Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation

  1. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Friedhof Kunersdorf

    Dorfstraße 1, 16269 Kunersdorf Gemeinde Bliesdorf
    1.
    Fährt man vom Norden aus Richtung Wriezen / Bad Freienwalde auf der B167 auf Kunersdorf (35 km nordöstlich von Berlin / 5 km südlich von Wriezen) zu, fällt die Dorfkirche mit ihrem markanten Kirchenschiff und dem sie umgebenden Kirchhof sofort auf.

    Kunersdorf – da sagt jetzt vielleicht der Eine oder Andere: „Kenn ich aus dem Geschichtsunterricht – Schlacht bei Kunersdorf, Alter Fritz und lebensrettende Tabakdose“.
    Leider muss ich enttäuschen: das Kunersdorf mit Schlacht und Tabakdose liegt 50 km südöstlich bei Frankfurt/O in Polen und heißt heute Kunowice.
    Um Verwechselungen der beiden Kunersdörfer zu vermeiden, wurde das Kunersdorf bei Wriezen bis 1945 „Cunersdorf“ geschrieben.

    Der kleine Friedhof in der Grundform eines Dreiecks dient seit langer Zeit als Friedhof. Zum Kirchhof wurde er aber erst 1955, als die heutige Dorfkirche als Ersatz für die an anderer Stelle stehende, bei den Kämpfen 1945 zerstörte und später abgerissene alte Dorfkirche auf dem Friedhofsgelände eingeweiht wurde.

    Auf dem kleinen gepflegten Friedhof dominieren Grabstellen neueren Datums. Es gibt nur vereinzelte alte Gräber. Allerdings hat man historische Grabsteine im Lapidarium an der Kirchenaußenwand aufgestellt.

    Im nördlichen Teil befindet sich der Familienfriedhof der örtlichen Gutsherrenfamilien v. Lestwitz, v. Itzenplitz und v. Oppen. Dieser Friedhofsteil ist durch ein Gitter vom Rest des Friedhofs räumlich getrennt.

    (Link zur Dorfkirche Kunersdorf: https://www.golocal.de/bliesdorf/evangelische-kirche/dorfkirche-kunersdorf-YVb3O/)

    Neu hinzugefügte Fotos

    Ausgeblendete 9 Kommentare anzeigen


  2. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Lausitzer Findlingspark Nochten

    Parkstraße 7, 02943 Nochten Gemeinde Boxberg in der Oberlausitz
    Tel: (035774) 55 63 52
    2.
    Saisonale Öffnungszeiten beachten:
    15.3. bis 15.11 täglich von 10 bis 18 Uhr.
    16.11. bis 30.11 täglich von 10 – 17 Uhr
    Dezember bis 15.3. geschlossen
    -----------------------
    Zum Findlingspark Nochten (40 km südöstlich von Cottbus / 75 km nordöstlich von Dresden) kann man sich eigentlich nicht verfahren: es gibt nur die ausgeschilderte Zufahrtsstraße in nördliche Richtung von der B 156 zwischen Weißwasser und Boxberg. Durch das Dorf Nochten (sorbisch Wochozy) fahren und man steht schon auf dem großen Parkplatz des Findlingsparks.
    Fürs parken wird 1 €uro fällig, zu zahlen zusammen mit dem Eintrittspreis an der Parkkasse. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 6 €uro (Stand 2018 / einige Ermäßigungen werden gewährt).
    Hunde sind gestattet, müssen aber auch eine Eintrittkarte inclusive Kacke-Tüte erwerben (1 €uro).

    Im Eingangsbereich des Parks befinden sich die Kasse mit Souveniershop, das Informationszentrum mit Bistro, Imbiss und den Toiletten. Wer vorm Parkrundgang noch mal „muss“ sollte hier die Gelegenheit nutzen, denn weitere Toiletten im Park gibt es nicht.

    Der Park auf 20 Hektar wurde ab 2000 im südlichen, rekultivierten Teil des immer noch aktiven Braunkohlentagebaus Nochten als künstliche Hügellandschaft mit künstlichen Teichen und kleinen Wasserläufen angelegt.
    Hauptgestaltungselement sind an die 6.000 Findlinge verschiedener Größen, die von den Gletschern der Eiszeit vor Millionen Jahren aus Skandinavien in die Lausitzer Gegend verfrachtet wurden und die bei den Tagebauarbeiten als Abraum zutage gefördert wurden.

    In diese Felsen- und Tundraähnliche Landschaften wurden hunderte verschiedene Sträucher, Gehölze, sonstige Pfanzen und Stauden gepflanzt.
    Außerdem gibt es an die 1300 Bäume, die von Baumpaten gestiftet wurden und die ordentlich mit Baumart und Stifternamen beschriftet sind. Auch die anderen Pfanzen sind zum Teil beschriftet und auf Info-Tafeln erklärt.
    Der gesteinskundliche Teil am Skandinavienberg nimmt nur einen kleinen Teil des Parks ein. Auch hier sind die verschiedenen Gesteinsarten mit geologischer Bezeichnung, Alter und Herkunft beschriftet.
    Beim Gang durch diesen Parkteil wird einem erst so richtig bewusst, dass eigentlich jeder Felsen und jeder Kiesel, die wir eigentlich gar nicht mehr so richtig wahrnehmen, ein millionen, manchmal milliarden Jahre altes Stückchen Erdgeschichte sind.

    Der Rundgang ist als über 3,5 km langer Lehrpfad ausgelegt.
    Man kann den Park ungeführt und als Gruppe nach Anmeldung geführt besichtigen.
    Entweder man marschiert aufs gradewohl los … oder man folgt den Hinweisen „Rundgang“ – ganz nach Belieben.

    Der Park ist in verschiedene Themenbereiche untergliedert, die unterschiedlich bepflanzt sind. Einen guten Überblick über den Park, den Tagebau Nochten und die weitere Umgebung mit dem Dorf Nochten und dem alles dominierendem Kraftwerk Boxberg hat vom Hügel in der Skandinavien-Abteilung mit seiner „Gipfelkunst“: „Feldzeichen und Ort der Versammlung“.

    Am Fuße dieses Hügels gibt es einen großen Kinderspielplatz.
    Überall im Park sind Bänke zum Pausieren aufgestellt.
    Wegen der Schotterwege ist der Park nicht barrierefrei. Trotz der fast 1300 Spenderbäume findet man auf den Wegen aber kaum ein schattiges Plätzchen. Wer es mit praller Sonne auf den Kopf nicht so hat, sollte ein Sonnenhütchen oder –schirmchen dabei haben, denn es besteht die Gefahr eines Sonnenstichs und ohne sonstigen Sonnenschutz eines Sonnenbrands.
    Bei Temperaturen ab 30 Grad im Schatten ist der Park eigentlich nicht zu besuchen. Auf der sonnenüberfluteten Fläche besteht dann die Gefahr eines Hitzschlags. An der Info wurde mir auch gesagt, dass bei hochsommerlichen Temperaturen Besucher auch eher fernbleiben.
    Ich würde für den Park heiteres bis wolkiges Wetter mit Temperaturen um 25 Grad empfehlen.

    Gut beraten ist man auch, sich ein bisschen was zu trinken mitzunehmen, es sei denn, man will zur Verhinderung von Dehydrierung jedes Mal den Rundgang unterbrechen und zur Gastro am Eingangsbereich zurückkehren.

    Gut beraten ist man wegen den Schottersteinchen auch, wenn man keine offenen Schuhe anhat. Der Spaziergang kann Fußseitig sonst recht beschwerlich sein. Frauen mit High Heels haben auf den Schotterwegen übrigens ganz schlechte Karten!

    Fazit: Der Park ist als Tagesausflug sehr zu empfehlen, wenn man den Wetterbericht beachtet. Man sollte es nicht eilig haben, denn es gibt viel zu entdecken!

    Neu hinzugefügte Fotos

    Ausgeblendete 5 Kommentare anzeigen
    Konzentrat So gut beschrieben, da braucht man gar nicht mehr hin :-)
    Danke für den Hinweis mit den Saisonöffnungszeiten. Eine Sache, die Golocal in all den Jahren noch nicht fertiggebracht hat, ins Formular eintragen zu können.

    Glückwunsch zum Findlings-Daumen.
    grubmard @Konzentrat: Soll ich alles außer dem Fazit wieder löschen damit es neugieriger macht ?? :-)))
    Puppenmama Danke für Deinen klasse und interessanten Bericht mit den schönen Fotos.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Findlings-Daumen.


  3. Bewertung: 5 von 5 Sternen

    2. von 2 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin e.V. (DVN)

    Wendenschloßstraße 138, 12557 Berlin
    Tel: (030) 25 63 38 80
    3.
    Der Verein hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin und Brandenburg zu dokumentieren und erhaltenes rollendes Material in fahrbereitem Zustand zu erhalten und der Öffentlichkeit zu präsentieren.
    Mehrfach wechselte der Verein Standort und Depots. Zur Zeit hat er seinen Sitz in dem historischen, von 1903 bis 1910 erbauten Straßenbahnhof Köpenick, der der BVG bis heute als Straßenbahnbetriebshof dient.

    Der Verein besteht aus verschiedenen Arbeitsgruppen:
    In Berlin die Arbeitsgruppen Straßenbahn und Omnibus, in Eberswalde die Arbeitsgruppe Obus und in Potsdam die Arbeitsgruppe Straßenbahn.

    Zum Fahrzeugbestand des Vereins gehören zahlreiche historische Fahrzeuge vom Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zu den unlängst in Berlin ausgemusterten Tatra-Straßenbahnen der BVG. Neben dem Erhalt dieser Fahrzeuge ist es oberste Priorität für den Verein, diese Fahrzeuge auch in betriebsbereitem Zustand zu erhalten.

    Busse und Straßenbahnen können gemietet werden oder werden bei Tagen der offenen Tür bzw. Stadtteilfesten für Sonderfahrten eingesetzt.

    Daneben bemüht sich der Verein auch um den Rückbau alter Triebfahrzeuge und Wagen in den Originalzustand, denn oftmals wurden heute historische Wagen in der Vergangenheit von der BVG für andere Zwecke umgebaut und völlig verändert.

    Gegenwärtig (09.2018) ist man dabei, einen ehemaligen Triebwagen der „Berliner Ostbahnen“, einem Straßen- und Industriebahnbetreiber in Berlin, wieder in den Originalzustand zu versetzen. Diese Wagen sind eine Besonderheit in Berlin. Sie waren extra für den Verkehr in dem eingleisigen Tunnel der sogenannten „Knüppelbahn“ unter der Spree zwischen der Halbinsel Stralau und Treptow konzipiert und gebaut worden. Damit sie durch den Tunnel passten, waren die Wagenkästen von Triebwagen und Beiwagen kleiner als bei normalen Straßenbahnen.
    Die Tunnel-Straßenbahn war von 1899 bis 1932 in Betrieb. Heute ist der Tunnel geflutet.

    Auch sonst gibt es für den Verein genug Arbeit, um den z.T. über 100 Jahre alten Fahrzeugbestand betriebssicher und fahrbereit zu halten.

    Der Verein arbeitet mit seinen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern und finanziert sich aus Mitgliederbeiträgen, Spenden, Einnahmen aus Fahrzeugvermietung, Fahrscheinverkauf bei Sonderfahrten, Devotionalien- und Souvenierverkauf.

    Fazit: sehr rühriger Verein, der sich bemüht, das technische Erbe vergangener Zeiten für die Nachwelt zu erhalten.

    Neu hinzugefügte Fotos

    Ausgeblendete 8 Kommentare anzeigen
    Sedina Ein interessanter Bericht, schade aber verständlich, dass der Tunnel nicht reaktiviert wird.
    Glückwunsch zum Grünen Daumen!


  4. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    Kursächsische Postmeilensäule Brück

    Straße des Friedens 69, 14822 Brück in Brandenburg
    4.
    Fährt man heute durch das langgezogene Etwas rechts und links der B 246 möchte man nicht glauben, dass es eine Stadt ist. Aber tatsächlich hat Brück (35 km südwestlich von Berlin) seit etwa 650 Jahren Stadtrecht.
    Das was heute Bundesstraße ist, war in der Vergangenheit die alte Post- und Handelsstraße von Belzig nach Berlin. Auch in den Zeiten vor Navi’s und App’s wollten die Reisenden gerne wissen, wie lange man denn so ungefähr unterwegs sein würde.

    Aus diesem Grund erfand der schlaue Geist damals die Distanz- bzw. Postmeilensäule, wo die Entfernungen zu anderen Städten in Meilen bzw. Reisestunden angegeben waren. Mit den Meilen war das so eine Sache, denn man musste schon wissen, in welchen der deutschen Lande man sich gerade befand, variierten die Längen der Meilen doch z.T. erheblich. Die Angabe in Reisestunden war da schon zuverlässiger.

    Brück gehörte damals zum Kurfürstentum Sachsen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts beschloss der regierende Kurfürst Friedrich August I. (bekannt als August der Starke / 1670-1733 / seit 1694 Herzog und Kurfürst v. Sachsen und seit 1697 König v. Polen und Großfürst v. Litauen) in seinem Reich einheitliche barock-prächtige Distanzsäulen aufstellen zulassen, von denen sich einige bis heute erhalten haben oder die später als Replik wiedererrichtet wurden.

    Eine solche Säule steht mitten in Brück an der B 246, wo sich Ernst-Thälmann-Straße, Straße des Friedens, Brandenburger Straße und Weg zum Alten Sportplatz kreuzen.
    Die Säule wurde 1730 vor dem südlichen Stadttor, dem Belziger Tor errichtet.

    Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlangten die sächsischen Kurfürsten zwar von Gnaden des französischen Kaisers Napoleon I. (1769-1821 / 1799-1804 Erster Konsul der Französischen Republik / 1804-1814 und 1815 Kaiser der Franzosen) die Würde als Könige v. Sachsen, erkauften sich diese Standeserhöhung allerdings mit dem politischen und militärischen Bündnis mit Frankreich.

    Der Fortgang der Geschichte ist bekannt: Frankreich und seine Verbündeten unterlagen 1814 und dann nochmals 1815 den Alliierten, zu denen auch Preußen gehörte.

    Auf dem Wiener Kongress von 1815 erhielt Sachsen dann die Quittung für seine Vasallentreue. Zwar blieb Sachsen Königreich, verlor aber große Gebiete. Dazu gehörten auch heute im Bundesland Brandenburg liegende Landesteile. 1815 wechselten daher in Brück die Landesherren – die Stadt kam an das Königreich Preußen.

    Obwohl Symbol der einstigen Zugehörigkeit der Stadt zu Sachsen, bleib die Postmeilensäule auch unter den Preußen stehen, wurde 1844 allerdings auf den Marktplatz versetzt.
    1969 wurde die Säule auf Veranlassung des damaligen Rats des Kreises vorbildlich restauriert.

    Die Säule trägt die Krone und das Wappen von Sachsen und die Krone des Königreichs Polen sowie das königlich-polnisch-litauische Wappen, bildete Polen in dieser Zeit einen Staatenbund mit Litauen. Da Sachsen damals durch die Wahl der sächsischen Kurfürsten zu Königen von Polen mit Polen und Polen mit Litauen in Personalunion verbunden war, waren die sächsischen Kurfürsten neben Königen von Polen auch Großfürsten von Litauen.
    Die blaue Namenskartusche trägt die verschlungenen goldenen Buchstaben „A“ (für August) und „R“ (für Rex = König).

    Die Entfernungen zu verschiedenen Orten in der näheren und weiteren Umgebung sind in Reisestunden zu Pferd, bis auf die Achtelstunde genau, angegeben (1 Reisestunde entspricht einer Postmeile = 9062 m). Nach Potsdam waren es damals z.B. 7 ¼ Stunden.

    Die Postmeilensäule von Brück ist die nördlichste bekannte kursächsische Postmeilensäule

    Fazit: Schöne Sehenswürdigkeit, allerdings könnte der Restaurator an die farbigen Elemente des Wappensteins mal wieder Hand anlegen. Auch der Rest der Säule könnte eine Säuberung vertragen.

    Neu hinzugefügte Fotos

    Schroeder Mit einer Schindmähre wurde es dann deutlich länger von der Straßenkreuzung
    Frieden-/Ernst-Thälmann-Straße ins königlich-preuß(sic!)ische Potsdam... ;-)
    Ausgeblendete 2 Kommentare anzeigen


  5. Bewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Alte Dorfkirche Golm

    Geiselbergstraße 9, 14476 Golm Stadt Potsdam
    5.
    Dass das heute zu Potsdam gehörende Dorf Golm (6 km westlich vom Potsdamer Stadtzentrum) gleich 2 Kirchen besitzt, hat es dem preußischen Herrscherhaus zu verdanken.
    Ende 1882 war der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm (1881-1888 / 1888 als Friedrich III. König v. Preußen und Deutscher Kaiser) nach einem Besuch in Golm vom desolaten Zustand der alten Dorfkirche so beeindruckt, dass er und seine Gemahlin Victoria v. Großbritannien u. Irland (1840-1901) das Patronat über einen Kirchenneubau übernahmen. Allerdings verfügte Prinz Friedrich Wilhelm, dass die alte Dorfkirche auf dem Kirchhof am Hang des Reiherbergs nicht abgerissen wurde.

    So steht sie noch heute, mehr halbwegs gesicherte Ruine als Sakralbau, neben der neuen eindrucksvollen und wuchtigen Kaiser-Friedrich-Kirche.

    Dabei hat die kleine Dorfkirche eine lange Geschichte und gehört zu den ältesten Kirchen der Mark Brandenburg.
    Vermutlich war Golm bereits ab dem 9. Jahrhundert von Slawen besiedelt. Umgeben vom sumpfigen Golmer Luch siedelte man am Fuß des Reiherbergs. Ab dem 11. Jahrhundert kamen deutsche Siedler hinzu. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Golm 1289.

    Bereits zu dieser Zeit gab es an hier eine kleinere Fachwerkkirche, die der örtlichen Lehnsherrenfamilie v. Schönow auch als Grablege diente. Ab 1578 wurde die damals schon marode Kirche schrittweise erneuert und erweitert. Das Fachwerk wurde durch Backsteinmauerwerk unter Einbeziehung mittelalterlicher Feldsteinmauerreste ersetzt.

    1778 wurden erneut Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten nötig. Ein gewünschter Kirchenneubau wurde abgelehnt. Stattdessen wurde immer wieder repariert und erweitert sowie der heutige Kirchturm angebaut.

    Mitte des 19. Jahrhundert war die Dorfkirche dann in baulich so schlimmen Zustand, dass es bei Gottesdiensten, Trauungen und Beerdigungen in die Kirche rein regnete.

    1886 wurde dann schließlich die „Neue Kirche“, die heute nach ihrem Patron „Kaiser-Friedrich-Kirche“ heißt und die wenige Meter von der Dorfkirche entfernt liegt, eingeweiht.
    Die alte Dorfkirche auf dem Kirchhof wurde weiterhin für Trauerfeiern genutzt.

    Heute fällt bereits beim Gang ums Gebäude der sehr schlechte Zustand der Kirche auf.
    Das Innere der Kirche gleich einer Baustelle. Einen Altar gibt es nicht mehr. Die Kirchenbänke sind beiseite geräumt, denn der örtliche Kirchenbauverein bemüht sich im Rahmen seiner spärlichen Mittel um die Sicherung und den Wiederaufbau der Kirche. Die Zwischendecke ist teilweise entfernt und gibt ausschnittweise den Blick auf das mittelalterliche Decken- und Dachstuhlgebälk frei, dass so zerfressen ist, dass man sich wundert, dass es nicht längst heruntergestürzt ist.

    Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich um Eichenbalken handelt, die bei der Dacherneuerung 1460 verbaut wurden.
    Im Dachgebälk wurden auch zahlreiche handgeschmiedete Eisennägel aus dem 15. Jahrhundert gefunden und sichergestellt.
    Außerdem wurden Dachziegel und Mauersteine aus dem 13. Jahrhundert gesichert.

    Im Zuge der Wiederaufbauarbeiten wurden auch vermauerte Nischen, vermutlich Sakramentnischen in der Apsis festgestellt.

    Bei Röntgenuntersuchungen des Fußbodens fand man vor dem Altar eine heute vermauerte Gruft. Nachweislich handelt es sich um die letzte Ruhestätte des Lehnsherren Claus v. Schönow (+1449) und seiner Frau Margarete v.d. Groeben (+1468). Zwei weitere Gräber in der Kirche werden ihren Kindern zugeschrieben.
    Die prunkvollen Grabplatten wurden 1886 aus der Dorfkirche in die Kaiser-Friedrich-Kirche umgesetzt.
    Fazit: Eine altehrwürdige Dorfkirche, deren Erhalt von den Verantwortlichen viel Arbeit, Geld und Zeit erfordert. Man kann nur hoffen, dass ein Konzept zur Nachnutzung gefunden wird, damit auch öffentliche Fördermittel fließen.
    Gegenwärtig ist die alte Dorfkirche, auch aus Sicherheitsgründen, nur im Rahmen von Führungen und bei Veranstaltungen wie z.B. dem Tag des offenen Denkmals zugänglich.

    Neu hinzugefügte Fotos

    Auabacha Interessanter Bericht mit vielen Informationen zur Geschichte des Gebäudes. Daumenglückwünsche und Grüße aus Karlsbad. Und ein 3-faches "Hoch" wegen der tausendsten Bewertung!
    Ausgeblendete 26 Kommentare anzeigen
    grubmard Aktuell die tausendste. Eigentlich sind ja ein paar mehr, aber einige Bewertungen sind ja gelöscht weil die Locations nicht mehr existieren.

    Aber natürlich trotzdem danke!
    eknarf49 Auch von mir einen herzlichen Glückwunsch. Viel Zeit und Arbeit werden eingesetztt, um so viele aussagekräftige Bewertungen zu schreiben. Die Hauptsache aber ist, dass Du Freude daran hast. :-)
    grubmard @Schroeder: Weil zu Schinkels Lebzeiten den Golmern ein Kirchenneubau verweigert wurde - aus welchen Gründen auch immer.
    Und als es eine neue Kirche geben sollte, war Schinkel schon 40 Jahre tot.
    grubmard Nur mal so: von den 1000 bestehenden Bewertungen stammen 44% aus Brandenburg und 34% aus Berlin, den Rest bilden die anderen Bundesländer. Daher sollte die jetzt tausendste auch aus der Region kommen.

    Saarland und Bremen sind bei übrigens bisher überhaupt nicht vertreten.
    grubmard Platz 4 hinter Sachsen-Anhalt und vor Sachsen ....
    Deine Homezone ist für spontane Locationbesuche einfach zu weit weg ....
    spreesurfer 1000. Bewertung. Und da kommt jetzt nicht sowas Kolossales wie das Walhalla oder Schloss Neuschwanstein??? Sondern die Dorfkirche von Golm!! Nun ja!!! :o

    Dennoch Glückwunsch!!! :)
    grubmard @Schroeder: Angebot dankbar zur Kenntniss genommen.
    Was bleibt, ist die leidige Entfernung und die Tatsache, dass es zumindest ein Kurzurlaub sein sollte, damit es lohnt.
    grubmard @spreesurfer: Wieso Kolossales zur 1000?
    Und kolossal ist die Kirche doch auch - nämlich kolossal alt: ca. 750 Jahre und damit älter als Walhalla und Neuschwanstein zusammen!
    mallli Herzlichen Glückwunsch zum grünen Daumen und zur 1000. Bewertung mit vielen Grüßen aus Charlottenburg !!!!
    Puppenmama Wiederum ein hervorragender Bericht mit schönen Fotos.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen und zur 1.000sten Bewertung.
    Sedina Viel Engagement für eine alte Kirche,
    viel Engagement für Golocal -
    Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen
    1000 und x-sten Beitrag,
    und ebenso herzlich zum Grünen Daumen!


  6. Bewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    Devantier-Haus

    Dorfstraße 52, 15345 Lichtenow Gemeinde Rüdersdorf
    6.
    Der Ort Lichtenow (ca. 15 km östlich von Berlin), heute zur Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin gehörend, besteht aus 2 Ortsteilen:
    Dem um 1800 gegründeten Ortsteil Lamm entlang der alten Poststraße Berlin-Küstrin bzw. Frankfurt/O, heute die Bundesstraße B1/B5, und dem eigentlichen, 1320 erstmals urkundlich erwähnten Dorf Lichtenow, heute der Ortsteil Lichtenow-Dorf, ca. 750 m nördlich der Bundesstraße.
    Als Rundlingsdorf angelegt, ist Lichtenow-Dorf nur über eine Straße erreichbar, die im Dorfkern als Sackgasse endet.

    Am westlichen Rand des Rundlings steht das im historischen Dorfrundgang ausgewiesene Devantier-Haus. Es handelt sich um ein ehemaliges Wohn- und Geschäftshaus.
    Bereits in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es an dieser Stelle ein solches Haus, in dem sich der Lichtenower Gemischtwarenladen befand. Dieses Gebäude brannte 1902 nieder und der Besitzer konnte oder wollte das Haus nicht wieder aufbauen.
    1906 erwarb der Kaufmann Karl Devantier das brache Grundstück, baute das Haus 1912 wieder auf und eröffnete 1913 im Erdgeschoss einen der damals üblichen Kolonialwarenläden, in denen es (fast) alles gab, was man zum täglichen Leben brauchte: Lebensmittel, Obst, Gemüse, Haushaltsartikel und und und ….
    Weiterhin befand sich im Haus die Wohnung der Devantier’s.

    1956 übernahm die Konsum-Genossenschaft der DDR das Geschäft, denn in der DDR waren private Unternehmer nicht sonderlich geschätzt. Außerdem konnte durch den Konsum die Versorgungslage des Ladens besser gewährleistet werden als es dem privaten Einzelhändler möglich gewesen wäre. Das Haus an sich blieb allerdings in Privatbesitz.
    Geschäftsführer blieb aber der einstige Besitzer Heinz Devantier.

    1987 entschloss sich die Konsum-Genossenschaft, in Lichtenow eine kleine Land-Kaufhalle zubauen. Der kleine Dorfkonsum der Devantier’s wurde geschlossen.

    Nach dem Tod von Heinz Devantier im Jahr 1979 erbte seine Tochter das Haus. Sie und ihr Mann bauten das Haus nach dem Ende des Dorfkonsums um. Das einstige Ladengeschäft wurde noch eine Zeitlang als Büro genutzt. Heute ist das Devantier-Haus ein reines Wohnhaus mit modern sanierter Fassade und natürlich nicht öffentlich zugänglich.
    Der einstige Laden ist noch durch die große Fensterfront an der rechten Seite zu erkennen.

    Fazit: Das Devantier-Haus ist Teil des „historischen Dorfrundgangs“. Würde die Info-Tafel vorm Haus nicht stehen, würde man es als historisches Gebäude nicht wahrnehmen.

    Neu hinzugefügte Fotos



  7. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    ENSECO GmbH - Standort Berlin

    Ernst-Augustin-Straße 15, 12489 Berlin
    Tel: (0800) 000 04 42
    Kostenhinweis ...
    7.
    Geeichte Geräte müssen in regelmäßigem Turnus immer wieder aufs Neue geeicht werden. Da bilden auch die Verbrauchszähler in Wohnungen keine Ausnahme. Diesmal waren bei uns die Gaszähler dran. Beauftragt durch die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) führte die Firma ENSECO die Arbeiten durch.
    Die Ankündigung erfolgte 14 Tage vorher durch die NBB.

    Der Monteur erschien auch innerhalb des angegebenen mehrstündigen Zeitfensters. Er führte die Arbeiten schnell, routiniert und, wie es mir schien, fachlich kompetent durch.
    Mit dem Austausch des Zählers war natürlich auch eine Dichteprüfung der Anschlüsse und Leitungen verbunden, damit einem später nicht die Hütte um die Ohren fliegt, denn Stadtgas/Erdgas ist ja nicht so ganz ungefährlich, obwohl ich es zum Kochen nicht missen möchte.

    Neu hinzugefügte Fotos



  8. Bewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    Pumpenbrunnen Eichwalde

    Bahnhofstraße 4, 15732 Eichwalde
    8.
    So einen richtigen eigenen Namen hat der Brunnen auf dem 2009 erbauten Markt- und Festplatz von Eichwalde, das an den südöstlichen Stadtrand von Berlin grenzt, nicht: Marktbrunnen, Festplatzbrunnen, Pumpenbrunnen, Plumpengrabenbrunnen …

    Fest steht, es handelt sich um eine historische gußeiserne Schwengel-Straßenpumpe aus dem Jahr 1878, die man aufwendig restaurierte und als Brunnen an den Rand des Platzes stellte.
    Schwengelpumpe deshalb, weil die Pumpe mittels eines einarmigen Hebels, Schwengel genannt, betrieben wurde, d.h. durch‘s bewegen des Schwengels wurde Grundwasser aus der Tiefe nach oben gepumpt.

    Die Eichwalder Pumpe wurde 2009 zum Brunnen umgebaut. Das Pumpengehäuse ist aufwendig gestaltet. Der Wasseraustritt hat die Gestalt eines Drachen- oder Fabeltierkopfes, der das Wasser in ein steinernes Bassin sprudeln lässt. Der Schwengel ist heute auch nur noch Deko.

    Einige Meter vom Brunnen entfernt gibt es einen Wasseraustritt auf dem Platz, von dem das Wasser dann in den am südlichen Ende des Platzes aus einem unterirdischen Kanal zu Tage tretenden Plumpengraben fließt, der im südöstlichen Berlin entspringt und in Zeuthen in die Dahme mündet.
    Die Pumpe steht mitten auf dem unterirdischen Verlauf des Plumpengrabens.

    Der Markt- und Festplatz macht mich persönlich nicht so an, aber der Brunnen ist ein wunderschönes Beispiel für die fast schon künstlerische Arbeit der Straßenbrunnenbauer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

    Neu hinzugefügte Fotos

    Ausgeblendete 4 Kommentare anzeigen


  9. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    Adlerhorst-Denkmal

    Lünette 7, 13599 Berlin
    9.
    Ich gebe gerne zu, ohne die Artikelserie über vergessene, verborgene und unbekannte Denkmäler in der „Berliner Zeitung“ wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass mitten in einer Haselhorster Wohnanlage (Bezirk Spandau) ein Denkmal aus der NS-Zeit steht.

    Man findet den „Adlerhorst“ am Rand des kleinen Spielplatzes hinter dem Haus Lünette 7 im nördlichen Teil der unter Denkmalschutz stehenden „Reichsforschungssiedlung“.

    Dieses damals moderne Wohngebiet wurde von 1930 bis 1935 nach einem Entwurf des Architekten Walter Gropius (1883-1969) im Auftrag der „Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen“ erbaut.
    Die Nazis bauten nach 1933 die Wohnsiedlung fertig und verkauften sie der staunenden Öffentlichkeit als NS-Musterwohnsiedlung für die Volksgenossen.

    Zum Abschluss der Bauarbeiten gab‘s noch ein „Denkmal der nationalen Erhebung“, nämlich eben jenen „Adler, Adlerhorst mit Gelege“ aus Bronze des Bildhauers Max Esser auf einem Granitsockel und einem Gedenkstein mit Inschrift.
    Mit „nationaler Erhebung“ bezeichnete die NSDAP ihre Machtergreifung.

    Die Skulptur ist voll mit nationalsozialistischer Symbolik: Der Adler, das deutsche Wappentier, der aufmerksam die Umgebung beobachtet und zugleich schützend seine Schwingen über den im Adlerhorst sitzenden Jungen ausbreitet steht für das die Bevölkerung und die Volksgenossen schützende Reich und die staatstragende Partei.
    Bei der Adlerplastik fallen vor allem die einzeln ausgearbeiteten Federn der Schwingen auf.

    Mit dem Schutz war es 4 Jahre später vorbei. Das faschistische Deutsche Reich entfesselte den 2. Weltkrieg. Zog der Reichsadler anfangs noch erfolgreich und triumphierend seine vernichtenden Bahnen über Europa, wendete sich schnell das Blatt und 1945 legte er völlig zerfleddert eine fulminante Bruchladung auf den Trümmern des Deutschen Reiches hin. Ob der faschistische Reichsadler mit dem Kriegsende wirklich untergegangen ist, wage ich angesichts der aktuellen Ereignisse in Deutschland allerdings zu bezweifeln.

    Eigenartigerweise überlebte das Haselhorster „Denkmal der nationalen Erhebung“ den Krieg und die Nachkriegszeit. Das Denkmal wurde entnazifiziert und der Inschriftenstein entsorgt. Aus dem Denkmal wurde Kunst im Wohngebiet. Von viel Grün umgeben bewacht der Adler heute neben seinen 3 Jungen noch die spielenden Kinder der Hausbewohner.

    Der Bildhauer Max Esser wurde 1885 geboren. Nach einem Studium am Kunstgewerbemuseum Berlin arbeitete er als freischaffender Bildhauer und entwarf Modelle für die Porzellanwerke ua. in Meißen und Berlin. Esser schuf vor allem zahlreiche Tierplastiken.
    Im III. Reich galt er als staatsnah und erhielt vom NS-Regime zahlreiche Aufträge.
    Ende 1945 starb Max Esser in Berlin.

    Fazit: Ein Denkmal mit brauner Vergangenheit, heute wohl eher mit dem Status einer Tierskulptur. Trotzdem ein Beispiel von NS-Denkmalkunst.
    Spielende Kinder gab‘s am Denkmal genauso wenig wie national-völkisch gesinnte Kameraden von Identitärer Bewegung, AfD und NPD …. hoffentlich bleibt es so, was die Kameraden betrifft.

    Neu hinzugefügte Fotos

    eknarf49 Danke für die meiner Meinung nach wirklich gut durchdachte Bewertung. Deinem abschließenden Wunsch schließe ich mich natürlich an. (Holperiges Wortspiel, ich weiß.) ;-)
    Auabacha Danke für diesen schönen und interessanten Bericht.
    Wenn man sich die NS-Symbolik und den mit der Plastik anfänglich verfolgten Zweck wegdenkt, ist es eigentlich eine künstlerisch sehr gut herausgearbeitete Tierplastik. Esser hat für die von Dir erwähnten Porzellanmanufakturen ja auch sehr gut gestaltete Porzellanfiguren entworfen.
    Die am Ende Deines Berichts genannten braunen "Kameraden" werden bedauerlicherweise immer salonfähiger. Mir graut davor, dass sich die schweigende Mehrheit allmählich mit ihnen verbrüdert.



  10. Bewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Baudenkmal »Dorfwaage« Gabow

    Gabow 67, 16259 Gabow Stadt Bad Freienwalde
    10.
    Auch unsere Altvorderen wollten wissen, wieviel man produziert, geerntet, gekauft oder verkauft hat. Kaum ein Bauer konnte und wollte sich aber eine große Lastenwaage leisten und so ersann man die dörfliche Gemeinschaftswaage.

    Eine solche Dorfwaage hat sich in Gabow (ca. 5 km nordöstlich von Bad Freienwalde / ca. 45 km nordöstlich von Berlin) erhalten.

    Nicht die ganze Waage ist erhalten, aber das Waagenhaus, vermutlich errichtet Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts. Die technischen Elemente sind ein Opfer der Zeit geworden. Auch die Grube mit der befahrbaren Plattform wurde aus Sicherheitsgründen zugeschüttet und mit historischen Kopfsteinen gepflastert.

    Was bleibt, ist ein kleines gut restauriertes Backsteinhäuschen mit Ziegeldach. Der Innenraum war zwar zugänglich, aber in ziemlich dreckigem und unaufgeräumtem Zustand. Die Ausstattung legte die Vermutung nahe, dass es hier mal eine kleine Ausstellung gab, die aber nur noch in Fragmenten zu erahnen ist.

    Überhaupt lässt die Information vor Ort zu wünschen übrig. Hätte mich nicht ein freundlicher und kundiger Dorfbewohner darüber informiert, was ich da fotografiere, wäre das Häuschen ein Mysterium geblieben, denn auch auf der gegenüberliegenden Infotafel zum historischen Dorfrundgang fehlt jeder Hinweis auf die alte Waage.

    Fazit: Kleiner Blickfang auf dem Dorfplatz, aber ein Blick aus dem Auto genügt eigentlich. Eine eigene Info zur Waage wäre schön und hilfreich.

    Neu hinzugefügte Fotos

    Ausgeblendete 11 Kommentare anzeigen
    Calendula Von einem Dorfgemeinschaftswaagehaus (oder wie man das nennt) höre ich heute zum ersten Mal. - Macht aber Sinn.
    Auabacha Der Erfahrungsbericht gefällt mir sehr gut. Er erinnerte mich an die "Waaghäusle" in meiner alten Heimat (Nordschwarzwald), die früher hauptsächlich zum Wiegen von schlachtreifem Vieh genutzt wurden. Leider wurden fast alle abgerissen. Es ist deshalb immer schön, wenn solche Häuschen, wenn auch nicht im Ganzen, erhalten werden. Glückwünsche zum grünen Daumen und Grüße aus Karlsbad.
    Blattlaus Ja, der ist verdient. Andere würden dran vorbei fahren ohne sich Gedanken zu machen, wofür so ein Häuschen einmal stand.
    Ähnliche gibt es bei uns auf den Dörfern zum Teil auch noch. Sind allerdings Backhäuschen, die zum Teil noch benutzt werden.