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Bewertungen (6 von 31)

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  1. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Checkin

    Kurzfassung: einfacher Mittagstisch, für die Hafencity vergleichsweise viel Vegetarisches, Abendkarte, modern gestalteter Inder, Geschmack durchschnittlich

    Der Inder am Kaiserkai ist noch nicht allzu lange am Platze. Immer auf der Suche nach einem kulinarischen Lichtblick in der windpfiffigen Ha(r)fencity, fallen meine Kollegen und ich mitten im skandalös-heißen Sommer 2014 zum ersten Mal hier ein.

    Dummerweise hat das - wie sagt man heute? Ach, ja: Start-up. Also dummerweise hat das Start-up so ein Wetter im Sommer nicht vorhergesehen und infolge dessen keine Sonnenschirme. Nicht bloß vergessen, die aufzuklappen, sondern schlicht überhaupt keine. Das mag man für dumm halten. Noch dümmer sind allerdings wir, weil wir uns bei senkrecht einfallendem Planetengestrahl ins Freie setzen. Dortselbst gibt es rund acht Tische.

    Wir warten auf die Karte. Die kommt sogleich. Sie wird von einem authentisch auftretenden Menschen in weißer Berufskleidung gebracht, den man durchaus für einen Inder halten könnte. Die Karte enthält Dutzende Gerichte: Lamm, Geflügel, Rind und vieles ganz ohne Fleisch. Das freut besonders unsere Kollegen, die Tiere nur streicheln, aber nicht essen wollen. So was kommt denen einfach nicht in den Topf und erst recht nicht in die Tüte.

    Verwirrt lassen wir uns erklären, wie das Bestellen funktioniert. Denn alle Gerichte auf der Karte lassen sich als Mittagsgerichte ordern - halb so teuer wie abends. Für 6,60 Euro geht’s mit vegetarischen Gerichten los, 8,70 Euro werden für ein Essen mit vierfüßiger Beteiligung fällig. Dazu gibt’s Reis, Baby, aber mittags weder Salat noch Brot.

    Wir bestellen also: Für mich die 41 als Mittagsgericht (Bengan Baji/Thori Baji) mit Tomaten, Auberginen, Zucchini sowie Ingwerstängel und Currysauce). Und ein Mango Lassi, oder nein, doch lieber einen salzigen. Meine Kollegen bestellen quer durch die Karte und sind gespannt, was da wohl kommen mag. Und warten. Und warten. Und warten.

    Nach einer Dreiviertelstunde sind wir ob der solaren Bratvorrichtung am Himmel schon gut durch gegart, immer noch keine indischen Platten in Sicht und werden unruhig - schließlich ist die Pause nicht so lang. Ich merke diesen Umstand gegenüber einer umher huschenden Servierkraft an, wohl irrtümlich erhalten wir nun doch unser Essen, beinahe gleichzeitig. So soll es ja auch sein. Fast alle Teller sehen gleich aus, mit leicht abweichender Soßenfärbung. Nur das geübte indische Auge sieht die feinen, aber geschmacklich bedeutsamen Unterschiede - nicht auszudenken, wenn da ein Fehler passiert und der Vegetarier plötzlich ins ein zartes Hühnerbein bisse! Das passiert aber nicht, denn auf wundersame Weise haben die ausschließlich männlichen Kellner alle Gerichte perfekt im Gedächtnis - auch wenn sie sich schon nach zehn Minuten nicht mehr merken können, wer von den Gästen was bestellt hat, was wir bei späteren Besuchen noch feststellen dürfen.

    Geschmacklich sind wir mittelmäßig zufrieden. Es gibt wohl bessere Inder. Einige Kollegen monieren, dass das Fleisch bisweilen etwa so zäh ist, wie sich der Morgennebel im November auflöst. Ich halte es - ohne Glaubenseifer - eher mit den vegetarischen Gerichten und bin damit ganz gut gefahren. Der weiße Reis ist keine Offenbarung, eben die klassische Sättigungsbeilage. Die Soßen sind würzig und die ganz scharfen auch einigermaßen scharf, wenn auch kein würziger Mordversuch. Der Lassi wiederum ist lecker und selbst mittags nett mit einer Sirupspur gestaltet.

    Vielleicht noch ein paar Worte zum Inneren. Das ist in L-Form gestaltet. Die Theke befindet sich am langen Schenkel des L – wenn man reinkommt, also geradeaus. Es lohnt sich, nach hinten durchzugehen, denn da sind die Plätze am Fenster mit Blick aufs Wasser und den Museumshafen. In der Regel sind die Tische zu Vierergruppen gestellt, aber gegen ein Umstellen hat niemand etwas, zumindest nichts Wirksames.

    Für meinen Geschmack könnte das Interieur noch etwas »indischer« sein. Mir gefällt aber der freundliche, etwas leger-nachlässige Service mit den kleinen menschlichen Macken. Und so langsam tauen die Herrschaften auch ein wenig auf und haben mal ein frech-neckendes Wort für uns. Für den Mittagstisch entspannend, weil es nun, nach einigen Monaten Einspielphase, auch immer recht flott funktioniert und weil der Gang zum Inder keine Reise um die Welt in 80 Tagen mehr ist.

    geschrieben für:

    Indische Restaurants in Hamburg

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    1.

    Ausgeblendete 9 Kommentare anzeigen
    LUT Schöne Morgenlektüre, Ksmichel! Ich hab mich amüsiert :-)

    Gratulation zum Daumen!
    eknarf49 Es hat mir viel Spaß gemacht, diesen humorvoll geschriebenen Beitrag zu lesen. Auch ich mag indische Speisen, bleibe aber gern bei den milderen. Danke für den Lesegenuss.


  2. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. von 2 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Kurzfassung: Essen a la Carte und mongolisches Barbeque-Büffet. Keine kulinarischen Spitzenleistungen am Büffet, aber ganz okay und nach eigenen Angaben mit 120 Varianten. Ambiente etwas klinisch, viel Plastik. Preise recht günstig. Bedienung teilweise etwas überfordert, aber sehr freundlich.

    Wer in der Schule bei Geschichte nicht geschlafen hat, durfte sich irgendwann mal über den so genannten Mongolensturm belehren lassen. Der war im 13. Jahrhundert und ließ Europa vor Angst schlottern, denn die Umgangsformen der Besucher aus dem fernen Osten waren so, dass man sich nicht mal daran gewöhnen konnte.

    Heute bringt man eher Appetit mit, wenn man zum Mongolen geht. Wobei, so richtig mongolisch ist hier außer dem Namen fürs Buffet eigentlich nix. Die typischen Teigtaschen mit viiiiel Fleisch drin sucht man hier jedenfalls vergeblich, und auch das von Europäern aus Mangel an Gewöhnung unfreundlich als Giftanschlag bezeichnete Airag gibt es hier nicht – das wird Freunde vergorener Stutenmilch hart treffen. Selbst den „harmlosen“ gesalzenen Milchtee hat man hier nicht auf die Karte gesetzt. Mongolisch ist außer dem Namen fürs Buffet also nichts. Der eine oder andere weniger experimentierfreudige Gaumen mag das beruhigend finden.

    Das Lokal liegt in fußläufiger Entfernung zum Kreidesee Hemmoor (siehe Bewertung) und ist besonders am Wochenende Anlaufstelle für Taucherinnen und Taucher, aber auch für Familienfeiernde aus der Umgebung. Es dürften gut 100 Gäste Platz auf hochlehnigen Stühlen Platz finden. Die Tische bilden mit ihrer hellen Plastiküberzug-Optik einen auffallenden Gegensatz zu den Stühlen. Auch die Deko in den Regalen sieht nach Glasbläserei aus, aber die Fühlprobe ergab: Plastik 100 Prozent. Ein Glück, dass hier wenigstens keine winkenden Katzen stehen. Die indirekt rote Beleuchtung zaubert selbst Albinos einen Hauch von Bronze-Teint ins Gesicht, sie irritiert aber etwas, weil sie Normalpigmentierten eher einen Winnetou-Look verpasst.

    Angenehm: Die Tische sind für Besucherkonstellationen von zwei bis acht Gästen gestellt, mehr geht aber auch. Etwas eigenartig ist die Raumaufteilung: Links vom Eingang in einem großen separaten Raum befinden sich das Buffet und die Grillstation. Rechts von Eingang ist der Gästeraum. Das hat mit der Historie des Hauses zu tun, denn im rechten Teil bot vor einiger Zeit ein höchst bizarrer griechischer Inder nicht sonderlich erfolgreich eine Art essbarem Fensterkitt für Tauchermägen an, während links italienische platte runde Küchlein mit viel Käse drauf gebrutzelt wurden – Spitzen-Idee in einem kleinen Ort mit mindestens zwei besseren Pizza-Bäckern! Hat also auch nicht geklappt. Und dann kam der Mongolensturm V2.0, renovierte alles. Seitdem ist die Hütte voll. Bämm, nehmt das, griechisch-indische Pizzabäcker!

    Hat man einen Tisch ergattert, fragen die freundlichen Bedienungen sogleich nach den Wünschen, und zwar so: „Buffet? Und was trinken?“ Dass es auch eine Karte gibt, verschweigen die Damen und Herren. Obwohl ein Blick auf andere Tische das durchaus geraten erscheinen lässt. Das nicht so wirklich mongolische Buffet („Schlemmen Sie sie oft und so wie Sie möchten!“) kostet 14,90 Euro, für Kinder 7,90 Euro und Kinder unter fünf Jahren können für lau futtern. Sonntag von 14.30 bis 17.00 Uhr ist das Buffet für 12,90 Euro zu haben. Knusprige Ente gibt es für 13 Euro, knusprigen Fisch für 12 und die Fleischsorten stehen für zehn oder elf Euro zum Erwerb, sind allerdings laut Karte nicht knusprig.

    Nun zum Buffet: An den Tischen gibt es pro Sitzplatz je eine Wäscheklammer mit einer aufgemalten Tischnummer und einem Buchstaben. Damit wandert man zum Buffetraum, schnappt sich einen der Teller und schaufelt Gemüse, Obst oder Fleisch (auch Känguru), Geflügel oder Fisch und Meeresfrüchten darauf. Die Zutaten befinden sich in Tellern beziehungsweise auf einer Folie, die wiederum auf einem Eisbett liegt. Dabei kann man nach Herzenslust experimentieren, etwa ob sich Rindfleisch mit Garnelen verträgt oder Huhn mit Ananas. Das Buffet ist recht knapp bestückt, wird jedoch laufend ergänzt. Problematisch ist das, wenn es sehr voll ist. Dann bleiben einige Zutaten für längere Zeit aus. Besteck ist zeitweise auch Mangelware, besonders Löffel. Für die sehr scharfe Peking-Suppe sollte man also besser sein eigenes Camping-Besteck mit Löffel parat haben.Wer auf das Grillen nicht warten kann, findet einige fertig zubereitete Gerichte in den Buffet-Schalen.

    Dann geht es zur Grillstation. Links davon stehen acht jetongefüllte Fächer. Jeder Jeton hat eine Zahl, und was die bedeutet, steht auf einem Plakat darüber: 09 ist für Profis, 07 ist ziemlich scharf, 04 eher mild. Der Koch auf der anderen Seite des Steins nimmt mit perfekter Gesichtsbeherrschung auch die eigenartigsten Kreationen entgegen und verteilt sie auf einem heißen Stein, der etwa einen Quadratmeter groß ist. Das Essen wird nach einigen Minuten durch die zauberhaft wegweisend wirkende Wäscheklammer am Teller an den richtigen Tisch gebracht.

    Die Grillprozedur macht aus einem zum Schämen übervoll beladenen Teller durch Wasserverlust ein armseliges kleines Häufchen, so dass die meisten Gäste zwei- bis dreimal den Koch ins Schwitzen bringen. Der Nachtisch anschließend besteht aus mehreren Obstsorten, leider einigem Konservenobst, ausgleichend - und typisch mongolisch wieder einmal - Speiseeis und Tiramisu.

    Was den Genussfaktor angeht, bin ich etwas gespalten: Sicherlich gibt es eine passable Auswahl, doch war beispielsweise die letzten Male jeweils das Rindfleisch zäh und das Gemüse hatte den Eigengeschmack von Styropor, also keinen. Ich würde lieber etwas mehr zahlen, dafür aber bessere Zutaten bekommen. Direkt unzufrieden war aber niemand an unserem Tisch, also 3 Sterne.

    Ganz böser Patzer aber: Es gibt hier leider auch Haifisch - wer schon etwas über das massenhafte Absäbeln von Haiflossen (Finning) gehört hat, dem treibt es das Wasser in die Augen. Auf Ansprache nickte das Personal nur freundlich, ändert aber nichts: „Hey, Greenpeace, hey Sea Shepherd! Kommt mal zum Essen her!“

    Zum Abschluss des Mahls kommt die Rechnung. Wie es sich leider einbürgert, nicht für die Einzelpersonen separiert, so dass dann wieder das große Gerechne losgeht. Ich weiß, typisch deutsch. Anschließend kommt noch ein Glückskeks sowie ein leicht alkoholischer Rauswerfer, der in interessanten Farben leuchtet und nach Minze schmeckt. Und schon hat uns die Abendluft wieder - vom festen Vorsatz erfüllt: Das nächste Mal gehen wir aber wirklich wieder zu Ohls Gasthof, Herrensteak essen!

    geschrieben für:

    Restaurants und Gaststätten / Chinesische Restaurants in Hemmoor

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    2.

    Ausgeblendete 9 Kommentare anzeigen
    alligateuse Sehr anschauliche Beschreibung, mich würde dennoch interessieren, ob du tatsächlich schon einmal Stypropor probiert hast? ;-)))

    Und, wenn die rote Beleuchtung selbst Albinos irgendwie bräunlich aussehen lässt, wie sieht diese Beleuchtung wohl auf grünen Krokodilen aus oder sogar auf grünen Daumen? Muss hier wohl mal ausprobiert werden!
    Ksmichel Als Kind habe ich tatsächlich mal an Styropor genascht. Eine Firma auf dem Hof stellte damals Dekorationen daraus her. Ich habe aber nicht viel davon verschnabuliert.
    Ksmichel Naja, Yaks sind eher unpopulär auf europäischen Speisekarten und knusprig sind sie auch nicht :-)
    FalkdS Ich würde aber Yak auf alle Fälle mal probieren...
    Übrigens erkenne ich hier auch erhebliches GD-Defizit!
    konniebritz Das wäre nichts für mich. Schon der Stress, mit vielen anderen Gästen um die besten Sachen konkurrieren zu müssen und eventuell den Kürzeren zu ziehen - och nö.
    Nike Irgendwie kommt es mir bekannt vor ... stereotyp sich wiederholende angeblich mongolische Küche ... die Wäscheklammern mit der Tischnummer, der bunte Schnaps - selbst die Ansage bei der Begrüßung am Tisch ... :/

    Ja, auch ich würde das Herrensteak bevorzugen ... und das als Frau ... ;-)

    Mein Glückwunsch zum gelungenen Beitrag!
    diepolz Danke für den lebendigen und sehr interessant geschriebenen Bericht. Deine Bewertungen sind so herzerfrischend, diese ist auf der gleichen Wellenlänge.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Mongolen-Daumen. (Y)


  3. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    8. von 12 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Kurzfassung: Großes Angebot, etwas überbordend viel, teilweise schwierig, mittlere Größen zu finden. Beratung könnte etwas persönlicher sein, deswegen gehe ich ja nicht im Internet Klamotten kaufen. Preise durchschnittlich, mit Chance auf Schnäppchen. Umkleiden Mangelware, Kassen etwas voll.

    Die ganze Geschichte eines Hosenkaufs:

    Die Krise der Kaufhäuser treibt mich schon fast als Soli-Käufer in solche Hallen des Kommerzes. Allerdings genauso gern wie zum Hausarzt - ich gehe nur, wenn der Pegelstand an Klamotten arg gesunken ist. Doch mein ungeahnter Abnehm-Erfolg zeitigte die Nebenwirkung, dass das gespartes Essen-Geld nun schnell in engere Bekleidung zu konvertieren ist.

    Das Kaufhaus ist werktäglich von 10 bis 20 Uhr offen und hat nach eigenen Angaben 19.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Im mehrstöckigen, lichtdurchfluteten und weitläufigen Verkaufstempel geben auch viele Touristen ihr Geld für Klamotten und Mittelklasse-Luxus aus, gewöhnliche Haushaltsartikel gibt es allerdings auch mit nicht so überbordender Angebotsbreite.

    Im Kaufhaus angekommen umweht mich nun zuerst das Warmluftgebläse (was das wohl kostet, jeden Tag?), dann schwingt eines von gefühlt vierzehn Glasportalen auf und sogleich umfängt mich eine leider unsichtbare, aber umso mehr ruchbare Wolke von Gucki und Calvin Hobbes, Jean Paul Pferdetier und Davidoffs kühlem Wasser, Kanal Nummer 5 und der Chef-Flasche, Langôhne-Parfum und wie die edlen Dämpfe alle heißen, ich kann’s mir einfach nicht merken. Leider duften sie alle gleichzeitig um die Wette, was der Mixtur ungefähr die Note und Wirkung von Senfgas verleiht. Hilft nur eins: Schon vor der Glastür die Rolltreppe lokalisieren, dann Luft anhalten und durch.

    Die Zentrale der Nasenterroristen hinter mir lassend, fahre ich erst mal hoch. Ist euch schon mal aufgefallen, dass die Rolltreppe in S- und U-Bahnen oft ausfällt, die in Kaufhäusern aber beinahe nie? Sie bringt mich in den ersten Stock, wo ich kurz „Tschuldigung!“ sagen muss, denn - natürlich - bleiben mal wieder Leute direkt am Ende der Treppe stehen. Kurz umschauen - ah, da ist ja schon ein wegweisendes Schild. Es weist mich weg von hier, und zwar nach diversen Welten. Ja, steht da: Damen-Welt, Haushalt-Welt und so weiter. Typisch, die Herren-Welt ist wieder sehr weit oben, im dritten Stock. Und Schuhe, obwohl HERREN-Schuhe, sind in der DAMEN-Welt zu finden. Logik, anyone?

    Rauf geht’s in solchen Häusern immer leicht, doch aus Erfahrung beginne ich, auch den Rückweg gleich zu sondieren. Denn beim Runterfahren ist die Rolltreppe für die Abwärtsrichtung manchmal erst nach mehrmaligem Umlaufen des jeweiligen Abwurfbereichs der Treppe zu erspähen. Soo muss Technik?

    Ein Viertel meiner Willens- und Konzentrationskraft sind beim Eintreffen im Zielgebiet verbraucht. Ich habe vergessen, was ich hier eigentlich wollte. Ach, ja, eine Hose! Mit zwei Beinen, die idealerweise bis zum Boden reichen. Grün. Die Hose sehe ich genau vor mir. Leider nur in meinem Kopf, denn die Augen werden derweil mit zig Markennamen-Ecken überflutet. Na, danke! Woher soll ich jetzt wissen, wer von denen DIE grüne Hose hat?

    DAS kann nur eine Expedition aufklären! Systematisch beginnend beginne ich bei der Marke, von der ich schon Hosen habe. Der an sich Erfolg versprechende Ansatz wird allerdings durch einen mit dem Tempo eines U-Boot-Zerstörers auf mich zu rauschenden Verkäufer verhindert. Ob er mir helfen könne, will er wissen. Ich überlege, ob ich einige Einsatzgebiete für den jungen Mann parat habe (Rasen mähen? Auto waschen? Holz hacken?), aber dann frage ich nur lasch nach grünen Hosen. Welche Marke, will er wissen. Achselzucken, woher soll ich das denn wissen? ER ist doch Fachverkäufer. Das sage ich natürlich nicht. Er: „Schauen Sie doch mal dort drüben!“ Und komplimentiert mich in die Altmänner-Abteilung. Danke, ich schaue mich lieber selbst noch etwas um. Ja, und ich melde mich, wenn ich Hilfe brauche. Vielleicht als alter Mann, denke ich noch im Weggehen.

    Ich umgehe den Abfangkurs der nächsten Verkäuferinnen-Fregatte geschickt und nach einer Viertelstunde habe ich das System der Kleiderständer kapiert: Die zu großen Hosen hängen rechts vom Daumen, die zu kleinen links. Doch die Etiketten machen es immerhin leicht, das zu sehen. Nur auf einigen halbhohen Tischen gibt es Hosenstapel, deren Individuen sich hartnäckig weigern, mir solch unwichtige Details wie den Kaufpreis zu verraten, trotz neun Anhängsel aus Pappe und Plastik. Ich erfahre immerhin, dass das Zeug authentische Kleidung ist. Wichtig, das.

    „Siebenundvierzig, bitte elf!“ quäkt es aus einem Lautsprecher. Hier und da ist Verkaufspersonal damit beschäftigt, die Verwüstungen wieder zu beseitigen, die Kunden auf der Suche nach der richtigen Größe im Klamottenstapel angerichtet haben. Oder die Mitarbeiter quatschen einfach miteinander. Finde ich okay, sofern sie dennoch aufmerksam sind. Und das sind sie, meistens.

    Mein Vorrat an Willens- und Konzentrationskraft ist auf weniger als die Hälfte gesunken. Das grelle Licht blendet mich, aber klar, es ist nötig, ich bin ja nicht bei Hollister. Da: Aus den Augenwinkeln entdecke ich etwas grünes. Ob das etwa? Mit der Reaktionsgeschwindigkeit eines Fangschreckenkrebses setze ich neuen Kurs. Und, da ist endlich eine grüne Hose.

    Einen Moment habe ich nicht aufgepasst, und schon enttarnt sich unmittelbar neben mir ein geschniegelter Verkäufer und fragt die Fragen aller Fragen: Ob er mir helfen könne? Ich glaube, ich habe bereits gefunden, was ich suche und wedle mit der Hose. Preis passt, Material okay und Form scheint auch gut zu sein.

    Mein Blick schweift in die Ferne, auf der Suche nach einer Kabine. Der Verkäufer merkt’s und bietet Geleitschutz dorthin an. Ich gehe zum Schein auf das Angebot ein, das schützt vor Attacken weiterer Verkäufer.

    Zum Glück ist eine der Probier-Werften frei, denn unter einem der Vorhänge blitzen keine Socken hervor. Doch leider ist die Hose zu kurz. Das sehe ich sofort. Gestählt aus einem Verkaufstraining weiß ich, dass der Verkäufer trotzdem sagen wird: „Steht Ihnen sehr gut! Ich hole Ihnen das gern auch mal in einer anderen Größe.“ Was er prompt tut. Und nun passt sie. Auch nach den üblichen Turnübungen. Immerhin: Sollte ich die Hose unpassend finden, könnte ich sie hier innerhalb einer Stunde passend machen lassen und sie für einen Heiermann nach Hause bringen lassen.

    Der Verkäufer hat mir die nötige Größe gleich angesehen, was ich sehr wichtig finde. Meine Lust, Sachen anzuprobieren, vergeht meistens schnell, und so bin ich froh, wenn ich jemanden habe, der eben weiß, dass die Größe W32/L32 von Garteuer eben größer ausfällt als die der Marke Lives. Dass Regular Fit eben nicht das gleiche ist wie Regular Fit. Und der mir gleich sagen kann, welche Hosenhersteller jetzt gerade gerade geschnittene Hosen mit Knöpfen statt Reißverschluss in blau haben. Solche Verkäufer gibt es hier. Nur sind nicht alle mit der nötigen Empathie ausgestattet, das schwierige Kapitel „Kunden richtig ansprechen“ zu meistern. Ich könnte es auch nicht.

    „Darf es noch ein Gürtel dazu sein?“ fragt der Verkäufer mittlerweile, als ob er beim Probetragen der Hose schon ein Maurer-Dekolleté bei mir erspäht habe. Ich entgegne also: „Nein, ich habe schon einen.“ Für jede Hose fast, ich Idiot, aber das muss er nicht wissen. An der Kasse reihe ich mich in den Konvoi der Wartenden ein. Vier Kassen, nur eine besetzt von drei Leuten. Einer redet, die andere legt Kleidung zusammen und eine kassiert. Mir wären ja drei besetzte Kassen lieber. Packen kann ich selbst.

    Nachdem der „Ich trau dir nicht, du Ladendieb!“-Knopf aus der Hose entfernt wurde und die im Frageparcours übliche Frage nach etwaig vorhandenen Rabattkarten lässig abgeschmettert wurde, wandern ein paar Talerchen über den Tresen. Im Gegenzug gibt es die Plastiktasche samt Hose und einen freundlichen Gruß. Den ich natürlich erwidere. Und danach die Plastiktasche in den unübersehbar großen Rucksack stopfe. Schnell raus, hier, was wie gesagt nicht so einfach ist. Aber ich habe meine Hose, yes!

    Zur Belohnung geht’s noch kurz ins Untergeschoss. Da gibt es eine Feinschmecker-Abteilung, die sehr gut sortiert ist und welche die weit entleerten Akkus nach einem Hosenkauf schnell wieder aufzuladen im Stande ist.

    geschrieben für:

    Kaufhäuser in Hamburg

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    3.

    Schwerie in dem Licht deiner Betrachtungsleuchte habe ich das noch nicht gesehen... wie auch?! Aber ja, du hast völlig Recht! ;o)
    Ausgeblendete 33 Kommentare anzeigen
    eknarf49 Eine wirklich schöne Bewertung. Auch ich stürme mit angehaltener Luft durch die leider nicht ins Dachgeschoss verbannten Parfümerieabteilungen.
    Sedina @sidifferent: Ich gehe da rein und nach 10 min bin ich mit *etwas einigermaßen* Passendem wieder draußen ;-)))
    Schöne Glosse aus der männlichen Erlebniswelt, lieber Ksmichel - Glückwunsch!
    Der Beitrag von einem Gast
    wurde gelöscht, weil er keinen Bezug zur Location hat.
    Sedina Hallo mm222, seit gerade mal 3 Stunden registriert und schon so wissend - unter welchem Benutzernamen kennen wir Dich denn besser?
    LUT Michel, ZUGABE!

    Köstlich beschrieben! Bei 32/32 bist du ja weit entfernt vom Maurer-Dekolleté :-)

    Gratulation zum Daumen!
    Nike "Zur Belohnung gehts noch ... in die Feinschmeckerabteilung ...." Einspruch Euer Ehren ... die kleinen Männchen namens Kalorien, die nachts grüne Hosen heimlich enger nähen, lauern dort ... ;-)))
    Ksmichel Eine feine Köstlichkeit in Ehren kann niemand verwehren. Auch weil ich mein Budget um 20 Euro unterschritten habe. Vielleicht hätte ich dafür Sockenpuppen kaufen sollen? Ach nee, die gibt es ja hier kostenlos.
    Ksmichel Ganz eiserne Selbstkasteiung, auch wenn es schwer fällt. Aber ein Beutel Weintrauben ist ja nicht nur lecker, sondern auch gesund, wenn man vom Beutel selbst absieht und er ist nicht mal sooo teuer.
    konniebritz Was für eine Erfahrung! Kann ich nur bestätigen. Ich habe gerade unter dem Tisch gelegen :-) Warmluftgebläse, Parfümerieabteilung, nervige Verkäufer, richtiges Kleidungsstück schwer zu finden - wie überall...
    Danach hattest Du Dir die Stärkung in der Feinkostabteilung verdient.
    Glückwunsch zum Daumen - in 32x!
    Ksmichel Ich freu mich, dass es euch gefällt. Das war ein Schnellschuss, obwohl ich sonst schon mal drei Stunden schreibe, war diese Bewertung in einer guten Stunde fertig - sie schrieb sich quasi von allein. Ich musste nur noch die Tippfehler korrigieren ;-)
    bb-dd Absolut genial, Ksmichel! Bitte noch mehr Knaller dieser Art-durch Schlapplachen soll man ja angeblich auch abnehmen;-))
    Jenny-Muc Habe Deinen Bericht erst jetzt entdeckt - danke für dieses Lesevergnügen!
    Einfach genial ... ich werde mich jetzt wohl auf ein paar andere Bewertungen von Dir stürzen ;-)
    Kulturbeauftragte Lachen am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen (oder so ähnlich) :-D Ein Kaufhausbesuch... unendliche Geschichte, auch selbst wiedererkannt. Glückwunsch nachträglich zu so einem tollen Bericht!


  4. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. von 3 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Wer in Bergedorf, genauer: in Lohbrügge, ins Kino gehen will, kommt vielleicht nicht sofort auf die Idee, das gleich im Ort hinter sich zu bringen. Bergedorf und Lohbrügge gehören offiziell zu Hamburg - doch beide Ortsteile sind mit erheblichem Selbstbewusstsein ausgestattet. Ändert nix daran, dass abends hier die Luken dichtgemacht werden. Man verzieht sich wohl lieber mit einem Sixpack vor den 50-Zoll-Flachschirm, als vor die Türe zu gehen.

    Aber - nur gesetzt den Fall, man will es doch mal tun - und ist festen Willens, mit Freunden ein Lichtspielhaus zwecks Darbietung glamouröser, international wertvoller Filmkunst zu besuchen, dann geht das sogar hier. Die Hansa-Filmstudios stemmen sich seit Jahren gegen die nur 20 Bahnminuten entfernten, pompös-gigantischen Multiplex-Abspielautomaten namens Cinemaxx und UCI.

    Die muss ich jetzt natürlich schlecht machen, sonst hätte es ja keinen Sinn, das hier noch zu lesen. Aber nein: Multiplex-Kinos sind klasse - nirgendwo sonst, außer im Spielzimmer eines Zwölfjährigen - hat man die Chance, acht Filme gleichzeitig durch die dünnen Wände zu hören. Und, wer es nicht weiß: Wunder ereignen sich dort! Und die passieren deutlich öfter als eine Person mit langen Jahren und gütigem Blick auf einem Teich herum latscht. So betritt alle paar Stunden eine Menge Ungläubiger den Saal über einen roten Teppich, der nach ein paar Stunden vollständig verschwunden ist. Sie verlässt den Saal als Gruppe sittlich-moralisch enthemmter Kreisgrinser auf einem hochflorigen Teppich aus geplatzten, klebrigen Maiskörnern.

    Schon vorher merkt der distanzierte Beobachter, dass die Menschheit wohl nicht die Krone der Schöpfung sein kann (und darf!). Vorsicht, jetzt folgt ein zu langer Schlangen-Satz: Wer außer der Gattung der homo erectus kinogengerensis ist willens, sich dafür, dass man sich nicht an einer langen Kinokasse anstellen muss, an einer anderen Schlange anzustellen, die am Kopfende keinen Menschen zum Ziel hat, sondern einen Automaten, der Karten ausdruckt, die teurer sind, weil man vorbestellt hat, damit man sich nicht anstellen muss? 54 Wörter, alles verstanden? Respekt! Nicht? Oh, sorry, ich auch nicht!

    Nun ja, wer das und noch viel mehr nicht so toll findet, der sollte mal in ein richtiges altes Kino gehen. Zum Beispiel in die Filmstudios hier. Schon vor dem Eingang gibt’s alte Technik zu sehen: Die Schiebebuchstaben, mit denen die Filme der Woche kundgetan werden, funktionieren noch immer tadellos und brauchen keine Updates, von einer gelegentlichen Wäsche mal abgesehen.

    Die Treppe hoch, durch eine Türe, gelangt man in den schmalen Vorraum, gesäumt von Filmplakaten, gedruckt auf altertümlichem dünnen Totholz. Aus einer Art verglastem Postschalter auf der linken Seite reicht der Chef des Familienbetriebes höchst eigenpersönlich die Karten für die Vorstellungen heraus. Diese sehen noch immer aus wie Abreißbons auf einer Dorfkirmes. Die Preise sind so, dass man sich unwillkürlich fragt: Fehlt hier nicht vielleicht die „Eins“ vor der Zahl? Nein, tut sie nicht: Sieben Euro sind normal, außer für lange Filme. Reservieren per Internet? Platzkarten? Gibt es nicht. Wer früh da ist, bekommt die besseren Plätze, für die Langschläfer bleiben die Rasiersitze ganz vorn.

    Auf der rechten Seite des Vorraums fühlen sich die Blicke angezogen von alter Technik: Ein monströs großer Filmprojektor zum Anfassen. Früher wurde so was von Filmvorführern händisch bedient, manch einer kennt noch deren Ehrgeiz, das so gut zu machen, dass die „Rollenwechsel“-Einblendungen nicht zu sehen waren. In Multiplex-Kinos erledigt das alles Kollege Computer. Geht was schief, merkt’s keiner, außer dem zahlenden Publikum, wenn es noch was merkt.

    Während man in den großen Unterhaltungsabfertigungsanstalten offenbar nur mit abnorm großen Cola-Eimern und Popcorn-Containern als Wegezoll in den Kinosaal eingelassen wird, ist das hier anders. Ein kleiner, fast schüchterner Pocorn-Stand drückt sich hier an die hintere Wand des Vorraums und bietet hier seine Waren feil. Das zu Preisen, als wenn man sich hier für die Abzocke der gesamten Kino-Branche entschuldigen müsste.

    Kino eins betritt man durch eine Art Wohnzimmertür. Kein schwerer Plüsch-Samtvorhang, keine Verheißung, kein Akklimatisieren, nix - man geht rein und ist drin. Der Saal verströmt sofort den hölzernen Odem der Sechziger. Die Sitze sind ausreichend breit, aber es muss ein Naturgesetz geben, nachdem Kinosessel spätestens nach einer Stunde unbequem werden. Diese sind leider auch gesetzestreu. Das zweite, unumstößliche Kino-Gesetz: Es bestimmt, dass sich immer jemand Größeres vor einen setzt. Das gilt hier auch. Aber die Riesen-Abwehr ist aufgrund der ausreichenden Schräge der Bestuhlung gut aufgestellt.

    Was sofort auffällt, ist die recht kleine Leinwand. Bildgewaltige Spektakel würde ich mir hier wohl nicht anschauen und auch 3D-Filme eher nicht. Die Luft im Saal ist allerdings überraschend gut.
    Vor dem eigentlichen Film startet hier die lang-vermisste Leistungsschau der Werbe-Wackel-Video-Vandalen. Autowaschen? Bitte zwei Straßen weiter. Flimmer, flimmer. Einsetzende Sirtaki-Musik im Muzak-Stil, weißer Hintergrund, davor ein Mittelmeer-Bild mit weißen, griechischen Häusern. Das weiß man, weil der Name des Lokals blau im pseudo-hellenischen Säulen-Font ins Bild flasht. Eine einladende Nuschelstimme mit Fremdschäm-Text. Lacher aus dem Publikum und endlich die erlösende Feststellung, dass es hier auch Eiskonfekt gibt. Durch die nach wie vor geöffnete Wohnzimmertür des Saals kommt ein Mädchen mit Eistasche. Das erstaunliche: Auf diesen alten Trick fallen sogar welche herein!

    Nach den üblichen Vorfilmen geht es endlich los: Das merkt man daran, dass die Wohnzimmertür plötzlich zugeht. Wie gesagt, Bild und Ton sind etwas unterdurchschnittlich, aber, hey, wen stört das schon, wenn man um sich herum so viele nette, laut quatschende und gackernde Menschen hat? Wahre Cineasten, die jedes Hüsteln sofort mit Flammerwerfer-Blick quittieren würden, haben ihr Privatkino schon längst im Keller mit Dolby 15.4-Anlage, Erdbebensimulator oder eigener Popcorn-Kanone.

    Vielleicht wissenswert: Das Kino beteiligt sich auch an der sogenannten Schulkinowoche im November. Eine Woche lang gibt es ein Filmprogramm mit künstlerisch wertvollen, medienpädagogisch relevanten sowie spannenden Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilmen aus aller Welt. Ansonsten muss man sich auf künstlerisch wertlosem, medienpädagogisch zweifelhaftem und nicht immer spannenden Action- oder Ami-Komödien-Kram beschränken? Nein, denn hier läuft auch eine Menge abseitiges für Leute, die sich gern nachher über Filme unterhalten, die keiner wirklich versteht.

    Trotz der auch für Gelegenheitsschauer erkennbaren kleinen Defizite unterstütze ich das Kino hier gern mit meinem Besuch.

    geschrieben für:

    Kinos in Hamburg

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    4.

    Ausgeblendete 15 Kommentare anzeigen
    LUT Stimmt, Nike, und auch viel Kopfkino ist dabei, wenn ich an den knisternden, knackenden Popcornbodenbelag denke ..., Leute, die sich vor der Tür die Klebeklümpchen unter den Schuhsohlen abpulen... :-)

    Da muss ein Daumen her!
    Ein golocal Nutzer Nicht nur das Kino, nein, deine Bewrtung hat / ist ein abendfüllendes Programm. Toll
    Wann war ich zuletzt im Kino??? Da hatte ich noch Lederhosen an
    alligateuse Ich bin ein großer Kinofan, und ich freue mich krokodiÖs über diese treffende Beschreibung einer aussterbenden Art dieser Spezies. Leider gibt es diese alten Kinos mit ebenso alter Technik fast nicht mehr. Erst kürzlich wurde das FAMA-Kino in Lurup platt gemacht, und ich mag nicht an die denken, die noch folgen mögen.
    Schön, dass du ein altes Kino so schön mit all seinen Macken und Zacken beschreibst. Der grüne Daumend dafür ist wohl ein Muss ;-)
    Schwerie Also wenn man Schachtelsätze mag, diese zu schreiben aber, bedauerlicherweise, gezwungen ist, nicht zu tun, kann das schon, nicht nur manchmal, nervig sein, ist aber, dem besseren Verständnis geschuldet, eine Notwenigkeit, denn nicht jeder ist, auch bedauerlicher Weise, nicht in der Lage damit umzugehen.

    Schön dein Schlangensatz! ;o)
    Ein golocal Nutzer Ich bin auf St. Pauli gross geworden. In meiner Kindheit gab es dort rund um die Reeperbahn 9 Kinos und alle sind nach und nach geschlossen worden. Das Ahoi Kino wurde zum Grünspan, das Stern Kino zum Star Club, das Oase Kino zum Pulverfass, das Aladin Kino zum Aladin Center, das Imperial Kino zum Theater und alle anderen zu Clubs oder Sex Shops.

    Das Konosterben begann mit dem TV Zeitalter. Wir haben doch jetzt fast alle ein Heimkino zuhause.

    Schwerie Jolly, wann warst du denn das letzte Mal im Kino? ;o)

    Michel, deine Beiträge verstehen zu entzücken... GWzGD! ;o)
    So muss das!
    Kulturbeauftragte Schön zu wissen, dass es noch, diese "Aussterbernde Resse" - Kinos ohne viel Schnickschnack und Riesenbrumborium gibt, wie dieses. Es ist wahrlich des Daumens wert, den du erhalten hast! Glückwunsch zum "Dino-Daumen"! ;-)
    EvaK Als Mitglied der Gattung "homo erectus kinogengerensis" gratuliere ich Dir hiermit auch zu diesem filmreifen Daumen :) !!
    Schroeder Der Homo erectus ist ja bekanntlich ausgestorben, weil er sich den neuen Lebensverhältnissen nicht anpassen konnte.
    Ksmichel Jakobine: Ich war auch schon x-mal davor und habe mir gesagt, nein, Kino, das tust du dir nicht mehr an. Aber so ganz ohne geht es dann doch wieder nicht.


  5. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    10. von 96 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Das Kaisers ist unsere gelegentliche Anlaufstelle für die Mittagspause. Man kann sich darauf verlassen, dass es hier eine für Hafencity-Verhältnisse gerade noch preiswerte Mahlzeit gibt, wenn man die Mittagskarte betrachtet, die zwar leider nicht allzu häufig wechselt, aber doch hin und wieder eine Überraschung bietet. Man bekommt beispielsweise Currywurst-Pommes aus der Porzellanschale, aber auch mal Grünkohl oder einen Salat und eine Tagessuppe (nach der man aber häufig fragen muss, vielleicht, weil sie mit 3,90 Euro das mit Abstand günstigste Gericht hier ist?). Das Essen an sich ist nichts Besonderes, aber auch nicht schlecht.

    Das meiste wird ohnehin an den Getränken verdient. Wenn man hier "Selters" sagt, bekommt man eben eine - teurere - blaue Flasche, wenn man Mineralwasser sagt, eben ein Glas kalorienreduzierter Bio-Mineralwasser-Schorle mit einem Hauch Zitrone und Eiswürfeln.

    Die Bedienung wechselt in diesem Laden leider recht häufig, so dass ein rechtes Stammgast-Gefühl nur langsam aufkommen will. Das Personal selbst ist sehr nett, kann aber mit den stark wechselnden Bedingungen manchmal nicht mithalten: Ist's schön, wird die Außenbestuhlung (mit Fell und Sonnenschirmen) gern genutzt, und das verdreifacht die Gästezahl im Nu, während am nächsten Tag Regenwetter die Gäste fernhält. Schwer zu planen, sicherlich, aber so wird es zuweilen schwierig für Mittagspausen-Gäste, die nicht viel Zeit mitbringen. Wir haben ein- zweimal sehr lange auf die Bestellung gewartet, uns freundlich beschwert und mittlerweile kennt man wohl unseren Zeitrahmen, bedient uns entsprechend anders als Touristen, denen das Ausruhen und Betrachten des vorbei flanierenden Besucherstroms am Hafenbecken sogar zu gefallen scheint.

    Gut gefällt mir übrigens, dass je nach Gruppengröße die Tische entsprechend verrückt werden können, ohne das die Bedienungen gleich durchdrehen (gibt es ja hier und da schon mal!). Und ein weiteres Plus: Sodexo-Gutscheine werden hier ohne Murren akzeptiert. Und vielleicht, weil man unsere Nasen doch so langsam aber sicher doch mal wiedererkennt, bekommen wir ab und zu schon mal einen Kaffee aufs Haus. Den trinken wir dann auf das Wohl der tapfer lächelnden Bedienungen und hoffen, dass sie so gute Arbeitsbedingungen haben, dass sie gern länger bleiben als immer nur ein paar Monate.

    geschrieben für:

    Chinesische Restaurants / Bistros in Hamburg

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    5.

    Darling 234NCM Na, das ist doch eine runde Bewertung. Klasse. Man kann sich genau vorstellen, was einen dort erwartet.

    Wenn Du ein paar Absätze setzen würdest, wäre Dein aussagekräftiger Beitrag noch besser zu lesen. :-)

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    Ksmichel Oh, die sind beim Copy&Paste vom Editor leider verloren gegangen. Gut zu wissen, danke fr den Hinweis!
    Schwerie manchmal muss es auch ohne ECA gehen... [Achtung, Insider!] ;o)
    eknarf49 Eine sehr informative Bewertung, das Problem mit dem Mineralwasser gibt es bei uns auch fast überall (blaue Flasche).
    Herzlichen Glückwunsch zum GD.

  6. via Handy
    Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    2. von 643 Bewertungen


    Checkin

    Ruhig, gutes Frühstück, sehr nettes Personal, das sehr auskunftsfreudig ist. Minuspunkte: Der Fernseher auf dem Zimmer war etwas klein und hatte Aussetzer, außerdem lag beim Einzug ein Socken herum und die Dusche funktionierte nur digital: heiß und kalt, warm leider nicht. Wie so oft, gibt es leider zu wenige Steckdosen. Immerhin: Das Bett war okay, das ist ja auch nicht unwichtig ;-)

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    Hotels in Berlin

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    6.

    MisterM Finde ich sehr großzügig, da noch 3 Sterne zu vergeben. Die herumliegende Socke wäre für mich ein absolutes Killerkriterium gewesen, weil man sich dann ja fragen muss, ob dieser Raum seit der letzten Benutzung überhaupt gesäubert wurde und wenn ja, in welchem Ausmaß.
    Ksmichel Na, es war schon sauber und ordentlich. Die Socke fiel eben deswegen auf. Insofern also okay. Wenn ich bei mir daheim mal eine Socke herumliegen lasse, ruft auch niemand den Notstand aus ;-)