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Bewertungen (222 von 223)

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  1. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Zu den unbestreitbaren Vorzügen, welche den beneidenswerten Bewohnern der Colonia zuteil werden, gehört die Anwesenheit von Fach- und Spezialgeschäften, die es sonst nicht überall gibt. Insofern ist es als Glück zu preisen, dass es den jungen Sizilianer Vincenzo Andronaco (man betont das erste 'o') zwar zunächst ins grautrübe Hamburg verschlagen hat... Nach erfolgreicher Etablierung eines ersten Grande Mercato für italienische Lebensmittel und Spezialitäten jedoch ein Filialnetz von immerhin 9 Verkaufsstellen entstanden ist. Und deren südlichste befindet sich seit dem Jahre des Heils 2010 in jener urbanen Ansiedlung, die sich in bekannter Bescheidenheit unter anderem auch als 'nördlichste Stadt Italiens' feiert. Daher ist die hiesige Niederlassung mit 1.600 Quadratmetern selbstverständlich auch der größte aller Andronaci.

    Auch wenn der Standort im recht unzivilisierten Gewerbe-, Büro-, Wohn- und Baustellengebiet im nordwestlichen Ossendorf jetzt nicht den ganz fulminanten Charme des Dolce Vita versprüht. Aber wenigstens gibt es da genug Abstellflächen fürs Automobil. Denn niemand dürfte Lust haben, die hier unvermeidlich reichlichen Einkäufe umständlichst per Bus oder Bahn nach Hause zu wuchten. Allora, cari amici:

    Man findet etwa 7.000 Artikel des Fachbereiches 'italienische Delikatessen' vor, zunächst natürlich Pasta, Öle, Balsamessig, Kaffee, Dolci, frischen Käse und Schinkenaufschnitt, Konserven... die Sortimentstiefe stellt auch fortgeschrittene User/&*Innen mehr als zufrieden. Grundkenntnisse des Italienischen sind übrigends von Vorteil, da nicht alle Produktbeschreibungen und -etiketten in mehrsprachig vorhanden sind. Weiterhin gibt es original italienische Wasch- und Fensterputzmittel, damit Nonna Aurelia nicht auf irgendwelches Germanenzeugs zurückgreifen muss. Entspannt summend wird der Einkaufswagen des Genussmenschen befüllt, denn das Preisniveau liegt hier etwa auf dem gewohnten REWE und Edeka Niveau - ein Discounter ist der Andronaco völlig zu Recht nicht. Lebensqualität fängt nun mal bei guten Lebensmitteln an - bitte bleiben Sie also gesund und setzen Sie die Prioritäten entsprechend richtig. Die Hausbediensteten sind freundlich und kenntnisreich und picken z.B. zielsicher die heute dezidiert gesuchten Pomodori (Tomaten) di San Marzano aus der Konserven-Wand, die den Erstbesucher ein wenig überfordert. Ein schöner Erfolg, endlich muss man für das äußerst wohlschmeckende Edelgemüse (hier: 2,10 Euro pro Dose) nicht mehr zum Manudingens.

    Bei frischem Obst und Gemüse - welches auch noch umständlich einzeln einzutüten und zu etikettieren ist - sieht es allerdings recht mau aus. Da liegt jeder Normalo-Supermarkt vorne. Auch die beim Italiener eventuell erwartbare Abteilung 'devozionali generali' hätte ich mir besser sortiert gewünscht. Nachdem ich auf der länglichen Anreise aus Köln-Fernost einstimmungshalber von Herrn Conte beschallt wurde, hatte ich für die Rückreise auf die persönliche Traumfrau des Italogesangs - also Alice - gehofft, allein: vergebens. Auch keine Maseratiposter, Madonnenbildchen oder Kochbücher - stattdessen lediglich Papiergirlanden in grünweißrot und eine Art Tischfeuerwerk im (immerhin!) Juve-Dekor.

    Wenden wir uns nun also lieber der hochwohllöblichen alkoholischen Gefahrenzone des Ladenlokals zu. Die vielen Weinbauregionen Italiens finden sich bestens repräsentiert. Eine Aufzählung würde hier zu weit führen, findet sich aber auf der Webseite des Hauses. Großzügiger Zugriff jedenfalls nicht nur beim bewährten Nero d'Avola oder Primitivo. Dazu ein bisschen Limoncello und des guten Birra Moretti. Das Firmenmotto 'Wir sind Italien!' kann weitgehend bestätigt werden.

    Zum eigentlichen Höhepunkt der Andro-Erstvertestung hätte ohne weiteres die Aufsuchung des Hausbistros werden können. Dieses verlöcket nämlich mit einer schönen Speisenauswahl und sehr zivilen Preisen. Da ich aber die etlichen Weinflaschen nicht länger als nötig im gut beheizten Kofferraum des Automobils einsperren wollte, wird dies bei anderer Gelegenheit nachgeholt.

    Grazie e saluti
    Sir Thomas

    geschrieben für:

    Feinkost / Italienische Restaurants in Köln

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    1.

    walkingwomen gracias per questa! Wunderbar beschrieben. Ich habe mit Freude gelesen. Ja und Lebensqualität fängt in der Tat mit guten Lebensmitteln an.
    Ausgeblendete 12 Kommentare anzeigen
    eknarf49 Lieblingssir, Ihr seid wieder im Vorteil, denn unser Andronaco kann leider nicht mit einem Bistro dienen.
    Sir Thomas Danke sehr ;-) Bistro-Nachtrag folgt wie jesacht. Eine der ganz wenigen kulinarischen Anlaufstellen in diesem Quartier. Der nahe IKEA ist keine echte Alternative
    ubier Endlich! Grünweißrote Entwicklungshilfe für die Colonia! War schon bei Gründung der CCAA zu weit bis Roma Aeterna, aber bei Anlieferung über die alten Hansewege kommt Ihr endlich auch zu den wahren Genüssen des Dolce Vita...
    LUT Dem Sir sei Dank fürs humorige Mitnehmen ins Androoonaco.
    Meine Gratulation zur Begrünung!


  2. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Ah, mon dieu! Blues Brothers, Lost in Translation, Forrest Gump, Sonstiges und Spontanes - mehr an Bedürfnissen gab die DVD-Shortlist nicht her. Aber schon damit scheint der 'Stationäre Fachhandel' der Colonia inzwischen schier überfordert. Dabei geht es ja nicht gerade um ausgefuchst Cineastisches oder 'schwieriges usbekisches Autorinnenkino der 70er' ... Wir wissen natürlich, woran das liegt. Und leider wird es immer schwieriger für uns old school Vertreter, wenn wir einerseits den Online-Quasimonopolisten vermeiden, uns andererseits aber auch nicht modischem Teufelszeug wie Maxdome ausliefern wollen.

    Doch Rettung naht: sie leuchtet weiß auf orangefarbenem Grunde und war mir bis vor zwei Tagen noch völlig unbekannt. Es sind solche höchst seltenen unverhofften Volltreffer 'von Null auf Kult', die das Bewertungsschreiben zu einem besonderen Vergnügen machen. Wohlan denn: obige Einkaufsliste in Händen und recht optimistisch den Rucksack mitführend, betritt der Filmfreund das immerhin 500 Quadratmeter große, trotz `50.000 Titeln' sehr aufgeräumt wirkende Ladenlokal. Da sich auch andere Rucksackträger im Raume befinden, erweist es sich als vorteilhaft, dass die Regale nicht so dicht an dicht stehen, dass man sich quasi verabreden muss, wer sich auf welcher Seite und in welche Richtung vorarbeitet. Die Sortierung nach Genres ist nicht gerade feinziseliert, hier und da aber auch überraschend. Die Blues Brothers hätte ich jetzt nicht im Regal 'Musik-Dokumentation' vermutet. (Dort lauert uns auch dieses Buena Vista Dingen auf. Mist - 'Ray' vergessen) Gleichwohl konnte die Shortlist zügig und vollständig, also auch inkl. Sonstiges und Spontanes abgearbeitet werden. Und weil es hier ja auch um CDs und Vinyl geht, wurden die inzwischen unpraktisch vielen DVD-Hüllen schonmal zur Bestückung (mit den DVDs) an der Kasse deponiert.

    DIe CDs folgen ausschließlich alphabetischer Ordnung, bei den Schallplatten werden noch Klassik, Jazz und 'Raritäten' gesondert sortiert. Das wurde gegen Ende schon wieder unpraktisch. Denn zum hier gepflegten Konzept des 'in Ruhe stöbern - freundliche Hilfe bei Bedarf - gehört unvermeidlich, dass man im Nu wieder beide Hände voll hat. Zumal das Risiko der Verarmung hier sehr gering ist - handelt es sich doch durchgängig um Gebrauchtware. Und zwar solche in neuwertigem Zustand, wie auch die Überprüfung daheim ergab: die Silberlinge glänzen makellos und auch auf den LPs sind keine abträglichen Gebrauchsspuren erkennbar. Allenfalls heißt es schon mal 'Preis reduziert wegen schadhafter Hülle, fehlendem Booklet....' Das für mich musikhistorische Erstalbum von ZZ Top liegt mit 12,99 Euro weit vorne. Dann hätten wir noch die Helloween (Doppel-CD für 7,99) den Branduardi für 6,50 - und alles andere, auch die Lieblingsfilme, für 3 bis 5 Euro each. Möglich, dass man das online noch etwas günstiger bekommt, doch in welchem Zustand? Und wollten wir nicht außerdem den Quasimonopolisten vermeiden?

    Ähnliches gilt umgekehrt für den Ankauf. Natürlich lässt sich damit kein Nebenerwerb aufbauen, auch wenn Opa Egons Nachkriegs-Kollektion in die hunderte Exemplare geht. Große Sammlungen können - wenn inhaltliche Grundrichtung und Erhaltungszustand stimmen - vom zuständigen andrä Mitarbeiter auch daheim inspiziert werden. Traditionsmärsche sind mir hier nicht aufgefallen; Volksmusik und Schlager sind laut Webseite sogar ausdrücklich unerwünscht. Es könnte also eng werden für meine eigentlich loszuwerdende amerikanische Schlagermusik (= Country) aus verwirrten Jugendtagen. Privatsammlungen, Firmennachlässe oder auch musikologische Schenkungen beeinflussen also das vorrätige Angebot, das demnach nicht im Detail vorhersehbar ist. Nicht im Hause greifbares wird bei Eintreffen an den Kunden annonciert. Aber bis hier jemand 'Die Unglaublichen Teil 2' einreicht, finden sicher noch weitere Besuche statt. Schließlich wurden erst 20% der Bestände durchstöbert, mit überzeugendem Resultat.

    Es besteht Reinhör-Möglichkeit, was bei 'schwieriger usbekischer Tanzmusik der 70er' evtl. empfehlenswert wäre. Hinten durch sind Mitarbeiter*&/Innen des Hauses mit dem Prüfen und Katalogisieren audio- und cinephiler Kostbarkeiten befasst, aber auch um technischen Rat oder Fragen zum Hausrepertoire ansprechbar. Der online einsehbare Vermerk 'ungestresste, hilfsbereite Mitarbeiter' wird hiermit ausdrücklich bestätigt. Dieselbige Webseite betont ausdauernd, dass es hier tatsächlich völlig legal zugehe, was wir mal unbekuckt glauben. Das hängt mit dem unschönen Thema Raubkopien zusammen - und der ebenso unschönen enervierenden Generalverdächtigung im Vorspann jeder DVD, die der unschuldige Filmfreund erstmal über sich ergehen lassen muss.... Wat ha'mer noch? Eine nette Sitzecke, angenehme Hintergrundmusik, anwesend auch in Dortmund, Essen, Duisburg und Münster, nix zu meckern.

    Bei der Verstauung und Bezahlung der Tagesausbeute tat ich den Spruch: 'Dies ist ein sehr gefährlicher Laden'. Daran ist falsch, dass der Andrä natürlich kein 'Laden' ist. Sondern ein Refugium, eine Oase, wenn nicht gar eine Kultur-Institution.

    ***Update 06.04.***
    Sö. Nach inzwischen drei Besuchen und zwei heimgeführten Rucksackladungen darf nachgetragen werden, dass 'Die Unglaublichen Teil 2' bereits nach wenigen Tagen per e-mail annonciert wurden. Und ebenso wie das beim Zweitbesuch vermisste und bestellte 'Casablanca' für jeweils 7 Tage an der Kasse vorgehalten werden. Danach geht es in den freien Verkauf oder heim ins Zentrallager im Münsterland. Eigentlich fehlt jetzt noch das großartige 'Out of Africa', aber jetzt wird erstmal in Ruhe gekuckt und gehört. Danke, Leute (!!)

    mit besonders vorzüglicher Hochachtung, Sir Thomas

    geschrieben für:

    CDs und DVDs in Köln

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    2.

    Ausgeblendete 10 Kommentare anzeigen
    eknarf49 Hallo Lieblingssir, die Begeisterung kann ich gut nachvollziehen. Ähnlich war es bei mir, als andrä in Dortmund noch in dem kleinen Ladenlokal hauste. Täglich war ich da. Seltsamerweise ist es weniger geworden seit man 2012 umzog in das große Ladenlokal.
    Danke für den lebendigen Bericht. :-)


  3. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Früher war alles besser. Ja. Da gab es noch den Firmengründer und schillernden Mäzen Friedrich Wilhelm Waffenschmidt. Und den sehr erfolgreichen Basketballverein BSC Saturn Köln. Und die angeblich größte Schallplattenauswahl Europas, seinerzeit noch am Hansaring. Einige Technologiesprünge und ökonomische Neujustierungen später findet sich Firma Saturn nunmehr im brandneuen Flagship-Store wieder. Die bis vor kurzem besiedelte oberste Etage im Gebäude des strauchelnden Galeria Kaufhof, in der sich der Techniksuchende so trefflich verlaufen konnte und so selten von Saturn-Mitarbeiter*&/Innen 'gestört' wurde, wird nun für etwas ramschige Klamotten verwendet, dazu vielleicht bei anderer Gelegenheit mehr...

    Respektable Bestände an Vinyl sind noch - oder wieder - vorhanden und lohnen sogar weitere Stöber-Besuche im Hause. Bei den sonstigen Bild- und Tonträgern hat jedoch der leider branchenübliche Kahlschlag eingesetzt, den wir natürlich dem Onlinehandel und dessen bequem gewordener Userschaft verdanken. Die Restauswahl an Film-DVDs ist sehr uninspiriert, stark von Fernsehserien dominiert und von weiterer Einstampfung bedroht, wie andernorts zu erfahren war. Da nützt auch die zuletzt völlig verblüffenderweise vorgefundene und ... äh ... 'cinephil' bepreiste Oberperle des altdeutschen Filmschaffens wenig. Nicht, wenn alles andere erstmal umständlich bestellt werden müsste. (Dass es auch völlig anders geht - und zwar ohne Suchfrust, ohne frühkapitalistische Strukturen und ohne ausufernden Lieferverkehr - lest ihr in meiner bald folgenden, ungleich enthusiastischeren Besprechung) Für den Erwerb von Silberscheiben, bisher Hauptzweck meiner Saturnflüge, ist dieses Ladenlokal jetzt also ein ziemlicher Ausfall.

    Aber wir wollen nicht ungerecht sein. Schließlich verdanke ich Firma Saturn vielerlei Unterstützung in anderen Hardware-Dingen. Nicht zuletzt auch das edle Instrument, auf welchem ich meine Aufsätzlein hier fabriziere. Die Auswahl an Gerätschaften und Zubehör betr. EDV, Multimedia und Haushalt ist unverändert kolossal. Dazu die üblichen Dienstleistungen wie Beratung, Reparatur, Umtausch und sogar Beladungshilfe am Automobil.

    Denn: früher war eventuell doch nicht alles besser. Die Räumlichkeiten auf fünf Etagen sind jetzt ungewohnt hell und 'offen'. Fast so wie beim schräg gegenüber residierenden Obsthändler aus Cupertino. Plötzlich finden sich ansprechbare Menschen in hinreichender Zahl und die Zentralkassa auf dem Erdgeschoss arbeitet zügig und freundlich. Dass die 6.500 Quadratmeter Verkaufsfläche nun auf mehrere Etagen verteilt sind, verringert natürlich die Wahrscheinlichkeit ungeplanter Spontankäufe - aber dat müsst ihr wissen. Der Mietvertrag für die Immobilie wurde jedenfalls langfristig gestaltet. Vielleicht gibt's auch irgendwann ein Upgrade vom Filmfreund.

    mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas

    geschrieben für:

    Unterhaltungselektronik / Mobilfunk in Köln

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    3.

    eknarf49 Oh Mann, das sind Erinnerungen. Oft genug sind wir mit der Clique zu dem kleinen Plattenladen in der Wallstraße, Düsseldorf oder eben zum Saturn Hansaring, Köln. Heute ist der einzige erträgliche (in puncto Platten, CDs und DVDs) der in Dortmund, und da wird ewig umgeräumt.
    Die Plattenbörse in der Westfalenhalle ist übrigens empfehlenswert.
    Ausgeblendete 4 Kommentare anzeigen
    Puppenmama Danke für Deinen tollen Bericht. Platten erwerbe ich nicht mehr. Habe meinen Bestand zgl. Plattenspieler meinem Sohn geschenkt, der sich seit kurzem dafür interessiert.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Daumen.
    Sir Thomas wie schön, dass die Kinder irgendwann vernünftig werden, liebe Puppenmama. Meine ziehen sich Musik und Filme auf rätselhafte Weise aus der Luft, aber die kommen irgendwann auch noch dahinter ;-)
    Konzentrat Musikplatten sind nicht so mein Ding.
    Dennoch den Saturn-Bericht gern gelesen.
    Glückwunsch zum gerillten Daumen.
    Hofie Oh man - das hat Kopfkino ausgelöst. :-)
    Was war das für ein überwältigender Eindruck, wenn du bei Saturn im Erdgeschoss standest und um dich herum nur Vinyl in unfassbaren Mengen rumstand. An den Wänden hingen meiste Pictures und Shapes. DAS Schlaraffenland für jeden Musikliebhaber, nur leider schon lange Geschichte. Du hast die Situation, vor allem bedingt durch den permanenten Wandel des Audiomarktes, sehr griffig beschrieben! Dankeschön :-)


  4. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    3. von 3 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    In charmanter Damenbegleitung verbietet sich natürlich umständliches bis peinliches Herumfuhrwerken mit der Fototechnik, so dass dieses fast ebenso charmante Speiselokal weiterhin unbebildert bleiben muss. Man findet sowohl im Hauptraum als auch auf einer kleinen Empore Platz und lässt den Blick über das leicht rumpelige Ambiente schweifen. Die Wände sind fast vollständig bedeckt - während unseres gestrigen Aufenthaltes mit großformatigen Gemälden, die sich einer ernsthaften Betrachtung tunlichst entziehen. Jedoch fiel mein Blick immer wieder auf diese starkfarbige Moskauer Flusslandschaft, namentlich die dort sichtbare ungemein anregende Heckansicht einer rotgewandeten jüngeren Frau. (Die Erste Tochter zeigte sich darob mild lächelnd verständnisvoll)

    Familiäre Atmosphäre also, freundlicher Empfang, zügige Versorgung. Die Auswahl anhand der Tages- und Standardkarte (incl. Veggie) ist solide bis erfreulich. Dazu jeweils drei Mittagsgerichte im deutlich einstelligen Bereich. Leider ist die Auswahl an offenen Weinen recht begrenzt und der Montepulciano (anstelle des nur verkorkt vorrätigen Primitivo) war mehr die Notlösung. Dies erklärt sich allerdings ein bisschen durch die Lage an den 'Ringen' also der kulinarisch unambitionierten Party-Rennstrecke der Colonia. Aus nämlichem Grunde geriet auch die Verkostung zwar solide, nicht aber zum bejubelungsfähigen Erweckungserlebnis: gegenüber die Terrina die Verdure - gratine = mit Käse überbackenes gemischtes Gemüse, bei mir der Salat mit Schafskäse und Rinderhüftsteak-Streifen. Gegenseitiges Probieren (wir kennen uns, wir helfen uns) dabei perlende Unterhaltung. Soweit angenehm - auch finanziell. Zur schönen Jahreszeit kann man draußen sitzen und das Defilée der bollernden Spochtwagen (incl. Motorausdünstungen) noch viel unmittelbarer erleben. Alle Speisen auch zum Mitnehmen. Steigerungspotential vorhanden, Wiederkehr wahrscheinlich.

    mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas
    4.

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    eknarf49 Danke für den schönen Bericht. (Ich würde keine Entschuldigung suchen, wenn ich den Fotoapparat vergessen hätte!) ;-DDD
    Sedina Ein herzlicher Glückwunsch auch von mir Spätleser!
    Trotz Deiner Wiederkehrgedanken klingt das für mich nicht so reizvoll - selbstverständlich abgesehen von der "Heckansicht" ;-)))


  5. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Am hügeligen Nordufer des kleinen und verwunschenen Biersdorfer Stausees befinden sich die etwas hingeklotzt wirkenden mehrteiligen Gebäudekomplexe des Dorint Seehotels. Und Resorts. Die Anlage entstammt augenscheinlich den späten 1970ern bis frühen 1980ern und benötigt ebenso augenscheinlich eine ausführliche Aufhübschung, um ausnahmsweise mit vorsichtiger Kritik zu beginnen. Die früh einsetzende Dämmerung versöhnt das ästhetische Auge jedoch zusehends und verleiht Teilen der nächtlich illuminierten Anlage sogar einen fast mondänen... Anstrich. Des Dorint Einfamilien-Ferienhäuser sorgen für nachhaltige Zersiedelung des Hügelkamms, was in Verbindung mit dem nahen Gewässer aber wiederum an die sehr geschätzte Côte erinnert. Toll, wenn Hotelgäste in solch milder Stimmung sind.

    Die Buchung erfolgte in der vergeblichen Hoffnung auf ein romantisches Wochenende zu zweit und daher selbstverständlich ohne Stornierungsoption. Daher hatte ich dann halt eine Familiensuite von 52m2 ganz für mich allein. Für die beiden Übernachtungen wurden 225 Euro berechnet - pro Wohneineit, nicht etwa pro Person. Ohne Feiertag wäre es noch günstiger geworden und die eigentliche Zielgruppe - mehrköpfige Familien - findet hier ein zweifellos traumhaftes Preis-Wohnfläche-Verhältnis vor. Wegen der potentiell unruhigen Nachbarschaft führte ich als Gegenmaßnahmen Ohrenstöpsel (passiv) und Notebook-Lautsprecher (aktiv) mit. Beides kam fast gar nicht zum Einsatz und die Nachtruhe war nach Abebben des nebligen Sylvesterfeuerwerks kommod und ungestört. Auf eine Buchung der saisonal etwas teuren Gala / Büffet - Abendverpflegung verzichtete ich. Einerseits ist die gedachte Mitreisende auch in Ernährungsdingen recht diffizil. Andererseits vernahm ich beim Versuch, an der Rezeption einen Bademantel für den Pool zu entleihen, Livegesang der wenig überzeugenden, dafür aber elektrisch verstärkten Art. Es ging um ein irgendwie verdorrtes Südkalifornien und das hätte beim gepflegten Dinieren doch sehr gestört - richtige Entscheidung also.

    Selbstversorgung war angesagt, was aber nur in Teilen gelang, denn der Schrank mit den Kochutensilien war abgeschlossen und hätte extra 'dazugebucht' werden müssen, wie ich beim Abschied erfuhr. Seltsam dies, wo doch eine Kitchenette zum Wohnprogramm gehört... Reklamiert hatte ich dies vorher nicht, da genug ungekocht verzehrbares mitgeführt wurde. Auch rettet das Frühstück (bis 13:00) zur Not über den Tag. Aufgrund der hierfür fälligen 18 Euro sollte man mit Appetit am Buffet erscheinen und mindestens fünfmal hin und her rennen. Das gelingt aufgrund der erfreulichen Auswahl (und der eher kleinen Teller) völlig problemlos.

    Den Bademantel gab es dann erst anderntags, da der Pool Sylvester geschlossen war - ebenso wie die Massagebehandlungsoptionen von Damenhand. Aber dafür war ich auch zweimal schwimmen, denn man hat meine Check-Out Zeit freundlicherweise von 10:00 auf 11:00 verlängert. Bei mir muss ja auch nie viel aufgeräumt werden: Ich hinterlasse schließlich kein Schlachtfeld aus zerrissenem Toilettenpapier, Fingerfarbflecken oder eingetrockneten Nudel-mit-Tomatensoßenresten, wie das bei der Zielgruppe ab und an vorkommen mag.

    Den Pool erreicht man nach längerer Wanderung (im Bademantel) über ein komplexes aber narrensicher ausgeschildertes Gängesystem, welches das Apartmenthotel mit allen Indoor-Sportstätten, dem Zentralgebäude nebst Rezeption und womöglich auch mit den luxemburgischen Atomschutzbunkern verbindet. Auch hier zeigt sich ein gewisser Renovierungsstau, etwa am Teppichbelag.

    Der Pflegezustand der Suite ist gut - die Atemluft kann jedoch nur durch Aufreißen der Fenster renoviert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Räumlichkeiten selbst zwar durchgehend als rauchfrei deklariert werden - das gilt aber leider nicht für die Balkone des qualmenden sozialen Umfeldes. Auch Duftkerzen gehörten wohlweislich zur mitgeschleppten Survivalausrüstung.

    Trotz der genannten Mängel war dies ein angenehmer Aufenthalt. Die Hotelbediensteten sind durchweg freundlich und hilfsbereit. Und letztlich hat sogar der Verlust der Mitreisenden dazu beigetragen, dass der Jahreswechsel auf die entspannteste Art und Weise zelebrieret werden konnte. Ihr wisst ja, was man als unverbesserlicher Genussmensch sonst noch in der Survivalausrüstung mitführt. Cheerio und

    mit freundlichen Grüßen,
    Sir Thomas

    geschrieben für:

    Hotels in Biersdorf am See

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    5.

    bullbier Danke für's Teilhabenlassen an Deinen Erlebnissen über den Jahreswechsel. Sehr bildhaft und anschaulich, selbst ohne die schönen Fotos :-)
    Ausgeblendete 6 Kommentare anzeigen
    Sir Thomas danke und gern geschehen. Eigentlich hätte ich ja mal Lust auf einen richtig herzhaften Verriss, aber dafür hat es hier nicht gereicht ;-)
    Sedina Ein später Glückwunsch auch von mir.
    Ein dünnes Stimmchen mit "It never Rains in California" hätte mich vermutlich auch gezwungen, mich mit einem guten Single Malt zu "desinfizieren" ;-)))


  6. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    5. von 5 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Natürlich musste die Mission offline streng geheim bleiben. Denn auch im Bekannten- und Familienkreis hat eigentlich niemand Bock, sich dem Coellner Zentralmoloch (neben dem Weihnachtsmarkt am Dome) für pseudobesinnlichen Konsumterror auszusetzen. Wenn die also etwas spitzgekriegt hätten, wäre mir nach dem Motto 'kannste mal, kuckste mal' eine komplizierte Einkaufsliste in die Hand gedrückt worden. Das aber hätte den üblichen, maximal viertelstündigen Guerilla-Vorstoß zum durchaus löblichen Glas- und Kerzenkunstkrämer in Gefahr gebracht. Von meinem schon im Vorfelde angespannten Nervenkostüm mal ganz abgesehen.

    Denn: was hat man hier und auch bei ähnlichen Gelegenheiten nicht schon alles ertragen müssen? Unnachgiebige Attacken auf sämtliche Sinnesorgane, die hier wohl nicht näher dargelegt werden müssen. Dazu ein Gedränge und Geschiebe, das auch im Friedfertig-Besinnlichsten irgendwann den Wunsch aufkeimen lässt, ein Breitschwert zur Hand zu haben. Plärrende Schulklassenverbände, ratlose Touris, depperte Fahrradschieber... Aber am schlimmsten sind immer noch diese Kinderwagenmuttis im Parallelflug, die unvermittelt anhalten, mithin die engsten und dichtestbevölkerten Gässlein blockieren... Weil ja schließlich ein blinkendes Einhorn ins Blickfeld gerät, oder der übrige, bereits laufen könnende Nachwuchs fröhlich tollend zwischen irgendwelchen Bretterbuden verlorengegangen ist.

    Des eingedenk wurde das unumgängliche Beschaffungsvorhaben also auf Montagmittag gelegt und siehe da: es gab meist ein entspanntes Durchkommen. 'Halbwegs menschenleer' wie erhofft war es natürlich nicht - wozu gibt es schließlich die ganzen Rentnerbusse von außerhalb, gar vom befreundeten Auslande her. Aber vergleichsweise kommod war's schon und die Mission gelang zügig und stressfrey. Dass nicht alles, was hier aufgefahren wird, dem erlesenen Gusto des Autors zukömmet, ergibt sich ohne weiteres aus dem bisher vorliegenden Bildmaterial. Dass man hier auf Kostenfallen und
    auch auf Taschendiebe gefasst sein sollte, ist ebenfalls keine neue Erkenntnis.

    Freunde des Weihnachtstrubels werden der 'Heimat der Heinzel' aber sicherlich eine recht liebevolle Gestaltung und ein vergleichsweise qualitätsvolles Warenangebot zugute halten. Und eine frühlingshaft temperierte Eisbahn gibt es ja auch nicht überall.

    Das reicht ja dann doch noch locker für drei Sterne.

    mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas

    geschrieben für:

    Freizeitanlagen / Marketing in Altstadt Stadt Köln

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    6.

    Calendula Der Inhalt Deines Beitrages kommt mir bekannt vor. So ähnlich geht es hier ebenfalls zu. ,-)
    Schon seit vielen Jahren besuche ich deswegen keinen Weihnachtsmarkt mehr.
    Ausgeblendete 9 Kommentare anzeigen
    eknarf49 Danke für den witzigen Bericht (mit ernstem Hintergrund). Auch ich bin immer erstaunt, dass gerade die Engpässe stets zur Gruppenbildung für Langzeitgespräche einladen. Kinderwagen-Attacken kommen erst an zweiter Stelle.
    Puppenmama Danke für Deinen klasse Bericht und den schönen Fotos.
    Auch ich besuche aus den von Dir angegebenen Gründen schon ewig keinen Weihnachtsmarkt mehr.
    Herzlichen Gückwunsch zum verdienten grünen Daumen.


  7. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. von 27 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Carlton Astoria! Ein Name wie Donnerhall, welcher gleich zwei der allerlegendärsten Nobelherbergen der Welt in sich zu vereinen scheint. Allein die Tatsache, dass die zweifache Übernachtung mit Frühstück grad amoi 'jecke' 333 Euro kosten soll (München Innenstadt! Wies'n Zeit!) deutet zunächst darauf hin, dass hier nicht der ganz exorbitante Luxus wie an der Côte oder der Park Avenue aufgefahren wird. Ein Eindruck, der auch dadurch untermauert wird, dass sich die diensttuende Empfangsdame durch unser Erscheinen keineswegs bemüßigt sieht, ihr langwieriges - aber immerhin dienstliches - Telefonat zu beenden. (Die leicht amüsierten und anderweitig logierenden Töchter bedienen sich derweyl ausführlich aus der am Tresen bereitstehenden Bonbonniere) Die wichtige Wegbeschreibung zur Tiefgarage - fürs Automobil - erfolgt in kurzen Stichworten, sowie der Ansage: 'Aba des Park-Kartl miassn'S ma morgen unbedingt zruckgeben!'. Nun hatte ich aber doch für zwei Nächte reserviert... Wuseln im Papierkram: 'Jo, scho Recht'. Zimmerschlüssel wird hinabgereicht, Gepäck deponiert, Abmarsch zum Tagesprogramm, zuvor jedoch den Zimmerschlüssel wieder beim Münchner Empfangs-Original (wia aus an Karl-Valentin-Stückerl) hinterlegen. Rückkehr zu sehr fortgeschrittener Stund. Ich war bereits für einen herzhaften Gedankenaustausch ('Um dia Zeit, sogn'S amoi...?!?') gar präparieret, wurde diesmal aber von einem freundlichen Gentleman beschlüsselt.

    Die Kammer: durchaus geräumig, soweit zweckdienlich, hier und da leichte Gebrauchsspuren, aber recht annehmbar. Leider sammelt sich hier droben ein wenig Zigarettenduft - wohl von außerhalb. Das war's dann leider mit der Frischluft. Doch lenken wir nun das beglückte männliche Auge auf ein überaus hinreißendes Damenbildnis... sehet selbst! Eine unvollständig abgebildete aber wohl vollständig entkleidete Dame von vorbildlichem Körperformat, ruhet hingeschmiegt, das Haupt auf der linken Armbeuge abgelegt. Wartend auf den jungen, heldenhaften Geliebten, der ja wohl jeden Moment von seiner depperten München-Stadterkundung zurück sein wird. Und wieder (vgl. Musée Matisse, Nizza) gelingt dem sehr bewunderten Meister mit wenigen wohlgesetzten Linien eine Darstellung vollkommener Schönheit. Soweit als ich bin betroffen, stellt sich fortgeschrittenes Wohlsein ein. Welches sich unmittelbar auf dem Entnahmezettel der großzügig bepreisten Minibar manifestiert. Die Funktionsüberprüfung des Flachbildschirm-Fernsehapparates unterbleibt selbstverständlich unter diesen Umständen. Allenfalls die aufdringlich gleißenden Leuchtdioden werden zur Nacht mit Gegenständen aus dem Privatfundus abgeschirmt. Nachtruhe sodann völlig ungestört und sehr kommod.

    Auch im übrigen, recht gediegen eingerichteten Haus finden sich gar etliche schöne Dekodamen. Das Buffet im etwas kleinen Frühstücksraum ist von dera Art, dass schad is', eigentlich auswärts zum Brunch im Familienkreise verabredet zu sein. Am Sonntag nehme ich mir hier mehr Zeit und die deutlich überdurchschnittliche Versorgungslage wird heut noch durch die Anwesenheit wohlgeratener Brezn verstärkt. Eine aufmerksame, freundliche Nachschenkerin ist mit Heißgetränken aller gängigen Stilrichtungen zur Stelle.

    Das privat geführte Haus verfügt über über 70 Zimmer. In einem hängt laut Proschpekt das reproduzierte Bildnis einer eleganten Klimt-Dame: a net schlecht, aber natürlich kein Vergleich. Die geografische Position ist angesichts der nahen Museen ideal für Erkundungsgänge. Besonders, wenn man sich von der gutherzigen Ersten Tochter jene Äpp aufs ungeliebte Händi transferieren lässt, woraufhin der eifrig umanandwieselnde Autor als beweglicher Punkt im Straßennetz erscheint. Ein gelungenes Wochenend demnach, wozu neben der Niederlage des örtlichen FCB auch das Carlton Astoria einen ordentlichen Teil beigetragen hat. Der Name leitet sich nach Aussage des freundlichen Auscheckungs-Concierge aus zwei ehedem unabhängigen und separaten Münchner Hotels her. Das verbliebene Haus firmiert nach diversen Eigentumsübertragungen nun halt gemeinsam. Die Prospektaussage 'Charme und ... besondere persönliche Atmosphäre' wird ausdrücklich bestätigt. Wiederholungsgefahr über 80% und:

    mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas

    geschrieben für:

    Hotels in München

    Neu hinzugefügte Fotos
    7.

    Ausgeblendete 26 Kommentare anzeigen
    carlossa klasse Bericht ... die Nasszelle sieht aber doch recht beengt aus für so viel Schotter?;-)))
    Sir Thomas dankschee, mitanand ;-) Auch an die vieledle GDVS. Das Bad war schotterfrei - liebe Carlossa - da ich ja nur für die Kammer und Frühstück und Tiefgarage und Minibar zahlen musste.
    Sedina Glückwunsch zum gelungenen Bericht und zum verdienten Wochenkrönchen auch von mir. Das ist ein interessanter Tipp - gerade für mich, der ich es gerne etwas altmodischer habe. Die Empfangsdame am Telefon hätte mich aber zur Weißglut gebracht....
    Sir Thomas mei is des liab! Und das für diesen eher anekdotischen denn Nutzwert-optimierten Aufschrieb. Aber passt scho :-p
    Danke für den unverhofften Zuspruch und beste Grüße sowie Wochenendwünsche aus der löblichen Colonia, T.
    Sir Thomas Dankschee mitanand. Allerdings sollte dies eigentlich nicht mehr als BDW eingeblendet werden. Der 'Ruhm' gebührt nun Kisto's imperialistischer Betrachtung ;-)

    https://www.golocal.de/hamburg/theater/imperial-theater-6MMvz/


  8. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Oooh-hoohoo-hooo... lang ist's her, dass der Kampfmönch 'Caine' (David Carradine) des Samstags zur besten Kinder-Sendezeit irgendwelche Abenteuer in den Landstrichen der Langnasen zu bestehen und - dank überlegender Kampftechnik - Schurken in die Schranken zu weisen hatte. Die diversen Choreographien wurden gerne unter Hinzuziehung der Geschwister imitiert - vorzugsweise im Garten und natürlich weitgehend talentfrei. Ernsthaftes Interesse an asiatischen Kampfsportarten ist in meiner Generation nicht weiter nachweisbar. Bei der seinerzeitigen Judo-AG an der gymnasialen Oberstufe habe ich lediglich etwas Anerkennung als fleißiger Mattenschlepper erworben - ohne dass dies jedoch zu einem dunkelfarbigen 'Gürtel' gereicht hätte. Wie schön, dass wenigstens der Nachwuchs die Sache angeht und entsprechend klare Vorgaben betreffs baldigem Geburtstagsgeschenk macht. Ein Ju Jutsu-Anzug muss also her, und da wird sich in der Sportstadt Köln (Zweitliga-Tabellenführer!) ja wohl was machen lassen?

    Ganz so einfach ist das nicht - unsere bekannteren Spochtartikler glänzen im Fachbereich Selbstverteidigung mit ziemlichem Desinteresse. Dabei ist es ja nicht so, dass für Aikido, Taekwondo, Karate oder eben Ju Jutsu jeweils völlig unterschiedliche Arbeitskleidung erforderlich wäre. Jedenfalls nicht auf Anfänger/*&innen-Niveau. Leichter als meine seinerzeitigen Klamotten sollte es sein - denn die Bewegungsabläufe sind schon etwas ganz anderes als das eher unansehnliche Gezerre und Umanandwuchten im Judo, wo entsprechend schwere Bekleidungs-Stoffqualitäten vonnöten sind. Zu beachten ist auch die Etikette: Taekwondo-Kombis mit schwarzem Revers dürfen beispielsweise nur Träger/*&innen der Meistergrade (Dan) anhaben. Und wer sich ein ultra-stylisches schwarzseidiges Kung-Fu Outfit mit weißen 'Knebelknöpfen' zulegt, sollte schon mehr draufhaben als Purzelbäume, will er sich nicht als lächerlicher Poser disqualifizieren.

    Dies alles und noch viel mehr gibt es beim Asia Sports. Dazu eine kompetente Beratung der eher kernigen Sorte (vgl. auch Fa. Niggemann Köln, Arbeitsverkleidung) die ich persönlich ja mehr schätze als das beflissene Gesäusel etwa beim neuerdings wöchentlichen Juwelierbesuch. Angeblich seien die mehrfarbig abgestuften Gürtel beim Ju Jutsu nicht zwingend erforderlich. Den (in unschuldigem Weiß) hat das Kind aber dezidiert mitbestellt - und bevor ich vom selbigen wegen Schlechtleistung aufs Kreuz gelegt werde... Ju Jutsu - etwa die 'Sanfte Kunst' ist ein etwas uneinheitliches Gemisch verschiedener Selbstverteidigungstechniken für den - ähem - Alltagsbedarf. Wer herzhafter zur Sache gehen möchte findet im gut sortierten Ladengeschäft (notfalls im Online-Shop) auch Freefight- und Boxhandschuhe oder - warum nicht? - Übungswaffen. Darunter werden hier Fuchtel-Stöcke, Wu-Shu-Säbel oder Katana ('Samurai-Schwerter') mit - huch - 'funktionstüchtiger Klinge' verstanden. Auch das Tai-Chi-Teleskopschwert hilft im Zweifel bei der Selbstverteidigung im öffentlichen Nahverkehr oder im Stadion. Als Gegenmaßnahmen gibt es Protektoren für diverse Körperstellen und für danach ein friedfertiges Meditationskissen. Einfach mal auf die Webseite gehen. Wer sich danach immer noch ungeschützt ins nächtliche Ghetto begibt, ist selbst schuld.

    Das Ladengeschäft an der Lindenstraße ist am ehesten über die Bahnhaltestelle bzw. das Parkhaus am Rudolfplatz nebst kurzem Fußmarsch (schon Caine war ja ein Wandermönch) zu erreichen. Radfahren in diesem Quartier allerdings nur für Träger/*&innen des purpurnen Großmeistergürtels: womöglich wäre das Geburtstagsgeschenk beim Bushido-Shop etwas günstiger gewesen. Aber das übliche kunterbunte Harakiri - Kamikaze (um beim fernöstlichen Thema zu bleiben) bis hierhin hatte mir bereits gereicht.

    Mission erfüllt - Verbeugung - Abgang - Matten inkl. Blutflecken wegräumen....

    Mit freundlichen Grüßen,
    Sir Thomas

    geschrieben für:

    Sportbedarf in Köln

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    8.

    Schroeder Was machst Du wöchentlich beim Juwelier?! fragt sich der immerhin bis zum braunen Gürtel gekommene Judo-Mattenträger...
    Ausgeblendete 12 Kommentare anzeigen
    Sir Thomas Danke fürs aufmerksame Lesen ;-)
    Die Lebensumstände gestalten sich dynamisch, Schroeder-san. Mit freundlichem Tai Otoshi, T.
    eknarf49 Ein meiner Meinung nach wie immer erstklassig und lebendig geschriebener Text, dafür vielen Dank. (Gibt es da Punkte?) ;-D
    Sir Thomas Und huuii - der Grüne Gürtel! Verbeugung vor den Erhabenen der GDVS, mehr aber noch vor der geneigten Leserschaft.
    Sedina Glückwunsch zum Grünen Daumen -
    aber sag mal, wirst Du jetzt von Deiner Nachkommenschaft körperlich kurz gehalten ;-)))


  9. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    'Wat nix koss, dat is och nix', weiß der Kölner Volksmund. Demnach hätte man also gar nicht erst zu dieser kostenfrei zugänglichen automobilistischen Dauerveranstaltung ausrücken müssen. Und das ist natürlich Quatsch. Die zur Eröffnung am 16.06.2018 vom Kölner Stadt-Anzeiger dargereichte Jubelschlagzeile 'Sehnsuchtsort für Autoliebhaber' ist freilich genauso weit von der Realität entfernt. (Ähnliches gilt auch für einige bis ins Lächerliche selbstbewusste oder schlicht verfrühte Textpassagen auf der Internetseite des Veranstalters) Die Wahrheit, um die wir uns auf dieser Bewertungsplattform ja alle bemühen, liegt irgendwo in der Mitte.

    Doch der Reihe nach: die heftig und offensichtlich noch nicht so ganz fertig modernisierten Räumlichkeiten befinden sich auf dem Areal des ehedem ersten zivilen Kölner Flugplatzes Butzweilerhof, genannt 'Butz'. Dort kam es ab 1911 zu regelmäßigen Flugversuchen und gemeinsam mit dem nahen Luftschiffhafen Bickendorf zu etlichen fliegerischen Pioniertaten. Und darum sind auch die meisten Straßen des ziemlich scheintoten Wohn- Gewerbe- und Baustellengebiets in der unmittelbaren Umgebung nach Heroen wie Hugo Eckener, Richard Byrd, Freiherr von Hünefeld, Bleriot und sogar Ikaros benannt.

    Am 16. Mai 1926 (dem Himmelfahrtstag, wie Wikipedia freundlicherweise präzisiert) wurde der zivile Flugbetrieb aufgenommen. Der Aufstieg zum zweitgrößten deutschen Flughafen nach Berlin Tempelhof - mithin zum Luftkreuz des Westens - erfolgte rasant. Die darob im Jahre 1936 neu errichteten Empfangs- und Nebengebäude sind leider nicht ganz frei von monumentaler Nazitektur, aber da gibt es andernorts - auch in Köln - aufdringlicheres. Im und nach dem Kriege wurde die militärische Nutzung intensiviert und 1957 endete mit Eröffnung des Köln-Bonner Flughafens die kommerzielle zivile Luftfahrt auf dem Butz. Sportfliegerei fand noch bis 1980 statt und die letzten NATO Einheiten für Lufttransport zogen sich 1995 zurück. Seither wird das Areal für größere Volksbelustigungen im Rahmen vom Musikfestivals oder auch für eine Hl. Messe unter der Leitung des Bischofs von Rom genutzt. Und das neueste Lebenszeichen erfolgte kürzlich durch den nunmehr zu würdigenden Veranstalter Motorworld.

    Kernstück und Anlass ist die Privatsammlung des ehedem Rennrundendrehers, pardon: der Formel-1 Legende Michael Schumacher. Auf der Empore befinden sich insgesamt 16 Geschosse (das Go-Kart wird mitgezählt) vornehmlich italienischer Provenienz. Darunter der orjinal Weltmeister Ferrari von 1998. Die separat vorgeführte 770 PS-Antriebseinheit vermittelt eine zumindest theoretische Vorstellung davon, mit welcher Gewalt die filigranen Kunstwerke über die Rennstrecken der Welt gescheucht werden. För misch wöör dat nix.
    Daneben finden sich - reliquiengleich vitriniert - Helme, Handschuhe, Mützen und Funktionskleidung in großer Stückzahl.

    Die übrige Sammlung im Erdgeschoss ist recht überschaubar. Viele der hier parkierten Automobile sind zudem Privatbesitz, der zum Verkauf angeboten wird. Daher ist es natürlich auch immer etwas Glückssache, ob hier mal ein Maserati oder Bugatti zu sehen ist, oder - wie gehabt - eine eher banale Ansammlung von Porsches.

    Zur Not begibt man sich an die ungünstig spiegelnde und selbstverständlich verschlossene Glasfront des hier ansässigen Lambo- und Bentley Schraubers.
    Die auf drei Ebenen zur Verfügung gestellten luftigen Abstellplätze für Privatfahrzeuge waren ebenfalls spärlich besetzt. Auch der Besucherandrang war letzten Sonntag nicht mit den Menschenmassen des Grand Opening (siehe Bebilderung auf der Webseite) zu vergleichen.

    Ob sich der zweite Hangar noch mit schönen und edlen Automobilen füllt? Oder bleibt der etwa eine fast unmotorisierte 'Event-Location'? Ob der im Ausbau befindlichen Gastronomie, dem unfertigen Tagungsbereich und dem künftigen Vier-Sterne-Hotel am Orte das grausame Schicksal der Kölner Opernbaustelle (hey! Das wäre ja mal eine Besprechung....) erspart bleibt?
    Warten wir's ab. Potential - auch für einen Viertstern - ist sicher vorhanden.

    Der verwöhnte Automobilknipser weist erneut darauf hin, dass der Eintritt frei ist und auch bleiben soll.

    Gleichwohl eine vorerst etwas gemischte Empfehlung

    Mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas

    geschrieben für:

    Automobile in Köln

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    9.

    Novae Wie immer eine runde Sache! Danke für diesen Tipp und natürlich für deinen ausführlichen Bericht ... ich werde es mir auch einmal ansehen
    :)
    Ausgeblendete 8 Kommentare anzeigen
    eknarf49 Einige Fotos hatte ich ja schon vor langer Zeit gelikt, und der Bericht ist wie immer klasse geschrieben, das Liken hatte ich einfach vergessen. :-)
    Sedina Glückwunsch zum Grünen Daumen auch von mir, ich bin allerdings nicht auf der Suche nach einem sportlichen Untersatz, sondern nach einem Familienvan....
    Puppenmama Danke für Deinen tollen und informativen Bericht mit den vielen schönen Fotos.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen.
    La Segreta Gut geschrieben. Herzlichen Glückwunsch zum grünen Daumen aus Mainz.


  10. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    7. von 31 Bewertungen


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    Ei potzblitz! Nun bin ich nach Jahrzehnten mehr oder eher weniger ambitionierter Knipserei doch noch der bisherigen Hausmarke Nikon untreu geworden. Schuld daran war zunächst der eigene Fauxpas, die gute alte Coolpix 9100 in höchst unsachgemäßer Umgebung einzusetzen. Sodann das Fehlen (trotz gegenteiliger Ansage auf der etwas rumpeligen Webseite) des gedachten Nachfolgegerätes beim zweifellos bekanntesten Kölner Fotofachhändler. Die Empfehlung des - wohlweislich aufgesuchten - älteren Gentleman hinter der Ladentheke lautete daher Panasonic Lumix DMC-TZ71. Hmmm.... dann muss ich natürlich die ganzen benötigten Exkursions-Akkus zu 35 Euro each neukaufen. Aber dafür ist das in schicker 60s Retro-Optik inklusive hochedler 'Leica' Inschrift daherkommende Kleingerät ja recht volksnah bepreist. Und kann auch einiges mehr als das bisherige magische Auge. Von der Möglichkeit einer WiFi-Verknüpfung mit allerlei anderen Mobilgeräten werde ich als Old-School-Vertreter sicher keinen Gebrauch machen. Auch sonst ist die sehr ausführliche online-Gerätedokumentation hier und da fast schon überfordernd. Durch die neue Bildbearbeitungs-Software bin ich noch nicht durchgestiegen, aber das geht ja auch noch mit der bisher verwendeten Technik. Alles in allem ein guter Fang, nach bisherigem Vertestungs-Eindruck.

    Dä Gregor ist ein gefährlicher Ort für Freundinnen und Freunde der gepflegten Fotografie. Denn das Sortiment ist schlicht atemberaubend und umfasst dankenswerterweise auch einen großen und bestens präparierten Second-Händ-Fundus. Eine gebrauchte, also bloß vierstellige Hasselblad-Ausrüstung tut's für den Anfang ja vielleicht auch. Genussreiches und ungestörtes Schwelgen - auch für sehr Fortgeschrittene - an den preziosenbestückten Auslagen. Die Fachverkäufer sind stets freundlich und geduldig. Das ist bei der etwas komplexen Materie auch erforderlich. Zum eigenen Erwerb von Ahnung steht der Kundschaft aber auch umfängliche Fotoliteratur zur Verfügung. Fast jegliche Foto- und Videoausrüstung nebst Stativen, Taschen, Druckern, Kabel- und Kleinkram findet sich hier. Ständig laufen irgendwelche Rabattaktionen und man bemüht sich tatsächlich, 'Preise wie im Internet' zu realisieren. Zumindest was die Kameras und Objektive selbst betrifft. Ob nun die freundlich empfohlene Displayschutzfolie tatsächlich 12 Euro kosten muss... Aber dafür hat man es hier wenigstens mit Fachverkäufern zu tun und nicht nur mit virtuellen Einkaufswagen. Auch die Möglichkeit des Ausprobierens im Rahmen einer Hardware-Kaufentscheidung ist halt nur im 'stationären' Fachhandel gegeben.

    Dass meine weiterhin hier zu erwartenden Bebilderungen in Zukunft wesentlich hochwertiger ausfallen werden, darf bezweifelt werden. Dann dafür ist trotz fortgeschrittener Raffinesse der Fototechnik immer noch hauptsächlich die Imagination des Users ausschlaggebend. Und das ist auch gut so.

    Mit freundlichen Grüßen, Sir Thomas

    geschrieben für:

    Sonstige Gewerbe in Köln

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    10.

    Papa Uhu + Theo Guten Abend Sir, Euer Ehren....
    lieber Thomas, Euer Bericht macht Mut, sich dem Wagnis des Erwerbes einer neuen fototechnischen Ausrüstung hinzugeben - bin immer noch am Hadern, meine Entscheidung wird jedoch doch durch Ihren Beitrag recht positiv beeinflusst. Meine Vermutung ist, dass diesem noch eine grüne Folie zugetan wird, ob sich das auf die zukünftige Bildqualität auswirken wird, mag ich nicht beurteilen und verbleibe mit besten Grüssen aus dem Berliner Süd-Ost...

    Prima...
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    Sir Thomas ja nun... nur Mut. So richtig viel fundamental falsch machen kann man im hier besprochenen Preissegment 200 bis 300 Euro nicht. Für mich war eine kompakte Komplettlösung ohne Ausrüstungs-Schlepperei wichtig.
    Philipp Meine Kamera hat den Geist aufgegeben, als ich sie versehentlich fallen ließ.

    Der Bericht fällt so schnell nicht, der ist gut!
    Papa Uhu + Theo Wohl an Sire, meine Vorstellungen gehen in strapaziöseren Gefilden, was zumindest die Unnahbarkeit manch eines Objektes der visuellen Begierde den Garaus macht - nun sind von daher etwas mehr Taler des Beutels von nöten, was zumindest das Gewicht ausgleichen sollte...

    ;-)
    Puppenmama Danke für Deinen tollen Bericht. Da hast Du eine gute Wahl getroffen.
    Einen Second-Hand-Fundus (Sammlung) habe ich mit 48 Kameras auch, die meisten noch funktionsfähig. Meisten benutze ich die Nikon Coolpix S9700, die auch hervorragend ist, da mir die Schlepperei mit meinen beiden großen Kameras zu lästig ist.
    Viel Spaß mnit Deiner neuen Kamera.
    goschka Das liest sich ja toll. Da scheint Jemand Ahnung zu haben. Ich möchte mir auch mal für meine Reisen eine Kamera zulegen.

Sir Thomas 
„Regisseur“

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Erzherzog