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  1. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    7. von 7 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Das Pantheon zu Bonn wurde 1987 vom Kaberettisten Rainer Pause gegründet und zählt (Danke, Wiki) zu den bedeutendesten Kleinkunstbühnen im deutschsprachigen Raume. Legendär sind die alternativ-karnevalistischen Darbietungen unter dem Motto 'Pink Punk Pantheon' sowie der Leitung des oben Genannten nebst jahrzehntelang bewährtem Mitstreiter Norbert Alich. Oder auch der Prix Pantheon: 'German Spass- and Satire-Open' Auch sonst spielt Kabarettistisches im Hausprogramm die Hauptrolle. Die Musikabende weisen eher intimen denn orgiastischen Charakter auf.

    Das hätten wir (Lady P. und Sir T.) vielleicht bedenken sollen, als wir uns hoffnungsvoll nach dem laut Webseite 'legendärem Singer/Songwriter' Lloyd Cole (Fachrichtung Folk-Pop) beguben. Denn im Unterschied zum unlängst und unweit genossenen Vortrag der Wishbone Ash findet sich hier doch tatsächlich ein um viele Tischlein herum gruppiertes, also sitzendes! Publikum ein. Welches sich aufmerksamer Betreuung durch flinke und muntere Getränke-Servierkräfte erfreut. Manche Besucher nehmen hier sogar feste Nahrung zu sich. Die Bestuhlung erweist sich im Laufe des über zweistündigen Vortrags leider nur als mäßig bequem. Vielleicht lag das aber auch an unserer fläzigen, da Tischlosen Körperhaltung am - wieder mal - unmittelbaren Bühnenrand. Dem Vernehmen nach wird das störende Mobiliar nur zum sogenannten Rudelsingen entfernt: ein wiederum laut Webseite 'großer Spaß für alle Generationen... die schönsten Lieder zum Mitsingen: Schlager, Evergreen, Pop und... Rock (?!) Trotzdem eher nichts für unsereine(n)

    Mit gedämpfter Erwartungshaltung wird eifrig gespöttelt - auch hätte die erste Dreiviertelstunde des arg zurückgenommen agierenden britischen Gitarrensolisten ohnehin kein enthusiastisches Aufspringen gerechtfertigt. Die gefälligen Melodeyen zu komplizierter Lyrik sind nicht gerade zum Mitschunkeln geeignet und Mitklatschen 'it always ends in disaster' verbittet sich Meister Cole sogar ausdrücklich. Also erstmal durchhalten und versuchen, dem - immerhin - kauzigen Humor des Musicus zu folgen. Er sei die eigene Vorgruppe, was auf eine Steigerung nach der 20 minütigen 'Erholungspause' hoffen lässt. Und in der Tat! Neil Clark, Kumpel aus diversen gemeinsamen Bändprojekten, vor allem aber aus: Schottland! sorgt für beträchtliche Belebung - auch beim nun wesentlich gelöster und dynamischer aufspielenden Hauptäct. Der den Mitspieler gleichwohl gespielt streng wegen unterlassener Klampfenjustierung anpflaumt.

    Das rettet denn doch einen Teil des Abends. Zwischendurch sogar leichter Jubel bei Jenen, die mit dem exquisiten Oeuvre vertraut sind - und herzlicher Schlussapplaus nach zwei Zugaben. 'It's long, isn't it? And we're old'

    Das Pantheon kann vermutlich mehr und wird in Zukunft wohl noch das eine oder andere Mal aufgesucht werden. Etwa zum 'Jazz in Concert', dann mit passender Grundeinstellung. Es ist nämlich recht verkehrsgünstig mit öffentlichen wie privaten Verkehrsmitteln zu erreichen. Das Parkieren direkt am Hause gelingt vor allem dann recht entspannt, wenn die Veranstaltung - wie die hier thematisierte - nicht ausverkauft ist.

    mit freundlichen Grüßen
    Sir Thomas

    geschrieben für:

    Theater in Bonn

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    1.

    Ausgeblendete 3 Kommentare anzeigen
    Sedina Alternativ karnevalistisch könnte mich schon mal reizen, so'n Konzert wohl eher nicht....
    Wieder ein wirklich gelungener Beitrag lieber Sir - herzlichen Glückwunsch zum Grünen Daumen!


  2. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    6. von 6 Bewertungen


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    Montag, 3.2.2020. Wie heißen die: Eschborn Wisch? Jedenfalls 50th Anniversary Tour. Bleiben Sie dran....

    Je nun. Die musikalisch Feinsinnigeren wissen natürlich längst, wer hier in Wirklichkeit so äußerst fulminant aufgespielt und für einen unvergesslichen Abend gesorgt hat. Also neben Lady P., in deren Begleitung ich diese hochwohllöbliche Soirée verleben durfte. Doch der Reihe nach.

    Man parkiert - mit etwas Glück und Geschick - an der Magdalenenstraße, gelangt aber auch mit zahlreichen öffentlich Bönnschen Verkehrsmitteln an den Ort des Geschehens.

    Die - nicht etwa 'das' - Harmonie gehört zu den besonders bedeutenden Ausgeh-Lokalitäten der Bundesstadt und ist sicherlich mehr als das Restaurant bzw. der Biergarten als welcher das Gebäudeensemble beschildert ist. Zur Aufführung gelangt hierbei eine solide Auswahl an regionaler oder auch mediterran gedachter Kost, die sicherlich bei kömmender Gelegenheit näher gewürdigt wird. Dazu Trinkbares in beachtlicher Vielfalt. Die Portionen scheinen erfreulich und gutbürgerlich bemessen, soviel kann schonmal vorweggenommen werden. Man blickt nämlich durch große Fenster aufs tafelnde Volk, während man seinen günstigen Platz in der Warteschlange vor dem Bühneneingang verteidigt.

    Größere Bedeutung denn als Gastronomiebetrieb (gegr. 1899) besitzt die Harmonie nämlich als Tanzlokal, bzw. nach modernistischem Umbau Anno 1994 als international bekannte Musikbühne mit (laut Hausbroschüre) 'bis zu 150 Veranstaltungen und 45.000 Besuchern' per annum. Das macht dann nach mühsamer Überlegung etwa 300 Musikliebhaber je Event, deren Einige sich sogar auf der mit Sitzmöbeln ausstaffierten Empore tummeln. Diese ist natürlich mehr was für Waldorfs, Statlers und Stehbehinderte und für die hier üblichen Klangwelten eher ungeeignet.

    Neben unvermeidbar karnevalistischem Getue erklingt hier häufig Folk, Blues, Jazz und vor allem auch Rock. Erstaunlich viele 'Tribute' Bäänds tummeln sich im Veranstaltungskalender. Legenden wie Chuck Berry, Led Zeppelin, die Stones, Pink Floyd oder 'Woodstock im Allgemeinen' werden solcherart gewürdigt. Es zieht allerdings auch schonmal die richtigen Granden nach Bonn-Endenich: zu denen gehört ganz sicher die Kapelle um Andy Powell, Gründervater der erstmals 1969 urkundlich erwähnten wunderbaren Wishbone Ash. Die weiteren am heutigen Abend Mitwirkenden sind Joe Crabtree am Schlagwerk, der dauergrinsende Bob Skeat am Bass und der nebst Andy zweite Leadgitarrist Mark Abrahams.

    Also, nachdem Doris Brendel - kunstrothaarige britische Gesangsmaid mit wackerer Herrenbegleitung - freundlich verabschiedet wurde. Den leider etwas diffusen Klangbrei hat der Hauptäct des Abends gottlob weitgehend vermeiden können. Vielleicht hätten wir uns akustischerseits auch nicht ganz vorne an die Bühne stellen sollen, aber passt scho - für halbrhythmisches Hüpfen hat es jedenfalls gereicht. Meister Andy äußerte sich übrigends mit deutlichen Worten gegen die Unsitte des Dauerknipsens, wodurch der Live-Eindruck ja eigentlich gleich wieder verlorengeht. 'Hey! We're real people, real handmade sound, real sweat... steckt euch eure Kameras sonstwohin!) Ein mitreißender Ritt durch die 50jährige Bäändgeschichte - siehe Playlist - mit zeitweise bluesigen, jetzt aber doch lieber wieder hardrockigen Anklängen.

    Anfang April sind wir wieder hier - mit eventuell verfeinerter Tanzkunst, vor allem aber mit kulinarischen Anmerkungen und möglichem fünften Stern.

    mit freundlichen Grüßen,
    Sir Thomas

    geschrieben für:

    Mediterrane Restaurants / Restaurants und Gaststätten in Bonn

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    2.

    Ausgeblendete 10 Kommentare anzeigen
    Sedina Dass es die noch gibt, und dass Du darüber nachdenkst, Deine Tanzkunst zu verfeinern...
    Ja manchmal trifft es einen mit Macht -
    Fröhliche Grüße in die Stadt des schönsten Karnevals und Gratulation zum Grünen Daumen!
    LUT Gratulation, werter Sir. Es freut mich, dich mit halbrhythmischen Hüpfern bei guter Verfassung zu lesen!


  3. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    3. von 564 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Dem eloquenten Vorschreiber ist durchaus zuzustimmen. Denn die vermisste Badewanne (Wie soll ich denn jetzt den jovial dazugegönnten, vorzüglichen Haus-Sekt auf angemessen dekadente Weise degustieren?) und auch ganzwenige andere kleine Schwächen können nicht ernsthaft zu einem Sternabzug im Gesamtbild führen. Wozu hat schließlich der Pool von 8:00 bis 22:00 geöffnet?

    Der Pool ist nämlich gemütlich, wechselnd bunt erleuchtet und mitten in der Woche auch nicht gerade übervölkert. Da er nicht wirklich fürs Bahnenschwimmen geeignet ist, täten ihm ein paar Wellness-Blubberdüsen gut. Die angenehme, von Endlos-Wellnessklängen durchsäuselte Humansauna (50-60°C) wird ab 16:00 in Betrieb genommen, frühere Nutzung ist auf Nachfrage an der Rezeption möglich. Auf die feuchte Dampfhöhle hatte ich keine Lust und die Finnensauna (95°C) zählt sowieso zu den besonders törichten Ausgeburten menschlicher Schöpferkraft. Chillige Liegen erfüllen ihren Zweck auch ohne eine ggf. diskret mitgeschleppte Sektflasche.

    Die unweit dargebotenen Anwendungen - es gibt derer drei im empfehlenswerten 'Body and Soul' Paket sind ohne weiteres mit andernorts erlebten Hochgelüsten zu vergleichen. Bei der Geischtsbehandlung werden störende Härchen rausgezupft und beruhigende Essenzen aufgetragen. Das Aroma Ganzkörperpeeling lässt den Patienten anschließend wahlweise nach Orange, Lavendel oder anderweitig duften und bei 'Hot Chocolate' kommen Kakaobutter und etwas Flüssigschokolade zum Einsatz. Beide - nun ja - eigentlich Lebensmittel haben derart hautpflegende Eigenschaften, dass es fast schade sei, Schokolade nur zu essen oder zu trinken. So wurde es mir von der überaus freundlichen Anwendungsdame erklärt. (Während der himmlischen Behandlung wird der Impuls unterdrückt, dieselbige im schokobeschmierten Zustande zu umarmen) Vor dem abschließenden Kräutertee entfernt der Tölpel schnell noch ein Schokofleck von der Wand, den er auf dem Weg zum Abduschen dort platziert hatte. Man will ja schließlich wiederkommen dürfen.

    Schon jetzt ist also der Wellness-Aspekt dieser Kurzreise voll erfüllt, aber es geht ja noch weiter: das Hotel ist schön gelegen im Städtchen Hillesheim, welches in einstündigem Tiefflug von der Colonia her erreichbar ist. Der Ort selbst wurde ab 1964 einer gründlichen und gelungenen Stadtsanierung unterzogen, gruppiert sich artig um die dem Hl. Martin geweihte Hauptkapelle und verfügt über eindrucksvolle Reste mittelalterlicher Festungsbaukunst. Die Umgebung ist bestens für Wanderungen und Exkursionen per Automobil geeignet. Nach unverhofftem Einsinken im verschlammten Eifelacker empfiehlt es sich, unbeschuht in den Salong zurückzukehren - wohl mit Zustimmung des Housekeeping.

    Jenes sorgt für ein vorbildliches Niveau an Sauberkeit. Der Salong (hier: Kategorie Premium zu je 35qm, Ruhiglage) bietet zudem adäquaten Auslauf und ist mit Naturstein an Putz und Gehölz ansprechend gestaltet. Allein die Auslegeware dünstet ein wenig aus, was aber im Hotelflur deutlicher auffällt als 'daheim'. Im Badezimmer tut eine modische Regendusche mit Zusatz-Handbrause Dienst. Das Umschalten erfordert ebenso wie die Temperaturregulierung ein wenig Feinmotorik. Die Ausstattung mit Frottee, incl. Bademantel und -schlappen ist großzügig. Nachtruhe im angenehmen Doppel-Lager bestens - zumindes bis der Kerl nebenan vor lauter Wellness einen kurzen Duschgesang anstimmt. Allein: wer kann ihm das an diesem wunderbaren Ort verdenken?

    Na schön, dann also doch irgendwann mal zum Frühstück, welches bis 10:30 in Buffetform bereitsteht und von - sagen wir - zumindest solider Qualität und Auswahl ist. Die Frühstückseier sind mit Grinsegesichtern und heiteren Sinnsprüchen versehen, der Kannenkaffee ist weniger zu empfehlen als das Meiste, was der Automat von sich gibt. Auf ein Mittagessen kann sodann leichten Herzens verzichtet werden. Das Abendmahl wird im überdachten Innenhof aufgetragen und ist bereits für sich die Anreise wert. Denn die Kochkunst im Hause ist hoch zu preisen: das wiederum in 'Body and Soul' Paket inbegriffene 3 x 3-Gang Menü ist über jeden Zweifel erhaben, wohlproportioniert und auch noch sehr fotogen, wie ihr seht. Die Getränkekarte ist hinreichend und qualitätvoll, aber natürlich nicht mehr im Gesamtpaket enthalten. Vom flinken und freundlichen Personal wird sodann die Abrechnung gereicht (Barzahlung nur auf besondere Anforderung), wobei der enthusiasmierte Gast stets eine freundliche Ziffer unter 'Trinkgeld' einträgt.

    Nach demselben Prinzip wird auch in der Hausbar 'Scenario' abgerechnet. Die Öffnungszeit 'bis 1:00' gilt wohl nur am Wochenende, dann gibt es auch Livesound. Am ersten Abend werden die beiden Gäste um kurz nach 22:00 mit halbvollem Longdrink aufs Zimmer geschickt - dies immerhin auf sehr freundliche Weise. An den folgenden Abenden tut ein ungewöhnlich kumpeliges und ... Hach!! ... Damenduo Dienst, welches hier etwas lockerer agiert. Und 22:30 ist für Downtown Hillesheim, wo die lokale Gastronomie um 21:00 schließt, ja auch schon ziemlich mondän.

    Außerdem wollen wir nicht vergessen, dass diese Einrichtung klösterlichen Ursprungs ist. Der hl. Augustinus von Hippo gilt als unruhiger, wahrheitssuchender Geist. Eine Eigenschaft, die sich augenscheinlich auf den bekanntesten aller Augustinermönche, nämlich Doctor Martinus Luther übertragen hat. Nach etlichen Wechselfällen erfolgte auf französische Anregung hin die Säkularisierung; die Lateinschule und der Ausbildungsbetrieb wurden noch weit ins 20JH fortgeführt. Daher die charmanten lateinischen Inschriften an der Hausfassade und auch in den diversen Broschüren. In seiner jetzigen Form existiert das Hotel seit dem Jahre des Herrn 2007.

    Ein Wort zu den Kosten des Aufenthalts: billig ist es hier nicht, aber das Verhältnis zum Gebotenen stimmt. Das mehrfach genannte Paket für drei Übernachtungen inkl. 3 Anwendungen, Frühstück, Diner und Willkommenstrunck gibt es ab 479 Euro, für die Zimmerkategorie Standard, 25qm. So etwas ist deutlich günstiger als nur das Zimmer zu buchen und die Wellnessanwendungen sowie Abendverpflegung à la carte. Man erkundige sich auf der Webseite des Hauses (und nicht etwa bei HRS oder so) - es gibt mehrere Arrangements, die sich preislich auch nach Anreisetag und Saisong unterscheiden.

    Insgesamt war diese hochnothwendige und -verdiente Wellness-Aktion für mich ein Volltreffer. Man findet ab und zu halt doch mal was Gescheites in diesem Internet.

    mit vorzüglicher Hochachtung und besonderem Gruße an Frau R.,
    Sir Thomas

    geschrieben für:

    Hotels in Hillesheim in der Eifel

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    3.

    eknarf49 Danke Lieblingssir, das ist wieder mal ein sehr unterhaltsamer Bericht. Die benötigte Feinmotorik beim Umschalten der Duschmechanik hat mir schon häufiger gefehlt. ;-D
    Klösterlichen Ursprung finde ich immer gut!
    Ausgeblendete 29 Kommentare anzeigen
    Exempel Glückwunsch zum also nur Wellness Daumen. Naja solche unverschämten Fragen müssen auch mal sein. Ich gönne Dir ein unbesorgtes Wohlergehen!!!!
    ubier Erstaunen leserseits - Doppelzimmer, aber 3 x 3-Gänge-Menu? Gabs Zuwachs, oder war unser Sir ursächlich für die sprachlose Waage?!?
    mrs.liona Gerne las ich diesen schönen Bericht - vielen Dank für die anschauliche Beschreibung, und herzlichen Glückwunsch zum Daumen, lieber Sir.
    Sir Thomas Herrrr ubier: es gab an drei aufeinanderfolgenden Abenden je ein 3 Gänge-Menü für eine Person. Danke für den freundlichen Zuspruch und das Eifelgrün :-)
    Sir Thomas läuft - gegen Ruhm ist man machtlos ;-) Nää mussisch saaren: große Vorweihnachtsfreude. Dank und Verehrung - und einen schönen Traumurlaub gewünscht, liebe huldvolle Kati. Lokalrunde!
    Puppenmama Danke für Deinen großartigen Bericht mit schönen Fotos. Ein toller Tipp.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Wellness-Daumen und zum verdienten Wochenkrönchen.
    Sedina Wieder ein wunderschöner Bericht aus dem Leben des one and only Sirs.
    Glückwunsch zum höchst gelungenen Wellnessaufenthalt, zu seiner erbaulichen Beschreibung und zur absolut verdienten Wochenkrone!
    vinzenztheis Man könnte fast vor Neid erblassen ob des ausgesprochen gelungenen Aufenthaltes in diesem Wohlfühltempel. Ein typischer "SIR" Bericht, der sogar fast mir so etwas schmackhaft machen könnte, obwohl ich kein Wellnessaufenthalter bin.
    Herzlichen Glückwunsch zum Wochendäumling.
    saerdnA die höchste Auszeichnung ist wohl die "Top Bewertung" (..."einer der besten Erfahrungsberichte, die uns je gemeldet wurden").

    ...lange nicht mehr gesehen, gibt's die noch?


  4. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. von 15 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Jeder Mensch sollte sich irgendwann mal richtig, das heißt professionell fotografieren lassen. Nicht bloß für Passangelegenheiten (die machen ja auch dem Fotografen keinen Spaß) oder Bewerbungsfotos, sondern einfach so für sich selbst. Ins rechte Licht und in vorteilhafte Perspektive gerückt zu werden, führt nämlich in aller Regel zu der Erkenntnis: 'Hey, ganz so übel sehe ich eigentlich gar nicht aus'. Allein schon im Vergleich zum Ausweislichtbild, mit dem ja kaum jemand von uns glücklich sein dürfte. Und das, was man nach Aufsuchung eines Blitzdings-Automaten in Händen hält, ist ja meist sogar schlimmer als jedes noch so derangierte Spiegelbild. Auch findet sich im sozialen Umfeld selten fotografischer Sachverstand (Hochkant, Liebelein!) und diese törichten Händiselfies sind ja nun auch eher fürs Rumalbern als für ernsthaftere Ansinnen geeignet.

    Auch bei mir ging es zugegebenermaßen ums Thema Bewerbung - wenn auch nicht um einen Job, sondern ums hypothetische Damenherz - was die Sache natürlich noch anspruchsvoller macht. Und definitiv nicht ohne professionelle Unterstützung zu bewerkstelligen ist. Also, von der Bebilderung her. Schon nach kurzer Suche fiel meine Wahl auf das Fotostudio Helle Kammer, wofür neben dem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis auch dessen Webseiten-Rubrik 'Portfolio' ausschlaggebend war - eine wahrhaft beglückende Weide fürs männliche Auge. Via Kontakt-Email und per Telephon wird entsprechend dringend ein Termin fürs 'Shooting' vereinbart, welchem man sich erwartungsfroh und unter Mitführung diverser Wechsel-Outfits nähert.

    Meine Erfahrungen auf diesem Gebiet sind begrenzt und liegen auch bereits eine Weile zurück. Zuletzt geschah solches im wuseligen wohnortnahen Fotoladen, während die übrige Kundschaft auf die Abgabe zurückgespulter Kleinbildfilme bzw. Abholung fertig konfektionierter Urlaubsfotos wartete. Und derweil dem wenig ambitionierten lichtbildnerischen Treiben im hinteren Ladenteil mit Interesse folgte... Wohingegen man sich hier nun in einem geschützen Raum befindet und freundlicher Betreuung erfreut. Eine Scheu vor der Kameratechnik kommt jedenfalls zu keiner Zeit auf, während der Versuchsreihe wird jedes einzelne Foto auf einem großen Monitor angezeigt. 'Nee, besser mal die Arme verschränken, mehr lächeln, jetzt mal ein anderer Hintergrund, am Licht tu ich auch noch was...' 'Jou! Das da gefällt mir, dir auch?' Natürlich duzen wir uns, das ist ja zwischen Kreativen so üblich.

    Gegen Ende wird es etwas eilig, da der nächste Termin naht - das Geschäft läuft erfreulich. Die an sich vorgesehene gemeinsame Fotoauswahl findet also nicht statt, vielmehr erhalte ich den ganzen Sums von sage und schreibe 124 Bilddateien (inkl. Licht-Testfotos mit schmerzfrei abgesägter Schädeldecke) per Link zugeschickt. Ein Kritikpunkt ist das nicht, da ich vom jungen und sympathischen Meister Hinweise zur sinnvollen Bildauswahl erhalte. Denn im zweiten Durchgang besteht die Möglichkeit, je nach gewählter Option ein bis drei Fotos professionell nachbearbeiten zu lassen. Daheim erhöhe ich zwanglos von 'Shooting Standard', incl. 2 x Nachbearbeitung, 89 Euro auf 'Shooting Premium' = 3 x Nachbearbeitung, 109 Euro. Nach zwei Tagen gibbet die nochmals deutlich verbesserten (und zwar ohne maximales Totretuschieren) Fotos jeweils für den Druck (Original-Dateigröße) und für die Web-Anwendung optimiert. Technisch funktioniert das alles wunderbar per Online-Link. Den USB-Stick und die Speicherkarte hätte ich also daheimlassen können. Im Preis enthalten sind die privaten Nutzungsrechte, denn man selbst ist zwar das Bildmotiv, nicht aber der Urheber der gelungenen Werke.

    Meister Falko ist einschlägig vorbelastet und studiert und betreibt das Fotostudio seit dem Jahre des Heils 2016. Dessen Name leitet sich aus einem französischen Standardwerk zur Fotografie her. Angefangen hat dies als Fotogalerie, daher auch die Baumgärtelsche Ehrenbanane an der Pforte. Mit insgesamt 150 Quadratmetern sind die in der Tat hellen Räumlichkeiten sowohl für sämtliche Teildisziplinen der Leute-Fotografie als auch fürs manchmalige Galeriepublikum hinreichend. Für Outdoor-Shootings bietet sich der lauschige Innenhof und auch der nahe Kölner Stadtgarten an. Dat machen wir sicher noch bei späterer Gelegenheit. Zum evtl. Mut antrinken empfiehlt sich das unmittelbar nebenan gelegene irische Fachinstitut 'The Harp', siehe Besprechung dort.

    Ahsoja: diese Bewertung ist trotz des Themas ziemlich knapp bebildert. Weiteres findet sich wie gesacht auf der Webseite des Fotostudios. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich die eigentlichen Fotos nicht hier, sondern ganz woanders im Internet zu platzieren beabsichtige - danke ;-)

    Mit vorzüglicher Hochachtung,
    Sir Thomas

    geschrieben für:

    Fotostudios / Galerien in Köln

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    4.

    eknarf49 Lieber Sir, danke für den versprochenen und ausführlichen Bericht. Ein so routiniertes Vorgehen muss einfach Erfolg bringen. Ich jedenfalls drücke die Daumen. (Ich habe es immer gehasst, fotografiert zu werden. Und das ist bis heute so geblieben.) ;-)
    Ausgeblendete 47 Kommentare anzeigen
    kisto Am besten gefallen mir ungestellte Fotos...und ICH hasse es VOR der Linse zu stehen. Das war auch der Grund warum ich selbst angefangen bin zu fotografieren.
    Ich habe erstmal 10 Jahre Ruhe - der Perso wurde gerade aktualisiert.
    ubier Danke, danke, danke! Endlich mal wieder eine rundum schmerzbefreit lesenswerte Bewertung. Was ist nur aus GoLocal geworden...
    Schroeder ...unter der Bewertung habe ich nun folgende Werbung:
    Lerne Singles aus dem Ländle kennen - kostenlose Vorschläge! spaetzlesuche.de
    :-P
    Glückwunsch zum Konterfei!
    Sir Thomas wir kennen uns, wir helfen uns lieber Schroeder :-p
    Danke für die überaus freundliche Resonanz incl. Grünfilter. Was aus Golocal wird, liegt ein bisschen auch an Leuten wie uns, lieber ubier. Immerhin gibt es ab und zu aber auch erfreuliche Neuzugänge, siehe die BdWs der jüngeren Vergangenheit. Cheers und bitte weitermachen, liebes ernsthaftere Schreiberkollegium.
    mrs.liona Hach, lieber Sir, ich freue mich immer so über deine Berichterstattungen! Glückwunsch zum brauchbaren Studio, der großartigen Bewertung und - last not least - zur Begrünung.
    LUT "hypothetische Damenherz "- das Repertoire deines Vokabulars ist jedenfalls dazu angetan, ein Damenherz zu erobern.

    Meine Gratulation zur Begrünung - und zur Eroberung... ? ;-)
    Calendula Wenn das Duzen bei "Kreativen" üblich ist ... nun ja, bei mir reichen Passfotos. ,-)
    Viel Erfolg und natürlich einen Glückwunsch zum grünen Daumen.
    Puppenmama Danke für Deinen klasse Bericht, lieber Sir.
    Professionelle Fotos habe ich auch mal machen lasse, aber da war ich 30. Sehe mir sie immer noch gerne an. Heute möchte ich nicht mehr fotografiert werden.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten Wochenkrönchen.
    grubmard Welch ein Aufwand fürs private Lebensglück - aber super geschrieben - Glückwunsch aus Richtung Müggelsee!
    Ein golocal Nutzer Herzlichen Glückwunsch zu diesem sehr "bildhaften" und mit Genuss zu lesenden Erfahrungsbericht, der aus meiner Sicht zurecht mit Daumen und Wochenkrone dekoriert wurde.
    Und natürlich "Waidfraus Heil" für die hoffentlich zahlreichen edlen Greifvogelfrauen, die mit scharfem Auge und gewecktem Beutetrieb Dein "Bewerbungsfoto" aus der grauen Masse herauspicken.
    Dir selbst ein glückliches Händchen bei der Auswahl der one and only Richtigen :-)
    Sir Thomas Wat es dann he loss? Gab es sonst nichts Gescheites? Ejal - nehmen wir die unverhoffte Ehrung mal in Demut und Dankbarkeit hin. Denn: wer würde unserer ebenso gnadenreichen wie kenntnisreichen Zauberfee schon widersprechen wollen? Das Wochenende des Heiligen Geistes ist demnach bereits gerettet.
    Und was das andere betrifft: we shall see... der 'Aufwand' hat ja noch nicht mal ernsthaft angefangen ;-) Cheers und Lokalrunde, T.
    eknarf49 Da ich (ganz und gar bescheiden gesagt) als erster meinen Senf dazugegeben hatte, bleibt mir natürlich jetzt nur noch, mich zu freuen und mich den anderen anzuschließen. :-)
    eknarf49 Wenn ich sehe, was Profis auf dem Gebiet Fotografie können, dann sehe ich auch, was für ein Unterschied zu unseren einfachen Illustrationsfotos für Locations besteht. :-)
    Sedina Oh lieber Sir, große Entschuldigung, ich sehe es erst jetzt. Wir hatten am 2. Juni (dem Tag der Bewertung) ein Familienfest, zu dem wir auch einen begabten Fotografen und insbesondere Retuscheur gebraucht hätten. Aber bei mir ist Hopfen und Malz verloren.
    Jetzt umso herzlicher: Glückwünsche zum Beitrag und der besonderen Auszeichnung und viel Herzenserfolg mit den Portraits!
    Sir Thomas mission accomplished. Natürlich zählt inzwischen nicht mehr nur der lichtbildnerische Ersteindruck, ävver... hätzlijje Dank, leeven Falko :-)


  5. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    Zu den unbestreitbaren Vorzügen, welche den beneidenswerten Bewohnern der Colonia zuteil werden, gehört die Anwesenheit von Fach- und Spezialgeschäften, die es sonst nicht überall gibt. Insofern ist es als Glück zu preisen, dass es den jungen Sizilianer Vincenzo Andronaco (man betont das erste 'o') zwar zunächst ins grautrübe Hamburg verschlagen hat... Nach erfolgreicher Etablierung eines ersten Grande Mercato für italienische Lebensmittel und Spezialitäten jedoch ein Filialnetz von immerhin 9 Verkaufsstellen entstanden ist. Und deren südlichste befindet sich seit dem Jahre des Heils 2010 in jener urbanen Ansiedlung, die sich in bekannter Bescheidenheit unter anderem auch als 'nördlichste Stadt Italiens' feiert. Daher ist die hiesige Niederlassung mit 1.600 Quadratmetern selbstverständlich auch der größte aller Andronaci.

    Auch wenn der Standort im recht unzivilisierten Gewerbe-, Büro-, Wohn- und Baustellengebiet im nordwestlichen Ossendorf jetzt nicht den ganz fulminanten Charme des Dolce Vita versprüht. Aber wenigstens gibt es da genug Abstellflächen fürs Automobil. Denn niemand dürfte Lust haben, die hier unvermeidlich reichlichen Einkäufe umständlichst per Bus oder Bahn nach Hause zu wuchten. Allora, cari amici:

    Man findet etwa 7.000 Artikel des Fachbereiches 'italienische Delikatessen' vor, zunächst natürlich Pasta, Öle, Balsamessig, Kaffee, Dolci, frischen Käse und Schinkenaufschnitt, Konserven... die Sortimentstiefe stellt auch fortgeschrittene User/&*Innen mehr als zufrieden. Grundkenntnisse des Italienischen sind übrigends von Vorteil, da nicht alle Produktbeschreibungen und -etiketten in mehrsprachig vorhanden sind. Weiterhin gibt es original italienische Wasch- und Fensterputzmittel, damit Nonna Aurelia nicht auf irgendwelches Germanenzeugs zurückgreifen muss. Entspannt summend wird der Einkaufswagen des Genussmenschen befüllt, denn das Preisniveau liegt hier etwa auf dem gewohnten REWE und Edeka Niveau - ein Discounter ist der Andronaco völlig zu Recht nicht. Lebensqualität fängt nun mal bei guten Lebensmitteln an - bitte bleiben Sie also gesund und setzen Sie die Prioritäten entsprechend richtig. Die Hausbediensteten sind freundlich und kenntnisreich und picken z.B. zielsicher die heute dezidiert gesuchten Pomodori (Tomaten) di San Marzano aus der Konserven-Wand, die den Erstbesucher ein wenig überfordert. Ein schöner Erfolg, endlich muss man für das äußerst wohlschmeckende Edelgemüse (hier: 2,10 Euro pro Dose) nicht mehr zum Manudingens.

    Bei frischem Obst und Gemüse - welches auch noch umständlich einzeln einzutüten und zu etikettieren ist - sieht es allerdings recht mau aus. Da liegt jeder Normalo-Supermarkt vorne. Auch die beim Italiener eventuell erwartbare Abteilung 'devozionali generali' hätte ich mir besser sortiert gewünscht. Nachdem ich auf der länglichen Anreise aus Köln-Fernost einstimmungshalber von Herrn Conte beschallt wurde, hatte ich für die Rückreise auf die persönliche Traumfrau des Italogesangs - also Alice - gehofft, allein: vergebens. Auch keine Maseratiposter, Madonnenbildchen oder Kochbücher - stattdessen lediglich Papiergirlanden in grünweißrot und eine Art Tischfeuerwerk im (immerhin!) Juve-Dekor.

    Wenden wir uns nun also lieber der hochwohllöblichen alkoholischen Gefahrenzone des Ladenlokals zu. Die vielen Weinbauregionen Italiens finden sich bestens repräsentiert. Eine Aufzählung würde hier zu weit führen, findet sich aber auf der Webseite des Hauses. Großzügiger Zugriff jedenfalls nicht nur beim bewährten Nero d'Avola oder Primitivo. Dazu ein bisschen Limoncello und des guten Birra Moretti. Das Firmenmotto 'Wir sind Italien!' kann weitgehend bestätigt werden.

    Zum eigentlichen Höhepunkt der Andro-Erstvertestung hätte ohne weiteres die Aufsuchung des Hausbistros werden können. Dieses verlöcket nämlich mit einer schönen Speisenauswahl und sehr zivilen Preisen. Da ich aber die etlichen Weinflaschen nicht länger als nötig im gut beheizten Kofferraum des Automobils einsperren wollte, wird dies bei anderer Gelegenheit nachgeholt.

    Grazie e saluti
    Sir Thomas

    geschrieben für:

    Feinkost / Italienische Restaurants in Köln

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    5.

    walkingwomen gracias per questa! Wunderbar beschrieben. Ich habe mit Freude gelesen. Ja und Lebensqualität fängt in der Tat mit guten Lebensmitteln an.
    Ausgeblendete 15 Kommentare anzeigen
    eknarf49 Lieblingssir, Ihr seid wieder im Vorteil, denn unser Andronaco kann leider nicht mit einem Bistro dienen.
    Sir Thomas Danke sehr ;-) Bistro-Nachtrag folgt wie jesacht. Eine der ganz wenigen kulinarischen Anlaufstellen in diesem Quartier. Der nahe IKEA ist keine echte Alternative
    ubier Endlich! Grünweißrote Entwicklungshilfe für die Colonia! War schon bei Gründung der CCAA zu weit bis Roma Aeterna, aber bei Anlieferung über die alten Hansewege kommt Ihr endlich auch zu den wahren Genüssen des Dolce Vita...
    LUT Dem Sir sei Dank fürs humorige Mitnehmen ins Androoonaco.
    Meine Gratulation zur Begrünung!
    Sedina Adronaco, der Nachbar meines jüngeren Sohns in Hamburg-Bahrenfeld, da könnte man mit der oben erwähnten Alice sagen: zu nah am Feuer ;-)))
    Herzlichen Glückwunsch zur Entdeckung, zur Beschreibung und zum Grünen Daumen!


  6. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Ah, mon dieu! Blues Brothers, Lost in Translation, Forrest Gump, Sonstiges und Spontanes - mehr an Bedürfnissen gab die DVD-Shortlist nicht her. Aber schon damit scheint der 'Stationäre Fachhandel' der Colonia inzwischen schier überfordert. Dabei geht es ja nicht gerade um ausgefuchst Cineastisches oder 'schwieriges usbekisches Autorinnenkino der 70er' ... Wir wissen natürlich, woran das liegt. Und leider wird es immer schwieriger für uns old school Vertreter, wenn wir einerseits den Online-Quasimonopolisten vermeiden, uns andererseits aber auch nicht modischem Teufelszeug wie Maxdome ausliefern wollen.

    Doch Rettung naht: sie leuchtet weiß auf orangefarbenem Grunde und war mir bis vor zwei Tagen noch völlig unbekannt. Es sind solche höchst seltenen unverhofften Volltreffer 'von Null auf Kult', die das Bewertungsschreiben zu einem besonderen Vergnügen machen. Wohlan denn: obige Einkaufsliste in Händen und recht optimistisch den Rucksack mitführend, betritt der Filmfreund das immerhin 500 Quadratmeter große, trotz `50.000 Titeln' sehr aufgeräumt wirkende Ladenlokal. Da sich auch andere Rucksackträger im Raume befinden, erweist es sich als vorteilhaft, dass die Regale nicht so dicht an dicht stehen, dass man sich quasi verabreden muss, wer sich auf welcher Seite und in welche Richtung vorarbeitet. Die Sortierung nach Genres ist nicht gerade feinziseliert, hier und da aber auch überraschend. Die Blues Brothers hätte ich jetzt nicht im Regal 'Musik-Dokumentation' vermutet. (Dort lauert uns auch dieses Buena Vista Dingen auf. Mist - 'Ray' vergessen) Gleichwohl konnte die Shortlist zügig und vollständig, also auch inkl. Sonstiges und Spontanes abgearbeitet werden. Und weil es hier ja auch um CDs und Vinyl geht, wurden die inzwischen unpraktisch vielen DVD-Hüllen schonmal zur Bestückung (mit den DVDs) an der Kasse deponiert.

    DIe CDs folgen ausschließlich alphabetischer Ordnung, bei den Schallplatten werden noch Klassik, Jazz und 'Raritäten' gesondert sortiert. Das wurde gegen Ende schon wieder unpraktisch. Denn zum hier gepflegten Konzept des 'in Ruhe stöbern - freundliche Hilfe bei Bedarf - gehört unvermeidlich, dass man im Nu wieder beide Hände voll hat. Zumal das Risiko der Verarmung hier sehr gering ist - handelt es sich doch durchgängig um Gebrauchtware. Und zwar solche in neuwertigem Zustand, wie auch die Überprüfung daheim ergab: die Silberlinge glänzen makellos und auch auf den LPs sind keine abträglichen Gebrauchsspuren erkennbar. Allenfalls heißt es schon mal 'Preis reduziert wegen schadhafter Hülle, fehlendem Booklet....' Das für mich musikhistorische Erstalbum von ZZ Top liegt mit 12,99 Euro weit vorne. Dann hätten wir noch die Helloween (Doppel-CD für 7,99) den Branduardi für 6,50 - und alles andere, auch die Lieblingsfilme, für 3 bis 5 Euro each. Möglich, dass man das online noch etwas günstiger bekommt, doch in welchem Zustand? Und wollten wir nicht außerdem den Quasimonopolisten vermeiden?

    Ähnliches gilt umgekehrt für den Ankauf. Natürlich lässt sich damit kein Nebenerwerb aufbauen, auch wenn Opa Egons Nachkriegs-Kollektion in die hunderte Exemplare geht. Große Sammlungen können - wenn inhaltliche Grundrichtung und Erhaltungszustand stimmen - vom zuständigen andrä Mitarbeiter auch daheim inspiziert werden. Traditionsmärsche sind mir hier nicht aufgefallen; Volksmusik und Schlager sind laut Webseite sogar ausdrücklich unerwünscht. Es könnte also eng werden für meine eigentlich loszuwerdende amerikanische Schlagermusik (= Country) aus verwirrten Jugendtagen. Privatsammlungen, Firmennachlässe oder auch musikologische Schenkungen beeinflussen also das vorrätige Angebot, das demnach nicht im Detail vorhersehbar ist. Nicht im Hause greifbares wird bei Eintreffen an den Kunden annonciert. Aber bis hier jemand 'Die Unglaublichen Teil 2' einreicht, finden sicher noch weitere Besuche statt. Schließlich wurden erst 20% der Bestände durchstöbert, mit überzeugendem Resultat.

    Es besteht Reinhör-Möglichkeit, was bei 'schwieriger usbekischer Tanzmusik der 70er' evtl. empfehlenswert wäre. Hinten durch sind Mitarbeiter*&/Innen des Hauses mit dem Prüfen und Katalogisieren audio- und cinephiler Kostbarkeiten befasst, aber auch um technischen Rat oder Fragen zum Hausrepertoire ansprechbar. Der online einsehbare Vermerk 'ungestresste, hilfsbereite Mitarbeiter' wird hiermit ausdrücklich bestätigt. Dieselbige Webseite betont ausdauernd, dass es hier tatsächlich völlig legal zugehe, was wir mal unbekuckt glauben. Das hängt mit dem unschönen Thema Raubkopien zusammen - und der ebenso unschönen enervierenden Generalverdächtigung im Vorspann jeder DVD, die der unschuldige Filmfreund erstmal über sich ergehen lassen muss.... Wat ha'mer noch? Eine nette Sitzecke, angenehme Hintergrundmusik, anwesend auch in Dortmund, Essen, Duisburg und Münster, nix zu meckern.

    Bei der Verstauung und Bezahlung der Tagesausbeute tat ich den Spruch: 'Dies ist ein sehr gefährlicher Laden'. Daran ist falsch, dass der Andrä natürlich kein 'Laden' ist. Sondern ein Refugium, eine Oase, wenn nicht gar eine Kultur-Institution.

    ***Update 06.04.***
    Sö. Nach inzwischen drei Besuchen und zwei heimgeführten Rucksackladungen darf nachgetragen werden, dass 'Die Unglaublichen Teil 2' bereits nach wenigen Tagen per e-mail annonciert wurden. Und ebenso wie das beim Zweitbesuch vermisste und bestellte 'Casablanca' für jeweils 7 Tage an der Kasse vorgehalten werden. Danach geht es in den freien Verkauf oder heim ins Zentrallager im Münsterland. Eigentlich fehlt jetzt noch das großartige 'Out of Africa', aber jetzt wird erstmal in Ruhe gekuckt und gehört. Danke, Leute (!!)

    mit besonders vorzüglicher Hochachtung, Sir Thomas

    geschrieben für:

    CDs und DVDs / Second Hand in Köln

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    6.

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    eknarf49 Hallo Lieblingssir, die Begeisterung kann ich gut nachvollziehen. Ähnlich war es bei mir, als andrä in Dortmund noch in dem kleinen Ladenlokal hauste. Täglich war ich da. Seltsamerweise ist es weniger geworden seit man 2012 umzog in das große Ladenlokal.
    Danke für den lebendigen Bericht. :-)
    Sedina Ich hoffe doch beide Blues-Brothers-Filme.
    Der Blues-Contest in mitten von Krokodilen am Ende des zweiten Films ist grandios.
    Ein später Glückwunsch zum Grünen Daumen!


  7. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. von 2 Bewertungen


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    Früher war alles besser. Ja. Da gab es noch den Firmengründer und schillernden Mäzen Friedrich Wilhelm Waffenschmidt. Und den sehr erfolgreichen Basketballverein BSC Saturn Köln. Und die angeblich größte Schallplattenauswahl Europas, seinerzeit noch am Hansaring. Einige Technologiesprünge und ökonomische Neujustierungen später findet sich Firma Saturn nunmehr im brandneuen Flagship-Store wieder. Die bis vor kurzem besiedelte oberste Etage im Gebäude des strauchelnden Galeria Kaufhof, in der sich der Techniksuchende so trefflich verlaufen konnte und so selten von Saturn-Mitarbeiter*&/Innen 'gestört' wurde, wird nun für etwas ramschige Klamotten verwendet, dazu vielleicht bei anderer Gelegenheit mehr...

    Respektable Bestände an Vinyl sind noch - oder wieder - vorhanden und lohnen sogar weitere Stöber-Besuche im Hause. Bei den sonstigen Bild- und Tonträgern hat jedoch der leider branchenübliche Kahlschlag eingesetzt, den wir natürlich dem Onlinehandel und dessen bequem gewordener Userschaft verdanken. Die Restauswahl an Film-DVDs ist sehr uninspiriert, stark von Fernsehserien dominiert und von weiterer Einstampfung bedroht, wie andernorts zu erfahren war. Da nützt auch die zuletzt völlig verblüffenderweise vorgefundene und ... äh ... 'cinephil' bepreiste Oberperle des altdeutschen Filmschaffens wenig. Nicht, wenn alles andere erstmal umständlich bestellt werden müsste. (Dass es auch völlig anders geht - und zwar ohne Suchfrust, ohne frühkapitalistische Strukturen und ohne ausufernden Lieferverkehr - lest ihr in meiner bald folgenden, ungleich enthusiastischeren Besprechung) Für den Erwerb von Silberscheiben, bisher Hauptzweck meiner Saturnflüge, ist dieses Ladenlokal jetzt also ein ziemlicher Ausfall.

    Aber wir wollen nicht ungerecht sein. Schließlich verdanke ich Firma Saturn vielerlei Unterstützung in anderen Hardware-Dingen. Nicht zuletzt auch das edle Instrument, auf welchem ich meine Aufsätzlein hier fabriziere. Die Auswahl an Gerätschaften und Zubehör betr. EDV, Multimedia und Haushalt ist unverändert kolossal. Dazu die üblichen Dienstleistungen wie Beratung, Reparatur, Umtausch und sogar Beladungshilfe am Automobil.

    Denn: früher war eventuell doch nicht alles besser. Die Räumlichkeiten auf fünf Etagen sind jetzt ungewohnt hell und 'offen'. Fast so wie beim schräg gegenüber residierenden Obsthändler aus Cupertino. Plötzlich finden sich ansprechbare Menschen in hinreichender Zahl und die Zentralkassa auf dem Erdgeschoss arbeitet zügig und freundlich. Dass die 6.500 Quadratmeter Verkaufsfläche nun auf mehrere Etagen verteilt sind, verringert natürlich die Wahrscheinlichkeit ungeplanter Spontankäufe - aber dat müsst ihr wissen. Der Mietvertrag für die Immobilie wurde jedenfalls langfristig gestaltet. Vielleicht gibt's auch irgendwann ein Upgrade vom Filmfreund.

    mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas

    geschrieben für:

    Unterhaltungselektronik / Mobilfunk in Köln

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    7.

    eknarf49 Oh Mann, das sind Erinnerungen. Oft genug sind wir mit der Clique zu dem kleinen Plattenladen in der Wallstraße, Düsseldorf oder eben zum Saturn Hansaring, Köln. Heute ist der einzige erträgliche (in puncto Platten, CDs und DVDs) der in Dortmund, und da wird ewig umgeräumt.
    Die Plattenbörse in der Westfalenhalle ist übrigens empfehlenswert.
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    Puppenmama Danke für Deinen tollen Bericht. Platten erwerbe ich nicht mehr. Habe meinen Bestand zgl. Plattenspieler meinem Sohn geschenkt, der sich seit kurzem dafür interessiert.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Daumen.
    Sir Thomas wie schön, dass die Kinder irgendwann vernünftig werden, liebe Puppenmama. Meine ziehen sich Musik und Filme auf rätselhafte Weise aus der Luft, aber die kommen irgendwann auch noch dahinter ;-)
    Konzentrat Musikplatten sind nicht so mein Ding.
    Dennoch den Saturn-Bericht gern gelesen.
    Glückwunsch zum gerillten Daumen.
    Hofie Oh man - das hat Kopfkino ausgelöst. :-)
    Was war das für ein überwältigender Eindruck, wenn du bei Saturn im Erdgeschoss standest und um dich herum nur Vinyl in unfassbaren Mengen rumstand. An den Wänden hingen meiste Pictures und Shapes. DAS Schlaraffenland für jeden Musikliebhaber, nur leider schon lange Geschichte. Du hast die Situation, vor allem bedingt durch den permanenten Wandel des Audiomarktes, sehr griffig beschrieben! Dankeschön :-)
    mrs.liona Schön beschrieben, lieber Sir, danke dafür! Da kommt mir wieder in den Sinn, wie ich an meinem 13. Geburtstag dort nach Herzenslust shoppen (damals natürlich noch "einkaufen") durfte - was für ein Fest! Nach erfolgreicher Jagd war ich überglücklich, wahre Schätze in der chicen Saturn-Tüte heim zu bringen: Santana, Yes, Alan Parsons Project, Simon and Garfunkel, Cat Stevens, Queen...ich war im Himmel!
    Hofie @ opavati. Wie Sir Thomas schon richtig anführte, gingen die goldenen Jahre von Saturn Hansa, so der vollständige Name, bis Mitte der 80er. Von da an ging es nach dem Besitzerwechsel bergab.
    Hofie @ ubier - Kennst Du noch den "cut out shop" von Saturn Hansa? Wenn Du vor dem Hauptgebäude standest, war auf der linken Seite an der Strassenecke noch ein kleiner Laden, wo Saturn nur cut outs verkauft hat. So habe ich damals bei aktuellen Scheiben oftmals richtig Geld gespart. Der kleine cut im Cover war mir schnurzpiepegal.
    eknarf49 Von den "Cut outs" habe ich auch noch einige. Es ist schon komisch, wenn man sich überlrgt, wie geduldig man damals gesucht hat und wie heiß die Ohren wurden, wenn man etwas Gesuchtes gefunden hatte. ;-)
    ubier Hofie, da standen wir bestimmt nebeneinander und haben uns die besten Angebote weggeschnappt! Wühltisch für Männer...


  8. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    3. von 3 Bewertungen


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    In charmanter Damenbegleitung verbietet sich natürlich umständliches bis peinliches Herumfuhrwerken mit der Fototechnik, so dass dieses fast ebenso charmante Speiselokal weiterhin unbebildert bleiben muss. Man findet sowohl im Hauptraum als auch auf einer kleinen Empore Platz und lässt den Blick über das leicht rumpelige Ambiente schweifen. Die Wände sind fast vollständig bedeckt - während unseres gestrigen Aufenthaltes mit großformatigen Gemälden, die sich einer ernsthaften Betrachtung tunlichst entziehen. Jedoch fiel mein Blick immer wieder auf diese starkfarbige Moskauer Flusslandschaft, namentlich die dort sichtbare ungemein anregende Heckansicht einer rotgewandeten jüngeren Frau. (Die Erste Tochter zeigte sich darob mild lächelnd verständnisvoll)

    Familiäre Atmosphäre also, freundlicher Empfang, zügige Versorgung. Die Auswahl anhand der Tages- und Standardkarte (incl. Veggie) ist solide bis erfreulich. Dazu jeweils drei Mittagsgerichte im deutlich einstelligen Bereich. Leider ist die Auswahl an offenen Weinen recht begrenzt und der Montepulciano (anstelle des nur verkorkt vorrätigen Primitivo) war mehr die Notlösung. Dies erklärt sich allerdings ein bisschen durch die Lage an den 'Ringen' also der kulinarisch unambitionierten Party-Rennstrecke der Colonia. Aus nämlichem Grunde geriet auch die Verkostung zwar solide, nicht aber zum bejubelungsfähigen Erweckungserlebnis: gegenüber die Terrina die Verdure - gratine = mit Käse überbackenes gemischtes Gemüse, bei mir der Salat mit Schafskäse und Rinderhüftsteak-Streifen. Gegenseitiges Probieren (wir kennen uns, wir helfen uns) dabei perlende Unterhaltung. Soweit angenehm - auch finanziell. Zur schönen Jahreszeit kann man draußen sitzen und das Defilée der bollernden Spochtwagen (incl. Motorausdünstungen) noch viel unmittelbarer erleben. Alle Speisen auch zum Mitnehmen. Steigerungspotential vorhanden, Wiederkehr wahrscheinlich.

    mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas
    8.

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    eknarf49 Danke für den schönen Bericht. (Ich würde keine Entschuldigung suchen, wenn ich den Fotoapparat vergessen hätte!) ;-DDD
    Sedina Ein herzlicher Glückwunsch auch von mir Spätleser!
    Trotz Deiner Wiederkehrgedanken klingt das für mich nicht so reizvoll - selbstverständlich abgesehen von der "Heckansicht" ;-)))


  9. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. von 426 Bewertungen


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    Am hügeligen Nordufer des kleinen und verwunschenen Biersdorfer Stausees befinden sich die etwas hingeklotzt wirkenden mehrteiligen Gebäudekomplexe des Dorint Seehotels. Und Resorts. Die Anlage entstammt augenscheinlich den späten 1970ern bis frühen 1980ern und benötigt ebenso augenscheinlich eine ausführliche Aufhübschung, um ausnahmsweise mit vorsichtiger Kritik zu beginnen. Die früh einsetzende Dämmerung versöhnt das ästhetische Auge jedoch zusehends und verleiht Teilen der nächtlich illuminierten Anlage sogar einen fast mondänen... Anstrich. Des Dorint Einfamilien-Ferienhäuser sorgen für nachhaltige Zersiedelung des Hügelkamms, was in Verbindung mit dem nahen Gewässer aber wiederum an die sehr geschätzte Côte erinnert. Toll, wenn Hotelgäste in solch milder Stimmung sind.

    Die Buchung erfolgte in der vergeblichen Hoffnung auf ein romantisches Wochenende zu zweit und daher selbstverständlich ohne Stornierungsoption. Daher hatte ich dann halt eine Familiensuite von 52m2 ganz für mich allein. Für die beiden Übernachtungen wurden 225 Euro berechnet - pro Wohneineit, nicht etwa pro Person. Ohne Feiertag wäre es noch günstiger geworden und die eigentliche Zielgruppe - mehrköpfige Familien - findet hier ein zweifellos traumhaftes Preis-Wohnfläche-Verhältnis vor. Wegen der potentiell unruhigen Nachbarschaft führte ich als Gegenmaßnahmen Ohrenstöpsel (passiv) und Notebook-Lautsprecher (aktiv) mit. Beides kam fast gar nicht zum Einsatz und die Nachtruhe war nach Abebben des nebligen Sylvesterfeuerwerks kommod und ungestört. Auf eine Buchung der saisonal etwas teuren Gala / Büffet - Abendverpflegung verzichtete ich. Einerseits ist die gedachte Mitreisende auch in Ernährungsdingen recht diffizil. Andererseits vernahm ich beim Versuch, an der Rezeption einen Bademantel für den Pool zu entleihen, Livegesang der wenig überzeugenden, dafür aber elektrisch verstärkten Art. Es ging um ein irgendwie verdorrtes Südkalifornien und das hätte beim gepflegten Dinieren doch sehr gestört - richtige Entscheidung also.

    Selbstversorgung war angesagt, was aber nur in Teilen gelang, denn der Schrank mit den Kochutensilien war abgeschlossen und hätte extra 'dazugebucht' werden müssen, wie ich beim Abschied erfuhr. Seltsam dies, wo doch eine Kitchenette zum Wohnprogramm gehört... Reklamiert hatte ich dies vorher nicht, da genug ungekocht verzehrbares mitgeführt wurde. Auch rettet das Frühstück (bis 13:00) zur Not über den Tag. Aufgrund der hierfür fälligen 18 Euro sollte man mit Appetit am Buffet erscheinen und mindestens fünfmal hin und her rennen. Das gelingt aufgrund der erfreulichen Auswahl (und der eher kleinen Teller) völlig problemlos.

    Den Bademantel gab es dann erst anderntags, da der Pool Sylvester geschlossen war - ebenso wie die Massagebehandlungsoptionen von Damenhand. Aber dafür war ich auch zweimal schwimmen, denn man hat meine Check-Out Zeit freundlicherweise von 10:00 auf 11:00 verlängert. Bei mir muss ja auch nie viel aufgeräumt werden: Ich hinterlasse schließlich kein Schlachtfeld aus zerrissenem Toilettenpapier, Fingerfarbflecken oder eingetrockneten Nudel-mit-Tomatensoßenresten, wie das bei der Zielgruppe ab und an vorkommen mag.

    Den Pool erreicht man nach längerer Wanderung (im Bademantel) über ein komplexes aber narrensicher ausgeschildertes Gängesystem, welches das Apartmenthotel mit allen Indoor-Sportstätten, dem Zentralgebäude nebst Rezeption und womöglich auch mit den luxemburgischen Atomschutzbunkern verbindet. Auch hier zeigt sich ein gewisser Renovierungsstau, etwa am Teppichbelag.

    Der Pflegezustand der Suite ist gut - die Atemluft kann jedoch nur durch Aufreißen der Fenster renoviert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Räumlichkeiten selbst zwar durchgehend als rauchfrei deklariert werden - das gilt aber leider nicht für die Balkone des qualmenden sozialen Umfeldes. Auch Duftkerzen gehörten wohlweislich zur mitgeschleppten Survivalausrüstung.

    Trotz der genannten Mängel war dies ein angenehmer Aufenthalt. Die Hotelbediensteten sind durchweg freundlich und hilfsbereit. Und letztlich hat sogar der Verlust der Mitreisenden dazu beigetragen, dass der Jahreswechsel auf die entspannteste Art und Weise zelebrieret werden konnte. Ihr wisst ja, was man als unverbesserlicher Genussmensch sonst noch in der Survivalausrüstung mitführt. Cheerio und

    mit freundlichen Grüßen,
    Sir Thomas

    geschrieben für:

    Hotels in Biersdorf am See

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    9.

    Ein golocal Nutzer Danke für's Teilhabenlassen an Deinen Erlebnissen über den Jahreswechsel. Sehr bildhaft und anschaulich, selbst ohne die schönen Fotos :-)
    Ausgeblendete 10 Kommentare anzeigen
    Sir Thomas danke und gern geschehen. Eigentlich hätte ich ja mal Lust auf einen richtig herzhaften Verriss, aber dafür hat es hier nicht gereicht ;-)
    Sedina Ein später Glückwunsch auch von mir.
    Ein dünnes Stimmchen mit "It never Rains in California" hätte mich vermutlich auch gezwungen, mich mit einem guten Single Malt zu "desinfizieren" ;-)))
    mrs.liona Wunderbare Beschreibung eines immerhin halbwegs gelungenen Jahreswechsels - die Löwin dankt und lässt artige Glückwünsche da.


  10. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    5. von 5 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Natürlich musste die Mission offline streng geheim bleiben. Denn auch im Bekannten- und Familienkreis hat eigentlich niemand Bock, sich dem Coellner Zentralmoloch (neben dem Weihnachtsmarkt am Dome) für pseudobesinnlichen Konsumterror auszusetzen. Wenn die also etwas spitzgekriegt hätten, wäre mir nach dem Motto 'kannste mal, kuckste mal' eine komplizierte Einkaufsliste in die Hand gedrückt worden. Das aber hätte den üblichen, maximal viertelstündigen Guerilla-Vorstoß zum durchaus löblichen Glas- und Kerzenkunstkrämer in Gefahr gebracht. Von meinem schon im Vorfelde angespannten Nervenkostüm mal ganz abgesehen.

    Denn: was hat man hier und auch bei ähnlichen Gelegenheiten nicht schon alles ertragen müssen? Unnachgiebige Attacken auf sämtliche Sinnesorgane, die hier wohl nicht näher dargelegt werden müssen. Dazu ein Gedränge und Geschiebe, das auch im Friedfertig-Besinnlichsten irgendwann den Wunsch aufkeimen lässt, ein Breitschwert zur Hand zu haben. Plärrende Schulklassenverbände, ratlose Touris, depperte Fahrradschieber... Aber am schlimmsten sind immer noch diese Kinderwagenmuttis im Parallelflug, die unvermittelt anhalten, mithin die engsten und dichtestbevölkerten Gässlein blockieren... Weil ja schließlich ein blinkendes Einhorn ins Blickfeld gerät, oder der übrige, bereits laufen könnende Nachwuchs fröhlich tollend zwischen irgendwelchen Bretterbuden verlorengegangen ist.

    Des eingedenk wurde das unumgängliche Beschaffungsvorhaben also auf Montagmittag gelegt und siehe da: es gab meist ein entspanntes Durchkommen. 'Halbwegs menschenleer' wie erhofft war es natürlich nicht - wozu gibt es schließlich die ganzen Rentnerbusse von außerhalb, gar vom befreundeten Auslande her. Aber vergleichsweise kommod war's schon und die Mission gelang zügig und stressfrey. Dass nicht alles, was hier aufgefahren wird, dem erlesenen Gusto des Autors zukömmet, ergibt sich ohne weiteres aus dem bisher vorliegenden Bildmaterial. Dass man hier auf Kostenfallen und
    auch auf Taschendiebe gefasst sein sollte, ist ebenfalls keine neue Erkenntnis.

    Freunde des Weihnachtstrubels werden der 'Heimat der Heinzel' aber sicherlich eine recht liebevolle Gestaltung und ein vergleichsweise qualitätsvolles Warenangebot zugute halten. Und eine frühlingshaft temperierte Eisbahn gibt es ja auch nicht überall.

    Das reicht ja dann doch noch locker für drei Sterne.

    mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen / Marketing in Altstadt Stadt Köln

    Neu hinzugefügte Fotos
    10.

    Calendula Der Inhalt Deines Beitrages kommt mir bekannt vor. So ähnlich geht es hier ebenfalls zu. ,-)
    Schon seit vielen Jahren besuche ich deswegen keinen Weihnachtsmarkt mehr.
    Ausgeblendete 29 Kommentare anzeigen
    eknarf49 Danke für den witzigen Bericht (mit ernstem Hintergrund). Auch ich bin immer erstaunt, dass gerade die Engpässe stets zur Gruppenbildung für Langzeitgespräche einladen. Kinderwagen-Attacken kommen erst an zweiter Stelle.
    Puppenmama Danke für Deinen klasse Bericht und den schönen Fotos.
    Auch ich besuche aus den von Dir angegebenen Gründen schon ewig keinen Weihnachtsmarkt mehr.
    Herzlichen Gückwunsch zum verdienten grünen Daumen.
    grubmard Du hast jetzt nicht das Wort für die bräunlich-weiche und nicht nach Rosen duftende Enddarmproduktmasse geschrieben!!
    Blattlaus Vor drei Jahren war ich das letzte Mal dort. Schön wäre er ja, nur die Menschenmasse störte, man sah kaum etwas. Nach Köln wollte ich auf keinen Weihnachtsmarkt mehr.
    Früher waren wir gerne beim Weihnachtsmarkt am Dom oder der Altstadt. Da war es noch schön. Ist aber über 20 Jahre her.
    Exempel Ein lustiger schöner Weihnachtsrummel Beitrag. Das Geschubse und Geschiebe, naja jung gefällt es. Trollig geschildert, aber dort mit durchwalzen, lieber nicht.---Ach so noch nachträglich Glückwunsch zum Rummel Daumen!!!
    Wtaler Ich liebe Menschengedrängel endlich Mal lieb von jemand in den Arm oder am Arm genommen Habe noch ein Bratapfel Stand am Dom gefunden. Naja aber die hatten kein Apfelpunsch und Apfelwein.
    eknarf49 Auch ich bin immer wieder gern in Köln (Innenstadt, Rheinufer, Dom, Museen, Zoo), aber Weihnachtsmarkt-Gedrängel haben wir in Dortmund genug. Da warte ich doch lieber bis das vorbei ist. ;-)
    Blattlaus Eknarf ich war ja im selben Jahr mit dir auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt, da war das Gedränge lange nicht so heftig als einen Tag später in Köln.

    Blattlaus Aber der Dom fasziniert mich nach wie vor. Den finde ich richtig toll. Und wer ihn noch nie gesehen hat, sollte ruhig mal nach Köln fahren.
    Exempel In einer fremden Stadt, meint man ,man kann sich daneben benehmen - genau wie im Internet. Leider!

Wir stellen ein