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  1. Bewertung: 5 von 5 Sternen

    1. von 2 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Sanbao

    Neckargasse 22, 72070 Tübingen
    1.
    Wenn es um chinesisches Essen in Deutschland geht, erlebt man meistens Flops. Zumindest dann, wenn man echte chinesische Küche probieren konnte, durfte (und manchmal musste).

    Leider werden alle Gerichte von den meisten Restaurantbetreibern „ab Werk“ mit dem großen Teutonenschmirgel bearbeitet und Original ist daran meistens nichts. Die chinesische Küche besteht aus so viel mehr als „Nummer Fünf mit Ente“ oder „Schweinefleisch süß-sauer“ mit einer epischen Menge Klebreis al dente.

    Das Geschrei in Tübingen war zuerst groß, als „noch ein Chinese“ und „noch ein Imbiss“ in bester Lage eröffneten. Das Sanbao thront im ersten Stock über der Tübinger Neckarüberquerungs-Hauptrennbahn, der Eberhardsbrücke. Die Lage ist toll und der hungrige Futterer kann sowohl das Treiben auf der Brücke (Busse vs. Fahrradfahrer), als auch das Treiben am und auf dem Neckar bewundern (Stocherkahn vs Tretboot, Selfietime mit Beinahehavarie des Telefons).

    Der „noch ein Chinese“-Chinese wurde mir von einer Chinesin empfohlen, die mich auch direkt dorthin mitgenommen hat. Hier essen erstaunlich viele Chinesen! Allein schon das gab Grund und Anlass zur Hoffnung, dass es hier mehr als die obligatorischen Standard-Kombinationen gibt. Die Speisekarte enttäuschte im ersten Moment absolut, die gleichen teutonengehobelten Gerichte, die es in jedem anderen Laden auch gibt. Schade. Noch ein Chinese.

    Dann reichte mir meine Begleiterin eine zweite Karte, die alle Sorge verfliegen ließ. Es gibt traditionelles Essen! Auf der Karte finden sich allerlei Köstlich- und Kötzlichkeiten aus der Kanton- und Sichuan-Hunan-Küche. Von Suppen (Rindfleischsuppe mit Nudeln (lecker! Serviert in einem Gebinde, das auch zwei Leute satt macht), bis hin zu kalten Vorspeisen (Tofu mit Tausendjährigen Eiern… hrch) und Schweinesehnen in Essig eingelegt, kann man hier alles probieren, was die regionale chinesische Küche so hergibt…. Und dann erblicke ich sie, Jiaozi!!! Die chinesische Version von Herrgottsbscheißerle, die zusammen mit Sojasoße zum Ditschen einfach großartig schmecken. Die sind bestellt! Acht Stück kosten um die vier Euro, sehr fair! Meine Begleiterin wählt Omelette mit Bittergurke und ich lerne, dass Bittergurke ihrem Namen alle Ehre macht… ALLE EHRE. Hrch. Die Maultaschen sind in der Lage, das Meer von Bitter wieder aus dem Mund zu vertreiben.

    Die Liste von Hauptgerichten beinhaltet von Vegetaria, Federvieh, über Rind, Schwein und Meeresgekreuch so ziemlich alles, was nicht bei drei unterm nächsten terrestrischen oder submarinen Stein verschwunden ist. Mutige wagen sich an eine ganze Palette eigenwilliger Innereien (Schweinedarm, scharf), Schüchterne wählen Ente mit und in Ananas. Ich wähle Gung Bao Chicken, scharf. Meine Begleiterin wählt Tintenfisch mit Gemüse. Die Preise rangieren zwischen 8 und 10 Euro. Beide Gerichte schmecken großartig. Der Tintenfisch ist schön zart, kein Autoreifen. Das Gung Bao schmeckt ebenfalls wunderbar, aber scharf macht seinem Namen alle Ehre… No pain, no gain!

    Der Versuch, den glühenden Lappen namens Zunge in chinesischem Bier zu kühlen, misslingt grandios. Zungenteeren mit Reis erweist sich als deutlich wirksamer… Es ist herrlich, wenn der Schmerz wieder nachlässt.

    Das Personal ist immer aufmerksam und freundlich. Ich war inzwischen häufiger hier und einmal habe ich bisher erlebt, dass die Bestellung „ohne Zwiebeln“ nicht funktioniert ha. Eine kurze Rückfrage ergab ein Getränk gratis (obwohl ich das gar nicht gebraucht hätte, aber die Zwiebeln lagen nun einmal nach dem Essen einsam auf dem ansonsten leeren Teller).

    Die Preise sind absolut fair, die Sitzplätze am Fenster großartig (Titanic II – Stocherkahn vs. Tretboot). Ich komme gerne wieder. Das Lokal ist barrierefrei, ein Fahrstuhl bringt einen in den ersten Stock. Fast alle Tübinger Stadtbusse halten in 50m Entfernung an der Haltestelle Neckarbrücke. Parken ist eher mau, es empfehlen sich das Neckarparkhaus oder die Suche eines Parkplatzes entlang der Gartenstraße.

    … und das Beste ist, dass der Teutonenhobel hier eine lobenswerte Ausnahme gemacht hat. Darauf ein xièxiè!

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    KaterRina Das ist unten drin ;) Oben war ein pseudoschickes Lokal, in dem ich die schlechtesten Pfannkuchen meines Lebens gegessen habe
    Philipp Glückwunsch und Gruß aus Süsel.

    Interessant finde ich das Konzept, dass ein Rollstuhl die Menschen in den ersten Stock bringt.
    Sedina Eine Reise auf der Neckartitanic werde ich mir wegen der Gefahr, dass über mir Kötzlichkeiten verspeist werden, lieber ersparen. Mir reichen meine heimatlichen Möwen ;-)))
    Herzlichen Glückwunsch zur fachkundigen Führerin, zum schönen und inzwischen wiederholten kulinarischen Erlebnis, zum wie immer witzigen Bericht und zum verdienten Wochenkrönchen!
    Sedina Klar, die Frage ist nur, wer fahren und wer Alkohol trinken darf. Für's Vorglühen eignet sich selbstverständlich am Besten der Speisewagen....
    joergb. Tübingen ? War ich auch noch nicht ;-)
    Glückwunsch zur Auszeichnung KaterRina. Toll geschrieben, witzig und informativ, vielen Dank dafür.
    ubier Noch ein Beitrag.


    ...aber ein ganz toller!! Danke für Jiaozi - bestimmt die wörtliche Übersetzung von Herrgottsbscheißerle.
    konniebritz Toll beschrieben! An die original chinesischen Gerichte würde ich mich nur sehr vorsichtig herantrauen :-) Jiaozi kenne ich, das bieten manche Chinesen in Berlin ebenfalls an. Sie sind lecker.
    Herzlichen Glückwunsch zur verdienten BdW-Auszeichnung für diesen schönen, ausführlichen Bericht.
    vinzenztheis Mister Spock würde sagen: "faszinierend". Scharf habe ich mir abgewöhnt. Da glüht nicht nur der Lappen, sondern auch der Beutel


  2. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    2. von 6 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    B&B Hotel Magdeburg

    Otto-von-Guericke-Straße 34, 39104 Magdeburg
    Tel: (0391) 59 76 82 80
    2.
    Alle Jahre wieder Tour im März die gesamte fachliche Kollegenschaft quer durch Deutschland und versammelt sich an (mehr oder weniger) erlesenen Orten. Dieses Jahr waren wir in Magdeburg, ziemlich Downtown, ziemlich domnah. Da die gestresste Tagende wenig Lust auf kilometerlange Märsche zum Hotel hatte, hat sie sich für das nagelneue B&B Hotel entschieden.

    Andere Hotels werden auf der großen, grünen Wiese errichtet, hier hat man eher die schmale, graue Brache zwischen TÜV, Bahngleisen, einem Koreaner und einem Wohnblock gewählt. Hier steht nun ein kubistisch-puristischer, weiß verputzter Hotelblock mit einigen Gästeparkplätzen im Hof.

    Parkt man auf ebendiesem, wird man feststellen, dass es keinen Zugang vom Hof zum Hotel gibt und so wieselt der bepackte Gast mit jeglichem Geraffel erst einmal eine Runde ums Karree. Dort findet man sich vor dem obligatorisch aschenbebecherten Hoteleingang wieder. Zwei Türen trennen einen nun vom Entree – beide sind unglaublich schwer und gegenläufig zu öffnen. Ist kein Galan zur Hand, muss man das Geraffel abstellen und mittels Füßchen die Tür ofenhalten, während man das Gepäck durchaalt… Vor allem, wenn die Türen artig nach außen aufgehen. Zwischen Tür 1 und 2 findet sich ein Terminal zum Selbsteinchecken (falls man außerhalb der Öffnungszeiten der Rezeption anrückt) und zum keycodebasierten Öffnen der inneren Tür, da auch diese nur innerhalt der Öffnungszeiten offen ist.

    Der freundliche Rezeptionist hat meine Buchung direkt bearbeitet, bezahlt wird hier sofort. Dafür erhält man einen sechsstelligen Keycode, mit dem sich sowohl die Zimmertür, als auch eben besungene Tür Nr. 2 öffnen lässt. AM Tag der Abreise ist der Keycode bis 12:00 gültig. Danach verliert er seine Gültigkeit. Ein Checkout muss daher nicht erfolgen. Man geht einfach.

    KaterRinas Sondertipp: Keycode mit dem Handy abfotografieren, so kann man das Ding nicht mehr verlieren.

    Der Aufzug gen Zimmer roch noch sehr neu, ebenso, wie das sehr saubere Zimmer selbst. Das Hotel wurde erst im Dezember 2017 eröffnet und dünstet noch ein wenig aus. Auch hier wartete wieder eine saumäßig schwere Eingangstür mit Schnappmechanismus und daher wieder das übliche Geraffelschieben via Füßchen. Das Zimmer ist recht überschaubar, einen Platz zum Legen eines offenen Koffers hatte ich nicht. Ein Bett, ein Pygmäentischchen, zwei lehnenlose Hocker, ein Einbauschrank, ein Fernseher, das war‘s dann auch schon mit Interieur. Das Bad war klein, schlicht, aber sehr in Ordnung. Wer einen Fön möchte, wird im Zimmer keinen finden. Das Teil kann gegen zehn Euro Pfand an der Rezeption ausgeliehen werden. Zumindest sagt das das Schaf mit der Fönwelle…

    Hier gibt es Schafe. In allen Versionen, Farben und Größen. Das Schaf ist das hoteleigene Wappentier und wirbt im Haus überall für alles. Mieses Wetter? Schaf im Friesennerz! Fön von Nöten? Schaf mit Fönwelle. Ostern naht? Schaf mit Eiern. Es war Karneval? Da hilft ein jeckes Helau-Schaf… Wo kein Schaf, da Boris Becker, denn auch ihn hat man offenbar für Werbung rekrutiert.

    Das Free WiFi lief so semi, an einem Tag hatte es einen Komplettausfall, aber abends hat sich alles erfolgreich wieder berappelt. Die Schallisolation der Fenster ist phantastisch, man kriegt von der (wenig erbaulichen) Umwelt nicht viel mit.

    KaterRinas Sondertipp: Trainspotter? Unbedingt Zimmer zum Hof wählen! Hier fährt alle Minute ein Zug in knappen 100m Luftlinie vorbei. Von Güterzug bis ICE ist hier alles zu gucken, was auf Schienen fahren kann.

    Das Frühstück wird in Buffetform serviert und ist recht übersichtlich, aber durchaus gut. Mehrere Sorten (Aufback-)Brötchen, drei Sorten Wurst, ebenso viele Sorten Käse, Etliches aus dem handlichen Plastikgefängnis, hartgekochte Eier, vier Sorten Cornflakes und Müsli, Joghurt, leider undeklarierte Milch (Vollmilch? 1,5%?), Obstsalat, zwei Saftkonzentrate, Tee und Kaffee. Nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Service gibt es aus Kostengründen keinen. Man holt selbst und verräumt danach sein Plastiktablett selbst in einem der üblichen Plastiktablettverräumständer, die man aus allen Fastfoodbutzen kennt.

    KaterRinas Sondertipp: Bei der Saftstation Glas drunterstellen und drücken. Nein, nicht drücken, sondern DRÜCKEN!!!!!! sonst kommt da nix.

    Sowas wie eine Hotelbar gibt es hier nicht. Dafür stehen in der Lobby zwei Automaten, die allerlei Snacks und Getränke vorhalten. Hier gibt es Non-Alkoholika, Alkoholisches, Heißgetränke etc. Kann man machen, muss man aber nicht.

    KaterRinas Sondertipp: Eine heiße Rinderkraftbrühe aus dem Automaten ziehen! Warum? Einfach mal weil… Außerdem kann man die Story noch den eigenen Enkeln erzählen…

    Von mir gibt es vier Sterne. Viel zu bewertenden Service gab’s ja nicht. Dafür ist die Lage hervorragend und alles war sehr sauber.

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    KaterRina Ich würde hier auch nicht Urlaub machen... Aber bei einer Tagung beschränkt sich mein Aufenthalt im Zimmer auf 01:00-07:00 meistens ;)
    Blattlaus Schön beschrieben, konnte es mir bildhaft vorstellen. Nur zum Schlafen ok, ansonsten geht es mir wie Schroeder.
    KaterRina @Männlein ich hatte Sonderkonditionen als Tagungsgast... für mich hat eine Übernachtung mit Frühstück 72,50 gekostet.
    Sir Thomas Was für Geraffel? Eine Tagung ist keine Grabung, sollte man meinen. Außerdem bitte noch mal auf der Pupille zergehen lassen: Plastiktablettverräumständer. Ein Hochgenuss, zugleich fulminanter Einstieg in den neuen Bewertungsmonat. Danke, Glückwunsch und Gruß, T., Genuss-Leser
    Sir Thomas ich glaube, bei denen raucht und knallt es gewaltig, bis mal so etwas wie 'Objektivität' verkündet werden kann...
    KaterRina Für Tagungen wähle ich dann aber doch eher etwas gediegeneres Schuhwerk ;-) aktuell laufe ich ja auch nicht in Bergstiefeln durch die Gegend
    KaterRina @blattlaus die Nähe zur Tagung war entscheidend... Günstiger wäre auch möglich gewesen, aber halt auch deutlich weiter weg... Und so prickelnd ist Magdeburg jetzt auch nicht :-(
    ubier wer mag schon Magdeburg - aber für diesen Bericht mache ich eine Ausnahme. Bitte wieder mehr von KaterRina!
    von Money Das Preis-Leistungsverhältnis hat eigentlich keine 4 Sterne verdient. Der Schreibstil dafür um so mehr.


  3. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    3. von 3 Bewertungen


    bestätigt durch Community

    Sultan Caffe -Bar-Centrale Gastronomie

    Doblerstr. 10, 72074 Tübingen
    Tel: (07071) 222 27
    3.
    In Tübingens stiefmütterlich behandelter 1b-Lage mit Feinstaubmaximalgarantie etabliert sich seit einigen Jahren zunehmend ein Mittagessenshotspot mit Imbissen jedweder Couleur und mit Angeboten jedweder Vegetarismusstufe. Hier war ich zum Tübinger Mittagessen verabredet… ausgerechnet hier. Ausgerechnet zur besten Essenszeit. Und leider hatten wir auch kein Glück beim zyklischen Futterwellengang, der sonst hier durch die Imbisse brandet. Statt Ebbe war Flut und wir haben demokratisch und sehr spontan beschlossen, die Lokation zu wechseln.

    Das Centrale liegt in der Banken- und Beamteneinflugschneise Doblerstraße, nur eine Hausecke und den Sprung einer sehr großen Katze (etwa 100m) vom Imbiss-Epizentrum entfernt. Beim Betreten erwartet den hungrigen Gast eine Art begehbarer Speiseschlauch… eine Bar, ein Gang, an der Fensterfront Hochtische mit Platz für bis zu vier Speisewillige. Rechts und links rechts Bar warten auch noch ein paar Tischlein auf Kundschaft.

    Auch hier war es solide voll, aber der geschäftige Kellner verwies auf „Gewölbekeller, Treppe runter, links“. In der Kellererweiterung des Restaurantschlauchs war es erfreulich ruhig, man konnte sich prima unterhalten. Netterweise war der Keller auch gut geheizt und Frostbeulen beim Löffeln blieben aus.

    Die Getränke waren fix bestellt und die Mittagskarte mit vier Gerichten (dreimal Pasta, eine davon vegetarisch, eine Pizza) war so übersichtlich gehalten, dass die Auswahl ebenfalls schnell vonstattenging.

    Der, für einen Euro zusätzlich erhältliche, gemischte Salat kam schnell und konnte nicht minder schnell wieder vergessen werden. Eine Mischung aus allem drum mit allem dran, in weißlich-opakem Dressing versenkt und mit einer Scheibe Toast garniert. Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht… Eher vom Typ „Hab ich gleich wieder vergessen… Wie?! Ich hatte Salat?!“

    Mein Hauptgericht bestand aus Spaghetti in einer lecker-schlonzigen Gorgonzolasauce mit Stückchen von der Schweinelende. Letzterer hätte ein paar Minuten weniger Aufenthalt in der Pfanne durchaus nicht geschadet. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau… Auf meinem Teller lag jetzt keine schweingewordene Atacama-Wüste in Häppchenform, sondern einfach nur sehr mageres und sehr schlecht auf den Punkt bratbares Fleisch.

    Mein Gegenüber hatte Penne all’arrabbiata, die sehr vorzüglich aussahen und scheinbar auch genauso mundeten. Ich persönlich traue mich mittags nicht an Tomatensauce. Murphy’s Gesetz zwingt mit Garantie mindestens einen Saucentropfen dazu, in einer ballistischen Flugbahn das getragene Oberteil anzusteuern und lässt einen für den Rest des Tages wie einen Lebensmittelgrobmotoriker aussehen… Ich verzichte…

    Der Nachtisch-Espresso war stark und gut und half, das aufkommende Fresskoma in einen erträglichen Rahmen zu zwingen. Auch die Bezahlung ging schnell und schnörkellos vonstatten und mein Gegenüber und ich wackelten satt und zufrieden bis zur Kreuzung aus Imbiss-Epizentrum und Gerichtsmeile. Dort trennten sich unsere Wege.

    Von mir gibt es vier Sterne – den einen Stern hat der Salat… ich hatte Salat…?!! leider gekostet. Für mein Gegenüber gibt es glatte fünf Sterne plus. Vielen Dank für das wunderbare Mittagspausengespräch – jederzeit gerne wieder! Das gilt sowohl fürs Centrale als auch, ganz besonders, für mein Gegenüber.

    Der Schlauchteil des Centrale ist barrierefrei, der Gewölbekeller leider nicht. Besonders ökologische Tübinger können auch mit dem Stadtbus Linie 10 (Richtung Österberg) anrücken. Die Bushaltestelle befindet sich nur einen kleinen Sprung einer mittelgroßen Katze (20m) entfernt.

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    vinzenztheis Dieser poetische Bericht hat ja nun auf jeden Fall einen Däumling verdient, auch wenn es mir bisher nicht bekannt war, dass Beamte in der Lage sind zu fliegen, es sei den sie fallen versehentlich aus dem Fenster.
    Sir Thomas wie wundervoll ist's und hoch zu preisen, dass eurem allerliebsten tête à tête doppelter Lesegenuss gar entspringet ;-) GD-Flugbahn ballistisch korrekt
    KaterRina Danke :-P es gibt einfach Lebensmittel, von denen man beim Mittagessen die Finger lassen sollte. Man kann nur verlieren ;-) Hähnchenschenkel gehören auch dazu... Heißes Pflaster ;-) es gibt einfach keine Technik, mit der man die Dinger würdevoll essen kann.
    joergb. Wie konnte diese wundervolle Bewertung an mir vorbeigehen ??? Glückwunsch zum verdienten grünen Daumen KaterRina
    KaterRina Bis die Gabel in unglücklichem Winkel das Schienbein des Geflügels touchiert und actio=reactio, in diesem Fall mit Streifschuss, in Kraft tritt. Dann lernt der Flattermann posthum ein zweites Mal fliegen und segelt, Murphy sei Dank, mit Sicherheit auf den Boss-Anzug/das Escada-Kleidchen/die Jeans des Gegenübers...
    kisto Da braucht man ne gute Haftpflicht.... ;)
    Vielen Dank für den unterhaltsamen Bericht und Glückwunsch zur verdienten Begrünung!
    KaterRina Danke, liebe kisto :-) ich hatte mal eine Frühlingsflugrolle auf dem Schoß... Und den Inhalt einer Literflasche San Pellegrino :-\
    KaterRina Das San Pellegrino im Winter war unschön und die Verrenkungen vor dem Handtrockner in der Toilette erstaunlich :-P
    Sir Thomas *flüster*: mit der kann man nämlich nirgendwohin. Sicher wird auch in den Sultanbesprechungen dezent über einiges geschwiegen :-D
    Sedina Mensch, was für ein Glück, dass ich diese Bewertung erst jetzt gesehen habe, so konnte ich nicht nur sie, sondern auch den Kommentarstrang voll genießen - Glückwunsch zu allem!


  4. Bewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    HUBERTUS, Landgasthof

    87674 Kaufbeuren
    Tel: (08341) 819 76
    4.
    BETRIEBSFERIEN – vierzehn Buchstaben, die zur Qual werden können. BETRIEBSFERIEN – vierzehn Buchstaben, die die Halbpension in unserem eigentlichen Landgasthof zu Übernachtung mit Frühstück degradieren. Wer zum ****** hat das denn gebucht?! Die trotz der vierzehn Buchstaben anwesende Hausdame unseres Landgasthofs fragten wir nach einer Alternative, die sich mit folgenden Schlagworten beschreiben lassen sollte: gut, nicht allzu weit weg, preislich Mittelfeld und nicht gerade philatelistenfreundliche Kleinstportionen, die sogar auf einem Unterteller eher verloren wirken.

    Ohne zu zögern empfahl man uns den Landgasthof Hubertus, sechs Kilometer, einige Straßenrandkühe und eine Ortschaft entfernt im Ortsteil Apfeltrang gelegen. Jetzt ist essen gehen mit sieben Personen „auf gut Glück“, noch mehr Hunger und ohne Reservierung ein eher optimistisches Unterfangen, aber Versuch macht bekanntlich kluch. Also die ganze Meute á la Tetris in den VW Bulli verladen, den Fahrer ausknobeln und dem Abstinenzler des Abends eine Runde Mitleid vorkichern.

    In Apfeltrang angekommen, ist der Landgasthof nicht zu verfehlen. Ein top renoviertes Gebäude mit Nebengebäuden und schön ausgebauter Scheune…. Und mit einem riesigen Parkplatz, der mindestens 60 Fahrzeuge locker einstallt, während deren Besitzer sich den Bauch vollschlagen. Für allzu große Bierseligkeit hat jeder Parkplatz eine Nummernplakette angebracht. Verlaufen ausgeschlossen…

    Über den barrierefreien Zugang erreicht man das proppevolle Lokal und unsere Hoffnung auf Abendessen bröselt. Eine Nachfrage bei der bedirndlten Kellerschar führte zu einem kurzen Gespräch, einem äußerst erfreulichen Nicken und dem Gang durch ein Labyrinth von Gasträumen bis in die große Scheune, wo wir einen wunderbaren Tisch in modern-alpinem Ambiente zugewiesen bekamen. Viel Filz, viel helles Holz, warme Beleuchtung, rundum gelungen.

    Unsere dienstbare Dirndlgeistin des Abends brachte eiligst einen Satz in Filz gebundener Karten und Pawlow wäre vor dem versammelten Sabber-Reflex in Ehrfurcht erstarrt. Nach langem Überlegen wähle ich einen Schweinerücken „Hubertus“ in Kräuterpanade, gefüllt mit Räucherschinken und Bergkäse, dazu Knöpfle (die übrigens „bottomless“ sind… man kann immer neue nachordern) und eine Rahmsauce mit frischen Pfifferlingen. Dazu gibt es einen kleinen gemischten Salat. Das Vergnügen kostet 15,80 Euro. Da alle Anwesenden mit Eispfoten nach zehn Stunden Freilandarbeit bei acht Grad und Regen zu kämpfen hatten, wählten die meisten noch eine Vorabsuppe… So auch ich: Kraftbrühe vom Tafelspitz mit Brätknödeln und dem sehr zivilen Preis von 3,20 Euro.

    Nach kurzer Zeit trudelte ein Gruß aus der Küche ein – selbst gebackenes Brot mit Griebenschmalz für alle Hungerleider am Tisch. Die Getränke kamen zeitgleich und hierzu muss man noch ein paar Kleinigkeiten anmerken… Hubertus braut sein eigenes Bier, besonders populär ist das so genannte „Apfeltrang Dunkel“. Ich bin keine Freundin von Dunkelbier, aber das habe sogar ich gemocht. Mein bestelltes Pils war ein Aktienbräu aus Kaufbeuren – ebenfalls sehr süffig und gut. Mein Versuch, eine Flasche „Apfeltrang Dunkel“ nach Hause zu exportieren, war leider nicht von Erfolg gekrönt.

    Die Brauerei ist so klein, dass sie nicht in Flaschen abfüllt, sondern nur in Krüge und Glasbottiche, die man mitnehmen kann. Allerdings muss man das edle Tröpfchen dann innerhalb von zwei Tagen aufbrauchen und es darf kein Verschluss drauf, da sonst – Gärung sei Dank- das ganze Gedöns einfach detoniert.

    Die inzwischen angekommene Suppe schmeckt delikat und wärmt die Knochen wieder so richtig durch. Die Brätknödel sind schön bissfest, die Salzigkeit ist perfekt und die Gemüsestreiflein in der Brühe sind auch nicht zu Mulz gekocht. Ich kann meine Finger wieder spüren!

    Das Hauptgericht ist ein Gedicht. Das unglaublich magere Schweinefleisch aus Anbau mit Lokalkolorit ist von einer Panade aus Semmelbröseln und Kräutern kross eingehüllt. Die Panade knackt so richtig beim Schneiden. Eine chirurgisch präzise Öffnung erlaubt den Blick auf den Schinken und cremig-zerlaufenen Bergkäse. Am Tisch bricht gefräßiges Schweigen, unterbrochen von mmmmmh und hmmmm aus. Die herrlich eierlastigen Knöpfle süffeln hervorragend die feine Rahmsauce auf und die etlichen beigefügten Pfifferlinge haben nicht nach ihrer Geburt in polnischen Wäldern das Innere einer Dose erblickt, sondern sind ebenfalls mit Lokalkolorit – regional gepflückt. Gibt es keine Pfifferlinge mehr, wird laut Aussage der Dirndlgeister auf Paprikarahmsauce gewechselt. Für den Moment sind alle erschlagen von der schieren Leckerlichkeit des Essens.

    Als die Teller leer sind und die nächste Runde Bier geordert ist, beginnt die Liebäugelei mit der Dessertkarte… Man gönnt sich ja sonst nichts. Meine Wahl fällt auf hausgemachtes Schoko-Bier-Eis auf Sauerkirschspiegel und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Perfektes Eis, lauwarme Sauerkirschen, ein selbstgemachter Mandel-Knabberchip, auf den ich auch hätte verzichten können. Ein wunderbarer Abschluss für ein wunderbares Essen. Der Preis für den Nachtisch war irgendwas um die fünf Euro. Genaueres weiß ich nicht mehr, da spontan alles Blut den Kopf in Richtung Magen verlassen hatte, um das Mahl zu verarbeiten.

    Der Service funktioniert perfekt, wieselflink und sehr zuvorkommmend und auch die chaotische Abrechnung für verschiedene Töpfe wurde ohne Murren und Knurren erledigt.

    Als kleinen Sightseeing-Tipp empfehle ich einen Besuch der Flure und der Toilette. Hier ist ein Brunnendesigner am Werk gewesen und hat alles, aber auch alles mit Zimmerbrunnen dekoriert. Auch das anfänglich missverstandene Dauergeplätscher auf der Damentoilette entpuppte sich als kleiner Zimmerbrunnen und nicht als Blase mit 50 Litern Inhalt. Sogar die Stöpsel in den Waschbecken sind im Corporate Identity Design gehalten und zeigen einen Hirsch.

    Von mir gibt es glatte fünf Sterne. Einen sechsten kann ich leider nur vergeben, wenn auch noch ein „rollt den Gast zum Auto zurück“ Service angeboten wird.

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    Ausgeblendete 32 Kommentare anzeigen
    Ben Damit erkläre ich den Landgasthof Hubertus zur Traumfabrik : Hier werden Träume wahr . . . herzlichen Glückwunsch zu dieser herzhaften Bewertung
    Schroeder Bedirndelte Geister mit unerschöpflichem Knöpfle - Füllhorn in Apfeltrang. Du lässt aber auch nichts aus. .. ;-)
    Sedina Einfach nur vergnüglich und etwas neidisch zu lesen !
    Danke und Glückwunsch zum Grünen Daumen!
    KaterRina @Schroeder das Hubertus ist seine eigene Herberge und eine recht hübsche noch dazu... Das Glück war mir aber nicht vergönnt
    Exlenker Tachoscheiben gibt es nicht mehr, nur noch Fahrerkarten wo alles drauf gespeichert ist.

    Und klar, die ganze Gegend ist besuchenswert.
    KaterRina Die Einheimischen sprechen ein wenig in Zungen :-P hart, aber herzlich... Die Apotheke vor Ort muss ich auch noch bewerten...


  5. Bewertung: 3 von 5 Sternen

    2. von 5 Bewertungen


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    Engel Gasthof

    Hauptstraße 10, 87600 Oberbeuren Gemeinde Kaufbeuren
    Tel: (08341) 21 24
    5.
    Wenn einer eine Reise tut, dann will er was erleben… wenn sich das Reiseziel allerdings kurzfristig von „weit, weit weg“ auf Allgäu ändert, muss man gewisse Abstriche in puncto Unterkunft machen. Statt sozialistischem Plattenbaucharme gab es nun einen zünftigen Allgäuer Landgasthof mit Halbpension. Nun dann…

    Die Ankunft am Ort des Geschehens offenbarte einen latenten Parkplatzmangel. Abends scheint sich hier der komplette Umkreis zu versammeln und die an zwei Händen abzählbaren Parkplätze waren voll. Voller als voll sogar, wenn man all die Kandidaten für den Parkpokal in Dunkelgold mitzählt, die in zweiter Reihe oder in der Botanik geparkt haben… Wir fanden einen Parkplatz neben der benachbarten Kuhweide und erreichten zügig den Gasthof.

    Bevor man die eigentlichen heiligen Hallen betritt, durchquert man erst einmal den recht hübschen Biergarten, der mit einigen riesigen Kastanienbäumen aufwartet. Bei besserem Wetter lässt sich hier wunderbar sitzen, bei Herbst und Wind gleicht das allerdings eher Selbstmord, wenn man nicht von Kastanien gesteinigt werden möchte.

    Ein Eingang führt zu den Zimmern, der zweite zum Restaurant und dem darin verbauten Zwergminiaturrezeptionstisch. Einchecken ging schnell, dialektlastig und problemlos und so zog die Meute gen Zimmer los. Der Gasthof wurde teilrenoviert und das Glück der renovierten Zimmer war uns nicht vergönnt. So atmete das winzige Zweibettzimmer eher den Charme der 70er Jahre. Ein Schrank für zwei Personen war ein wenig knapp bemessen und so habe ich aus dem Koffer gelebt.

    Das Innenleben des Zimmers bestand aus einem Retro-Tisch, dem eben besungenen Einbauschrank, zwei… äh… rustikalen Betten, zwei Stühlen, einem Nachttisch (!), einer Kofferablage und einem Holzkreuz über der Tür…. Und das Innenleben war kalt. Saukalt, um ehrlich zu sein. Die Heizung ist eine etwas zickige Diva und nach einem viertelstündigen Gefecht mit dem Ventil ließ sich dem Ding auch Wärme entlocken.

    Das Bad war… dunkelgrün. Grüne Fliesen, grüne Dusche, grüne Ablagen, fensterlos und belüftungsproblematisch. Auch noch zwei Stunden nach dem Duschen kann man hier Champignons züchten. Die verbaute Belüftung hat leider null Leistung. Dafür war der Wasserdruck der Dusche erstaunlich. Während die meisten Hotels eher mit einem seichten Plätscher aufwarten, ist hier ein Hochdruckreiniger mit Brühfunktion verbaut.

    Zum Zimmerchen gehört auch ein Balkon, der jedoch aufgrund der Wetterlage nicht zum Einsatz kam. Auch WLAN soll es für Gäste kostenfrei geben. Das funktionierte manchmal meistens mit Rückenwind und in einer Ecke des Zimmers.

    Nach Einzug unserer Truppe kam auch bald der Hunger und wir machten von unserer Halbpension Gebrauch. Das Essen war prinzipiell gut, wenn manche Gerichte auch ein wenig unlogisch waren… unvergessen bleibt hierbei Schupfnudeln mit Spätzle ohne Sauce für unsere Vegetarierin am Tisch. Leider war auffällig, dass die uns servierten Gerichte als Tagesgerichte auch auf der regulären Speisekarte zu finden waren… allerdings erhielten die regulären Gäste deutlich größere Portionen. Als es beispielsweise für uns Rouladen gab, bekam jeder von uns eine zeigefingerlange Roulade und einen Schapf Spätzle. Die normalen Gäste am Nachbartisch hatten zwei Rouladen und deutlich mehr Beilagen… nach zehn Stunden körperlicher Arbeit hatte unsere Meute jedoch ein bisschen mehr Hunger… das haben wir mit Suppen und Nachtisch kompensiert, jedoch mussten wir die selbst bezahlen ;-)

    Das Frühstücksbuffet war gut und reichhaltig. Es gab diverse selbstgemachte Marmeladen, die üblichen Kleinstportionen Frischkäse, Honig und ähnliches aus den Standard-Plastikgefängnissen, hartgekochte Eier, diverse Wurst- und Käsesorten, Obstsalat, Müsli und drei verschiedene Säfte. Dazu gab es Aufbackbrötchen und Kuchenteilchen verschiedener Art. Kaffee und Tee brachte die jeweilige Frühstücksverantwortliche nach Bestellung direkt an den Tisch.

    Abends spielen hier häufig zünftig bayrische Kapellen auf und Freunde des gepflegten Humba Humba Humba Täterää kommen hier absolut auf ihre Kosten. Alle anderen hoffen, in dem komplizierten Labyrinth aus drei verschiedenen Gasträumen im Restaurant möglichst diametral zum Quell der Akustik mit Lokalkolorit untergebracht zu werden…

    Von mir bekommt der Engel wohl gemeinte drei Sterne für das nette Personal, den schönen Biergarten und das solide Frühstück. Vielleicht sind die Zimmer im neuen Teil besser, aber zumindest im. „Altbau“ würde ich nicht mehr wohnen wollen. Barrierefreiheit ist hier leider überhaupt nicht gegeben. Weder fürs Restaurant, noch für die ohne Aufzug erreichbaren Zimmer.

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    Sir Thomas ... nun ist es ja überstanden, liebe Forschungsreisende. Glückwunsch zur Auszeichnung in der Farbrichtung des fungusfreundlichen Badenzimmers ;-)
    alligateuse Sehr schön! Nach langer Zeit mal wieder was gelesen, und dann gleich einen solch schönen Bericht, wo ich doch mitunter schmunzeln musste ;-) Glückwunsch zur Auszeichnung und liebe Grüße.
    KaterRina Danke liebe Alligateuse :) Ich habe den guten Vorsatz, mal meinen Bewertungsstau abzuarbeiten, der sich angesammelt hat :)
    alligateuse Sehr guter Vorsatz! *grins* Das müsste ich auch mal machen, aber ich schaffe es einfach nicht. Daher freue ich mich immer, wenn ich was Schönes bei anderen lesen darf ;-)))
    KaterRina Die nächste habe ich gerade online gestellt... Noch habe ich Urlaub, da geht das und im Moment habe ich auch wieder ein bisschen Schreiblust
    Sedina Wenn Engel zum Holzkreuz ins Engel reisen, dann sollte es statt des Humba, Humba eher ein Halleluja geben....
    Danke für das weltliche Vergnügen und Glückwunsch zum Grünen Daumen !


  6. Bewertung: 4 von 5 Sternen

    1. Bewertung


    bestätigt durch Community

    Dres. Gerd Hermle, Michael Schnur & Partner

    Konrad-Adenauer-Str. 23, 72072 Tübingen
    Tel: (07071) 91 95 33
    6.
    Mist… Mist… Absoluter Mist! Warum kann ich nicht zu den glücklichen Menschen gehören, bei denen die voranschreitende Evolution des Menschen diese überflüssigen Zähne aus grauer Vorzeit gleich ganz weggelassen hat?

    Weisheitszähne mögen ja praktisch gewesen sein, als man noch Grassamen in der Savanne gemümmelt oder die ein oder andere Wurzel geknuspert hat, aber heutzutage ist das Gebiss nun einmal rund und nicht mehr rechteckig und wir sozial hochgezüchteten Engbeißerchen haben einfach keinen Platz mehr für das, was die Evolution für unser Schnäuzchen vorgesehen hat.

    Ich prokrastiniere. Seit Ewigkeiten weiß ich, dass einer meiner Weisheitszähne quer liegt, aber bisher war das noch relativ unproblematisch… Auch, wenn mein Zahnarzt aus grauer Vorzeit mit mahnendem Finger meinte, dass Corpus Delicti irgendwann gezogen werden muss. Schmerzen waren keine da und damit auch kein Anlass zum Handeln, sondern eher ein Anlass zu gediegener Prokrastination. Leider war jetzt das Ende der prokrastinatorischen Fahnenstange erreicht und Handeln gefragt. Mist… Mist…

    Auf der Suche nach einem neuen Dentisten meiner Wahl ließ ich mich von Freunden aus dem Umkreis beraten und mir wurde Dr. Hermle wärmstens empfohlen. Nach Telefongriff mit zittrigen Fingern, hatte ich auch alsbald einen Sichtungstermin meines Problemzahns…

    Die Praxis liegt direkt im Tübinger „Regierungsviertel“ neben Landratsamt, Regierungspräsidium und Polizeiwache. Im zweiten und auch mit Aufzug erreichbaren Stock eines recht funktionalen Gebäudes befindet sich die sehr modern ausgestattete Praxis mit Terminbuchungs-Touchscreen-Terminal, viel dunklem Holz und rotem Sofa im Wartezimmer. Vom Wartezimmer aus kann man auf die Polizeiwache und die Ausläufer von Derendingen gucken. Ich warte und bange. Für durstige Wartende gibt's hier übrigens Mineralwasser aus Mini-Teinacher-Fläschchen, die man mit einem rosafarbenen Silikonhummer-Flaschenöffner aufmachen kann. Ich finde den Hummer spitze.

    Wer noch Zähne putzen will oder muss, kann das in der Toilette erledigen. Dort stehen Einwegzahnbürsten und Zahncremes aller Couleur und sogar Zahnseide zur freien Verfügung.

    Die Sichtung im topmodernen Zahnarztstuhl und mit ad-hoc Röntgen am Liegeplatz ergibt: das Weisheitsding muss raus und Prokrastination funktioniert nicht mehr. Mist… Mist…

    Ich vereinbare am Touchscreen zwei neue Termine – einen zur professionellen Zahnreinigung und den zweiten zum Weisheitszahnexodus. Die Wartezeit ist mit drei Wochen recht moderat – das habe ich schon deutlich schlimmer erlebt und so lang wird das Relikt aus grauer Menschenvorzeit ja wohl auch hoffentlich noch stillhalten…

    Die Zahnreinigung kurze Zeit später erfolgt routiniert durch eine nette Zahnarzthelferin. Ultraschall gegen Zahnstein, mein ach so geliebtes manuelles Gruselkratzen mit der Sonde, Zahnseide, Zitronenpulversandstrahlgerät gegen Verfärbungen und Minzfugenkittpolitur lasse ich brav über mich ergehen. Das anschließende Lackieren mit Fluoridlack ist nötig, aber scheußlich. Ich fühle mich für die nächste Stunde, als hätte ich einen Tiegel Nagellack gesoffen. Brr….

    Der Termin des Weisheitszahnexodus naht und meine Nervosität steigt ins unermessliche. Kann ich meine Klappe umtauschen? Ich will nicht!!!

    Am Tag X klettere ich auf den Zahnarztstuhl und harre der Dinge die da kommen mögen. Einer souveränen Betäubung sei Dank bekomme ich von all den Dingen nicht viel mit, aber ich bereue mal wieder, dass Knochen so wunderbar Schall leiten. Nach dem beherzten Einsatz des Medizinalpendants eines Dremels, der „M48 Zange“ und einem hässlichen Kreischquietschgeräusch ist Corpus Delicti Geschichte.

    Eine Stunde Beißtamponade und eineinhalb Wochen Heilungsprozess später, bin ich sehr zufrieden mit der Behandlung und würde Dr. Hermle jederzeit weiterempfehlen. Der ein oder andere Spruch war ein bisschen rustikaler, aber ich bin nicht zum Sprücheklopfen und auch nicht zum Trösten, sondern zur Zahnbehandlung hier.

    Auf jeden Fall weiß ich jetzt mal wieder, warum Zahnarzte früher zu den Handwerkern gezählt wurden… Meine Güte, was für ein Gezerre.

    Mutige Menschen, die vor zwölf Uhr Mittag mit dem Auto anrücken, müssen bei der Parkplatzsuche eventuell ein bisschen Zeit mitbringen. Nach zwölf ist parken allerdings kein Problem mehr, Behördenhalbtageskraft-Feierabend sei Dank. Betäubungsgefährdete Menschen rücken besser gleich mit dem Bus Linie 2 an, der in unmittelbarer Nähe der Haustür alle halbe Stunde hält.

    Von mir gibt’s vier Sterne. Ich komme auf jeden Fall wieder und werde hier dauerhaft Delinquentin, äh Patientin...

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    Blattlaus Glückwunsch.
    Hast du auch so schöne Hämatome um die Mundgegend bekommen?
    Ich erinnere mich mit Grauen daran.
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    Papa Uhu + Theo auch wenn der Anlass ganz sicher nicht so toll ist, Dein Bericht ist es und hat den, Dich tröstenden "Zahnlücken-Daumen" redlich verdient-herzlichen Glückwunsch und weiterhin Gute Besserung von mir
    KaterRina Danke Euch :-) Am Anfang wars ein bisschen hamstermässig, Kühlpackungen sei Dank wurde aber nix so richtig blau... Nur ein bisschen grünlich am Kinn
    Tikae Das könnte glatt mit einem Trost -Krönchen vergoldet werden. ....
    Aber jetzt grusele ich mich erst mal ;-)
    mallli Herzlichen Glückwunsch zum grünen Zahn ...........ne wie war es..............
    zum grünen Daumen- mit vielen Grüßen aus Berlin!!
    Puppenmama Herzlichen Glückwunsch zu Deinem tollen Bericht und zum verdienten grünen Zahn-Daumen.
    Tauschen geht nicht mehr, habe schon alles hinter mit.
    Sedina Glückwunsch und Anerkennung auch von mir.
    Bei mir musste das leider damals der Kieferorthopäde machen. Der Verlauf hat mich trotz schrecklichster Warnungen meines Zahnarztes veranlasst, die anderen 3 Weisheitszähne drinnen zu lassen.
    The_Local_Stranger Wieder einmal ein gelungener Beitrag und Glückwunsch zum grünen Zahn der Weisheit ;)

    Bzw. nennt man sich dann Ohnezahn? *grins
    Konzentrat Zähne wachsen nicht nach. Jedenfalls nicht die dritten :-)
    Da es jedoch Hilfe gibt, kann man sich durchbeißen.
    Glückwunsch zum Daumen.


  7. Bewertung: 5 von 5 Sternen

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    Flaming Star

    Nesenbachstr. 48, 70178 Stuttgart
    Tel: (0711) 620 21 17
    7.
    Ich habe mich verliebt… In Kleider! Bisher war ich nur der Meinung, dass Frau gar nicht genug Röcke haben kann, aber jetzt weiß ich, dass man auch nicht genug Kleider haben kann. Gar nie nicht. Niemals.

    Tatsächlich gibt es aber auch bei Kleidern einige Abstriche. Gerade Schnitte wirken mir zu Litfaß-säulig und ich habe mein Faible für taillierte Kleider entdeckt. Insbesondere die Schnitte der 50er und 60er Jahre haben es mir angetan. Heute firmiert das ganze unter Retro-Schnitten oder Rockabilly-Style. Jetzt könnte man solche Kleider für billig bei großen Versandhändlern bestellen, riskiert aber den Erwerb von schlechtsitzender und grottig geschnittener Faschingsseide. Das wiederum führt dazu, dass man dann mehr jeck als retro aussieht und das wiederum führt dazu, dass ich so nicht rumlaufen will. Gar nie nicht.

    Also musste eine Quelle für gut geschnittene Retro-Kleider her und die hat sich in Stuttgart aufgetan. Ein bisschen abseits vom allgemeinen Trubel der Idiotenrennbahn, äh, Königsstraße liegt das Flaming Star. Der Laden ist ein bisschen versteckt und liegt im für mich gefährlichsten Viertel Stuttgarts, denn die Markthalle und der Think! Store sind nicht weit. In der Tasche höre ich das leise Weinen der EC-Karte und ignoriere den Kartenjammer gekonnt, als ich Flaming Star betrete.

    Der Laden ist voll mit Damen- und Herren Retromode der 50er und 60er, dazwischen gibt es unzählige Geschenkartikel aus der Kategorie „Braucht kein Mensch, muss ich haben“, mit denen man alle Freunde absonderlicher Geschenkle beglücken kann. Um den Schwäbischen Diminutiv noch eine Runde zu bemühen… Hier gibt es beispielsweise Tonnen von Vesperbrettle vom Äffle und Pferdle und allerlei Krüschtle und Krämle mit Stuttgart-Sprüchle. Dazu Dösle und Kischtle und einen Haufen Sächle für jeden Anlass. Ich bin aber wegen Damenoberbekleidüngle, äh, Kleidern hier.

    Schon nach einem kurzen Rundgang an den Regalen vorbei habe ich fünf Kleider zur Anprobe ausgewählt. Neben Polka-Dots in allen Farben und Varianten finden sich auch blumige Motive, Matrosen-Style und Kirschen. Ich verschwinde derweil in der Umkleide, bevor ich noch mehr zum Anprobieren finde.

    Die unglaublich nette Chefin hilft wacker mit dem üblichen Reißverschluss-Problem bei Kleidern und zippelt alles zu, was ich anprobiere. So erspare ich mir Reißverschluss-Yoga mit Rückenverrenkung. Nach der Anprobe und der Selbstbegutachtung vor dem angemessen retro aussehenden Spiegel habe ich allerdings ein Problem, denn von fünf Kleidern kann ich eigentlich keins ausschließen. Alle passen wie angegossen. Mist. Das gibt eine elende Qual der Wahl.

    Nach und nach sortiere ich drei Kleider aus, da ich schon ähnliche Modelle im Schrank habe, übrig bleibt ein Kleid im Matrosen-Stil und eins mit Kirschen. Zur Entscheidungsfindungsstärkung gibt es von der Chefin ein Döschen Cider aufs Haus – wahlweise klassisch mit Apfel oder mit Beeren. Ich probiere das Beeren-Cider (lecker!) und wenn ich schon Beere trinke, kann ich auch Beere kaufen. Das Kirsch-Kleid soll es sein und ich kann nicht widerstehen und kaufe noch eine schwarze Strickjacke mit kirschroten Knöpfen dazu.
    Nebenbei unterhalten wir uns über Retro-Kleider, Passformen und ich bekomme noch einige Tipps mit auf den Weg. Die Beratung, die Freundlichkeit und Lockerheit hier sind einfach großartig und ich fühle mich super aufgehoben. Ich komme gerne wieder, denn Kleider kann man nie genug haben. Gar nie nicht… Und außerdem fehlt mir noch ein Petticoat für meine Sammlung.

    Die Preise liegen zwischen 40 und 100 Euro pro Kleid. Das leise Weinen der EC-Karte verwandelt sich in ein Wimmern, sie scheint sich zu beruhigen.

    Das Flaming Star bekommt von mir glatte fünf Punkte. Einfach super!

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    Tikae Zucker !
    Und für das Geheule in der Zukunft : nimm zwei Karten mit .
    Dann können sie sich unterhalten und sind abgelenkt, bis du zuschlägst :-D
    Nike Tolle Bewertung und Daumenglückwunsch ! Da habe ich gleich noch einen Tipp für dich, Katerina: den Petticoatshop in Berlin( von mir schon bewertet). Kenne ihn nur über onlinebestellung, aber die haben auch bildschöne Kleider und die dazu gehörenden Petticoats.
    P.S. falls du eine Empfehlung für einen Petticoat benötigst der qualitativ gut ist, aber nicht zu bauschig und preislich im Rahmen, melde dich gerne per PN.
    Sedina Mit dem taillierten Matrosenkleidchen hätten wir Dich nach Hamburg 'reingelassen ;-)))

    Glückwunsch zur jedenfalls unter Protest belastbaren EC-Karte und zum Grünen Daumen, und noch die bange Frage, was machst Du, wenn niemand als Zippelhilfe zur Verfügung steht?
    KaterRina Ich kriege das Bein hinter denKopf, dann solls am Arm hinter dem Rücken nicht scheitern ;-)
    mrs.liona Vielen Dank für diesen herrlichen Bericht, der seine Auszeichnung zu Recht erhielt - meine Glückwünsche.
    Nike und noch einen Glückwunsch hinterher zum verdienten Grünen Daumen!

    Aber bitte keine Verrenkung mit Bein hinter den Kopf vor Freude! ;-)))
    KaterRina Besten Dank, lieber Schroeder ;) Ich gebe zu, so ein Paar Bergstiefel und eine Outdorrhose können da nicht mit ;)
    KaterRina Kleiner Nachtrag @Schroeder ;) Die nächsten beiden Landverschickungen stehen ja ins Haus, da gibt's wieder Trekkingoutfit genug :P
    KaterRina Wenn Du mit jetzt noch sagst, wo da eine Blume ist... :P Das eine sind Kirschen, das andere ist pechschwarz
    KaterRina :D Ich finde auch, dass ihm die 7/8 Cordhosen und das Samtsakko so mäßig stehen... :P Und immer die Adiletten dazu...
    KaterRina Da sind wirklich keine Blumen drauf... Nirgendwo ;) HERRLEIN... :P Ich hatte Dein Faible für weiße Tennissocken ganz vergessen ;)
    KaterRina Wir machen einen Deal... Du nimmst die Blumen zurück und ich die Tennissocken.. :P Und vielleicht das Samtsakko :D
    eknarf49 Weiße Tennissocken sind sehr schön, besonders wenn man den Symbolcharakter der unbunten Farbe berücksichtigt.
    KaterRina ... :D Monsieur reist ja durch die Weltgeschichte, da wird es wohl nix mit Sockenschau, bevor ich landverschickt werde?
    eknarf49 @KaterRina - Eigentlich müssten Dir die Kleider in diesem Video gefallen:
    https://www.youtube.com/watch?v=uyTVyCp7xrw
    KaterRina Adiletten passen nur zu einer Ballonseidenjacke in dieser illustren Lila-Grün-Mischung und diesen Schnellf****hosen von Adidas mit Knopfleiste an den Hosenbeinen...
    Puppenmama Danke für Deinen tollen Bericht. Ich finde Kleider ja auch sehr schön. Sie sind ja auch voll im Trend. Aber ich trage keine, fühle ich nicht wohl darin.
    Aber wem es steht, klasse.
    Und noch herzlichen Glückwunsch zum verdienten grünen Kleider-Daumen.
    Papa Uhu + Theo ... und ich komme mal wieder aus 'n Mustopf... zu spät, dennoch mit Kleidchens nicht viel am Hut, trotzdem Gratulation zum "Kleiderdaumen" und Grüße von mir
    kisto Toller Bericht.....Ich kann das so nachvollziehen! Immer diese Qual der Wahl!
    Glückwunsch zum gD! :)))


  8. Bewertung: 5 von 5 Sternen

    1. Bewertung


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    Stadtentwässerung Universitätsstadt Tübingen

    Nürtinger Straße 120, 72074 Tübingen
    Tel: (07071) 68 89 04 13
    8.
    Der Gullideckel meines Vertrauens - jetzt an neuer Stelle...

    Rund bist Du – und eckig doch.
    Du verschließt ein Straßenloch.
    Unter Dir rauscht trübe Brühe,
    über Dir läuft ohne Mühe
    Tagein tagaus so mancher.
    Manche eilen, manche gehen,
    ohne Dich je nur zu sehen.
    Manche reden, manche schweigen,
    ohne je auf Dich zu zeigen.
    Hufe hast Du trappeln hören,
    sie konnten Dich nie stören.
    Panzer hast Du rollen sehen,
    Zeiten kommen, Zeiten gehen.
    Doch Du bist hier – und bleibst es noch.
    Du verschließt ein Straßenloch.
    Alt bist Du und abgenutzt,
    hast allen Zeiten stets getrutzt.
    Und Du wirst noch lange trutzen,
    denn hart bist Du – als kaltem Eisen.
    Geschmolzen im Feuer, gewalzt im Werk,
    entstammst Du einem alten Berg.
    So alt fast wie die Welt, Dein Erz.
    So alt fast wie die Welt, Dein Herz.
    Nun wartest Du auf Deine Entdeckung,
    Du holde schöne Schachtabdeckung.

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    KaterRina Das wird folgen, wenn ich wieder bei der holden Schachtabdeckung bin... Im Moment ist das Wetter eher schauerlich...
    KaterRina Ich konnte mal und kann im Moment nicht mehr so, wie ich mal hatte, äh, will ;) Bin ich froh, wenn ich wieder joggen gehen kann :(
    ubier KaterRina ist der neue Forrest Gump - ich seh die Schiene fliegen...

    Gute Besserung. Wenn man schon über Gullydeckel philosophiert, ist man fast ganz unten.
    KaterRina Irgendwann kommt immer noch jemand und drückt einem dann eine Schaufel in die Hand... Da geht noch was ;-)
    Exlenker Dann eben herzlichen Glückwunsch zum grünen Stadtentwässerungs - Daumen liebe KaterRina, da findet man ja dann auch genug Kanaldeckel.
    Puppenmama Da ist er ja wieder. Danke. Auch von mir weiterhin gute Besserung.
    Herzlichen Glückwunsch nochmals für den grünen Entwässerungs-Daumen.
    Sedina Ach hätte ich doch ein Poesiealbum....
    Wir haben gerade im Vorgarten einen funkelnagelneuen Schacht samt eisernem Deckel bekommen und sind darauf sehr stolz ;-)))
    Glückwunsch zum Grünen Daumen !


  9. Bewertung: 5 von 5 Sternen

    2. von 251 Bewertungen


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    TRYP Münster Kongresshotel

    Albersloher Weg 28, 48155 Münster
    Tel: (01802) 12 17 23
    Kostenhinweis ...
    9.
    Münster ist eine wunderbare Stadt, Stadt der Fahrräder, Stadt des Töttchens und Schrunz-Metropole (so heißt hier jeder dritte Bäcker)… Warum die stattfindende Tagung ausgerechnet ins Jugendherbergs-Ambiente eines Gästehauses verlegt wurde, ist und bleibt ein Rätsel… Wer schon tagsüber eigenwillig tagt, darf wenigstens nachts in edlerem Ambiente pofen und deshalb fiel meine Wahl auf das TRYP Hotel.

    Das Hotel mit eigenem Gästeparkplatz (4 Euro pro Tag) liegt direkt neben der Halle Münsterland und wird von vielen Messegästen der Abteilungen „vor dem Tresen“ und „hinter dem Tresen“ gleichermaßen genutzt. Nach einem kleinen Ründchen Irrfahrt um die Messehalle, habe ich den Parkplatz auch fast gleich gefunden. Auch von der Parkplatzseite aus ist das Hotel ebenerdig zugänglich und man muss nicht samt Köfferchen und Plunder quer ums Haus laufen. Super!

    Der Check-In in der tagungshotel-typischen Lobby mit viel Hochglanzfußboden, gedeckten Farben und Marmorcharme ging schnell von der Hand und mein Zimmerchipkärtchen und das WIFI-Passwort (100MB pro Tag sind kostenlos) erhielt ich schnell und routiniert. Eine kurze Einweisung zu den Frühstückszeiten und das Zeigen des Zimmers ging ebenso freundlich und professionell vonstatten.

    Das Zimmer selbst war schön groß und ruhig. Ein großer Flatscreen, parkettiger Laminatfußboden, ein bequemes Bett und nicht die zu Tode wäschegesteiften Bettdecken anderer Hotels, die von allein stehen können, sprachen für sich. Ein schönes Bad ohne Tageslicht, dafür aber mit ebenerdiger Regendusche und vorhandenem Föhn rundete das Gesamtbild ab. Staub oder Hinterlassenschaften der Vorbewohner konnte ich keine entdecken, alles war picobello sauber. Einziger keiner Minuspunkt war das absolute Fehlen von Steckdosen in Nachttischnähe… Wer mit so viel Technikplunder reist, ist um jede Stromtankstelle für die nach Strom fiependen Reisebegleiter dankbar. Handy-über-die-Nacht-Ladern empfehle ich eine Powerbank, sonst ist der Weg zum klingelnden Handywecker morgens recht weit.

    Die beiden Tüten Schlafschäfchen-Gummibären auf den Kopfkissen sind mysteriöserweise schon am ersten Abend verschwunden und waren sehr lecker. Auch die obligatorische Bibel lag im Schrank, durfte aber dort bleiben und teilte nicht das Schicksal der Gummibärchen.

    Das Frühstücksbuffet ist riesig und bietet von einer riesigen Auswahl knuspriger Brötchen und adäquater Beläge, bis hin zu verschiedenen Eierspeisen, Speck und Würstchen, einer epischen Auswahl Müsli und Dörrobst zum Beimengen, Joghurt, bis hin zu frischem Obst, Säften und allerlei Kaffeespezialitäten so ziemlich alles an, was das Herz begehrt. Ich war durchweg angetan von den angebotenen Lebensmitteln und der Frische und Qualität der Produkte.

    Die Bar in der Lobby zeigte Fußball und bot noch die Gelegenheit zu einem Absacker nach vollbrachter Tat. Der Hafen von Münster ist mit seinen unzähligen Bars und Restaurants in nicht einmal fünf Gehminuten erreichbar. Für Freunde später Kinovorstellungen und Menschen mit zu viel Sitzfleisch nach einer Tagung ist vis a vis ein großes Cineplex Kino.

    Sollte ich noch einmal in den Genuss einer Tagung in Münster kommen, komme ich gerne wieder! Danke für den netten Aufenthalt! Die Zimmer sind übrigens alle barrierefrei und absolut schwellenlos. Auch dafür ein Lob!

    Neu hinzugefügte Fotos

    Ausgeblendete 51 Kommentare anzeigen
    mrs.liona Sehr schön beschrieben, zu Recht begrünt - meinen herzlichen Glückwunsch!
    Ich weiß schon, warum wir immer eine Dreiersteckdose im Koffer haben... ;)
    KaterRina Jede Menge Steckdosen am Schreibtisch, aber leider keine neben dem Bett... Aber so hatte die Monsterpowerbank mal ihren Einsatz ;-)
    Der Beitrag von einem Gast
    wurde unterdrückt, weil er gegen die golocal Nettiquette verstieß.
    Der Beitrag von einem Gast
    wurde gelöscht, weil er keinen Bezug zur Location hat.
    Pelikaan Wenn man sonst nichts anderes zu tun hat, als durchzuzählen ?
    Ich nütze meine Zeit da doch lieber anders ;)
    KaterRina Mir fällt primär auf, dass ich mich über Mäandrierung unter meinem Beitrag wundere. Stören die Glückwünsche? Mich persönlich stört das überhaupt nicht. Ich schreibe nicht der Kommentare wegen, sondern um zu "Papier" zu bringen, was andere Leute beim Besuch der von mir bewerteten Location erwartet. Die Kommentarstränge sind ein erfreuliches Beiwerk, oft mäandernd, oft lustig, gelegentlich verwirrend, aber genau so soll es sein. Wäre alles linear, wäre das Leben (und auch die Kommentarstränge) recht langweilig :)
    Ein golocal Nutzer || "Die Kommentarstränge sind ein erfreuliches Beiwerk, oft mäandernd, oft lustig, gelegentlich verwirrend, aber genau so soll es sein. Wäre alles linear, wäre das Leben (und auch die Kommentarstränge) recht langweilig :)" RICHTIG. -
    Es findet sich bestimmt jemand, der erklärt, was es mit dem Spam-User-Fähnchen auf sich hat?
    Ab wann gelten durch Wortschatzmangel gekennzeichnete Anmerkungen als Spam?
    Ein golocal Nutzer @pelikaan || Sie dürfen selbstverständlich Ihre Zeit nutzen, wie es Ihnen behagt. Jedwede andere Person aber auch.
    Schroeder Der Steinzeit -Tübinger fragt sich, was ist eine "Monsterpowerbank"?!
    ...und die Lektüre aus der Schublade hätte Dir nicht geschadet. Ich empfehle die "Apokalypse des Johannes"....
    Nike Und noch ein Glückwunsch, der von Herzen kommt, KateRina.
    Auf dass der Strang wachse und gedeihe .... ;-))
    KaterRina Danke, liebe Nike :)

    @Schroeder Für solche und andere Zwecke habe ich immer ein externes Ladegerät dabei, das 13000mAh liefert. Das reicht fürLaptop und Handy zusammen und macht unabhängig von Stromquellen... Je nachdem, wo es mich hin verschlägt, ist sowas unendlich praktisch
    KaterRina Vorher an der Steckdose Deines Vertrauens ;) Am besten mit einem Schnallladestecker, sonst wartest Du bist Sankt Nimmerlein...
    Schroeder Aha, ich habe keine Steckdose in Reichweite und nutze meine "Monsterpowerbank", die ich an einer Steckdose geladen habe.... und dann?!
    Ein Schuss macht den Süchtigen nicht satt.
    KaterRina Das Teil hält für vier Handyladungen oder zwei Handyladungen und eine komplette Ladung meines Laptops... Für den Notfall reicht das gut, bis dahin habe ich meist auch die nächste Steckdose gefunden ;))
    Nike Auf den "ewigen Akku" warte ich auch. Stehst mitten in der Pampa, plötzlich ist Geierabend, weil leer gesaugt. :/
    Sir Thomas Glückwunsch zum gediegenen Aufenthalt, zum nichtlinearen Strang und überhaupt. GD bereits erledigt... Ich hoffe, die Tagung wird dich irgendwie weiterbringen, KaterRina
    Sedina Wenn Du, liebe KaterRina eine echte "Grüne" aus einem total bioinfizierten Studentenstädtchen wärst, dann wärst Du dem Hotel dankbar, weil es versucht hat, Dein Nachtlager elektrosmogfrei zu halten ;-)))

    Glückwunsch zum schönen Beitrag und zum Grünen Daumen, Danke für den guten Tipp und liebe Grüße !


  10. Bewertung: 5 von 5 Sternen

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    Foto vor Ort

    Weilheimer Kneiple

    Alte Landstr. 36, 72072 Weilheim Stadt Tübingen
    Tel: (07071) 734 54
    10.
    Der Mond ist aufgegangen, die güldnen Pommes prangen am Himmel, äh, Teller, hell und klar…
    Auf meinem Teller ist Halbmond und es muss Halbmond sein, denn ein Vollmond würde zu einer absoluten Pommesfinsternis führen.

    Auf einige Empfehlung ehemaliger Kollegen hin, bin ich mit einer Freundin zum Griechentest-Parcours aufgebrochen und den Start machte das allseits gelobte Weilheimer Kneiple, dessen Ruf bei Kollegen kurzum mit drei Adjektiven beschrieben werden kann:
    Reichlich
    Lecker
    Gastfreundlich

    Dann mal auf zum Test… Reservieren war zwingend und dringend erforderlich, denn an diesem Wochenendabend war das Lokal brechend voll. Wir haben einen netten Tisch in einem kleinen Nisch… Nisch… Was ist die Verniedlichung von Nische?!?!... bekommen. Im Nischchenleinchen war genau Platz für zwei Stühle und einen Tisch, sowie einem Rest Bewegungsfreiheit.

    Der Service kam flink und brachte reichlich umfassende Speisekarten voller leckerer Sachen. Zur Vorspeise haben wir und eine Ortef-Platte mit allerlei Vorspeisen geteilt, mein Hauptgericht sollte Bifteki mit Pommes werden. Die Getränke blieben unalkoholisch – Wasser und Bitter Lemon.

    Die Getränke kamen rasch und auch der Vorspeisenteller mit lauwarmem Baguette als Begleit-Dip-Erscheinung ließ nicht lange auf sich warten. Alle Zutaten waren ausnahmlos frisch, Zaziki, undefinierbarer Gründip in dieser eigenartigen Resopal-Dunkelbraungrün-Farbe von 70er Jahre Wohnheimmobiliar, gegrilltes Gemüse, Feta, Tomatenscheiben, dicke Bohnen und Taramasalata waren schön angerichtet und ausnahmslos lecker.

    Taramasalata! Diese rosafarbene Fischrogenpaste ist für mich immer ein Bewertungskriterium, da ich das Zeug unglaublich mag und schon so viel Schmu damit erlebt habe. Das hiesige Taramasalata ist nicht zu essigsauer und schmeckt auch nicht wie die Eimerware mancher Billiggriechen, vor der es mich so schaudert. Gutes Taramasalata kann ich pur essen, Eimerware nur zum Zuspachteln von Löchern in Fliesen verweden. Auf der KaterRina’schen Taramasalataskala (was für ein Wort…) rangiert das hier bei 9/10 Fischrogenpunkten.

    Schon alleine die Vorspeise hätte durchaus genügt und wir waren schon solide vorgesättigt, als der Hauptgang kam. Uff. Die Kellnerin brachte meinen Teller, auf dem ein Halbmond, äh, Hackmond lag. Während das Bifteki mit Kräuterbutterkrönchen eine Tellerhälfte füllte, wurde die andere Hälfte von einer gewaltigen Menge Pommes okkupiert.

    Nach Nix-Runterwerfen-Pommes-Mikado und einiger Tellerrandbereinigung konnte ich das Bifteki selbst probieren. Super! Nicht trocken, nicht totgebraten, nicht mehr medium. Der Schafskäse im Inneren war schön warm-cremig, die Würzung des Hackfleischs sehr gut. Kein Biss in einen Salzstreuer, kein Biss in einen Pappkarton, sondern einfach gut. Die Pommes waren schön knusprig und gut gewürzt. Keine Labberchen und auch keine dolchgleichen Rachendrachen, die den Gaumen massakrieren.

    Ich bin so satt! Sooooooo satt! Wer rollt mich zum Auto? Gibt es hier eine Leihsackkarre für vollgefressene Gäste? Nach der Bezahlung (ohne Winkkrampf im Arm, sondern wunderbar schnell), bekommen wir noch einen Verdauungsschnaps angeboten. Ich durfte leider medikamententechnisch nicht und auch mein Gegenüber wartet damit lieber noch einen Monat, bis der kleine Nachwuchswargel das Licht der Welt erblickt hat. Mangels Alkoholbefähigung bekamen wir einen Verdauungslutscher, den ich großzügig weiterverschenkt habe.

    Von mir gibt es glatte fünf Sterne, ich komme gerne mal wieder. Beim nächsten Mal dann aber mit Sackkarre…

    Parkplätze stehen in der Nähe reichlich zur Verfügung, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ebenfalls möglich. Um Sackkarren muss sich selbst gekümmert werden.

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