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Bewertungen (2 von 229)

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  1. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Es lebe das Empire! Hätte ich aus naheliegendem Grunde liebend gerne ausgerufen. Aber daraus wird in diesem Falle nichts, wie wir noch sehen werden.

    Die Restaurant-Rubrik meiner Hauspostille äußert sich recht lobend über dieses neu eröffnete Lokal und auch auf anderen Bewertungsportalen sind vorwiegend enthusiastische Rezensionen zu sehen. Sonst wäre meine Anregerin womöglich gar nicht auf dieses Etablissement gekommen. Aber mit den Bewertungen, die außerhalb unserer hochwohllöblichen Plattform auf die Öffentlichkeit losgelassen werden, ist das ja ab und zu so eine Sache...

    Jedenfalls erwartete man mich an einem eher kleinen Tischlein mitten in der dicht möblierten und also trubeligsten Zone des Hauses und hatte einen leider arg abgestandenen Prosecco vor sich. Nicht dass ich mich wahnsinnig verspätet hätte, natürlich. Der war schon vorher kaputt, ganz ganz ehrlich.

    Mit den indischen Kochtraditionen bin ich nicht sehr vertraut und daran wird sich auch so bald nichts ändern. Gut also, dass ich hier nicht nur charmanten sondern auch kompetenten Beistand hatte.

    Vorspeisen: dort Gemüsefrikadellen Harabara Kabab, hier marinierter Weichkäse Maneer Tikka jeweils unspektakulär. Mein Kerala Mutton Curry war solide und für mich angemessen 'mittel' verschärft, ohne dass jedoch zur Begeisterung Anlass bestanden hätte. Als kulinarischer Tiefpunkt des Abends erwies sich das Chicken Tikka Masala der lieben Gegenüberin. Jene ist ein großer Fän dieser Spezialität, die - so wurde mir versichert - andernorts mit großer Rafinesse zubereitet wird. Hier jedoch: erstens viel zu scharf (es wurde 'mild' bestellt) zweitens geschmacklich Ratlosigkeit erzeugend (auch bei mir, denn: geteiltes Leid...) und drittens mit Paprikastücken versehen, die hier nichts verloren haben und womöglich als Füllmaterial dienen.

    Davon abgesehen enthielt unser gemeinsames Reisschälchen eindeutig nicht den auf der Speisekarte annoncierten Basmati.

    Das Garlic Naan aus der indischen Brotauswahl ist im Vergleich zum sonst Kredenzten fast schon als Highlight des Abends zu feiern. Angenehm knusprig und völlig wohlschmeckend, solange man es nicht mit der hoffnungsvoll mitbestellten Mint Sauce in Berührung bringt. Bei jener haben wir uns leider auf den Geschmacksbefund 'medizinisch' einigen müssen - Spuren von Minze sind allenfalls bei höchster Konzentration und in Kenntnis des Saucennamens zu erahnen.

    Immerhin wurde der zweite Prosecco offenbar einer frisch geöffneten Flasche entnommen und war entsprechend um Längen genießbarer als der erste Versuch - ebenso mein Montepulciano (im Nachhinein wäre das hier ausgeschenkte Früh Kölsch die passendere Wahl gewesen) Dazu teilten wir uns eine sehr schicke dunkelblaue Flasche voller Mineralwasser.

    Die Speisekarte enthält unter anderem eine solide Auswahl an Currys: vegetarisch/vegan, mit Hähnchen, Lamm, Rind und Fisch, vieles aus dem Tandoori Ofengrill und auch Ayurvedisches. Die Hauptmahlzeiten liegen zwischen 10 und 15,90 Euro - zumindest preislich kann man nicht meckern.

    Der Service ist flink und charmant, kommt einem bei der Bearbeitung des Nachbartischleins allerdings ziemlich nahe - es geht hier schon ein wenig beengt zu. Mangels Begeisterung bei der Abrechnung wollte man uns noch einen Friedenstee anbieten, aber wir hatten das dringende Bedürfnis, die Soirée in ruhigeren Gefilden fortzusetzen, was übrigens auch gelungen ist.

    Die Räumlichkeit ertrinkt nicht in Orient-Kitsch, auch wenn der klassische Glücks-Elefant natürlich nicht fehlen darf. Man wird behaupten dürfen, dass sich dies an ein jüngeres, lärmunempfindliches und möglichst nicht allzu anspruchsvolles Publikum richtet. Der Betreiber hat vor, in Zukunft noch einige Filialen über die Colonia zu verstreuen. Ein Versprechen ist das nach bisherigem persönlichen Eindruck nicht.

    Die Hausbar macht eigentlich einen vielversprechenden Eindruck. Vielleicht führt auch die eine oder andere Suppe dereinst zum Drittstern. Bloß: das mit der Zweitvertestung dauert wohl noch. Aber der Hindu glaubt ja an die multiple diesseitige Wiedergeburt und fasst sich dementsprechend in Geduld.

    mit Grüßen, Sir Thomas

    geschrieben für:

    Indische Restaurants in Köln

    Neu hinzugefügte Fotos
    1.

    Ausgeblendete 25 Kommentare anzeigen
    KaterRina Eine feine Bewertung, ich hab in heimischen Gefilden noch nie gut indisch gegessen... Nur in England :-\ die Wiedergeburt ist hoffentlich nicht nötig ;-)
    Sir Thomas für sowas bestimmt nicht, dear ;-) Britannien ist kulinarisch unvergleichlich besser aufgestellt als wie wir. Zumindest soweit es um außerbritische Kochkünste geht.
    Schroeder Mir fielen ja jetzt ganz viele Fragen ein... zu den Themenkomplexen 'Soirée', 'multiple Wiedergeburt des Sir' und 'Minzsauce' .... ;-)
    ..aber sonst litt ich lesend amüsiert mit!
    Calendula Dein Beitrag erscheint mir eindeutig besser als das Restaurant.
    @ Schroeder
    ... sehr indiskret, die Dir einfallenden Fragen ... ,-)
    Sir Thomas Schroeder darf das, liebe Calendula. Ist umgekehrt nicht viel anders. Und gottlob ist man ja hier nicht gezwungen, auf alles öffentlich einzugehen ;-)
    Sedina Mich plagt die gleiche Neugier wie Schroeder, ich akzeptiere aber, dass ein Sir zwar über Missliebiges spricht, über den Genuss aber schweigt ;-)))
    Herzlichen Glückwunsch zur kompetenten Begleiterin und zu dem, was hier meiner Meinung nach nicht fehlen sollte - da ist er ja, Gratulation zum Grünen Daumen!


  2. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    Dies ist noch keine eigentliche Bewertung, sondern ein regelmäßig zu aktualisierender Lagebericht. Dieser könnte jedoch dereinst zu einer hymnisch lobpreisenden Cafébesprechung heranwachsen.

    Denn am heutigen 20.03.2015 meldet der Kölner Stadt-Anzeiger unter der Überschrift 'Neustart für ein Schmuckstück', dass sich anscheinend etwas tut in Sachen Rheinparkcafé.

    Errichtet im Jahre 1957 - in entsprechend schwungvoller Ausführung - war das einstige Schmuckstück eine zentrale Anlaufstelle während der in jenem Jahre im Rheinpark abgehaltenen Bundesgartenschau. Nach jahrzehntelangem Leerstand lässt sich dessen Wirtschaftswunder-Grandezza zwar noch erahnen, aber die abblätternde Farbe ist noch der geringste Mangel an der derzeitigen Bausubstanz. Die mutigen Presseleute schreiben von 'herunterhängenden Deckenteilen und Stolperfallen'. Die Öffentlichkeit hat natürlich keinen Zutritt ins Innere des Gebäudes.

    Nunmehr ist von einem 'zurückhaltenden Umbau' unter Vorfinanzierung der Stadt Köln die Rede, wobei die avisierten Kosten von 2,7 Mio Euro erfahrungsgemäß von der Realität übertroffen werden. Die - wohl ab 2017 - hier gastronomisch tätige Bietergemeinschaft verfügt über reichlich Fachkenntnis und Erfahrung andernorts. Auch über reichlich Enthusiasmus und Fantasie: die Rede ist von Kinderbetreuung, rheinisch-mediterraner (?) Küche, einem Biergarten im ersten Obergeschoss und einer separat nutzbaren 'Event-location' auf dem Oberdeck.

    In den kommenden Wochen sollen die Baumaßnahmen beginnen. Diese Perspektive ist bei aller Skepsis natürlich erfreulich und rechtfertigt zunächst mal einen zweiten Stern.

    Sollten die hier - auf unserer einflussreichen Plattform - eingestellten Fotos zur nun absehbaren Beendigung des Dornröschenschlafes beigetragen haben?
    Golocal - move it, baby ;-)

    Update 24.09.2015
    Der heutigen Tagespresse entnehmen wir voller Vorfreude, dass die Sanierungsarbeiten am Rheinparkcafé nun tatsächlich begonnen haben. Es geht also auch weiter mit dieser Cafébewertung-in-progress. Im künftigen Betreibertrio findet sich Kompetenz aus Hotellerie, Gastronomie und Marketing.
    Geplant ist: Restaurant, Biergarten, Partylocation. Grand Re-Opening so etwa 2017. Bleiben Sie dran.

    Update 27.03.2016
    Die Bautätigkeit ruht vorerst und hat zumindest äußerlich ohnehin noch nicht zu erkennbaren Fortschritten geführt. Das Kompetenzteam scharrt mit den Hufen, zankt sich aber noch mit dem nichtsnutzigen Sohn des (verblichenen) Architekten um Urheberrechte am Design. Es geht um eine Umgestaltung der obersten Etage, die für einen wirtschaftlichen Betrieb unerlässlich sein soll. Auch die - uuupsss - inzwischen eingetretene Notwendigkeit einer Betonsanierung pulverisiert den zunächst angedachten Eröffnungstermin Sommer 2017. Bleiben Sie dran.

    Update 21.05.2017
    Noch immer tobt ein Rechtsstreit zwischen den potentiellen Betreibern und dem unverändert nichtsnutzigen Architektensohne betreffend evtl. Ausbau des Oberdecks. In gegenwärtiger oder gar obenrum verkleinerter Form sei das Objekt nicht wirtschaftlich zu betreiben. Immerhin war zuletzt zu beobachten, dass der Bauzaun Verstärkung durch ein zünftiges Baugerüst erhalten hat, siehe Beweisfotos. Damit wird der staunenden Öffentlichkeit verdeutlicht (suggeriert?) dass nunmehr, zu Beginn der schönen Jahreszeit, aber ganz zackig die Kernsanierung in Angriff genommen wird. Desweiteren wurde rechtzeitig zur Rheinparksaison ein Eisverkaufskiosk installiert, der sogar den architektonischen Schwung dieser Wirtschaftswunderzeitlichen Ikone aufnimmt. Bleiben Sie dran.

    Update 11.05.2019
    Mit der angedachten Eröffnung 2018 war es noch nix, aber man hat jetzt das Jahr 2020 im Visier. Einzelne Bauphasen mussten verschoben und neu ausgeschrieben werden. Unter Anderem sollen die Kellerräume zwecks Unterbringung der Haustechnik vergrößert werden. Und dabei ist man ... uupss... auf heimtückisch querliegende Festungsfundamente aus preußischer Zeit gestoßen. Die werden jetzt natürlich nicht weggesprengt. Muss der Keller eben in die andere Richtung wachsen. Finanziell soll alles noch im vorsorglich erweiterten und 'gepufferten' Rahmen liegen, ävver.... Bleiben Sie dran

    ne schöne Jrooß, T.

    geschrieben für:

    Cafés in Köln

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    2.

    Ausgeblendete 10 Kommentare anzeigen
    Sir Thomas in der Tat, lieber sorei. Das typisch kölsche Dauerprovisorium muss ja nicht überall in die Zusatzverlängerung gehen.
    ubier Parallel investiert die Stadt ja aktuell in die Neuanlage der Rheinterrassen direkt davor - da entsteht eine attraktive neue Flanier- und Feiermeile. Passt dann vom Andrang her sicher.
    LUT "hymnisch lobpreisenden Cafébesprechung" - das zergeht geradezu auf der Zunge, das reinste Muttertagsgeschenk :-))
    Sir Thomas (erschrocken) Das mit dem Muttertag war nicht beabsichtigt, aber Hauptsach, es kommt gut an. Die eigentliche Cafébesprechungsergänzung hoffentlich in zwei Muttertagen, liebe LUT ;-)