Bewertung von Uffnik zu Akkordeon-Service Thomas Hofmann

5

Bewertung zu Akkordeon-Service Thomas Hofmann

Uffnik
Es sind Exoten. Heute. Das war nicht immer so. Als ich mit dem Akkordeon-Spielen begann, wurde man weder mild belächelt, noch als Nostaslgiker abgetan. 1959 war ein Akkordeon - zumal von Hohner eine gewaltige Investition. Vom kleinen, eher handlichen "Spielzeug" zum ausgewachsenen Instrument sind noch ein paar Sprünge erforderlich, die einem Jugendlichen viel abverlangen. Bis es im Orchester für ein Konzert reichte, musste ich midestens 12 Jahre alt gewesen sein. Das große Akkordeon musste nicht nur gespielt, sondern ja auch gehandelt werden. Und das mit über 12 Kilogramm.

Irgendwann, ich entschuldige das immer mit dem Wechsel des Lehrers und Dirigenten, ebbte das Interesse doch merklich ab. Es gab zwar ein einziges Solo-Stück für mich mit Orchester-Begleitung, aber das war es auch schon an Highlights. Ansonsten Familienfeiern, Weihnachten und ... man kennt das ja.

Irgendwann war dann völlig Schluß und der schwere Koffer, samt Noten und Krempel verschwand irgendwo im Keller. Ein Umbau und der Lagerplatz wurde mit dem Dachboden vertauscht. Genau das bekam der guten "Hohner" ´über die Jahrzehnte aber nun gar nicht.

Dieses Jahr haben wir wieder einmal ausgemistet. Das gute Stück hatte dringend eine komplette Revision nötig, wollte man noch einmal einen geraden Ton hervor locken. Internet durchgegurgelt und in Dietzenbach fündig geworden.

Herr Hofmann, so wie ich ihn kennen gelernt habe, ist noch aus Begeisterung für das Instrument bei der Sache, was ja auch seinen Betrieb ausmacht. Um es kurz zu machen, so viel Mühe wie er investierte, hätte ich bei allem Wohlwollen nicht erwartet. Ruckzuck waren die wichtigsten Teile zerlegt bzw. zugänglich, damit er sich ein Bild machen konnte. Die Diagnose war grausam. Die nur geschätzten Kosten lagen annähernd in der Größenordnung eines neuen Instrumentes.

Trotzdem konnte man den Sachverstand und das Geschick von Herrn Hofmann ebenso feststellen, wie seine ungebrochene Leidenschaft für die Instrumente, die, nebenbei bemerkt, wohl eine kleine Renaissance erleben.

Auch wenn wir kein Geschäft abgewickelt haben, das waren volle Punktzahl und 5 Sterne.

bestätigt durch Community

Ausgezeichnete Bewertung

Tikae Das ist etwas mit echtem Seltenheitswert !
Sehr gut geschrieben Chef , entrümpeln lohnt sich .
Ausgeblendete 13 Kommentare anzeigen
kisto Tut mir leid für das gute Stück! Ich habe auch eines. Drei Jahre hatte ich es gespielt (11 - 14 Jahre), dann kam die Pubertät und es wurde alles peinlich....(vor allem die Auftritte) und ich wollte keinen Unterricht mehr.
Aber in der Vorweihnachtszeit wurde es immer wieder herausgeholt, damit unter dem Weihnachtsbaum die Weihnachtslieder begleitet werden konnten. :)
Puppenmama So eine Ziehharmonika war in meiner Jugend auch in.
Aber selbst hatte ich keine, da fehlte das Geld.
Aber heute, so als Rock`'n Roller hört sich das doch wieder gut an. Toller und interesanter Bericht.
Uffnik Ich habe es wieder mitgebracht. Vielleicht kann sich ja mal jemand ein Ersatzteil davon gebrauchen. Wenn das - sagen wir mal in 6-8 Wochen - nicht auf Interesse stößt, dann ist Bauhof angesagt.

Schön die Parallelen bei kisto ! :-)
Tikae Ich bin sehr gespannt, welche Schätze du noch zutage förderst .
Briefmarken , Akkordeon.....
kisto Mein Vater hatte damals (aus Wut, weil ich keinen Unterricht mehr wollte) mein großes Hohner-Akkordeon leider verkauft. Aber ich habe auf dem Kleinen (das, was ich vorher hatte) immer noch weiter gespielt. Als ich von zu Hause auszog hatte ich dann keines mehr, weil mein Vater dieses behielt (er kann auch spielen).
Als die heimische Grundschule Instrumente "aussortierte" kaufte ich ein kleines Hohner-Akkordeon für 20,00 €! :) Das habe ich heute noch... ;)
Tikae Kopf kratze..... vielleicht würde ja der Inhaber der bewerteten Location es zur Ersatzteilgewinnung annehmen ?
Ich fände es schade, wenn es einfach auf dem Müll landet .