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  1. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    In den 1950er und 1960er Jahren erbaute die DDR in Köpenick an der Mahlsdorfer Straße zwischen Kaulsdorfer Straße und Gehsener Straße ein neues Stadtquartier.
    Ende der 1960er verschönerte man die großzügige Grünfläche vor dem Block Mahlsdorfer Straße 97 mit einem Kunstwerk des deutschen Bildhauers Hans-Peter Goettsche.

    Schlicht „Weiblicher Akt“ heißt die etwa lebensgroße Bronze-Skulptur einer stehenden, unbekleideten jungen Frau, die ihre Arme hinter dem Rücken verschränkt.
    Die 1968 geschaffene und auf einem niedrigen Backsteinsockel aufgestellte Skulptur steht ein wenig zurückgesetzt vom Bürgersteig der Mahlsdorfer Straße, ist im Besitz des Bezirksamts Treptow-Köpenick und ist in der Kunstliste des Stadtbezirks gelistet.

    Leider ist die vandalistische Spur der Zeit an der Dame nicht spurlos vorbei gegangen: den Bauch verunzierte eine Edding-Schmiererei und auf die rechte Brust hatte jemand einen Zettel geklebt.

    Hans-Peter Goettsche wurde 1927 in Hamburg geboren. Seine Ausbildung als Holzbildhauer wurde durch den Kriegsdienst unterbrochen. Nach kurzer US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft kehrte er nach Hamburg zurück und begann ein Studium an der Landeskunstschule Hamburg.
    Wegen seiner Beteiligung an den Protesten gegen die geplante Zerstörung der Insel Helgoland durch die Briten wurde Goettsche 1951 verhaftet, von einem britischen Militärgericht zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt und von der Kunstschule exmatrikuliert.
    Er folgte daraufhin einer Einladung der Akademie der Künste der DDR und wurde Meisterschüler des Bildhauers Gustav Seitz (1906-1969).
    Ab 1955 arbeitete Goettsche als freischaffender Bildhauer in Berlin-Köpenick. Seine Werke findet man in verschiedenen Städten der ehemaligen DDR.
    2018 verstarb Hans-Peter Goettsche in Hinter Bollhagen (Mecklenburg-Vorpommern).

    geschrieben für:

    Kultur in Berlin

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    1.

    vinzenztheis Also ich weiß nicht, mit den Proportionen habe ich so meine Probleme:
    Oberkörper (besonders im Bereich Bauch und Taille)im Vergleich zur Länge der Beine gefällt mir nicht


  2. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Irgendwie sah der Baum schon aus der Ferne anders aus als all die anderen Bäume rund ums FEZ (Freizeit- und Erholungszentrum) Wuhlheide im Berliner Stadtteil Oberschöneweide (Stadtbezirk Treptow-Köpenick). Erst dachte ich an einen noch nicht abgeschmückten Weihnachtsbaum, aber aus der Nähe entpuppte sich das Gewächs als ganz was anderes – nämlich als Schnullerbaum.

    2006 griff das Grünflächenamt Treptow-Köpenick diese aus Dänemark stammende Idee auf und pflanzte am Spielplatz vorm FEZ einen Eisenholzbaum, zäunte ihn ein und hängte ein Schild auf:
    „Ich bin ein Schnullerbaum und heiße Parrotia persica (Eisenholzbaum) und will Euch den Abschied vom Nuckeln erleichtern. Hängt Euren Schnuller an eins meiner Bänder!“

    Damit ist auch erklärt, welchen Sinn der Baum hat. Manche hängen statt Schnuller bzw. zusätzlich auch noch die Nuckelflasche an den Baum.
    Wieviele Nuckel und Flaschen es in der Wuhlheide sind, kann ich nicht sagen, aber scheinbar wird der Baum dankbar angenommen, denn es sind viele, sehr viele Nuckel und einige Flaschen.

    Den ersten Nuckelbaum für Kleinkinder, die sich von ihrem Nuckel verabschieden wollen/sollen, gibt es seit den 1920er Jahren auf der kleinen dänischen Insel Thurø südlich von Svendborg (Fünen).
    Heute gibt es zahlreiche Schnullerbäume in Dänemark und anderen skandinavischen Ländern. Auch nach Deutschland ist die Idee ab 2005 gekommen. In mindestens über 2 Dutzend deutschen Orten wurden Bäume verschiedenster Arten als „Schnullerbäume“ freigegeben.
    In Berlin ist der Eisenholzbaum in der Wuhlheide bisher wohl der Einzige – jedenfalls nennt das Internet für die Hauptstadt keinen weiteren.

    Fazit: Eine hübsche Idee – es ist nicht alles schlecht, was aus dem Ausland kommt!

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen in Berlin

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    2.

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    02 Check ..

    Danke Grubmard, supi Bewertung.
    Ist frisch hoch informativ gut dokumentiert. Und ja, man erkennt DU hast Erfahrung im Bewerten.

    Glückwunsch mit Gratulation zum gD.



    Konzentrat Danke für den interessanten Bericht. Den Schnullerbaum finde ich wesentlich sinnvoller als Brückengeländer voller Liebesschlösser :-)
    ubier Voll die Umweltverschmutzung! Das ganze Plastik, die arme eingezäunte Natur. Wird Zeit, dass die Grünen da aufräumen. Nur noch Latexnuckel an den Eisenholzbaum!! Biotopschutz sofort!


  3. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

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    1909 wurde auf dem Areal nördlich der Rudower Chaussee in Berlin Deutschlands zweiter Motorflugplatz Johannisthal-Adlershof (damals eigenständige Gemeinden / heute Stadtteile des Stadtbezirks Treptow-Köpenick) angelegt. Seit 1952 wurde der Flugplatz als solcher nicht mehr genutzt, aber erst 1995 offiziell geschlossen. Danach wurde das Flugplatzgelände völlig umgestaltet. Im nördlichen Teil entstand der Landschaftspark Johannisthal/Adlershof, im südlichen ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Gewerbe, Handel und einem Campus der Humboldt-Universität zu Berlin.

    Bereits von Anbeginn siedelten sich an der Peripherie des Flugplatzes zahlreiche Luftfahrt-Gewerbeunternehmen an, z.B. Flugschulen, Flugzeugwerften und anderes mehr.
    Im Süden an der Rudower Chaussee wurde 1912 auf Betreiben des Luftschiffbauers Ferdinand Graf v. Zeppelin (1838-1917) und auf Anweisung von Kaiser Wilhelm II. (1859-1941 / König v. Preußen und Deutscher Kaiser von 1888 – 1918 abgedankt) die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) gegründet.

    Im Zuge der Wiederaufrüstung der deutschen Luftwaffe durch die Nazis wurde auch die DVL erweitert.
    Etwa 700m südwestlich vom S-Bahnhof Adlershof wurde an der nach 1995 neu angelegten Brook-Taylor-Straße der sogenannte „Trudelturm“, der korrekt eigentlich „Trudelwindkanal“ heißt, errichtet.
    Das 20 m hohe Monstrum aus Stahlbeton mit einem maximalen Umfang von 12 m und 30 cm dicken Außenwänden sowie einem Zugang auf halber Höhe erinnert im ersten Augenblick an einen Luftschutzbunker. Aber es handelt sich um eine luftfahrttechnische Forschungseinrichtung.

    Genauer gesagt ist es ein vertikaler Windkanal, in dem der Effekt des „Trudels“ bei Flugzeugen erforscht wurde. Beim Trudeln handelt es sich um den Strömungsabriss an einer Flugzeugtragfläche, der zu einer steil nach unten führenden Flugbahn und oft zum Absturz des Flugzeugs führt.
    Ein Flugzeugmodell wurde in den von unten nach oben verlaufenden Luftstrom eingebracht. Das Verhalten des Flugzeugmodells bei unterschiedlichen Luftstromgeschwindigkeiten wurde mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitskameras aufgezeichnet und später wissenschaftlich ausgewertet.
    Die massive, nach außen hermetisch verschließbare Betonbauweise wurde gewählt, weil man dadurch bei den Versuchen mit Überdruck arbeiten konnte.
    Mit dem Ende des Deutschen Reichs 1945 endete auch die DVL in Adlershof. Der Flugplatz lag im sowjetischen Sektor Berlins und wurde zunächst von der Roten Armee genutzt. Die technischen Einbauten des Trudelturms wurden weitgehend demontiert und sind verschollen.
    Weltweit soll es sich um die einzige derartige Anlage und um ein einmaliges Zeugnis der Luftfahrtforschung handeln.

    Der „Trudelturm“, auf dessen Außenwand zahlreiche Einschusslöcher von den Kämpfen um Berlin am Ende des 2. Weltkriegs im April und Mai 1945 zeugen, stand ab 1978 auf der Denkmalliste der DDR-Hauptstadt und heute auf Denkmalliste des Landes Berlin.
    Ein Blick ins Innere ist Corona-bedingt derzeit nicht möglich.

    geschrieben für:

    Kultur / Denkmalbehörde in Berlin

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    3.

    opavati® Ich meine die Isothermischen Kugellabore, den »Akademie-Busen« oder »Busen von Adlershof«, jetzt leider fast total eingebaut ...


  4. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    Kunst ist vielfältig und mitunter seltsam. Manchmal steht man davor und weiß nicht, dass es ein Kunstwerk ist / sein soll. So ging es mir mit dem Installationskunstwerk „Schaukasten“ im Berliner Stadtteil Friedrichshagen (Stadtbezirk Treptow-Köpenick). Es sieht aus wie ein Schaukasten, es dient als Schaukasten und ist dennoch in der Kunstliste des Stadtbezirks aufgeführt.

    Geschaffen wurde die etwa 2 m hohe, 1,20 m breite und 20 cm tiefe Installation im Jahr 2001 von der französischen Künstlerin Geneviéve Gilabert aus Anlass des niedrigenergetischen Umbaus und der Sanierung mehrerer Wohnblocks der Wohnungbaugesellschaft KÖWOGE in der Friedrichshagener Emrichstraße.

    Das Werk besteht aus 2 Teilen: dem rechteckigen Betonsockel mit einem genauso rechteckigem großen Loch in der Mitte (vermutlich damit es nicht so wuchtig aussieht) und dem eigentlichen Schaukasten aus einem Edelstahlrahmen und 3 bedruckten Acrylglasplatten.
    Auf diese, hintereinander angeordneten Acrylglasplatten sind Texte, Pläne und Bilder gedruckt. Die Erkennbarkeit von Text und Bildern ist aber bis auf die Texttafel ziemlich schlecht.

    Mein Fazit: Als Schaukasten eine Fehlkonstruktion und Kunst ist es für mich auch nicht.

    geschrieben für:

    Kultur in Berlin

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    4.



  5. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    Von den 9 Orten mit dem Namen „Sachsendorf“ in Deutschland ist hier das 1365 erstmals erwähnte Dorf im Oderbruch (Landkreis Märkisch-Oderland, Land Brandenburg / ca. 55 km östlich von Berlin und 15 km nördlich von Frankfurt/O) gemeint.

    Erbaut wurde die spätgotische Saalkirche aus roten Backsteinen auf einem Feldsteinsockel in den Jahren 1514 bis 1519 als katholische Dorfkirche. Den Kirchturm schmückte ursprünglich ein Aufsatz mit Haube.
    Spätestens 1539 wurde im Zuge der Reformation im Kurfürstentum Brandenburg aus der katholischen eine evangelische Dorfkirche.
    In den nächsten 400 Jahren änderte sich kaum was am Aussehen der Kirche, sieht man mal von der barocken Umgestaltung des Innenraums ab.

    Das änderte sich dramatisch im April 1945, als der 2. Weltkrieg mit voller und brutaler Wucht das Oderbruch traf.
    In der Schlacht um die Seelower Höhen vom 16. bis 19.4.1945 zwischen deutschen Truppen und der Roten Armee wurde Sachsendorf zu 90% zerstört. Die Bewohner hatten die NS-Behörden zuvor zwangsevakuiert.
    Da Kirchtürme dem Feind als Landmarken dienten, sprengte die Wehrmacht den Sachsendorfer Kirchturm bereits Anfang April 1945, die Kirche brannte komplett aus. Die schweren Kämpfe gaben der Ruine den Rest. Nach Kriegsende standen nur noch Teile der Außenmauern und der Stumpf des Kirchturms.

    Zunächst war ein Wiederaufbau der Kirche nicht geplant. Zur kirchlichen Versorgung sollte das wiederaufgebaute Pfarrhaus genügen.
    Allerdings wollte der damalige Pfarrer auch wieder eine Kirche für Sachsendorf. 1949 rief er die Gemeinde zum enttrümmern der Ruine auf und organisierte ab 1950 den Wiederaufbau der Kirche nach historischem Vorbild. Da Baumaterial für einen Kirchenbau nicht zur Verfügung stand, wurden die aus der Ruine geborgenen Ziegel- und Backsteine wiederverwendet.
    Für die originale Wiederherstellung des Kirchturms reichten aber Steine und sonstiges Material nicht. Nur widerstrebend genehmigte das Institut für Denkmalpflege der DDR ein Provisorium: aus dem niedrigen Turmstumpf wurde der neue, mit einem sogenannten Zeltdach abgedeckte Kirchturm. Das Provisorium besteht nun seit fast 70 Jahren und ist zugleich Mahnung an die Tage und Wochen im April 1945.

    Dank Spenden aus der DDR und West-Berlin konnte der Wiederaufbau der Kirche realisiert werden. 1953 war Richtfest und am 1. Advent 1954 konnte die Kirche feierlich eingeweiht werden – allerdings ohne Glockengeläut, denn die 3 Kirchenglocken konnten erst 1957 aufgehängt werden.
    Orgelmusik gabs auch nicht – für ein solches Instrument als Ersatz für die 1945 verbrannte Orgel, vermutlich aus dem 18. Jahrhundert, fehlt bis heute das Geld.

    Zwar wurde recht erfolgreich versucht, dass Äußere der Kirche wiederherzustellen. Im Innern präsentiert sie sich völlig anders als vor 1945. Ein altes Foto zeigt das Kirchenschiff mit interessanten Deckenbalken, der Orgelempore, einer scheinbar umlaufenden Besucherempore mit kunstvoll bemalten Geländern und ebenfalls bemaltes Kirchengestühl – alles ein Opfer der Flammen.

    Heute ist das Kirchenschiff schlicht weiß getüncht, die Orgelempore fehlt oder ist wegen einer Zwischendecke nicht sichtbar. Nicht wieder eingebaut wurde die Besucherempore.
    Der Altartisch ist aus schmalen dunklen Ziegeln gemauert, dahinter steht ein großes Kreuz.
    Ebenfalls gemauert und etwas eigenwillig in der Form ist die Kanzel.
    Sonstigen Schmuck oder Kunst gibt es nicht, denn der Kunstdienst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg legte bei der Neuausstattung 1954 Wert auf äußerste Sparsamkeit – angesichts der damaligen Verhältnisse ist das auch nicht verwunderlich.

    Schön das man vor über 70 Jahren in schwierigster Zeit die Mittel gefunden hatte, um die Sachsendorfer Kirche buchstäblich wie den Phönix aus der Asche wiedererstehen zu lassen.

    Die Dorfkirche Sachsendorf gehört von Mai bis September zu den „Offenen Kirchen“.

    geschrieben für:

    evangelische Kirche in Sachsendorf Gemeinde Lindendorf

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    5.

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  6. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    Kunstwerke in Stadtteilen findet man eigentlich überall. Sozialistische Alltagskunst aber nur auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.
    Ein solches Stück sozialistischer Realismus befindet in einem Wohngebiets in Berlin-Schöneweide (Stadtbezirk Treptow-Köpenick) an der Rathenaustraße, Ecke Straße „An der Wuhlheide“.

    Die etwa lebensgroße, in Lauchhammer gegossene Bronzeskulptur „Der Stahlwerker“ steht auf der Grünfläche vor einem Wohnblock auf einem niedrigen gemauerten Sockel aus roten Klinkersteinen.
    Es zeigt, wie der Name schon sagt, einen Stahlwerker der 1960er Jahre in Arbeitsmontur mit Schutzhelm, Schutzbrille, feuerfesten Handschuhen und genauso feuerfester Arbeitsschutzkleidung.
    Sonderlich schön finde ich’s nicht und ich würde es auch nicht unbedingt vor meinem Balkon und/oder Fenster stehen haben.
    Aber es ist ein gutes Beispiel für Auftragsstaatskunst in der ehemaligen DDR und somit als Zeitzeugnis durchaus erhaltenswert.

    Geschaffen wurde die Skulptur 1969/1970 vom Bildhauer Gerhard Thieme (1918-1918), von dem zahlreiche Werke im ehemaligen Ost-Berlin und in der verblichenen DDR zu finden sind.
    Ab 1948 studierte Thieme an den Hochschule für Bildende Künste Dresden und Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee und war anschließend Meisterschüler des Bildhauers Fritz Cremer (1906-1993).
    Thieme war n der DDR freischaffend tätig und schuf zahlreiche Groß- und Kleinplastiken sowie Totenmasken prominenter DDR-Bürger.

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen / Kultur in Berlin

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    6.

    Puppenmama Danke für Deinen interessanten und schön bebilderten Bericht.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen.


  7. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

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    Das Geschäft hat ein Alleinstellungsmerkmal: es ist der einzige Schreibwarenladen und Copyshop in der Köpenicker Altstadt.
    Betrieben wird er von einer einzelnen Dame, die in Personalunion Geschäftsführerin, Kassiererin, Verkäuferin und Servicekraft für die zahlreichen Kopierer ist.

    Das Angebot umfasst ein großes Sortiment an Schreibwaren, Papier, dazu noch Ansichts- und Glückwunschkarten für alle Anlässe, Geschenkpapier, Kartonagen, verschiedenen Bürobedarf – alles natürlich teurer als in Discounter-Läden wie McPaper z.B..
    Und es gibt zahlreiche Farb- und Schwarz-weiß-Kopierer für die gebräuchlichen DIN-A-Formate.
    Einfache Schwarz-weiß-Kopien kann man in Selbstbedienung anfertigen. Bei doppelseitigen und Farbkopien muss man sich bedienen lassen.

    Bisher habe ich bzw. haben wir den Laden nur als Copyshop genutzt, wenn es mal galt und gilt, eine größere Menge Kopien anfertigen müssen. In Selbstbedienung kostet eine einfache Schwarz-weiß-Kopie 5 Cent, lässt man sich bedienen, wirds doppelt so teuer (Stand 12.2021).
    Bunte Kopien sind natürlich deutlich teurer.

    geschrieben für:

    Copyshops / Schreibwaren in Berlin

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    7.

    grubmard Bei einzelnen Blättern mache ich das auch, aber wenns ein größerer Posten Kopien ist, wird mir das mit dem Drucker zu teuer und zu tintenintensiv.
    Calendula Das ist noch mein 1. Drucker und ich hatte mich damal für einen Laserdrucker entschieden. So wenig wie ich drucke, würde die Tinte zwischendurch eintrocknen. ,-)


  8. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    Bis 1909 war nördlich der heutigen Rudower Chaussee im Berliner Stadtteil Adlershof (Bezirk Treptow-Köpenick) Wald, dann wurde hier der zweite Motorflugplatz Deutschlands angelegt (Motorflugplatz Johannisthal-Adlershof), der zwar seit 1952 nicht mehr als Flugplatz genutzt, aber erst 1995(!) offiziell geschlossen wurde.
    An der Peripherie des Flugplatzes hatten sich im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Gewerbe, Industriebetriebe und Forschungseinrichtungen angesiedelt. Auch die Kaserne des Berliner Stasi-Wachregiments „Felix Dzierzynski“ befand sich zu DDR-Zeiten im südöstlichen Teil des Geländes.

    Nach 1995 wurde das Flugplatzgelände völlig umgestaltet. Im nördlichen Teil entstand der Landschaftspark Johannisthal/Adlershof, im südlichen ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Gewerbe, Handel und einem Campus der Humboldt-Universität zu Berlin.
    Etwa 700m südwestlich vom S-Bahnhof Adlershof hat man an der Rudower Chaussee zwischen Newtonstraße, Erich-Thilo-Straße und Rumplerzeile den ziemlich missglückten Versuch unternommen, mit dem Forum Adlershof einen zentralen Platz zu schaffen.

    Der Platz wird auf der Ostseite vom Europa-Center Adlershof an der Erich-Thilo-Straße begrenzt.
    Das ca. 100m lange und viergeschossige Bürogebäude wurde 2014 vom Berliner Architekturbüro „ZOOMARCHITEKTEN GmbH“ im Auftrag der Europa-Center GmbH entworfen und 2019 eröffnet.
    Durch die zum Forum Adlershof hin leicht geschwungene Fassade wirkt das Gebäude nicht so eintönig streng wie andere Neubauten der 2000er so oft.
    Ein übriges tut das Fassadenmaterial: Durch das eloxierte Aluminium wirkt die Fassade vor allem bei Sonnenschein wie vergoldet.

    Auf den über 5.000m² Bürofläche haben zahlreiche Unternehmen ihren Sitz bzw. ihre Dependancen. Außerdem befindet sich am südlichen Ende des Gebäudes im Erdgeschoss z.Z. ein italienisches Restaurant (Stand 01.2022).

    geschrieben für:

    Hausverwaltung und Grundstücksverwaltung in Berlin

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    8.



  9. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

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    Das Denkmal an der Nordseite des Kirchhofs der Dorfkirche von Friedersdorf (Land Brandenburg / 50 km östlich von Berlin, 3 km südöstlich von Seelow) steht an der einstigen Zufahrt zum vor Jahrzehnten abgerissen Schloss Friedersdorf.
    Es grenzt an den Familienfriedhof der ehemaligen Gutsbesitzerfamilie von der Marwitz.

    Das Denkmal steht auf einer großen, grabartig angelegten Rasenfläche, begrenzt von der Mauer des Familienfriedhofs, 2 niedrigen Hecken und zur Hauptstraße hin von buschartigen Bäumen.
    Vor das Denkmal hat man sommerblühende Stauden gepflanzt.
    Das Denkmal selbst ist eine Art auf der Spitze stehender, sich nach oben hin verbreitender Pyramidenstumpf mit einem auf einem Lorbeerkranz ruhendem deutschen Stahlhelm.

    Auf der Frontseite steht die Widmung ohne großes Pathos:
    „1914 – 1918
    Friedersdorf seinen Gefallenen
    1939 – 1945“
    Die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs wurden nach 1990 hinzugefügt.
    Auf den Seitenflächen sind, sortiert nach Todesjahr und alphabetisch, die Namen der 18 Gefallenen/Vermissten des 1. Weltkriegs aus Friedersdorf ohne Dienstgrad aufgeführt.
    Darunter sind mit den Brüdern Gebhard (24 Jahre alt) und Bernhard (28 Jahre alt) auch zwei Mitglieder der Gutsbesitzerfamilie von der Marwitz.

    Getrennt durch den Zugangsweg zum Marwitz’schen Familienfriedhof befindet sich neben dem deutschen Kriegerdenkmal übrigens der kleine sowjetische Ehrenfriedhof der Roten Armee von 1945.

    geschrieben für:

    Kultur / Freizeitanlagen in Friedersdorf Gemeinde Vierlinden

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    9.

    grubmard Welches?
    Es gibt 17 davon in Deutschland ...
    Das bei Seelow hat außer dem Kunstspeicher und der Kirche sonst keine Schönheiten.


  10. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    Die „Alte Nazarethkirche“ am Leopoldplatz im heutigen Berliner Stadtteil Wedding (Stadtbezirk Berlin-Mitte) wurde zu einer Zeit erbaut, als der Wedding noch Stadtheide, dünn besiedelte Ödnis und der Platz ein Acker vor den Toren der preußischen Hauptstadt war.
    Im 18. Jahrhundert dehnte sich die Stadt nach Norden aus und König Friedrich II. v. Preußen (1712-1786 / König seit 1740) ließ den Wedding besiedeln.

    Um 1830 beauftragte König Friedrich Wilhelm III. v. Preußen (1770-1840 / König seit 1797) den preußischen Baumeister und Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) mit Entwurf und Bau von 4 klassizistischen Vorstadtkirchen (Nazarethkirche am Leopoldplatz, Elisabethkirche in der Invalidenstraße, Johanniskirche in der Straße Alt-Moabit und Paulskirche in der Badstraße), alle nördlich der damaligen Berliner Stadtgrenzen.

    Die Nazarethkirche, benannt nach der biblischen Stadt Nazareth in Galiäa, die als Heimatstadt von Jesus und seinen Eltern gilt, wurde von 1832 bis 1835 aus roten Ziegeln, mit Architekturelementen der oberitalienischen Romantik, erbaut und im Juli 1835 eingeweiht.
    Zunächst gab es nur die Kirche, umgeben von einem Kartoffelacker, und das ärmliche Haus des Balgtentreters, der für den Betrieb der Orgelblasebalge zuständig war.

    1861 wurde der Wedding nach Berlin eingemeindet, die städtische Bebauung um Kirche erfolgte bis 1887.
    Durch die fast schon explodierende Einwohnerzahl der Berliner Vorstädte hatte man ursprünglich den Plan, die Nazarethkirche nach Plänen des preußischen Architekten Friedrich August Stüler (1800-1865) zu erweitern und um einen Glockenturm zu ergänzen. Dieses Vorhaben wurde aber schnell wieder aufgegeben.
    Stattdessen erbaute man von 1891 bis 1893 ca. 200m nordöstlich von der alten Kirche eine neue große Stadtkirche.
    Seither heißt die Schinkelsche Vorstadtkirche zur besseren Unterscheidung „Alte Nazarethkirche“ und der Neubau „Neue Nazarethkirche“.
    Erst 1891 erhielt der bis dahin namenlose Platz seinen heutigen Namen nach dem brandenburgisch-preußischen Feldherrn Fürst Leopold I. v. Anhalt-Dessau (1676-1747 / genannt der „Alte Dessauer“).

    Mit der Einweihung der „Neuen Nazarethkirche“ wurden in der alten Kirche keine Gottesdienste mehr abgehalten und das Gebäude für andere kirchliche Arbeit der Gemeinde genutzt. Zur besseren Raumnutzung erfolgten zahlreiche Umbauten – sehr zu Lasten der ursprünglichen Räumlichkeiten und Gestaltung. So wurden Zwischendecken eingezogen und weitere Fenster eingebaut.
    Ende der 1970er Jahre erfolgte eine denkmalgerechte Restaurierung des sogenannten „Schinkelsaal’s“ im Obergeschoss.

    In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten änderte sich Bevölkerungszusammensetzung im Wedding gravierend. Statt 2 Kirchen bräuchte man eher eine Moschee. 1989 wurde die „Neue Nazarethkirche“ geschlossen und entwidmet. Die evangelische Kirchengemeinde hält ihre Gottesdienste nun wieder im Schinkelsaal der „Alten Nazarethkirche“ ab.

    Da das Gebäude verschlossen war, kann ich zur Innenaustattung nichts sagen.
    Das Umfeld (der Leopoldplatz) ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Ich fühlte mich mehr auf einen Platz in Kabul oder Bagdad versetzt als auf einen innerstädtischen Berliner Platz. Wohlfühlfaktor war null.

    Fazit: schön, dass die Schinkel-Vorstadtkirche über nunmehr 190 Jahre erhalten blieb und immer noch in kirchlicher Nutzung ist.

    geschrieben für:

    evangelische Kirche in Berlin

    Neu hinzugefügte Fotos
    10.

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    opavati® Sehr schönes Gebäude, danke mein Guide. Heimatkunde aus dem ehemals Roten Wedding. Da ist gerade sehr viel Bewegung drin, druckvolle Getrifizierung .....