Bewertung von grubmard zu Jagdhütte Wettin

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Bewertung zu Jagdhütte Wettin

grubmard
Nachtrag vom 25.4.2016 am Ende
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Vor der Heimfahrt war belebender Kaffee und Wegzehrung angeraten. Unsere Wahl fiel auf die „Jagdhütte“ in Wettin (15 km nordwestlich von Halle/S).

Anfahrt:
Das Restaurant liegt am westlichen Stadtrand am Rande des Waldgebietes “Großer Schweizerling” unterhalb des Wettiner Bismarck-Turms, den man bei der Anfahrt auch als grobe Orientierung nutzen kann. Im Ort findet man auch einige Wegweiser zum Restaurant. Aufpassen muß man kurz vorm Ziel: rechts geht es zum Turm, links zur Jagdhütte. Parken kann man auf einer großen unbefestigten Fläche vorm Haus.

Das Haus:
Die „Jagdhütte“ ist schon etwas mehr als eine Hütte, sondern ein solides festes Haus. Angefangen hat es kurz nach dem 2. Weltkrieg allerdings als Vereinshaus im Blockhausstil. 1959 übernahm die Konsumgenossenschaft der DDR das Blockhaus und baute es im Laufe der folgenden Jahrzehnte zur Gaststätte im heutigen Aussehen um. Später wurde dann eine Wildgaststätte aus dem Haus. Seit der Wiedervereinigung wird die „Jagdhütte“ privat bewirtschaftet.

Das Restaurant:
Ins Haus gelangt man über eine Treppe. Vor dem Haus kann man im Sommer auf einer überdachten Terrasse sitzen. Sonst stehen natürlich Gasträume im Haus zur Verfügung. Das Ambiente ist volkstümlich-rustikal-waidmännisch mit viel Holz und daher recht gemütlich und urig.

Die Speisekarte:
Die Speisekarte bietet vor allem deutsche und regionale Küche mit dem Schwerpunkt „Wild“. Die Preise bewegen sich im mittleren bis gehobeneren Segment. Dazu gibt es noch eine Tages- bzw. Wochenkarte. Mit Blick auf die Karte wurde mir allerdings eines klar: wegen meiner Pilzunverträglichkeit würde ich es hier schwer haben, sind doch die meisten Gerichte in irgendeiner Weise pilzlastig, und wenn es nur die Pilzsoße ist.

Bei den Getränken empfiehlt der Wirt neben alkoholischen Getränken gerne auch selbstgemachte alkoholfreie Erfrischungsgetränke sowie selbstgemachte Obstweine.

Der Service:
Der Service war sehr nett, höflich, zuvorkommend und schnell. Allerdings waren wir auch die einzigen Gäste.

Das Essen:
Wegen o.g. Belastung vieler Gerichte mit Pilzen mußte ich eine für mich bekömmlichere Alternative suchen und fand sie auf der Tages-/Wochenkarte: das gute alte Würzfleisch, bekannt von vielen DDR-Speisekarten. Hier in der Variante "groß" und „klein“. Ich entschied mich für den großen Teller für 7,90 €uro. Dazu einen Pott Kaffee davor und selbstgemachte Holunderblütenbrause dazu und danach.

Als Gruß aus der Küche gabs diesmal kein Schmalzbrot oder ähnliches sondern ein Tablett mit verschiedenen Honigsorten aus dem Wettiner Schweizerling zum probieren, verbunden mit dem dezenten Hinweis, daß man den Honig hier auch käuflich erwerben könne …

Nach derart mit naschen und probieren verkürzter normaler Wartezeit kam dann mein Würzfleisch, heiß dampfend in einem Eisenpfännchen auf den Tisch. Geschmeckt hats prima, war allerdings mit Blick auf das noch nicht allzulange zurückliegende Mittag eindeutig zu viel des Guten. Der nicht geschaffte Rest fand gut verpackt in Alufolie seinen Weg nach Berlin und sorgte dafür, daß ich am nächsten Tag nicht Hunger leiden mußte.

Fazit: Sehr gutes und empfehlenswertes Restaurant. Gerne wieder, wenn man mal in der Gegend sein sollte.

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Nachtrag vom 25.4.2016

Vor Wochen hatten wir für eine größere Gruppe reserviert – und das war auch gut so! Die Jagdhütte war am Samstagabend proppenvoll und es war dementsprechend laut. Service und Küche waren wohl an der Belastungsgrenze, was sich in der Wartezeit auf Essen widerspiegelte (über 45 Minuten). Aber die Getränke kamen trotz Fülle zügig an den Gast. Unsere über 1 Dutzend Gerichte kamen annähernd zeitgleich auf den Tisch. Mein Sauerbraten mit Klößen und Rotkohl (15,90 €uro) war so ganz anders als der Böhmische Sauerbraten in der Eislebener Lutherschenke, aber auch sehr gut und sehr reichlich. Trotz reichlich Streß waren Chef und Service wieder gewohnt nett und freundlich.

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grubmard Nur so für Erstbewertungsjäger als Hinweis: Der Bismarck-Turm wäre noch zu vergeben, dafür hat nämlich meine Zeit nicht gereicht ....
grubmard Ich ahnte es, daß unsere westlichen Brüder und Schwestern damit nichts anfangen können :-))

http://www.kochbar.de/rezept/72324/Original-Wuerzfleisch-DDR.html
Calendula Ich tue mich mit Bewertungen ein wenig schwer, wenn ich nicht vor Ort war, grubmard.
Lieber würde ich wissen, was Würzfleisch ist...
opavati® Unsere Kapellen- und Burg-Besucherin waren sicher auch auf dem Turm, ist ja nur ein kleiner Abstecher. ;-)
Calendula Danke grubmard. Unsere Text hatten sich überkreuzt.
Die "Anleitung" habe ich mir abgespeichert ... hört sich sehr lecker an.
opavati® Von dort oben ist, bei entsprechendem Wetter, ein grandioser Sonnenuntergang, mit Blick auf das Saaletal, Mansfeldische Pyramiden und die Gruben des Wettiner Steinkohlebergbaus, garantiert.
opavati® Die berühmte Reisende hat sicher vom Turm sogar den Brocken gesehen, den Petersberg im Osten, sowieso. ;-)
Jolly Roger Ich frage mich, wie ihr damals an das Westprodukt Worcestersauce gekommen seid?
Wurde es über Österreich importiert???? ;-)(
grubmard Du bist falsch informiert. Diese Würzsauce wurde auch in der DDR produziert und wurde auch in der DDR vertrieben

Ich zitiere mal aus dem allseits beliebten Wikipedia:

"Anders als in Westeuropa wurde in der vom Weltmarkt abgeschnittenen DDR nach der Konzentration auf wenige Herstellungsbetriebe diese Sauce hauptsächlich durch den „VEB Exzellent Dresden“ industriell hergestellt. Im Angebot waren zwei Produkte, die sich in Rezeptur und Namen unterschieden:

„Worcestersauce“ - eine scharf-würzige Variante mit Tomatenkonzentrat, Tamarindenmus, Curry, Walnuss, Champignons und Chili
„(Dresdner) Worcestershiresauce“ - eine lieblich-würzige Variante, die zusätzlich Malzextrakt, Apfelgelee und Dessertwein enthielt, jedoch ohne Chili.

Angesichts von Versorgungsengpässen waren nicht immer beide Varianten für die Bevölkerung verfügbar, sodass es zur Betrachtung als ein Produkt kam, für das jeweils nach Tradition einer der beiden Namen verwendet wurde, ohne sie exakt zu unterscheiden.

Erstere der beiden („Worcestersauce Dresdner Art“) wird seitens des Nachfolgeunternehmens des „VEB Exzellent Dresden“ noch immer hergestellt und ist im Handel Marktführer dieser Sauce in Ostdeutschland"

Und es gibt jetzt auch ein Produkt aus Altenburg
eknarf49 Eine schöne Bewertung, danke dafür. Die Gegend wächst mir immer mehr ans Herz. Sie scheint ja auch die Phantasie mancher Dame anzuheizen.
carlossa ich sollte in Madrid schon mal ein Steak essen, in einem Lokal, in dem lauter Stierkampfszenen die Wände "zierten" .....
grubmard @carlossa: Mammuts, Säbelzahntiger, das Ungeheuer von Loch Ness, der Drache den Siegfried getötet hat, Ramses der Kleine, ein paar Moorleichen ....
Sedina mmmh, Säbelzahntigerfilets....
Obwohl "Säbel", da hatten wir doch was, lieber Robert.
Kompliment zu diesem appetitanregenden Bericht !
Dominik83 Du Ärmster, ohne Pilze könnte ich wohl nicht leben. :(
Die Bewertung ist klasse, Glückwunsch zur verdienten Auszeichnung.
Die berühmte Reisende... ;-D Hätte sie sich nicht bei euch einklinken können? ;-D
golocal Team Sich mit einer Pilz-Allergie in einer Jägerstube zu wagen ist ja schon sehr engagiert! Aber "Würzfleisch" deutschlandweit bekannt zu machen - dieser Bildungsauftrag verdient die Trophäe "Bewertung des Monats!"
opavati® Glückwunsch zur höheren Weihe. Nun bin ich fast ein wenig eifersüchtig, kann ich doch nicht mehr über mein Schnitzel und die Pilze referieren. Besonders ist diese Auszeichnung natürlich vor dem Hintergrund zu würdigen, dass der Platz direkt an die verbotene Zone grenzt.
grubmard Warum kannst Du nicht über Dein pilziges Schnitzel referieren??

Die Location verträgt mehr als eine Bewertung!!
grubmard Der Untergang des Abendlandes naht sowieso. Ein Unbotmäßiger und einer von der schwarzen Liste in Personalunion wurde vom Team ausgezeichnet.
vinzenztheis @grubmard, Dein westlicher Bruder Vinz kann sehr wohl etwas mit Würzfleisch anfangen, das hat er bereits mehrfach in Clodra verspeist und ist davon begeistert.

Im Übrigen ein hervorragender Bericht der Geschmack macht. Das ist etwas nach meinem Geschmack. Und es geht eigentlich wenig über spitzenmäßige Pilzsaucen - besonders wenn hierbei Spitzmorcheln im Spiel sind.
grubmard @Vinz: Jetzt hab ich neben einem Nördlichen Nachbarn auch einen Westlichen Bruder. Sind ja noch 2 Himmelsrichtungen und diverse Facetten der Kompaßrose frei ...

@all: Ich danke für die Auszeichnung und die Glückwünsche. Habe ich mit dem Bericht einigen noch ein bisschen was aus dem DDR-Kochtopf vermitteln können!! :-))
Dominik83 Glückwunsch zur Top Bewertung!

Beim DDR-Kochtopf muss ich immer daran denken wie mein Stiefvater, er kommt aus der Nähe von Magdeburg, Jägerschnitzel zubereiten wollte. Ich werde nie vergessen wie blöd ich aus der Wäsche schaute wie er mir plötzlich panierte Jagdwurstscheiben vorsetzte. ;))
grubmard @Dominik: Ich glaube, da wo es in den NBL noch im Angebot ist, fallen die Altbundesrepublikaner auch heute noch drauf rein ... :-))
Dominik83 Ja logisch. Bin ein paar Jahre später selbst nochmal drauf rein gefallen wie ich im Kaufland in Leipzig fertige, verzehrfertige Jägerschnitzel kaufte. Ich glaube diesen extremen salzigen Geschmack werde ich auch nie vergessen.
Die waren echt nicht gut.... ;-D

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