußert sinngemäß, dass er nicht daran denke, mich seines Namens gegenwärtig werden zu lassen. Ein Nachbar, vom unterhaltsamen Tumult angelockt, wundert sich, denn der rotblaue Mann wird immer ausfälliger, obwohl ich ganz ruhig einfach nach seinem Namen frage. Plötzlich will er mir das Paket wieder wegnehmen, da ich in seinem Wutanfall ja nicht dazu komme, den Empfang zu quittieren. Mir reicht’s erstmal und mit einem „Das muss ich mir nicht gefallen lassen!“ knalle ich dem kundenfreundlichsten aller Zusteller erstmal die Türe vor der Nase zu. „Arschloch!“ höre ich dumpf, mein Nachbar, der das nicht glauben kann, hört das deutlich lauter, er steht ja daneben. Nun hat der unter hohem Kesseldruck stehende Zusteller ein Problem. Paket weg, Unterschrift null.

    Einige Minuten später: Es klingelt erneut. Auf der Bühne erscheint erneut der Zusteller in Begleitung seines Chefs. Ich: "Na, wollen wir das Ganze noch mal in höflich versuchen?" Sinngemäß er: "Warum haben Sie nicht sofort aufgemacht?" Ich erkläre ihm die hiesige nervige Zusteller-Praxis noch einmal.

    An derlei Erklärungen, im Telegrammstil vorgebracht, ist er aber nicht interessiert. Er fällt mir ständig dabei ins Wort und ruft: "Schnell, schnell, wir haben keine Zeit." Ich: "Dann lassen Sie mich doch mal ausreden, dann sind wir auch schnell fertig." Er: "Was Sie gemacht haben, ist Diebstahl!" Diese Rechtsauffassung fand ich interessant: Ein Paket für uns in Empfang zu nehmen, es aber nicht zu quittieren, weil man mich nicht lässt, ist also Diebstahl. Der Zustellboss baut sich drohend vor mir auf: „Wir können auch die Polizei rufen!" Ich: "Oh, gut. Dann machen wir das mal. Dann dauert's noch länger." Er lenkt scheinbar ein: "Unterschreiben Sie!" Ich: "Wer sind Sie überhaupt? Ich hätte gern mal Ihre Karte und Ihre Namen, damit ich mich über Sie beschweren kann." "Karte hab ich nicht, ich bin Chef und das meine Mitarbeiter." Der Name des Chefs und unsere Unterschrift werden ausgetauscht.

    Ich sage, dass ich jetzt auch den Namen seines Mitarbeiters wissen will, der Boss unterbricht mich wieder und will seinen Komplizen nicht verraten. Es ist mir ein Rätsel, warum nicht und sage ihm das, nicht ohne erneute verbale Grätsche seinerseits. Nun langt’s mir, ich zeige auf ihn, berühre ihn aber nicht und donnere ihm entgegen: "Unterbrechen Sie mich nicht dauernd." Er gibt Wechselgeld: "Zeigen Sie nicht mit dem Finger auf mich, das ist Beleidigung!" Mir wird es zu blöd und ich versuche, mit einem "Schönen Tag noch!" die Wohnungstür zu schließen. Paket da, Unterschrift hat er, soll er seiner Wege gehen.

    Nun verwandelt sich der Zusteller-Boss in Hulk und versucht, sich an mir vorbei in meine Wohnung zu drücken. Wir können ihm gerade noch mit vereinten Kräften die Türe vor der Nase zudrücken. Herzklopfen. Meine Freundin, unser Besuch und ich können nicht fassen, was da gerade passiert ist. Die Hermes-Hotline in Hamburg auch nicht – ihr ist das peinlich, wie mir nacheinander drei Mitarbeiter versichern. Anzeigen will ich den „Chef“ nicht, eine persönliche Entschuldigung des Fahrers wird mir zugesichert, aber die ging vielleicht auf dem Weg verloren.

    Zwei Sterne gibt es, weil ich auch schon sehr nette Zusteller von Hermes erlebt habe.

    geschrieben für:

    Kurierdienste / Logistik in Hamburg

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    1.

    Ausgeblendete 38 Kommentare anzeigen
    Puppenmama Klasse Bericht über den Götterboten.
    Ich habe nur gute Erfahrungen mit den Hermes-Boten gemacht.
    Werde seit Jahren von ihnen regelmäßeg beliefert.
    Waren durchweg immer sehr freundlich.
    Nun wohne ich nicht im Mietshaus, da wird es wohl anders laufen.
    Und man muss bedenken, sie werden sehr schlecht bezahlt, was aber nicht heißt, dass man unfreunlich sein darf.

    Schalotte Eine total verrückte Paketzustellung. Da hab ich wahrlich Glück gehabt, mit all den Hermes-Boten. Im übrigen tragen die meisten Hermes-Boten bei uns mitlerweile Namensschildchen. ..... Dein Bericht ließ mich bei Lesen schon aufgeregt werden, ich will nicht wissen, wie ich reagiert hätte, wenn einer der Zusteller jemals so auftreten würde. Das geht mal gar nicht.
    Tikae Gröhl !!!!! :-))))))
    Hüstel.... ich wollte damit andeuten, das dieses einer der besten und amüsantesten Verrisse meines bzw. deines Lebens ist .
    In zwei Worten : Leider geil .
    Gloria73 Glückwunsch zur absolut verdienten Trophäe - verdammt genial berichtet! Deine Gelassenheit hätte ich gerne :D

    Leider stehen ALLE am unteren Ende der Logistikbranche extrem unter Druck :(
    Ich war schon Zeugin für einen Crash DHL-Transporter mit Fahrradfahrerin, weil der Fahrer extrem unter Strom stand...
    Gloria73 Er war völlig fertig... sie hatte zum Glück nicht mal eine sichtbare Schramme, aber das Fahrrad war lädiert...
    Ksmichel Herzlichen Dank euch allen. Mir ist natürlich klar, dass die Leute dort unter Druck stehen. Ein Freund früherer Tag hat auch für die Götterboten gearbeitet und mir manches erzählt. Daher laufe ich den Zustellern ja auch entgegen und will sie gern auch mit Namen anreden. Bei manchen fehlt es aber an einer Grundausbildung in Sachen Kundenorientiertheit. Wenn dem Herrn Zusteller meine Reaktionszeit zu lang deucht, kann er auch trocken eine Karte in den Kasten werfen, auf dass ich das Packerl im Shop abhole. Geht auch, ganz ohne Motzigkeit.
    LUT Mein Dank an Ksmichel für die kurzweilige Unterhaltung! Dank sei auch dem, der Prosa erfunden hat! :-)
    Reisender68 Hulk wollte in die Wohnung! ??
    Ich habe ja schon einige Geschichten mit Paketzustellern erlebt, aber das toppt alles was ich erlebt habe.
    alligateuse Huih, das schreit förmlich nach einem Oscar ;-) Sonntag ist doch die Verleihung, oder?

    Nein, ehrlich, sooo dermaßen schlimm habe ich das noch nicht erlebt. Da ich auch in einem Mietshaus wohne kenne ich die gängige Praxis, erstmal bei ganz vielen zu klingeln und dann das Paket ggfs. dem Nachbarn zu übergeben.

    Ein Anekdötchen habe ich dazu auch:
    Ich hatte neulich einen Paketboten eines anderen Zustelldienstes, der eine sehr schwere Last in den 6. Stock tragen musste. Es waren sage und schreibe 4 ausgewachsene Autoreifen. Da mein Nachbar nicht im Hause war, habe ich sie, nett wie ich ja nun mal bin *ggg*, für ihn entgegen genommen. Der Paketbote war sehr erleichtert, im wahrsten Sinne und bedankte sich ausgiebig bei mir. Ich lagerte die Bereifung in meinem Flur und freute mich aber, als der Nachbar am Abend bei mir klingelte und die Gummischlappen abholte. Mein Flur roch total nach Gummi, das hielt noch ein paar Tage an. Also muss ich wohl beim nächsten Mal schauen, was da bei mir zwischengelagert werden soll. Solange es nicht wieder Gummi oder sogar Surströmming ist ;-)
    Tikae Ich hab es jetzt zum fünften mal gelesen und an entsprechender Stelle kräftig geklingelt :-)))))
    Was für ne Story ! :-D
    Vintage Manchmal sind Erlebnisse ein Bericht in der Presse wert oder für eine Verfilmung.Bei uns gibt es zwar nicht die Möglichkeit andere raus zu klingeln aber das Problem mit Paket Zusteller kenne ich.Wir kaufen viel in Onlinehandel bei denen oft Vorkasse üblich ist.Wir wohnen direkt an der Hauptdurchgangsstraße im Ort, die Haustür ist von der Strasse einsehbar und hat eine Gemeinschaftseinfahrt.Oft kommt es vor das ein Päckchen von der Post auf den Briefkasten gelegt wird.Gerade mal vom Gehweg mit paar Schritte zu erreichen.Wie schnell kann da das Päckchen mitgenommen werden.Man könnte als Postzusteller ja auch klingeln.Auch die Pakete von Hermes liegen mal neben der Garage.Bei den anderen Paket Zusteller geht es nicht anders zu.Oft muss ein Paket erst bei Nachbarn geholt werden.Mit Pesch wurde es schon geöffnet mit der Begründung sie dachten es wäre für sie.Wenn ich ein Paket annehme und die Paket Zusteller aus der Nachbarschaft noch Pakete loswerden wollen stößt man auf Unfreundlichkeit wenn ich das ablehne.Letztes Jahr sollte ich ein Paket annehmen obwohl die Außentreppe gerade erst abgerissen wurde und man nicht rein oder raus kam ohne Kletterkünste.Ich habe mal gelesen einmal nein sagen erspart viel Arbeit als dreimal ja sagen.
    Puppenmama So jetzt noch herzlichen Glückwunsch zum verdienten Götter-Boten-Daumen und vorab schon mal zur Top-Bewertung.
    Nike Grins, ich habe mich beim Lesen in die Situation versetzt. Fiel ja auch nicht schwer, so wie du hier wieder einmal "abgeliefert"
    hast. Das war TOP !

    Ich hätte es ausgereizt: " ja also entweder Sie holen jetzt die Polizei oder ich hole die Kollegen - von der GdP".
    Das Problem ist nur, die M..stkerle wissen wo du wohnst, du aber nicht, wo sie wohnen. ;-))
    NC Hammer Tom Komisch - basemb hat meinen Hinweis zu einer Top-Bewertung erst einmal an die Redaktion weiter geleitet. Wer ist dieses Basemb?
    Tikae Haare raufe ....das Oberkommando war genau so von der Rolle wie wir und war sehr schnell mit antworten .
    Aber da sind so Worte wie " Arschloch " drin und das muss erst noch überdacht werden von rechts und links wegen....
    Auf jeden Fall ist es ein TOP der Userherzen !!!
    rolandvitzthum3 Nach dem, was in der Bewertung beschrieben ist, liegt hier ein klarer Fall von Hausfriedensbruch vor. Ich hätte diesen Zusteller sofort angezeigt. Meine Paketsendungen bekomme ich meistens mit DHL. Die wenigen Male, bei denen ich durch Hermes beliefert wurde, wurde ich aber auch freundlich bedient. Zudem mache ich meine Tür erst nach einem Gegenruf an der Türsprechanlage auf. Das ist sicherer.
    Ksmichel Nun ja, das A-Wort fiel nicht von mir und vor drei Zeugen und war an mich gerichtet. Der einzige, der sich beschweren könnte, wäre ich.
    kisto Vor dem letzten Satz deines Berichtes habe ich immer gegrübelt, warum du ZWEI Sterne vergeben hast… Das hätten viele sicher nicht getan. Eine sehr unterhaltsame Bewertung - auch wenn du in der Situation sicher andere Sorgen hattest. Glückwunsch zum wohlverdienten Daumen.
    Calendula Bei Dir klingeln die noch???
    Bei uns wurden die Päckle vor die Haustüre gelegt (ohne zu klingeln!) und der Überbringer unterschrieb mit meinem Namen.
    Anrufe in Hamburg brachten gar nichts. Erst eine Anzeige brachte Erfolg.

    Aber SO etwas habe ich GsD nie erlebt und hoffe, dass das auch so bleibt.

    Danke für Deinen Bericht und Gratulation zum grünen Daumen.
    Dieter Schoening Nun hab ich meine Lachtränen langsam abgewischt und kann Dir zur verdienten Auszeichnung für Deinen wunderbaren Bericht gratulieren.
    Ksmichel Danke, danke! Jetzt muss ich die wohl verklagen, weil der Zusteller mich so unflätig mit einem sogar im Duden stehenden Fachterminus tituliert hat, dass das GLHQ mir zwar den Grünen Daumen verehrt, aber die vom lesenden Publikum und geneigten Insidern hart geforderten höheren Weihen bislang verweigert. Soll ich die Passage jetzt mit einem "Tüüüüt" übermalen? Soll ich die Welt also rosa lügen? Solch Bigotterie amüsiert mich, wie ihr zweifelsohne bemerkt.
    eknarf49 Der Bericht ist wunderbar geschrieben, die Situation an sich finde ich trotz einer gewissen Komik sehr skurril. Danke für deinen Text.


  2. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. von 9 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Checkin

    Kurzfassung: Spaßbad, recht voll, viele Liegenbesetzer, Personal kaum erkennbar und teils lustlos, teils sehr freundlich. Viele bauliche Mängel und Vernachlässigung erkennbar, Saunen recht großzügig und okay, Gastronomie unterdurchschnittlich, Zugang zur Ostsee klasse.

    Hier sollte es ja auf 14000 qm Erholung und Relaxen im Übermaß geben. Beides war nötig, um sich vom stark gebührenpflichtigen Parkplatz (5 Euro pro Tag) zu erholen.

    Im Eingangsbereich des Bades gab es an zwei Kassen praktische Transponder-Armbänder für die Schränke und zum Bezahlen. „Viel Spaß und einen schönen Tag!“ wünschte die Dame am Tresen und dann ging es abwärts, zu den Umkleiden, in denen wir uns vom Landlebewesen in Wasserratten verwandeln sollten. Für die Klamotten gab es Kleiderbügel mit Treibnetz - das heißt so, weil man darin Socken und so hineinpacken soll, was dazu führt, dass Jacken und Hosen vom Bügel fallen - was einen in den Wahnsinn treiben kann.

    Gleich nahe der Umkleide erspähte ich einen offenen Schrank. Doch: „Dieser Schrank steht momentan nicht zur Verfügung.“ Momentan heißt übersetzt: „vermutlich nie mehr wieder“, denn das Schild hatte schon Staub angesetzt. Ach, egal, nehme ich eben einen anderen, halbhohen. Sachen verstaut, Hose kunstvoll gefaltet und dann das Transponder-Armband gegen das Schloss gedrückt. Soll-Geräusch: „Klack“. Das Ist-Geräusch entsprach dem, was man in einem 35.000-Kilometer-Orbit um die Erde hört: „ … “. Nanu? Kaputt?

    Rauf zur Rezeption. Dort sitzt eine andere äh… „Dame“. Sie hält den Transponder gegen ein Lesegerät und sagt: „Ja, damit ist Schrank 106 abgeschlossen. Den müssen Sie aufschließen, dann können Sie ihn für einen anderen Schrank benutzen.“ „Können Sie mir nicht einfach einen anderen Schlüssel geben?“ „Nee, zu kompliziert.“(<- für sie?). Ich: „Danke, dann geh’ ich jetzt mal nach Schrank 106 suchen. Können Sie mir einen Tipp geben, wo ich mit der Suche anfangen soll?“ „Unten hängen Schilder.“ Ich konstatiere derweil massive Bocklosigkeit.

    Die Schilder geleiteten uns an einigen Shops (Schwimmbadnudeln 5,90 Euro!) vorbei zu den Duschen. Eine defekt, die anderen hatten wohl Nachhilfe bei Laserstrahlen genommen und schnitten die Haut per messerscharf eingestelltem Wasserstrahl in Scheiben vom gequälten Leib.

    Eindruck macht die große Glaskuppel, mit der das Spaßbad überdacht ist. Viel Grünzeug-Imitat soll wohl für Tropen-Atmosphäre sorgen. Da ist’s aber leiser als hier. Die Kombination „Kinder“ und „Schwimmbad“ ist lauter als ein Kampfjet in einem Meter Entfernung. Und das, obwohl an unserem Besuchstag leider ALLE der nachfolgend genauso im Netz beschriebenen Attraktionen außer Betrieb waren: die wohlige Wärme behaglicher Hot-Whirl-Pools, die treibende Kraft im Wildwasserkreisel, das faszinierende Zusammenspiel von Wasserorgel und Musik, sprudelnde Massageliegen, entspannende Nackenduschen, wohltuende Sprudel- und Massagedüsen, spritzige Fontänen und vieles mehr.“

    Die rote, gefährlich aussehende Turborutsche war durch einen Stuhl provisorisch versperrt, ist wohl oft so. Immerhin war die grüne Rutsche benutzbar - mit Lightshow im Inneren, Dunkelstrecken und einer langen Rutschphase hat das richtig Laune gemacht.

    Die Wassertemperatur war angenehm, und ein Ausflug in den Außenbereich war problemlos möglich. Schon ein mondän-luxuriöses Gefühl, hier zu plantschen, während die armen Spaziergänger hinterm Zaun im Trockenen sitzen müssen. Auch das Salzwasser-Bad war nett, aber etwas duster.

    Irgendwann ist auch mal etwas Ruhen angesagt, ein bisschen Lesen vielleicht. Also flott mal eine Liege organisieren! Doch hier gibt es statt derer nur großzügige Handtuchablagen. Oder wie heißen diese etwa zwei Meter langen Dinger, die auf dem Boden stehen und beinahe nie von Menschen beliegt sind? Dem Personal scheint der Mallorca-Habitus des gemeinen Schwimmbadbesuchers egal zu sein. Handtüchern kann man also den bequemen Aufenthalt in der Ostseetherme sehr empfehlen, Menschen sollten eigene Liegen mitbringen.

    [Fortsetzung siehe Kommentare. Das System hier findet Würmer und mag längere Sachen nicht speichern]

    geschrieben für:

    Schwimmbäder / Wellness, sonstige in Scharbeutz

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    2.

    Ksmichel Ruhe kann man vielleicht in der Sauna erwarten. Zumindest unbegleitete Kinder unter 16 Jahren soll es laut Schild nicht geben. Heißt leider von ostsee-thermisch auf deutsch übersetzt: „Hier wird man garantiert darauf treffen.“ Laut ist es hier auch, und strafverschärfend kam hinzu, dass alles mit Oktoberfest-Devotionalien behängt war und Schlagermusik („Aniiiiitaaa!“) bis in den (nicht quirlenden) Quirlpool-Bereich hinein wummerte. Warum fahren Leute, die zum Oktoberfest wollen, noch mal nach München und nicht nach Scharbeutz?

    Wir flüchteten nach einem Fußbad (toll: sehr viele Becken dafür!) in eine 85-Grad-Sauna und waren positiv überrascht: Überall hingen Sanduhren, große Instrumente zeigten, welches Ausmaß die Folter momentan aufwies. Außerdem passten in den überdimensionierten Dampfgarer viele Mitschwitzer hinein. Es gibt recht viele Saunen mit Temperaturen von 55 Grad (Dampfbad) bis 100 Grad. Die Blockhütte im Saunagarten ist sehr empfehlenswert, ebenso die Panorama-Sauna mit ihren großen Fenstern mit Ausblick auf den Ostseestrand. Auf dem Weg zur Sauna ist allerdings eine Nasenzone mit … „sehr erfahrenem“ Frittierfett zu durchqueren.

    Frische Seeluft gab’s aber draußen, und von dort gelangte man zum Ostseestrand. Also schnell Badesachen an (die Sauna ist ansonsten textilfrei) und dann los, zum Abkühlen in die Ostsee. Unbeteiligte sehen Gestalten in Bademänteln aufs Wasser zugehen. Den Rest mit Rücksicht auf jugendliche Leser nur als Tonaufzeichnung: „Taps, taps, tapsch, tapsch, plätscher, plätscher, Klatsch, iiiiiiiiiiiih, ahhhh, klapper klapper, tapsch, tapsch, taps, taps, o-ist-das-kalt-o-ist-das-kalt“. Durch die Drehtür geht’s wieder ins Bad.

    Später machten wir uns auf zum Bistro-Bereich, in dem nun jemand aufgehört hatte, nach Anita zu schreien und wo auch gerade nicht gejodelt wurde. Die Frage nach Wraps wurde nach Mitropa-Manier beantwortet: „Hamwa noch nicht. Nehmse doch Würstchen.“ Den indigniert nach oben verzogenen Lippen mochte man einen Hauch von Ablehnung entnommen haben. Die Servierkraft daraufhin: „Oder gehnse nach drüben zum Gallery-Restaurant.“ Diese umrahmt in einer Galerie im ersten Stock sozusagen das bekuppelte Schwimmbad darunter. Wir gingen hin, auch hier wieder an vielen Handtüchern vorbei, die es sich auf Liegen bequem gemacht hatten.

    Hier gab es das volle Kantinen-Programm mit Tabletts zum Selbernehmen, einigen Gerichten zum Aussuchen und einer Kasse, die kein Geld entgegennahm, sondern nur den Arm. Der daran hängende Transponder wurde per Fadenkreuz (tatsächlich!) auf eine Bodenplatte navigiert und nach einem Piepser war der fällige Betrag auf den Chip gebucht. Trinkgelder sind nicht vorgesehen, anscheinend. Die Preise sind in Ordnung.

    Mit dem Tablett ging’s zu einem Tisch, der - man ahnt es - trotz der Hinweise auf die bitte selbst zu vollziehende Geschirrrückgabe (toll, noch ein Wort mit drei Konsonanten nacheinander!) noch vollgestellt war. Das Essen selbst stillte den Hunger, war aber nichts für den optischen Genuss. Ofenkartoffel mit Hühnchen ist eben Ofenkartoffel mit Hühnchen - da stören Salatblätter und Deko nur!

    Dann erforschten wir die Anlage weiter. So gibt es seit neuestem eine Dachterasse mit Pool, einer Sauna und Liegen und guter Aussicht. Die Ruhezonen sind teils mit Wasserbetten und schummriger Beleuchtung ausgestattet, eine Zeitlang war es darin sogar ruhig, wenn man von Schnarchgeräuschen mal absieht. Dafür können die Menschen ja nichts.

    Gegen 17 Uhr wurde es voll, so dass sogar in den geräumigsten Saunen nun drangvolle Enge herrschte. Daher verließen wir die Therme, lösten unsere armen Arme mit den daran hängenden Transponder-Chips aus und machten einen Strandspaziergang. Anschließend ging es zum Portobello, was futtern. Aber das ist eine andere Geschichte.
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    alligateuse Das klingt aber nach einem Entspannungs-Super-GAU, erfahrenes Frittierfett, Anita-Gedudel und kaputte Schalltüten ;-(
    alligateuse Da ich ja auch mitunter Groupon nutze, ist deine Bewertung sehr hilfreich, denn dieses Angebot hatte ich auch schon für kalte Wintertage im Auge. Nun nicht mehr, dank deiner Bewertung.
    Ksmichel 13 Euro war mir der Spaß wert. Die Saunen waren ja okay. Ich denke, ein Umdenken und Handeln beim Personal würde viel bewirken.
    Markus1803 Uff gerettet! ;-) Ich glaube ich hätte mich schwarz geärgert! - Da war nämlich auch mal ein Familienausfug geplant.
    Ksmichel Für Kinder gibt es übrigens einen ganz niedlich gestalteten Plantschbereich. Das muss man schon sagen. Und nochmal: Wenn das Personal etwas beherzter eingreifen würde, dann wäre hier vieles sogar richtig gut.
    Ksmichel Ja, Alter und Baufälligkeit mancher Attraktionen ;-) Aber auch da: Man hat das Gefühl, als ob nicht wenige Mitarbeiter einfach resigniert haben. Ich kenne Bäder, in denen sich die Leute richtig reinhängen. Da könnte ich mir einige Aussetzer wie hier einfach nicht vorstellen. Wenn dann mal eine Wartung fällig wäre, dann ist der Laden eben mal für ein paar Tage zu. Die Therme hat aber 364 Tage im Jahr offen. Heißt: Wartung findet im Regelbetrieb statt - unter Inkaufnahme der Tatsache, dass einige Sachen dann nicht laufen. Mal mehr, mal weniger. Das zeigt auch die lange Kette von Rezensionen aus anderen Quellen.
    alligateuse Aber letztlich schaufeln sie sich mit dieser Wartung im Regelbetrieb ihr eigenes Grab. Das finde ich schade, man sollte als Betrieb dann auch mal Mut zur Lücke haben und eine Woche schließen und alles in Ordnung bringen.
    mrs.liona Ein herrlicher Bericht, der sich mit meinen Erfahrungen bezüglich dieser Einrichtung absulot deckt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier schon seit Jahren nicht mehr, deshalb nutze ich nun andere Thermen, z.B. die schöne Holstein-Therme in Bad Schwartau. Jene verfügt weder über Rutschen noch über andere Kinderattraktionen; das senkt den Lärmpegel ganz enorm.
    Ksmichel Oh, guter Tipp. Danke dafür. Die Ostseetherme werde ich sicherlich nicht so oft besuchen, nach den Erfahrungen.
    Ober Löschmeister Vor der Sauna ist jetzt neuerdings ein Drehkreuz, so dass man mit seinem Chip da durch muss. Ich finde dadurch ist der Publikumsverkehr weniger und die Sauna erheblich ruhiger geworden.
    Gloria73 Auch von mir einen Glückwunsch zur Prämierung und mein nachträgliches Beileid wegen der gräßlichen Beschallung :(


  3. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Checkin

    Foto vor Ort

    Kurzfassung: Kneipenrestaurant im Kulturzentrum (ein e.V.). Bemühte, freundliche, aber bisweilen überforderte Bedienung, vielfältiges Speisen- und Getränkeangebot (passable Preise). Qualität der Speisen eher unterdurchschnittlich. Teils sehr lange Wartezeiten beim Besuch

    Wenn ein Laden Lola heißt, mit einem blutroten Schriftzug der Außenwerbung und schummeriger Beleuchtung wirbt, die aus hohen Fenstern des alten rotgeklinkerten Backsteingebäudes auf den trägen Bürgersteig sich herabsenkt, dann erwartet man Außergewöhnliches, um nicht zu sagen etwas fesches. Indes, man bekommt es nicht. Jedenfalls nicht hier. An diesem bekannten Abend, von dem nun die Rede sein wird, schon gewisslich nicht. Man bekommt eher, wer den Text des Liedes von Marlene Dietrich kennt, „eins vors Pedal“. Und das kommt so:

    Nach einem Konzert des Bergedorfer Kammerchors, das „Traumgekrönt“ hieß, durfte ich als Anhängsel einer Mitsängerin die siegestrunkene Schar, leergesungen und fröhlich, hierher begleiten - zum Glück musste ich dabei nicht selbst singen.

    Nun haben auch Musen hungrige Mägen und durstige Kehlen. Das vorhersehend, verständigten sie bereits Tage vorab den Wirt der Lola fernmündlich, allhier einige Tische freizuhalten, für besagte Schar, die etwa 30 Köpfe zählen sollte. Sollte möglich sein, denn laut Internetbescheid passen hier 70 Menschlein hinein, draußen gibt’s eine Außenbestuhlung für noch mal rund 100 Plätze. Im Lokal finden des öfteren Musik- und Tanzveranstaltungen statt. Davon kündet auch das Innere, das Anflüge von dezentem Disco-Chic aufweist und dessen roher Dielenboden ruckzuck zum Danz op der Deel freigeräumt ist. Der Standardmodus ist allerdings: Essen und Trinken.

    Die Sängerschar trudelte also nach der Anfahrt aus Allermöhe hier ein, etwa so tröpfelweise wie eine Wagner-Oper ihre Klangwelt entfaltet.

    Als wir eintrafen, waren wir nicht die letzten. Die Uhr schlug fünf nach acht. An einem(!) unserer Nebentische floss bereits der Gersten-, aber auch der Orangensaft und andere wohlgeratene Köstlichkeiten in Strömen, jedenfalls solange das Glas noch voll war. Von der dezenten Musik hörten wir nichts, außer dass irgendwas dudelte. Mäusedisco? Hoffnungsfroh schnappten wir uns die Speisekarten, uns lief das Wasser im Munde zusammen. Die Speisekarte umfasste kleine und große Völlereien, querbeet von Suppe und Salat über Pizza und Pasta bis zu Notfall-Gerichten wie dem Schnitzel Wiener Art (hätte ich das bloß mal genommen!).

    Doch zuerst wollten wir erst mal was trinken. Es dauerte, doch schließlich konnten wir eine Bestellung von Flüssignahrung absetzen. „Speisen mach ich gleich, Momentchen!“ sagte die Bedienung, sichtlich im Stress. Währenddessen bekam unser Vorkommando (das mit den Getränken) schon ein paar Teller auf den Tisch. Unsere Bedienung ließ indes auf sich warten. Um es kürzer zu machen als die Wartezeit: Noch um 20.45 warteten wir, also 40 Minuten saßen wir noch immer auf dem Trockenen. Meiner Begleitung und ihrem Gegenüber verging schon die Lust auf Ihre bestellten Cocktails.

    Wenigstens hatten wir zwischendurch schon die Bestellung fürs Essen absetzen können. Eigentlich hätte mir eine Möhren-Erdnusscreme-Suppe die Zunge verdreht, aber aus Solidarität mit den Hungernden am Tisch bestellte ich dann doch für einen richtigen Anschlag auf meine Figur. Wir entschieden uns: Für mich Spaghettini Carbonara (laut Karte mit Zwiebeln, Champignons und Weißweinbechamelsauce sowie Rucola und Parmesan), für meine Begleitung kam nur eine Pizza Diavola in Frage - ausgerechnet, um den höllenfeurig-wütenden Hunger zu stillen. Mein Gegenüber bestellte Pasta korsisch (mit Spinat in Knoblauch-auch-Bechamelsaucesauce Fetakäse und gerösteten Pinienkernen).

    Endlich: Nachdem bereits eine nach uns erschienene Gästeschar beköstigt wurde, materialisierten sich - als wir schon gar nicht mehr damit rechneten und schon die Telefone zum Anruf beim Pizzadienst zückten - endlich die ersten Teller auf unserem Tisch. Es war nun mehr als eine gute Stunde vergangen.

    Sofort verstummten die Gespräche und gefräßiges Schweigen setzte ein. Knurps, knusper, Schluck. Nur meine Begleitung mit Pizza-Schmacht musste weitere zehn Minuten auf ihre Mafia-Torte warten. Und was sie auf den Tisch bekam, hätte sogar ich als Kochlegastheniker besser hingekriegt. Es war ein Boden, der sich zwischen verbrannt knusprig und gummiartig nicht entscheiden konnte, keinerlei Zutat enthielt, die auch nur im Entferntesten in der Lage schien, diabolisches Feuer anzuzünden. Zu allem Überfluss war der Käse auf der Pizza schon steinhart (siehe Foto). Tomaten mögen allenfalls einmal in der Nähe des Bodens gestanden haben, ihn erreicht haben jedenfalls nur wenige. Wenn die Bedienung gefragt hätte: „Schmeckt’s?“ - was sie wohlweislich nicht tat - hätte die korrekte Antwort lauten müssen: „Nur der Hunger treibt’s rein!“

    Die Pasta-Gerichte, meins eingeschlossen, waren im wesentlichen getränkeumsatz-fördernd salzig. Bei den Nudeln mit Pesto kämpften die Teigwaren einen aussichtslosen Kampf gegen das Ertrinken im Öl. Und wie man mit einer durchschnittlichen Öffnungsspannweite eines Mundes und nur mit Löffel und Gabel bewaffnet, unzerteilte, bald halbmeterlange Rucola-Pflanzen abgrasen soll, durfte ich dann üben. Ringeln wie Nudeln geht nicht, aber man kann auf diese Weise lustig Sauce auf die Gesichter von Tischnachbarm verteilen. Immerhin: Der Schinken war sehr schmackhaft - der war ja auch nicht durch etwaig zuzumutende Kochkünste in Mitleidenschaft gezogen. Doch auch Positives erklang am Tisch: Das hauseigene Chili wurde mit Behagen verschnabuliert, auch die Salate fanden Anerkennung.

    War da nicht noch was? Ach ja, der Mojito. Den Kellner hochnotpeinlich nach dem Verbleib des alkoholischen Mischgetränkes befragt, äußerte dieser - nur rund zwei Stunden nach der Bestellung: „Oh, äh! Den können wir leider nicht machen. Heute sind so viele Limetten gebraucht worden, dass wir keine mehr haben.“ Schön, das auch noch vor dem Ableben des Gastes zu erfahren.

    Fazit: Zum Essen würde ich nicht wiederkommen. Mir hat es nicht besonders geschmeckt, anderen hingegen schon. Daher würde ich faire drei Sterne geben. Ich habe es aber noch nie erlebt, dass trotz Reservierung und Ankündigung einer großen Schar solche großen Wartezeiten entstanden sind. Bei einer großen Gruppe sorgt man doch bitte dafür, dass erstmal schnell alle etwas zu trinken haben. Dann kann gern das Essen so nach und nach kommen. Ganze Tische einer gemeinsamen Gruppe komplett auf dem Trockenen sitzen zu lassen, gibt einen Punkt. Macht zusammen zwei.

    Oder auch:
    Lola, Lola - jeder weiß wer ich bin,
    sieht man nur nach mir hin,
    schon verwirrt sich der Sinn.

    geschrieben für:

    Kultur in Hamburg

    Neu hinzugefügte Fotos
    3.

    Darling 234NCM "Schön, das auch noch vor dem Ableben des Gastes zu erfahren." :-DDD

    Michel, schön diese Bewertung noch vor meinem Ableben lesen zu können. ;-D

    Chef zu Service und Küche:

    "Ach, das schafft Ihr schon. Wenn was ist, ruft an." ;-)))
    Ausgeblendete 17 Kommentare anzeigen
    PeterJ Klasse Beitrag! Man leidet beim Lesen mit. ;-)

    Zum Glück habe ich im LOLA bisher nur Live-Musik und anschließend Getränke genossen. Dank dieser Warnung werde ich das auch in Zukunft so halten. ;-)
    LUT Ich mag Texte, bei denen das Grinsen im Gesicht des Lesers von Satz zu Satz breiter wird :-)
    Allerbest, ksmichel! Gratulation zum Daumen!
    Sedina Schöner Bericht - Glückwunsch zum Grünen Daumen.

    Bei mir ist die Reihenfolge übrigens andersrum: ich trinke erst und singe dann ;-)))
    Schwerie "...etwa so tröpfelweise wie eine Wagner-Oper ihre Klangwelt entfaltet..." Ja, wo Michel Recht hat...
    Da ist es auch kein Wunder, wenn solch Bedienungsschlamassel trotz aller Schlechtigkeit noch was positives mitbringt. Einen GD zum Beispiel. Ergo Michel, meinen GW zur Lola-Begrünung.
    (Aus aktuellem Anlass, bekommt mein Kommentar kein, auf Dringlichkeit gerichtetes Satzzeichen, da der Empfänger letztens angemerkt hat, ich würde damit zu sehr um mich werfen... das haste jetzt davon) ;o)
    Ksmichel Danke Schwerie, dass ich das schreiben könnte,,ohne dass du sauer bist. Ist halt doch was anderes, wenn man sich kennt.
    Ein golocal Nutzer Schön beschrieben.
    Ich bin mal reingefallen, als ich in ein Lokal mot blutrotem Schriftzug und schummeriger Beleuchtung einkehrte.

    Mann, war das schwul warm darin.

    Monika Bar Grosse Freiheit........... ;.))
    Ein golocal Nutzer Wieder eine Highlight Bewertung hier bei GL, dazu herzlichen Glückwunsch natürlich auch zum Daumen und bitte weiter mehr davon.

    Gruß, Alf
    konniebritz Das hast Du schön ausführlich beschrieben, auch wenn der Besuch nicht so gelungen war.
    Glückwunsch zum verdienten Daumen!
    eknarf49 Der Bericht ist ganz großartig geschrieben, allerdings wäre ich wahrscheinlich selbst bei guter Unterhaltung nicht so leidensbereit gewesen wie ihr. Ich wäre wohl gegangen, auch wenn mich Pasta korsisch sehr reizen würde. Schön, dass ich deinen lebendigen Bericht gefunden habe.


  4. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    Checkin

    Das Werbevideo fürs Sumatrakontor weckt Fernweh: Ein grün eingehüllter Berg, die Einblendung besagt "3805 Meter misst der höchste Berg Sumatras". Blende aufs Sumatrakontor. KEINE Einblendung der Höhe. 36 Meter misst die Lobby des laut Website "Stärke und Weltoffenheit" ausstrahlenden "stattlichen Felses, der vom lebendigen Treiben in der Hafencity umbrandet" wird. Mein Gott, was haben die Werbetexter bloß geraucht. Ich will auch was davon.

    Die wenigsten, die hier hinkommen, werden das Gebäude wohl betreten. Denn das Sumatrakontor ist ein Bürogebäude mit satten 30.561 m² Nutzfläche und kein kleiner Kaufladen für Gewürze, wie man ob der illustren Bezeichnung denken könnte. Überhaupt bedienen sich ja die Gestalter der Hafencity ganz schön schamlos an den Motiven der alten Hafenzeiten hier. Wahrscheinlich, um Touristen ins Retortenquartier zu locken.

    Und damit zu einer der Hauptattraktionen für die Bürowerker, die hier in diesem Dschungelcamp residieren. Alle paar Tage nämlich können die sich die Nasen an den unregelmäßig verteilten schmalen Scheiben der Fenster plattdrücken und die Schiffchen betrachten, die am Kreuzfahrer-Terminal festgemacht haben.

    Jedes Mal, wenn so ein Schiff dort liegt, weiß man zuverlässig wie bei einer Wettervorhersage für die nächsten drei Stunden: Jetzt stehen überall Touris an den unmöglichsten Stellen im Weg herum, mit durch Kameras verdeckten Gesichtern, hin und wieder einem "Awsome!"-Ausruf oder einer gar nicht mal so unberechtigten Frage, wieso der Wind hier sommers wie winters durch die idiotisch langen und nicht durchbrochenen Straßenzüge pfeift. Den Wind hört man auch gut in den Büro-Etagen. Schon ein leiser Hauch macht ein solches Kopfkino, dass man nach dem Südwester greifen möchte. Der feuchte Traum der Architekten heißt im Immobilienmakler-Deutsch wahrscheinlich "naturnahes Ambiente".

    Auch im Prospekt über das Gebäude finden sich derlei Absichtserklärungen: Danach wurde beim Bau auf geringen Ressourcenbedarf, Langlebigkeit und gesundes Raumklima geachtet. Letzteres drückt sich darin aus, dass auch im Winter im Erdgeschoss kaum jemals weniger als 26 Grad herrschen, im Sommer wird die 30-Grad-Marke auch schon mal übersprungen. Nicht ganz Sumatra, aber fast. Was die Langlebigkeit angeht: Es ist doch völlig okay, dass in einem Gebäude, das 2010 fertiggestellt wurde, hin- und wieder die Toiletten unter Wasser stehen und dass von den beiden (!) Aufzügen häufig einer kaputt ist. Naturnah leben heißt Treppe gehen.

    Wohnen kann man in einer der 86 Wohnungen von 43 bis 155 m² auch, aber für die meisten von uns dürften die Mieten unerschwinglich sein. Schon ein Tiefgaragenplatz kostete auf Anfrage 150 Euro pro Monat.

    Von alldem ahnt der Tourist da draußen nichts: Der Eingang zur Überseeallee 1 ist jedenfalls ein beliebtes Fotomotiv. Die sich gefühlt bis in den Himmel - okay, in Wirklichkeit ist es der neunte Stock - reichende Glasscherbe des Eingangsbereichs sieht gekonnt futuristisch aus. Und der Überstand des Gebäudes (etwa 5,5 Grad) ist tatsächlich ungewöhnlich. Hat man sich erst mal durch die Rauchschwaden der Raucher-Flüchtlinge und die beiden Drehtüren ins Innere gekämpft, dann wartet das Gebäude mit einem imposanten Blick nach oben auf. Und mit einem Empfangstisch, der tagsüber auch besetzt ist. Aber trotz "Sumatra" im Namen: Im ganzen Eingangsbereich gibt es nicht mal eine mickrige Topfpflanze. Die war dem Eigentümer, der TMW Pramerica Property Investment GmbH vielleicht zu teuer - sie mindert die Rendite unerträglich stark.

    Dafür hängt da ein Schild, dass die Vergänglichkeit schon in sich trägt. Andauernd wechseln hier die angeklebten Firmennamen, darunter durchaus bekannte, deren Schilder Staub ansetzen. Die Mixtur ist interessant: BP ist hier, eine Tintenpatronen-Bude, ein Kinderwunschzentrum (Kopfkino?) sowie die Computer Bild - und ein Business-Center (mit Dutzenden angeklebten kleiner Firmenschildchen in Hanuta-Tafel-Größe).

    Die BP-Ölfirma muss hier auch Labore haben, in denen fleißige Kittelträger ab und zu eine neue Sorte Benzin anrühren und ausprobieren. Denn durchschnittlich einmal pro Monat gibt es in diesem Haus einen Feueralarm. Dann latscht alles die Treppen runter und wartet, dass man wieder rein darf. Für einen neu gebauten Fels in der Brandung wartet das Gebäude mit der eigenwilligen braun-grauen Stäbchen-Optik jedenfalls mit einer Reihe von Schrullen auf. Wer das große Glück hat, einmal die Fensterputzer bei ihrer Arbeit zuzusehen, stößt dabei auf einen richtigen Baukran, der dann neben dem Gebäude steht und Fuß- wie Radwege versperrt.

    Apropos: Versperren. Die Rückseite des Gebäudes an der Tokiostraße böte für Knöllchenschreiber und Abschlepper ein reiches Betätigungsfeld. Da stehen so viele Autos in zweiter Reihe auf dem Gehweg herum, dass man glauben könnte, es handele sich hier um einen Parcours-Lehrpfad. Sehenswert aber: Das kleine Edeka-Ape-Dreirad für Freunde italienischer Automobilbaukunst.

    Für mich steht nach einiger Zeit im Sumatrakontor jedenfalls fest: Das Wort "Architektentraum" wird wahr, wenn man die Silbe "alp" noch einbaut.

    geschrieben für:

    Büroeinrichtungen in Hamburg

    Neu hinzugefügte Fotos
    4.

    alligateuse Uih, das ist aber eine famose Beschreibung dieses Gebäudes, was auch ich nur von außen kenne. Ich bin bin ja architekturinteressiert und häufig mal in der Hafencity für gute Fotomotive oder einfach nur Ansichten und Einsichten unterwegs, habe das Sumatra-Kontor aber nie unter den von dir genannten Aspekten betrachtet. Nun ja, in der Hafencity gibt es viele Bausünden in meinen Augen, auch einige gelungene Gebäude, aber eindeutig in der Minderzahl.
    Ich finde es klasse, dass du dich an so ein - nennen wir es - profanes Thema herangewagt hast. Ich finde, das gehört absolut begrünt, und ich würde mich freuen, noch mehr davon zu lesen. ;-)
    Ausgeblendete 31 Kommentare anzeigen
    Ksmichel Danke für die Blumen.

    Jetzt muss ich mich ja anscheinend mal erklären: Ich möchte ein Gegengewicht zu den vielen Ein- und Zweizeilern hier sein, die niemandem so richtig weiterhelfen. Einen zu formalen Ansatz ("Das Lokal hat 47 Sitzplätze und die Karte 85 Positionen. Der Wein hatte 9,4 Grad und der Mittelwert aller Preise ist 8,85 Euro) mag ich aber auch nicht so. Ich möchte lieber ein Bild in den Köpfen entstehen lassen, wohl wissend, dass die Geschmäcker verschieden sind und auch die Ansprüche. Aber Spaß soll das doch auch noch machen. Weil das Leben eben unterhaltsam ist.

    Ich bin tatsächlich Journalist, was ja auch im Profil steht, aber so wie hier kann ich im Job nicht schreiben - da geht es um Technik (ja, Watson, ich habe bereits ermittelt, für wen der Täter arbeitet, das tut hier aber nix zur Sache). Ich nutze Golocal sozusagen, um über Sachen zu fabulieren, die ich sonst nicht beackern kann und auch so, wie ich es als Journalist nicht tun kann: Mit Ironie, längeren Texten und auch mal schrägen Formulierungen und Andeutungen. Für Leute, die sich Zeit nehmen und sich mit Orten auseinandersetzen wollen.

    Ich habe in den letzten Wochen durch viele engagierte Golocal-Schreiberinnen und Schreiber viel auch über Orte gelernt, die ich wohl bestimmt nicht besuchen werde. Spannend war das trotzdem und so würde ich Golocal auch weiterentwickelt sehen. Hochwertige, unterhaltsame Beschreibungen statt Null-Aussagen oder Fake-Bewertungen, nur um des Gutscheins willen.
    Schwerie Michel, so kenne ich dich und anders will ich das auch nicht! "Trotzdem" ein guter Bericht und eine gelungene Stellungnahme!
    Und ja, auch von mir gibt es ein GWzGD! ;o)
    eknarf49 Ein ganz toller und origineller Bericht, den ich wirklich gern gelesen habe. Meinen Glückwunsch zum GD.
    Tikae Ksmichel ...egal mit welcher Begründung und welchem Background :SCHREIB WEITER :-)))))
    Heike. ...nicht den Mut verlieren .Jeder , der sich hier Mühe mit seinen Texten und Bildern gibt , ist willkommen und wird gerne gelesen .
    Nike Ein hervorragender Beitrag und dazu interessant geschrieben. Schade, dass es die Kategorie Bewertung der Woche nicht mehr gibt ... ;-)
    Ksmichel Heike: Auch deine Sachen finde ich gut. Es steht doch immer etwas drin, was mir weiterhilft. Muss sich ja nicht jeder immer so ausmähren wie ich ;-) Das macht doch gerade die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen aus.
    diepolz Meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem wunderbaren Bericht und zum verdienten Kontor-Daumen.
    Ich werde Dir sehr gerne folgen, denn Dein Schreibstil und Deine Ausdrucksweise machen mir Freude.
    Vielen Dank.
    alligateuse @ksmichel Gute Einstellung! Ich sehe es fast genauso wie du und habe eine ähnliche Motivation. Auch ich freue mich über jede aussagekräftige Bewertung jenseits von 2 Zeilen und entdecke hierüber ja unbekannte, tolle und entdeckenswerte Orte. Ich stimme dir zu, dass hier viele verschiedene Menschen gute Tipps geben, liebevolle Beschreibungen abliefern, und gerade diese Vielfalt und die Unterschiede machen es doch aus, dass es interessant und spannend ist.

    Golocal ist eben wie ein rieisiger Topf voll bunter Gemüsesuppe, bei dem man sich entweder sein Lieblingsgemüse rauspicken kann oder eben die bunte Gesamtheit der Farbenvielfalt erst den satten Geschmack macht ;-)
    Ein golocal Nutzer Wo @Ksmichel mit guten Bewertungen/Beschreibungen in Hamburg in meine Fussstapfen tritt, kann ich mich demnächst ja aus Golocal verabschieden.
    Nike Jolly, ich glaub wir müssen dich verhaften und zum Weiterschreiben verurteilen ! Wehe du hörst auf ... dann ... ja ... dann ... ;-)
    LUT Verstehe ich das jetzt richtig, Jolly, du hast keine Lust mehr über Hamburger Plätze zu schreiben, weil ksmichel über Hamburger Plätze schreibt? ich hoffe doch, da etwas völlig missverstanden zu haben! ?
    Tikae Absolut LUT .
    Jolly hat ein kleines emotionales Tief...nur ein bissel müde nach der langen Zeit hier .
    Und wehe nicht .Dann spreche ich einen der grossen Mansfelder Flüche und ....aufmunternde Massnahmen werden eingeleitet ;;-))
    eknarf49 @ Jolly Roger Es wäre aber doch wirklich schön, wenn Ihr beide die gleichen Orte besprechen könntet, da würden die Unterschiede das doch erst richtig interessant machen. Es ist doch ganz selten, dass zwei Leute eine Sache genau gleich sehen.
    Ksmichel Ich sehe es wie Exlenker aus W. Jolly gehört zu Golocal. Punkt. Und auf keinen Fall will ich Ursache sein, dass du aufhörst. Du hast hier eine Menge Freunde, die dich vermissen würden. Du bist eine Institution, die man nicht nachmachen kann.
    Schalotte Gratuliere zum grünen Daumen und zum gelungenen Bericht!

    @jolly .... nen emotionales Tief? Wat soll dat denn. Und ... wie müde .... :(
    Ein golocal Nutzer Neiiiinj, falsch verstenden, falsch ausgedrückt.
    Irgendwann brauch man mal eine Schaffenspause.
    Ist sehe ja, wie ab und zu mal meine Bewertungen/Beschreibungen zerrissen werden, weil dort ein Wort drinnen ist, dass dem einen oder anderen nicht gefällt.
    Da zieht immer einen Schwanz hinterher und man weiss gar nicht mehr, um was es überhaupt ging.
    Bewertungen/Beschreibungen von PK's an denen ich Dienstverrichtete, gehören auch hier hinein, werden aber oft .......
    Jetzt bin ich auf einer Datenautobahn und neu eingestellte Locationen erscheinen sofort.
    Danach feile ich an der Bewertung, damit sich keiner dran stören kann. Einem Jeden kann ich es aber nicht recht machen.
    Solange aus Berlin oder Tübingen keine Tiefschläge kommen, mache ich weiter.
    grubmard @Jolly: auch wenn wir mal über Kreuz liegen - missen möchte ich Dich nicht. Hamburg wie Berlin oder andere Städte vertragen durchaus mehrere gute Beitragsschreiber, schon als Gegengewicht zu den vielen Nullnummern, die sich hier tummeln.

    @Ksmichel: Interessanter Beitrag - Glückwunsch zum GD
    Darling 234NCM Sauber abgeliefert, lieber Ksmichel. Ich liege am Bpden, ausgezählt. Und schaue mir das Sumatrakontor beim nächsten Besuch der Hafencity genau an. :-)
    von Money Glückwunsch aus WÜ!

    .... und Jolly muss bleiben, trotz dieser bärenstarken Bewertung.
    Sonst würde doch irgendwie etwas fehlen.


  5. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Die kleine Bäckerei hat in zwei Besuchen ein sehr unterschiedliches Bild abgegeben. An einem Wochentag gegen 7.30 Uhr waren wir zu zweit hier, um zu frühstücken. Zwei Mitarbeiterinnen wirbelten virtuos, um die immer wieder auf eine Handvoll Besucher anwachsende Brötchenkauf-Schar zu versorgen, so dass wir uns erst mal umsahen.

    Die Theke auf der linken Seite, geradeaus ging es zu einigen karg dekorierten Tischen. Die deuteten darauf hin, dass es hier möglich ist, hier auch mal einen Kaffee zu stürzen oder einen der mutmaßlich leckeren Kuchen aus der Auslage zu mampfen. Doch wir wollten das morgendliche Loch im Bauch auf angenehme Weise stopfen.

    Und, richtig, auf dem Tisch stand ein Schild "Großes Frühstück, 5,50 Euro, mit zwei Brötchen, Käse, Wurst, Marmelade, Honig sowie einem Ei, Saft und Kaffee". Klasse Angebot, und das wollten wir also. Die freundliche Bedienung legte mit einem Feuereifer los, fragte, welche Brötchen es denn sein sollten - und es standen ganz schön viele zur Wahl! Es gab also keine Beschränkung auf die einfachen Schrippen, klasse!

    Das Frühstück kam in Etappen, die deutlich kürzer waren als bei der Tour der France. Es dauerte jeweils nur ein paar Sekunden, da stand schon der nächste Teller auf dem Tisch, begleitet durch einen netten oder lustigen Kommentar. Sehr schön. Die Brötchen waren - wen wundert's - knackfrisch, wir sahen ja eine der Mitarbeiterinnen, wie sie in den kurzen Atempausen die Teiglinge formte und in den Ofen schob. Kurz und gut: Wir fühlten uns sehr wohl und waren froh.

    Am nächsten Tag, einem Samstag, kamen wir wieder. Diesmal stand nur eine Mitarbeiterin im Laden, und die hatte viel zu viel zu tun. Der Laden war voll, immer wieder kamen neue Kunden, wir hörten, dass sie auch noch die Lieferungen für außerhäusige Kunden vorbereiten müsse und vertröstete uns: "Das Frühstück kann ein bisschen dauern, ist ja so viel los hier und ich bin alleine."

    Naja, dachten wir, dann kommen die Etappen eben langsamer aufeinander. Doch denkste. Zwar wurde jeder neuer in den Laden kommende Kunde in Sekunden bedient, doch selbst nach einer Dreiviertelstunde standen auf unserem Tisch nur unsere Ellbogen und das Schild "Großes Frühstück, 5,50 Euro"). Ein weiterer Gast, der frühstücken wollte, wurde gar auf eine Wartezeit von einer Stunde vertröstet, was diesen sofort Reißaus nehmen ließ. Schließlich langte es uns. Wir verließen den Laden ungefrühstückt, gingen in den Marktkauf an der Hauptstraße, ließen uns von der dortigen (einzigen) Mitarbeiterin in zwei Minuten ein super Frühstück servieren, während sie virtous andere Kunden versorgte...

    Bei allem Verständnis für die arme Mitarbeiterin bei Kraßmann: Dass ausgerechnet am Sonnabend mit Kundenbesuchen zu rechnen ist, könnte man wissen und für eine personell ausreichende Belegschaft sorgen. Natürlich hätte ich auch ein Frühstück in Etappen akzeptiert, was wäre so schlecht daran gewesen, uns einfach nur die Teller mit den Brötchen und den Automatenkaffee in die Hand zu drücken? Aber so gar nichts? Frühstück ist doch kein Hexenwerk...

    geschrieben für:

    Bäckereien in Hemmoor

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