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  1. Userbewertung: 2 von 5 Sternen

    2. von 2 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Das Leben spielt ja jedem Menschen dumme Streiche.
    Manchmal trifft man liebenswerte Exemplare der selben Gattung, die plötzlich leider wieder aus den eigenen Lebensumständen entschwinden, andere hat man (gefühlt immer) an der Backe und möchte sie eigentlich los werden....

    Seit zehn Jahren trifft sich ein immer größer werdender Kreis (man vermehrt sich biologisch) ehemaliger Student*innen einmal im Jahr irgendwo in Württemberg.
    Ein Ritual... Kontaktpflege... Neuigkeitenaustausch... Vorurteilsbestätigung oder liebevolles Wiederentdecken... manchmal war man ja teilweise auch in einander verliebt... oder heiratete gar... Irrungen und Wirrungen aus der Vergangenheit... aber man möchte sich doch nicht völlig aus dem Blick verlieren...

    Die gesamte Blase (immerhin 25 Personen mit den inzwischen entstandenen Kindern und Kegeln) fiel in diesem Jahr in den Schwäbischen Wald ins Naturhotel am Ebnisee ein.

    Die studierten Landeshistoriker*innen hatten sehr bewusst gewählt:

    Schließlich war der Ebnisee im 18. Jahrhundert als Staussee für die Holzversorgung der Landeshauptstadt Stuttgart gebaut worden, um die Flösserei aus dem großen Wald zu sichern und die indutstrielle Revolution mit Bau- und Brennholz zu befeuern.

    Es war also ein inhaltlich ziemlich schwer gewichtiges, trinktechnisch vielfältiges und trotzdem entspannendes Wochenende geplant...

    Das geräumige und traditionsreiche Naturhotel am Ebnisee sollte die entsprechende Kulisse bilden... Kinderspielbereich, Sauna-und Wellnessbereich, Schwimmbad, gute Küche und das alles direkt am alten Stausee mitten im ruhigen Schwäbischen Wald.... perfekt...zumindest theoretisch.

    Das - für den ambitionierten Nachwuchs der Blase - nicht unwichtige Schwimmbad war leider "in restauro"... gut das kann passieren.

    Im heranziehenden Herbst ist diese Baumaßnahme zeitlich etwas unglücklich gewählt, da der fast natürliche Ebnisee zu dieser Jahreszeit nicht gerade zum Planschen einlädt...

    Die kleine Sauna und das schwachbrüstige Dampfbad waren zum Glück nach mehrstündiger Voranmeldung nutzbar...

    Das Zimmer für schlappe 108 Euro pro Nacht war großzügig dimensionert, über den alten, ziemlich vergammelten Teppichboden kann man zur Not großzügig hinwegblicken, auch die alten, rachitischen Badarmaturen sind nicht so bedeutsam....

    Das Frühstücksbuffet war im erwartbaren Rahmen und der Nachschub an Rührei, Weckle, Wurst, Käse und Müsli wurde für die verfressene Gemeinde schnell und zielstrebig aufgetischt.

    Ein Erlebnis der besonderen Art waren die Abendessen.
    Dazu sollte man wissen, dass das Haus über eine formidabel ausgestatte Kücheninfrastruktur verfügt, da man bis 2011 hier eine "Sterne-Küche" zelebrierte....

    Tja, tempi passati...

    Null Organisation, völlig überforderte, kaum deutschsprachige Servicekräfte und ein Kochniveau, das einem jeden Genuss verunmöglichte.

    Wer Kleinkinder über 1,5 Stunden auf ihre Spaghetti warten lässt, Kässpätzle als undefinierbare Pampe serviert und Salate für zehn Personen einfach "vergisst", darf sich über lautstarken Protest nicht wundern.

    Insgesamt ein Alptraum....

    Aber der Whiskey an der Bar schmeckte... danach.... Lagavulin, 16 Jahre alt...

    Keine Empfehlung!

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Hotels in Kaisersbach

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    1.

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    Blattlaus Es mag an die 25 Jahre her sein, da waren wir mit den Kindern öfters in der nicht weit entfernten Bärenhöhle. Und sind auch am Ebnisee eingekehrt. Sind damals schon nicht zufrieden gewesen, weil man immer sehr lange warten musste.
    Schroeder Damals zogen aber noch Roberto Blanco und Franz Beckenbauer hier durch die "heiligen Hallen"...zumindest verkündete das der Herr Chef-Toupéträger des Hauses...
    Blattlaus Ich entsinne mich, dass der Ebnisee in früheren Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel war. War selber als Kind schon mit den Eltern da, und habe noch Fotos von meiner Mutter,die als junge Frau hier schon einen Betriebsausflug machte.
    Damals waren wahrscheinlich die Glanzzeiten des Hotels.
    Ein golocal Nutzer Sehr schade, dass insbesondere die schlechte Küche das Treffen verhagelt hat. Aber wenigstens gab es guten alten Schottischen, an dem man sich festhalten und bei Bedarf den Aufenthalt schön saufen konnte :-)
    LUT Der Ausdruck "das schwachbrüstige Dampfbad" gefällt mir richtig gut! :-)
    Gratulation zum Daumen!
    Sir Thomas demnägschd dann halt was in der Toskana für die hochmögende Akademikerschar. Glückwunsch zum Trostwhisky (same here...) und danke für unfreiwillig beste Unterhaltung, lieber Schroeder.
    Schroeder L a n d e s h i s t o r i k e r.... auch gerne * i n n n e n.
    Aber das nehmen wir doch dann zwangsläufig ernst.... ;-)
    La Segreta Unfassbar diese Zustände, aber die Bewertung verdient 5 Sterne.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Daumen.
    ubier LANDEShistoriker - wärt Ihr mal über den Spätzleäquator nüber ins badische gefleucht - da wär sowas nicht passiert...

    Jetzt erst auf Konzentrats Spuren entdeckt und gerne gelesen, lieber Schroeder.
    Sedina Und ich wandele auf des Ubiers Spuren, gratuliere zum Lagavulin und zum Grünen Daumen und bringe mal zum Ausdruck, dass ich versiffte Teppichböden bestenfalls in Hotels akzeptiere, die versiegelte Einmal-Pantoffeln für ihre Gäste bereitstellen.
    1 1/2 Stunden Wartezeit in der Gastronomie lassen bei mir den klassischen Flaschengeisteffekt entstehen!


  2. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Das Essensangebot war verlockend:

    Frischer Salat aus den heimischen Beeten als Vorspeise.

    Rinderbraten vom Boltenhöfer Bio-Weiderind mit caramelisierten Möhren, wahlweise mit selbstgemachten Semmelknödeln oder Salzkartoffeln
    oder:
    Frische Forelle aus Lychen mit Petersiliekartoffeln und Mandelbutter
    oder:
    Wildsaubraten aus den heimischen Revieren mit Salzkartoffeln und Prinzeßbohnen
    und zum Abschluss ein selbstgemachtes "Sommereis" mit roter Grütze...

    Der Preis für die Köstlichkeiten formidabel: 26 Euro für das gesamte Menü....

    Der Schwabe auf seiner Brandenburg-Expedition war schon mal angefixt...

    Aber, wo lag dieses Gut Boltenhof denn nun genau in dieser endlosen Streusandbüchse mit ihren immer gleichen Kiefernwäldern und unermesslich großen (vertrockneten) Feldern?

    Nahe Fürstenberg am oberen Havellauf, nur über eine winzig kleine Straße erreichbar, die kurz vor dem Ziel eine herrliche Lindenallee mit uraltem rumpeligem Kopfsteinpflaster bildet.
    Das ehemalige Rittergut Boltenhof zählt zu den wenigen historischen Gutsanlagen, die bereits ab dem 16. Jahrhundert entstanden sind und das noch in seiner ursprünglichen Form mit fast allen Nebengebäuden erhalten ist.
    Die heutigen Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert.

    Gutes Essen im historischem Ambiente, liebevoll zurückhaltend restauriert und mit dem Anspruch eine nachhaltige Biolandwirtschaft mit regionalen Produkten zu vermarkten.
    Da wollte ich hin!

    Im Haupthaus ist der Hofladen und das Restaurant untergebracht.
    Hier stehen auch sechs Doppelzimmer für gestresste Stadtbewohner*innen zur Verfügung, wahlwiese kann man/mensch/frau auch eine der zehn Ferienwohnungen in den ehemaligen Arbeiterhäusern mieten.
    Der Feriengast kann zwischen Selbstversorgung mit oder ohne Hofladen wählen oder sich vom Frühstück bis zum Abendessen im gutseigenen Restaurant verwöhnen lassen.
    Für Familien mit Kindern ist das natürlich ein herrlicher Entspannungsort.

    Die Basis der nachhaltigen Landwirtschaft sind eine Fleckvieh- und eine Limousin-Rinderherde für die das Futter direkt vor Ort wächst...

    Oder man kommt nur einfach zu einem köstlichen Essen (unter der Woche wird sogar ein Mittagstisch angeboten).

    In den rustikalen Räumen des Restaurants mit altem Mobiliar wird bei einem aufmerksamen Service wirklich gute Kochkunst geboten.

    Für mich eine wunderbare Adresse und Entdeckung im nördlichen Brandenburg, das ja nicht immer und überall mit guten Speisemöglichkeiten gesegnet ist.

    Gruß Schroeder

    P.S.
    Ergänzung zu den oben angegebenen Öffnungszeiten:

    Von Ostern bis Neujahr ist das Restaurant täglich geöffnet, außer am 24. und 25.12.
    Ansonsten freitags bis sonntags & feiertags.

    geschrieben für:

    Restaurants und Gaststätten / Ferienhäuser in Boltenhof Stadt Fürstenberg an der Havel

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    2.

    Ausgeblendete 33 Kommentare anzeigen
    ubier und was bitteschön ist ein "kleiner Erich"? Honecker kann es ja nicht mehr sein - und zum Vernaschen war der nie...
    ubier Au weia...

    Na ja, wenns Bio ist, ist nicht mehr viel Erich drin...

    Der Schwabe lebt feudal im Urlaub - der badisch-gelbe Neid ist mit ihm!
    Männlein Meinen herzlichsten Glückwunsch zum GD. Aber @ubier: der badisch-gelbe Neid sei mit ihm? Ich bin dem Herrn Schroeder nicht neidisch. Die Schwoba sollet doch essa was sie wolla.
    Schroeder Tja, opavati®, ein Schwaben-Scout kann auch noch etwas für Dich neues in Deiner erweiterten Home-Zone entdecken.... ;-)
    grubmard Nicht Dein Ernst !?!

    https://www.golocal.de/fehrbellin/evangelische-kirche/dorfkirche-wustrau-YV7ut/fotos/

    Ich hätte besser vorarbeiten sollen ...
    Schroeder Der sprichwörtlich fremdenfreundliche Brandenburger war meine Rettung...
    Er sperrte ohne Voranmeldung die Kirche auf (wenn Sie schon mal da sind...) und zeigte dann noch den kurzen Weg zu Herrn Ziethen... :-)
    Sedina Das ist eine schöne Ecke Deutschlands und Dein Bericht ist eine tolle Empfehlung.
    Danke und Glückwunsch zum Grünen Daumen!
    Schroeder Es war eine sehr schöne Reise in und durch Brandenburg.
    Nochmals herzlichen Dank an Grubmard für die große Unterstützung.


  3. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Das war jetzt wirklich ein Überraschung!

    Eine Einladung von einem guten Freund zur Weinverkostung nach Linsenhofen ins Neuffener Tal....
    Weingut DOLDE.

    Dass sich dieser Kerl im Schwabenland besser auskennt als ich, musste ich mit den Jahren resignierend aktzeptieren...

    Aber das war der Hammer!

    Wein aus Linsenhofen, vom Albtrauf aus Weinlagen, die in 530 Metern über dem Meeresspiegel liegen....Cuvée Essigwässerle oder was sollte mich da erwarten?!

    Das Weingut Dolde bewirtschaftet sagenhafte 1,5 Hektar im Neuffener Tal.
    Der Betrieb besteht aus einem Ehepaar, das mit Herzblut ihrer Passion nachgeht.
    Nicht die schlechteste Vorraussetzung ist, dass Herr Dolde mal Chemielehrer war... da weiß mann wie Hefe reagiert....

    Mich Skeptiker begeisterten schnell die Weißweine aus diesen sehr speziellen Lagen.

    O-Ton Monsieur Dolde:
    Durch die Höhenlage haben wir kühle Herbstnächte, die niedrigen Temperaturen halten trotz der Feuchtigkeit die Trauben gesund."
    Die Cool-Climate-Weine erhalten dadurch intensive Aromen, die früher extreme Säure zeigt sich elegant und frisch. Es sind Weine mit eigenem Charakter, die nicht am Gaumen kuscheln. Sie verleugnen nicht, dass sie unter außergewöhnlichen Bedingungen entstanden sind.

    Hier werden Silvaner-Trauben gekellert, die nicht den tranigen, süßen Geschmack der Kaiserstühler Weine haben...

    Silvaner "Weißer Jura" ist ein exzellenter mineralischer Weißwein mit viel Säure, der fast jeden guten Franzosen in den Schatten stellt.

    Der Knaller ist ein Silvaner "Alte Reben" von über 60ig Jahre alten Weinreben, der nur mit eigenen Hefen vergärt wird.
    Die Maische wird nur mit kalten Tüchern gekühlt und die Hefe mit der Hand verrührt.... das ist handwerkliche Weinkunst der Extraklasse!

    GRAND CRU aus Linsenhofen!

    Der Schatz des Weingutes ist aber der Boden:

    Nochmals O-Ton Dolde:

    Unsere Linsenhöfer Weinberge (in der hügeligen Landschaft vor dem Albtrauf) stehen auf Mittlerem Jura, teilweise auch auf einem Vulkanschlot. Der Boden ist stark kalkhaltig, tonig- lehmig, schwer und weist relativ wenig Steinanteil auf.
    Der vulkanische Boden ist dunkel, sandig und leicht erwärmbar.

    Darauf gedeihen charakterstarke Weißweine und ein sehr süffiger Rosé-Wein auf Spätburgunderbasis, die in Württemberg ihres Gleichen suchen.

    Die Spätburgunder-Rotweine, die teilweise auch im Eichenholzfass ausgebaut werden, sind mir zu mild und zu flach.... aber das ist reine Geschmackssache.

    Ein großartiges, kleines Weingut mit Menschen, die Ihre Arbeit lieben...

    Von Herzen und mit großer Begeisterung:
    Alles Gute für die nächsten Weinjahrgänge!

    Gruß Schroeder

    P.S.
    Ach so, die Flaschenpreise für die Weine liegen bei knapp 8 bis 14 Euro

    geschrieben für:

    Wein / Weinkellereien in Linsenhofen Gemeinde Frickenhausen in Württemberg

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    3.

    opavati® Nix gegen Kaiserstühler Weine, vielleicht hast du ja nur die falschen probiert. Wir haben kürzlich, bei Salwey, wunderbare Burgunder verkostet.
    Ausgeblendete 21 Kommentare anzeigen
    opavati® @schroeder: Genossenschaftsweine sind in der Regel und überall nicht die Tropfen meiner Wahl. Wobei ich ein paar Flaschen aus dem Lieblings Weingut unserer Lieben Blattlaus mit nach Berlin genommen habe. Warum die Genossen immer noch nicht den Knall gehört haben, verstehe ich nicht.
    Sedina Und ich hatte immer gedacht, profunde Chemiekenntnisse gebe es speziell bei den Genossenschaften....
    Danke für die Empfehlung und Glückwunsch zum Grünen Daumen!
    Schroeder Ich bewundere und staune über dieses handwerkliches Können sehr, schließlich hat er es nicht mit der "Muttermilch" oder dem "Mutterwein" gelernt.
    Aber inzwischen heimst er die Lorbeeren verdientermaßen ein...
    LUT "Weine , die nicht am Gaumen kuscheln" ...
    Ich bin erfreut, dich nach wie vor bei guter Schreibe zu lesen :-))


  4. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Navigationsgeräte in Automobilen sind ja äußerst dubiose Geräte...

    Hat man/mensch/frau sie gewissenhaft gefüttert mit Start- und Zielort, präziser Hausnummer, eventueller Querstraße wird man im großen und ganzen verlässlich ans Ziel geführt.

    Strecken wie Tübingen - Timbuktu oder Tübingen - Addis Abeba sind da kaum ein Problem....

    Versucht man die selbe Idee in kleinem Distanzraum umzusetzen, staunt man über über Irrwege und Umwege, besonders wenn man es im eigenen wohl bekannten Home-Territorum mal spaßeshalber testet...

    Mein dreimal geschleudertes Hightech-Garmin-Navi ist so ein Kandidat.
    Mitten in der Pampa sind kleinste Feldwege, holprige Verbindungsstraßen oder tiefste Hohlwege plötzlich die "schnellste Route"...

    Wenn der eigentlich bestimmende Homo sapiens am Steuer Zeit hat, ist er amüsiert und macht oft erquicklicke Entdeckungen: Landschaftliche, motorsportliche oder auch (seltener) kluninarische...

    Bei der letzten Abenteuerfahrt über die Schwarzwaldkämme (Garmin gesteuert) erblickte der zuckende Augenwinkel ein kleines Hinweisschild "Hofkäserei Unterhohnenhof"...

    Schwarzwaldkäse?!

    Der geneigte Kulinariker kennt ja einiges "authentisches" aus diesem dunklen Wald... Kirschtorte, Kirschschnaps, Forellen, Schinken... aber Käse?!

    Bremse rein und abgebogen, "BITTE WENDEN" auf dem zwei Meter breiten Weg ignoriert und da stand er, die Pracht eines Schwarzwaldhofes...

    Im Unterhohnenhof wird von eigener Milch Käse noch wirklich handwerklich im großen Kupferkessel produziert.

    Die Kühe weiden auf den Wiesen drumherum und Silagefutter kommt nicht ins Tier....
    Der Käse wird im Steinsalzbad veredelt und reift auf Holzbrettern im Naturkeller des Hofes.
    Dieser Rohmilchkäse ist mit der Rinde essbar und wird weder pasteurisiert, homogenisiert oder gar ultrahocherhitzt...

    Im Angebot sind würziger Bergkäse, der auf Fichtenbrettern reift,
    sahnig-rahmiger Butterkäse (für Raclette geeignet), der sehr würzige Weichkäse "Hohnenlaible" mit einer Rinde aus Rotschmiere und Kräuter-, Pfeffer- und Bochshornkleekäse aus Heumilch...

    Im winzig kleinen Hofladen werden diese Köstlichkeiten zu sehr moderaten Preisen verkauft.
    Großartig, dass es so etwas (noch) gibt!

    Auf dem Hof kann man/mensch/frau auch Ferien machen, aber dazu habe ich keine Informationen.

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Molkereien / Landwirtschaft in Triberg im Schwarzwald

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    4.

    Ausgeblendete 15 Kommentare anzeigen
    Sir Thomas Sie. haben. Ihr. Ziel. erreicht. Oder wolltest du etwa noch zum Motorsport? Glückwunsch zur halb-garmingesteuerten Entdeckung, lieber Schroeder.
    Schroeder Lieber Kaiser R. , das mussten sie nicht mehr erklären, meine Käsereiexpeditionen waren lehrreich....
    Ja. Ich.habe.mein.Ziel erreicht. jetzt.käsekundig... ;-)
    Puppenmama Diese Käsesorten würde ich alle gerne kaufen. Ist leider zu weit weg.
    Danke für Deinen tollen und informaitven Bericht.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Käse-Daumen.
    Sedina Garmin-Käse
    mit Schlaglöchern
    und les herbes forêt-noireuses -
    Guten Appetit und Glückwunsch zum Grünen Daumen ;-)))
    Schroeder Danke für das Lob...
    Hast Du dein Iphönle mit Zitronengras gefüttert... es ist so mitteilungsbedürftig... :-))


  5. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    „… die Spätzle sind das Fundament unserer Küche, der Ruhm unseres Landes, … das A und O der schwäbischen Speisekarte …“
    stellte der ehemalige Verleger der Stuttgarter Zeitung (von den Nazis geschasst) Josef Eberle, alias Sebastian Blau ( er wurde dann Lokaldichter mit Pseudonym) nüchtern fest.

    Spätzla, Spätzle, Spatzen oder Spätzli sind in ihrer Urform eine handgemachte Eierteigware aus Mehl, Eiern, Salz und Wasser, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt wurde.

    In "Oberschwaben" und diesem merkwürdigen unhistorischen "Bayerisch Schwaben" werden sie auch gerne als "Knöpfle" bezeichnet, dies verweist aber auf eine andere Herstellungsweise. Dazu später mehr...

    Für den gebürtigen Altwürttemberger, dem "wahren" Schwaben, ein wenig schmerzhaft, befindet sich das einzige "Spätzlemuseum" seit 2013 im oberschwäbischen Bad Waldsee, das doch bis 1807 gar nicht zu Württemberg gehörte, sondern zu Vorderösterreich....

    ...aber der echte Schwabe geht natürlich davon aus, dass Spätzle schon seit den mittelalterlichen Zeiten des legendären Herzogtums Schwaben hier im Südwesten gegessen wurden, und dies umfasste natürlich nicht nur Baden-Württemberg, Teile von Bayern, dem Elsass, sondern auch der nördlichen Schweiz (siehe: "Spätzli"...)

    Hier im Vötschenturm, einem Teil der Bad Waldseer Stadtbestigung von 1407, wurde das kleine, aber liebevoll eingerichtete Museum für des Schwaben Leibspeise eingerichtet.

    Über drei kleine Stockwerke (nur über eine enge Wendeltreppe erreichbar und damit überhaupt nicht für Menschen mit Handikap geeignet) wird die Geschichte und Herstellung der weltberühmten Spätzle dem geneigten Besucher näher gebracht.

    Die Herstellungsmethode ist eigentlich denkbar einfach, erfordert aber in ihrer handwerklichen Form doch ein wenig Übung:

    Spätzle sind Eierteigwaren aus Frischei mit unregelmäßiger Form und rauer, poriger Oberfläche, bei welcher der zähe Teig direkt in kochendes Wasser/Wasserdampf eingebracht wird – wobei ihre Form zwischen dünn und dick, länglich und kurz variiert. Als einzige Teigwaren werden sie bereits während der Produktion zum ersten Mal gekocht. Bei der klassischen Art der Herstellung wird ein Spätzlesbrett verwendet und der feuchte Teig ins Kochwasser geschabt. Bei Massenproduktion wird der Teig entweder durch Lochbleche gedrückt oder er tropft durch diese Bleche ins Kochbad.

    Ursprünglich wurde vor allem das eher grobe Dinkelmehl, viel Wasser und wenige Eier verwendet, da man hierzuland ja eher ein armes Bäuerlein war...

    Heutzutage mischt man gerne Weizen- und Dinkelmehl und gibt für besondere Anlässe viele Eier und wenig Wasser zum zähen Teig, der mit einem großen Holzlöffel in die richtige Konsistenz geschlagen werden muss...

    Traditionell werden die Spätzle von einem unten zugespitzten Holzbrett ins kochende Wasser geschabt, entweder mit einem breiten Messer (das können nur noch die wenigsten Altvorderen) oder mit einem sogenannten breiten Schaber (der Autor bevorzugt diese Technik, siehe Bilder zur Bewertung).

    Die sprichwörtlichen schwäbischen Tüftler suchten mit der Spätzlespresse, eigentlich "Spätzlesdrucker" (für längere Spatzen) und dem Spätzlehobel (für die kurzen "oberschwäbischen" Knöpfle) zu Begin des 20. Jahrhundersts Formen der rationelleren und einfacheren Herstellung...

    Zum Glück haben sich diese "modernen" Varianten allerdings nie flächendeckend im Schwabenland durchgesetzt....

    Im Bad Waldseer Museum werden diese Irrungen und Wirrungen der Herstellungsmethoden bis zur (zu verteufelnden) industriellen Massenproduktion anhand von allerlei Gerätschaften und Filmbeispielen exemplarisch vorgeführt.

    Auch der größte Triumph der schwäbischen Spätzle wird hier nicht verschwiegen:

    Mit dem Astronauten Alexander Gerst flogen Spätzle, Saitenwürstle und Linsen 2014 sogar in den Weltraum. Dies wird bei der geplanten Mission 2018 übrigens wieder so sein....

    Ein kleiner Museumsschatz im schnuckeligen Bad Waldsee für ein großartiges Nahrungsmittel, das übrigens nicht nach dem kleinen Vogel (Spatz = Sperling), sondern nach dem schwäbischen Wort für Batzen oder Klumpen benannt wurde....

    Erwachsene zahlen 3 €, mit Gästekarte 2,5 €, Kleinteile 1,5 € und Babys bis 6 Jahre nix....

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Museen in Bad Waldsee

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    5.

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    Papa Uhu + Theo Mensch Schroeder, datt ist ja mal 'ne ganz andere Sparte. Ernährungshistorisch wertvoller Beitrag. Bist ja richtig uff'm Schaffenshoch. Sehr gelungen und gefällt mir auch daumenmäßig gut...
    Viele Grüsse...
    opavati® Meine Leute essen das ja nicht, wie auch meinen wunderbaren klinkschen, schwäbischen Kartoffelsalat. Ich bleibe aber dran, for sure.
    Papa Uhu + Theo opavati... der äusserst sachdienliche Hinweis war die ursprüngliche Verwendung von Dinkelmehl - Mensch, ditt iss der Kreuz-Bube der ernährungsphilosophischenAuseinandersetzung....

    ;-)))
    Papa Uhu + Theo ich glaub's nicht...
    Donnerwetter...
    was für ein Selbstvertrauen...

    wir bewerten aus Spaß und Freude - das sind ja mal ganz andere Gründe...

    in 900m Höhe, ist das ein gesunder Abstand - schöne Tage noch...

    Grüsse und Sonne im Herzen...
    KristinK Hmmm...meine Likes zählen scheinbar nicht....hab noch keine Rundmail bekommen *ironie-off*
    Keine Sorge Papa Uhu, ich hatte das nicht auf mich bezogen :))
    Papa Uhu + Theo es spricht nichts dagegen, tolle Sachen zu liken - prinzipiell, aber nicht...

    so Schroeder, ich werde Deinen tollen Beitrag nicht zerfaseln und gehe aus Deinem Strang raus - ist 'ne Prima-Sache, schön geschrieben....
    Sir Thomas bit te schöööön. pflichtschuldigst nachgereicht, Meischdr :-D
    Die Fotos hatte ich bereits gewürdigt - das machst du bei mir ja nicht immer ;-)
    Schroeder Du hast dich dort hoffentlich anlernen lassen und kannst Dein Wissen nun in Gander...dingens... weitergeben!
    mrs.liona Tatsächlich hat mich dieser Bericht derartig motiviert, dass ich anhand des veröffentlichten Rezepts eine anständige Portion Dinkel-Spätzle zum Abendessen fabrizierte - mit Bergkäse überbacken und mit kandierten Zwiebeln verfeinert, dazu ein knackiger Feldsalat mit Kürbiskernöl und Balsamico... mjamm :-)
    Männlein Glückwunsch Herr Schroeder zu diesem, ja ich möchte sagen, vollkommenen Bericht. Chapeau sagt heute der Badener.
    Puppenmama Danke für Deinen tollen und interessanen Bericht und Deinen Anregungen.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Spätzle-Daumen.
    ubier Ich sehe schon, wohin uns die museale Kulinarik bringt - schon beim Lesen des Beitrags nimmt man zu und dann das ganze Nachgekoche im Strang...


  6. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    1. von 2 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    In der tiefen oberschwäbischen Provinz...Gospoldshofen...sind noch kulinarische Entdeckungen zu machen.

    Am, im oder nahe beim nicht klar definierbaren Übergang von Oberschwaben ins württembergische Allgäu liegt der Weiler Gospoldshofen, der heutzutage zum einige Kilometer entfernten Bad Wurzach eingemeindet ist.

    Bis heute prägen große Höfe und Streusiedlungen die leicht gewellte Moränenlandschaft im Süden des Ländles.

    Ende des 19. Jahrhunderts mussten die Bauern der Region auf Milchweidewirtschaft umstellen, da ihr Getreide- und Flachsanbau mit dem Eisenbahnbau hier nicht mehr konkurrenzfähig war.
    In den modernen Zeiten des 21. Jahrhunderts "weiden" die Kühe meist in ihren offenen Laufställen....

    Seither wird hier Milch für allerlei Molkereiprodukte produziert und seit den späten 1960er Jahren meist für Großmolkereien, die knebelartige Preise für die Bauern diktieren und die Billigware für die Super- und Discountmärkte für halb Europa herstellen.

    Kleine Käsereien mit lokalen Käsespezialitäten sind rar geworden, der Kunde mag sie nicht oder kennt sie nicht oder ist desinteressiert....
    Billiger "Gummi arabicum-Käse" mit Schnellreifung hat sich für wenige Cents überall gleichbleibend geschmacksneutral durchgesetzt....

    Überall? Nicht so in Gospoldshofen!

    In der kleinen Käserei, die täglich "nur" 4000 Liter Milch von sieben Bauernhöfen aus der direkten Umgebung verarbeitet, geht man noch den anderen traditionellen Weg.

    Direktvermarktung ist auch hier das Zauberwort und eine vergleichsweise "große" Werbetrommel lockt Besucher und im besten Fall dann zufriedene Kunden an, die bereit sind, auch für Käse ein wenig tiefer in den Geldbeutel zu greifen.
    Die kleine Käserei ist nun in der dritten Generation in Familienbesitz und das spürt man.

    Würziger Bergkäse und fein-nussiger Allgäuer Emmentaler (die Schweizer verdammen sicherlich bis heute den Tag, als sie vergaßen sich diesen Namen schützen zu lassen) gehören zum Grundrepertoire auch dieser Käserei.
    Weitere Rohmilchkäse sind der sahnige Wurzacher Moorkäse und der kräftigere Bierkäse.

    Mein Favorit ist der Weißlacker, ein weißer, bröckeliger Käse ohne Rinde, der zuerst drei Monate in Salzlake reift. Nach insgesamt sieben bis acht Monaten Reifung bekommt er eine feine Schmiere und einen extrem pikanten bis scharfen Geschmack, der Nicht-Käseliebhaber durchaus in die Flucht treiben kann...

    Weitere Käsevarianten mit Chili oder Wiesenblumenblüten sind nicht so mein Ding...

    Im Verkaufsgeschäft, in dem man ausführlich beraten wird und auch probieren darf, werden weitere lokale Produkte, wie Streuobstwiesenapfelsaft, Honig und Eier, von sicherlich glücklichen Äpfeln, Bienen und Hennen vertickt....

    Käsereiführungen werden donnerstags um 14.30 Uhr angeboten oder natürlich nach Voranmeldung für Gruppen.

    Ansonsten lockt man potenzielle Kundschaft mit dem Essensangebot im angebauten Sennerstüble (natürlich mit Schwerpunkt Käsegerichte) und dem kleinen Käsereimuseum mit allerlei historischem Gerät zur Käseproduktion.

    Ein gutes Käseangebot, das mit allerlei Briborium drumherum versucht den eher lethargischen Kunden anzusprechen und anzulocken...

    Von November bis April schließt der Verkauf und das Sennerstüble nachmittags schon um 17.30 Uhr und nicht erst um 19.00 Uhr.
    Man informiere sich auf der Webseite...

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    Molkereien in Gospoldshofen Stadt Bad Wurzach

    Neu hinzugefügte Fotos
    6.

    Ausgeblendete 29 Kommentare anzeigen
    Männlein Lieber Herr Schroeder, der Tipp ist gut und hier würde auch ein Badener anhalten und sogar in Württemberg die Türverriegelung öffnen um den Käse zu probieren. Ansonsten sehr gut geschrieben.
    Schroeder Lieber Herr grubmard, die Käserei Vogler ist ein grundsolides Unternehmen, das nur hervorragend gelagerten Käse in den Verkauf bringt. Jawoll.
    grubmard Ich kenne lange gelagerten Käse (Camembert) noch aus Armeezeiten - der war lebendig, der kroch über den Tisch ....
    grubmard Ich kenne aus der Zeit auch Klöße, die in so einem 200-Liter-Kochtopf zu einem Riesenkloß verschmolzen waren. Das Zeug wollte nicht mal die LPG als Schweinefutter.
    opavati® Wir hatten nur Harzer, der aber, zwischen Heizungsrippen geklemmt, sich stinkend verflüssigte. Jetzt behält der immer seinen gleichen Aggregatzustand.
    Papa Uhu + Theo Dank Hängolien und Dauerkeks hätten wir noch ganz andere Hindernisse bewältigt, uff so kleene Flüßchen, geschi..... druff...

    Was "Nicht-Käseliebhaber" in die Flucht treibt, wäre auch mein Ding....

    toller Beitrag Schroeder - ohne rümpfendes Riechorgan meinen Glückwunsch...

    Gruss nach Tübingen...
    grubmard @Schroeder: Oder wäre die falsche Richtung gewesen. So alt, dass ich bei der Wehrmacht gewesen wäre, bin ich dann doch nicht!
    Puppenmama Danke für Deinen tollen Bericht. Bin ja auch ein Käsefan. Ich steh auf sahnigen Käse, der auch stinken darf.
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Käse-Daumen.
    Sedina Ich stimme in opavati®s Jubel mit ein und gratuliere sehr herzlich zur tollen Entdeckung, zum Beitrag und zum Grünen Daumen!
    demayemi Eine Bewertung ganz nach meinem Herzen, zumal ich als Anrainer und Käseliebhaber sehr oft Kunde der regionalen Kleinkäsereien bin :-)

    Was Du über Hartkäse und seine Reife schreibst, weiß ich schon seit meiner Kindheit: Mein Opa stellte zwar nicht selbst her, aber er war qualitätsbewusster Großhändler für Milchprodukte. In der Stadt, aus der mein Klan stammt, ist der Nick 'Käsmoir' immer noch ein Begriff :-D


  7. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

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    Das Dörfchen Niederrotweil (wir sprechen ein langes "o", bitte) schmiegt sich an den westlichen Rand des Kaiserstuhls in der Oberrheinebene unweit von Freiburg im Breisgau.

    Vulkanisches Gestein und mildes Klima lassen hier seit römischen Zeiten Reben gedeihen, die noch bis heute zu recht trinkbaren Weinen vergoren werden...

    Die oft verworrenen und komplizierten Zeitläufe der Geschichte ergaben, dass sich in Niederrotweil das große Benediktinerkloster Sankt Blasien (auf dem weniger milden Hochschwarzwald gelegen) Rechte und Pflichten erwarb, um an den vermeintlich guten Kaiserstühler Wein zu kommen, der auch noch heutzutage auf dem durch die Flurbereinigung völlig verhunzten Vulkangebirge angebaut wird.
    So gehörte, die wohl schon im 8. Jahrhundert entstandene Kirche Sankt Michael (gerne als älteste Kirche des Breisgaus bezeichnet) nun auch zum Sankt Blasier Sprengel.
    1157 wird die - dem Erzengel Michael - geweihte, Kirche erstmals urkundlich erwähnt und Anfang des 14. Jahrhunderts umfassend gotisch verändert und vergrößert.

    So weit, so gut, aber das erhebt sie nicht in irgendeiner Weise über viele ähnliche Dorfkirchen in der Region...

    Mit dem kunstsinnigen und finanziell potenten Sankt Blasier Abt Johannes III. zog ein großartiger spätgotischer Schnitzaltar in die Michaelskirche zu Niederrotweil ein. Johannes war Abt zu Sankt Blasien in turbulenten Zeiten.

    Als er 1532 starb, war sein Kloster gerade wieder im langsamen Aufschwung nach dem es die Bauern 1525 eingeäschert hatten, die Reformation und das neue Menschenbild der nun auch nördlich der Alpen aufkeimenden Renaissance veränderten den Blick auf die Welt auch innerhalb der Kirche nachhaltig.

    Künstlerisch verkörpert der fulminanten Schnitzalter des leider immer noch unbekannten Meisters HL ein inhaltliches Aufbäumen der alten Kirche und ihrer Glaubensinhalte in Zeiten des grundlegenden Umbruchs mittelalterlicher Vorstellungen.

    In Niederrotweil schuf der "Meister HL" einen tiefbewegenden Marienaltar, der den Weg von der Spätgotik in die Renaissance mit bildgewaltigen Interpretationen ebnet, die nur so vor Individualität (neues Menschenbild), dynamischer Bewegung und Interaktion der Dargestellten strotzen.

    Trotzdem überhöht er die Marienverehrung, ganz im Sinne der bald "alten Kirche", die von den Protestanten abgelehnt werden wird.

    Der Schrein des Altars ist aus Eichenholz von einem anderen Handwerker geschaffen.
    Die Schnitzereien der Mitteltafel sind aus großen Lindenholzstämmen gefertigt und die feinen Reliefs der Seitenflügel aus Pappelholz.

    Im Mittelteil wird Maria in einer dynamischen Darstellung von Gottvater und Christus zur Himmelskönigin gekrönt.
    Die mitgelieferten Fotos zeigen einen großartigen Umgang mit dem Holz, man beachte die Haare des Bartes von Gottvater... die Krone ist nicht umsonst der römisch-deutschen Kaiserkrone nachgebildet...

    Die farbige Fassung des Mittelteils und der Predella wurde erst in der Barockzeit hinzugefügt und war ursprünglich nicht vorgesehen.
    Links und rechts stehen der Heilige Michael, Patron der Kirche und Johannes der Täufer, Namenspatron des stiftenden Abtes.

    Auf den feingearbeiteten Reliefs der Seitenflügel werden Szenen aus dem "Leben" der beiden Heiligen erzählt:

    Die Taufe Christi und der Tod Johannes des Täufers, wie auch Sankt Michael am jüngsten Tag als Seelenwäger und beim Engelsturz, der Vertreibung Luzifers aus dem Paradies.

    Im Chor der Kirche haben sich noch Fresken aus der Mitte des 14. Jahrhunderts erhalten, die Mitte des 20. Jahrhunderts wieder entdeckt wurden.

    Der Marienaltar des Meisters HL gehört zu den schönsten Schnitzaltären der Oberrheinregion aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts.

    Einer Region, die bis heute gesegnet ist mit weiteren großartigen Altären aus dieser Zeit:
    Der Altar in Breisach ebenfalls vom Meister HL, dem Isenheimer Altar in Colmar vom alles überragenden Mathias Grünewald und dem Hochaltar des Freiburger Münster von Hans Baldung Grien.....

    Die Kirche ist vom Palmsonntag bis Oktober täglich von 14-17 Uhr geöffnet.
    Sonst Besichtigung nach Vereinbarung.
    Kosten: 1 Euro p.P. und eventuell Führungsgebühren bei Bedarf.

    Gruß Schroeder

    geschrieben für:

    katholische Kirche in Vogtsburg im Kaiserstuhl

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    7.

    Ausgeblendete 77 Kommentare anzeigen
    Sir Thomas 'recht trinkbar...' ist das ein Kompliment aus deinem Munde? Vielen herzlichen Dank für diesen fulminanten Sonntags-Lesegenuss bei... eingeschränktem Urlaubswetter. Begrünung eh fällig, warum also nicht jetzt schon? Froher Gruß vom übrigens hier zuständigen Erzengel ;-)
    Schroeder In der Tat, großer Kunstgenuss für wenig Geld, Calendula.
    Der Wein , lieber Erzengel ist nur in seiner weißen Ausformung mein Geschmack...
    Aber ich danke dem Kölner Erz(b)engel....
    Puppenmama Danke für Deinen klasse und informativen Bericht mit den schönen Fotos.
    Herzlichen Glückwunsch zum grünen Daumen.
    Männlein so jetzt komm ich auch noch: ich habe mich an die Stadt Freiburg, an den neuen OB, und ihn gebeten man möge dem Schwaben Schroeder ein Kurzvisum gewähren. Und........ er hats erhalten. Ist inzwischen aber abgelaufen und Schroeder musste wieder zurück ins Schwobeländle. Und der Tritt gen Baden kam natürlich prompt: ".... trinkbaren Weinen..". Ich übersetzte mal, da Schroeder selbstredend nicht sehr positiv über bad. Weine spricht. Also er meinte, wunderbare vollmundige Weine, aus dem besten Anbaugebiet Deutschlands. Gruß nach Tibinga.
    Schroeder Ich danke natürlich für die Intervention des Kurpfälzers... Habt ihr ein Konsulat in Freiburg?!
    Zum Thema badischer Wein schweige ich fürderhin Stille.... ;-)
    Männlein Oh bitte gern geschehen. Nein ein Konsulat haben wir nicht aber ihr ä schwäbischs Ambassadorle. Und über Wein tausche ich mich gerne mit Menschen aus die etwas davon verstehen. Aber beim ä Schwob wois ich net so recht ob er ebbes vo Wein versteh ko. Dort gibts koin Wein, nur än Moscht, der isch halt billiger.
    Schroeder Zum Thema "schwäbischer Wein" steht immer noch meine Einladung zur Verkostung vorzüglicher Tropfen von Lemberger aus dem Remstal oder edler Schoppen Weißweines aus dem Neckartal.
    Mit liebevollen schwäbischen Grüßen.... Schroeder ;-)
    ubier @Wtaler: Der ist noch nie ausgebrochen, hat nur gemütlich vor sich hingesabbert. Im Oberrheingraben verläuft der Grabenbruch als tektonisches Dehnungs-Phänomen, dadurch können sich keine Magmadruckblasen aufbauen, die man zu einem eruptiven Ausbruch benötigt.
    Schroeder So sind sie, unsere Mitlandesbewohner: Immer sym-badisch, freundlich und direkt...
    Der Orden heißt übrigens:
    Badischer Treueorden in Brillanten mit der goldenen Kette.
    Männlein Ich komm auch noch. Der, der aus dem Herzen von Baden-Württemberg kommt, dem Badner Land, übermittelt dem Schwaben Schroeder seine herzlichsten Glückwünsche zum Orden. Herr Schroeder ich verneige mich vor ihnen, äh warum eigentlich - also ich nicke mal wohlwollend.
    ubier Es gehört ja inzwischen zum guten Ton in diesem unserem Land, erhaltene Auszeichnungen öffentlichwirksam zurückzugeben. Vade retro, Schroeder!
    opavati® Wie wunderbar, allerhöchste Weihen für Schroeder. Glückwunsch.
    Ich werde noch ein paar Bilder dazu tun. ;-)
    opavati® Nur deinetwegen, lieber Schroeder, sind wir seinerzeit in Unterjesingen gelandet. Und nun wieder ein Platz den du empfiehlst. Danke.
    Dank auch an Urbier für die Quartiersauswahl und Einkehrhilfen ...

    Gut, wenn man Eingeborene zur Hand hat. Beste Grüße aus NOB.
    Blattlaus Es wird dir dort gefallen. Die Reben sind inzwischen auch schon schön grün geworden, und es kommt ein Ort nach dem anderen ,wo man gut und gemütlich einkehren kann. In Bötzingen gibt es übrigens auch eine schöne Kirche.
    eknarf49 Danke für die meiner Meinung nach ausgezeichnet geschriebene Bewertung. Besonders interessant ist für mich der Hinweis auf den von Renaissance-Persönlichkeiten begründeten und geförderten 'modernen' Menschen, der nicht mehr bereit war, alles als gegeben hinzunehmen.
    eknarf49 Wirklich unkomplizierter hat es das Leben wohl nicht gemacht, dass es aber richtig war, spürt man doch immer wieder. :-)
    Schroeder Herr "Urbier" gefällt mir gut... ;-)
    ...und wir sind immer gerne behilflich, die Schwaben und die reingeschmeckten Badener...
    ubier auf "Urbier" höre ich schon fast - wobei mir natürlich "Urkölsch" lieber wäre. Aber immer noch besser als "Uralt"...
    Schroeder Das dürfte das Reisebudget nicht gesprengt haben...
    Schön, wenn es Euch dort gefallen hat.
    opavati® Der Gattin gefällt der isenheimer Altar nicht. Da ist der in St. Michael und der in Blaubeuren viel schöner, findet sie. Beste Grüße soll ich sagen ...
    Schroeder Mathis der Maler ist schon Hardcore, aber so schon tiefgründig...
    Aber mit Michel Erhart und dem Meister HL ist man/frau schon sehr weit vorgedrungen.
    Ich winke freundlich zurück zur lieben Gattin! ;-)
    Sedina Warum gibt es bloß kein Monatskrönchen für Kommentarstränge, dieser hätte eines verdient ;-)))
    Ich hab's zu spät gesehen und gratuliere jetzt sehr herzlich!


  8. Userbewertung: 4 von 5 Sternen

    2. von 3 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Eigentlich war das leicht abseitig gelegene "Centrale", ein alt eingesessenes italienisches Bar-Imbiss-Restaurant-Vehikel an der Doblerstraße hinauf zum Österberg, nicht unser Ziel.

    Aber Schroeders Dating-Treff-Vorschlag am Haupthighway der Innenstadt war zur Mittagszeit so hoffnungslos überlaufen, dass die Tübinger Zweier-Combo kurz entschlossen umdisponieren musste.

    Das Centrale liegt unterhalb der Gerichtspaläste der Staatsmacht, neben dem Hauptsitz der Bankenmacht und einiger weiteren Behörden...
    Gediegene Beamtenschaft also allhier und nicht die nervösen Studierenden in Hipsterformat kehren somit ins Centrale ein...

    Zur Mittagszeit ist der eher kleine Laden trotzdem gut gefüllt und dem verblüfften Alt-Tübinger wird der Weg ins bisher unbekannte Untergeschoss gewiesen.

    Im altehrwürdigen Gewölbekeller erhaschen wir noch einen schönen Zweiertisch für's geplante Tête-à-tête...

    Spaghetti in Schweinefilet-Gorgonzola-Sauce (über das "in" sinnierten wir Eierköpfe noch ein wenig...) und Penne all´Arrabiata (mit Knoblauch, Chilli in Tomatensahnesauce) sind schnell geordert, der eher belanglose kleine Salatteller als Vorspeise geht im angeregten Gespräch weitestgehend unter.

    (Die Nudeln hingegegen waren gut, bis sehr gut, meine sympathische Gegenüber aß auch mit sichtlichem Appetit...)

    Der freundliche Bediener war fix, unaufdringlich, aber aufmerksam.
    Der Espresso zum Abschluss italienisch gut. Eine Schluck Wasser dürfte dazu gerne gereicht werden...

    Deutlich weniger belanglos war die wunderbare Mittagspausenbegleiterin, die wieder erstaunliches und erschröckliches aus dem Innenleben der Tübinger Universität zu berichten wusste.

    Wie meist kann man(n) festhalten, wir sollten uns öfters treffen.
    Hier oder dort....

    Gruß Schroeder
    (vor allem an die überaus nette Tischnachbarin)

    geschrieben für:

    Bars und Lounges in Tübingen

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    8.

    Ausgeblendete 35 Kommentare anzeigen
    grubmard "Haupthighway" ....

    Den Nudelpreis traut er sich nicht uns zu sagen .... (Kannst auch in TT (Tübingen-Taler) oder Bitcoin umrechnen)
    Exlenker Schöner Beitrag, der zu Recht begrünt wurde. Glückwunsch dazu!
    Und in einem Gewölbekeller, das würde mir auch gefallen.
    Schroeder Da fällt mir noch auf, HERR Grubmard.
    Unsere Mühlstraße, der Haupthighway, ist ein Verkehrsknotenpunkt, der gerade vor dem Europäischen Gerichtshof als exemplarischer Stinkeort verhandelt wird.
    Ehre, wem Ehre gebührt... :-P
    Sir Thomas Glückwunsch zu allem, mon vieux (!) Ich nehme an, ihr seid ebenfalls mit den dortigen Lichtverhältnisßen klargekommen??
    Puppenmama Ein toller Bericht, der Appetit macht. Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen und liebe Grüße an Euch Beide.
    Sedina Gediegene Staats- und Bankenallmacht
    und mittendrin Schroeder....
    Da ist die liebenswerte Begleiterin sicher für Deine Tochter gehalten worden ;-)))
    Glückwunsch zum schönen Erlebnis, zur wie immer witzigen aber auch aufschlussreichen Schreibe und zum Grünen Daumen!
    Schroeder Da wäre ich aber sehr früh dran gewesen.... nein, Sedina... Brüderchen und Schwesterchen vielleicht...
    Sedina Aber so, wie ich Dich einschätze, geht es Dir doch eher um Intelligenz, Redegewandtheit, Welterfahrung, Kunstsinn, Geschichtsbewusstsein, Gaumengenussfähigkeit und was für innere Werte es noch so gibt....
    Ein golocal Nutzer Danke für die tolle Bewertung. Da ich 10 Jahre meines Lebens in Tübingen verbracht habe, verfolge ich ganz gern, was sich in den 30 Jahren, die ich mittlerweile nicht mehr Tübinger bin, was sich in der alten Heimat so tut. Interessant ist, dass nach Deiner Bewertung die heutigen Studenten "nervös" sind. Zu meiner Zeit waren wir alle "sehr entspannt".


  9. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Die Sülchenkirche ist eine spätgotische Saalkirche mit polygonalem Chor und einer hölzernen Flachdecke.
    Architektonisch nix besonderes und so etwas gibt es hier im schwäbischen Raum wie Sand am Meer.
    Damit könnte mensch es bewenden lassen, Ende der Beschreibung.

    Aber die ganze Sache ist ein wenig komplizierter und spannender:

    Das spätgotische Kirchlein in Sülchen am Rande des heutigen Rottenburg am Neckar hatte eine äußerst prominente Bauherrin(!).

    Nämlich die kurpfälzische Prinzessin Mechthild von der Pfalz (1419-1482), aufgewachsen in der Universitätsstadt Heidelberg, verheiratet mit dem Grafen Ludwig I. von Württemberg und Mutter des allhier hochverehrten späteren Herzogs Eberhard im Barte.

    Nach dem Pesttod ihres ersten Männe und als Mutter von fünf Kindern heiratete Sie mit 33 Jahren ein wenig überraschend den deutlich standeshöheren Erzherzog Albrecht VI. von Österreich, den Bruder des damaligen Kaisers Friedrich III.

    Im Jahre 1463 war Sie im Alter von 44 Jahren bereits wieder Witwe und bezog im vorderöstereichischen Rottenburg am Neckar ihren Witwensitz und baute "ihre Residenz" zu einem Musenhof aus.

    Die erste deutsche Übersetzung des "Dekameron" veranlasst sie...und die Kirche von Sülchen sollte ihre Grablege werden....

    Daraus wird dann nix, denn heute liegt sie neben ihrem Sohn Eberhard im Barte in der Stiftskirche zu Tübingen, übrigens gehen die Gründungen der Universitäten Freiburg 1457 und Tübingen 1477 auf ihre Initiative und Willensstärke zurück.
    (Obwohl ihr Sohn Eberhard im Barte und ihr zweiter Mann Albrecht bis heute als jeweiliger Unigründer in den Annalen stehen....)

    Das spätgotische Sülchenkirchlein darbte dann in den folgenden Jahrhunderten als Friedhofskirche am Stadtrand von Rottenburg am Neckar dahin.

    Aber plötzlich und unvermittelt steht das Kirchlein wieder im hellen Scheinwerferlicht der - zumindest regionalen - Geschichte:
    Im 19. Jahrhundert entsteht mit Napoleons Hilfe das Königreich Württemberg und - horribile dictu - sind nun auch katholische Menschen Untertanen dieses größeren Reiches....

    Eine neue Diözese muss gegründet werden für die Altgläubigen und Rottenburg wird als Bischofssitz erwählt....
    ...und wo Bischöfe leben, sterben sie auch und eine repräsentative Bischofsgruft ist von Nöten... und wieder ist Sülchen ein Ort der Geschichte, denn hier wird nach vielerlei Wirrrnis die Gruft der Bischöfe unter dem Chor eingerichtet....und bis 2011 auch neun von ihnen bestattet.

    ----Fortsetzung folgt ----

    1868 war es endlich soweit:
    Die protestantischen Herrscher in Stuttgart erteilten huldvoll die Genehmigung für die Errichtung einer Gruft in Sülchen.

    Ein wenig Pech war, dass man sich zu diesem Zeitpunkt nicht an den ursprünglichen Namen des Ortes erinnerte... Sülchen kommt wohl von dem althochdeutschen Wort "Sulika" = das Sumpfige......

    Die Gruft lief voll... langsam aber sicher und im Jahre 2011 sollte saniert werden... der Wasserstand nach starken Regenfällen war nicht mehr akzeptabel...

    Das war die Stunde der Archäolog*innen, die Grandioses ans Licht brachten und die Diözese hatte Geduld und Geld für diese Sisyphosarbeit....

    Gefunden wurde eine Steinkirche aus dem 8. Jahrhundert und eine Nachfolgekirche mit drei Schiffen und Rundapsiden aus dem Jahr 1000....
    ...und das Ganze wurde auf ein Gräberfeld draufgepfropft das aus dem 6. und 7. Jahrhundert stammt!

    Da kratzten sich die Archäolog*innen hinter den abstehenden Ohren:

    1. Eigentlich gibt es keine Steinkirchen im Südwesten im 8. Jahrhundert, die sind, wenn überhaupt da, aus Holz.
    2. Kirchen werden zu diesem Zeitpunkt nie und nimmer auf älteren Gräberfeldern, von sogenannten Heiden gebaut....
    3. Warum baute jemand um das Jahr 1000 eine vergleichsweise riesige dreischiffige Kirche ins sumpfige Neckartal...?
    Der Ort Sülchen musste zu diesem Zeitpunkt offenbar ein wichtiger Zentralort im Sülchgau gewesen sein...

    Was wurde nun außerdem gefunden:

    Im Untergrund der Kirche aus dem 15. Jahrhundert, die man bis acht Meter tief untertunnelte, wurden 80 frühchristliche Gräber aus dem 5. bis 7. Jahrhundert nachgewiesen und weitere 300 Gräber aus späterer Zeit- bis in die Barockzeit.

    Eine Glockengrube für eine im Durchmesser 90 Zentimeter große Glocke für die Kirche um 1000.
    Das gibt es nördlich der Alpen auch nicht sehr oft...

    ...und in den Gräbern der Frühchristen fanden die Archäologen den "Sechser im Lotto"...

    Im Grab einer jungen Frau war ein rundes Schmuckstück mit einem Kreuz in der Mitte vorhanden. Hinweis für den "neuen" Glauben.

    Gleichzeitig trug das Mädchen eine spätantike römische Münze unter der Zunge. Das machte man oder frau nur, wenn mensch glaubte, den Fährmann Charon, der die Toten über den Fluss Styx in die Unterwelt brachte, bezahlen zu müssen.....

    Christin oder etwas anderes, oder der Übergang von einer Religion zur anderen?!

    Hier wird erfahrbar, wann das Christentum in Alamanien Einzug hielt und die Initiatoren waren die Franken aus dem Norden....

    Sülchen ist ein Ort an dem seit 1500 Jahren Menschen beerdigt werden - bis heute - und die an ein Weiterleben im Anderen glaubten.... egal an was sie glaubten...

    Ein Ort zum Nachdenken und Innehalten.

    Gruß Schroeder


    P.S.
    Die Kirche Sülchen und die neue Bischofsgruft ist tagsüber meist zugänglich, außer während liturgischer Feiern, Beerdigungen und ähnlichem....

    Die Ausgrabungsstätte ist nur mit einer Führung zugänglich.
    Anmeldung und Terminnachfrage:
    Diözesanmuseum Rottenburg
    07472-922180
    museum@bo-drs.de

    geschrieben für:

    Religiöse Gemeinschaften in Rottenburg am Neckar

    Neu hinzugefügte Fotos
    9.

    eknarf49 Drohungen wie "Fortsetzung folgt" können mich nicht beeindrucken (! ) - Albrecht und Eberhard sind mir wohlbekannt. Vielen Dank für den überzeugenden Bericht.
    Vom Dekameron habe ich selbstverständlich noch nie gehört, auch nicht vom Heptameron.
    Ausgeblendete 70 Kommentare anzeigen
    opavati® Zum Stichwort »Dekameron« empfehle ich diese alte Ausgabe, mit wunderbaren Holzstichen des Weißenseeers Prof. Werner Klemke.

    https://www.zvab.com/servlet/BookDetailsPL?bi=22594248652&searchurl=hl%3Don%26tn%3Ddas%2Bdekameron%26sortby%3D20%26an%3Dklemke
    Sir Thomas Wo soll ich denn jetzt fast 70 Euro hernehmen, opavati®? Zumal es hier kostenlose Novellen gibt. Sehr schön, lieber Schroeder - man erinnert sich allzu gern. Viele Grüße, dein (ex)altgläubiger Erzengel.
    eknarf49 Franken werden doch immer wieder unterschätzt wie sich hier wieder zeigt.
    Wenn das Kreuz zweifelsfrei auf den christlichen Glauben verweist, ist das in Verbindung mit der Münze wirklich eine Sensation. :-)
    Sir Thomas versumpfte ich dereinst in der Gruft (was mir dann relativ egal wäre) so fände man darunter Silberscheiben mit britannischem Schalmeyenklang, wenn nicht gar den Heiligen Gral ;-)
    Schroeder By the way: Das Stöffchen von heute gefiel mir...
    Ein wenig scharf in der A-Note, aber dann fruchtig im Abgang.
    Trotz Bourbon eine gute 7.
    Sir Thomas der gute Keith ist ja auch schon alt. Sehr angenehm, TN nachvollziehbar, bisher der Beste. Bei mir wäre das dann eine gute 8.
    vinzenztheis Hochinteressanter provinzieller Geschichtsunterricht. Verdienter Däumling.
    Dass das Decameron von Giovanni Boccaccio schon damals dermaßen inspirierend war setzt mich in Erstaunen.
    Schroeder Ja, Kati, liebstes Teammitglied, was machst Du denn hier, Du weilst doch noch auf der urläublichen Hängematte! :-D
    LUT Es muss Spaß machen, zu buddeln und zu finden. Das hast du sehr schön beschrieben, Schroeder. Aber wie sollte es auch anders sein.

    Da gratulier ich gern zur höchsten aller Auszeichnungen.
    Papa Uhu + Theo jo, na denn herzlichen Glückwunsch reture...
    wie Du schon sagtest:
    Krönchenträger grüsst Krönchenträger...

    :-))