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  1. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    Deutsche Kriegsgräberstätte Schönfließ

    Schönfließer Dorfstraße 13, 15326 Schönfließ Stadt Lebus
    1.
    Die deutsche Kriegsgräberstätte in Schönfließ (50 km östlich von Berlin / 10 km nordwestlich von Frankfurt/Oder) befindet sich auf dem Kirchhof neben der Kirchenruine des Dorfes.

    Nach Jahren mit Sondermeldungen von den Siegen der Deutschen Wehrmacht an allen Fronten hatte sich das Blatt gewendet. Von den Alliierten getrieben, waren Anfang 1945 die Fronten längst zusammengebrochen und die alliierten Truppen hatten die Reichsgrenzen überschritten. Bei ihrem Vormarsch auf die Reichshauptstadt Berlin erreichten sowjetische und polnische Truppen Ende Januar 1945 die Oder und überschritten sie.

    Die folgende „Berliner Operation“ endete mit der Eroberung Berlins und der deutschen Kapitulation. Über 173.000 Soldaten der kriegführenden Parteien sowie zehntausende deutsche Zivilisten fanden in den wenigen Wochen den Tod. Eine unvorstellbare Zahl. Wo sind all die Toten geblieben? Tausende sowjetische Soldaten fanden nach dem Krieg auf sowjetischen Ehrenfriedhöfen der Region ihre letzte Ruhe.

    Für die deutschen Kriegstoten findet sich im Oderland keine zentrale große Kriegsgräberstätte. In der DDR gab es auch wenig Interesse, für die oft als Hitlerfaschisten bezeichneten deutschen Soldaten große zentrale Soldatenfriedhöfe anzulegen. Eine Ausnahme bildet der Waldfriedhof Halbe südlich von Berlin.
    Die DDR verleugnete konsequent die deutschen Gefallenen und tat so, als habe die DDR an der Seite der UdSSR gegen die Hitler-Diktatur gekämpft.

    Es gibt größere und kleinere deutsche Kriegsgräberstätten, meist auf den Friedhöfen der Städte und Dörfer in der Region, wo die Bewohner die in ihrem Ort oder der näheren Umgebung deutschen Gefallenen nach Kriegsende beerdigt haben.

    In der DDR wurden diese Kriegsgräberstätten zwar geduldet, aber nicht ausgewiesen.
    Erst nach der Wiedervereinigung wurden diese Grabfelder würdig gestaltet und mit dem Hinweis „Kriegsgräberstätte“ versehen.

    Eine dieser kleinen Kriegsgräberstätten ist die in Schönfließ. Gibt es einen symbolträchtigeren Ort für letzte Ruhestätte der Kriegstoten als neben der Ruine der kriegszerstörten Dorfkirche? Wohl kaum!

    14 in und um Schönfließ gefallene deutsche Soldaten haben hier in Einzelgräbern ihre letzte Ruhe gefunden. Die Gräber tragen hölzerne Kreuze mit Namen, Dienstgrad, Geburts- und Todestag.
    Heute werden die Gräber ehrenamtlich von Mitgliedern der Kirchengemeinde und engagierten Bewohnern gepflegt.

    Von zehntausenden Gefallenen und an Verwundungen Gestorbenen beider Seiten sind zwar tausende in Ehrenfriedhöfen und Kriegsgräberstätten bestattet. Aber das Schicksal tausender Soldaten ist weiter ungeklärt und sie gelten als vermisst. Vermutlich wurden sie in heute unbekannten Massen- und Einzelgräbern bestattet oder liegen in zugeschütteten Schützengräben, Stellungen oder Granattrichtern.

    Bis heute werden vor allem im Oderland jährlich bei Bauarbeiten oder durch gezielte Suche im Gelände die sterblichen Überreste dutzender Kriegstoter gefunden. Als Angehörige der Roten Armee identifizierte Tote werden auf dem Ehrenfriedhof Lebus, die deutsche Toten – soweit es noch lebende Angehörige nicht anders wünschen – auf dem Waldfriedhof Halbe beigesetzt.

    Fazit: Würdige Kriegsgräberstätte zur ewigen Mahnung.

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  2. Bewertung: 4 von 5 Sternen

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    Bronzeskulptur »Wäscherin«

    Am Generalshof 1, 12555 Berlin
    2.
    Die etwa lebensgroße Bronze-Skulptur „Wäscherin“ des Bildhauers Hans Peter Goettsche (*1927) steht auf einer parkähnlichen kleinen Grünfläche im Berliner Stadtteil Köpenick, etwas versteckt und vermutlich von vielen übersehen, auf dem Grundstück zwischen Bahnhofstraße, Friedrichshagener Straße und Am Generalshof.

    Die „Wäscherin“ erinnert an die längst vergangene Tradition von Köpenick als „Waschküche Berlins“. Begünstigt durch die Lage an Spree und Dahme mit ihren Uferwiesen zum trocknen der Wäsche gründeten sich im 19. Jahrhundert in der damals noch selbstständigen und östlich von Berlin gelegenen Stadt Cöpenick zahlreiche Lohnwäschereien.
    Den Grundstein legte die Köpenickerin Henriette Lustig mit ihrer 1832 gegründeten Wäscherei. Ihr Beispiel machte Schule und um 1855 gab es über 200 Lohnwäschereien in Köpenick, wo meist Frauen ihr spärliches und körperlich schweres Auskommen fanden.

    Ende des 19. Jahrhunderts setzte der Niedergang der kleinen Lohnwäschereien ein. 1873 eröffnete Wilhelm Spindler mit seinen Söhnen Carl und William westlich vor den Toren von Köpenick eine große „Anstalt für chemische Reinigung“. Später wurde daraus der Köpenicker Ortsteil Spindlersfeld mit der Großreinigung und firmeneigener Wohnanlage für die Angestellten und Arbeiter.
    Die industrielle Großreinigung von Wäsche lief, auch aus Kostengründen, den kleinen Lohnwäschereien den Rang ab.
    Mit der deutschen Wiedervereinigung kam auch das Ende der Großwäscherei und –reinigung in Köpenick. Heute ist alles bloß noch Geschichte und Traditionspflege.

    Die Skulptur „Wäscherin“ schuf Goettsche 1970. Heute ist sie im Besitz des Berliner Stadtbezirks Treptow-Köpenick.

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    Blattlaus Das hattest du mir damals vor Ort gut beschrieben. Sehe immer noch das Flußufer vor mir.
    War schön, in Köpenick.
    grubmard Wenn Du auch herkommst und opavati® und der Uhu wär es schon ein golocal-Treffen, mit Kati wärs sogar ein offizielles golocal-Treffen ....

    PS: Jeder der guten Willens ist und nicht stänkert wäre übrigens willkommen.
    Blattlaus Dieses Jahr wird es wohl nichts mehr mit Berlin, höchstens im Dezember wenn ich in Halle bin. Mal sehen wie es passt, Aber für das nächste Jahr plane ich es wieder ein. Einmal im Leben möchte ich schon nochmal hin.


  3. Bewertung: 4 von 5 Sternen

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    Museum "Haus Lebuser Land"

    Schulstraße 7, 15326 Lebus
    Tel: (033604) 230
    3.
    Saisonale Öffnungszeiten beachten:
    April bis September: Mittwoch bis Sonntag 13 -16 Uhr
    Oktober bis März: Dienstag bis Freitag 10-15 Uhr

    ----------------------------

    Das „Haus Lebuser Land“ in dem direkt am Westufer der Oder gelegenen kleinen Städtchen Lebus (ca. 60 km östlich von Berlin / 10 km nördlich von Frankfurt/Oder) beherbergt das örtliche Heimatmuseum.

    Lebus, dem um 1220 von Herzog Heinrich I. v. Schlesien (um 1165-1238 / 1201 Herzog) das Stadtrecht verliehen worden war, könnte ein beschauliches Oderstädtchen sein und war es bis 1945 auch. Bei den schweren Kämpfen zwischen deutschen und sowjetischen Truppen während der Berlin-Offensive der Roten Armee wurde das alte Lebus ausgelöscht – die Stadt war nach den Kämpfen zu 95% zerstört.

    Das Gebäude des Museums gehörte zu den wenigen Häusern, die den Krieg leicht beschädigt überstanden.

    Errichtet wurde das Haus nach dem großen Stadtbrand von 1801 als Schule in der Nähe der Kirche. Nach der preußischen Schulreform von 1865 wurde eine größere Schule in der Nähe erbaut. Das alte Gebäude diente weiterhin als Schule, aber auch als Wohnung für Lehrer und den Direktor.
    Nach der Ausbesserung der Kriegsschäden wurde das Haus von 1947 bis 2000 als evangelischer Kindergarten und Wohnhaus genutzt.

    Im Laufe der Jahrzehnte hatte die Bausubstanz stark gelitten, so dass das Haus abgerissen werden sollte. Im Rahmen der Altstadtsanierung entschloss sich die Stadtverwaltung aber, das alte Haus zu erhalten. Es wurde von Grund auf saniert und restauriert. 2005 erfolgte die Übergabe an den Heimatverein Lebus e.V. als Museum und Vereinssitz.

    Der Weg zum Museum ist leidlich ausgeschildert. Am besten orientiert man sich an der Kirche. Von dort sind es dann nur noch wenige Schritte. Wer mit dem Auto anreist, sollte bedenken, dass es am Museum direkt kaum Parkmöglichkeiten gibt. Direkt an der Kirche sowie am Restaurant „Oderblick“ gibt es Parkplätze – alles in der näheren Umgebung.

    Das eigentliche Museum ist im Erdgeschoss in wenigen Räumen untergebracht. Das 1. und 2. Obergeschoss werden für Sonderausstellungen und Veranstaltungen genutzt.

    Die Ausstellung umfasst die gesamte Siedlungszeit der Lebuser Region seit der Bronzezeit. Bei archäologischen Grabungen wurden zahlreiche Artefakte aus den vergangenen Jahrhunderten zu Tage gefördert. Darunter ist auch ein mittelalterlicher Silbermünzenschatz, der, bis auf wenige Münzen allerdings nicht in Lebus sondern im Museum Brandenburg gezeigt wird.

    Man erfährt allerlei über Lebus als mittelalterlichen Bischofssitz – die Stadt gab dem Bistum Lebus seinen Namen. Da Lebus auf einem eiszeitlichen Höhenzug liegt, gab es hier sogar eine Burg auf dem heutigen Schlossberg. Die Burg ist lange zerstört, letzte Reste wurden 1765 abgetragen. Heute ist das Areal der Burg Bodendenkmal bzw. bebaut.

    Breiten Raum nehmen natürlich die Ereignisse vom Winter und Frühjahr 1945 ein, die für Stadt die einschneidensten ihrer Geschichte waren. Nicht nur dass die Stadt in Trümmer sank, sie verlor durch die neue Grenzziehung auch den gesamten östlichen Teil ihres Hinterlands, das heute als Woiwodschaft Lubuskie zur Republik Polen gehört.
    Weiterhin sind Wiederaufbau und Neubeginn dargestellt. Von 1949 bis 1990 gehörte Lebus zum DDR-Bezirk Frankfurt/Oder.

    Zwar ist die Ausstellung recht textlastig, aber es gibt auch zahlreiche Exponate von Bronzezeit bis zur Gegenwart zu sehen.

    Einen eigenen Kassenbereich hat das Museum nicht. Der Flur wird als Kasse und Museumshop genutzt. Hier kann man auch Postkarten, weiterführende Literatur und Flyer erhalten.
    Der Eintritt ins Museum ist mit 2 €uro eher symbolisch. Das Haus nicht barrierefrei.

    Fazit: Interessantes kleines Heimatmuseum.

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    grubmard Warum staunst Du?
    Es gab in der DDR zahlreiche kirchliche Kindergärten, neben den staatlichen natürlich.
    Klein-grubmard ist auch mal in einen evangelischen Kindergarten gegangen (worden).

    Es gab kommunale, betriebliche und kirchliche Kindergärten.
    Schroeder Deine kirchliche Verwurzelung kannst Du aber gut verbergen... :-D
    War das nicht ausbildungs- und karriereschädigend?
    opavati® Grubmard, viele weiße flecke gibt es in Brandenburg nicht mehr. Danke für die Heimatkunde. Ich kannte in Lebus nur eine Kneipe an der oder und die pontischen Hänge
    grubmard @Schroeder: Meine kirchliche Verwurzelung ist eher rudimentär und der Kindergartenbesuch der Tatsache geschuldet, dass es in der damaligen Homezone nur die kirchliche Kita gab.
    grubmard opavati®: bei jeder Fahrt sammle ich mehr Locations als ich vermutlich je beschreiben kann ....

    Die angesprochenen Hänge von Lebus und Mallnow kann ich übrigens zur Adonisröschenblüte wärmstens empfehlen.


  4. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    2. von 2 Bewertungen


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    EWG Eberswalder Wurst GmbH

    Joachimsthaler Straße 100, 16230 Britz
    4.
    Seit Jahrzehnten begleiten mich die Produkte aus Britz (45 km nordöstlich von Berlin / 7 km nördlich von Eberswalde) durchs Einkaufs- und Essleben.

    Der 1977 als Volkseigener Betrieb bzw. Volkseigenes Kombinat gegründete DDR-Betrieb mit tausenden Angestellten (VE Schlacht- und Verarbeitungskombinat Eberswalde) versorgte vor allem die DDR-Hauptstadt Berlin mit Fleisch- und Wurstwaren. Produkte aus Eberswalde-Britz waren begehrt und nicht immer zu haben.
    Aber auch die West-Berliner profitierten von der Ost-Berliner Mangelwirtschaft: ein nicht unwesentlicher Teil der Produktion landete als Export auf den Wurst- und Fleischtheken im Westteil der Stadt, oft ohne dass sich die West-Berliner über die Herkunft von Fleisch und Wurst im Klaren waren.

    Nach der Wiedervereinigung erging es dem volkseigenen Wurst- und Fleischbetrieb nicht anders als vielen anderen DDR-Betrieben. Von der westdeutschen Konkurrenz wirtschaftlich an die Wand gedrückt, ging der personell bereits arg abgespeckte Betrieb im Jahr 2000 pleite.

    2002 wurde der Betrieb vom Insolvenzverwalter aufgespalten und wird seitdem als „EWG Eberswalder Wurst GmbH“ und „EWG Eberswalder Fleisch GmbH“ in einer Firmengruppe erfolgreich weitergeführt.

    Die Wurst-GmbH hat eine umfangreiche Produktpalette. Erfolgreiche und beliebte ehemalige DDR-Produkte wie die „Eberswalder Würstchen“ (eine Art Wiener bzw. Frankfurter) werden weiter produziert und finden sich, zu unterschiedlichen Preisen, z.B. in den Kühltheken von Aldi Nord, Netto Markendiscount, Edeka, Kaufland, Real ….
    Weiterhin werden verschiedene Frisch- und Dauerwurstsorten in verschiedenen Packungsgrößen, teils foliiert, teils als Konserven, teils als Stück für Wursttheken, produziert. Und man arbeitet auch an Erweiterungen der Produktpalette.

    Mein Favorit sind die Würstchen – kalt und warm gleich lecker sowie verschiedene Wurstaufschnittsorten.

    Die Preise sind abhängig von der Preisgestaltung der Supermarkt- und Discounterketten.
    Vertrieben werden Eberswalder Produkte mittlerweile deutschlandweit, allerdings hängt die Verfügbarkeit von der Listung durch die Einzelhandelsketten ab.

    Fazit: Schön dass der Betrieb eine marktwirtschaftliche Zukunft gefunden hat.

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    grubmard Der in der anderen Bewertung angesprochene Rückruf im März 2018 bezog sich auf eine Charge einer Salamiesorte, bei der es nicht ausgeschlossen werden konnte, dass in dem betroffenen Produkt rote Plastikfremdkörper enthalten waren.
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    Calendula Diese Produkte kenne ich gar nicht.
    Ich habe mal wieder ZU genau hingehört ... Buchstabendreher in der vorletzten Zeile. ,-)
    Auabacha Schöner Bericht, wie immer mit viel Hintergrundinformationen. Bei meinem nächsten Kühlthekenbesuch werde ich mal genauer hinschauen, ob es diese Produkte auch bei uns gibt. Ich denke ja, denn das Etikett kommt mir irgendwie schon bekannt vor.
    Papa Uhu + Theo Eberswalde, eines der grossen Treuhandopfer...

    Fleischkombinat, sowie auch der Kranbau EW kostete Tausenden den Job in den blühenden Landschaften...

    beschämend, da es sich damals um Spitzenprodukte Made in GDR handelte, überall in der Welt gefragt, verscherbelt und kaputtgemacht im Interesse landeseigener Konkurenz...

    Guter Beitrag Grubmard, bei Dir komm ick aus ditt Grübeln z.Z. nicht raus -

    Viele Grüsse umme Ecke...
    grubmard Das nenn ich jetzt aber mal Mangelwirtschaft. Ich würde Dir ja welche schicken ... aber die Kühlkette ....


  5. Bewertung: 5 von 5 Sternen

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    Verein "Fort Gorgast" e.V.

    Fort Gorgast Haus 3, 15328 Gorgast Gemeinde Küstriner Vorland
    Tel: (033472) 516 32
    5.
    Über 100 Jahre wurde das Fort Gorgast (65 km östlich von Berlin / 12 km nordöstlich von Seelow) militärisch genutzt: von der kaiserlich-deutschen Armee, von Reichswehr, Wehrmacht, Roter Armee, Kasernierter Volkspolizei der DDR, NVA und schließlich von der Bundeswehr.

    Mit der deutschen Wiedervereinigung war dann die militärische Nutzungsdauer abgelaufen. Die Bundeswehr gab den Standort auf und an die Gemeinde Gorgast weiter. War die Frage, was machen aus dem Militärgemäuer vom Ende des 19. Jahrhunderts? Zunächst stellte man es 1997 unter Denkmalschutz.

    1999 gründete sich schließlich der Verein „Fort Gorgast“ e.V., der sich seither um Instandhaltung und Nutzung des Forts kümmert.
    Interessenten für morbide alte Militäranlagen scheint es genug zu geben, allerdings nicht genug, um das Fort auf Dauer zu unterhalten.
    So bietet der Verein eine kostenpflichtige ungeführte sowie eine ebenfalls kostenpflichtige geführte Besichtigung der Anlage an mehreren Tagen im Jahr an. Die Termine sind bitte der Website zu entnehmen.
    Außerdem werden Teile der Kasematten und geschützten Kasernen extern für Veranstaltungen und Events vermietet.

    Zunächst sicherte der Verein die vorhandenen Gebäude vor dem Verfall und führte notwenige Restaurierungs- und Sicherungsarbeiten durch.
    Später wurde ein halbwegs gesicherter Wanderweg über die Außenanlagen des Fort’s angelegt und mit Standortinformationen versehen. Man sollte sich an die ausgewiesenen Wege halten, denn da der westliche Teil des Fort’s 1945 von der Roten Armee gesprengt worden war, gibt es zahlreiche Stellen im Gelände, wo man verunglücken oder „verschwinden“ kann.

    Fazit: Der Arbeit des Vereins ist es zu verdanken, dass dieser in Brandenburg ziemlich einzigartige Festungsausbau vom Ende des 19. Jahrhunderts erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich bleibt.
    Der Verein ist Mitglied des Projekts „Baltische Festungsroute“.

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    Auabacha Danke für den schönen Bericht. Eine derartige Militärarchitektur habe ich in Deutschland auch noch nie gesehen.
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    grubmard Mit dem Fort Hahneberg im Westen Berlin's gibt es eine weitere, ähnlich gut erhaltene Anlage aus der gleichen Zeit.


  6. Bewertung: 4 von 5 Sternen

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    Steintor Anklam

    Schulstraße 1, 17389 Anklam
    6.
    Die alte, 1243 erstmals urkundlich erwähnte vorpommersche Hansestadt Anklam (ca. 150 km nördlich von Berlin bzw. östlich von Schwerin) war einst stark befestigt. Neben einer Stadtmauer mit Wehrgängen und Wallanlagen bildeten 6 Stadttore den Zugang zur Stadt.

    5 Stadttore und der größte Teil der Stadtmauer wurden im Laufe der Zeit abgerissen. 1846 sollten mit Steintor und Stolper Tor die letzten beiden Stadttore abgerissen werden. Der damalige Bürgermeister verhinderte aber wenigstens den Abriss des Steintors im Osten der Altstadt.
    Bis zum Bau der Ortsumgehung quälte sich vor allem in der Urlaubszeit der Verkehr auf die Insel Usedom am Tor vorbei und durch das Zentrum von Anklam. Seit dem Bau der Umfahrung geht es hier wesentlich beschaulicher zu.

    Erbaut wurde das Steintor um 1250 erstes Anklamer Stadttor aus rotem Backstein – daher vermutlich der Name „Steintor“. 1404 erstmals im Anklamer Stadtbuch erwähnt, wurde das Tor um 1570 auf die heutige Höhe aufgestockt und um ein heute nicht mehr vorhandenes Vortor und einen Wassergraben ergänzt.
    Mit 32 m ist es das höchste Stadttor Pommerns.

    Durch den Fortschritt der Militärtechnik, besonders der Feuerwaffen, verlor die mittelalterliche Stadtbefestigung im 17. und 18. Jahrhundert ihre Bedeutung als Wehranlage.
    Anklam nutzte das Steintor bis etwa 1900 weiter als Stadtgefängnis. Der Platz vor dem Tor war bis 1853 die öffentliche Hinrichtungsstätte der Stadt.

    Nach der Aufgabe als Gefängnis folgten Jahrzehnte des Leerstands und des Verfalls. Pläne zur Einrichtung des Heimatmuseums im Tor wurden nicht realisiert.

    Bei den Kämpfen am Ende des 2. Weltkriegs zwischen deutschen und sowjetischen Truppen wurde das Tor beschädigt und nach dem Krieg nur notdürftig repariert.

    Erst anlässlich der 725-Jahr-Feier Anklams im Jahr 1989 wurde das Steintor von der DDR umfassend saniert und restauriert. Im gleichen Jahr zog mit dem „Museum im Steintor“ auch das örtliche Heimatmuseum in das Tor ein.

    Fazit: Neben den weithin sichtbaren Türmen von Marien- und Nikolaikirche ist das Steintor eines der Wahrzeichen der Stadt Anklam.

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    LUT Ich freue mich immer über jedes Gebäude, gleich welcher Art, wenn es vor dem Verfall gerettet wird.
    Mal wieder eine prima Beschreibung, grubmard!
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    grubmard Doch, es gibt was zu Lilienthal:
    https://www.golocal.de/anklam/freizeitanlagen/otto-lilienthal-denkmal-YV8qu/
    fetchie Jetzt frag ich mich: hat der Bürgermeister den Abriss verhindert, weil er das Gefängnis nicht verlieren wollte?
    Puppenmama Danke für Deinen wiederum tollen und informativen Bericht.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen.


  7. Bewertung: 2 von 5 Sternen

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    Chinesische Küche / Teeküche im Park Sanssouci

    Am Grünen Gitter 11, 14469 Potsdam
    7.
    Wären da nicht die bemalte Fassade und die eigenwillige Fensterform gewesen, ich hätte das leerstehende Haus in mitten einer verwilderten Umgebung als historisches Gebäude des Parks Sanssouci nicht wahrgenommen. Eine Erklärung vor Ort gab‘s nicht und auch das allwissende google-Maps konnte bis vor wenigen Tagen nicht weiterhelfen (mittlerweile ist der Ort eingetragen).

    Zuhause fand ich dann auf einem uralten Plan des Parks Sanssouci den Hinweis „Theeküche“. Da das Haus etwa 100 m südöstlich des Chinesischen Hauses (Auch Chinesisches Teehaus genannt) liegt, wurde ich schließlich bei wikipedia in einem dürren Nebensatz fündig: Es handelt sich um die Chinesische Küche.

    1763 ließ sich König Friedrich II. v. Preußen (1712-1786 / ab 1740 König v. Preußen) im Park seiner Sommerresidenz Sanssouci im damals modernen Chinoiserie-Stil einen Gartenpavillon in Form eines chinesischen Zelts errichten – das sogenannte Chinesische Haus, bzw. Chinesische Teehaus.

    Nun besteht dieses Haus nur aus einem großen Raum mit mehreren Nischen. Die königliche Gesellschaft, die sich hier verlustierte und kleine Feste feierte, wollte allerdings verköstigt und bedient werden.
    Daher gab der König die Order, in gebührendem Abstand ein eigenes Wirtschaftsgebäude zu errichten. 100 m und versteckt hinter Bäumen und Hecken fand man damals angemessen.
    Als Zuordnung zum Chinesischen Haus wurde das Gebäude „Chinesische Küche“ genannt und war ebenfalls im Chinoiserie-Stil gestaltet.

    Friedrich’s Nachfolger, König Friedrich Wilhelm II. v. Preußen (1744-1797 / König ab 1786), gefiel der chinesische Stil dann wohl nicht mehr so gut. Bereits 1789 ließ er die Chinesische Küche vollständig umbauen. Das Haus verlor bis auf die Fenster alle chinesischen Stilelemente, erhielt eine neue Farbgebung und einen neuen Namen: „Teeküche“. Und es blieb ein Wirtschaftsgebäude,

    Gegenwärtig steht das Haus leer – und das augenscheinlich seit längerer Zeit. Die Parkverwaltung hat wenigsten den Bewuchs gestutzt, so dass man einen unverstellten Blick aufs Haus hat. Die Rückseite kann man getrost als ungepflegt bezeichnen.

    Schade, dass die Teeküche nicht genutzt wird. Bekanntlich verfallen ungenutzte Bauten schneller und immer mehr.

    Eine Idee wäre es vielleicht, die Kasse für das Chinesische Haus hier unterzubringen, die derzeit in einem potthässlichen Bauwagen ihr Domizil hat.

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    Sir Thomas der abgebrochene Chinakundler beschränkt sich auf ein entsetztes 'Ächz'. Dachte allerdings zunächst, es ginge um das formal noch missratenere 'chinesische' Teehaus...


  8. Bewertung: 4 von 5 Sternen

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    Fischereibetrieb Engel - "Gaststube"

    Fort Gorgast Haus 2, 15328 Gorgast Gemeinde Küstriner Vorland
    Tel: (033472) 512 00
    8.
    Die Fischerei Engel in Gorgast (65 km östlich von Berlin / 12 km nordöstlich von Seelow) betreibt neben dem Kerngeschäft - der Fischerei sowie dem Verleih und Verkauf von Angelzubehör - auch noch einen kleinen Gastronomiebetrieb, die „Gaststube“, vis-á-vis vom historischen Fort Gorgast.

    Die „Gaststube“, eigentlich eine Art Imbiss oder bestenfalls Bistro, befindet sich vor dem Wassergraben am Eingang zu dem Festungswerk. Die Zufahrt erfolgt, auch Richtung B 1 kommend, direkt hinter dem Ortsausgang Manschnow von der B 167 über eine hunderte Meter lange Zufahrtsstraße. Am besten man folgt den Hinweisen „Fort Gorgast“.
    Parkplätze gibt‘s auf dem Platz vor dem Fort ausreichend.

    Nach einem recht kräftezehrenden Erkundungsgang der Außenanlagen des Forts plagte mich ein wenig der Hunger und so beschloss ich, die „Gaststube“ in dem im Blockhausstil erbauten Haus aufzusuchen.

    Es gibt einen kleinen Gastraum und einen kleinen Biergarten. Service gibt es nur semi – soll heißen, man bestellt an der Luke zur Küche und bekommt das Essen dann an den Tisch gebracht. Die Preise muss man erfragen, was Sinn macht, damit man keine böse Überraschung erlebt.

    Eine feste Speisekarte gibt es nicht. Angeboten wird, was dem Fischer gerade ins Netz gegangen ist. Bei meinem Besuch waren es Zander, Hecht, Aal, Barsch und Forelle sowie nicht aus eigenem Fang noch Dorsch aus dem fernen Meer. Dazu gibt es Gemüse und Bratkartoffeln. Aller Fisch kommt aus der Pfanne, sprich gebraten zum Gast.

    Ich entschied für Zander. Da es im Gasträumchen nicht gerade anheimelnd ist, entschied ich mich für einen Tisch im Biergarten unter der herrlichen, schattenspendenden Linde mit Blick auf den Festungsgraben und den dicht mit Bäumen bestandenen Festungswall.

    Frisch zubereitet dauert es ein bisschen, bis das Essen gebracht wird. Optisch war‘s toll angerichtet und geschmeckt hat‘s auch sehr gut. Zusätzlich zum Hauptgang gab‘s aufs Haus noch eine selbstgemachte, recht knoblauchlastige kalte Gurkensuppe.

    Sehr groß war die Portion nicht und den Preis von 15,90 €uro fand ich bei der Portionsgröße und der halben Selbstbedienung stolz.

    Die sehr freundlichen, netten und – so Zeit ist – gesprächigen Wirtsleute legen Wert auf die Tatsache, dass die Beilagen (Kartoffel, Gemüse) von regionalen Erzeugern bzw. aus dem eigenen Gemüsegarten stammen.

    Bezahlt wurde dann wieder an der Luke zur Küche. Hier gab‘s dann auch noch Tomaten (3 Euro/kg) aus dem Garten der Betreiber zukaufen.

    Fazit: Empfehlenswerte Gastronomie, trotz der Preise gerne wieder, wenn ich in der Gegend bin.

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  9. Bewertung: 3 von 5 Sternen

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    Kaiserlicher Privatgarten im Park Sanssouci

    Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam
    9.
    Der Kaiserliche Privatgarten nordöstlich des Neuen Palais liegt im Dornröschenschlaf, wartet auf die Wiedererweckung und ist eher ein hinter meterhohen Hainbuchhecken versteckter, kaum bekannter Lost Place im Park Sanssouci.

    „Kaiserlich“ wurde der Garten erst nach 1871 mit der Gründung des deutschen Kaiserreichs.
    Angelegen ließ ihn als „Rosengarten“ die damalige preußische Kronprinzessin Victoria (geb. Prinzessin v. Großbritannien und Irland / 1840-1901 / Ehefrau des späteren Kaisers und Königs Friedrich III. / 1888 Deutsche Kaiserin und Königin v. Preußen) nach Plänen des königlich-preußischen Hofgärtners Emil Sello (1816-1893 / 1854-1981 Hofgärtner in Potsdam-Sanssouci).

    1875 wurde im südlichen Teil des Gartens ein Teepavillon im Fachwerkstil nach Plänen des Architekten Reinhold Persius (1835-1912) errichtet. Unter Kaiser und König Wilhelm II. (1859-1941 / reg. 1888-1918) und seiner Frau Auguste Viktoria (1858-1921) wurde der Garten um einen „Kindergarten“ und einen „Turnplatz“ ergänzt. Der der kaiserlichen Familie vorbehaltene Teil wurde als „Reservierter Garten“ bezeichnet. Ursprünglich nur als Refugium für die kaiserliche Familie gedacht, nutzte Wilhelm II. vor allem den Teepavillon auch für seine Staatsgeschäfte und empfing hier Regierungsmitglieder, Politiker und Militärs.

    Während des 1. Weltkriegs öffnete Kaiserin Auguste Viktoria den Privatgarten für verwundete Soldaten des unter ihrer Schirmherrschaft stehenden Lazaretts im nahen Orangerieschloss und ließ den Verwundeten hier Kaffee und Kuchen kredenzen.

    Nach dem Ende der Monarchie 1918 wurde der Garten Teil der öffentlichen Parklandschaft Sanssouci. Der Teepavillon musste 1938 wegen Baufälligkeit abgerissen werden.
    Im und nach dem 2. Weltkrieg wurde der Garten nicht weiter unterhalten. Die Schlossverwaltung in der DDR ließ den Garten schließlich einebnen und als kaum beachtete Grünfläche umgestalten. Hier aufgestellte Kunstwerke landeten im Magazin oder wurden andernorts im Park aufgestellt, wie z.B. der große Bronzetopf im Chinoserie-Stil, der heute am Chinesischen Haus steht.

    Erst 2018 zum 100. Jahrestags des Endes des deutschen Kaiserreichs hat sich die Parkverwaltung entschlossen, auf den einstigen kaiserlichen Privatgarten mit einer Info-Tafel hinzuweisen.
    Zu sehen ist außer den Hainbuchhecken und der Grünfläche nicht viel. Ein einsamer Sockel steht im südlichen Teil des Gartens.
    Während vom Boden aus nichts mehr an den Garten erinnert, habe ich mit Erstaunen gesehen, dass man auf den Satellitenaufnahmen bei google-Maps z.T. noch die Bodenstrukturen der einstigen Gartengestaltung erkennen kann.

    Vielleicht entschließt sich die Parkverwaltung ja in der Zukunft, den Privatgarten wieder zu rekonstruieren.

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    Schroeder Herr Jauch und dieser unsägliche Museumsbesitzer haben bestimmt noch ein paar Groschen übrig, für ein kaiserliches Garten-Revival...


  10. Bewertung: 5 von 5 Sternen

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    Hungerturm

    Berliner Straße 1, 16321 Bernau bei Berlin
    10.
    Saisonale Öffnungszeiten beachten: Nur von Mai bis Oktober!
    Das Museum in Hungerturm und Steintor ist nicht barrierefrei.
    ---------------------------------------

    Die kleine Stadt Bernau (7 km nordöstlich von Berlin) hat etwas, was im Berliner Umland nicht oft zu finden ist – nämlich einen von der mittelalterlichen Stadtmauer umschlossenen Altstadtkern, von dessen historischer Bausubstanz der 2. Weltkrieg und die DDR-Zeit allerdings nicht allzu viel übrig gelassen hat.

    Zur Stadtmauer gehören neben 3 Stadttoren (von denen das Steintor erhalten und das Mühlentor 2013 wiederaufgebaut wurde) noch 42 Lughäuser und 2 Wachtürme.

    Einer dieser Wachtürme ist der sogenannte „Hungerturm“ im Südosten der Altstadt. Dieser ca. 28 m hohe Rundturm aus rotem Backstein auf einem Feldsteinsockel mit seinen markanten Zinnen und der hervorstehenden pyramidenartigen Spitze wurde im 14. Jahrhundert erbaut und gehört zu den höchsten erhaltenen Stadtbefestigungstürmen in Brandenburg.

    Von den beiden Wachtürmen konnte man weit ins Land hinein die Umgebung beobachten und einen heranrückenden Feind rechtzeitig erkennen.

    Seinen Namen verdient der Turm einer seiner Funktionen - er war nämlich auch Stadtgefängnis.

    Der Verteidigungscharakter des Turms zeigt sich auch bei seinem Zugang: ebenerdig ist der Turm nicht begehbar, sondern nur durch eine schmale Tür vom Wehrgang aus, der den Turm mit dem benachbarten Steintor verbindet. Das treppenlose Prinzip setzt sich im Turm fort: die einzelnen Etagen, die mit Schießscharten versehen sind, waren nicht miteinander verbunden und auch nur mittels Leitern zu erreichen, die im Fall, dass der Feind in den Turm eindrang, nach oben gezogen wurden. Die Verteidiger zogen sich Etage für Etage nach oben zurück. Flucht gab es für die Verteidiger in diesem Fall nicht – was blieb war Kapitulation oder der Tod.

    Im unteren Teil des Turms befand sich das Verlies. In und, im besten Falle lebend, aus dem Verlies gelangten die Delinquenten nur durch ein sogenanntes „Mannloch“ in der 1. Turmetage, auch hier mittels Leiter oder per Seil.

    Heute ist der Hungerturm Teil des Heimatmuseums Bernau im Steintor und, anders als der im Nordwesten stehende „Pulverturm“, begehbar.
    Man gelangt in ihn durch den heute noch existierenden oberen Wehrgang vom Steintor aus – wie einst die mittelalterlichen Stadtsoldaten. Man befindet sich dann im 1. Turmgeschoss, wo sich auch der Zugang zu dem 8m tiefen, fensterlosen Verlies befindet. Wobei der Begriff „Zugang“ angesichts des runden Lochs im Boden etwas übertrieben ist. Ein Gitter schützt die Besucher davor, ins Verlies zufallen, gewährt aber einen Blick in den Knast.

    Durch eine hölzerne Treppenkonstruktion gelangt man dann über mehrere Turmetagen bis zur Aussichtplattform auf dem Turm. Die einzelnen Etagen kann man heute an Hand der Schießarten und der Löcher im Gemäuer, wo früher die Balkendeckenkonstruktionen verankert waren, noch erahnen. An den Schießscharten kann man auch die erhebliche Mauerstärke des Turms erkennen.

    Nach dem mühseligen Aufstieg über die schmale Holztreppe wird man dann mit einem herrlichen Blick über Stadt und Land belohnt.
    Dem Aufstieg und dem Rundumblick folgt dann ein genauso mühseliger Abstieg.

    Fazit: Schöner Blickfang und sehr empfehlenswerter Teil des Bernauer Heimatmuseums. Der Eintritt von 2 €uro für Erwachsene ist eher symbolisch.

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    Auabacha Klasse Bericht und klasse Fotos! Der Blick durch das Angstloch (natürlich nur von außen) würde vielleicht so manchen Politiker zu mehr Demut bekehren ;-)
    grubmard @ubier: Nein, und auch andere Folterinstrumente nicht. Im Steintor gibt es die Rüstkammer mit allerlei Waffen sowie handwerkliches zu sehen.

    Für Daumenschrauben musst Du die Dependance "Henkerhaus" des Bernauer Heimatmuseums besuchen.
    Männlein Erst kommt nicht mal der GD. Und jetzt noch die Wochenkrone. Herzlichen Glückwunsch. Absolut verdient.
    grubmard Der Gekrönte dankt allgemein für Interesse und Glückwünsche und im besonderen der Kronenverleiherin für die Wochenwürde.
    Puppenmama Herzlichen Glückwunsch zu Deinem klasse Bericht mit den schönen Fotos, zum grünen Daumen und zum verdienten Wochenkrönchen.