Bewertung von Kulturbeauftragte zu Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt am Main - Stiftung Dr. Schmidt-Voigt

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Bewertung zu Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt am Main - Stiftung Dr. Schmidt-Voigt

Kulturbeauftragte „Düsseldorf-Experte“
In der orthodoxen Kirche spielen die Ikonen (aus dem griechischen , eikón, „Bild“, „Abbild“) eine wichtige Rolle. Diese werden meist auf Holz gemalt. Die dienen der religiösen Erbauung und im Gegensatz zu Mitteleuropa gelten sie nicht als Kunstobjekte! Deren Geschichte lässt sich bis ins 1. Christliches Jahrhundert zurückverfolgen. Die Objekte, die aber in diesem Museum gezeigt werden, sind eines deutlich neueren Datums. Wie an verschiedenen Stellen in der für die Vielfalt der Sammlungen, die auf dem Schaumainkai zu finden sind, (s. ggf. dort) geht auch dieses auf eine Stiftung zurück! Hier war es der in Frankfurt geborene Mediziner - Herzspezialist Dr. Jörgen Schmidt-Voigt. Es gehört zu den "neueren" Museen, wenn man sich die Hintergründe der meisten bisher erwähnten "Fünde" dort betrachtet. Gegründet wurde es 1990. Könnte mir sogar vorstellen, dass es erneut (2020) wie ein Jahrzehnt zuvor etwas besonderes geboten wird, wie ich es in der lokalen Presse entdeckt habe. Solche für solche kleinen, aber feinen Museen sind mehr als Sinnvoll, deshalb möchte ich es an der Stelle nicht unerwähnt lassen.

Das Museum ist nicht das einzige Highlight, das ich noch gar nicht bewertet habe, das mir sehr wichtig ist! Das Haus gehört zu einem historischem Ensemble, das kaum besser bei diesem christlichen zur einander passen! Das barocke Erscheinungsbild kann man schon aufgrund seiner Größe und Lage am Main nicht übersehen. Es ist wirklich schon etwas beonderes: den "würigen" Rahmen bildet das ehem. "Deutschordenshaus"! Wie erwähnt, das alles auseinander zu "nehmen" würde den "Rahmen" sprengen, sodass ich es bei der Erwähnung belasse!

Das Ikonenmuseum war bei uns eher ein "Zufllsfund", denn wenn mich nicht die Notdurft geplagt hätte... käme paar Tage später nicht zu einem spontanen Besuch am letzten Mittag in Frankfurt. Übrigens es gibt nur eine Möglichkeiten für beide Geschlechter, diese war klein und wirklich sauber.

Auch, wenn das Gebäude weitläufig erscheint, ist die Ausstellungsfläche und die Anzahl der Exponate recht überschaubar. Bei dem Rundgang fiel uns auf, dass nicht alle Bereiche durchgehend barrierefrei erreichbar sind, weil ein Teil auf einer Art Empore zu bewundern ist. Zwar habe ich auf der hier verlinkten Hompepage gelesen, dass in bestimmten Abständen Sonderausstellungen abgehalten werden, doch nicht als wir dort gewesen sind. Mir ist klar, dass nicht jeder etwas mit christlicher Kunst etwas anfangen kann, doch die 4 € (erm. 2) sind wert ausgegeben zu werden (bei den Ausstellungen etwas mehr). Wer dennoch sich ein genaueres Bild von dem Thema / Sammlung machen möchte, kann man das immer am Ersten Sonntag im Monat innerhalb einer geführten Führung (auch in russischer Sprache) machen. Gehe nicht davon aus, dass dafür man zusätzlich bezahlen muss.

Wenn ich ehrlich sein soll, es ist einer der kleinsten Museen überhaupt, die ich je besucht habe! Die Sammlung setzt sich aus der Stiftung des Gründers, insg. 800 verschiedene, die Dr. Schmidt-Voigt der Stadt vermacht hatte, als auch einer Dauerleihgabe der "postbyzantinischen Ikonensammlung der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz zu Berlin" mit 82 Exponaten. Dazu kamen seit der Gründung zusätzliche Schenkungen und weitere Erwerbungen. Der Schwerpunkt liegt bei den russischen Ikonen aus dem 16.-19. Jahrhundert.

Mir persönlich hat ein besonderer Teil gut gefallen: die Ausstellungsstücke der christlichen Minderheit in Afrika - den Kopten. Im Vergleich zu der strengen Darstellungsweise der anderen orthodoxen Kirchen, wirken diese "verspielt", ja sogar naiv! Es ist der große Unterschied, der im Gedächtnis bleibt. Dazu hatte ich in diesem Bereich ein richtiges "AHA-Erlebnis" gehabt. Bisher kannte ich das verschlungene koptische Kreuz nur von darstellungen in Büchern gekannt. In keiner ähnlichen Sammlung gab es dieses Objekt zu sehen! Daran musste ich in den letzten Tagen denken, als es in den Nachrichten hieß, dass die Osterzeit dort eine Woche später beginnt, als man es in Mitteleuropa der Fall gewesen ist.

Dieses Museum ist mein absoluter Favorit, den ich schon vor sehr langer Zeit versprochen habe. Es war ein kurzweiliger Besuch und ein gelungener Abschluss in Frankfurt. Auch, wenn wir dafür nur ca. 20 Min. benötigt haben, soll es kein weißer Fleck bleiben, vor allem wenn heute das höchste christliche Fest gefeiert wird!

bestätigt durch Community

Ausgezeichnete Bewertung

Ausgeblendete 8 Kommentare anzeigen
Nike So ein Museum hätte ich in Frankfurt nicht vermutet.
Herzlichen Glückwunsch zum Grünen Daumen!