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Bewertungen (1043 von 1044)

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  1. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    geschrieben für:

    Branche: Restaurants und Gaststätten / Cafés

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    1.
    Das Gasthaus „Grüner Baum“ am südlichen Rand des Wörlitzer Parks (östliches Sachsen-Anhalt / 90 km südwestlich von Berlin / 15 östlich von Dessau) ist das, was man im besten Sinne des Wortes ein Traditionshaus nennen kann.

    Mindestens seit der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts ist es als ältestes Gasthaus von Wörlitz belegt. Seit 1757 befindet es sich im Familienbesitz und wird seit über 250 Jahren privat bewirtschaftet, wie die Homepage zu vermelden weiß.

    Ursprünglich gabs nur den 2-geschossigen Fachwerkbau in der heutigen Erdmannsdorffstraße, der mit der Errichtung des Wörlitzer Parks um das steinerne verputzte, ebenfalls 2-geschossige Eckhaus Erdmannsdorffstraße / Neuer Wall erweitert wurde.

    Heute beherbergt der „Grüne Baum“ gleich mehrere gastronomische Einrichtungen: Das Schlossrestaurant, das Kaminzimmer, den Grünen Salon, die Ritterklause und in der warmen Jahreszeit das Eiscafé und den Hofgarten.

    Über einer der Eingangtüren am Neuen Wall prangt ein frisch restauriertes Wappen, dass dem „Grünen Baum“ als „Hoflieferant des Fürsten Franz v. Anhalt-Dessau“ von eben jenem Fürsten und Herzog Leopold III. Friedrich Franz v. Anhalt-Dessau (1740-1817 / reg. ab 1758) verliehen worden war.
    Seit dem Ende des Arbeiter- und Bauern-Staates schmückt sich der „Grüne Baum“ wieder mit dem Titel „Ehemaliger Hoflieferant ….“.

    Das Schlossrestaurant vermittelt, wie der Name es vermuten lässt, den Eindruck gehobener Gastronomie. Da hier bei unserem Besuch alle Plätze durch 2 Gesellschaften besetzt waren, wurden wir ins angrenzende Kaminzimmer gebeten.
    Der recht kleine Raum – ein Zimmer eben – ist gemütlich, die Ausstattung und Deko vermittelt einen Hauch von hochherrschaftlich.

    Die Bedienung war sehr freundlich, aufmerksam und zuvorkommend. Für unseren vierbeinigen Begleiter, der im Haus willkommen war, wurde zur Erfrischung Wasser angeboten.

    Die Karte umfasst nur wenige Gerichte der regionalen und gutbürgerlichen deutschen Küche im mittleren Preissegment, erweitert um saisonale Angebote.
    Außerdem wirbt der „Grüne Baum“ vorm Haus und auf der Website mit günstigen Tagesgerichten unter 10 €uro.
    Ich entschied mich für Königsberger Klopse mit Salzkartoffeln und Rohkostsalat für 9,80 €uro, mein Begleiter für das Saisonangebot Schnitzel mit Steinpilzen und Kartoffeln für 16,90 €uro.

    Die Wartezeit bewegte sich im normalen Rahmen. Die Portionen waren ausreichend groß – wir sind satt geworden und geschmeckt hat‘s auch.
    Der Ehrlichkeit halber muss ich allerdings erwähnen, dass sich das Pilzgericht in den folgenden Stunden als etwas unbekömmlich erwies und Sachsen-Anhalt nicht verlassen wollte ….
    Über das weshalb und warum kann und will ich nicht spekulieren und ziehe daher auch keinen Stern ab.

    Einen Stern Abzug gibt es für Toiletten, die geräumig und sauber sind, aber sich nicht im Haus, sondern quer übern Hof in einem Sanitärgebäude befinden. Gerade in der kalten Jahreszeit ist das etwas unvorteilhaft, hat sich aber baulich vermutlich nicht anders realisieren lassen.

    Fazit: Gute bodenständige Gastronomie. In der Hauptbesuchsjahreszeit des angrenzenden Wörlitzer Parks könnte es allerdings schwierig werden, freie Plätze zu ergattern.

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    Calendula Eine sehr nette Umschreibung für einen unschönen Vorgang (Pilze). -)))
    Gratulation zum verdienten grünen Daumen.


  2. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    Checkin

    geschrieben für:

    Branche: evangelische Kirche

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    2.
    Saisonale Öffnungszeiten der Doppelkapelle beachten:
    Mai - Oktober
    Montag - Freitag: Führungen nach Vereinbarung
    Samstag: Führung 15:00 Uhr
    Sonntag: Führungen 11:00 und 15:00 Uhr
    ------------------------------------
    Schon von weitem sieht man den die Landschaft dominierenden, heute Kapellenberg genannten Felsen mit der Doppelkapelle Sanctae Crucis über dem Städtchen Landsberg (15 km östlich von Halle an der Saale) in Sachsen-Anhalt.
    Eigentlich würde sich hier auch eine romantische Burg oder Burgruine gut machen. Das hatte Landsberg auch zu bieten – aber nur im Mittelalter.

    Bereits die Slawen hatten auf dem ca. 150 m hohen Berg einen Burgwall errichtet.
    Im 12. Jahrhundert wird für Landsberg eine Höhenburg erwähnt. Dietrich II. v. Wettin, Markgraf der Mark Lausitz (? – 1185 / reg. ab 1156) ließ die Burg als Residenz für seine Markgrafschaft errichten.
    Bereits nach dem Tod von Markgraf Dietrich II. verlor die Burg Landsberg ihre Bedeutung als Residenz, da sich sein Nachfolger Markgraf Dedo III. (? – 1190 / Markgraf der Lausitz ab 1185) meist in Rochlitz aufhielt.
    Zwar richtete Heinrich der Erlauchte v. Wettin (um 1215 – 1288 / als Heinrich III. ab 1221 Markgraf v. Meißen und als Heinrich IV. Markgraf der Lausitz) die Markgrafschaft Landsberg für seinen Sohn Dietrich (v. Landsberg / 1242 – 1285) ein, Residenz war aber Weißenfels.

    1291 verkaufte Markgraf Dietrich IV. von der Lausitz (um 1260 – 1307 / Markgraf ab 1291) den nördlichen Teil der Markgrafschaft Landsberg mit Stadt und Burg an Markgraf Otto IV. v. Brandenburg aus dem Haus Askanien (um 1238 – 1308 / reg. ab 1267).
    Die Brandenburger hatten keine Verwendung für die Burg und ließen sie verfallen. Im 30jährigen Krieg (1618-1648) war sie bereits stark zerstört.
    Später ging ein großer Teil der Burg verloren, da der nördliche Teil des Kapellenbergs als Steinbruch genutzt wurde. Heute sind nur noch wenige archäologische Reste der Burg erhalten.

    Zur Burg gehörte die heute noch erhaltene romanische Burgkapelle St. Crucis (Heiliges Kreuz).
    Sie wurde als zweigeschossige Doppelkapelle, wie auch die Burg, im 12. Jahrhundert errichtet. Die Unterkapelle diente dem einfachen Volk und als Grablege, die Oberkapelle dem Adel.
    Die Bauausführung als Doppelkapelle weist auf die Nähe von Markgraf Dietrich II. zum römischen König und Kaiser Friedrich I. Barbarossa (um 1222 – 1190 / König ab 1152 /Kaiser ab 1155) hin. Nur Fürsten aus dem unmittelbaren Umfeld der Kaiser aus den Häusern der Staufer und Salier errichteten Doppelkapellen.
    Dietrich war Gefolgsmann des Kaisers im Italienfeldzug von 1176/77.
    Die Kapelle ist ein Mischbau aus verputzten Felssteinen und Backsteinen. Einzige äußere Schmuckelemente sind die Türen und Portale an der Süd- bzw. Nordseite.
    Zum Teil erhebliche Schäden am Baukörper machten Instandsetzungsarbeiten um 1660, ab 1860, ab 1990 und 2003 erforderlich.

    Heute wird die Doppelkapelle von der evangelischen Gemeinde Landsberg für Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten genutzt.
    Außerdem finden in der Kapelle kulturelle Veranstaltungen statt und das örtliche Standesamt führt Trauungen durch.

    Die Kapelle kann im Rahmen der Sommeröffnungszeiten beim Besuch des Landesbergers Museums „Bernhard Brühl“ geführt besichtigt werden.

    Für eine Besichtigung der Kapelle waren wir leider eine Woche zu früh in Landsberg. Trotzdem unternahmen wir den recht anstrengenden Aufstieg zum Felsplateau. Wir konnten die Kapelle mit dem romanischen Tympanon über dem Nordportal von außen bestaunen, die Aussicht vom Kapellenberg genießen und das große Gedenkkreuz für die Gefallenen des 1. Weltkriegs unweit der Kapelle besuchen.

    Fazit: Eine der bedeutendsten erhaltenen romanischen Doppelkapellen in Deutschland.

    Die Doppelkapelle und der Kapellenberg sind nicht barrierefrei. Parkplätze, z.T. mit Gebühr, gibt es in der Stadt, am Museum und am Schwimmbad unterhalb des Kapellenbergs. Eine Zufahrt zur Kapelle gibt es nicht.

    eknarf49 Danke für den Bericht. Die Öffnungs- und Besichtigungszeiten von Kirchen und anderen historischen Gebäuden sind mir schon oft auf die Nerven gegangen. ;-)
    Ausgeblendete 4 Kommentare anzeigen
    grubmard @Schroeder: Die Berliner 60-plus-Besucher sind schnaufend und atemlos hochgekommen.
    Ein bisschen anstrengend und beschwerlich ist aber schon ....

    Treppen und Treppenlose Anstiege.


  3. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    geschrieben für:

    Branche: Freizeitanlagen

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    3.
    Die Reliefstele „Lebensfreude“ steht auf der Grünfläche zwischen der Salvador-Allende-Straße und dem ehemaligen Haupteingang des Altbaus vom Krankenhaus Köpenick mit Sichtachse auf den Volkspark Köpenick.
    Aufgestellt wurde das 3,50 m hohe Kunstwerk aus Sandstein im Jahr 1989.

    Es stammt von dem 1938 geborenen Bildhauer Karl Blümel.
    Nach einem Lehrerstudium in Erfurt ging Blümel an die Kunsthochschule in Berlin-Weißensee und studierte dort Bildhauerei. Er war von 1971 bis 1973 Meisterschüler des Bildhauers Prof. Heinrich Drake und ist seither als freischaffender Künstler in Berlin tätig.

    Die Stele mit quadratischem Grundriss ist umgeben von einer kleinen Pflastersteinfläche.
    Die Seiten der Stele tragen verschiedene Reliefs mit nackten Menschen verschiedenen Alters in unterschiedlichen Posen sowie florale Ornamente.

    Die Stele steht recht unbeachtet da, denn der alte Haupteingang des Krankemhauses ist seit Jahrzehnten geschlossen. Der davor verlaufende Nebenzweig der Salvador-Allende-Straße ist eine Sackgasse und dient als Parkplatz für Krankenhausangestellte und –besucher.
    Auf der eigentlichen Salvador-Allende-Straße herrscht in diesem Abschnitt absolutes Halteverbot.

    Wetter- und Umwelteinflüsse haben beim Sandstein z.T. deutliche Spuren hinterlassen. Eine Restaurierung wäre wohl angesagt, die der Eigentümer, die DRK-Schwesternschaft Berlin e.V., beauftragen müsste.

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    opavati® Karl Blümel
    *17.5.1938 in Bielei
    -erst Lehrerstudium in Erfurt, dann Bildhauerei in der KHB Weißensee, bei Prof. Heinrich Drake.
    -1971-73 Meisterschüler bei Drake in der Akademie der Künste (der DDR)
    -freischaffend in Berlin.

    »Poesie des Lebens«, Sandstein, Erstaufstellung 1975
    opavati® Das ist in der Tat fast immer so, denn der öffentliche Raum in Berlin wurde schon von den Berlinern beackert und die waren meist Absolventen der KHB, Kunsthochschule Berlin, in Weißensee.
    Schroeder Vielleicht wäre mal ne Rundmail an die Weißenseer Veteranen sinnvoll, hier (und nur hier) werden sie wenigstens noch gewürdigt.... :-P
    Schroeder Ich meine das vollkommen ernst.
    Meistertreffen, der alten Helden an einem wichtigen Kunstwerk und Catering sponsored by opavati® and Gattin.... ;-)
    opavati® Lieber Schroeder, inzwischen gehören wir zu den alten Helden, unsere Vorgänger, erst Lehrer dann Freunde, werden immer weniger. Zur Beerdigung unseres alten Rektors Walter Womacka, waren wir die jungen Männer, die Ex-Studenten, aber alle 4 Anwesenden weit über 6o.
    Schroeder Das macht meine Idee nicht schlechter.
    Man könnte auch einen kleinen Sapziergang zwischen drei, vier Kunstwerken anbieten. Mit Kurzreferaten und einem Apéro am Ende.
    Schroeder Merkt es jemand...
    Ich möchte einen Tag in Berlin zur DDR-Kunst im öffentlichen Raum mit Zeitzeugen und dem heutigen Umgang damit anbieten.
    Philipp Danke für den schönen Bericht.

    @Schroeder: Ich wäre dabei, wenn's passt. Zu DDR-Zeiten gab's mich noch nicht. Und mich interessiert viel Altes.


  4. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

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    geschrieben für:

    Branche: Freizeitanlagen

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    4.
    Die Schalenfontäne bildet den westlichen Abschluss der sogenannten „Wasserachse“ von Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci.
    Der Brunnen steht im auch Kastanienhain genannten Dichterhain vor der Westseite des Schlosses.

    Errichten ließ die Schalenfontäne der damalige Kronprinz Friedrich Wilhelm (1795-1861 / König Friedrich Wilhelm IV. v. Preußen ab 1840) im Rahmen des Umbaus des einstigen Herrenhauses Charlottenhof zum Schloss im Jahr 1838.
    Friedrich Wilhelm und seine Gemahlin, Prinzessin Elisabeth Ludovika v. Bayern (1801-1873), hatten das Herrenhaus 1825 von König Friedrich Wilhelm III. v. Preußen (1770-1840 / König seit 1797) geschenkt bekommen und ließen Schloss und den dazugehörigen Park im klassizistischen Stil umgestalten.

    Die zweischalige gusseiserne Fontäne steht im Zentrum des großen Bassins aus Sandstein.
    Die Fontäne wurde in der Königlich Preußischen Eisengießerei in der Invalidenstraße im heutigen Stadtteil Berlin-Mitte gegossen.
    Die beiden, durch eine Säule verbundenen, gusseisernen Schalen sind mit Löwenköpfen verziert, die nicht nur Schmuck sind, sondern auch die Funktion als Wasserspeier haben.
    Durch die Mäuler der Löwen, die eine Erinnerung an das bayerische Wappentier der Heimat von Prinzessin Elisabeth Ludovika sind, läuft das Wasser von oberen in die untere Schale und von dort in das Bassin.
    Schalen und Säulen sind grün gestrichen.

    Den Abschluss bildet eine antike bronzene Götterfigur, von der man heute nicht mehr so recht weiß, wen sie darstellt.
    Ursprünglich ging man vom Meeresgott Poseidon aus. Da der Gott aber in der erhobenen rechten Hand ein loderndes Feuer hält, geht man eher davon aus, dass es sich um Zeus, Vulcanus oder Prometheus handelt.
    Die originale Skulptur aus dem Jahr 1838 ist entweder verloren gegangen oder war in so schlechtem Zustand, dass sie bereits 1990 nachgegossen werden musste.

    Jahrzehntelang war die Schalenfontäne dem Verfall preisgegeben und lag trocken, da die zuführenden Wasserleitungen verrottet waren.
    Erst als die Studiengemeinschaft Sanssouci e.V. eine Zusage über die Finanzierung der Restaurierung gegeben hatte, wurde die Schalenfontäne ab 2017 umfassend saniert, repariert und restauriert.
    Seit Ende April 2018 erfreut die Schalenfontäne nun wieder die Parkbesucher mit ihrem Geplätscher.

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    Puppenmama Danke für Deinen tollen und informativen Bericht, der zu Recht ausgezeichnet wurde. Herzlichen Glückwunsch dazu.


  5. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    Branche: Freizeitanlagen / Botanischer Garten

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    5.
    Der Gutspark schließt sich östlich an Schloss Trebnitz (40 km östlich von Berlin (6 km nordöstlich von Müncheberg) und den ehemaligen Gutsbezirk an.

    Er ist älter als das heutige Schloss vom Anfang des 20. Jahrhunderts.
    Trebnitz, bereits 1244 erstmals erwähnt, war ursprünglich ein Rittergut mit Herrenhaus und gehörte zunächst der märkischen Adelsfamilie v. Pfuel. Ab 1696 kam es in den Besitz der Herren v. Zieten und 1827 durch Erbschaft an die Familie v. Brünneck.

    Ab 1730 ließ der damalige Rittergutsbesitzer Georg Friedrich v. Ziethen hinter dem Herrenhaus einen weitläufigen Park im damaligen Zeitgeschmack anlegen. Neben heimischen Bäumen und Pflanzen wurden auch zahlreiche Exoten gepflanzt, die eine Bedingung erfüllen mussten – sie mussten winterhart sein. Trebnitz soll damals in der Region botanisch außergewöhnlich gewesen sein.

    1850 hatte sich der Zeitgeschmack geändert. Der amtierende Gutsherr aus der Familie v. Brünneck ließ den Gutspark grundlegend zum Landschaftspark im englischen Stil umgestalten. Beauftragt wurden mit den Arbeiten die Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné (1789-1866) und Eduard Neide (1818-1883). Mitten im Park, mit Sichtachse zum Herrenhaus bzw. später zum Schloss, wurde auch das Erbbegräbnis der Familie v. Brünneck angelegt.

    Am Ende des 2. Weltkriegs, als sich die Front der Reichshauptstadt Berlin näherte, wurden Schloss, Park und Gut zunächst von der Wehrmacht beschlagnahmt und nach deren Rückzug von der Roten Armee requiriert.
    1946 wurde der Gutsherr Harald v. Brünneck durch die Bodenreform enteignet. Das Rittergut ging in Volkseigentum über.

    Um die Erhaltung des Lenné’schen Parks kümmerte sich in folgenden Jahrzehnten niemand mehr. Der Park verkam zu einem Waldstück.
    Da die junge DDR es sich auf Fahnen geschrieben hatte, den Gutscharakter der Herrensitze unkenntlich zu machen, errichtete man im Park Trebnitz, wie auch andernorts, im nordöstlichen Teil, einen Sportplatz.
    Das Erbbegräbnis der Familie v. Brünneck wurde 1945 oder in den Jahren danach völlig zerstört. Heute erinnert nur noch ein Steinhaufen an den kleinen Friedhof.

    Erst mit Gründung des Vereins „Schloß Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e.V.“ im Jahr 1992 wurden wieder zögerliche Schritte zur Erhaltung des Parks unternommen.
    Es gibt Tafeln zum Park in deutscher und polnischer Sprache und verschiedene alte Gehölze bzw. Stationen des Parkrundgangs sind ebenfalls mit zweisprachigen Informationen versehen.
    Einige wenige Bäume, z.T. noch aus dem 18. Jahrhundert, haben die Zeitläufe überlebt. Andere, wie ein Ginkgo, wurden neu angepflanzt. Vom einstigen Park mit seinen 2 Teichen ist heute eigentlich nur noch die „Osterkoppel“ erkennbar. Die große Wiese, flankiert von Baumgruppen, ist ein Gestaltungselement englischer Landschaftsgärten.
    Durch die Sommergewitterstürme von 2017 hat der Baumbestand des Parks erhebliche Schäden erlitten.

    Heute präsentiert sich das Areal, das wieder als „Gutspark Trebnitz“ benannt und ausgeschildert ist, als weitläufiges Waldstück, das seinen Parkcharakter weitgehend verloren hat.
    Der gut ausgebaute Dorfsportplatz, auf dem auch der örtliche Fußballverein seine Spiele veranstaltet, wird vermutlich auf ewig erhalten bleiben. Die Zufahrt über einen unbefestigten Fahrweg führt übrigens durch den Park.
    Den Gutspark kann man erwandern und sich an den Stationen auf den Tafeln informieren. Der Weg zur völlig verkommenen Grabstätte der v. Brünnecks ist übrigens nicht ausgeschildert. Sie liegt im südöstlichen Teil hinter dem großen Schlossteich.

    Ehrenhof und Park sind frei zugänglich. Das Schloss ist zwar nicht zu besichtigen, steht aber für Interessierte offen. Parkplätze gibt es im Ort, neben dem Schloss und am Sportplatz.

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  6. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

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    geschrieben für:

    Branche: Friedhof

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    6.
    Der kleine Gemeindefriedhof von Hartmannsdorf (ca. 10 km südöstlich von Berlin) liegt etwas versteckt im südöstlichen Teil des Ortes.
    Vermutlich wird das Grundstück schon viele Jahrzehnte als Begräbnisplatz in dem 1510 erstmals erwähnten Dorf genutzt.

    Zumindest Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts muss es den Friedhof schon gegeben haben, denn aus dieser Zeit stammt das älteste erhaltene Grabmal – ein gusseisernes Grabkreuz.
    Die meisten Erd- und Urnengrabstellen stammen aus der Zeit ab der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
    Berühmte Namensträger und große Erbbegräbnisse gibt es nicht.

    Einen zentralen Platz nimmt das Massengrab ein, in dem die 16 Hartmannsdorfer Innen ihre letzte Ruhe gefunden haben, die am 22.4.1945 bei einer Vergeltungsaktion von Angehörigen der SS-Leibstandarte „Adolf Hitler“ ermordet wurden.
    (siehe Golocal: Mahnmal »21.4.1945« Hartmannsdorf).

    Zum Friedhof gehört auch eine kleine, neugotisch angehauchte Trauerhalle/Leichenhalle in der nordwestlichen Ecke.
    Der Friedhof ist insgesamt sehr gepflegt.

    spreesurfer Hitlers Asche selber soll ja angeblich irgendwo bei Aschersleben oder so in der Bode verstreut worden sein.
    grubmard In einen Zufluss der Elbe bei Mageburg.
    https://www.mz-web.de/mitteldeutschland/adolf-hitler-hier-wurde-die-asche-des-diktators-verteilt-24243294

    https://www.berlinstory.de/blog/wo-hitlers-asche-verstreut-wurde/


  7. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

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    geschrieben für:

    Branche: Freizeitanlagen / Denkmalbehörde

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    7.
    Der Kornspeicher ist das letzte erhaltene Gebäude der einstigen Domäne in Dahme/Mark (ca. 60 km südlich von Berlin).

    Errichtet wurde der große mehrgeschossige Fachwerkbau 1724 als Teil des Gutes/der Domäne Dahme neben dem Anfang des 18. Jahrhunderts errichteten Residenzschloss des Herzogs Friedrich v. Sachsen-Weißenfels (1673-1715 / reg. ab 1711) und des späteren Herzogs Johann Adolf II. v. Sachsen-Weißenfels (1685-1746 / reg. ab 1736).

    Während der Napoleonischen Kriege nutzten preußische Truppen den Kornspeicher 1813 nach der Besetzung der Stadt als Gefangenenlager für fast 3000 kriegsgefangene französische Soldaten.

    Mit dem Erlöschen des Herzogtums Sachsen-Weißenfels 1746 verlor das Schloss seine Bedeutung als Residenz und wurde Verwaltungssitz. Das Gut wurde noch Jahrzehnte weiter bewirtschaftet, aber später im Zuge der Stadterweiterung aufgegeben, abgetragen und neu bebaut.
    Lediglich der Kornspeicher wurde als Lagergebäude weiter genutzt, zuletzt in der DDR bis 1989 als Baustoff- und Düngemittellager.

    Es folgten lange Jahre des Leerstands und des beginnenden Verfalls, bevor der Speicher als städtisches Baudenkmal von der Stadt übernommen und restauriert bzw. saniert wurde.

    Seit 2012 wird der Kornspeicher, der heute das größte Fachwerkgebäude in Dahme (Mark) ist, vom örtlichen Feuerwehr- und Technikverein Dahme/Mark e.V. ua. als Lager und Ausstellungsraum für historische Gegenstände genutzt.
    Zugänglich sind der Speicher und die Ausstellung nur im Rahmen von Veranstaltungen wie z.B. dem Tag des offenen Denkmals.

    opavati® Danke für diese Heimatkunde, da kommt man ja eigentlich nicht hin, nur auf dem Weg nach Wiepersdorf ins Schloss ...
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    grubmard Ist aber ein recht ansehliches Städtchen mit Fachwerkhäusern, Park, Schlossruine, imposantem Rathaus ....
    Sedina Ein tolles Fachwerkgebäude - Gut dass es wenigstens bei Veranstaltungen etwas musealen Glanz bekommt.
    Glückwunsch zum Grünen Daumen!


  8. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    geschrieben für:

    Branche: Friedhof

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    8.
    Als ich auf der Fahrt Richtung Rinow am Ortsausgang von Mehlsdorf im Fläming (65 km südlich von Berlin) in einem Wäldchen das steinerne Denkmal sah, dachte ich zunächst ans örtliche Kriegerdenkmal. Aber bei näherem Hinsehen entpuppte sich die Anlage als Grabhügel mit Grabmal.

    Bis 1945 war das 1376 erstmals urkundlich erwähnte Dorf ein Gut im Besitz der Familie Kleist vom Loss, zumindest Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts.
    Die Grafen Kleist vom Loss (auch vom bzw. von Loss bzw. Loß geschrieben), waren eine Linie der hinterpommerschen Adelsfamilie v. Kleist, die zahlreiche bekannte Namensvertreter hervorbrachte.

    Anfang des 20. Jahrhundert war Wilhelm Graf Kleist vom Loss der Herr auf Gut Mehlsdorf. Der 1862 geborene Graf starb früh im 45. Lebensjahr.
    Seine damals erst 29jährige Ehefrau Erika Pockrandt (1878-1920) ließ ihn am Rand des heute nicht mehr existierenden Gutsparks in einem künstlichen Grabhügel beisetzen.

    Auf dem Hügel ließ sie das Grabmal errichten. Es besteht aus der heute mittig zerbrochenen Grabplatte mit der Inschrift:
    „Hier ruht Wilhelm Graf von Kleist
    Geb. am 2. September 18…
    Gest. am 5. Februar 1907
    Ps. 126“
    Die Jahreszahl des Geburtstages ist durch den Bruch der Grabplatte unlesbar.

    Das Grabdenkmal besteht aus einer von einer viereckigen Säule geteilten steinernen Blumenbank. Die Säule trägt die Inschrift:
    „Dem Andenken meines lieben Mannes - Per Aspera et Astra“ (lateinischer Sinnspruch von Seneca: "Durch Mühsal gelangt man zu den Sternen") und wird von einer steinernen Urne bekrönt.

    Heute ist das Grab des Wilhelm v. Kleist die letzte Erinnerung an die gutsherrschaftliche Zeit von Mehlsdorf, denn das Herrenhaus wurde nach 1945 abgerissen und der Gutsbezirk später zumeist mit Wohnhäusern bebaut.

    Ausgeblendete 24 Kommentare anzeigen
    grubmard Das mit google bezog sich auf Schroeders Fremdwort.

    Die kurze Lebenszeit der beiden hat aber für einen Sohn, Dennis Graf Kleist vom Loss (*1904) gereicht.
    Mit dem scheint die Linie auch erloschen zu sein.

    Ansonsten ist die Datenlage sehr, sehr dünn.
    LUT Ich bin erstaunt, dass es 1904 den Namen "Dennis" schon gab.
    Glückwunsch zur Begrünung, lieber grubmard.
    Sedina Glückwunsch zur Entdeckung, zum Grünen Daumen und zum Kommentarstrang. Einen Kevin haben wir nicht in unserer Nachkommenschaft, Dennis könnte eher passen, fehlt aber auch noch ;-)))


  9. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

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    geschrieben für:

    Branche: Friedhof

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    9.
    Die deutsche Kriegsgräberstätte befindet sich auf dem Friedhof von Trebendorf (sorbisch Trjebin) (120 km südöstlich von Berlin / 75 km nordöstlich von Dresden).
    Der Friedhof liegt an der Straße zum nahen Weißwasser und besteht eigentlich aus 3 Teilen: dem Dorffriedhof, dem sowjetischen Ehrenfriedhof und der deutschen Kriegsgräberstätte mit Kriegerdenkmal und Gedenksteinen.
    Neben dem sowjetischen Ehrenfriedhof befindet ein großer Parkplatz.

    Die deutsche Kriegsgräberstätte bildet zusammen mit dem deutschen Denkmälern für die Toten des 1. und 2. Weltkriegs und dem Gedenksteinen für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71 ein Ensemble.

    Vor den Gedenksteinen ruhen in einem Gräberfeld 11 deutsche Soldaten, die bei den Kämpfen in und um Trebendorf am Ende des 2. Weltkriegs gefallen sind.
    10 der Soldaten sind namentlich bekannt und werden auf einem Gedenkstein, soweit bekannt, mit Dienstgrad und mit Todesdatum genannt.
    Die Einzelgräber sind eingefasst und auf jedem Grab steht ein für deutsche Soldatengräber typisches steinernes namenloses Grabkreuz.

    Neben dem Gedenkstein für die hier beigesetzten Soldaten, bestehend aus einem kleineren Findling mit bronzener Inschriftentafel, gibt es einen weiteren Gedenkstein, der im Kontext zum 2. Weltkrieg steht: auf diesem, wesentlich größeren Gedenkstein sind auf einer bronzenen Gedenktafel die Namen von 64 Trebendorfern verewigt, die im 2. Weltkrieg ihr Leben verloren. Man würdigt mit diesem Stein die gefallenen und vermissten Trebendorfer sowie die Zivilisten, die 1945 ein Opfer der Kämpfe wurden.

    Nach 1990 wurde die Kriegsgräberstätte in der heutigen Form neu gestaltet.

    Fazit: Sehr gepflegte letzte Ruhestätte für einige wenige deutsche Opfer des 2. Weltkriegs.



  10. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

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    Branche: Freizeitanlagen

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    10.
    Zum 1354 erstmals urkundlich erwähnten Dorf Rathstock (ca. 60 km östlich von Berlin / ca. 20 km nördlich von Franfurt an der Oder) gehört seit Jahrhunderten auch ein Rittergut – oder richtiger sogar 2 Rittergüter: Vom nördlichen Rittergut existiert heute nur noch der Gutspark, während vom südlichen Rittergut das Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude und Gutspark erhalten sind.

    Von 1450 bis 1808 gehörten beide Rittergüter der alten märkischen Adelsfamilie v. Burgsdorff und gingen 1808 als Domäne an den preußischen Staat.
    Später wurde der Besitz getrennt und die Rittergüter wurden von verschiedenen bürgerlichen Besitzern erworben. Auch die Freiherren von der Goltz werden als Herren von Rathstock genannt. 1946 wurde der Gutsbesitz durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet und in Volkseigentum überführt.

    2 Rittergüter – 2 Herrenhäuser: das nördliche Herrenhaus wurde 1945 während der Schlacht um die Seelower Höhen zerstört und später abgetragen, das südliche Herrenhaus steht bis heute am Dorfplatz.

    Errichtet wurde das südliche Herrenhaus in der heutigen Form in den Jahren 1803 bis 1805 vom letzten Gutsbesitzer aus der Familie v. Burgsdorff als klassizistisches ein- und zweigeschossiges Gebäude.
    1878 erwarb der Königlich-preußische Amtmann Adolph Schmelzer (1833-1913) aus dem benachbarten Sachsendorf das südliche Rittergut samt Herrenhaus. Das Gut blieb zur Enteignung während der Bodenreform 1946 im Besitz der Familie Schmelzer.

    Während der Schlacht um die Seelower Höhen zwischen deutschen und sowjetischen Truppen wurden Rathstock und die Herrenhäuser schwer in Mitleidenschaft gezogen.
    Während das nördliche Herrenhaus nach dem Krieg abgetragen wurde, hatte die Gemeinde das nun in ihrem Besitz befindliche südliche Herrenhaus wiederhergestellt und kommunal genutzt.
    Jahrzehnte lang wurde während der DDR-Zeit kaum etwas zum Erhalt des Hauses unternommen. Erst ab 2001 wurde das Herrenhaus mit Landesmitteln des Landes Brandenburg im Zuge des Dorferneuerungsprogramms saniert und rekonstruiert.

    Gegenwärtig wird das Herrenhaus nur gelegentlich bei Veranstaltungen im Dorf genutzt und ist nicht zugänglich. Einige alte Gutsgebäude sind erhalten, stehen z.Z. leer und sind dem Verfall preisgegeben.
    Der südliche Gutspark lädt zum Spazieren ein, ist allerdings in der Fläche nach 1945 verkleinert worden, da man am Rand des Parks Neubauernhäuser und eine Schule (heute Gemeindezentrum) gebaut hatte.

    Fazit: Architektonisch nicht so der Hingucker, aber immerhin ein erhaltenes über 200 Jahre altes märkisches Herrenhaus.

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    Sedina Ich sehe es wie Jolly und frage mich gerade, wieso ich es hier noch in meinem Reihenhäuschen aushalte ;-)))
    Glückwunsch zum Grünen Daumen auch von mir!