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  1. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    6. von 16 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Manchmal helfen Kräutergebräu und Hexenmurmeln nicht weiter und selbst dem besten Hausarzt sind Grenzen gesetzt. Dann bucht man halt einen Urlaubsaufenthalt mit Vollpension für 10,00€ am Tag. Andere nennen es "Klinikaufenthalt".
    Eben jener stand bei mir an und wurde ohne nennenswerte Schäden absolviert. :-)

    Leider entspricht die Uniklinik Göttingen dem Klischee einer "Fließband Klinik". Eingestellt wurde ich 09.00 Uhr morgens, das Zimmer beziehen durfte ich erst 15.00Uhr.
    Ein ärztliches Erstgespräch fand an diesem Tag gar nicht statt.
    Dadurch hatte ich h aber die Gelegenheit, mir das Zimmer genau zu betrachten. Schließlich sollte ich ja auf den Arzt warten.

    Untergebracht wurde ich in einem 2-Bett-Zimmer. Das Zimmer war hell und freundlich, mit orangefarbenen Vorhängen und Stuhlbezügen versuchte man das Zimmer etwas freundlich zu gestalten.
    Im Zimmer befand sich auch das"Bad". Eigentlich eher ein durch einen Vorhang abgetrennten Waschbecken und ein (glücklicherweise) mit Tür versehener Toilettenraum, indem sich auch die Dusche befand. Dieser Raum war sehr dunkel und beengt. Durch den angrenzenden Fahrstuhlschacht vibrierte der Raum stark und ich hatte anfangs Angst, der Boden bricht ein.
    Die Duschkabine ist für gehbehinderte leider nicht nutzbar, da sie einen sehr hohen Einstieg hat. Laut Aussage einer Krankenschwester soll das aber im laufe des Jahres noch geändert werden.
    Der im Zimmer vorhandene Fernseher konnte gegen eine Gebühr genutzt werden. Da ich lieber lese, habe ich darauf verzichtet.

    Jetzt zur medizinischen Betreuung:
    Am nächsten Morgen kam tatsächlich ein Arzt zum Aufnahmegespräch. Abgefragt wurden Dinge, welche in der bereits vorhandenen Patientenakte vermerkt sind. Aber gut, warum nicht alles nochmal erzählen?
    Nach dem Gespräch wurde ein Medizinstudent geschickt, der mir Blut abnehmen sollte. Natürlich verzichtete er auf Schutzhandschuhe und tastete nach dem Desinfizieren der "Einstichstelle" nochmal nach der Vene. Als er die Kanüle zog und mir einen Tupfer anlegen wollte, kam er versehentlich mit meinem Blut in Berührung. Da ich mich über die unzureichendeneue Hygienemaßnahmen ärgerte, beschloss ich, ihn zu fragen, ob er wisse, ob der HIV und der Hepatitis C Test tatsächlich positiv seien....
    Der junge Mann sah etwas erschrocken aus. Ich konnte ihm aber glaubhaft versichern, das beide Tests nicht veranlasst wurden, weil ich keine der beiden Krankheiten habe. Ich hoffe er wird künftig mehr auf die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen achten.

    Die nächsten Tage begann ein Untersuchungsmarathon, wobei die Absprache zwischen der Station und den untersuchenden Abteilungen mehr als dürftig waren.Oft wurde ich zur Untersuchung geschickt und musste unverrichteter Dinge zur Station zurückkehren, da in der Abteilung niemand über mein Erscheinen informiert war.

    Die tägliche Visite war für einen Laien wie ein Ausflug in ein anderes Land, dessen Sprache man nicht spricht. Der Stationsarzt erklärte den zahlreich um das Bett versammelten Medizinstudenten die gesundheitlichen Beschwerden, jeder Student durfte dann mal abtasten, abhören und/oder abklopfen. Dann wurden Diagnosen gemutmaßt, Therapievorschläge gemacht und noch ehe der Patient eine Frage stellen konnte, zog die Karawane weiter.
    Als positiv empfand ich, das Untersuchungsergebnisse später mit einem Arzt im Einzelgespräch besprochen wurden.
    Leider wurden bei diesen Gesprächen auch immer wieder Kompetenzrangeleien offensichtlich. Während ein Arzt Behandlung X durchführen wollte, entschied ein anderer das Behandlung Y fast Nonplusultra sei. Ordne ein Arzt eine Untersuchung an, wurde diese vom anderen gestrichen.

    Was die Situation nicht einfacher machte, war die Tatsache das beim Schichtwechsel des Pflegepersonals nicht alle Informationen weitergegeben wurden. So bekam ich eines Abends ein Medikament, welches bei der morgendlichen Visite abgesetzt wurde. Dann musste ich auf eine erforderliche Infusion warten, weil die Nachtschichten die Frühschicht nicht über die ärztliche Anordnung informiert wurde. Jetzt musste ich warten, bis ein zuständiger Arzt erreicht werden konnte, dieser die Akte eingesehen hatte und grünes Licht gab. Wenig angenehm wenn man Schmerzen hat.

    Allgemein gesehen machte sich der Personalmangel bemerkbar. Das Pflegepersonal, welches bei einem vorherigen Aufenthalt nur für diese Station zuständig war, musste nun Patienten von zwei Stationen betreuen. So konnte schon mal eine halbe Stunde vergehen, bis jemand auf die Patientenklingel reagierte.
    Durch die hohe Arbeitsbelastung kam es immer wieder zu Flüchtigkeitsfehlern.
    So stellte ein Pfleger meiner Bettnachbarin statt der üblichen Schmerztropfen Methadon hin. Letzteres kommt bei Drogensüchtigen als Substitutionsmittel zum Einsatz und kann bei "Ungeübten" zu Atemstillstand führen. Glücklicherweise betreute ich als Arzthelferin Substitutionspatienten und erkannte den Fehler...

    Abschließend möchte ich sagen, dass die Klinik zwar über hochmoderne Geräte verfügt, der Patient dennoch auf der Strecke bleibt. Nachfragen bei der Visite sind nicht erwünscht, Symptome die nicht ins Krankheitsbild passen werden ignoriert und durch mangelnde Kommunikation kam es auch zu unnötigen Mehrfachuntersuchungen. Statt gut aufgehoben fühlte ich mich als Patient verunsichert.
    Ein Klinikaufenthalt ist immer unangenehm, aber Ärzte die sich Zeit für die Patienten und auf ihre Ängste und Sorgen eingehen, würden diesen erleichtern.

    In diesem Sinne: Bleibt gesund.

    geschrieben für:

    Universität / Krankenhäuser in Göttingen

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    1.

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    Kerstl Diese Uniklinik wurde oft für den Umgang mit Patienten kritisiert. Es kommt hin und wieder auch vor das Patientenakten "verschwinden" und die Arztbriefe für die Hausärzte erst Monate später geschrieben werden...
    Konzentrat Alles Gute für die Gesundheit. Wünsche ich Kerstl.
    Bekommt man leider nicht immer, wie hier sehr informativ, anschaulich und ausführlich beschrieben wird. Toller Bericht.
    Exlenker Wenn auch der Aufenthalt nicht optimal, die Beschreibung ist es allemal, deshalb zu Recht dir Begrünung und Glückwunsch dazu.
    Dieter Schoening Glückwunsch zum verdienten gD, auch wenn er an den Mißständen nichts ändern wird, aber ein Fall für die "Qualitätskontrolle" wäre es allemal.
    Puppenmama Klasse Bericht.
    Da wünsche ich Dir, dass Du dort nicht wieder hin musst.
    Bleib gesund!
    Herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Klinik-Daumen.
    alligateuse Auch just erst gelesen und für sehr gut und ausführlich befunden. Wohl dem, der nicht krank wird und so etwas nicht erleben muss. Ich hoffe doch, liebe Kerstl, dass sich bei dir alles den Umständen entsprechend zum Guten wendet. - Glückwunsch zum GD für diesen informativen Bericht.


  2. Userbewertung: 1 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Nach langem Überlegen möchte ich meine Erfahrungen mit der Palliativstation der Heliosklinik in Northeim hier mitteilen. Vielleicht hilft es Angehörigen und Patienten bei der Auswahl des richtigen Krankenhauses in einer sehr schwierigen Lebenssituation.

    Mein (von mir getrennt lebender) Mann erkrankte 2008 leider an einer seltenen Erkrankung namens CUP Syndrom. Infolge dessen bildeten sich Metastasen im Bauchfell. Da wir trotz Trennung ein freundschaftliches Verhältnis hatten unterstützte und begleitete ich in während seiner Krankheit.
    So kam es, das er mich Samstag morgens anrief und fragte ob ich ihn ins Krankenhaus bringen könnte.
    Auf der Fahrt darin offenbarte er mir das der behandelnde Onkologe ihn am Vorabend per Fax auf die Palliativstation eingewiesen hätte. Zu diesem Zeitpunkt ging es ihm schon sehr schlecht. Er konnte seit zwei Tagen weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich nehmen, bzw. in sich behalten.

    Als wir in der Klinik ankamen, wollten wir uns in der Zentralen Notaufnahme melden. Der kleine Wartebereich war Vormittags halb elf schon überfüllt und aufgrund fehlender Lüftungsmöglichkeiten stickig. Da mein Mann ja am Vortag per Fax auf der Station angemeldet wurde und sein Zustand aufgrund dehydrierens sehr schlecht war, wollten wir gleich zu dieser Station.
    Wir gingen zum Hauptempfang im Eingangsbereich. Eine gelangweilte und desinterssierte Mitarbeiterin verwies uns auf die Zentrale Notaufnahme. Als ich ihr erklärte, das es für meinen Mann uunmöglich sei, dort so lange zu warten und eine Einweisung ja schon vorläge, erklärte sie uns den Weg zur Palliativstation.

    Als wir diese endlich fanden, kam uns ein Arzt entgegen, der uns allerdings keine Beachtung schenkte. Nachdem ich den Stationsflur ein paarmal hoch und runter fuhr, traf ich ich endlich auf eine Schwester. Nachdem ich ihr unser Anliegen erklärte, meinte sie, wir müssten uns erst bei der ZNA melden, da ein Arzt die Eingangsuntersuchung durchführen müsse. Und auf der Station wäre zur Zeit kein Arzt anwesend (wen oder was habe ich gesehen? ) Erneut erzählte ich ihr von der Einweisung per Fax. Leider konnte sie das Fax nicht finden und verwies uns erneut auf die ZNA. Erst als ich sie darauf hinwies das mein Mann kaum stehen könne, erklärte sie sich bereit ihn mit einem Rollstuhl dahin zu bringen.
    Den Ablauf in der Zentralen Notaufnahme werde ich gesondert bewerten, weil das den Rahmen sprengen würde. Nur soviel vorweg: 10.45Uhr nahm man uns in der ZNA auf und 17.00 Uhr bekam er endlich ein Bett auf der Station.

    Der erste Tag waren wir noch zuversichtlich optimal betreut zu werden.
    Der diensthabende Arzt nahm sich sehr viel Zeit uns zu erklären welche Behandlungsmethoden noch möglich wären und welche leider nicht mehr.Da eine Nahrungsaufnahme für meinen Mann aufgrund eines inkompletten Darmverschluss unmöglich war, wurde ihm eine intravenöse Ernährung angeboten. Allerdings stand fest, das der Verschluss durch Metastasen entstand und die letzte Chemotherapie keine Wirkung zeigte. Er war also "austherapiert". Er entschied sich gegen diese Maßnahme. Nachdem der Arzt nochmal ausführlich den Krankheitszustand, den Verlauf beim Einsatz verschiedener Maßnahmen und die Prognose besprach, gab er uns die Gelegenheit, unter vier Augen zu besprechen, wofür und wogegen sich mein Mann entscheiden wird.
    Es war das schwierigste und tränenreichste Gespräch meines Lebens. Die Entscheidung fiel auf die alleinige Schmerztherapie, ohne intravenöse Ernährung und ohne Kochsalzinfusionen.

    Schon am nächsten Tag stellte ich fest das sich auf der Station über die Patientenwünsche hinwegsetzt wird. Mein Mann bekam kommentarlos eine Infusion. Erst nach mehrmaligen Nachfragen erfuhren wir das er Kortison erhält. Man erklärte uns, damit könnte der
    Darmverschluss aufgelöst werden. Wegen meiner beruflichen Erfahrung wusste ich das das medizinisch nicht möglich ist. Erst auf Drängen erklärte der Arzt, das Kortison würde die Metastasen für eine unbestimmte Zeit anschwellen lassen. So bitter es auch war, aber dies war eine unnötige die Leidenszeit verlängernde Maßnahme, welche meinem Mann nur falsche HHoffnung machte, das Unvermeidliche nochmal vermeiden zu können.

    Während meiner täglichen Besuche beklagte mein Mann sich oft über unfreundliches Pflegepersonal. Ich selbst erlebte immer wieder das es mindestens15 Minuten dauerte, bis eine Schwester oder ein Pfleger kam, wenn mein Mann klingelte.
    Eigentlich klingelte er nur, wenn die Schmerzpumpe leer war oder die Schmerzen so unerträglich wurden das er eine zusätzliche Infusion benötigte.

    Nach eineinhalb Wochen kam plötzlich der Hausmeister mit einer Bohrmaschine bewaffnet ins Zimmer. Irgendjemanden ist es aufgefallen das sich im Zimmer kein Desinfektionsmittelspender befindet und im Bad noch Seifenspender und Papierhandtuchhalter fehlen.
    Äußerst angenehm, wenn ein Patient mit Schmerzen und Übelkeit im Zimmer liegt und eine halbe Ewigkeit gebohrt wird.

    Da es meinem Mann aufgrund der hohen Morphindosis und der fehlenden Nahrungsaufnahme immer schlechter ging und weil jede zusätzliche Schmerzmittelgabe mit dem Pflegepersonal ausdiskutiert werden musste, wollte ich gern einen Arzt sprechen. Leider war das nicht möglich, da während meiner Besuche (täglich von 14.00 bis 17.00 Uhr) kein Arzt anzutreffen war.
    Erst nach acht Tagen traf ich einen Arzt im Zimmer
    an - er war bei der eigentlichen Visite eingeschlafen.

    Nach zehn Tagen fingen die Ärzte bei der Visite an,darauf zu drängen, mein Mann solle doch die ambulante Hospizpflege in Anspruch nehmen. Da er inzwischen immer häufiger zusätzliche Schmerzmittelinfusionen benötigte und die Schmerzpumpe inzwischen im drei Stunden Rhythmus befüllt werden musste, lehnte er die ambulante Versorgung ab.
    Zu dem Zeitpunkt hätte er den Weg in seine Wohnung im Dachgeschoss nicht mehr geschafft und ich konnte ihn nicht bei uns zu Hause aufnehmen, da ich unserer Tochter nicht zumuten wollte, ihren Vater beim sterben zuzusehen.
    Die Diskussion um die ambulante Pflege gipfelte in
    der Aussage eines Arztes, er müsse auch an die Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses denken...

    Drei Tage nachdem feststand das es keine ambulante Pflege geben wird, wurde meinem Mann plötzlich eine Antikörpertherapie angeboten. Durch diese könne man das Metastasenwachstum
    enorm verzögern. Bei meinem Besuch an diesem Tag war mein Mann sehr optimistisch, die Klinik doch nochmal verlassen zu können und vielleicht noch ein Jahr geschenkt bekäme. Ich ließ mich von dieser Freude anstecken. Der einzige Haken dafür- die Schmerzmittel müssten reduziert werden, da die Therapie nur ambulant durchführbar wäre. Gesagt getan. Das Morphin, welches über die Schmerzpumpe verabreicht wurde, sollte durch Morphinpflaster ersetzt werden und die Infusionen durch Tabletten.
    Zu Hause recherchierte ich im Internet alles was die "Wunder Antikörpertherapie" betraf. Je mehr ich las, umso klarer wurde, das diese Therapie bei dieser Krebsart wenig bis kaum wirksam ist. Außerdem wäre eine zusätzliche sehr starke Chemotherapie notwendig. Und wieder wurden falsche Hoffnungen geweckt. Offensichtlich versuchte man mit allen Mitteln meinen Mann dazu zu bringen, sich nach hause entlassen zu lassen.
    Obwohl die Schmerzen immer stärker wurden, bestand man auf das Umstellen der Schmerzmittel. Forderte er eine Schmerzmottelinfusion wurde er gebeten die Stärke seiner Schmerzen auf einer Skala von eins bis zehn zu benennen. Von einer Schwester wurde ihm sogar unterstellt, er fordere die Infusion nur, weil er süchtig nach dem Mittel wäre.
    Nachdem er drei Tage unter sehr starken Schmerzen litt, gelang es mir durch Zufall den Chefarzt zu sprechen. Dieser war überhaupt nicht von der Therapieumstellung informiert. Er erklärte mir auch das die Schmerzmittel zu dem Zeitpunkt völlig unzureichend waren. Er hat dieser Aktion sofort ein Ende bereitet und die Schmerzmittel wieder auf Schmerzpumpe und Infusionen umgestellt.

    Zwei Tage später kam es dann zum vollständigen Darmverschluss. Dadurch erbrach mein Mann Blut
    und Kot.
    Das konnte ich noch deutlich am Heizkörper sehen. An ihm befanden sich noch Reste vom Erbrochenen. Als die Heizung vier Tage später immer noch verschmutzt war, schrieb ich eine Mail an die Beschwrrdestelle und drohte die Fotos vom Heizkörper zu veröffentlichen, wenn diese nicht umgehend gereinigt wird. Am nächsten Tag war er tatsächlich sauber.

    Der Zustand meines Mannes verschlechterte sich rapide. Als ich wie immer nachmittags sein Zimmer betrat, lag er mit dem Rücken zur Tür, Hose und Unterhose waren bis zum Knöchel nach unten gezogen. Die Schmerzpumpe gab Alarm, weil sie leer war. Als ich an sein Bett kam sah ich das sein Bett voller erbrochenen Kot war und er sogar mit dem Gesicht darin lag. Er war auch nicht ansprechbar. Und niemand hat mich über diese extreme Veränderung informiert.
    Als Auf mein klingeln niemand reagierte suchte ich
    selbst nach einer Schwester oder einem Pfleger. Ich informierte sie und fuhr zurück ins Zimmer. Nach 10 Minuten kam eine Schwester, befüllte die Schmerzpumpe und sagte sie hätte mir Waschlappen mitgebracht. Etwas verwundert wusch ich meinem Mann das Gesicht und bat darum, das Bett neu zu beziehen.
    Ein Pfleger erledigte das nach einiger Zeit, kam aber nicht auf die Idee, meinem Mann die Hose hochzuziehen. Das tat er erst auf Nachfrage.

    Ich beschloss im Krankenhaus zu übernachten. Schließlich wirbt die Palliativstation damit, das Angehörige dort bei Bedarf übernachten können. Ich bekam ein Bett im Zimmer meines Mannes.

    Ich stellte nach einiger Zeit fest das er wohl sehr starke Schmerzen haben muss. Er stöhnte laut und versuchte sich immer wieder aufzurichten. Die herbeigeholte Schwester meinte aber, er sei nur unruhig durch die Medikamente. Er bekam keine Infusion. Vorher erhielt er alle drei Stunden eine. Als ich nach drei Stunden erneut nach einer Infusion fragte, hieß es wieder er sei nur unruhig.

    Durch die Unterbrechung der Infusionen steigerte sich der Schmerz nachts offensichtlich ins unermessliche. Er schrie und stöhnte, krümmte sich im Bett und versuchte aufzustehen. Da die inzwischen verabreichte Infusion offensichtlich nicht wirkte, wurde der diensthabende Arzt informiert.(22.30 Uhr). Da dieser zeitgleich auch Dienst in der ZNA hatte, kam er erst vier Uhr morgens. Obwohl er mit der Akte meines Mannes vertraut war, nahm er sich die Zeit Sie nochmals genau zu studieren und wollte mir nochmal ausführlich erklären, wie der Krankheitszustand meines Mannes sei.....
    Erst als ich energisch wurde bekam mein Mann weitere Schmerzmittel.
    In der Nacht war an Schlaf nicht zu denken, da er sehr unruhig war und ihm immer wieder braune, übel riechende Flüssigkeit aus dem Mund lief. Das saubermachen meines Mannes und das wechseln der Einwegunterlagen überließ das Pflegepersonal mir.
    Gegen Morgen war dann ein wenig Schlaf möglich.
    Am nächsten Morgen "übersah" das Pflegepersonal das mein Mann wieder jede Menge Flüssigkeit erbrochen hatte. Obwohl vor dem Bett eine riesige Pfütze war. Man legte die Infusion an, befüllte die Schmerzpumpe und wollte wieder gehen.
    Erst als ich darum bat das Bett neu zu beziehen und meinem Mann die völlig mit Erbrochenem vollgesogene Kleidung zu wechseln kam man dem nach.
    Ich verließ an dem Tag nur kurz das Zimmer, da ich das Gefühl hatte, in meiner Abwesenheit würde keiner nach ihm sehen. Weder am Vortag noch an diesem Tag kam ein Arzt zur Visite.

    Glücklicherweise könnte er an diesem Tag ruhig schlafen. Erst elf Uhr nachts verstärkten sich die Schmerzen wieder und er bekam Luftnot.
    Ein Uhr morgens durfte er uns dann verlassen. Trotz aller Erlebnisse war ich froh, bis zuletzt bei ihm geblieben zu sein und seine Hand gehalten zu haben

    Leider hat es in dieser Zeit niemanden auf der Station interessiert, wie es den Angehörigen mit der Situation geht.
    Es gibt keinen Psychologen, den man ggf.ansprechen könnte. Einzig ein Pastor lässt sich hin und wieder auf der Station sehen. Dem geht es aber hauptsächlich um seine Gottesdienste und die Möglichkeit sie besuchen zu können. Ärzte konnte ich in fünf Wochen nur dreimal sprechen. Die Gespräche fanden auf dem Gang statt. Insgesamt gesehen fühlt man sich als Patient und Angehöriger alleingelassen. In den letzten zwei Tagen waren wir mehr oder weniger auf uns alleingestellt.

    Ich entschuldige mich für diese wirklich sehr lange
    Bewertung. Allerdings fand ich es wichtig ausführlich darüber zu berichten, da hier ein "Personal unfreundlich, Hygiene mangelhaft, etc.nicht reicht."

    Abschließend möchte ich sagen das ein menschenwürdiges Sterben anders aussieht. Erschüttert hat mich ein Satz einer 82jährigen Frau, deren Mann ebenfalls Patient der Palliativstation war: "Ich hatte bis jetzt nie Angst vorm sterben - jetzt habe ich furchtbare Angst". Diese Aussage sagt alles über diese Station.
    2.

    ubier Wie kommentiert man so eine Bewertung? Ich bin betroffen, wütend und erleichtert zugleich. Danke für diesen Beitrag, es ist unfassbar, was ihr durchmachen musstet. Das betrifft nicht nur das Schicksal Deines Mannes, sondern auch Deine Situation als begleitende Angehörige. Menschenunwürdig ist das leider passende Wort. Das betrifft nicht nur das komplette Versagen dieser Klinik sondern auch das des Gesetzgebers, der ein selbstbestimmtes Sterben verhindert.

    Dir meine Hochachtung und Beileid.
    Ausgeblendete 27 Kommentare anzeigen
    Tikae Diesen Bericht werde ich nicht liken.
    Aus Respekt, Schock, tiefstem Mitgefühl und aufrichtigster Bewunderung für die von dir aufgebrachte Menschlichkeit und Kraft.
    grubmard Mein "Gefällt mir" steht in diesem Fall ausnahmlos für "gelesen" und als Anerkennung für diesen zutieft persönlichen und emotionalen Erfahrungsbericht.
    Lenis Feles Rapax Der Wahnsinn. Man kann gar nicht glauben das es sowas wirklich gibt. Warum üben diese Menschen dort ihren Job aus, wenn sie sich nicht wirklich einbringen?? Es ist unglaublich.
    Ich bewundere deine Stärke, die ich dir weiterhin auch wünsche.
    eknarf49 Liebe Kerstl, meine Einstellung zu dem ganzen Geschehen und meine Gefühle kennst Du ja schon lange.

    Was ich aber sagen muss, ist, dass Du sicher das Richtige getan hast, als Du diesen Bericht nach langem Überlegen veröffentlich hast. So werden doch viele hier auf mögliche, fast unmenschliche Erfahrungen vorbereitet. Stark finde ich es auch, dass Du versucht hast, bei Deinen Formulierungen so sachlich wie möglich zu bleiben.
    Blattlaus Ich habe deine Bewertung mit Tränen in den Augen gelesen, und schäme mich meines Berufstandes.

    Solch ein Arbeiten lässt sich nicht durch Überlastung des Pflegepersonals entschuldigen.

    Auch wir haben von oben die Order bekommen, nachdem wir uns wegen Überlastung beschwerten, daß die Pflege nicht mehr diesen Stellenwert als früher haben soll. Kein tägliches Waschen und Bettmachen mehr. Die Bürokratie hat Einzug gehalten, jede Dokumentation gibt Geld von der Kasse. Fallmamager sollen dem Arzt vorschreiben wann der Patient entlassbar ist, ob gesund oder nicht.
    Nur im Bett liegen ist unwirtschaftlich geworden, das bezahlt die Kasse nicht.

    Wir wehren uns dagegen, die Würde des kranken Menschen muß weiterhin an erster Stelle stehen.

    Es ist sicher nicht in jedem Haus so, bei uns würde es diese Zustände nicht geben, obwohl leider auch viel Zeit für Schreibarbeiten drauf geht, die man lieber dem Patienten gewidmet hätte.

    In den nächsten Jahren wird es mit der Pflege bergab gehen, die Liegezeiten werden sich extrem verkürzen, die häusliche Pflege oder die Abschiebung in Pflegeheime wird zu nehmen. Ich bin froh, nur noch ein paar Jahr e bis zur Rente zu haben, denn das möchte ich nicht mehr erleben, die Arbeit ist für mich, die es vor Jahrzehnten noch anders gelernt hat, sehr unbefriedigend geworden.

    Ich habe Achtung vor dir, und gleichzeitig Mitleid, daß du so etwas erleben musstest.
    Kerstl Liebe blattlaus, ich habe nach wie vor Respekt vor Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten. Es gibt so viele die täglich wirklich großartiges leisten. Auch uns begegneten drei wirklich sehr engagierte Mitarbeiter. Ich hätte sie in der Bewertung erwähnen sollen.
    Da uns die Misere in der Pflege nur zu gut bekannt ist, haben wir auch über das Ein oder Andere hinwegsehen. Der schlafende Arzt zum Beispiel war gleichzeitig Notfallmediziner und somit nachts mit dem Rettungswagen unterwegs. Obwohl ich verstehe das er übermüdet ist kann ich es nicht gutheißen. Seine Entscheidungen betreffen Menschenleben.
    Wir hatten auch das Gefühl die Palliativstation in Northeim ist eine Art "Strafstation". Während einer Fahrstuhlfahrt bekam ich mit dasSSchwestern sich beschwerten das sie dahin versetzt wurden.

    Und letztendlich kann der Sparzwang der Kassen und die Gewinnmaximierung privater Kliniken nur auf dem Rücken von Mitarbeitern und Patienten ausgetragen werden. Schade das das zu wenig thematisiert wird.

    Du hast auf jeden Fall meinen Respekt für deine Arbeit.
    Blattlaus Danke Kerstl. Das Arbeiten auf so einer Station , auf der schwerstkranke, leidende, und sterbende Menschen liegen, ist nicht einfach, aber wer es macht, muß es auch können ,und den Patienten nicht nur als Fall ansehen, auch Menschlichkeit und Mitgefühl sollte vorhanden sein. Und wenn dann so gearbeitet wird, wie von dir beschrieben, ist das einfach nur schlechte Arbeit, da gibt es keine Entschuldigung dafür.
    von Money Liebe Kerstl, mit Tränen in den Augen möchte ich meine Bewunderung für deine Stärke ausdrücken. Ich denke, es ist richtig, diese unsäglichen Mißstände in einem Krankenhaus zu veröffentlichen.
    Es kommen bei den düsteren Zukunftsaussichten, die blattlaus äußert, dann auch schon Gedanken auf, wie man so etwas im Fall der Fälle umgehen kann. Evtl. rechtzeitig in den Main springen o.ä. Es macht einfach nur depressiv und traurig.
    Blattlaus Lieber von money, das hat sich bei mir schon eine Weile aufs Gemüt geschlagen.
    Manchmal wäre es besser, man hätte keine Ahnung von all diesen Dingen, die auf einen zukommen könnten.
    Exlenker Hochachtung liebe Kerstl für die Veröffentlichung dieses Beitrages und herzliches Beileid. Ps. So etwas ähnliches hatte man vor ein paar Wochen mit einem Älteren Herrn auf einer Palliativstation erlebt, wenn auch nicht so extrem.

    Da möchte ich dann schon gerne selber entscheiden wenn ich die Augen zumachen will, um nicht so etwas erleben zu müssen.
    Puppenmama Auch von mir mein herzliches Beileid und meine Hochachtung für diesen offenen Bericht.
    Er hat mich sehr erschüttert.
    Ich wünsche Dir viel Kraft, mit allem fertig zu werden und die grausige Erfahrung zu vergessen, was wahrscheinlich schwer sein wird.
    Alles Gute und viel Glück in Deine weiteren Leben.
    von Money Und als ob das nicht genug wäre. Gerade habe ich folgende Mail von einem treuen, über 90jährigen Mitarbeiter bekommen:

    Hallo lieber Herr ...,
    Am letzten Donnerstag wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen.
    Es waren schreckliche Tage und Wochen, die ich da zum Schluss in der Akutgeriatrie im ...[Name gelöscht] Krankenhaus verbringen musste.
    Ärzte waren kaum zu blicken und das Pflegepersonal war nachlässig.
    Bei meiner Rückkehr war alles zum Besten für mich vorbereitet:
    Sogar ein Rollator, der weitere Stürze verhindern soll, war
    für mich da und ein Pflegedienst, der dreimal die Woche kommt, organisiert.
    Es wäre schön, wenn Sie mir in meiner trostlosen Einsamkeit ab und zu eine Übersetzung anvertrauen würden.
    Mit freundlichen Grüßen
    ....

    Und erneut stellt sich mir die Frage, ob so der Dank der Gesellschaft am Ende eines langen, aktiven Lebens sein darf?
    Sedina Ich bin sehr traurig über Deine Geschichte - und zugleich sehr froh darüber, es bei meiner Mutter und meinem jüngsten Bruder in Hamburger Kliniken ganz anders erlebt zu haben.
    Mein Like gilt Deinem Engagement !
    Eberhard W. Oft geht es bei solchen "Läden" in erster Linie
    um das Wohl des Hauses. Dann kommt eine ganze Zeit nichts
    und in weiter Ferne geht es auch mal um den Patienten.
    alligateuse Meine Güte. Das lese ich mit Entsetzen und Bewunderung für soviel Stärke. Liebe Kerstl, das möchte niemand erleben. Ich will gar nicht mehr soviel dazu schreiben, nur dass es unfassbar für mich ist. Da ich aber ähnliche Zustände aktuell selbst erlebe im Zusammenhang mit meiner Mutter, weiß ich, dass es tatsächlich kein Einzelfall ist. Danke für soviel Offenheit und Ausführlichkeit. Das darf einfach nicht verschwiegen werden.
    Kerstl Liebe alligateuse, es tut mir sehr leid das du zur Zeit ähnliches durchleben musst. Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft und Mensch, die dir in dieser schweren Zeit zur Seite stehen.
    alligateuse Liebe Kerstl. Danke für deine guten Wünsche!!! Gemeinsam mit meinen Geschwistern stehe ich diese Zeit durch. Glücklicherweise konnten wir unsere Mutter in ein anderes Krankenhaus verlegen (lassen). Dort ist die Behandlung (der Menschen/Patienten) viel besser. Glücklicherweise!


  3. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Der Tod eines nahestenden Menschen ist ein nicht leicht zu verkraftender Schicksalsschlag.
    Um so wichtiger isteine einfühlsame Betreuung der Angehörigen.

    Diese Betreuung erfuhr ich bei Bernd und Marion Steppatis.
    Der Todesfall ereignete sich 01.00Uhr nachts im Krankenhaus. Etwas mitgenommen, weil ich den Sterbenden bis zum letzten Atemzug begleitete, fühlte ich mich vom Krankenhauspersonal alleingelassen.
    Nachdem der diensthabende Arzt 2,5 Stunden den Tod bestätigte und sein Beileid aussprach, war ich auf mich alleingestellt. Die diensthabende Schwester bügelte meine Frage nach dem weiteren Ablauf mit einem barschen: "Das weiß ich doch nicht. Mit den Formalitäten haben wir nichts zu tun" ab. Vom Personal einer Palliativstation hätte ich mehr erwartet.

    Nachdem ich mich vom Verstorbenen verabschiedet hatte fuhr ich etwas ratlos nach hause.
    Verunsichert, was nun alles auf mich zukommt und wie der weitere Ablauf ist, rief ich morgens um fünf beim Bestattungsinstitut Steppatis an.
    Obwohl ich Herrn Steppatis offensichtlich geweckt hatte, beantwortete er meine Fragen geduldig und freundlich. Wir vereinbarten einen Termin für den Vormittag und er erklärte mir, welche Papiere ich unbedingt mitbringen muss.

    Es war etwas schwierig den Eingang zumBBestattungsinstitut zu finden, da sich dieses im Wohnhaus befindet. Obwohl ich selbst Hundebesitzer bin, fand ich es störend das der Vorgarten des Hauses von einem kleinen Hund bewacht wurde. Bellend und knurrend lief er hinter dem Zaun auf und ab, die Klingel befindet sich aber die Haustürklingel.
    Nach kurzem Warten kam Frau Steppatis und brachte mich in das Büro.

    Nachdem sie kondollierte fragte sie erst nach dem Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen. Da ich noch immer aufgewühlt war, erzählte ich ihr von den Erlebnissen im Krankenhaus. Sie hörte mir ohne erkennbare Ungeduld zu. Behutsam lenkte sie das Gespräch auf die unumgänglich Formalitäten.
    Da der Verstorbene sich zu Lebzeiten eine Feuerbestattung gewünscht hatte und die Beisetzung auf Wunsch seiner Mutter in seinem ca. 300km entfernten Heimatort stattfinden sollte, mussten viele Papiere ausgefüllt und unterschrieben werden. Dennoch bekam ich nie das Gefühl, etwas "geschäftliches"zu erledigen.

    Ich wurde ausführlich beraten, welche Schritte erforderlich sind. Gleichzeitig bot sie mir an, den Antrag für die Witwenrente des "Sterbevierteljahres" für mich auszufüllen und abzuschicken. Ich wurde auch darauf hingewiesen, dass meine Tochter einen Antrag auf Halbwaisenrente stellen könne. Mir wurde auch die Telefonnummer des hiesigen Rentenberaters ausgehändigt.

    Da die Urne im Heimatort des Verstorbenen beigesetzt werden sollte, riet Frau Steppatis mir, die Urne bei einem Bestatter vor Ort auszusuchen und auch weitere Details mit ihm zu besprechen. So erhielt die Mutter auch die Möglichkeit ihre Wünsche umzusetzen.
    Bedenken hatte ich, als ich erfuhr, dass die Asche des Verstorbenen per Post verschickt würde. Es war nicht nur der Gedanke an den Poststreik, ich fand das grundsätzlich pietätslos.
    Doch auch das wurde mit großem Verständnis aufgenommen. Ohne mir das Gefühl zu geben, mir etwas aufdrängen zu wollen erklärte mir Frau Steppatis, wie das Verschicken der Urne vor sich geht und das aufgrund des Streiks ein anderer Paketdienst beauftragt würde.
    Sie versprach mir auch, eine Möglichkeit zu finden,die Urne auch persönlich zum Beisetzungsort zu bringen, falls ich einen postalischen Versand ablehnen würde.

    Da Frau Steppatis im Verlauf des Gesprächs bemerkte das ich durch die "Sterbebegleitung" der vergangenen Wochen, sehr erschöpft war, fragte sie, ob ich einverstanden wäre, wenn ihr Mann und sie den ein oder anderen Behördengang für mich erledigen. Dem stimmte ich erfreut zu und unterschrieb die benötigte Vollmacht.

    Anschließend bekam ich noch die beiden Handynummern des Bestattungsinstituts, damit ich bei Fragen jederzeit anrufen könnte.

    Zu Hause angekommen hatte ich zunächst Bedenken wegen der Vollmacht. Denn sicher würden die Behördengänge ja auch berechnet werden.
    Als ich gestern die Rechnung des Bestattungsinstituts bekam, stellte ich fest, das diese Sorge unbegründet war. Das Angebot diente nicht dem Geld verdienen, sondern war wirklich ein liebgemeintes Hilfsangebot.

    Ich kann dieses Bestattungsinstitut nur weiterempfehlen. Obwohl Herr und Frau Steppatis keine Mitarbeiter haben und viele Aufträge hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, ein Kunde von vielen zu sein.

    geschrieben für:

    Bestattungen / Tischlereien in Dassel

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    3.

    Sir Thomas Guten morgen, liebe Kerstl,
    danke, dass du deine arg gemischten Erlebnisse um einen schweirig zu 'verarbeitenden' Todesfall mit uns teilst. Von einer Palliativstation hätte ich allerdings auch ein Minimum an postmortaler Begleitung der Angehörigen oder wenigstens Einfühlungsvermögen erwartet. Umso erfreulicher, dass du wenigstens im Anschluss an die richtigen Leute geraten bist.
    Sterbliche Überreste per Postversand oder Kurier - schauderhaft, da muss ich dir Recht geben. Ich hab mal bei UPS gejobbt und dort wird - natürlich aus Zeitdruck - oft wenig einfühlsam mit den Paketsendungen umgegangen. Mein Beileid zum erlittenen Schicksalsschlag - und alles Gute für die notwendige Trauerarbeit nebst Restbürokratismus..
    Ausgeblendete 19 Kommentare anzeigen
    Kerstl Guten Morgen lieber Sir,

    vielen Dank für deine lieben Worte. Ich habe lange überlegt, ob ich die Bewertung schreiben soll. Es ist ja doch eine sehr private Angelegenheit. Aber ich denke auch Bestattungsinstitute sollten positiv erwähnt werden, wenn sie gute Arbeit leisten.
    Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die ihn ausüben.
    Ich ringe noch mit mir, ob ich etwas zu der sogenannten Palliativstation schreibe.
    eknarf49 Hallo Kerstl, Dein Bericht zeigt wieder einmal, wie gut es ist, das richtige Unternehmen bei einem so traurigen Anlass zur Seite zu haben, Das Glück haben wir hier auch gehabt.

    Deine Erlebnisse in der Klinik sind zum Glück nicht typisch, in vielen wird doch viel einfühlsamer gearbeitet. Ein Bericht könnte für andere hilfreich sein. Du musst aber selbst wissen, ob Du vom Gefühl her dazu schon wieder in der Lage bist.
    Kerstl Ich danke euch vielmals.
    @eknarf: Ich würde schon gern davon berichten, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen und um mir den immernoch anhaltenden Ärger Luft zu machen. Ich denke nur, dass sieht so Mitleid heischend aus....
    Deswegen zögerte ich auch, das Bestattungsinstitut zu bewerten.
    eknarf49 @Kerstl - Deine Bedenken verstehe ich, vielleicht lässt Du Dir noch ein wenig Zeit und bewertest, wenn Du ein wenig zur Ruhe gekommen bist. Bei sehr persönlichen Bewertungen befürchtet man ja auch immer wieder 'seltsame' Reaktionen.
    Kerstl Lieber eknarf da hast du recht. Außerdem kann ich ja jetzt erstmal positive Dinge bewerten. Wie das "Bella Italia" in Einbeck. Diesmal auch richtig ausführlich. :-)
    ubier Bewegend beschrieben - Kloß im Hals. Mein Beileid. Schön, dass Du in dieser Situation kompetent unterstützt wurdest...
    Kerstl Ich danke allen von Herzen für die netten Kommentare und die Beileidsbekundungen. Natürlich auch für den grünen Daumen.
    Es ist schön, Mitglied dieser tollen Gemeinschaft zu sein.
    kisto Liebe Kerstl, auch wenn es jetzt schon 5 Monate her ist, möchte ich dir noch mein herzliches Beileid aussprechen. Das Krankenhauspersonal war wohl überfordert (was oft vorkommt, weil dort wahrscheinlich auch an Personal "gespart" wird - es geht dort nur noch um´s Geld und Patienten sind eine Nummer; Angehörige eher unerwünscht).
    Ich freue mich, dass du an ein so gutes Bestattungsinstitut geraten bist. Deine Bewertung hat den grünen Daumen definitiv verdient!
    FalkdS Da hast Du wenigstens gute Hilfe, Unterstützung und Beistand gefunden. Das ist gut so, so sollte es sein.
    spreesurfer Ich wünsche Dir mein Beileid, Kerstl. Möge die Sonne für Dich erstrahlen und Dir Licht geben und das erträglicher machen, was man mit Worten nicht erfassen kann!!!
    alligateuse Auch von mir, liebe Kerstl, noch mein ehrlich gemeintes Beileid. Es ist hammerhart, was du und besonders dein Mann, aushalten musstet. Mich hat das fast sprachlos gemacht. Ich freue mich, dass wenigstens der letzte Weg soweit gut betreut wurde. Danke für diesen Einblick in diese absolute private Situation. Mein Like gilt definitiv diesem Umstand.


  4. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    Was für viele Frauen Schuhläden sind, ist für mich ein guter Baumarkt: Das reinste Paradies.
    Der Einbecker toom Baumarkt befindet sich im Gewerbegebiet am Stadtrand. Leider ist er nur schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
    Durch einen kürzlich erfolgten Umbau, gestaltet sich der Markt insgesamt geräumiger. Im Eingangsbereich entstand eine größere Fläche, auf der aktuelle Sonderangebote präsentiert werden.
    Leider musste dafür ein kleiner Bäckerstand weichen, welcher auch eine kleine Imbissecke mit Sitzgelegenheiten betrieb. Ich persönlich finde das sehr schade, denn die dort angebotenen Speisen waren lecker und preiswert.

    Einen Pluspunkt gibt es für die neu eingebaute Behindertentoilette. Warum aber der Geldautomat entfernt wurde, bleibt mir ein Rätsel. Wer hier nicht ausreichend Bargeld einstecken hat, oder nicht mit
    ec - oder Kreditkarte zahlen möchte, bzw. kann ist auf jeden Fall vor Spontankäufen sicher, da sich auch in der näheren Umgebung keine Geldautomaten befinden.

    Durch den Umbau wurden die Gänge im Markt breiter und somit auch mit sperrigen Waren besser"befahrbar".
    Das Warensortiment wird jetzt in verschiedenen Zonen angeboten. Es entstanden kleine "Regalinseln", wo z.Bsp.auf einer Seite Werkzeuge wie Bohrmaschinen, Akkuschrauber, Stichsägen aufgebaut sind. An den kürzeren "Stirnseiten" befinden sich Zubehörteile für die Werkzeuge.

    Es gibt zwei Außenbereiche. In einem befindet sich das Baumaterial. Hier findet man von Dachlatten über Zement bis hin zu Regenrinnen alles für den Neu-, Aus- und Umbau. Leider sind die Regale nur für sehr große Menschen geeignet. Einige Regalböden befinden sich in ungefähr 1,50m Höhe. Wenn diese zudem auch tiefen Regale nicht bis zum Rand gefüllt sind, erreicht man die Waren nur durch Kletterkünste oder ausdauerndes Hüpfen.
    Leider scheinen die Mitarbeiter der Werkzeug- und Bauabteilung über gute Tarnmöglichkeiten zu verfügen. Ich habe bisher leider nur selten einen Mitarbeiter gesehen.

    Im zweiten Außenbereich befindet sich die Gartenabteilung. In einer Art überdachter Vorhalle gibt es Zimmerpflanzen, Gartenmöbel, Gartengeräte und Angelzubehör. Seit kuzem gibt es sogar lebendes Fischfutter.
    Glücklicherweise wurden die kleinen Aquarienboxen, in denen Zierfische (Karpfen, Wels,Goldfische,usw.) ein anscheinend trostloses Dasein fristen mussten abgeschafft.

    Im direkten Außenbereich erhält man saisonale Zierpflanzen, kleine Bäume, Sträucher und Teichpflanzen. Außerdem gibt es Steine, Gehwegplatten, Rasenkanten, Regentonnen, Zaunelemente, Maschendraht, usw.
    Auch hier trifft man eher selten auf einen Mitarbeiter.Obwohl der Markt einen Service anbietet, auf Wunsch schwere oder sperrige Waren bis ins Auto zu transportieren.
    Als ich zwei 80l Säcke Bliumenerde kaufte, fand ich leider keinen dieser Servicemitarbeiter. Also hieß es die Säcke auf den Knien balancierend selbst zur Kasse und zum Auto transportieren. Glücklicherweise hielt der Roli der Belastung stand.

    Auch hier finde ich die Pflanzen sehr überteuert und von minderer Qualität. Bei den Küchenkräutern bekam ich die weiße Fliege gratis dazu.

    Leider enlässt toom immer mehr langjährige und erfahrene Mitarbeiter. Stattdessen setzt man auf 450 Euro Kräfte. Diese Sparpolitik macht sich dann bei der Beratung bemerkbar.
    Sollte man tatsächlich mal ein scheues Exemplar namens Mitarbeiter antreffen und dieser nicht seinem Fluchtreflex folgt, kann er Fragen oft nicht beantworten.Allein schon die Frage, ob die gewünschte Pflanze sonnig oder halbschattig oder doch eher schattig stehen sollte, führt meist zu einem ratlosen schulterzucken und nervöses Suchen einer "Pflegeanleitung" am oder im Topf.

    Die drei Sterne gibt es hauptsächlich für das freundliche und hilfsbereite Kassenpersonal. Die Damen und Herren (auch geringfügig Beschäftigte) geben trotz voller Kassen geduldig Auskunft, wo man die gewünschten Waren findet, telefonieren den Abteilungsmitarbeitern hinterher, wenn mal wieder ein Barcode an der Ware fehlt, oder laufen auch selbst zum Regal, um nach dem Preis zu schauen.
    Bisher habe ich noch nie erlebt, das eine/r dieser Mitarbeiter unfreundlich war. Auch im größten Stress nicht.

    Abschließend möchte ich sagen, das ich zwar häufig imm toom Markt kaufe, allerdings nur weil es in der Nähe keine Alternative gibt.
    Bis zum nächsten Baumarkt müsste ich ca. 25km fahren. Da ich aber häufig spontan "Projekte" beginne, bzw. mir nur Kleinigkeiten fehlen, lohnt sich der Weg nicht wirklich.

    Beim erneuten Durchlesen der Bewertung fiel mir auf das ich die "Deko- und Kitschabteilung" unerwähnt ließ.Viel kann ich dazu allerdings nicht dazu schreiben, da ich diese Ecke bisher erfolgreich gemieden habe.
    Mich schrecken schon die großen Hinweisschilder für "S.Oliver-Tapeten" ab.Sicherlich eine tolle Sache für "markenaffine"Menschen, aber ich brauche keine Markentapete an der Wand. Mir reicht die gute, alte "Erfurter Raufasertapete", welche mit schönen Farben gestrichen wird.

    geschrieben für:

    Baumärkte / Handwerkerbedarf in Einbeck

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    Tigermiezi die Beschreibung passt (was das fehlen des Personals angeht) 1 zu 1 zu dem toom in metzingen. Fachkräfte fehlen und wenn ich spezielle infos möchte befrage ich lieber das Smartphone oder nehme den "Telefon joker" :-D
    eknarf49 Danke für den schönen Bericht, liebe Kerstl. Besonders gut finde ich es, dass auch hier der Verkauf von Haustieren sehr eingeschränkt wurde.
    Kerstl @eknarf: Vielen Dank. :-) Ich bin auch froh. Wenn man diese Boxen gesehen habe, hat es mir das Herz umgedreht. Nackt und ohne Bepflanzung bzw. "Versteckmöglichkeiten.... Außerdem klopften immer wieder Kunden an den Scheiben. Kinder wie Erwachsene....
    Ein golocal Nutzer Schöner Bericht über einen doch mittlerweile ausbeuterischen Laden. Dir aber einen herzlichen Glückwunsch zum GD und dass du sehr objektiv geschrieben hast.
    Nike Grins ... da haben wir was gemeinsam .... ich gehe auch lieber in den Baumarkt ... möglichst noch mit Gartenabteilung.
    Herzlichen Glückwunsch zur Bedaumung, liebe Kerstl!
    ubier Sehr gut beobachtet, liebe Kerstl. Wo gehen die ehemaligen Fachverkäufer eigentlich alle hin? Jedenfalls nicht zu anderen Baumärkten.
    Gloria73 Noch ein holdes Weib aus dem DIY-S.O.S.-Club, das sich über einen kleinen Makita als Valentinsgeschenk freuen würde :D
    Unterhaltsam berichtet und verdient begrünt!
    Kerstl Aber natürlich liebe Gloria.
    Ich danke euch vielmals.


  5. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. von 3 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Seit 25 Jahren ist Herr Schlachter mein Hausarzt. Als ich nach Einbeck zog und einen Hausarzt benötigte, wählte ich die Praxis aufgrund des ungewöhnlichen Namens.
    Bereut habe ich die Entscheidung nie.

    Die Praxis liegt sehr zentral in der Nähe der Fußgängerzone Direkt vor der Tür gibt es eine Bushaltestellen und gegenüber der Praxis befindet sich ein großer öffentlicher Parkplatz. Leider ist dieser gebührenpflichtig.

    Die Praxis befindet sich im zweiten Obergeschoss. Der Haupteingang ist nur über mehrere Treppenstufen zu erreichen.
    Im Hinterhof gibt es eine Brandschutztür die direkt zu einer Fahrstuhltür führt.
    Die Treppenaufgang im Haus ist leider sehr steil und eng. Glücklicherweise kann aber auch ein Fahrstuhl genutzt werden.
    Das braucht aber Mut und Geduld, denn der Fahrstuhl ist schon in die Jahre gekommen. Die Tür, welche zum Rollstuhlein- und ausgang führt muss per Muskelkraft aufgezogen werden.Was durch die steile Betonrampe und die Brandschutztür nicht gerade erleichtert wird.

    In der Arztpraxis selbst wird man sehr freundlich empfangen.
    Die Arzthelferinnen sind auch bei Hochbetrieb sehr
    freundlich.
    Sie sind auch kompetente Ansprechpartner, wenn es um Probleme bei der Medikamenteneinnahme geht und helfen wenn man schnell einen Termin in einer Facharztpraxis benötigt.
    Für ältere Patienten haben sie stets ein offenes Ohr, auch wenn es um private Sorgen geht, oder diese Patienten nur jemanden zum reden brauchen.

    Herr Schlachter ist ein sehr freundlicher Arzt, der sich sehr für seine Patienten engagiert und sich noch Zeit nimmt.
    Das wirkt sich mitunter auch auf die Wartezeiten aus. Für mich ist das kein Problem, da ich finde, wenn ich möchte das der Arzt sich Zeit für mich nimmt, sollte ich das auch anderen Patienten zugestehen. Manchmal reichen die von der kassenärztlichen Vereinigung vorgegebenen 15Minuten nicht für ein Arzt-Patientengespräch.

    Seine lockere und freundliche Art lassen den Arztbesuch angenehm wirken (so angenehm eben Arztbesuche sein können).
    Was ich positiv finde, ist die Tatsache das bei leichteren Erkrankungen nicht gleich mit "chemischen Kanonen" geschossen wird, sondern homöopathische Mittel verordnet werden.

    Bei schweren und/oder seltenen Erkrankungen fühlt man sich in der Praxis ebenfalls sehr gut aufgehoben.
    Herr Schlachter hält engen Kontakt zu behandelnden Fachärzten und recherchiert nach wirksamen Medikamenten und Behandlungsmethoden. Außerdem fühlt man sich nach der Diagnosestellung nicht alleingelassen. Neben der medizinischen Betreuung erfährt man auch eine persönliche Anteilnahme. So werden auch Samstags Termine vergeben, die ein längeres Gespräch außerhalb des Praxisbetriebes ermöglichen, bei dem es nicht immer nur um medizinische Belange geht.

    Ich kann diese Praxis nur empfehlen.
    Das freundliche und familiäre Klima in der Praxis wirkt sich auch positiv auf die Patienten aus.



    .
    5.

    Ausgeblendete 21 Kommentare anzeigen
    Kerstl Ich werde auch immer komisch angeguckt, wenn ich bei anderen Ärzten den Namen des Hausarztes nenne. :)
    eknarf49 Kerstl, ein guter Hausarzt ist wie ein Geschenk. Auch ich bin froh, dass ich so einen gefunden habe. Danke für den schönen Bericht.
    Ein golocal Nutzer Find ich große Klasse, dass du diesen Arzt am Anfang nur wegen des Namens genommen hast. Dr. Schlachter = Mediziner
    Und dann hast einen klasse Arzt gefunden und dies so lange. Toll. herzlichen Glückwunsch zum GD.
    Kulturbeauftragte Für den Nachnamen kann keiner was, mein erster Arzt hieß Schüler, bei einem Promovierten Doc auch ungewöhnlich, leider wenige Monate nach dem Verkauf der Praxis ist er verschieden, der war auch einer vom "alten Schlag"... Da weiß ich wovon du schreibst. Glückwunsch zum Doc-Daumen!
    kisto Der könnte ja Schulungen für andere Ärzte veranstalten…. ein sehr detaillierter und gut gegliederter Bericht!
    Gloria73 Nachträglichen Glückwunsch zum grünen Daumen - bei einem solchen Arzt (bericht) auch völlig verdient :)


  6. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Das Dasseler Therapiezentrum besuche ich, da hier unter anderem die Bobaththerapie für Erwachsene angobten wird. Das ist eine spezielle Physiotherapie für Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

    In der Praxis bietet man folgende Behandlungen an:

    Krankengymnastik
    Krankengymnastik am Gerät
    Manuelle Therapie
    Bobath für Erwachsene
    Massage und Fango
    Schlingentisch
    Craniosakrale Therapie
    Kinesio Tapeten
    Triggerpunkt Therapie

    Die Praxis liegt etwas versteckt an einer kleinen Seitenstraße. Da es nur einen kleinen "Wegweiser" zur Praxis gibt, ist es für Ortsunkundige schwierig die Praxis zu finden.
    Das nächste Problem ist die Parkplatzsituation. Direkt neben der Praxis gibt es ein kleines Stück "plattgefahrene Wiese", auf dem maximal 4 Autos Platz haben.
    Leider musste ich oft erleben das auf diesen Parkplätzen die Autos der Angestellten parkten. Es gibt zwar Parkmöglichkeiten in der Nähe der Praxis. Dies bedeutet für Besucher der Praxis, dass sie aufgrund der Einbahnstrassenregelung einmal um den Block fahren müssen, um auf einem nahe gelegenen öffentlichen Parkplatz zu parken.
    Ich finde es sehr Kundenunfreundlich. Schließlich besuchen auch Patienten die Praxis, die schlecht und/oder nur unter Schmerzen laufen können. Ich habe in der Praxis mehrmals auf den Umstand hingewiesen, leider erfolglos.

    In der Praxis gibt es vier verschiedene Behandlungszimmer, sowie einen Raum der mit Fitnessgeräten ausgestattet ist.
    Für gehbehinderte und Rollstuhlfahrer ist auch eine Behindertentoilette vorhanden.
    Der Empfangsbereich dient gleichzeitig als Wartezimmer. Mir gefällt das weniger.
    Insgesamt herrscht in der Praxis eine sehr lockere und familiäre Atmosphäre.
    Die Therapeuten unterhalten sich mit den wartenden Patienten, es wird auch mal ein lustiger Spruch gemacht oder ein Witz erzählt.

    Bewerten kann ich hier natürlich nur die Behandlungen, die bei mir durchgeführt werden. Dazu gehört die Bobaththerapie. Bei dieser speziellen Therapie wird versucht bei Patienten die durch eine Hirnschàdigung (z.Bsp.durch Schlaganfall, MS, Schädel-Hirntrauma, Hirntumor) unter Haltungs- oder Wahrnehmungsstörungen leiden, wieder willkürliche und koordinierte Bewegungen zu ermöglichen.

    Die behandelnde Therapeutin ist sehr einfühlsam.
    Vor der ersten Therapiestunde stellte sie Fragen zu meiner gesundheitlichen Situation, meinem Alltag und was mich aufgrund der Erkrankung am meisten belastet.
    So konnte sie sich ein Bild von mir machen und mit den Übungen beginnen, die mir auch im Alltag weiterhelfen. So lernte ich, wie ich mich richtig vom Rolli auf ein Sofa oder Stuhl umsetze, ohne durch kräfteraubendes Hochstemmen. Ich hatte ja schon Angst, auch ohne Spinat Popeyeähnliche Arme zu bekommen.
    Auch wenn manche Übungen schmerzhaft und anstrengend sind, weiß die Therapeutin mich immer wieder zu motivieren.
    Glücklicherweise hat der Spruch "KG (Krankengymnastik) bedeutet kalt und grausam" in dieser Praxis keine Gültigkeit.

    Punktabzug gibt es allerdings für die Praxiseinrichtung. Die Massageliegen sind in die Jahre gekommen. Eine wackelt gefährlich, da hat man Angst Richtung Boden zu rollen.
    Bei einer anderen ist das Fußpedal für die elektronische Höhenverstellung defekt. Die ein oder andere Bodenmatte sieht sehr "strapaziert" aus.

    Investiert wurde in den Geräteraum. Hier findet man hochmoderne Fitnessgeräte, die manchen Fitnessstudiobesitzer vor Neid erblassen lassen. Stepper mit computergesteuerter Einstellung für den Schwierigkeitsgrad, ein utopisch anmutendes Gerät zur Stärkung der Beinmuskulatur und verschiedene Geräte zum Gewichtsverteilung und -ziehen finden sich hier genauso, wie der klassische Hometrainer.
    Durch spezielle Chipkarten können die Praxismitarbeiter das Training auswerten und auf eventuelle Fehler beim Training hinweisen.
    Der Raum steht interessierten Dasselanern auch als Minifitnessstudio zur Verfügung. Preise kann ich leider nicht nennen, da diese nicht öffentlich einsehbar sind.

    Ich hoffe die Bewertung ist nicht zu langatmig geworden und bedanke mich schon jetzt bei jedem, der sie bis zum Ende gelesen hat.

    geschrieben für:

    sonstige Dienstleistungen in Dassel

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    6.

    eknarf49 Deinen Beitrag finde ich sehr interessant, bei dem Parkplatz würde ich allerdings auch nicht locker lassen.
    Ausgeblendete 12 Kommentare anzeigen
    Kerstl Am schlimmsten ist der Chef. Er parkt sein Auto immer auf der Wiese. Da werden Patienten auch mal schief angeguckt, wenn sie auf "seinem Parkplatz"stehen, wenn er mal später kommt.
    Ein golocal Nutzer GLÜCKWUNSCH auch aus dem winterlichen Münsterland, wieder ein Beitrag mit Sinn und Verstand , schön geschrieben , sehr guter Schreibstil , kurz gesagt wie immer toll weiter so !!!!

    LG Alf
    Nike Deine Bewertung, die ich gerne bis zum Ende gelesen habe, ist sehr anschaulich sowie informativ und daher sehr verdient begrünt! Herzlichen Glückwunsch!
    Für deine Therapie wünsche ich dir auch weiterhin einen guten Erfolg, Kerstl!
    Jenny-Muc Eine wirklich erstklassige Bewertung, sehr schön geschrieben und total informativ - das macht Spaß bis zum Ende zu lesen!
    Gratuliere zum GD!
    Kerstl Vielen vielen Dank für die positiven Kommentare, den grünen Daumen und die Glückwünsche. :)
    eiche186 ein sehr ausführlicher und informativer Bericht und Glückwunsch zum grünen Daumen! :-) Weiter so!!!!


  7. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Bei der Bücherstube Sprink handelt es sich um ein sehr kleines,inhabergeführtes Geschäft.
    In dem Geschäft befinden sich links und rechts drei Meter lange, deckenhohe Regale. Darin sind die Bücher nach Sparten sortiert. Das Angebot reicht von Fantasy über Reiseberichte bis zu Ratgebern und Sachbüchern.
    Ich bin immer wieder erstaunt, wie vielfältig das Buchangebot hier ist.
    Neben Büchern erhält man auch Gruß- und Glückwunschkarten, sowie Schreib- und Bastelzubehör.

    Für mich ist die Bücherstube Sprink ein kleiner Wunderladen. Jedesmal wenn ich der Bücherstube
    einen Besuch abstatte, bin ich erstaunt, welch' vielfältiges Angebot in diesem kleinen Laden Platz hat.
    Herr Sprink ist Buchhändler aus Leidenschaft. Ich habe das Gefühl das er alle Bücher die er verkauft selbst gelesen hat. Egal für welches Buch man sich interessiert, er kann eine informative Inhaltsangabe dazu wiedergeben und Stammkunden bekommen den Hinweis, ob das entsprechende Buch den eigenen Leseinteressen entspricht oder nicht.

    Da mein Sohn seit er lesen kann Bücher regelrecht verschlingt, war es nicht immer einfach Bücher für ihn zu finden. Er liest sehr gern Fantasyromane, die mich eher weniger interessieren. Dank Herrn Sprink waren alle Bücher die ich ihm schenkte ein Volltreffer.
    Als ich in der Bücherstube das erste Buch für meinen Sohn kaufen wollte, stand ich etwas ratlos
    vor der Fantasysparte. Nachdem ich Herrn Sprink um Rat fragte, sollte ich ihm den Titel des zuletzt gelesenen Buch nennen. Daraufhin wählte er zielsicher fünf Bücher aus, die meinem Sohn gefallen könnten. Und tatsächlich waren die zwei gekauften Bücher ein Volltreffer.
    Heute brauche ich nur zu sagen, dass ich ein Buch für meinen Sohn brauche und erhalte immer die richtigen Vorschläge.

    Aber auch als Stammkunde erhält man Leseempfehlungen. Und wer sich dabei auf die Buch- und Menschenkenntnis von Herrn Sprink verlässt, wird nie enttäuscht. Ich selbst habe so Bücher erworben, die ich kaum aus der Hand legen konnte. Dabei hätte ich sie mir aufgrund des Klappentextes wohl nicht gekauft.

    Herr Sprink setzt sich auch sehr dafür ein, dass Leseinteresse bei Kindern zu wecken.
    So erzählt er Kindern, die ihre Eltern in das Geschäft begleiten interessante Geschichten.Und zeigt dann Bücher, in denen das Kind viele interessante Geschichten finden kann. Dabei geht es nicht nur um den Verkauf. Herr Sprink verschenkt auch Leseproben, die er von verschiedenen Verlagen erhält. Diese Bücher sind gekürzte Fassungen des Originals, was mitunter aber kaum auffällt.

    In seiner Freizeit veranstaltet Herr Sprink auch Leseabende, an denen er neue Bücher vorstellt und vor allem Senioren die Gelegenheit zum Treffen und Austausch bietet. Außerdem rief er einen Literatur- und Poesiekreis ins Leben. Da haben Hobbyschriftsteller und Poeten die Möglichkeit ihre Arbeiten vorzustellen.

    Leider muss dieser kleine Laden um das Überleben kämpfen. Weltbild, Thalia und Internet sind eine zu große Konkurrenz. Und natürlich der Siegeszug der E-Bookreader.
    Zu diesen sei mir eine persönliche Bemerkung gestattet: Ich finde den Kauf eines "Papierbuches" besser. Dies kann ich verschenken
    oder verleihen. Dies kann ich in Buchläden wie der "Bücherstube" kaufen, wo ich von ausgebildeten, fachkundigen Menschen persönlich beraten werde. Es bleibt zu hoffen das diese Buchläden noch lange erhalten bleiben.

    geschrieben für:

    Buchhandlungen in Dassel

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    7.

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    Sedina Das klingt nach einem Buchhändler alter idealistischer Prägung. Schön, dass Du ihn und seinen Laden so liebevoll bewertest - Glückwunsch zum Grünen Daumen!


  8. Userbewertung: 5 von 5 Sternen

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    Nachdem ich mit einem anderen Sanitätshaus sehr schlechte Erfahrungen machte, wechselte ich zur Firma GETOP. Diese Entscheidung habe ich nicht bereut.
    Begonnen hat die Firma als kleines "1 Mann Unternehmen", mit der Betreuung von Patienten des örtlichen Krankenhauses.
    Durch seine sehr freundliche und einfühlsame Art wurde er schnell weiterempfohlen. So wurde aus einem Geheimtipp eine gutbesuchtes Geschäft.

    Der Inhaber ist hauptsächlich auf die Anfertigung von Orthesen und Prothesen, sowie Einlagen spezialisiert. Natürlich erhält man bei ihm auch alle anderen Hilfsmittel. Außer Rollstühle. Doch dazu später mehr.
    Ich finde es besonders gut, dass Patienten auch unterstützt werden, wenn es Probleme mit der Krankenkasse gibt. Egal ob es sich um Einlagen oder ein Pflegebett handelt. Notfalls spricht der Inhaber selbst mit bewilligungsunwilligen Sachbearbeitern der Krankenkassen. Wie ich finde eine enorme Erleichterung für Patienten, die mitunter vor völlig neuen Lebenssituationen stehen.

    Ich suchte das Geschäft auf, als mein Rolli sich nur noch im Kreis bewegen ließ. Ich mag Karussellfahren, aber manchmal möchte man auch vorwärts kommen. Und das ging nur mit großen Kraftaufwand.
    Als ich das Problem schilderte, teilte der Inhaber mir mit das er keine Rollireparaturen durchführt. Diese werden von ihm auch nicht angeboten, da dies seine Kapazität übersteigt.
    Allerdings stellte er sofort einen Kontakt zu einem anderen Sanitätshaus her, mit welchem er zusammenarbeitet. Er leitete den Reparaturauftrag weiter und vereinbarte einen Termin für mich.
    Obwohl ich vorerst nicht sein Kunde werden konnte, bot er mir an, alle notwendigen Formalitäten zu erledigen, die mein Wechsel des Sanitätshaus notwendig machten.
    Das nenne ich Service.

    Später suchten wir das Geschäft erneut auf, da meine Tochter Einlagen für ihre Schuhe verordnet bekam.
    Wir wurden sehr freundlich beraten. Uns wurde der
    Unterschied verschiedener Materialien für Einlagen erklärt.
    Danach musste meine Tochter in einer Art Blumensteckmasse ihren Fußabdruck hinterlassen. Sie bekam noch den Hinweis, sich Schuhe zu kaufen, die ihr eine Nummer zu groß sind, da es durch eine Erhöhung des hinteren Teils der Einlagen in ihren üblichen Schuhen zu eng werden könnte.
    Nach einer Woche sollten wir wieder vorbeikommen, um die Einlagen abzuholen. Nachdem sie nochmal millimetergenau angepasst wurden, erklärte der Inhaber, dass es anfangs etwas unangenehm drücken würde, da man die Einlagen erst einlaufen muss. Er bot ihr an, jederzeit vorbeikommen zu können, falls sie mit den Einlagen gar nicht zurecht käme.

    Insgesamt fand ich die Beratung sehr gut. Natürlich sind Einlagen keine große Sache, außer man ist 18 Jahre alt und dachte immer, Einlagen sind "Rentnerzubehör". :)
    Auch hier nahm man die Sorge meines Kindes ernst, das befürchtete nun nicht mehr auf Absätzen zur nächsten Party stöckeln zu können. Da sie es eh selten macht, erhielt sie die Erlaubnis die Einlagen auch mal in der Ecke liegen zu lassen.
    Außerdem erhielt sie noch Tipps, welche Übungen Füße lang gesund bleiben lassen.

    Ich kann das Sanitätshaus nur empfehlen. Hier gibt eine iindividuelle "Rundumbetreuung".

    geschrieben für:

    Orthopädietechnik in Einbeck

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    8.

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    eknarf49 Herzlichen Glückwunsch zum GD für einen sehr informativen und interessanten Beitrag.
    Was ich richtig gut finde ist, dass hier trotz aller Konkurrenz Sanitätshäuser auch zusammen arbeiten.
    Schalotte Toll ge-und beschrieben.Glückwunsch zum grünen Daumen und Danke, für diesen lesenswerten Bericht!


  9. Userbewertung: 1 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Leider lässt sich über dieses Saitätshaus nicht viel positives zu berichten.
    Vor einigen Jahren begann diese Firma als kleines Geschäft für Orthopädietechnik. Da wurde Service und Kundenfreundlichkeit noch groß geschrieben.
    Vor einigen Jahren vergrößerte der Sohn des Inhabers das Geschäft. Der Hauptsitz wurde nach Göttingen verlegt und in Einbeck blieb eine Zweigstelle.
    Hier erhält man freiverkäufliche Hilfsmittel wie Bandagen, Rollatoren, Sitzbälle usw. Die Preise empfinde ich als sehr hoch.

    Die Probleme beginnen, sobald man ärztlich verordnete Hilfsmittel benötigt.
    Als ich einen Rollstuhl benötigte, kam ein Mitarbeiter der Firma o.r.t ins Krankenhaus., um mich zu vermessen. Der Rollstuhl sollte an meine Größe und -ähem-Breite angepasst werden. Dieser freundliche Mitarbeiter sagte mir, der Rollstuhl würde in 14 Tagen geliefert.
    Nach 3Wochen erhielt ich einen Anruf, bei dem man mir mitteilte, dass ich nach Göttingen kommen müsse, zum vermessen. Der Mitarbeiter der das Vermessen durchgeführt hatte, sei dafür nicht geschult gewesen. Ich wusste nicht das man ein Diplom braucht, um die Länge der Ober- und Unterschenkel, sowie die Breite des Hinterns zu vermessen.
    Nun wusste ich auch nicht, wie ich den Besuch des Geschäftes in Göttingen bewerkstelligen sollte. Da dies mein erster Rollstuhl war und ich ja nicht laufen kann. Ich hatte mir einen Bürostuhl umgebaut, um mich in der Wohnung fortbewegen zu können. Damit konnte ich unmöglich in das Geschäft nach Göttingen fahren. Mein Hauarzt stellte mir freundlicherweise einen Praxisrollstuhl zur Verfügung.
    In Göttingen wurde ich sehr unfreundlich von einer Verkäuferin empfangen. Als ich ihr den Grund meines Besuchs nannte, bat sie mich kurz auf ihren Kollegen zu warten. Jeder hat ein anderes Zeitgefühl. Ihr "kurzes warten" dauerte fast 60 Minuten. Mir kam das sehr lang vor.

    Irgendwann musste ich zur Toilette. Zu meinem Erstaunen gab es keine behindertengerechte Toilette.

    Als die Wartezeit vorüber war bat mich ein freundlicher Mitarbeiter zum Vermessen. Im Anschluss zeigte er mir verschiedene Rollstuhlmodelle. Zusammenklappbar, Starrrahmenrolli, Rollis mit Liftfunktion, Selbstfahrer (die haben keine Griffe zum schieben), Selbstfahrer mit höhenverstellbaren Schiebegriffen...
    Ich entschied mich für einen Sportrolli. Unsicher war ich bei der Entscheidung, ob ich einen Rolli zum Zusammenklappen oder einen Starrrahmenrolli nehmen soll. Ich will ja so lang wie möglich selbständig bleiben. Dazu gehört, den Rolli selbst ins Auto verladen zu können.
    Der Mitarbeiter riet mir zu einem Starrrahmenrolli, bei dem sich leicht die Räder abziehen lassen. So könnte ich die Räder hinter dem Fahrersitz verstauen und das Sitzelement mühelos auf den Beifahrersitz heben.
    Leider schien der Mitarbeiter nur theoretische Erfahrungen zu haben. Denn diese Art des Verladens ist ein großer Kraftakt. Meist muss ich dann doch jemanden bitten, mir beim Verladen zu helfen.

    Irgendwann hatte ich mich für meinen Rolli entschieden. Nach 14 Tagen sollte ich ihn geliefert bekommen. Leider dauerte die Auslieferung 6 Wochen.
    Nach drei Monaten verlor das linke Rad immer Luft. Ich stellte einen Reparaturantrag. Auch hier hieß es geduldig warten, bis ein Mitarbeiter kam. Er prüfte, ob ich ein Loch im Reifen hatte. Als der Testberichte negativ ausfiel pumpte er nochmal den Reifen auf und ging.

    Das größte Desaster erlebte ich aber mit meinem E-Rolli. Geliefert wurde ein älteres, gebrauchtes Modell. Das war für mich soweit in Ordnung. Allerdings befand sich am Rahmen noch der Name
    des vorhergehenden Besitzers. Und auch das Sitzkissen war noch von ihm. Man konnte deutlich Urin- und Blutspuren erkennen.
    Es dauerte ein paar Tage, bis das Kissen irgendwann ausgetauscht wurde.

    Irgendwann hatte ich mir ein Loch in das rechte Vorderrad gefahren. Also rief ich im Sanitätshaus an und sagte das ich einen "Plattfuß" habe. Nach einer Woche kam ein Mitarbeiter - ohne Ersatzrad. Er meinte, er würde Luft aufpumpen und wenn das Rad wieder Luft verliert solle ich wieder anrufen. Den Anruf tätige ich, da stieg er gerade in sein Auto. 6 Wochen später bekam ich dann das neue Rad.

    Im Sommer fingen die Probleme richtig an. Der Rollstuhl blieb immer bei dem Versuch das Haus zu verlassen stehen. Mitten in der Tür ging er aus und ließ sich auch nicht wieder einschalten. Also wieder anrufen, warten, warten, warten. Irgendwann wurde der Rolli zur Reparatur abgeholt. Ersatz gab es keinen. Nach einer Woche bekam ich den Rolli zurück. Drei Tage später blieb er wieder in der Tür stehen und ich konnte ihn erneut weder ein- noch ausschalten.
    Das Prozedere begann von vorn.
    Erst nach dem vierten Beheben des Fehlers teilte mir ein neuer Mitarbeiter mit, dass der Rolli nie defekt war. Er hat nur eine eingebaute Wegfahrsperre, welche sich mittels Magneten aktivieren lässt. Tja. Und ich hatte ein Fliegengitter vor der Tür, welches mittig durch Magnete automatisch schließt.

    Da für mich dieses Verhalten Betrug war- es wurde für die vermeintlichen Reparaturen zwischen 800 und 1300€ abgerechnet-meldete ich die Vorgehensweise der Krankenkasse und wechselte sofort das Sanitätshaus.
    Jetzt werde ich hervorragend betreut.

    geschrieben für:

    unbekannte Branche

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    9.

    eknarf49 Auf ein Sanitätshaus oder vielmehr auf die Angestellten muss man sich einfach verlassen können. Schade, dass Du so unangenehme Erfahrungen gemacht hast.
    Ausgeblendete 12 Kommentare anzeigen
    Calendula Danke für Deinen sehr persönlichen Bericht.
    Auf den nächsten über das bessere Sanitätshaus freue ich mich schon :-)
    Schalotte Sanitätshaus und nicht gleich Sanitätshaus. Aber wie ich sehen konnte, hast du ein perfektes gefunden.
    Tikae Ich brauch jetzt Pickelcreme :-/
    Schwächelnder Service mit Körperflüssigkeitsspuren , aber saustarke und saubere Bewertung !
    LUT Ein sehr gut nachvollziehbarer Bericht. Ich wünsche dir alles Gute und gratuliere zum verdienten Daumen.
    Sedina Wenn man es schon schwer und immer schwerer hat, dann muss es wirklich nicht noch soetwas sein.
    Alles Gute für Dich liebe Kerstl und ein etwas trauriger Glückwunsch zum Grünen Daumen!
    Kerstl @Sedina: Vielen lieben Dank. Sicher bin ich gesundheitlich und körperlich etwas eingeschränkt, aber den Spaß am Leben lass ich mir so leicht verderben. ;)
    Danke an alle für den GD und die Glückwünsche.
    kisto Tut mir leid, dass du so üble Erfahrungen machen musstest. Ich freue mich auch, dass du nun besser betreut wirst (schlechter ging es ja auch nicht mehr). Und auch von mir Glückwunsch zum gD :)
    Kulturbeauftragte so wie ich grob gerechnet habe, zog sich dieses Desaster über etliche Monate dahin, so etwas braucht man wie sonst was :-/ - mit den Sanihäusern, da kann viel schief gehen, wie es deinem Bericht zufolge passiert ist... Bei uns hat es besser geklappt. Doch auch Verwandte hatten ähnliche Erfahrungen gemacht, aber das liegt zu lange zurück!

    Danke trotzdem für den Beitrag, auch wenn der Anlass ein recht unappetitlicher Art gewesen ist! Glückwunsch zum wohl verdienten gD!


  10. Userbewertung: 3 von 5 Sternen

    1. von 2 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Die Heliosklinik Northeim befindet sich seit November 2014 in einem neu errichteten Gebäudekomplex.
    Einen ersten Eindruck konnte ich mir neulich nachts machen, da eine Freundin zum ärztlichen Notdienst musste.

    Die Klinik liegt an einer Autobahnabfahrt noch vor der Stadt Northeim Obwohl sich der Lärmpegel sicher in Grenzen hält, finde ich die Lage etwas ungünstig, da das Krankenhaus nur noch mit Bus oder PKW erreichbar ist.
    Womit ich gleich zum nächsten Minuspunkt komme: Die Parkplatzsituation. Der dazugehörige Parkplatz ist gebührenpflichtig. Wobei ich 0,50€/halbe Stunde schon happig finde. Kostenfreie Parkplätze stehen überhaupt nicht zur Verfügung. Das macht es Patienten unmöglich, für einen geplanten stationären Aufenthalt mit eigenem PKW anzureisen. In Anbetracht der Tatsache, dass es hier wirklich viele "Kleckerdörfer" gibt, die eher spärliche Busanbindungen haben, finde ich das etwas unglücklich gelöst.

    Zum Gebäude selbst: Architektonisch ein gewaltiger Klotz, dessen Fenster eher an Schießscharten erinnern, wirkt das Gebäude wenig
    einladend.
    Das Foyer ist einladender gestaltet. Hier befinden sich reichlich Sitzgruppen aus Holz und Leder.Grünpflanzen lockern die Atmosphäre auf. Hier befinden sich auch zwei Räume, die für das Erstgespräch zur stationären Aufnahme gedacht sind.
    Vergebens suchten wir nach einem Pförtner oder einer Nachtwache, welche(r) uns den Weg zur Notaufnahme weisen könnte. Zwar befand sich eine Infotafel gegenüber des Eingangs, aber es war nicht ersichtlich in welche Richtung wir gehen sollen.
    Der Hinweis das die Notaufnahme sich im Erdgeschoss befindet und im rot gekennzeichneten Abschnitt Auf nutzte uns wenig. Denn der Abschnitt war nur auf der Tafel rot gekennzeichnet. Auch einen Hinweis wo denn Abschnitt A ist fanden wir nicht. Nach einigem umherirren entdeckten wir ausliegende DIN A 4 Zettel zwischen verschiedenen Prospekten, die sich als Lageplan entpuppten.
    Unsere Suche hatte ein Ende und wir kamen in die Notfallambulanz.Dort wurden wir sehr freundlich empfangen. Ein Krankenpfleger kümmerte sich freundlich und aufmerksam um meine Freundin. Er
    befragte sie zu ihren Beschwerden und informierte den diensthabenden Arzt.
    Nach einer gründlichen Untersuchung wurde ihr zur stationären Aufnahme geraten.
    Dabei erklärte der Arzt die Notwendigkeit auch für Laien verständlich. Auch die geplanten weiterführenden Untersuchungen und Medikamentengaben wurden genau erläutert.

    Die Zimmer sind leider sehr kleine 3Bettzimmer. Meine Freundin teilt sich dies auch mit einer dementen alten Dame. Das finde ich unzumutbar, da die Patientin vor allem nachts sehr aktiv wird und unaufhörlich vor sich hinplappert. In anderen Krankenhäusern ist man dazu übergegangen, für demente Patienten extra Zimmer bereitzuhalten.

    Das hier ein größeres Haus mit dem Personalstand des alten Krankenhauses arbeitet wirkt sich negativ für die Patienten aus. So braucht man wirklich Geduld, wenn man nach dem Pflegepersonal klingelt. So musste die andere Mitpatientin 45Minuten auf eine Schwester warten,
    nachdem sie klingelte.
    Auch die für meine Freundin angekündigten Untersuchungen wurden mehrmals verschoben. So wurde mit Schmerzmittelnexperimentiert, ohne das die Ursache des Schmerzes festgestellt wurde.
    Erst nach drei Tagen wurde eine MRT Untersuchung durchgeführt. Dadurch konnte eine Diagnose gestellt und die Schmerzen richtig behandelt werden.

    Leider scheint das durch Sparmaßnahmen und Gewinnmaximierung neuer Standard in den Krankenhäusern zu werden. Das es noch schlimmer geht beschreibe ich demnächst in der Bewertung zum "Bürgerspital Einbeck".

    geschrieben für:

    Fachärzte für Gefäßchirurgie / Intensivmedizin in Northeim

    Neu hinzugefügte Fotos
    10.

    eknarf49 Ein ausführlicher und gut geschriebener Bericht, finde ich. Die Schwierigkeiten, die Du geschildert hast, scheint es in Krankenhäusern und Kliniken häufiger zu geben.
    Die nur kostenpflichtigen Parkplätze finde ich eigentlich unglaublich!
    Ausgeblendete 7 Kommentare anzeigen
    Ein golocal Nutzer Schöner aussagekräftiger Bericht, der zu Recht einen GD erhalten hat. Glückwunsch hierzu.
    Nur was anderes: Bei deinem Profilbild sind offenbar Stadttauben o.ä. auf deinem Schoß bzw. auf deinen Händen. So etwas würde ich nicht tun. Diese Tiere sind mit die größten Bakterien- und Krankheitsüberträger. Man nennt sie nicht grundlos "Ratten der Luft". Bitte für Kinder ein Vorbild sein. Ich empfehle die Lektüre: http://www.schaedlingskunde.de/Diverse_htm/Strassentauben-Krankheitsuebertraeger.htm
    Kerstl "Das Bundesgesundheitsamt hat schon 1989 die Eintufng dieser Tiere als "Schädlinge" im Sinne des § 13 Absatz 1 Bundesseuchengesetzes zurückgenommen. Das heutige Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin bestätigt sogar, dass von Tauben keine wesentlichen gesundheitlichen Gefährdungen ausgehen."(Umweltjournal.de)

    Liebe sorei, ich kann deine Sorge verstehen, aber das war ein Schnappschuss der eine sehr emotionale Bedeutung für mich hat.Ich sitz nicht jede Woche da und habe Tauben auf der Hand. Gefährlicher finde ich erwachsene Vorbilder, die ihre Kids im Auto zuqualmen, bei Rot über die Ampel rennen, usw.
    Schalotte Gratuliere hier zum grünen Daumen und sage Danke, für einen lesenswerten und ausführlich geschriebenen Bericht!